Hallo Ihr Lieben,
mit Erstaunen stelle ich in den letzten Wochen fest dass Theorie, Fachwissen und Familienanalysen sehr viel Platz einnehmen und dabei aktuelle Änderungen von Grundsituationen nicht erfolgen.
Ich habe "früher mal" Fachbuch um Fachbuch gelesen, verstanden und noch mehr analysiert, alles wurde klar und deutlich. Geändert hat sich dadurch nichts!
Ich habe meine Familiensituation betrachtet und analysiert, nicht immer schön, manches ist passiert und vieles hat mich an meiner eigenen Entwicklung gehindert oder in eine falsche Richtung bugsiert. Aber auch dieses Wissen hat mich nicht weiter gebracht! Vorwürfe/Analysen/Nachdenken über die Verursacher hätten mich nur in Schuldzuweisungen gedrängt und eine eventuelle Veränderung verhindert. Nur wenn ich meinen Peinigern verzeiehen kann, kann ich mir persönlich meine Fehler verzeihen und mich selber annehmen.
Mein persönliches Resümee aus meiner Bewältigung:
Fachbücher und Vergangenheitsanalysen schaffen für mich jede Menge Rechtfertigungen, warum etwas so ist wie es ist und ich nicht unbedingt etwas ändern muss. EBENSO wie der Alkoholiker, der Gründe für sein Trinken findet! Keine der Parteien ändert etwas in Form von Aktionen oder Konsequenz ....
Sozialverantwortung, Mitleid und das "Ja" für Gute und schlechte Zeiten, die wirtschaftlichen Überlegungen und alles das, was ein Hinderungsgrund wäre eine schlechte Situation zu verändern (auch wenn der Beginn wirtschaftlich noch schlechter wäre) sorgen für ein ausharren und verschlechtern von Situationen und stagnieren bzw. für einen Dauerrückwärtsgang.
Tausende Worte, hunderte von Seiten und unzählige Analysen oder Fachbücher ändern die Realität nicht! Mir hätten Gespräche und gegenseitige "mir geht es wie Dir" Aussagen überhaupt nichts gebracht, da auch sie mich in der Situation hätten gefangen gehalten. Kann man/frau sich doch gemeinsam bemitleiden und stärken, dass man sich versteht und alles richtig macht. Genau wie die Runde der Trinkfesten, die ja alle kein Alkoholproblem haben.
Was für mich der Ausstieg war waren ganz normale Freunde die sagten Du bist "mehr wert" als eine Suchtbeziehung, Du hast Dich negativ verändert in der Beziehung. Was mir geholfen hat war zu sagen "ich wage den Ausstieg egal was passiert, egal, dass ich arbeitslos und heimatlos bin". Ich wage den Ausstieg mit meinen vielen Tieren und beginne einfach auszusteigen .....
Alleine ... in mein Leben .... in meine Verantwortung .... auch als arbeitslose, mittellose Wühlmaus (Kirchenmäuse wären nämlich reicher gewesen als ich damals - ich hatte nämlich keinen "Opferstock" ![]()
Dafür bin ich sehr dankbar dass Familie, Freunde und meine Persönlichkeit mich nicht haben in der Theorie stecken lassen sondern einfach loszulaufen und zu verändern.
Lieben Gruß von Dagmar