Beiträge von achelias

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    ...

    Ja, da stehen ein paar Flaschen meiner Frau im Schrank. Das sind ihre und sie würde es merken. Und ICH würde es merken. Ich bin jetzt so stolz auf mich. Es würde mich total fertig machen. ...

    Hallo Alex,

    bitte, bitte schaffe die paar Flaschen aus dem Haus - tu` es für dich!

    Du mußt sie ja nicht gleich entsorgen, ->Karton zu Freunden oder sonst wo hin, Hauptsache raus, aus deinem Zugriffsbereich. Deine Frau wird es verstehen.

    Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche!!! So lange Alk im Haus ist, ist die Versuchung mega-groß.


    Gefährde deine ersten trockenen Tage nicht, durch Unachtsamkeit.

    Zitat

    Wann kommt dieser Moment? Dieser Kampf von dem alle schreiben.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, was du meinst, da du bereits > 24 Tage trocken bist, scheint es bei dir "klick" gemacht zu haben, jetzt kommt der wichtigste Teil, die Festigung der Abstinenz, dem Triggern zu widerstehen (drum ja auch jeglichen Alk aus dem Haus!!! ) .

    Du wirst bemerken, das ständige "Verlangen" , das Triggern, der Wunsch etwas zu trinken, wird nach und nach schwächer. Gib dir bitte Zeit!

    Ich war nach 6 ... 8 Wochen aus dem Gröbsten (!) raus. Das ist sehr individuell.

    Du hast dir über Jahre diese Gewohnheit angewöhnt.

    Situation aushalten/ertragen oder verändern??

    Ich will mal wieder zurück zum Thema.


    Darauf gibt es nur eine Antwort: JA.


    Ist man mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden = aushalten.


    Falls nicht = verändern!


    ... man kann jetzt ewig lang diskutieren, doch ändert es weder die Frage, noch die Antwort.

    Nicht jeder Alkoholiker ist gleich, ich hab doch eh nur nen harmlosen erwischt (schlägt nicht, beschimpft mich nicht,...).

    Ja, so wie nicht jeder Mensch gleich ist, manche sind gewalttätig, andere nur verbal aggressiv oder ziehen sich einfach nur zurück.


    Mit zunehmenden Alkoholismus mutiert der Mensch aber auf erschreckende (sich ähnelnder) Weise. So auch sein Partner, als Reaktion darauf.


    Ist es nicht wie eine immer schneller werdende Dampflock, die permanent (mit Alkohol) befeuert wird? Die im Laufe der Jahre immer schneller wird, mehr verschleißt, deren Fahrt unkontrollierbar wird, mit sich ängstigenden (wütenden) Fahrgästen? Wenn man nicht ab und zu Dampf vom Kessel nimmt, weniger befeuert oder ab und zu die Handbremse zieht?


    " ... betrunken mit der Tochter Auto gefahren ist ... " ... da fehlen selbst mir die Worte! Sonst bin ich ja immer "die verständnisvolle Tante" , doch da hört`s definitiv auf.

    Jeder gestaltet selbst sein Leben, das ist sein gutes Recht.

    Hallo Cadda,

    also ging ich recht in der Annahme, daß es erst richtig weh tun muß (Schmerzen), damit man etwas ändert (lernt). ;o)

    Ich habe öfter einen nüchternen Zustand erreicht und trotzdem nicht gehandelt oder mir Hilfe geholt. Weil ich noch in dem Teufelskreis steckte es mir - am Anfang entweder schön zu reden oder eben das Aufhören auf später zu verschieben.

    Auch ich war öfter nüchtern, doch wohl nie so ganz richtig bzw, noch ganz schön benebelt (im Denken).

    Erst nach mehreren (!) Tagen der Abstinenz, ich war noch recht wackelig und alles andere als sicher, doch dann bemerkte ich den Selbstbetrug, daß ich mir alles zurecht soff, aber nichts änderte, es kam die Erkenntnis und mein ganzes Elend wurde mir bewußt.

    So richtig weh getan, hat es erst als ich aufhörte mit dem Trinken und ich sah, was ich alles zerstört hatte.

    Hallo "ihr Drei",


    ...

    Ich glaube nicht, dass der Mensch nur durch Schmerzen (Tiefpunkt) lernt. …. In Handlung konnte ich dann aber erst kommen, als ich weit genug unten war, was wiederum meinen Willen dann gefördert hat.



    ???


    Manchmal frage ich mich nur, wie das Umfeld reagieren würde, wirklich reagieren würde, wenn jemand ehrlich sagt: Ich brauche Hilfe!

