Beiträge von achelias

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Hallo Eri,


    du musst aufpassen, daß du sein „Problem“ nicht zu deinem machst, wie Hartmut bereits schrieb, es bleibt die Sorge des trockenen Alkoholikers, sich zu kümmern.

    Ähnlich einem Allergiker, kann nur der Betroffene selbst für sich sorgen und auf sich aufpassen.


    Du kannst ihn unterstützen und in seiner Gegenwart auf Alkohol verzichten, die Verantwortung bleibt aber einizig allein bei ihm. Akzeptiere seinen Alkoholverzicht und führe ihn nicht in Versuchung, das war`s auch schon.


    Ich bin auch trokener Alkoholiker, man ist ja keine „besonders schutzwürdige Person“ , man trinkt nur keinen Alkohol und das soll auch so bleiben, damit man nicht wieder zum Säufer wird.

    Verhalte dich ganz normal, achte und respektiere ihn, wie du es dir selbst wünschst.

    Das ist der beste Schutz und Halt in einer Beziehung.

    Mir hilft es, wenn Alkohol nicht ständig thematisiert wird, ich nicht von Außenstehenden damit konfontiert werde, tagtäglich. Ich bin ein ganz normaler Mensch mit Schwächen und Fehlern, wie jeder andere auch, ich trinke nur nicht mehr.

    ...

    Der Tipp mit Eingeständnissen auch nur zum Schein finde ich gut. Jedoch habe ich keine Ahnung ...

    Verzeih` meine direkte Frage: Aber wie, bitte schön, willst du denn eine Ahnung bekommen?

    Durch Abwarten, zweifeln, dich selbst martern, nichts tun?


    Du sollst nichts Unüberlegtes tun, im Gegenteil, bereite dich vor, lasse dir Zeit und warte den richtigen Monent ab.

    Mache dir zur Not Notizen, schreibe es auf, wenn du dir unsicher bist.

    „Wie fühlt sich dein Kind damit“ oder „ Wie gehen deine Kinder damit um“ ...

    Zwei ... , ein Gedanke!

    Genau dieses schoß mir auch durch den Kopf:


    Die Kinder erleben emotionale Wechselbäder, durch die sie stark verunsichert werden. Wie Seismografen versuchen sie, jedes Anzeichen für eine drohende Stimmungsschwankung zu erkennen und sich darauf einzustellen. Letztlich sind sie aber der Unberechenbarkeit der Familiensituation ausgeliefert und das bringt den „Seismografen“ mächtig durcheinander, er weiss nicht mehr wann der ausschlagen soll, daraus resultiert eine ständige Angst, das Kind wird unsicher, einsam und fühlt sich schuldig.


    Das erlebte auch ich, diese Unsicherheit, nicht wissen, was man tun soll, wer daran Schuld hat, immer angemeckert werden oder weggeschickt, dabei hatte ich ja gar nichts getan.

    Als Kind kam ich damit nicht klar, ich wurde für etwas „bestraft“, was ich nicht verstand, ich fühlte mich schuldig, das machte mich noch unsicherer.


    Selbst als ich schon 30 Jahre alt war, eine eigene Wohnung, einige Beziehungen hinter mir hatte und nur hin und wieder meinen trinkenden Vater besuchte, diese Unsicherheit blieb, mein Vater, mit den nötigen Promille intus, beschimpfte und machte mich klein.


    Ich litt genau so wie als kleines Kind, nur viel bewußter, mein Seismograf spielte immer noch verrückt, zwar konnte ich mich jetzt dem entziehen, doch mehr auch nicht. Irgendwann entzog ich mich dem völlig, ich war 36, da brach ich den Kontakt zum Vater vollig ab.


    Mein Seismograf blieb gestört, meine Unsicherheit blieb, ich suchte nach Anerkennung, einem Ort wo ich mich wohlfühlen kann, wo ich so sein kann, wie ich bin.

    Ich, mit meinem gestörten Seseismografen, der nie lernte, wie er reagierten soll, der immer unsicher blieb.


