Beiträge von achelias

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    Zitat

    Zudem ist jetzt noch ihre Schwester in die Wohnung unter ihr gezogen, auch sie trinkt, aber in „Ruhe und zur Entspannung“ und letztens sagte sie mir, das sie gemeinsam EIN Glas getrunken haben. Das hat mich dermaßen runtergezogen, weil meine Befürchtung eingetroffen war. Da hat doch niemand von beiden eine Chance aufzuhören, wenn es überhaupt gewollt ist, was ich aber nicht mehr glaube. Zumindest meiner (noch) Freundin nicht mehr.

    Will sagen: Wäre in eurer nassen Zeit, sozusagen, ein Gleichgesinnter so nah gewesen, was hätte das mit Euch gemacht?

    Wenn um mich herum getrunken wird, erliege ich sehr schnell der Versuchung, besonders am Anfang.


    Darum muß ich für ein alkoholfreies Umfeld sorgen, das gilt nicht nur für die Wohnung, das gilt auch für die mich umgebenden Personen oder Orte.

    Anfangs mied ich im Supermarkt die Gänge, wo der Alkohol stand und das kostete unheimliche Kraft, wenn im Fernsehen getrunken wurde, schaute ich weg.


    Nichtbetroffenen fällt es bestimmt schwer, sich das vorzustellen. Doch es ist eine Sucht, eine krankhafte Abhängigkeit, ein übersteigertes Verlangen!

    „Das Problem ist nicht ihn zu erreichen. Das Problem ist , das er sich selbst erst erreichen muss.“

    Wie will ein geistig Verwirrter sich selbst erreichen? Ist das Hirn erst mal benebelt (verwirrt), erreicht der Betroffene sicherlich nichts, ebenso prallen alle Versuche von außen ab.

    Das leuchtet selbst mir ein. Das bleibt doch alles Wunschdenken, daß er Einsicht zeigt, von sich aus.

    Ein Alkoholiker ist doch gar nicht in der Lage, sich selbst einzuschätzen, wenn er alkoholisiert ist. Hat er überhaupt noch lichte Momente, wenn der nüchtern erscheint?


    Die einzige Chance, um einsichtig zu werden, ist doch ein funktionierender Verstand, ist der nicht mehr da oder momentan nicht vorhanden, weil der Alkoholpegel permanent erhalten wird, ist es doch ausgeschlossen, überhaupt klare Gedanken fassen zu können, um einsichtig zu werden.


    Ich will darauf hinaus, außer Reden, mit dem Alkoholiker reden, bleibt dem Partner noch gar nichts anderes übrig.

    Die professionellen Helfer tun das Gleiche, versuchen zu überzeugen … öffnet sich der Alkoholiker, kann es gelingen, wenn nicht ist alles für die Katz`.


    „Dieses ewige Gelaber bringt doch rein gar nix. „ Stimmt, mit einem Besoffenen zu reden bringt nichts. Mit Nüchternen kann es etwas bringen.


    Die finale Frage bleibt, wie oft, wie lange will man sich das antun. Was muß erst alles zu Bruch gehen, bis man sich von seinem Alkoholiker trennt?

    Kann mir an der Stelle eine trockner Alkoholiker erklären warum er/die das machen? Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen wo ich zu ihm sage das es nicht mehr nötig ist da ich es ja weiß und ich ihn auch nicht mehr daran hindere oder Vorhaltungen mache. Dennoch geht der Weg nach draußen oder in den Keller???

    Kann ich, der Alkoholiker will den Schein wahren. Zwei getrunkenen Bier sind nicht so schlimm, wie drei oder Schnaps. Er erhält die Illusion, daß es ja nicht soooo schlimm sei.

    ...

    wenn man alles versuchte, auch den schmalen Grat, und bemerkt man ist allein, hat man für sich die Gewissheit, alles in seiner Macht stehend getan zu haben. Das tat Kati, das wußte ich nicht.

    … martialische Sprache? Die trifft es doch genau auf den Punkt, anfänglich wird auf friedliche Koexistenz gehofft, erste kleine Konflikte entstehen, Grenzüberschreitungen passieren (heute sagt man übergriffig), es wird verletzt, psychisch, Terror beginnt, der Nichttrinker geht zur Therapie und zweifelt an sich selbst, Kinder werden unsicher und anderes... Frieden ist das nicht.

    o.k. , es ist kein Zuckerschlecken.

    Kati hofft noch, verständlich … Ehe, gemeinsame Kinder … eine Trennung ist ein sehr gravierender Einschnitt.

