• Hallo liebe Mitglieder oder Mitleidende,
    hab hier keinerlei Forenerfahrung und weiß nicht richtig wie ich beginnen soll. bin seit über 40 Jahren verheiratet, meine Frau ist Alkoholkrank.

    Diese Tatsache habe ich verschleiert, mich selbst angelogen, aber sie ist es laut ihren Ärzten schon sehr lange.
    Die näheren Umstände werde ich bitte erst später, wenn es überhaupt interessiert, beschreiben.
    Sie kam das letzte Jahr im Februar in die Psychiatrie zum Entzug, blieb dort in einer angegliederten WG drei Monate und anschließend in eine 6 monatige Reha, wo sie später auch am Wochenende raus durfte, und nach drei Wochen besuch empfangen konnte,.
    Ich habe sie regelmäßig besucht (200 km ) und wurde wieder zu der Frau, welche ich geliebt und geheiratet habe.
    Anfang November wurde die Reha beendet und es ging 6 Wochen gut.
    Dann vollkommener Absturz, als ich vom Arbeiten nach Hause kam, lag sie tränenüberströmt im Bett, erst Mitleid erregend, dann aber wieder wie früher, Vorwürfe, Gezänk, die ganze Palette, wie vor der Maßnahme.
    Seither hat sie wieder Abstürze, ca. Alle 5 - 10 Tage, einmal abstinent 4 Wochen. Bei der Suchtberatung wird ihr wieder eine Entgiftung vorgeschlagen, in der Psychiatrie.
    Trotz intensiver Hilfe und Beratung Inder Reha für das Danach, hat sie nur 2 psychologische Termine wahrgenommen, war trotz Anraten nicht bei den AA.
    Ich selbst leide unter der Situation, Atembeschwerden, Kopfkino, ganz schlimm.
    Mein Psychologe rät mir durch die Blume mich zu trennen.
    Krieg ich nach so langer Zeit nicht hin, zumal wir uns was aufgebaut haben
    und unser Haus, das soziale Umfeld, alles dies verloren geht und ich es mit meinem gewissen nicht vereinbaren kann, sie im Stich zu lassen.
    Hat jemand Erfahrung ob beim 2. Entzug die Chancen höher sind, zumal sie ja nur diese 10 Tage in Anspruch nehmen will.
    Kommt sie nochmal in Reha, oder lehnen es die Kostenträger ab ?
    Sorry, das geht bei mir kreuz und quer, bin aber sehr verzweifelt.
    Georg


    - edit, Tina, fremde Beiträge aus dem Vorstellungsbereich bitte nicht im offenen Forum posten, danke -

  • Hallo Georg
    Herzlich willkommen hier und einen guten Austausch wünsche ich dir.
    Mein Expartner wurde nach einer Entgiftung und anschliessender Tagesklinik ,nach ca. 5 Monaten Abstinenz,noch in der Nachsorge rückfällig.
    Ich habe die Beziehung daraufhin beendet weil ich das Vertrauen vollkommen verloren habe.
    Nun könnte ich dir mit statistischen Werten daherkommen was die Rückfallquote betrifft,aber da sollte nicht dein Augenmerk drauf sein ,denn jeder Mensch ist anders.
    Mein ex hat z.B. die Gespräche innerhalb der Nachsorge ,,geblockt,, heißt er sprach über die anderen ging aber bei sich selbst nicht ans ,,Eingemachte,,.
    Ich habe hier im Forum gelernt das, den Alkohol weglassen noch nicht reicht,Menschen die lange Alkohol mißbraucht haben ,müssen irgendwie erst wieder lernen zu Leben ,den Alltag neu erlernen ,manchmal sogar ganz unten wieder beginnen z.B. die Essensaufnahme,Laufen ,Gefühle aushalten uvm.
    Tun sie das nicht ,ist beim ersten ,,Problemchen (und sei es noch so alltäglich für uns) der Griff zur Flasche für sie die schnelle Lösung(ein Weg sich Entspannung zu verschaffen oder den Druck los zu werden etc)
    Vielleicht fragst du auch mal bei den Trockenen hier im Forum nach ,die können dir sicher gute Ratschläge geben.
    Dieses lebenlernen das dauert und der Alkoholiker muß dazu ja auch erstmal bereit sein,falls du also ausharren möchtes ,stell dich auf einen langen Weg ein.
    Ich wünsche dir Kraft und Mut.
    LG R..

  • Hallo RenateO,
    danke für Deine Einschätzumg bezüglich der Chancen. Sehe ich eigentlich ählich, nur wir kennen uns über 40 Jahre, ganz früh geheiratet und es waren " nur" 2 die letzten 7 Jahre schelcht bis sehr schlecht.