    Recht früh kam ich mit Alkohol in Kontakt, in der Gruppe wurde getrunken, man wurde akzeptiert, mein Seismograf spielte nun nicht mehr verrückt, er bemerkte nur noch gedämpfte Erschütterungen, dem Alkohol sei Dank.

    Über Jahrzehnte nutzte ich dieses Beruhigungsmittel Alkohol, von einigen Ausfällen mal abgesehen, war ich im Grunde recht ausgeglichen, bis zum berühmten Tag X, ich hatte die Kontrolle verloren, ich trank nun täglich, immer mehr, mein Seismograf hatte kaum noch Ausschlag, von Unsicherheit keine Spur. Ich war jetzt mitte 50.

    Bald werde ich 60, der Kopf immer noch voller Träume, Wünsche, Illusionen, ich trinke seit über einem Jahr keinen Alkohol mehr, meine Unsicherheit ist geblieben, meinen Seismografen habe ich vergraben.



    Liebe Eltern, liebe Mütter! Versucht bitte nicht euren Kindern den Alkoholismus zu erklären, sie werden es doch nicht verstehen.

    Wie soll ein Kind etwas verstehen, was dem Erwachsenen schon unmöglich erscheint.


    Schützt bitte eure Kinder, haltet sie fern. Sie nehmen Schaden, auch wenn ihr es nicht bemerkt.


    Ich wage zu bezweifeln, daß man dieses jemals wieder gut machen kann.

    Ich hab` gut reden, ich bin nun alt und vergrub meinen Seismograf.

    ...

    Ja wir müssen uns definitiv unterhalten und eine Lösung finden. Hierzu benötige ich jedoch noch etwas Zeit um meine Gedanken zu sammeln.

    ...

    Hallo Bobbele,


    was mir oft schwerfällt zu verstehen, daß man nicht miteinander redet.


    Klar, mit einem Betrunkenen hat das keinen Sinn und selbst, wenn er nüchtern erscheint, bleibt fraglich, ob er wirklich nüchtern ist.


    Wie du selbst schreibst, „macht es in diesem Zustand keinen Sinn“, also bleibt nur die Chance es nüchtern zu versuchen.


    Ich kann dir nichts raten, ich kenne euch nicht, ich kann nur von mir berichten, heute im Nachhinein, so wie ich mir mein Verhalten erkläre: Ich trank, als mir alles zu viel wurde, ich trank, wenn ich nicht mehr weiter wußte, ich hilflos war. Ich betäubte meine Gefühle!

    Der Alk. gab mir „Kraft“, machte mich stark und lenkte mich vortrefflich ab, raubte mir meine Hilflosigkeit, bis zur Betäubung = alle meine Probleme lösten sich auf. .

    Am nächsten Tag waren die Probkeme wieder da, der Kreislauf begann, ich trank immer mehr, immer öfter = die Realität war völlig ausgeblendet, ich lebte in meiner eigenen alkoholischen Realität.

    Ich redete allerlei Blödsinn und traf diverse absurde Entscheidungen, auch ich war nie gewalttätig, doch unsäglich dumm und verantwortungslos – das weiß ich heute. Ich wurde immer konfuser!


    Mit der Materie auseinandersetzen … dazu schrieben schon viele User, dem eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen ist, wenn dein XY weiter tinkt, tritt keine Besserung ein, im Gegenteil, er wird mehr trinken, öfter, bis er sprichwörtlich seinen Verstand versäuft.


    Ihr, besser er, muß die Reißleine ziehen.

    Rede mit ihm, nüchtern, versuche ihn zu erreichen, seine Vernunft. Natürlich, wird er Zugeständnisse verlangen, auch du mußt etwas ändern … wenn, das hilft und es dir wichtig ist, ist es jede Mühe wert.

    Es wird nichts nützen ihm zusätzliche Vorwürfe zu machen, ihn unter Druck setzen – im Gegenteil.

