orangeblau - Partner Alkoholiker oder bilde ich es mir nur ein

  • Ich kenne auch viele, die sich totgetrunken haben.

    Ja, ich war auch die ganzen ca. 26 Jahre Saufen über davon überzeugt, dass es besser ist, zu trinken, als irgendwie nüchtern zu sein.
    Ich war überzeugt, wenn ich damit aufhöre, ist das Leben sowieso vorbei, also scheiss drauf.
    Du bringst das ja selbst mit dem Spaß, das war bei mir noch viel extremer.

    Erst durch meine Jahre mit Trinkpausen fiel es mir irgendwann auf, dass es mir schlechter geht, wenn ich trinke, als an den Tagen ohne. Und irgendwann gings mir trinkend so schlecht, dass ich dachte, nüchtern kanns auch nicht schlimmer sein, jetzt mache ich das mal. Als ich aufgehört habe, hatte ich die Schnauze voll davon, und genau das fehlt vielen.

    Am Anfang habe ich mir sogar noch offen gehalten, dass ich mit dem Trinken wieder anfange, wenn mich die Trockenheit nicht überzeugt. So wichtig war mir mein Leben nicht, dass ich es unbedingt behalten wollte, es musste irgendwie auch passen. Für eine traurige Angelegenheit wäre ich nicht trocken geblieben.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich kann nur hoffen, dass „meine“ Alkoholiker auch irgendwann an den Punkt kommen.

    Ich wünsche es sowohl meinem Ex als auch dem anderen Mann.

    Für Außenstehende ist es einfach schlimm zu sehen wie geliebte Menschen ihr Leben an die Wand fahren. Man sieht das ganze Potenzial welches in ihnen steckt, wie schön es ohne sein könnte usw., aber doch kann man nichts tun um ihnen das klar zu machen.


    Kann aber schon verstehen, dass es extrem schwierig ist. Alkohol ist gesellschaftlich sowas von immer mit dabei. Ich kenne das ja aus meinem eigenen Leben. Überall wird einem was angeboten, oft steht schon ein Sektchen vor einem auf dem Tisch bevor man überhaupt gefragt wird, ob man will. lehnt man ab, reagieren viele mit „komm ein Gläschen man gönnt sich ja sonst nichts“

    Abends auszugehen, finde ich nüchtern fuchtbar, man kommt sich fehl am Platz vor zwischen den ganzen Betrunkenen. Bleibt man dann lieber zuhause, fallen wiederum viele soziale Kontakte weg. Es ist ja nicht so, dass man nur aufhören muss zu trinken, habe das Gefühl man muss teilweise auch das komplette Umfeld wechseln.

    Eine Freundin hat zB zu mir gesagt: „selbst wenn er trocken wäre, ist er nichts. Stell dir vor, du kannst dann nie mit ihm gemütlich was trinken gehen, bei jedem Geburtstag müsste er gelangweilt daneben sitzen, im Urlaub könnte er auch nichts trinken, nie wieder richtig Spaß haben“ eigentlich traurig.

    Ich habe mittlerweile schon so eine Abneigung gegen das Zeug entwickelt. Ich glaube ich höre selbst auch komplett auf damit.

    5 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (7. Mai 2026 um 13:28)

  • Na ja, ich bin Alkoholiker, und ich weiß, dass man das trinkend genau umgekehrt sieht.
    Wenn Du jemanden zwingen würdest, aufzuhören, würde er wahrscheinlich nicht glücklich damit.

    Meine Frau wollte mir das x Mal erklären, und ich habe immer gegengehalten, dass Saufen das Einzige ist, was das Leben für mich lebenswert macht. Mehr, als es meine Frau oder irgendetwas Anderes es lebenswert machen konnte. Und ich habe das auch so empfunden.
    Nur als Außenstehender glaubt man, der müsste das doch so empfinden, dass es ihm ohne besser geht.

