Schmidtty - Endlich weg vom Alkohol

  • moin schmidtty

    sehr kluge entscheidung. solche partys dienen doch im grunde nur dazu sich zu besaufen. damit willste nichts mehr zu tun haben, ergo haste da auch nichts verloren. gönn dir doch statt dessen irgend etwas schönes zur entspannung. weiß ja nicht wo deine interessen liegen, dem einen hilft ein schönes bad bei leiser musik der andere kann in der sauna so richtig abschlaten der nächste braucht einen spannenden film und ne tüte kekse. gönn dir sowas in der zeit, zu wissen das man grad was deutlich tolleres hat vertieft die abstinenz durchaus. zu wissen frei zu entscheiden was man sich gönnt statt trinken zu müssen. für mich hatte das noch paar entspannungspunkte oben drauf gepackt.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ja, das mit den Selbstzweifeln ist so eine Sache. Ich weiß halt, wie es dazu gekommen ist, dass ich vor 1.5 Jahren nach ca. 4 monatiger Abstinenz wieder angefangen habe, mir die Welt sozusagen schön zu trinken. Irgendwie hatte ich nicht das Rüstzeug, mit meinen Stressoren anders umzugehen. Diese Stressoren werden im Augenblick wieder immer mehr, aber ich möchte jetzt unbedingt vermeiden, wieder in alte Muster zu verfallen, selbst wenn es schwer ist, alles zu vermeiden, was einen triggern könnte, aber ich gebe mein Bestes diese Situationen für mich zu entschärfen.

  • Diese Stressoren werden im Augenblick wieder immer mehr, aber ich möchte jetzt unbedingt vermeiden, wieder in alte Muster zu verfallen, selbst wenn es schwer ist, alles zu vermeiden, was einen triggern könnte, aber ich gebe mein Bestes diese Situatiuation für mich zu entschärfen.

    Ich hatte ein flaues Gefühl, als ich das gelesen habe.

    Was löst bei Dir Stress aus? Hast Du die Möglichkeit hierbei etwas zu ändern? Wie willst Du vermeiden, wieder in alte Muster zu verfallen? Was sind Deine Trigger?

    Ich habe Deinen Text in Fragen gewandelt. Du bist wenig konkret.
    Ist es Dir möglich, mehr zu erzählen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 Ja, ich kann verstehen, wie es zu dem flauen Gefühl kommt. Ich teile dieses Gefühl. Daher habe ich jetzt wieder meinen mentalen Sicherheitszaun hochgezogen. Bei mir war berufliche Überforderung immer ein Trigger und im Moment entwickelt sich wieder alles in diese Richtung. Kollege krank baw. Das Ausmaß würde klarer, wenn ich hier schreiben könnte , was ich mache. Aber das möchte ich aufgrund des Risikos der Wiedererkennung nicht. Ich kann nicht sicher sein, dass nicht doch noch ein anderer Kollege dasselbe gesundheitliche Problem hat.

  • Hallo Schmidtty,

    Ich habe hier die Erfahrung gemacht, je mehr ehrlich ich zu mir selbst war und je offener ich hier war, desto mehr hilfreiche Reaktionen habe ich bekommen, an denen ich weiter arbeiten konnte. Das war der Hintergrund meiner Frage.
    Wenn Du Deine Situation nicht anonym beschreiben kannst, dann verstehe ich das.

    Wenn ich es noch richtig erinnere, war "Grenzen setzen" auch in Deiner Familie für Dich notwendig und wichtig.
    Oft entsteht im beruflichen Umfeld Überlastung oder gar Überforderung durch fehlende Grenzsetzung und Kommunikation.
    " Das, was Du von mir verlangst ist nicht meine Verantwortung, aber ich bin bereit an einer tragfähigen Lösung mitzuhelfen".
    So könnte ein Dialog mit Chef oder Kollegen begonnen werden.
    Ein Vorgesetzter versucht z.B. ein Problem zu lösen, indem er die Aufgabe einem Mitarbeiter gibt, den er schätzt und/oder vertraut.
    Dann ist das Problem erstmal gelöst und wenn es läuft....."Geht doch!".
    Es ist die einfachste Lösung und ich kann mich als Vorgesetzter dem nächsten Problem widmen, es ist ja jetzt alles ok!?
    Ein Chef, der sich seiner Verantwortung bewusst ist, wird handeln, wenn er erkennt, dass das keine so gute Lösung war.
    Das kann er manchmal nur, wenn es ihm z.b. kommuniziert wird.
    Da man meistens beruflich in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, ist das natürlich nicht so einfach.
    Aber habe ich als Betroffener eine andere Wahl, um zu verhindern, dass mich die Situation erdrückt und krank macht?

