Lenalotta. Hallöchen. Ich bin neu und stelle mich vor (Angehörige)

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen. Ich bin 53 und eine Angehörige. Meine Eltern sind Alkoholiker und das schon immer.

    Ich hatte für mich einen guten Weg gefunden damit umzugehen.

    SHG und Therapie, Abstand und mein eigenes Leben gelebt.

    Das hat sich im letzten Jahr geändert. Meine Mutter wohnt nun mit in unserem Haus.

    Mein Mann hatte die "spontane" Idee das sie ja vereinsamt und es doch besser wäre wenn sie hier wohnt. Vorher waren gut 400km zwischen uns.

    Zu Anfang hat sie sich zurück gehalten aber mittlerweile hat sie ihr altes Level. So ab 10 gibt's Kaffee mit Schuss.

    Falls sie mit dem Auto weg will dann muss sie erst in ein Gerät pusten. Funktioniert im Moment.

    Mein Mann redet mit ihr über das Trinken.

    Ich habe ihr vor vielen Jahren gesagt das sie sich von mir aus ins Grab saufen kann. Falls es schwierig wird dann geht's ins Heim. Ich pflege sie nicht. Auch das weiß sie.

    Ich bin im Moment hin und her gerissen..... zwischen Wut und Hilflosigkeit.

    Meine Kindheit war von Alkohol geprägt, mein Ex Mann war Alkoholiker, als ich sie brauchte war sie nie da.

    Manchmal muss ich meine Gedanken los werden und das ist schwierig wenn mein Umfeld keinen Alkoholismus kennt.

    Ich hoffe das ich hier einen guten Austausch finde. LG Lenalotta

  • Hallo Lenalotta,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.


    Du hast schon unseren Bewerbungslink gefunden, deine Bewerbung ist eingegangen.


    Zeitnah wirst du für die offenen Forenbereiche freigeschaltet.


    Für die geschützten Forenbereiche gelten weitere Kriterien. Dafür kannst du dich frühestens nach 4 Wochen regelmäßigen Austausches erneut bewerben.


    Aber wie gesagt: Ein Moderatorenkollege/in schaltet dich zeitnah für die offenen Bereiche frei, verschiebt deinen Thread dahin und du kannst mit dem Austausch loslegen.


    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Hallöchen. Ich bin neu und stelle mich vor (Angehörige)“ zu „Lenalotta. Hallöchen. Ich bin neu und stelle mich vor (Angehörige)“ geändert.
  • Hallo Lenalotta,

    genau, erst mal ankommen.


    Ich gebe dir hier mal einen Link, speziell für EKA, also erwachsene Kinder von Alkoholikern.

    Darin findet sich ein weiterführender Link, den ich auch ziemlich hilfreich finde: "Merkmale für ein EKA".



    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Liebe Linde....

    Vielen Dank für den Link.

    Ich glaube da steht mein Text.

    All das trifft zu 100% auf mich zu.


    Ich hatte wunderbar Abstand zu meinen Eltern.

    Zum Vater seit 30 Jahren kein Kontakt. Zur Mutter seit gut 20 Jahren Kontakt mit Abstand. Sie war in zweiter Ehe natürlich wieder mit einem Alkoholiker zusammen.


    Seit einem Jahr wohnt meine Mutter nun hier bei uns.

    Tagsüber geht es. Ab 17 Uhr wird es für mich emotional schwierig. Der trübe Blick und das dumme Zeug was sie erzählt macht mich wütend und gleichzeitig hilflos.


    Ich arbeite in der Pflege. Wir haben viele mit Korsakow und Demenz. Dort habe ich Verständnis und bin gelassen.

    Daheim möchte ich ihr manchmal ins Gesicht hauen und fragen was mit ihr nicht stimmt.

    Neben dem Alkohol ist sie auch spiel- und kaufsüchtig. Den ganzen Tag spielt sie auf dem Tablet. Oder kauft Klamotten im Internet. Hier stellt sich mir die Frage:"wofür???" Sie geht nirgendwo hin.

    Mein Mann sagt das ist Langeweile. Ok....kann sein.

    Wenn ich mir dann nen Herz fasse und mit ihr wohin fahre und sie erzählt achtmal das gleiche und wird zickig wenn ich sie darauf hinweise dann mag ich mit ihr nicht mehr fahren.

    Im Umkreis fährt sie noch Auto. In die Stadt fahre ich. Sie kennt sich nicht aus und das Navi hat sie schon verkehrt in die Einbahnstraße geschickt :roll::roll::roll:


    So, das war's erstmal :) ich komme sonst von höcksen auf stöcksken wie man im Ruhrgebiet sagt.


    Vielen Dank für s lesen.

    LG Lenalotta

  • 400 km Abstand sind nicht schlecht, wenn es so ist wie es ist...