    Hallo Kati,


    ich will nicht den Teufel an die Wand malen. Bei mir war es so, ich trank schon immer Bier, zuerst nur am Abend zwei … drei, dann begann ich immer früher damit, gleich nach der Arbeit, es wurden dann vier … sechs Bier/Tag, jeden Tag, am Wochenende begann ich auch schon am Vormittag, kurzes Nickerchen und es wurde weiter gleichmäßig über den Tag getrunken.

    Dann kam der Schnaps hinzu, erst Obstler oder eine Flasche Wein, parallel zum Bier, völlig gedankenlos, es ging mit gut. Ich steigerte die Menge automatisch, weil der gewünschte Effekt durch das jahrelange Training immer schwerer zu erreichen war.


    Oberste Priorität war, daß ich immer genügend Vorräte hatte. Ich hatte weder ein schlechtes Gewissen, noch machte ich mir Gedanken, über mögliche Konsequenzen. Ich verdrängte es einfach, mit Alkohol sehr erfolgreich!


    Ein Körper kann das sehr lange aushalten … Jahre, Jahrzehnte.


    Es ist immer gut, alles zu versuchen, was einem Hilfe verspricht. Ob das aber fruchtet???

    Ich machte die Erfahrung, je mehr man bedrängt wird, desto mehr verschließt man sich und säuft weiter, sei es aus Trotz oder um seinen eigenen Jammer/ Hilflosigkeit zu ertränken, wohlwissentlich, daß die Anderen recht haben.


    Die Kunst besteht darin, einen Zugang zu deinem Mann zu finden. Wie kannst du deinen Mann zum Umdenken bringen, mittels Aha-Effekt … ähnlich wie es bei Kindern recht gut funktioniert, daß man es selbst einsieht, in besten Fall von selbst darauf kommt.

    Die Meinung der Anderen ist immer mehr wert, als die eigene/ deine (der Prophet im eigenen Haus).

    Mit Zwang wird in der Regel wenig erreicht. Manchen genügt der Verlust der Fahrerlaubnis, bei anderen drohender Jobverlust, Krankheit, Tod, Verlust der Familie …


    Ich plädiere immer auf: miteinander (!) reden, einen gemeinsamen Plan erstellen, Konsequenzen bei „Nichterfüllung“ auch durchzuziehen. Beide Seiten müssen etwas tun.

    Man muß sich einigen. Man bemerkt, ob es ein gemeinsames Miteinander möglich ist

    Es geht doch nur miteinander in einer Beziehung. Alles andere führt doch letztendlich zum Krieg und im schlimmsten Fall zur totalen Zerstörung … über kurz oder lang.

    Um ehrlich zu sein mache ich das schon relativ lange so, also ihn trinken und rauchen lassen. ...

    Da ist man wieder am Anfang, wann immer der war.


    Aus eigener Erfahrung, weiß ich, daß der Alkoholkonsum zunimmt, man wird immer unkontrollierbarer, kann weniger vertuschen, verheimlichen und macht zunehmend „Blödsinn“, Zuverlässigkeit wird unmöglich, Vertrauen ausgeschlossen. Der Alkohol übernimmt die Herrschaft über das Denken und Handeln. Es wird gefährlich …

    Die Trennung wird unausweichlich, will man nicht selbst daran zerbrechen, von den Kindern ganz zu schweigen.


    Das berichten auch alle anderen Betroffenen, ob Partner, EKA`s oder nun Trockene, so wie ich.


    Jeder muß sich die Frage stellen, wie lange er hoffen will, daß sich etwas ändert, daß sich der Partner ändert.

    Die Perspektive ist klar: mit Alkohol geht es stetig bergab, dieses kann recht schnell gehen oder sich über Jahre, Jahrzehnte hinziehen. Der Krieg ist vorprogrammiert.

    Kontrolliertes Trinken ist ausgeschlossen, das muß man sich bewußt machen.

    Hallo Sandra,


    da nur du deinen Mann kennst, wie er reagieren würde, könnte, wird jeder Rat ein wager sein.

    Eine Trennung verläuft meist wie ein Krieg, meine Erfahrung.

    Informiere dich, bereite dich vor und erst wenn du alle Informationen hast, Für und Wider abwägtes, würde ich etwas sagen. Verschieße nicht deine „Munition“ im Vorfeld.

    Berate dich mit deiner Familie, die eure Situation kennen.

    Liebe Kati,


    es könnte alles sein! Das weiß dein Mann.

    Es ist natürlich, daß dein Mann erst mal alles abstreitet … wer will sich schon die Blöße geben, versagt zu haben? Gerade wenn man ein Mann ist.