    Wie viele wären wirklich da oder schafft man es gar nicht, weil die eigene Scham zu groß ist und die Flucht ins Trinken leichter ist.



    Da beginnt die Krankheit/Verwirrung oder wie man es sonst nennen mag. Der durch Alkohol „verzauberte“ kommt eben nicht auf die Idee, sich Hilfe zu suchen. Er lebt in seiner (!) eigenen Welt, berauscht, selbstsicher, psychotisch.


    Wenn dann mal ein halbwegs nüchterner Zustand erreicht wird, kann es passieren, daß man wach wird, sich Hilfe holt oder selbst handelt.


    das Thema um Alkohol ist so facettenreich und so individuell.

    Und doch immer wieder so gleich.



    Und ja, ich denke, man muss wieder lernen, was ein erfülltes Leben ist. Und dass dazu auch die schlechten Erlebnisse und die negativen Gefühle gehören. Und auch dass man sich selbst akzeptiert, so wie man ist. Dass man (wieder) lernen muss, mit sich und anderen Menschen zurecht zu kommen und für sich einzustehen.


    Da liegt der Hase im Pfeffer. … oder überhaupt ein erfülltes Leben ist.


    Der Umgang mit einem Alkoholkranken muss auch die Außenwelt lernen.


    Ich fürchte, dieses bleibt ein Wunsch. Das setzt Bewusstsein voraus. Das kann nur jeder Einzelne erlernen, wenn er denn will.


    Viele Grüße

    Nachtrag:


    Der Proband muß also gefestigt werden, trainiert werden, das es ohne Alkohol auch geht, sogar besser.


    Wenn ein Mensch zu schwach ist bzw. er keine Perspektive für sich sieht, wenn er aus seinem eigenen Jammern nicht heraus kommt und sich nur durch Ablenken „über Wasser“ hält.


    Irgendwann lässt die Ablenkung nach und fröhlich frohlockt der Alkohol zum Feierabend.


    Wenn alle Illusionen, welche er zuvor hatte, im Laufe der Jahre erloschen, wenn er keine Antwort findet nach dem WARUM. Wenn er innerlich vereinsamt. Ist das dann eine Depression? Ein burn out? Ein Totalscheitern seiner Lebensmaxime? Mangelndes Selbstvertrauen?


    Das einzige was diesen Zustand lindert ist Alkohol.


    Nach Außen hin kann er eine funktionierende Kulisse aufrecht erhalten, bis er wieder (zu viel) trinkt. Über die Jahre gelingt es immer schlechter. Die Abstürze häufen sich.


    Geht er jetzt in den Entzug, stationäre Langzeittherapie ist er erst Mal isoliert, weit weg von Alkohol und hoffentlich gut beschäftigt, abgelenkt. Er zeigt sich einsichtig und will nie mehr trinken.


    Dann kommt er wieder in sein gewohntes Umfeld … alles droht von vorn zu beginnen. Das trockene Umfeld ist weg, Langeweile droht sich einzuschleichen, fast schon vorprogrammierter Ärger beginnt, die ständige Konfrontation mit seiner Alkoholvergangenheit ist täglich allgegenwärtig, schiefe Blicke, Bemerkungen, Erinnerungen (von seinen Verfehlungen), er „darf“ nicht mehr an Feiern teilnehmen und soll sich auch erst Mal von allem fernhalten, was irgendwie mit Alkohol zu tun hat.


    Das zerrt alles an den Nerven.


    Liegt deshalb die geschätzte Rückfallquote bei 70 bis 90% ?


    Was sagen die Trockenen?


    Wie trainierten sie ich das „erfüllte Leben“ an bzw. das unerfüllte ab?

    - Wann fängt das an? Hätte ich es wirklich vorher stoppen können? Ich dachte ja schließlich, dass es "normal" wäre, viel zu trinken. Ich war ja schließlich jung und alle um ich herum haben auch so ein Trinkverhalten an den Tag gelegt. Wenn mir Zweifel kamen, ob das normal ist, dann habe ich mir das schön geredet.

    - Deshalb glaube ich persönlich, dass ich schon in meiner Jugend alkoholkrank war.

    - Zum Thema, weshalb man vorher nicht beeinflussen konnte, mit dem Trinken aufzuhören ….


    Ich weiß nicht, ob man nicht vorher aufhören konnte – sicher kommt irgendwann der Punkt, wo man nicht mehr kann.

    Ich glaube, man sollte viel früher seine Gedanken ansetzen. Wir werden sehr früh mit Alkohol konfrontiert, als Kind schon … im Elternhaus, im Fernsehen/ Werbung, bei Freunden und Bekannten, überall in der Gesellschaft. Praktisch tagtäglich und immer wieder werden uns angenehme Situationen vermittelt (Geburtstag, zur Feier des Tages, nach Beendigung eines anstrengenden Tages, nach der Beerdigung, zu Konfirmation/ Jugendweihe, Silvester usw.). Alles ist positiv besetzt.