    Habe einen neuen anspruchvolleren Job übernommen und war dann nur noch Abends zu Hause.(vor 12 Jahren) Habe dann nicht gemerkt. das sie getrunken hatte, käme mir doch nicht in den Sinn dass die morgens damit anfing und abends dann eben zornig, unzufrieden, fast hasserfüllt war.

    Kam jetzt erst in einem Gespräch mit dem Therapeuten für mich heraus.
    Dort erzählte sie, dass sie seit Jahren schon morgens angefangen hatte zu trinken und dann nach der Hausarbeit nur noch auf dem Sofa lag.

    Ha b immer versucht Alles so richtig zu machen, das sie zufrieden wird, das keine Kritik kommt, aber dass hier schon seit langem der Alk.. schuld war, habe ich nicht gemerkt, zumindest nicht bis vor 3 Jahren.
    Dann eben abends immer schon eine schwere Zunge... und..

    habe mich dann versucht zu trennen, haben im Haus zwei Wohnungen und waren einige Zeit vollkommen getrennt.
    Doch meine Fürsorge, mein schlechtes Gewissen, jemanden in der Situation im Stich zu lassen, hat mich den letzten schritt nicht gehen lassen, zumal sie dann im januar 13 in die Entgiftung ging, dann 3 Monate psychiatrie und dann 6 Monate Reha.
    Weiß einfach nicht was ich machen soll.

  • Hallo Georg,
    Und Herzlich Willkommen hier im Forum.
    Du schreibst:

    Dir geht es nicht mehr gut, Dein Psycho rät auch zur Trennung.
    Das sagt doch schon einiges...
    Worum geht es Dir denn mehr?
    Um das Haus und das soziale Drum-Herum oder um Deine Frau?
    Oftmals hängt man gar nicht so sehr an der angeblich geliebten Person selbst als am Gewohnten, was sich ja nich verändern soll.

    Ob Deine Frau nach einem zweiten Entzug trocken blieben kann, weiß niemand.
    Ich hatte nur einen Entzug. Ich kenne aber Menschen, die hatten über 10 Entzüge. Und einige von denen konnten selbst dann nicht trocken bleiben.
    Sowas kann man also nicht vorhersagen.
    Wir kennen Deine Frau nicht.
    Wissen nicht, wie es in ihr aussieht. Wie ernst sie es meint.
    Wie weit sie unten ist, ob sie ihren persönlichen Tiefpunkt schon erreicht hat?

    Man kann es im Grunde hier nur immer wiederholen. Die einzige wirkliche Hilfe ist die konsequente NICHTHILFE.
    Alles andere fördert eher das Saufverhalten.
    Indem Du Dich immer wieder kümmerst, hilfst Du Deiner Frau nicht, Du schadest ihr eher damit.
    Aber das kann man nicht verstehen, solange man es nicht verstehen will.
    Solange man am Alten festhalten will und eine Trennung auch noch nicht in Betracht kommt.
    Und schau, der Alk selbst ist an nix schuld.
    Das ist einfach nur ne chemische Droge, und es hat niemand Deine Frau gezwungen, ihn zu konsumieren.
    Sie ist dann alkoholkrank geworden. Das kann jedem passieren, der regelmäßig Alk konsumiert.
    Sie hat auch keine Schuld, es ist eben so gekommen.
    An Krankheiten ist niemand schuld.
    Sie kann da aber nur ganz allein wieder raus (bzw. mit professioneller Hilfe)
    Da kannst Du im Grunde sowieso nix helfen.

    Ja, was sollst Du nun machen?
    Einen Rat habe ich auch nicht wirklich.
    Vielleicht noch den nächsten Entzug abwarten.
    Denn würde ich jetzt schreiben, Du solltest Dich besser trennen, würdest Du wahrscheinlich mit noch hundert Argumenten kommen, warum das nicht geht. :wink:
    Aber...
    wenn auch Du Deinen absoluten Tiefpunkt erreicht hast, wirst Du Dich wundern, was alles geht :wink:
    Meine Erfahrung hier im CO-Bereich ist eher, das auch ein CO erst seinen absoluten Tiefpunkt erreichen muss, wo er dann auch psychisch am Ende ist.
    Ich finde es schade, das es meist erst soweit kommen muß.
    Aber es ist wohl so.
    Auch die CO-Abhängigkeit ist eine Abhängigkeit...tja...so siehts mal aus.
    Da wird also auch rumgesüchttelt, bis nix mehr geht.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin)

  • Danke Sunshine,
    die Einschätzung eines " Trockenen " ist für mich wichtig, kann es ja nicht nachvollziehen, was in ihr vorgeht.
    Werde nächste Woche erstmal zu einem anwalt gehen, um zu erfahren, weclhe finanziellen Konsequenzen auf mich zukommen würden.