    Auch die Trinkpausen waren erst mal dazu da, dass ich mich trotzdem einmal die Woche komplett betrinken konnte. Ich wollte anfangs nur den Schaden dabei begrenzen, meine Gesundheit nicht völlig ruinieren, meine Frau nicht völlig verärgern.

    Ich hätte das auch weitergemacht, wenn es funktioniert hätte. Nur, dass der Durst beim Trinken kam und ich, wenn ich mal angefangen hatte, immer hemmungsloser wurde und erst aufgehört habe, wenn ich körperlich nicht mehr in der Lage war, weiterzutrinken, hat mich irgendwann zum Umdenken gebracht. Aber davor habe ich jahrelang versucht, immer besser irgendwie zu kontrollieren, damit ich mir meine Vollräusche irgendwie weiter leisten konnte.

    Und ich hatte auch eine lange Phase, in der ich dachte, wenn ich ein paar Probleme gelöst habe, normalisiert sich mein Alkoholkonsum. Dann könnte ich trinken, ohne regelmässig abzustürzen. Aber ab einem gewissen Pegel ist das einfach egal, und dann habe ich eben trotzdem gesoffen bis zum Exitus. Dafür brauchte ich gar kein Probleme, und das macht Sucht eben aus.

    Und diese Kontrollversuche, um nur nicht ganz aufhören zu müssen, sehe ich auch in dem "ich hab irgendwie ein Problem" und dem reduzieren auf zwei Tage die Woche in einem anderen Thema. Das hat nichts mit ganz aufhören wollen zu tun, sonderrn nur mit Schadensbegrenzung.

    Mein Vater hat sich totgesoffen und war bis zum Schluss davon überzeugt, dass es ihm damit trotzdem besser geht als mir, weil ich trocken war. Das ist eben so. Was hätte für mich dabei schlimm sein sollen, ich weiß wie man nass tickt. Wenn das für Außenstehende schlimm ist, heißt das nur, dass sie sich nicht genügend abgrenzen können. Und an genau dem Punkt bist du selbst gefordert.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Das ist schwierig und bei jedem Menschen wieder ein Prozess sich davon abzugrenzen, wenn man jemanden gern hat. Man hat auch lange Hoffnung, dass die Person zur Einsicht kommen solange man sie noch nicht losgelassen hat.

    Ich habe auf meine Ex auch 10000 Mal eingeredet, Paartherapie, alles, ich habe nichts unversucht gelassen. Es hat nichts gebracht eher schlimmer gemacht. Er hat mich behandelt wie die Staatsfeindin Nr. 1. Am Ende bin ich selbst krank geworden, nervlich total am Ende, Panikattacken, depressive Verstimmungen. Ich konnte einfach nicht mehr.
    Am Ende hat er Frau, Kinder, Haus einfach alles verloren, quasi das perfekte Leben. Da sieht man wie stark so eine Sucht ist.

    Ich denke ich muss da vorallem an meinen „Warnsystem“ arbeiten. Am Anfang besser hinschauen, wen ich vor mir habe und mich gar nicht erst drauf einlassen. Loslassen fällt mir schwer, auch bei dem aktuellen Mann.

  • Ja, diese Kontrollversuche sind wahrscheinlich normal.

    Mein ex war ja heimlicher Spiegeltrinker, denke ich. Der hat vermutlich täglich versucht es zu kontrollieren, weil er nicht wollte, dass ich etwas merke.

    Ist er dann doch mal weggegangen abends hat er die Chance genutzt und kam jedes Mal total blau nach Hause oder ist in der Bahn eingeschlafen und irgendwo aufgewacht. Mit 2 kleinen Kindern zuhause, peinlich.


    Der aktuelle Mann ist so, dass er nicht aufhören kann, wenn er angefangen hat. Der schüttete das Bier runter wie Wasser und hört nicht auf damit. einmal hat er so viele Schnäpse nacheinander gekippt, dass ihm die Bardame nichts mehr geben wollte…

    Wieviel er genau trinkt weiß ich nicht, aber ich denke der hat sicher 1 Mal die Woche oder öfter einen totalen Absturz.