    Wenn wir klein sind dürfen wir an diesem Konsum nicht teilnehmen, wir sind ja noch klein … sind ausgeschlossen. Aber dann mit 14 … 16 Jahren darf man endlich, die verhängnisvolle Fahrt beginnt.

    Die Vorbilder aus Kindertagen sind geblieben. In der Jugend geht`s weiter, ebenso als junge Erwachsene … . Besonders Männer animieren Männer, man will dazu gehören, stark (trinkfest) sein. Anfänglich schmeckt Alkohol überhaupt nicht … man gewöhnt sich daran.

    Alle wissen, Alkohol ist nicht gesund – es wird verharmlost, beschönigt (siehe Feiern etc.).


    In der Schule wird man mit allerlei Wissen vollgestopft, wie das Leben in der Familie aussehen sollte/ könnte (soziale Beziehungen) oder gar Alkohol wird sträflich vernachlässigt, falls überhaupt erwähnt.


    (Zitat: Deshalb glaube ich persönlich, dass ich schon in meiner Jugend alkoholkrank war.) Diese „Krankheit“ wurde mit Sicherheit in der Jugend sehr gefördert, es wurde der Grundstein gelegt.

    Wie will ich mich als nicht gefestigtes, formbares Kind dem entziehen. Überall bekomme ich zwar gesagt, Alkohol ist nicht gut, man darf aber und vorgelebt (!) bekomme genau das Gegenteil aller Predigten.


    Irgendwann ist man 40 oder 60 und merkt, man hat ein riesen Problem. Über Jahrzehnte antrainiert, kann man es eben nicht so einfach stoppen. Die körperliche Entgiftung geht relativ schnell, nach 10 … 20 Tagen ist das Gift aus dem Körper ist raus, er benötigt es nicht mehr.


    Da bleibt „nur noch“ der Kopf. Wie bekommt man da den „Sanitäter in der Not“ (Alkohol-Grönemeyer) wieder heraus?


    Es ist ja eine Krankheit, die Sucht ist daran Schuld (sorry: dafür verantwortlich). Mir wird unbewusst suggeriert, ich kann nichts dafür.

    Die Einsicht ist zwar da, doch fehlt die Kraft/ der Wille. Dazu kommt die tagtägliche Versuchung.


    Demzufolge muß man im „Alter“ das erlernen, was in jungen Jahren versäumt wurde.

    Lernt der Mensch wirklich nur durch Schmerzen (Tiefpunkt) ?

    Oh doch, es ist eine mächtige Kraftanstrengung einen Willen aufzubauen. Gerade für den Alkoholiker - er verfällt ja nicht immer wieder der Versuchung, weil er so stark ist.

    Wem das Wort Kraft nicht gefällt, kann auch Wille oder Stärke nutzen. Ist ja auch egal ... es kommt auf`s gleiche heraus.

    Auch ich hatte oft nicht die Kraft den Willen aufzubringen oder den Willen die Kraft aufzubringen, um mit dem Trinken aufzuhören. Immer wieder gab ich mich meiner "Schwäche" hin und wählte den vermeintlich leichtesten Weg - saufen. Es benebelt so herrlich und der innere Zwiespalt verschwindet.

    ich mußte also erst meinen Willen kräftigen, an mich Glauben, meine Vernunft die Oberhand gewinnen lassen.

    Erst nach ein paar Tagen der freiwilligen Abstinenz, trat ein gewisser aha-Effekt ein = aha, es geht auch ohne Alkohol ... so hangelte ich mich von Tag zu Tag, Woche zu Woche. Anfangs.

    Liebe Christrose,

    deiner Meinung zur Volksdroge Nr.1 schließe ich mich vollumfänglich an! Doch leider ist die Meinung " der Gesellschaft" so. Viele werden erst aufgeschreckt, wenn die "Kacke am dampfen" ist. Auch ich fragte mich schon oft, warum werden diese Themen nicht schon in der Schule erwähnt, der soziale Umgang in der Familie. Doch das ist ein anderes Thema.

    Und genau das, das konnte ich irgendwann nicht mehr beeinflussen, ob ich übermäßig saufen will/soll/kann ... oder nicht und ab wann das so war, das entzieht sich eh meiner Kenntnis.

    Hm, war ich also verantwortungslos wenn was passiert, das ich nicht mehr beeinflussen kann?