    Ja., ich habe ein wunderschönes Haus in einer schönen Lage, direkt an der Natur.
    Könnte ich sicher bei einer Scheidung nicht halten, weil wir ja alles zusammen aufgebaut haben und Alles halbe, halbe geht.

    Ich denke mein Tiefpunkt ist fast oder schon erreicht.

    Kann nicht schlafen, im Geschäft nicht mehr konzentrieren, war schwer kranke ohne dass sie mich versorgt hat (wegen Alkohol, kam die sozialstation 5 mal am Tag),ist schon viel Bitterniss in mir und doch sehne ich mich nach den " alten " Zeiten.

    Sie war ja so reflektiert und wieder meine " Alte "Liebe während und auch kurz nach der Reha.

    Es ist ein Elend ohne Ende, wenn ich mich nicht löse. Aber auch ich bin so müde, innerlich so kaputt und trotzdem jeden Abend vor dem Heimkommen voller Adrenalin.

    Muss jetzt versuchen, mehr Kraft zu bekommen um auch eine Trennung hin zu bekommen.

    Mein Leben wird von Angst vor der Zukunft beherrscht und das in meinem Alter.

  • Hallo Georg
    Ich muß Sunshine recht geben was uns ,,Angehörige,, angeht.
    Bei mir dauerte es sehr lange bis ich wirklich loslassen konnte,bis ich begriffen habe xy sieht eine völlig andere Welt als ich.Sein Leben wird bestimmt von der Sucht (danach ausgerichtet)
    Bis ich begriff ,hat er die Wahl ich (wir) oder der Alkohol ,dann gewinnt der Alkohol,das hat auch nix mit Liebe /Schuld / oder Schwäche zu tun.
    Ein Alkoholiker ist Krank,meiner hatte den Tod vor Augen und die Angst davor veranlasste ihn zum Entzug,kaum stand er wieder einigermaßen auf seinen Beinen,meinte er das mit dem Alk hat er doch im Griff.(trank erst am Wochenende ,inzwischen wieder täglich)
    Fehlanzeige ,der Alkohol hat ihn im Griff
    und nur er allein (mit professioneller Hilfe) kann das ändern.
    Bis diese Botschaft bei mir vom Hirn auch im Herz(den Gefühlen) angekommen war das dauerte und war sehr schmerzhaft,weil die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
    Da es im normalen Leben normal ist seinem Partner bei Krankheit /Sorgen etc beizustehen ist es auch schwierig zu verstehen ,das bei Alkoholikern jede gut gemeinte Hilfe mehr schadet als nützt.
    Wir können nicht helfen sondern nur begreifen lernen und uns irgendwann selbst schützen!
    Dein Körper zeigt dir doch bereits das deine Grenzen überschritten sind,darum richte den Blick auf dich ,da kannst du was bewegen /ein besseres Leben haben.
    Deine Frau wirst du nicht trockenlegen,sie selbst entscheidet ob sie säuft oder eben nicht.
    Und suche nicht nach einem Schuldigen/Umständen etc.
    Sie hat die Flasche geöffnet und den Inhalt getrunken.
    Jeder Mensch ,jede Beziehung hat einen Alltag den es zu bewältigen gilt und es gibt viele Wege das miteinander zu regeln,Alkohol ist eine der schlechtesten Möglichkeiten.
    Such also nicht die Schuld bei dir ,du hast keine Schuld!
    LG R..

  • Hallo Georg,

    willkommen hier!
    Zum Thema "Hilfe durch Nichthilfe" kann ich beisteuern, dass ich genau diese Erfahrung mit meinem Ex-Partner gemacht habe.
    Jahrelang habe ich ihm mit Verlassen gedroht, und als es dann soweit war, hat er gestaunt wie sonstwas. Er ist regelrecht aus allen Wolken gefallen.
    Worauf ich wiederum aus allen Wolken gefallen bin, weil ich merkte- die ganzen Diskussionen vorher, stundenlange, auch nüchterne, alle meine psychologischen Tricks, Kniffe, Vorhaltungen, Drohungen, Beispiele alles das war total umsonst gewesen. Völlig. Für die Katz, aber sowas von.
    Als ich das dann in die Tat umsetzte, war es für ihn, als hätten wir nie über sowas geredet.
    Er war sprachlos, überrascht, fassungslos, überrumpelt.
    Worte kommen wohl einfach nicht bei einem Süchtigen im Hirn an.
    Nur Handlungen. Wobei die echt sein sollten, und keine halbherzigen.
    Er hat damals alles versucht, mich umzustimmen. WIrklich alles, alle Register gezogen, alle Co-Knöpfe gedrückt. Wäre ich nicht 100% sicher gewesen (und hätte hier das Forum zur Unterstützung gehabt), wäre ich ganz sicher umgekippt.