    Ich befand mich in einem emotionalen Ausnahmezustand der Hilflosigkeit, zusätzlicher Streß erzeugte zusätzliche Hilflosigkeit = mehr/ wieder trinken.

    Einfach nur zu verlangen: höre auf mit dem Trinken, ist zwar richtig, doch man muß Anreize anbieten, der Alkoholiker, der problematisch Trinkende muß es verstehen.


    Da heiligt der Zweck die Mittel. Da ist jedes Mittel erlaubt, auch „Lüge“ (Not-), List und Scheineingeständnisse, wenn sie dem Ziel dienlich sind.

    Rede mit ihm, frage ihn, was du tun kannst, was du verändern kannst. Du sollst dich nicht aufgeben, aber ihn dazu bewegen, daß er aktiv wird.

    Was nützt es, wenn du Recht hast und alles nur noch mehr eskaliert?


    Mit Kinder geht man doch ähnlich um, man geht zum Schein auf ihre Forderungen ein und hofft auf einen A-ha-Effekt, im Gegensatz zu Forderungen, deinerseits, wird nicht mit Trotz reagiert.


    Du kannst es nur versuchen, hinschmeissen kannst du immer noch!



    An alle Mitlesenden: Ich vergleiche nicht Alkoholiker mit Kindern, aber die Vorgehensweise, die Erkenntnisgewinnung. Auch verzichtete ich auf Vergleiche wie Krieg oder Friedensverhandlungen, obwohl sie oft sehr treffend sind, aber auch sehr gern mißverstanden werden. Danke.

    Hallo Pipe,


    mal salopp gesagt/gefragt, wirst du in deiner Therapie den ganzen Tag beschäftigt, um zu lernen und zu bemerken, daß das Leben auch ohne Alkohol funktioniert und man durchaus zufrieden sein kann.?

    Was liest man dir denn vor oder was gibt es im work shop?

    Doofe Gruppenbildung gibt es leider überall, da hilft es gelasssen zu bleiben.



    MfG

    Hallo Bobbele,


    kann es sein, daß eure Beziehung so oder so sehr angespannt ist, auch ohne Alkohol?


    Und dein Mann den Alkohol als „Ventil“ benutzt?

    Nun kann man ewig nach einem Grund suchen oder einen Schuldigen, wenn man aber keinen gemeinsamen Weg findet, wird das auf Dauer nicht besser, ob nun mit oder ohne Alk. .

    Ja, natürlich ist Alkohol nicht die Lösung, das weiß wohl jeder. Wer 2-3 Bier am Tag trinkt und nicht darauf verzichten will oder kann, hat sicherlich ein Problem, wenn er nichts dagegen tut, wird dieses Problem größer, schleichend, das kann mitunter Jahre dauern.


    Auch ich trank täglich 1-2 Bier/Tag, dann 2-3 Bier, irgendwann waren es auch Mal 4 oder 5.

    Wenn man den Konsum nicht stoppt, geht das irgendwann bis zum täglichen Kontrollverlust. Das kann man nun wahrhaben wollen oder nicht, so ist die Realität. Alle ehrlichen Alkoholiker werden mir Recht geben.


    Das dein Mann immer wieder Bemerkungen macht (Affäre), daran wirst du dich gewöhnen müssen, setzt man doch dieses „Vergehen“, mit Betrug und Vertauensmissbrauch gleich, ähnlich einem Straftatbestand. Das ist in unserer Gesellschaft so! Leider.


    Würdest du es einfach so vergessen (können)? Aber das ist euer Problem.


    Du verharmlost noch vieles … nur Bier, das war ein Ausnahmezustand …


    Die Gründe kennst du, du weisst auch, daß sich nichts ändert, wenn du nichts änderst.


    So lang eure Situation so angespannt bleibt, wird nichts ändern und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn er plötzlich keinen Alkohol mehr trinkt, wenn er pöltzlich auf sein Entspannungs-, Antistressmittel verzichtet.


    Ihr könnt nur gemeinsam etwas verändern, jeder muss Zugeständnisse machen, ihr müsst euch einig sein, wieder einig werden.