    Mir hat er immer gesagt, wenn er arbeiten muss trinkt er nicht so viel, kauft sich nur einen Sixpack. Ich habe ihm schon gesagt dass er total übertreibt und nicht ständig so besoffen sein kann und dass ich nicht mehr immer trinken will. Seit dem Distanz. Ich glaube, Er hat mich sogar mal nach Hause geschickt weil er unbedingt saufen wollte.
    Ganz klar Alkohol Priorität.

    Ich arbeite daran es nicht persönlich zu nehmen.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass wir es nur schön hatten solange ich mitgetrunken habe.

    Einmal editiert, zuletzt von orangeblau (7. Mai 2026 um 14:10)

  • Eine Freundin hat zB zu mir gesagt: „selbst wenn er trocken wäre, ist er nichts. Stell dir vor, du kannst dann nie mit ihm gemütlich was trinken gehen, bei jedem Geburtstag müsste er gelangweilt daneben sitzen, im Urlaub könnte er auch nichts trinken, nie wieder richtig Spaß haben“ eigentlich traurig.

    dazu noch:

    es gibt hier mehrere, die in ihrer Trockenheit gefährdet sind, wenn der Partner trinkt. Schon von daher keine so gute Idee, ihm etwas vorzutrinken.

    Bei mir ist es so, dass ich trocken sehr viel Spaß haben kann. Früher bin ich ja irgendwann betrunken schlecht aufgefallen oder musste mich beherrschen, und mit Spaß hatte das nicht sehr viel zu tun. Ich hab mir das, als ich trocken wurde, rückwirkend betrachtet, und oft war der Spaß reine Einbildung. Nüchtern bin ich wesentlich besser drauf.

    Aber mich würden heute Leute, die für ihren Spaß trinken müssen, einfach langweilen. Da wäre gar kein Interesse an einer Beziehung vorhanden. Ich will trocken mein Leben auch leben, und da haben Angetrunkene keinen Platz drin. Das würde mich nicht gefährden, aber es ist nicht mehr Meins. Und ich merke schnell, wenn jemand auch nur zwei Bier drin hat, das ist einfach nicht mehr die selbe Ebene.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Übrigens habe ich selbst schon mal die These aufgestellt, wenn Du ohne Alkohol keinen Spaß haben kannst, bist Du bereits psychisch abhängig. Und als EKA bist Du schon von Haus aus nicht gerade ungefährdet, weil Du genau das lernst.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Übrigens habe ich selbst schon mal die These aufgestellt, wenn Du ohne Alkohol keinen Spaß haben kannst, bist Du bereits psychisch abhängig. Und als EKA bist Du schon von Haus aus nicht gerade ungefährdet, weil Du genau das lernst.


    Ich weiß schon immer, dass ich allein aufgrund der Herkunft/Gene suchtgefährdet bin. Meine Mutter hat uns früh eingetrichtert das Vorsicht geboten ist.

    Ich persönlich kann auch Spaß ohne Alkohol haben und leben, sehr gut sogar.
    Ich wollte nur darauf hinweisen dass Alkohol LEIDER schon sehr stark gesellschaftlich verankert ist.

    Als Single: Weinfest unter Gesellschaft oder alleine zuhause vor dem TV sitzen?

    Ich finde schon das Abstinenz zur Vereinsamung führen kann, bzw. verstehe wenn nasse Alkoholiker Angst davor haben, gerade alleinstehende. Meistens bewegen sich solche Leute ja in einem trinkfreudigen Umfeld, sind gesellig. Das erschwert den Ausstieg mit Sicherheit nochmal. Darauf wollte ich hinaus.

    Einmal editiert, zuletzt von orangeblau (7. Mai 2026 um 15:46)

  • Hier kursiert eine goldene Regel fûr Alkoholiker: Nur nicht trinken reicht nicht.