    Obwohl er ja immer miterlebt hat, dass ich sonst vom Typ her die "Durchzieherin" bin - früher oder später, räusper - hat er das offenbar nie mit sich in Verbindung gebracht... warum auch immer.
    Und erst, als ich wirklich weg war, also so richtig wirklich ausgezogen, ihn verlassen habe, ohne jegliche Option auf Rückkehr, ohne "Rumgeeier" (was wir vorher genug hatten)- erst dann, ist er "aufgewacht".
    Nach einem heftigen Absturz inkl. Suizidversuch und allem Pipapo, hat er sich nun in LZT begeben.
    Wie erfolgreich das sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

    Ich bin 100% überzeugt, ohne mein Handeln hätte er nie seinen Tiefpunkt erreicht (dazu gehörte der Absturz wohl dazu) und die Therapie begonnen.

    LG
    Girasole

  • Danke euch für die Antworten-
    Ja ich denke schon, dass es so nicht weitergehen kann und irgendwie es schaffe, es endlich in Angriff zu nehmen.

    Habe halt Angst vor der Zukunft, allein zu sein, mit meinem Gewissen nicht fertig zu werden.
    Als katholisch erzogener Mensch ist das nicht einfach. Leider hat mir halt Gott nicht geholfen, oder aber er prüft mich.
    Vielleicht hat er mir halt doch geholfen, das letzte Jahr, als ich auf Leben und Tod lag.
    Da hat sich nur meine Tochter und Freunde um mich gekümmert,.
    sie hat gesagt, ich würde es nur vortäuschen, sei wehleidig.#

    Wusste aber damals nicht, dass sie so stark abhängig ist, weil sie alles gut versteckte.
    War aber so mit mir und der Krankheit beschäftigt, das ich auch dieses nicht kümmern, irgendwie erwartet hatte.

    Irendwie geht alles im Kopf durcheinander und in meinem Innern spüre ich meine Verzweiflung.
    Bei jedem noch so schnulzigen Film treibt es mir die Tränen in die Augen, wohl Selbstmitleid.
    Hab letztes Jahr ganz viel Kraft verloren, weil ich schwer krank war und dies fast ein ganzes Jahr, mit Krankenhaus, OP und ganz vielen Medikamenten.
    Denke wohl, dass ich viel zu gutmütig bin, aber ist das unbedingt ein Fehler ?
    Bei einer Trennung käme ich mir wie ein Charakterschwein vor.
    Aber vielleicht bekomme ich durch euch mehr Kraft, bin ja erst 3 Tage hier.

    Danke nochmal für eure Kommentare, sind sehr hilfreich und ich denke ganz viel über jeden einzelnen Beitrag nach.
    Bitte entschuldigt mein Springen in der Thematik, aber ich muss erst zuu mir kommen.
    Danke nochmal- Georg

  • Hallo Georg,
    Du schreibst:

    Zitat

    Werde nächste Woche erstmal zu einem anwalt gehen, um zu erfahren, weclhe finanziellen Konsequenzen auf mich zukommen würden.

    Das halte ich für eine sehr gute Idee :idea: . Erstmal machst Du damit schonmal einen kleinen Schritt vorwärts und bekanntlich beginnt jeder Weg mit dem ersten Schritt :wink:
    Und zweitens hast Du dann diesbezüglich für Dich auch mehr Klarheit.

    Und eins sage ich Dir Georg, nichts auf der Welt ist mehr wert als die eigene Gesundheit.
    Schau, Du warst bereits im letzten Jahr schwer krank, wie Du schreibst.
    Also brauche ich Dir wohl nicht viel über den Wert unserer Gesundheit schreiben.
    Hätte mir damals jemand gesagt, das ich alles was ich habe, hergeben muß, um trocken zu werden, ich hätte gesagt, hier nimm alles hin, ist egal, ich will nur wieder leben. Es gibt einen Punkt, wo alles materielle nichts mehr zählt.

    Zitat

    Habe halt Angst vor der Zukunft, allein zu sein, mit meinem Gewissen nicht fertig zu werden.
    Als katholisch erzogener Mensch ist das nicht einfach. Leider hat mir halt Gott nicht geholfen, oder aber er prüft mich.

    Ja, ich verstehe, das Du Angst vor der Zukunft hast.
    Damit kommen wir dann ja auch der Sache schon näher.
    Denn solche Ängste haben ja eigentlich nicht unbedingt mit dem alkoholkranken Partner zu tun.
    Der hat die Ängste evtl. ausgelöst, aber sie waren wahrscheinlich schon vorher da?