    Dazu muß man miteinander reden, wenn du so willst „Friedensverhandlungen“ oder Verbesserung des Ausbaus der bilateralen Beziehungen, um ein Fiasko zu vermeiden.


    Und ja, es stimmt, Alkohol verändert einen Menschen, auch wenn er nur Bier trinkt. Ich habe diese Veränderung selbst erlebt, je mehr ich trank, desto ungerechter und selbstsicherer wurde ich, auch verletzend.

    Irgendwann hatte ich immer Recht, sehr zum Nachteil meines Umfeldes.

    Hallo Siegrid,


    Glückwunsch zu ersten ¼ Jahr!

    Auch bei mir kommt machchmal, immer seltener, ein bisschen Wehmut auf … nie wieder ein Bier trinken. Ähnlich einem verflossenen Partner, aber ich weiß diese Beziehung ist beendet, endgültig!

    Ja, wenn man trinkt, lebt man sicher auch in einer Art Blase.

    Ich (!) lebte in einer völligen anderen Welt, heute betrachtet, wie bereits geschrieben, fern der mich umgebenden Realität, ich hatte meine eigene.

    Ich war sprichwörtlich im Rausch, alle Werte, Ideen, (Wert-) Vorstellungen, Maßstäbe, welche mir vorher wichtig waren, hatten keinen Bestand mehr, völlig irre und (!) ich bemerkte es nicht einmal.

    Einer Pychose ähnlich!


    Sicher bin ich ein Extremfall … vielleicht?


    Kaum ein „Ex-Alkoholiker“ berichtet darüber, spricht über seine Verfehlungen, sei es aus Scham oder aus mangelnden Erinnerungen. Detailiert über Schwäche, Unvermögen, gar Gefühle zu reden scheint immer noch ein Makel zu sein, besonders bei Männern.


    Aus eigenen Erfahrungen und aufgewachsen mit einem saufenden Vater, kann ich nur jeden empfehlen, trennt euch von Alkoholikern.


    Wenn sie irgendwann mal trocken sein sollten, kann man es ja noch ein Mal versuchen ...

    Hallo Erna,


    Du kannst (fast) alles machen.


    Doch du lässt alles, vermeidest alles, es könnte ja Suchtdruck hervorrufen und selbst diese Gedanken rufen schon Suchtdruck hervor.

    Du hast Angst vor der Angst und das macht dir Angst.


    Suchtdruck ist am Anfang normal, da genügen schon manche Erinnerungen, doch der Suchdruck lässt mit der Zeit nach und hält auch nicht ewig an. Du kannst lernen damit umzugehen, du kannst dich ablenken. Probiere ruhig die Therapie!


    Ich weiss, bleibt ruhig und gelassen, sagt sich immer so leicht, doch machst du dir selbst immer wieder Stress,

    Versuche ruhiger und gelassener zu werden, das kann man üben! (Ich konnte das, jedenfall, obwohl ich eher zu den sehr Ungeduldigen gehöre.)

    Man führt als Co bzw. Partner so ein verdammt hartes Parallel-Leben :!:

    Hallo Anneliese,


    als ich noch trank, führte ich ein Parallel-Leben, ich war zwar physisch da, doch weit entfernt, von der Realität, ich hatte meine eigene alhoholumwaberte Realität, für andere peinlich und unangenehm.

    Und ich begriff nicht, daß ich das Problem war! Erst als ich aufhörte, kam es ganz langsam (!), was ich für ein Idiot war, was ich alles zerstörte.


    Ich will dir jetzt keine Hoffnung machen – im Gegenteil. Du tatest, genau das Richtige und trenntest dich von dem, was dich langsam zerstörte. Du hast die Notbremse gezogen.

    Du hast dich geschützt. Das war das Beste, was du machen konntest.



    Gib dir etwas Zeit, vergeude keine Zeit mit den Gedanken „was wäre wenn“.

    Es war ein Lebensabschnitt und der ist jetzt vorbei. Sicher war das nicht deine erste Beziehung ...