    Ja, doch du hörtest doch dann auf mit Trinken. Wer beeinflusste denn das?

    Hallo Tippi,

    der Traum war nur ein Traum. Auch ich träumte auch schon Erschreckendes, daß ich schweißgebadet, panikartig hochschreckte und sogar Angst hatte, wieder einzuschlafen, aus Furcht der Traum könne von Neuem beginnen.

    Im Unterbewußtsein werden schmerzhafte Erinnerungen/ Erlebnisse oft, auch noch Jahre später, „verarbeitet“ , auch positive.

    Beantworte einmal für dich, ob das Weintrinken angenehm war und dich diese Erkenntnis schreckte oder … ?

    Wie Dante schon schrieb, das kommt vor und vergeht, so nach und nach. Hab keine Angst davor, denn die Angst ist ein guter Nährboden für die Angst. Versuche sie zu ergründen, zu verstehen.

    Viele Grüße

    Hallo,

    Schuld ist ein moralischer Begriff. .... dass ich genauso für meine Abstinenz verantwortlich bin. Ich habe es in meiner Hand und bin da nicht abhängig von anderen Personen, äußeren Umständen oder der Wetterprognose. Daraus ziehen ich gerade viel Kraft auch für andere Lebensbereiche.

    Oh, da habe ich ja etwas losgetreten mit dem Wort „Schuld“ , bitte durch Verantwortung bzw. Verantwortlichkeit ersetzen und damit den freien Interpretationen Einhalt gebieten.


    Noch kurz zu mir, die Erkenntnis über meine Sucht war bitter. Ich bin aber nicht verbittert.


    Sind nicht die meisten Krankheiten im Vorfeld abwendbar? Bin ich nun da auch dran Schuld?

    Wenn ich sie selbst, wissentlich verursache (mißbräuchlich) – ja, dann trage ich die Verantwortung.

    Würde ich nicht übermäßig getrunken haben. ...


    Mißbrauch ist der schlechte oder falsche Gebrauch, wenn ich anderen oder mir Schaden zuführe. ob nun vorsätzlich oder fahrlässig.

    Es liest sich noch einiges verbittert bei dir an. Bequemlichkeit /Dummheit hat bei mir nicht die Vernunft abgelöst, es war die Sucht.



    Bin ich schuldig, wenn ich krank werde? Doch nur, wenn ich bewusst, die Krankheit herbeigeführt habe. Also müsste ich mich, trotz besseren Wissens, zum Alkoholiker gemacht haben, um mich schuldig zu fühlen.

    Genau, das macht mich ja bitter, ich habe es willentlich in Kauf genommen. Mir war (anfänglich) die Gefahr bewußt, was hätte passieren können, ich dachte ich könnte es kontrollieren. (so viel zu Dummheit)

    Ich rede mich nicht heraus ... es ist eine Krankheit, das klänge so, als könne ich nichts dafür. Das Gegenteil ist der Fall. Ich bin dafür verantwortlich, daß es soweit kam. Die Sucht trainierte ICH mir an, sie kam nicht plötzlich, wie Husten oder ein Unfall. Ich kann nicht behaupten, die Gefahr war mir nicht bewußt!

    Demnach ist nicht die Sucht schuld, sondern der der sie hervorbrachte, der Verursacher.

    Ehrlich gesagt, ist es gleich wie andere Alkoholiker damit umgehen - die Wahrheit wird immer die Wahrheit bleiben, egal wie man sie nennt.

    Jeder weiß, um die Gefährlichkeit von Alkohol, Heroin etc. , zumindest halbwegs gebildete Erwachsene.

    Dieser Frust wird bei mir noch eine ganze Weile andauern, denn was "diese Sucht" , nein richtiger: was ich, während meiner heftigen Alkoholzeit, zerstörte, bekomme ich in diesem Leben wohl nicht mehr hin.

    Ich gehe jetzt mit Problemen anders um, ich trinke sie nicht mehr weg.


    " Die Probleme sind jedoch nicht mit dem Wegstellen des Glases verschwunden." Wie kommst du da drauf? Sie sind klarer als je zuvor.


    Wünsche einen zauberhaften Abend!


    Zitat

    Griß di, Hartmut,

    warum ich dem Suff verfiel, ist mir durchaus bewußt, sehr sogar. Schuld war ich, nur ich. Es war Flucht vor der Realität, Schwäche, den einfachsten Weg wählen – trinken und alles ist weg, anstatt sich mit Problemen auseinander zu setzen, um sie zu lösen. Ich „rannte“ einfach weg, so wie Kinder es tun. Ich gefiel mir darin. Da löste ich wohl mit Bequemlichkeit/ Dummheit die Vernunft ab.