    Georg, selbst wenn Du ein gläubiger Christ bist, die Alkoholkrankheit hat mit Gott rein gar nix zu tun. Er prüft Dich auch nicht.
    Und... hier haben sich auch schon viele CO`an ihr Eheversprechen ("in guten wie in schlechten Zeiten") erinnert... aber das diente dann immer nur dazu, noch nicht handeln zu müssen :wink: .
    Denn das ist im Grunde auch wieder nur ein Deckmäntelchen, um nicht aktiv werden zu müssen. Das mag sich hart anhören, ist aber meine persönliche Meinung.

    Alles, was sonst an Menschlichkeit zählt, alle Versprechen, die man sich als Partner mal gegeben hat, sind leider in der Alkoholkrankheit völlig wertlos.
    Auch Argumente wie beispielsweise, wenn der Partner an Krebs oder einer anderen schweren Krankheit leiden würde,
    würde man ihn ja auch nicht verlassen, sind keine wirklich guten Argumente.
    Denn die Alkoholkrankheit verändert leider das gesamte Wesen eines Menschen, was bei anderen Krankheiten selten so extrem zutrifft.
    Suchterkrankungen sind nicht vergleichbar mit vielen anderen Krankheiten.

    Und Georg, hier trifft NIEMANDEN die "Schuld" !
    Deine Frau nicht, Dich nicht.
    Keiner von Euch Beiden hat sich dieses Leid so ausgesucht.
    Und auch Deine Frau hat sich sicher nicht gewünscht, alkoholkrank zu werden.
    Aber... nur sie allein kann da wieder raus.
    SIE muss es wollen und es muss alleroberste Priorität haben, ansonsten ist jeder neue Versuch, trocken zu werden, zum scheitern verurteilt.
    Und auch erst dann kann professionelle Hilfe greifen.
    Danach kann der Partner auch mit unterstützen und so auch eine gute Hilfe sein. Vorher leider nicht...

    Momentan kannst Du Deiner Frau nur helfen, indem Du Konsequenzen ankündigst und sie dann auch durchziehst. Tust Du es nicht und redest nur, hat es keinen Sinn, dann lass es lieber gleich.
    Denn das erkennt ein nasser Alkie sofort und er macht einfach weiter so, weil ja nix schlimmes passiert.
    "Lass den Alten labern... ich sauf derweil in Ruhe weiter"... so ungefähr denkt man dann.
    Und wenn der zu sehr aufdreht, versucht man die Wogen zu glätten oder bricht nen Streit vom Zaum, bei dem man den Partner alle Schuld in die Schuhe schiebt etc. pp.
    Sowas ist halt typisches Alkie-Verhalten.
    Gibt auch noch ein viel größeres Repertoire, je nach nassem Charakter. Baden in Selbstmitleid ist auch immer beliebt. Habe ich auch alles gemacht.
    Und boshaft war ich auch sehr oft. Und ich habe manipuliert, nur um saufen zu können. War mir alles piepegal.
    Tja...

    Zitat

    Bei einer Trennung käme ich mir wie ein Charakterschwein vor.

    Vielleicht kannst Du aber nur durch eine Trennung DEIN Leben retten.


    Zitat

    Aber vielleicht bekomme ich durch euch mehr Kraft, bin ja erst 3 Tage hier.

    Ja. Ich denke, Du kannst Dir hier Kraft und auch Rat für die nächsten Schitte holen. Du musst da nicht allein durch.
    Hier sind ja viele Menschen, die genau das Gleiche erlebt haben.
    Du wirst viele Ähnlichkeiten feststellen. Nicht nur am Verhalten des Alkoholkranken, sondern wohl auch im eigenen Verhalten.
    Und Georg, sollte es zu einer Trennung kommen, weil das Maß einfach voll ist, dann KANN das eine Möglichkeit sein, das Deine Frau auf einmal doch hellwach wird.
    Es kann aber auch sein, das sie gar nix unternimmt und weiter säuft.
    Eine Trennung kann auch eine Chance sein. Und sie kann auch rückgängig gemacht werden. Eine Trennung ist noch nicht immer das Ende eines gemeinsamen Weges,
    manchmal ist es eben nur eine vorübergehende Trennung.