    ...

    Das WE hängt mir auch noch ganz schön nach. Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist. Aber der Wusch danach, ist immer mal wieder sehr intensiv. ...

    Hallo Erna,


    du brauchst noch Zeit, um dich an`s Nichtrinken zu gewöhnen.


    Gib` dir die Zeit und mache dich nicht verrückt, vermeide es, dich hineinzusteigern.

    Vermeide alle Triggersituationen, auch wenn`s schwerfällt.


    Auch bei mir dauerte es mehrere (!!) Wochen bis die Trigger langsam abnahmen. Erst nach einen ½ Jahr wagte ich mich Mal auf ein Grillfest, ich muss gestehen, nur kurz, … ich sah überall Bier und bevor ich schwach werden konnte, „floh“ ich.


    Appelliere an deine Vernunft, du kannst es.

    Hallo Hartmut,


    danke, daß du deine Meinung teilst.


    Nur spiele ich nicht mit der Sucht oder gar der Abstinenz, ich verliere meine Angst vorm Alkohol, mache mir bewusst, daß nicht der Alk. mich in der Hand hat oder die Sucht, da war einmal, sondern, daß ich angstfrei und respektvoll mit der Sucht umgehe.

    Ich versuche nicht, die Alkoholkrankheit neu zu erfinden.


    Ich kann nur meinen Problemen (allen) mit Verstand, Wissen und Erkenntnis begegnen und dem daraus resultierendem Verhalten. Alles andere wäre Augenwischerei. Ich weiß, das Alk. für mich nicht mehr in Frage kommt. Ich brauche auch nicht die Konfrontation mit Alk. zu suchen, Alk. begegnet mit jeden Tag (fast).


    Ich kann meine Angst verlieren, das bedeutet doch nicht, daß ich unvorsichtig oder übermütig werde.


    Manche Gedankengänge kann ich nicht nachvollziehen, wenn ich schreibe, ich verbiete mir den Alk. nicht, wird verstanden: ich trinke Alk. , wenn ich schreibe: ich bin beim Grillen mit Biertrinkern zusammen und daß ich das dann aushalten muss, wird angenommen, daß man es generell aushalten muß. Nein!

    Wenn ich mich dazugeselle, muß ich, doch ich muß mich nicht dazugesellen – ich wähle.

    Ich weiß, daß mein Suchtgedächis wieder anspringen kann, dazu muß ich nichts Neues erfinden, doch ich kann mich testen ohne zu konsumieren. Wenn ich mit Biertrinkern zusammen bin, meinen andere gleich „Saufkumpane“ , dieses Denken ist krank.

    So nun genug „gerechtfertigt“ , dem Erklärbären genügt`s für heute.

    Am als ich mich entschied nicht mehr zu trinken, verbot ich mir den Alkohol, das musste sein, ich war labil, unsicher und hing noch fest in meiner Suchtstruktur … jeden Abend trinken, jeden Tag Alkohol kaufen.


    Das war am Anfang sehr schwer, ich musste mich zusammenreissen und mied alles (!) was nur im entferntesten mit Alk. zu tun hatte.


    Nach zwei … drei Monaten hob ich mein „Verbot“ im Kopf auf und ersetzte es durch Freiwilligkeit, ich nahm mir „den Druck“ und setzte auf Vernunft.

    Mir fiel das leichter … ich war im Supermarkt, stand vor`m Alkoholregal, ich konnte frei entscheiden, kaufen oder lieber nicht … ich entschied mich für `lieber nicht` .


    Sicher, ein gewagtes Experiment, doch ich wollte es lernen, ich wollte mich wieder an die Normalität gewöhnen, immer nur Weglaufen, Augen verschließen, das kann auf Dauer nicht gut gehen.

    Nach einer gewissen Zeit nahm ich eine Flasche Bier in die Hand (im Supermarkt) und beobachtete mich aufmeksam, was löste das in mir aus, wie reagierte ich?