    Nur du kennst ihn und kannst einschätzen, wie er reagieren würde … könnte, wie er auf Konfrontation, Stress reagiert.

    Was hältst du davon, wenn du ihn einfach trinken und rauchen lässt, du kannst es sowie so nicht kontrollieren. Verbote sind meist kontraproduktiv.

    Er muss sich entscheiden, er muss freiwillig mit dem Trinken aufhören wollen.

    Hallo Kati,


    unsichere Menschen, suchen oft die Fehler bei anderen, so nachdem Motto: andere schlecht machen, um besser dazustehen. Unzufriedene tun das auch sehr gern.

    Irgendwie typisch für längere Beziehungen, leider.

    Alkohol kann Gefühle verstärken, doch bleibt ein eher nachtragender Mensch ein nachtragender Mensch, die Toleranzschwelle mit Alk verschiebt sich sicherlich.

    Wenn ein Mensch unter Stress steht, Suchtdruck ruft Stress, Unausgeglichenheit, Reizbarkeit hervor, kann das schon sein, daß Alkohol einen nicht geringen Anteil hat. Frische Nichtraucher sind auch nicht die Entspanntesten.


    Die Opferrolle ist das beste Beispiel, die beste Ausrede, alle anderen sind schuld, man kann ja nichts dafür, drum muß man trinken … anders kann man es ja nicht aushalten – das ist typisch Alkoholiker.

    Ich kenne deinen Mann nicht, weiß nicht wie er vorher war, doch ich weiß von mir, je länger ich trank, desto unausgeglichener (gereizter) wurde ich, mein Wesen veränderte sich – ich hatte immer Recht, die anderen hatten keine Ahnung, da half auch kein Reden.

    Dazu kommt noch das Phänomen „Der Prophet im eignen Haus“ , der wird sowieso nicht ernst genommen + Alkohol, da hast du keine Chance.

    Alkohol ist mit Sicherheit ein sehr guter Problemverstärker und Toleranzvernichter, das erlebte ich bei meinem saufenden Vater und von mir wurde ähnliches berichtet.

    Vernunft hat da kaum eine Chance.


    Kinder, wohl der schützendeste Teil, die bekommen sehr wohl die Stimmung in der Familie mit und reagieren darauf, auch wenn sie es nicht verstehen, sie verändern sich.

    Hallo Kati,


    ob dein Mann nun 4 oder 6 Bier pro Tag trinkt ist eigentlich unerheblich, daß er es heimlich tut und versucht die Menge zu verschleiern ist ein eindeutiger Beweis, daß er ein Problem hat.

    Dieses Problem hat er mit sich, nicht mit Dir.

    Er weiß, daß es nicht gut ist und er versucht es zu verbergen, herunterzuspielen, daraus resultieren Lügen, das Anlegen von diversen Verstecken, alles nur um seinen Konsum zu sichern. Eindeutiges Suchtverhalten.

    Ich war auch mal so.

    Je mehr er damit konfrontiert wird, desto größer wird sein Stress, das einzige was diesen Stress lindern kann, ist Alkohol - ein Teufelskreis. Eine Krankheit.

    Gelingt ihm es nicht, diesen „Teufelskreis“ zu unterbrechen, nehmen die Trinkmengen zu, der Körper gewöhnt sich zunehmend an diese Droge und benötigt immer mehr, um den gewünschten Effekt (Betäubung) zu erzielen.


    Leider bist du da völlig machtlos, wenn er nicht aufhört!

    Ich kann gut verstehen, wenn du an dir zweifelst und hoffst, es könne alles nicht so schlimm sein, es kontrollieren willst, als Beweis, daß du keine Sinnestäuschung hast, dir alles nur einredest.

    Vertraue deinen Wahrnehmungen!

    Für deinen Mann kannst du nicht kämpfen, wenn er weiter trinkt, das ist sehr bitter und doch die Wahrheit.

    Du kannst nur für dich und deine Kinder etwas tun.


    Pro Familia, Diakonie oder auch die Caritas sind gute Anlaufstellen für die Erstberatung.

    Hallo Mond,


    suche bitte nach Alternativen, was du machen könntest, beschäftige dich, lenke dich ab. In der ersten Zeit meiner Abstinenz kochte ich mir immer einen großen "Eimer" Tee & trank, was des Zeug hielt. Fernsehen, lesen, spazieren ... Hauptsache du beschäftigt dich, deinen Kopf! :thumbup:

    Ich denke dass er das weiß und im Moment ist er vollkommen hilflos, planlos, geschockt usw.