    „ deiner Sucht noch gar nicht so richtig abgefunden „ … ich fand mich damit ab, daß Alkohol für mich nicht mehr in Frage kommt. Ich bewies mir definitiv, daß ich das nicht kontrollieren kann, dann ist das Sucht. Und ich fand mich damit ab. Drum wählte ich auch den Verzicht.

    Vielleicht mußte ich auch erst mein bisheriges Leben zerstören, um wach zu werden.

    Ob entschuldbar oder nicht. Jedenfalls trinkt ein Alkoholiker nicht vorsätzlich. Er muss trinken.

    Muß er?

    Ich muß gestehen, ich hatte nie das Gefühl Alkohol trinken zu müssen, ich tat es einfach völlig gedankenlos, es ebnete mir den Zugang in eine andere Welt, in die ich wollte.

    Zugegebenermaßen, verspürte ich oft ein großes Verlangen, Alkohol zu trinken, doch ignorierte ich es, war das Verlangen nach relativer Zeit wieder weg.

    Wohlwissend arrangierte ich mein Leben so, daß dem Alkoholkonsum nichts im Wege stand. Ich richtete es so ein.

    Zum Schluss meiner „Karriere“ richtete ich mir über ein Jahr ein, mit täglich mindestens einer halben Flasche Schnaps und/oder div. Litern Bier pro Tag.


    Vielleicht suggerierte ich es mir auch nur, daß mein Trinken eine reine Kopf-/ Willenssache sei. Oder die Anderen, das sie trinken müssen.

    Wie dem auch sei, ich kam vom Alkohol los, weil ich das wollte.


    Bin ich wirklich ein Sonderling?

    Hallo neni,


    gerade las ich mir deinen kompletten Beitrag durch.

    Du bist eindeutig auf Entzug (ganz ernst gemeint), ähnliche Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich beschloss mit dem Trinken aufzuhören. Es war ein ständiges HIN und HER.

    Ich wusste, ich muß mich trennen (vom Alk) sonst gehe ich kaputt, ähnlich geht es dir mit einem Alkoholiker.


    Viele Grüße

    Ich suche nach Auswegen Getrunken wird seit ich denken kann immer heimlich,ich glaube wir haben lange nebeneinander her gelebt.Reden über Probleme ist nicht es gibt nichts zu klären,er hat ne Firma gegründet die ich leite,alle Probleme sind meine,er hatte viele Süchte entwickelt ,er sagt selber das es grenzwertig war,übrig ist der alk geblieben,scheidung kein Thema,ich bin finanziell und emotional abhängig,ich muss wieder einen Weg ins Leben finden.Ich bin so eine die denkt alles schaffen zu können aber gegen den alk bin ich machtlos,Vater und Schwester auch getrunken.

    ... finanziell und emotional abhängig ...



    Lügen, also das ist wirklich ein Thema, was ich als bedeutungsvoll empfinde. Egal aus welcher Situation heraus, man sollte ehrlich sein!


    Es gibt ja den klassischen Selbstbetrug. Irgendwann glaubt man sogar die Lüge. Es ist nicht gut, grade in einer Beziehung sollte man ehrlich sein.

    Hallo Nala,


    Alex` Edelmut in allen Ehren, doch wenn Ehrlichkeit den eigenen Untergang beinhaltet, will das wohl überlegt sein.


    Wenn du dich mit einem "Doppelleben" arrangieren kannst - tu es. Du bist finanziell abhängig, willst du das nicht aufgeben, mußt du dich arrangieren.

    Du schreibst "jahrelang nebeneinander her gelebt" ... werden da nicht aus Gefühlen Gewohnheiten? Würdest du das als emotional abhängig bezeichnen? Natürlich wirft man nicht einfach 40 Jahre gemeinsames Leben weg. Doch Hoffnung auf Verbesserung hast du nicht.


    Ich bin ungefähr der gleiche Jahrgang wie du. Ich versuche bei Problemen immer die Situation von außen zu betrachten, quasi als Unbeteiligter, spiele dabei theoretisch diverse Möglichkeiten durch. Wäge das Für und Wider ab ... was könnte passieren, wenn ich das und das tue, ist es mir es wert.

    Vielleicht ist es gut, wenn du das auch einmal für dich in Erwägung ziehst, um Klarheit zu gewinnen.

    Du schreibst, vom Alkohol will und kann er nicht weg, trennen kommt für dich nicht in Frage.

    Was also für eine Möglichkeit/ Möglichkeiten (dazwischen) gäbe es?


    Bitte versuche einmal deine Gedanken in Worte zu kleiden.


    Viele Grüße