    Nach ca. einem halben Jahr wagte ich mich zum Nachbarn, es wurde gegrillt und natürlich auch Bier getrunken.

    Ich hielt es eine ½ Stunde aus, dann floh ich, das war dann doch zu viel, ich war noch nicht so weit.


    Mein „Training“ im Supermarkt betrieb ich weiter, mittlerweile konnte ich gelassen dem Alkohol in Flaschen begegnen, auch in der Gaststätte machte es mir nichts mehr aus, wenn am Nachbartisch getrunken wurde. Ich wurde immer selbstsicherer, das gab mir Mut, Zuversicht. Suchtdruck kannte ich nicht.

    Mittlerweile war ich bei div. Festen, wo auch Biertrinker immer in der Überzahl waren, zunehmend konnte ich dem entspannter begegnen, die Trigger wurden immer seltener. Nie waren sie gänzlich weg!

    Natürlich war ich nie sehr lange dort, als Alkoholfreier wurde mir schnell langweilig und der zunehmende Alkoholpegel der anderen war nicht gerade lustig.

    Ich muß da nicht hingehen, ich muß mich nicht an Saufende gewöhnen, wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich.

    Ich muß aber auch nicht mittrinken, ich muß keine Angst mehr vor Alkohol haben, ich muß mich nicht fernhalten. Es ist wie bei allem im Leben, wenn mir etwas nicht zusagt, entscheide ich.



    Ich empfehle NIEMANDEN es mir gleich zu tun!

    Ich berichte von mir.

    Jeder darf einen Weg selbst finden.

    Sorry, aber mit Abstinenz hat das nichts, aber auch rein gar nix zu tun. Entweder man lebt abstinent von Alkohol...oder nicht.

    ...

    Ich gestatte es mir, d.h. ich verbot es mir nicht, d.h. aber nicht, daß ich weiter trank!

    Ich trank keinen Alkohol und lebte abstinent, ich entschied, frei von Verboten.


    Vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt und nicht eineindeutig für den interpretierenden zu erkennen.

    Spontan fällt mir ein: Die innere Einstellung ändern. Vieles entspannter sehen, über einiges hinweg sehen.


    ... Mit einer Prise Humor komme ich auf jeden Fall

    besser durchs Leben. Alles nicht so verkrampft sehen, das hilft. ...

    Kann man das auch einem Menschen emfehlen, dessen Partner augenscheinlich zu viel Alkohol trinkt?

    Hallo Erna,


    am Anfang hatte ich auch ähnliche Gedanken, auf Festen, in Gaststätten, beim Grillen oder sonst wo.


    Alle hatten ein Bier in der Hand waren fröhlich, nur ich armer Wurm hatte kein Bier in der Hand.

    Das machte mich nicht froh, im Gegenteil. Warum eigentlich?


    Benötige ich Bier, um fröhlich zu sein, werde ich „ausgestossen“, wenn ich kein Bier trinke, lässt man mich nicht mit daran teilnehmen?


    Irgendetwas machte ich verkehrt, mir fielen auch Menschen auf, die keinen Alkohol tranken und trotzdem dazugehörten und fröhlich waren. Einige fragte ich warum, trinkt ihr kein Bier, schmeckt nicht, muss noch fahren, bekam ich zur Antwort.


    Wenn ich unter kiffenden Menschen bin, kiffe ich auch nicht mit – warum? Schmeckt nicht, kann nichts damit anfangen, ausserdem äusserst ungesund/ unvernünftig. Das ist mir bewusst. Beim Alkohol werde ich wohl noch eine Weile brauchen, bis diese Erkenntnis gefestigt ist.


    Über Jahre bedeutete Bier immer: lustig, fröhlich, angenehm. War es das Bier oder waren es die Leute, die angenehme Gesellschaft?

    Wenn die Gesellschaft, die Leute nicht so prikelnd waren, half auch kein Bier! Warum also machte ich alles am Bier, am Trinken fest? Ich verdarb mir die Stimmung schon im Vorfeld: da wird Bier getrunken, ich darf nicht = kein gutes Gefühl, Unwohlsein.