    Den Gedanken eine Beziehungspause von einigen Monaten einzulegen (natürlich mit räumlicher Trennung) und ihm die Möglichkeit einzuräumen sich in dieser Zeit zu finden, zu organisieren und trocken zu bleiben, ja den habe ich durchaus.

    … weiß dein Mann auch, daß er das denkt, weiß?


    Verzeih`, wenn ich jetzt von mir auf andere schließe, doch manchmal sind die Männer ein bisschen sehr doof, gerade wenn noch Alkohol ihr Hirn verzaubert.

    Mit mir sprach niemand (!!!) Klartext, freundlich hielt man sich zurück, … bemerkte ich es überhaupt?

    Jetzt im Nachhinein, kommen Sätze wie „das war schon ganz schön schlimm, damals“ u.ä. , „das hättest du doch merken müssen“ …

    Ich hab`s eben nicht bemerkt!

    Hallo Thor,


    ist dir deine Situation bewußt? Zum Zerstören gehören immer zwei. Du bettelst, willst ihr es recht machen, damit sie dich wieder (be-)achtet, bemerkt. Wie du schreibst, wird das durch Missachtung bestraft.

    Eine Zeit den Kontakt ruhen zu lassen, wäre sicherlich eine gute Idee. Abstand gewinnen und sich klar werden, was man überhaupt will und zu welchem Preis.

    „Nebenbei“ trinkt sie, das macht es nicht einfacher.

    Einen (!) Schuldigen zu suchen, ist wohl der falsche Weg, für Drogenprobleme (incl. Alkohol) ist der Konsument verantwortlich, für eure Beziehung ihr beide.

    Cadda schrieb eigentlich schon alles zum Thema Alkohol.

    Wie eure Beziehung aussieht, weißt nur du.

    Was würdest du dir raten (nicht wünschen)?


    MfG

    Hallo Mond71,

    irgendwie kann ich deine Gedanken nachvollziehen, in dir schlummern noch die Gedanken des Süchtigen: Trinken und dann wird alles wieder gut.

    Ein Trugschluss, du weißt es besser. Durchs Trinken manövrierte man sich in diese Lage. Bei mir war es auch so, dem Suff erlegen, suchte ich Trost und fand ihn für den Moment, meine Realität hatte nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun, zum Schluss war ich nie mehr richtig nüchtern und traf Entscheidungen, die ich heute nie mehr treffen würde, für die ich mich auch immer schämen werde, auch zerstörte ich mir so ziemlich alles was ich mir in den letzten Jahren aufbaute, incl. meinem sozialen Umfeld, sicheren Arbeitsplatz.

    Der Alkohol tat alles andere als irgendetwas zu verbessern, im Gegenteil, er ließ mich zum unkontrollierten Schwachkopf werden. Außerdem wollte ich mir beweisen, daß ich es schaffe, vom Alk loszukommen.

    Ich fragte mich oft warum, soll ich jetzt was trinken, was verändere ich, wenn ich jetzt etwas trinke? Mir fiel keine Antwort ein! Auch fragte ich mich, warum kokse ich nicht oder werfe mir irgend ein anderes Zeug ein?

    Weil ich es nicht brauche! Jahrelang gewöhnte ich mich an Alkohol und bildete mir ein er helfe, verbessere meine Situation – das Gegenteil war der Fall, es wurde alles schlimmer.

    Es dauert eine Weile, bis man sich diese jahrelang antrainierten Gedanken wieder abgewöhnt. Gib` dir Zeit, diese Gedanken verschwinden mit der Zeit, werden immer weniger, immer schwächer. So war es bei mir.


    MfG

    Also gestern war es sehr schwer. Es war unglaublich heiß und früher habe ich Abends zack die erste kalte Flasche Bier ...

    Hallo Musicus,

    ähnliche Gedanken kenne ich auch, besonders am Anfang kamen sie recht häufig vor. Doch mit der Zeit verblassen diese Erinnerungen, zu Glück und aus dem anfänglichen Widerstand wurde bei mir Gelassenheit.

    Mittlerweile schmunzle ich darüber.

    Hallo Rike76,


    ich kenne diese Hilflosigkeit, auch ich versuchte mehr als 10 Jahre meinem Alkoholiker-Vater zu helfen und mußte einsehen, daß ich absolut machtlos war!

    Ich regte mich nur auf, verzweifelte und nahm selbst Schaden. Ich konnte das alles nicht verstehen, wie ein Mensch so abdriften kann. Ich mußte einsehen, wenn der Alkoholiker nichts tut, sind alle anderen machtlos. Man kann nur zusehen, wenn man es erträgt oder sich abwenden, um sich selbst und seine Familie zu schützen.