    D. H. Im Zweifel auch neue Kontakte aufbauen, mit Leuten, die nicht zwingend Freizeit und Spaß mit Alk verbinden, hattest Du ja auch schon für dich überlegt.

    Ja, Deutschland ist ein Hochkonsumland. Aber es gibt auch andere, die falken nur nicht so auf.

  • Hier kursiert eine goldene Regel fûr Alkoholiker: Nur nicht trinken reicht nicht.

    D. H. Im Zweifel auch neue Kontakte aufbauen, mit Leuten, die nicht zwingend Freizeit und Spaß mit Alk verbinden, hattest Du ja auch schon für dich überlegt.

    Ja, Deutschland ist ein Hochkonsumland. Aber es gibt auch andere, die falken nur nicht so auf.


    Ja, ich denke das wird auch mein Weg sein in Zukunft. Habe so eine Abneigung entwickelt wird immer schlimmer

  • Mir wurden die Leute um so egaler, je länger ich getrunken habe.
    Bei mir ging das am Ende nicht mehr um Geselligkeit, weil ich meistens alleine zu Hause getrunken habe.
    Die Gesellschaft bestand dann meistens darin, dass ich mich besoffen mit meiner Frau gestritten habe.

    Erst, als ich schon einige Jahre trocken war, habe ich wieder angefangen, außerhalb von Selbsthilfegruppen an geselligen Runden teilzunehmen und wurde dann auch selbst Veranstalter von Kochevents und so. Da wars mir schon längst wurscht, ob Andere dabei ihren Wein getrunken haben. Es waren auch immer welche dabei, die gar keinen Alk getrunken haben. Das hab ich wegen einem Umzug wieder aufgehört.

    Heute habe ich ganz andere Ansprüche an Gesellschaft und da sind fast alle nüchtern. Und ja, die gibt es.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (7. Mai 2026 um 17:15)

  • Hast du einen Entzug gemacht oder von alleine es geschafft?

    Kann man es überhaupt alleine schaffen?


    Ich kenne das ja, das Alkoholiker es schon in Aussicht stellen und meinen es geht ohne Hilfe.

    Mein Ex hat es laut eigenen Aussagen ohne Entzug/Therapie geschafft. Das kann ich ihm nicht glauben. Ich denke es ist gelogen, alleine wenn ich sehe wie er mittlerweile aussieht. Aber wer weiß…:

  • Ich hab keinen Entzug gemacht. Ich hab jede Woche drei Tage Trinkpause gemacht und mein damaliger Hausarzt fand das nicht nötig.

    Ich habs auch nie in Aussicht gestellt oder versprochen, dass ich aufhöre. Bis zum Tag vorher war ich noch auf dem Trip, die Kontrollversuche weiter zu verfeinern. Meine Frau hatte auch nicht verlangt, dass ich aufhöre. Nur bisschen besser beherrschen.

    Ich bin nach einiger Zeit in die Suchtberatung, weil mein Problem meiner Ansicht nach war, dass ich immer wieder anfange.
    Ich wollte mich mit jemandem drüber unterhalten, der sich damit auskannte. Ich hab sogar angefangen, einen Antrag auf Therapie zu stellen, aber dann fiel es mir ziemlich leicht, es zu lassen, wohl weil es mir so komplett reichte. Also keine Therapie, ich dachte wenn nötig ist könnte ich immer noch. Außerdem verschaffte mir das eine gründliche ärztliche Untersuchung bei einem Arzt, der sich mit Alkoholfolgen auskannte, die Suchtberatung kennt solche.