    In der Peripherie bekommt man vieles leichter gebacken als im Nahbereich. Im Beruf hast du die notwendige innere Distanz. Bei der alkohol-, spiel- und kaufsüchtigen Mutter im selben Haus ist es viel schwieriger sich abzugrenzen.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ja, ich weiß.

    Ich bereue den Tag als sie einzog.

    Hatte sie nur selten gesehen und 1x wöchentlich vormittags telefoniert.

    Das war für mich perfekt.

    Mit Corona kam die Einsamkeit für sie. Mein Mann hatte Mitleid und dachte er spricht in meinem Interesse wenn er sagt sie könnte hier wohnen.

    Er hat die emotionale Distanz die ich gerade gerne hätte.

    Naja, ich hoffe durch den Austausch hier und so guten Texten wieder auf meinen Weg zu kommen.

    Sonst muss sie wieder ausziehen. Da ist mir mein Wohl lieber als ihres.

  • Oh ....sorry. ich bin gestern ins Bett gefallen.


    Wir hatten irgendwann mal über "was wäre wenn" gesprochen.

    Nichts konkretes.


    Sie war dann 2020 hier zu Besuch. Es war "nett" und gut als sie fuhr.

    Er hatte ihr das Angebot gemacht daß sie doch hierher zieht.

    Mein Mann hat gedacht wir hätten ihren Umzug fest besprochen und er würde mir einen Gefallen tun.

    Ich bin anderer Meinung aber ich weiß es auch nicht mehr.

    Es war ausgesprochen und Mutter glücklich.

    Ihm war die Problematik nicht bewusst. Null Erfahrung mit Alkoholsucht.

    Wie auch? Wenn sie zu Besuch war dann hat sie sich auch zurück gehalten.

    Mittlerweile ärgert er sich fast mehr als ich ^^

    Ich bin arbeiten und er schon berentet.

    Er spricht mit ihr übers trinken und das sie eben pusten muss bevor sie Auto fährt und wenn sie wieder kommt.

    Sie hat ihre eigene kleine Wohnung und ich sehe sie morgens und abends kurz. Je nach meiner Tagesform geht es mir besser oder schlechter damit.

    Das Kind ist in den Brunnen gefallen und ich versuche das Beste daraus zu machen.

  • Hallo,


    du bist hier bei uns genau richtig. Sortier dich und werde dir bewusst was für DICH gut ist. Nicht für deinen Mann, nicht für deine Mama oder irgendwen sonst. Mir scheint als hättest du bereits einen für dich funktionierenden Weg gefunden gehabt, warum sprichst du nicht mit deinem Mann und ihr versucht nochmal zum Ursprung zurück zu gehen?


    Wenn man älter wird, erwachsen wird, denken viele, dass sich die Verantwortungen umdrehen und man für seine Eltern da sein MUSS. Ich möchte dir sagen, das muss nicht sein. Beziehungsweise, kann man das machen, für mich persönlich aber nur bis zu dem Punkt, an dem es einem noch gut geht damit. Der Weg deiner Mama scheint nach wie vor nach unten zu führen, Sie ist ja nicht nur Alkoholsüchtig, sondern hat noch mit anderen Süchten (Spiel, Kauf) zu tun. Wie du es beschreibst scheint, das auch nix mehr mit Langeweile zu tun zu haben, sondern Suchtverhalten. Ich kenne diese Kombination aus meinem Bekanntenkreis. Schau, dass du nicht mitgerissen wirst in den Abgrund.


    Dieser Satz ist mir besonders aufgefallen:


    Das Kind ist in den Brunnen gefallen und ich versuche das Beste daraus zu machen.

    Was genau ist für dich das Kind und wieso kann man es nicht einfach wieder rausziehen? ;) Hoffe du verstehst meinen Stubser. Selbst wenn du das mit deinem Mann so besprochen hast, du darfst dich nochmal umentscheiden. Ich habe im Umgang mit meinem alkoholabhängigen Vater immer wieder Entscheidungen getroffen, die ich angepasst habe. Teilweise sogar von heute auf Morgen. Es geht hier schließlich um dein Leben und deine Gesundheit, deine Psyche. Du magst vielleicht jetzt noch das „Beste“ draus MACHEN können, aber was IST denn das Beste für dich? Was würde dir gut tun?


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Weg.

    Liebe Grüße,

    Helena

  • Liebe Helena.


    Vielen Dank für Deine Worte.

    Ich bin auf einem guten Weg quasi zurück dahin wo ich war. Wir sind ein gutes Team. Mein Mann ist GsD einer der sprechen, reflektieren und analysieren kann ;);)

    Wir sind seit zehn Jahren zusammen. Er ist mein Fels in der Brandung. Er steht hinter mir und zu mir.

    Was unsere Gespräche darüber schwierig macht ist das er das ganze sachlich sieht und Ich eben emotional.

    Darum bin ich hier um mich mit Betroffenen auszutauschen.

    Der Text ,den Linde schickte hat mir schon geholfen. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen.