    LG Sunshine

  • Hallo Georg
    Das du so krank warst und keine Unterstützung (Verständnis) von deiner Frau bekommen hast ist sehr traurig, aber auch das kenne ich (wie viele andere hier auch) wir haben uns immer um unsere Alkis gekümmert ,ihnen das Bein aus der Sonne gelegt ,hatten Verständnis uvm und geht es uns schlecht kommt da nix ,kann es auch garnicht weil die mit sich und ihrer Sucht so beschäftigt sind und irgendwie auch lebensuntüchtig sind,sie wurden doch immer umsorgt (wir sind irgendwann keine Partner mehr sondern sowas wie Mama und Papa für die.eine Hängematte)
    Und eine Ehe/ Partnerschaft hat man schon lange nichtmehr ,eher so eine Dreierbeziehung Reihenfolge : zuerst der Alki ,der steht ja schon lange im Mittelpunkt dann der Alk und weit abgeschlagen dann vielleicht der Angehörige.
    Also ist Hilfe für unser Befinden beim Alki nicht zu erwarten ,was bleibt ?
    Wir müssen uns um uns selbst kümmern um aus diesem Dilemma wieder rauszukommen.
    Viele von uns mußten erst körperliche Beschwerden bekommen bis sie wieder auf sich selbst schauten ,statt immer nur auf den Alki.
    Es gab Fälle da waren die Angehörigen eher Tod als der Säufer und glaubst du das nützt irgendwem?
    Nein der Alki hat noch einen Grund mehr zu saufen er(sie) der,, ARME,,
    Bitte Georg schau auf dich /deine Gesundheit /deinen Seelenfrieden,egal wie lange ihr zusammen seit /wie schön das mal war, jetzt zählt und jetzt geht es dir nicht gut
    Alles Liebe R...

  • Lieber Georg,

    ich bin auch sehr gläubig, daher mag ich Dir was dazu schreiben.
    In der Bibel steht nicht: "Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst" :!:
    Sondern: "Liebe deinen Nächtsen (genauso) wie dich selbst"

    In der schlimmen "Endzeit" habe ich Abend für Abend im Gebet um Hilfe gefleht. Ich habe nicht gebetet "Bitte mach, dass...." Ich habe einfach nur um einen Weg, um Klarheit/Erkenntnis gebetet. In welcher Form und Art dies dann auch sein sollte. Denn ich weiß, dass Gott den besten Weg weiß. Und dass er es viiiel besser weiß als ich.

    Es kam der Tag, an dem ich ganz besonders verzweifelt um ein Zeichen von ihm bat.
    Da sprach er zu mir: Du wurdest erst kürzlich in seine kriminellen Aktivitäten verwickelt (Polizei hat unsere Wohnung durchsucht!!). Und erst letzte Woche bist du selbst ohnmächtig geworden, als du ihn wieder mal nachts krampfend auf dem WC gefunden hast---
    Willst Du wirklich noch mehr Zeichen haben?
    Und ich dachte ganz entsetzt "Neiiiiin, bitte nicht!!
    Das war der Moment, wo ich verstand und der Entschluss zur Trennung kam.

    Gott hat mir - im RÜckblick gesehen- so viele Zeichen geschickt, aber ich habe sie alle nicht sehen wollen!
    Und wie ich Dir ja schon schrieb,- dies war nicht nur der beste Weg für mich, sondern auch für meinen Ex-Partner.
    Niemals hätte er ohne die Trennung in die Therapie gefunden.

    Was ich damit sagen will? Ganz einfach: Vertraue auf IHN und bleibe mit IHM im regelmäßigen Gespräch.
    Und sieh auch seine Gegenwart da, wo mal nicht Deine Frau ist.
    "Nur Tochter und Freunde" haben sich gekümmert?
    Ich frage mal ganz ketzerisch:
    Warum bist Du nicht dankbar dafür, dass Tochter und Freunde für dich da waren?
    Die Sichtweise auf den Dank hin hilft mir sehr.
    Jedes Gebet beginne ich mit Danken, und es gibt immer überraschend viel!!!
    LG
    Girasole

  • Girasole, Renate und Sunshine,
    danke sehr, für eure Antworten.

    Es gibt mir viel. Denke auch viel Kraft.
    Habe schon heute Abend, das sie nur leicht beduselt war, erklärt, dass ich es so nicht mehr weiter mache und wirklich erwarte, dass sie den Psy - Termin in der Psychiatrie zum Entzug wahrnimmt.

    Dass wir uns auch anschlie0end über eine einvernehmliche Trennung unterhalten müssen, da ich nach einem 10- tägigen Entzug kein Vertrauen mehr habe und nicht wieder auf den nächsten Rückfall warten will, zumindes nicht mehr aus der Nähe, sondern getrennt.

    Sie meinte, sie sei krank, nicht ich.
    Sie hätte in der Reha gelernt, dass sie nichts dafür kann.
    Ich wies dann darauf hin, dass ich wahrscheinlich genauso krank bin und es so nicht mehr aushalten kann.