    Erst mal hatte ich einfach restlos die Schnauze voll. Weils halt x mal schief gegangen war, dass ich aufhören wollte, bevor ich restlos betrunken war. Ich hab Druckbetankung gemacht, den Whisky aus der Flasche direkt getrunken. Zwei bis drei Liter Schnaps in wenigen Stunden, bis es mich umgehauen hat. Die Gier kam so richtig beim Trinken, vorher dachte ich oft, heute beherrsch ich mich ein bisschen, klappte immer seltener. Es kotzte mich an, ich kotzte mich an, und ich ging auch zum Kotzen.

    Mein Mittel war jahrelang, wenn die Abstürze besonders schlimm waren, habe ich mich einige Zeit lang mehr beherrscht. Eigentlich wollte ich das so fortführen. Mitten in der Nacht hatte ich den Flash, es liegt immer dran, dass ich nur ein bisschen zur Entspannung trinken will, dann gehts dahin, und deswegen gings mir so beschissen. Das fuhr mir richtig rein und es lief ein Film in mir ab, was mich die Sauferei schon alles gekostet hatte, nicht nur Geld, sondern auch Leben. Also ab sofort gar nichts mehr.

    Ich konnte dann gar nicht schnell genug aufhören, war glücklich über die Erkenntnis, dass mich niemand zum Trinken zwingt außer meiner Gier.

    Lange reichte die Erinnerung an meinen Tiefpunkt, dass ich da nie wieder hin wollte. Und später habe ich auch immer gesehen, wo es hin führen würde, auch als es mir sonst mal ziemlich schlecht ging, Trinken war nie mehr eine Option.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Bevor ich weiter das andere Thema crashe, schreibe ich hier weiter.


    Ja, ich weiß dass ich nichts tun kann und keinen Einfluss habe.

    Jetzt kommt die große Reue, dass ich das Problem angesprochen und Dramen gemacht habe. Ich hätte einfach nichts sagen und machen sollen, dann wäre er noch hier. Aber ob das besser wäre?

  • Ich schätze, bis Du kamst, hatte er sich mit seiner Sauferei einfach eingerichtet. Wie das sehr viele tun.

    Für mich sind das unvereinbare Interessen. Einer will trinken, die Andere will einen nüchternen Partner.

    Wenn der Krankheitsaspekt und das Stigma nicht wären, wäre das ein ganz normaler Trennungsgrund. Es passt schlicht nicht zusammen.

    Passiert doch überall auf der Welt, dass Paare sich trennen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich habe eben deinen Faden quer gelesen und bin daran hängengeblieben. Ist von 2022.

    Ich wünsche mir ich hätte die Entdeckungen nie gemacht und die Sache niemals angesprochen

    Das hier von heute:

    Jetzt kommt die große Reue, dass ich das Problem angesprochen und Dramen gemacht habe. Ich hätte einfach nichts sagen und machen sollen, dann wäre er noch hier. Aber ob das besser wäre?

    Du bist im gleichen Thema mit denselben kreisenden Gedanken, obwohl du heute, 4 Jahre später, ähnliche Antworten wie damals bekommst. Was genau erhoffst du dir??

  • Hallo,

    Du hast geschrieben, dass du schon mit dem zweiten Alkoholiker zusammen bist.

    Das könnte auch ein Muster sein und da gilt es auch bei dir mal genauer hinzusehen.

    Was macht dich zur Kümmerin? Brauchst du es für dich, um Anerkennung zu bekommen.

    Bei mir war es anfangs auch so. Ich musste erst einmal verinnerlichen dass ich absolut nichts tun kann. Erst danach konnte ich meine Opferrolle verlassen und bei mir hinsehen.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Es geht mir nicht ums kümmern. Im Gegenteil, er hat sich eher um mich gekümmert.

    Ich habe mich wohl gefühlt, Sympathie, Anziehung, auf einer Wellenlänge. Wir haben uns super verstanden, hatten viel Spaß. Ich habe nicht von Anfang an gemerkt, dass auch er ein Alkoholproblem hat.
    Ich werde darüber nachdenken….

  • Es geht mir nicht ums kümmern. Im Gegenteil, er hat sich eher um mich gekümmert.