    Meiner Mutter und meiner Schwester ging es ähnlich.

    Gern würde ich dir einen Tip geben oder dir Mut zusprechen, das kann ich aber nicht, das würde bedeuten, die Augen vor der Realität zu verschließen.


    MfG

    Hallo.

    Als ich noch trank, wollte ich auch aufhören, immer nur so halb … „lieblos“ … man könnte es ja probieren – so waren meine Gedanken. Das hat natürlich nicht funktioniert, max. ein paar Tage, dann überfiel mich wieder mein Selbstmitleid, ich nenne es Schwäche, mein eigener Jammer, in den ich mich hineinsteigerte, ließ mich wieder trinken, mich betäuben.

    Sebstbewußtsein war bei mir noch nie stark ausgeprägt, alkoholisiert war ich selbstsicher und hatte eine Meinung.

    Trinken war einfach, alle Probleme waren weg, für den Moment, durch ständiges Nachschütten wurde dieser Moment zum Dauerzustand und wurde immer schlimmer, ich trank immer mehr und verlor völlig den Überblick, den Bezug zur Realität. In dieser Zeit zerstörte ich so ziemlich alles, was ich mir aufbaute, woran ich (nüchtern) glaubte.

    Der Satz Alkohol ist ein gutes Lösungsmittel bewahrheitete sich. Ich löse nicht nur mein Arbeitsverhältnis auf, sondern auch mein gesamtes soziales Umfeld.

    Erst als mir dieses bewußt wurde, hörte ich auf zu trinken, freiwillig.



    Alles was „Schwäche“ bedeutete verweigerte ich, ja auch Alkoholiker haben ein Schamgefühl, wohl ein sehr ausgeprägtes.

    Als ich entgiftet war, hielt ich mich von allem fern, was auch nur im entferntesten mit Alkohol zu tun hatte, selbst das Einkaufen wurde zur Herausforderung, mußte ich doch an den Alkregalen vorbei, wenn jemand in einem Film trank, mußte ich wegsehen. Es war nicht einfach, ich mußte durchhalten!

    Ich hielt durch, es dauerte Wochen, dazu kamen Schlafstörungen und div. Gefühlsschwankungen. Ich gestehe, es war nicht einfach.

    Ich frage mich immer wieder, muß man wirklich erst so einen Tiefpunkt erreichen, so isoliert sein, um es zu kapieren?

    Ist es nicht möglich mit deinem Mann einen Plan aufzustellen (vorausgesetzt er ist richtig nüchtern!!!) und alle Konsequenzen zu erörtern, wo auch ihm klar wird, daß nicht nur dein, sondern auch sein gesamtes weiteres Leben auf dem Spiel steht?

    So wie man es mit Freunden oder Vertragspartnern auch macht, natürlich hat das den Charakter eines Ultimatums, doch Nichtstun oder teilnahmslos hoffen, führt doch nicht zum Ziel.

    Setze „dieses Ultimatum“ für dich, damit du mit dir im Klarem bist. Dein Mann muß seine Entscheidung in erster Linie für sich treffen, erst dann könnt ihr weiter sehen.


    Vielleicht ist ein Therapieversuch die einzige Möglichkeit, mit dem „Alleine schaffen“ scheint ja nicht zu fruchten. Doch wenn er nicht will ...


    MfG

    Hallo mollyfisch,


    ich finde es sehr gut, daß du dich um die Trennung der Konten kümmerst und dir Klarheit über die finanzielle Lage, Möglichkeiten verschaffst.

    Letztendlich geht es um dein Leben, deine Zukunft.

    Deinen Mann eine Wohnung zu suchen ist nicht verwerflich, im Gegenteil, wenn man ihn aus dem Haus haben will.

    Das schafft Sicherheit.

    Früher oder später wird es zum Eklat kommen, da ist es von Vorteil, wenn man vorbereitet ist und Rechtssicherheit hat.

    Nun weißt nur du allein, wie eure rechtlichen Verbandelungen sind … verheiratet, Zugewinngemeinschaft etc.pp. , da wird noch einiges auf dich zukommen.


    Deinem Mann eine Krankschreibung und eine Langzeittherapie besorgen zu wollen, ist zwar sehr löblich, doch vergebene Liebesmüh´, ebenso wie die Unterhaltung mit einem Alkoholisierten.

    Ich gehörte auch einmal zu den ständig Alkoholisierten.


    Ich verstehe dich sehr gut, du willst mit dir im Reinen sein und vorbereitet.

    Und das ist gut so.

    Es gibt nur ein „Richtig“ und das ist dein Richtig.


    MfG