    Ich freue mich auf den Austausch und irgendwie geht es heute besser als gestern. Ein schubser ;):) wirkt manchmal Wunder.


    LG

  • Das hört sich sehr gut an. Ich freue mich für dich, dass du einen so tollen Support hast. Ich denke dein Mann sieht es weniger emotional, aber emotional wird es auch für ihn sein. Ich finde da ist es auch angebracht auf seine Emotionen zu hören, also prima, dass du das getan hast und dich hier austauschst 🙂 LG Helena

  • Guten Morgen ihr Lieben. Ich schreibe wenig und lese mehr.

    In vielen Beiträgen finde ich mich wieder.

    Es erschreckt mich immer wieder wie sehr die Alkoholkrankheit mein Leben beeinflusst hat.

    All die gescheiterten Beziehungen, all die Probleme im Arbeitsleben...

    Ich wollte nie Kinder aus Angst genauso zu werden und eine kinderseele zu zerstören.

    Ich bin suchtgefährdet. Das habe Ich schon früh verinnerlicht. Trinke nicht aber das ist ja nicht die einzige Sucht die man haben kann. Bisher war und bleibe ich standhaft.

    Letzte Tage war Besuch der Familie meines Mannes da. Es wurde darüber gesprochen warum wir einen alko tester haben. Meine Mutter (ihr war es unangenehm) leugnete ihre Sucht. Mein Mann ist da trocken und sagt frei was Fakt ist.

    Als sie mit wässrigen Blick abstritt zu trinken da war diese Wut wieder da. Ich möchte sie packen und schütteln. Sie anschreien und hauen.

    Sie hat viele Baustellen. Physisch und psychisch. Sie tut mir dann wieder leid. Wut und Mitleid wechseln sich ab. Früher waren es Hass und Liebe.

    Und auch wenn es sich nicht gehört denke ich oft : hoffentlich wird sie nicht so alt.


    Dank dem quer lesen hier im Forum ist mein innerliches Gleichgewicht fast wieder hergestellt. Ich bin an nichts schuld, es geht anderen genauso wie mir.

    Ich bin gut so wie ich bin 👍


    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

  • Dank dem quer lesen hier im Forum ist mein innerliches Gleichgewicht fast wieder hergestellt. Ich bin an nichts schuld, es geht anderen genauso wie mir.

    Ich bin gut so wie ich bin 👍

    Es ist so. Du bist an nix Schuld! Mach dir da keine Vorwürfe. Trotzdem ist es immer traurig, so etwas zu lesen.

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    EX Raucher! Es bringt nichts eine Brücke zu bauen für jemanden, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • ...

    Als sie mit wässrigen Blick abstritt zu trinken da war diese Wut wieder da. Ich möchte sie packen und schütteln. Sie anschreien und hauen.

    Sie hat viele Baustellen. Physisch und psychisch. Sie tut mir dann wieder leid. Wut und Mitleid wechseln sich ab. Früher waren es Hass und Liebe.

    Und auch wenn es sich nicht gehört denke ich oft : hoffentlich wird sie nicht so alt.

    Genau so, erging es mir mit meinen Vater. Zum Glück wohnte er nicht bei mir!


    Mich machte es total fertig, ich machte mich total fertig. Obwohl ich ihn nicht mehr als Mensch achtetet, dieses ständig besoffenen, labernde Ars**loch , hatte ich eine emotionale Bildung … schließlich war es ja immer noch mein Vater, mein Erzeuger, wir hatten auch angenehme Zeiten … früher.


    Nun raten alle, trenne dich von deinem Alkoholiker, egal ob Ehemann, Mutter, alkoholkrankes Kind.- schütze dich selbst, sonst gehst du kaputt. Genau diese Erfahrung machte ich auch, ich besuchte ihn nicht mehr und es gelang mir immer besser mit der Situation umzugehen, je größer der Abstand wurde.

    Auch ich hoffte, es würde nicht so lange dauern und das Elend nähme bald ein Ende.

    Natürlich wünscht man niemanden den Tod ( Warum, eigentlich nicht …? ), irgendwann kommt der Punkt der absoluten Hilflosigkeit, alle Optionen sind ausgeschöpft, alle Versuche versucht.


    Man hat die Wahl, zwischen selbst zugrunde zu gehen (und das meine ich genau so, denn irgendwann frisst eine derartige Situation einen selber auf, man wird krank, psychisch, wirft irgendwelche Tabletten ein oder versucht sich anderweitig zu betäuben, meidet gar sein eigenes Haus – den Ort des Schmerzes) oder man schütz sich selbst, wenn einem sein eigenes Leben lieb ist.


    Da stehen Vernunft und Gefühl sich im Wege. Wohl eher Mitleid und Mitgefühl, denn das eigene Gefühl rät einem ja auch … schnell raus aus der Situation.


    Man muß sich entscheiden, eine Art Triage, zwischen seinem Leben und anderen.

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, also nach uns.

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