    Nun komme ich auch mal kurz in den Co-Bereich zu dir, bin aber gleich wieder weg. :saint:

    Gefühle, vor allem Verliebtheit, überlagern ja oft die Realität. Das ist nichts Ungewöhnliches und passiert nicht nur bei Suchtkranken. Diese rosarote Brille gehört beim Menschen wohl einfach manchmal mit zur Grundausstattung.;)

    Ich frage mich nur, ob genau das nicht oft auch das Co-Muster verstärkt. Dieses Bedürfnis, einem Alkoholiker helfen, ihn verstehen oder vielleicht sogar retten zu wollen. Ich habe über die Jahre zumindest oft den Eindruck bekommen, dass Co-Abhängige selten aus reiner Logik bleiben.

    Eher wegen Gefühl. Und Gefühl ist manchmal stärker als jeder Verstand, bis man irgendwann das eigene Muster erkennt. Oder sehe ich das zu einfach? Wenn ich das auf Alkoholiker übertrage, wirkt es für mich am Ende gar nicht so anders. Auch dort überlagern Gefühle, Illusionen und die Suchtmechanik oft die Realität. Beide Seiten hängen irgendwie in ihrem eigenen Muster fest. Der eine im Saufen, der andere im Retten.

    Und aus dem, was ich hier über viele Jahre gelesen und erlebt habe, sieht es für mich manchmal fast wie ein geschlossenes System aus. Der Alkoholiker dreht sich im Kreis seiner Sucht und der Co-Abhängige im Kreis seiner Gefühle. Und keiner kann den anderen dauerhaft retten.

    Deshalb wäre mein erster Gedanke oft. Erstmal bei sich selbst bleiben und die eigene Baustelle anschauen.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich schätze, bis Du kamst, hatte er sich mit seiner Sauferei einfach eingerichtet. Wie das sehr viele tun.

    Für mich sind das unvereinbare Interessen. Einer will trinken, die Andere will einen nüchternen Partner.

    Wenn der Krankheitsaspekt und das Stigma nicht wären, wäre das ein ganz normaler Trennungsgrund. Es passt schlicht nicht zusammen.

    Passiert doch überall auf der Welt, dass Paare sich trennen.


    Würde ich so nicht sagen.

    Ich trinke ja auch gerne mal 2-3 Gläschen, bin ein geselliger lustiger Typ, mag diese entspannte lockere Art, die von ihm ausging.

    Ich habe nur irgendwann gemerkt, dass er ständig totale Abstürze hat und dann auch schlimmere Dinge passiert sind. Das hat mir Sorgen bereitet und ich habe angefangen es zu hinterfragen.


    Und da ich ja schon Erfahrung hab, weiß ich dass in so einem Fall nur Abstinenz hilft. Das habe ich auch kommuniziert. Ansonsten habe ich nichts dagegen wenn jemand ab und zu was trinkt.


    Bei mir ist das riesen Thema, dass ich zweifle ob ich richtig liege oder mich täusche. Das hatte ich bei meinem Exmann schon.
    Anschließend bekomme ich Schuldgefühle, dass ich vielleicht übertrieben habe und jemandem zu Unrecht etwas unterstelle und dadurch Beziehungsprobleme verursacht habe, die alles kaputt gemacht haben. Hatte ich beim Exmann auch schon.

    Mein Exmann bestreitet ja nach wie vor ein Alloholproblem zu haben, er ist/war Spiegeltrinker, hat alles heimlich gemacht.

    Der 2. Mann hat ab und zu Andeutungen gemacht, sich selbst als Voll-Alki bezeichnet usw. bevor ich was gesagt habe. Dann aber wieder abgestritten und gemeint er kann schon Pause machen und ist doch keiner.

    Freundinnen sagen, dass es doch keinen Zweifel gibt, ich aber vertraue meiner Wahrnehmung irgendwie nicht.

    2 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (14. Mai 2026 um 23:04)

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!