    Immer wenn ich mir etwas verbiete, setze ich mich unter einen gewissen Stress, obwohl ich weiss, das es vernüntig ist, gewisse Sachen nicht zu tun.

    Sehr früh in meiner abstinenten Zeit, gestattete ich mir Alkohol zu trinken, die Versuchung hielt sich in Grenzen, Stress kam keiner mehr auf. Ich appellierte an meine Verunft, rief mir meine Entgleisungen, meine Abstürze vor Augen, so peinlich wollte ich nie wieder werden.


    Mich immer wieder ausschliessen, zu Hause bleiben, war am Anfang zwar hilfreich, aber auf Dauer keine Lösung, ich tastete mich langsam vor, grillte mit, gesellte mich zu Biertrinker, ich muss gestehen, am Anfang vorsichtig, zögelich, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.

    Und siehe da, es machte mir zunehmend weniger aus, wenn jemand neben mir trank, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.


    Immer nur sich fernhalten, sich isolieren, machte mir zusätzliche Angst und setzte mich unter Druck. Ich konnte sehr gut einschätzen, wann es brenzlich wurde, wann ich wankte und die Versuchung Bier zu trinken zu groß wurde, dann ging ich.

    Ich habe die Wahl, was ich mir zumute, ich entscheide. Es gibt keine gefährliche Situationen, das einizig „gefährliche“ bin ich, mein Unvermögen, meine Unsicherheit.

    Auch „Stärke“, Bewusstsein, Vernunft musste ich wieder lernen, vertrauen zu mir selbst finden.

    Das geht nicht von heute auf morgen.


    Glaube an dich, werde nicht übermütig, aber traue dir selbst etwas zu.


    MfG

    Mein Partner säuft...



    Manchmal frage ich mich, ist der Alkohol das eigentliche Problem oder funktioniert die Beziehung einfach nicht mehr und ist am Ende?


    Und der Partner trinkt, weil er mit der Situation zu Haus nicht mehr klar kommt und Trinken der einfachste Weg ist, sich zu betäuben?


    Natürlich ist Trinken keine Lösung und vernebelt nur Probleme, doch dem Trinker hilft es.

    Ich habe Trinker kennengelernt, die tranken, genau aus diesem Grund – mangelnde Problembewältigung, sei es auf der Arbeit, in der Beziehung oder man kommt selbst mit sich nicht zurecht.


    Wenn man Glück hat, geht der Säufer zu Entgiftung oder gar zur Therapie, er zwingt sich, die Probleme bleiben.

    Dann endlich trocken, zwingt man sich noch eine Weile bis zum Tag X, wo man es nicht mehr aushält und trinkt wieder, ist erleichternd und kann sich aus seinem Elend stehlen.


    Nur nicht trinken reicht nicht, man muß sein Umfeld ändern … wenn das Umfeld aber das gleiche bleibt, sich nicht verändert, man es selbst (allein) nicht ändern kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit wieder zu trinken, doch eine große. Man ist praktisch chancenlos, zur angespannten Lebenssituation, kommt dann noch der Suchtdruck.

    Wie verändere ich also meine Lebenseinstellung, wie „ertrage“ ich mein Umfeld, wie werde ich dieses „nasse Denken“ wieder los. Trenne ich mich von dem was mich so belastet, meiner Arbeitsstelle, meinem Partner, Familie, von dem was mich so nervt? Oder gar von mir? Wie halte ich meinen inneren Zwiespalt auf?

    Auf der einen Seite weiß ich, Alkohol ändert nichts, auf der anderen scheiterten alle Versuche mein Umfeld zu ändern. Muß ich mich im Ertragen üben?

    Superschlaue sagen jetzt, dann muss ich mich ändern, suche dir professionelle Hilfe, arbeite an dir – o.k. , das tat ich alles – geändert hat sich nichts.

    Also habe ich die Wahl zwischen Aushalten (stark sein) oder mich vom Problem lösen (s.o.). ?