    Durch Eure Beiträge hier im Forum, hab ich schon einiges gelernt, sehe die Dinge aus dem Betroffenen- Blickwinkel,
    aus der Perspektive habe ich es ernsthaft noch nie betrachtet, dann sieht
    ganz viel, ganz Anders aus.

    Es gibt mir plötzlich wieder etwas Hoffnung.
    Wenn ich an meine Zukunft dachte, sah ich immer nur schwarz.

    Hoffe auch noch, nicht so schnell in Rente gehen zu müssen.
    Ist für mich wie ein Alptraum, dauernd mit ihr zusammen zu sein.

    Es ist das erste Mal, dass ich mir ohne Gewissensbisse solche Dinge innerlich aktzeptiere.
    Ich denke, es ist immer noch ein weiter Weg, mit Rückschlägen, kenne mich, weiß auch dass ich dann wieder so ein fürchterliches, für mich nicht gutes, Mitleid entwickle, aber vielleicht krieg ich es doch hin, dass ich wirklich gehe.
    Nochmals ganz lieben Dank an Euch, Georg

  • Hallo Georg,

    ich bin auch sehr gläubig und glaube nicht daran, dass Gott von jemandem möchte, dass er sich opfert. Nur um der Ehe wegen. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"- wie Girasole schon sagte. An erster Stelle stehst du- nur du kannst Liebe weitergeben, wenn du mit dir im Reinen bist und dich selbst liebst.
    Und ich denke, dass diese Liebe eben der Sinn unseres Lebens ist. Und das ist leider in einer Suchtbeziehung nicht der Fall. Da richtet sich jeder selbst zu Grunde- das Gegenteil dessen, was eigentlich Gottes Ziel ist.

    Viele Grüße,
    Zimttee

  • Hallo ihr Lieben,
    nach wie vor tut es gut, mit Leuten zu schreiben, die was von dem verstehen, wie es in einem aussieht.
    Morgen hat sie um 9.15 Termin bei der Psychiatrie, wird hoffentlich einen Termin zur Entgiftung bekommen.
    Meine Frage, ??
    letztes Jahr hab ich sie dort fast jeden tag Abends besucht, durfte ja die erste Woche nicht raus. Bin am überlegen, sie gar nicht zu besuchen, obwohl es mir mehr als schäbig vorkommt, sie ja auch Zuspruch braucht.
    was meint Ihr ??

  • Hallo Georg,
    ich habe bisher nur mitgelesen.

    Ich würde das machen, wobei du dir selber treu bleibst. Wenn du dir dabei schäbig vorkommst, sie nicht zu besuchen, dann würde ich sie besuchen gehen. Weil es ja dann eigentlich auch wieder ein taktieren ist, was ist richtig - was ist falsch - womit unterstützte, helfe ich am besten? Am Ende des Tages ist immer sowieso immer fraglich, ob das was man gemacht hat, richtig oder falsch war.

    Wenn du also für dich ein schlechtes Gefühl hast, dann würde ich hingehen. Ich würde mir aber andererseits auch kein Bein ausreißen und sie jeden Tag besuchen gehen, wenn ich eigentlich auch andere Sachen zu erledigen hätte. Nur weil es ihr dann vermutlich gefällt.

    Mach' das, was für dich OK ist.

    Ganz viele Grüße
    HM

  • Hallo Georg!

    Herzlich willkommen hier im Forum, ich habe mich nach 32 Ehejahren von meinem Mann getrennt, massiv getrunken hat er die letzten acht Jahre.
    Ich habe auch immer gedacht so eine lange Beziehung kann ich doch nicht einfach aufgeben und immer weiter um seine Trockenheit gekämpft.

    Ich dachte immer er besinnt sich eines Tages und so lange müsste ich durchhalten dann ist alles wieder gut. Stattdessen wurde alles nur noch schlimmer bis ich selber krank wurde und einfach nicht mehr konnte.

    Ich habe mich getrennt und bin eigene Wege gegangen, ich liebte ihn auch nicht mehr, er hat jeden Funken Liebe in mir versoffen. Es ist so dass wir dem kranken Partner nicht helfen können wenn er es nicht will, im Gegenteil er wird uns immer tiefer in den Abgrund reissen.

    Schön dass deine Frau sich zu einer weiteren Entgiftung entschlossen hat aber wenn sie nach der körperlichen Entgiftung nichts ändert, z.B. in eine Selbsthilfegruppe oder zum Psychologen geht (was ihr in der Reha dringend ans Herz gelegt wurde) wird das meistens nichts.

    Zitat

    Sie meinte, sie sei krank, nicht ich.
    Sie hätte in der Reha gelernt, dass sie nichts dafür kann.

    Sicherlich ist sie krank was aber nicht heisst dass sie ihre Krankheit voll ausleben soll und dem Partner das zumutet und ihn zugrunde richtet.

    Zitat

    Dass wir uns auch anschlie0end über eine einvernehmliche Trennung unterhalten müssen, da ich nach einem 10- tägigen Entzug kein Vertrauen mehr habe und nicht wieder auf den nächsten Rückfall warten will, zumindes nicht mehr aus der Nähe, sondern getrennt.

    Wenn du so etwas sagst musst du es auch durchziehen, ob sie dann aufhört zu trinken kann man nicht sagen. Es ist auch ihre Sache was sie aus einer Tennung macht, mein Ex-Mann trinkt immer noch.

    Höre auf dich wenn es dir zuviel wird sie zu besuchen lasse es, du musst auf dich achten und Kräfte schöpfen. Sie ist ja gut versorgt im Krankenhaus.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Danke für eure Beiträge,
    es tut wirklich gut, sich auszutauschen.
    Lasse jetzt alles mal auf mich zukommen. Habe heute Mittag auch noch mit einem befreundetem Arzt telefoniert. Er sieht nur einen Erfolg, wenn sie anschließend wieder in Reha geht. Weiß ja nicht, ob das so hintereinander einfach bezahlt wird.
    Er meint aber, ich soll unbedingt zu einer Beratungsstelle, mich über die rechtlichen Aspekte informieren und mich darum kümmern, dass auch ich Hilfe bekomme, ein Psy - Termin sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Eine Selbsthilfegruppe in der Nähe. Aber ich wohne am südlichsten Rand Deutschlands, Nähe Schweizer Grenze und bei uns gibt es das wohl gar nicht.
    Er meint bei ein Scheidung kämen durch den Verkauf des Hauses etliche Euros zusammen und meint, meine frau bräuchte eine Betreuung, damit sie das Geld nicht verpulvert.
    Hab einfach Angst, ob ich das kräftemäßig, nach meiner langen Krankheit, so einfach stemme. Durch solche Schritte ergibt es erfahrungsgemäß immer eine Eigendynamik, die ganz viel Kraft kostet.

    ,

  • Ihr Lieben,
    gestern war sie beim Psy- Termin. Bekommt eine Einweisung zur Entgiftung
    am 19. März. Sie sei ja nicht so akut. Auf Nachfrage von ihr, ob sie bis dahin abstinent bleiben soll, meinte der Psychologe angeblich, dann braucht sie nicht zur Entgiftung kommen. Mir ist übel geworden.
    Also oberster Segen zum Trinken.
    Als ich ihr erklärte, so lange halte ich dass nicht mit ihr aus, kam wieder, ich mache doch Dir nichts, sie kann sich nicht erklären, was daran schlimm sei.
    Habe, obwohl ich einen wichtigen Termin morgens hatte, bis 3 Uhr Nachts nicht geschlafen. Hatte ihr erklärt, sie soll oben (getrennte Wohnungen )bleiben, wenn sie trinkt.
    Unverständnis, sie kapiert es einfach nicht, dass sie Andere psychisch mit ihrer Trinkerei kaputt macht. War dann noch beleidigt, weil ich wohl noch nie so ernst geklungen habe, hat auch hier mit dem Forum zu tun.
    Jetzt kommt auch noch Fasnacht, wo offiziell getrunken werden kann, Räusche salonfähig sind.

  • Hallo Georg
    Mein xy sollte auch ,,mäßig,, weitertrinken in den Tagen bis der Krankenhausaufenthalt beginnen sollte.ich stand daneben als das dort gesagt wurde!!!(in der Anmeldung der Klinik)
    Es scheint also so üblich zu sein. schon damit kein ,,Kalter Entzug ,, stattfindet der lebensgefährlich enden kann.

    Obwohl mein xy die Auswahl hatte ,,sofort ,, als Notfall dort zu bleiben oder mit einigen Tagen Wartezeit (in seinem Fall war das ca. eine Woche)
    Vielleicht hatte sie diese Auswahl auch und hat dir das nicht gesagt um Zeit zu schinden,,noch abzuspringen,,?
    LG R..

  • Hallo Georg,

    auch wenn es sich erstmal völlig blöd anhört, aber es ist wirklich wichtig, bis zum Entgiftungstag moderat weiter zu trinken. Denn sonst wird dem Körper der Stoff halt entzogen, kalter Entzug ist das, und das kann lebensgefährlich sein! Ich kenne Leute, die hatten dann Krampfanfälle, Halluzinationen, Angstzustände, Kreislaufkollaps und so weiter.

    Viele Grüße
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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