    Ich philosophiere hier mit dem rum, was ich von Dir weiss und Du wirst selber sehen, ob es bei Dir passt oder nicht.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 Ja, das stimmt, ich muss absolut aufpassen, dass mich die Situation nicht komplett krank macht. Ich sehe die Gefahr. “Keine Grenzen setzen” ist schon lange meine Spezialität. Keine Ahnung, warum genau. Das hat wohl schon in der Kindheit angefangen.
    Aber ok, es hat jeder sein Päckchen mitbekommen. Ich arbeite daran, dass sich die Situation bessert, um nicht damit unterzugehen.

  • Hallo Schmidtty,

    mal eine ganz einfache Frage :

    Wird Dir bei wie auch immer gearteten Stress der Alkohol noch als Lösung angeboten von Deinem Inneren?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ja, absolut. Ich glaube, das was es momentan so schwer macht, ist der Fakt, dass keine Zeit mehr zum Entspannen ist. Ich komme spät aus dem Büro und muss dann auch recht schnell ins Bett. Ohne Schlaf geht es leider nicht. An diesen Punkt wollte ich nie mehr kommen, bin pünktlich gegangen und dann ab zum Sport. Hoffentlich entspannt sich die Lage bald wieder….

  • Ja, ich weiß das und bin ja deswegen auch im letzten Jahr deutlich kürzer getreten, was die Arbeit betrifft. Das tat mir auch tatsächlich gut und hat verhindert, dass ich abends nicht mehr abschalten konnte. Jetzt ist der Kollege langfristig krank, wird aber natürlich nicht ersetzt. Hinzu kommt, dass bei uns saisonal bedingt (bestimmte Prozesse laufen halt am Jahresende und am Jahresbeginn) die Arbeitsbelastung um ein Vielfaches höher ist als

    Ich habe mich mittlerweile meinem Chef gegenüber geoutet, dass ich diese Arbeitsbelastung aufgrund meiner Erkrankung nicht stemmen kann. Außerdem habe ich darauf bestanden, meinen Resturlaub noch bis Ende des Jahres zu nehmen und nicht verfallen zu lassen. Für Tipps, was ich sonst noch tun kann, bin ich offen 🤔

  • Jetzt ist der Kollege langfristig krank, wird aber natürlich nicht ersetzt.

    Das kennen wohl viele, deren Team vermutlich vorher schon nicht zu üppig besetzt war. ..

    Wenn Du jetzt langfristig für 2 ider 3 arbeitest, muss der Arbeitgeber ja auch nichts ändern. Und das macht auf Dauer jeden krank.

    Deswegen finde ich Folgendes bedenklich:

    Ich habe mich mittlerweile meinem Chef gegenüber geoutet, dass ich diese Arbeitsbelastung aufgrund meiner Erkrankung nicht stemmen kann.

    Damit entschuldigst Du Dich am Ende dafür, dass Du wegen Deiner Alkoholkrankheit nicht längerfristig 150% oder noch mehr geben kannst...und begibst Dich in die Defensive, schlechtes Gewissen inklusive?

    Ein anderer Ansatz: Ok, der Ausfall dauert länger, und eine Vertretung gibt es nicht? Was kann also liegenbleiben? Es ist ja auch in Deinem Interesse, lieber Arbeitgeber, wenn ich auf meine Arbeitskraft gut achtgebe...

    Denn durch meine chronische Krankheit ( welche das ist, geht dich gar nichts an) habe ich gelernt, meine Gesundheit an erster Stelle zu setzen .

    Und egal, wie viel ich arbeite: Es ist nie genug, aber immer selbstverständlich - und wird das Unternehmen trotzdem nicht retten, wenn das nötig sein sollte ...Also sorge ich für mich, weil es nämlich sonst keiner macht.

    (Hat bei mir sehr viele Jahre gedauert, bis ich annähernd dahin gekommen bin - weil ich auch den Spaß an der Arbeit behalten möchte.)

  • Rennschnecke Ja, Du hast recht. Ich gehe in die Defensive, obwohl ich das gar nicht muss. Diese Verteidigungshaltung habe ich schon von Haus aus. Meine Mutter hat mich während meiner Ausbildung ständig mit den Worten empfangen “Du bist aber früh daheim (ca 18:00 Uhr). Bist Du sicher, dass schon alles erledigt war? Dein Vater kommt frühestens um 20:00 Uhr nach Hause!” Das hat sich bei mir eingebrannt.

  • Oja, das kenne ich auch. Neulich habe ich mein Strickzeug rausgeholt, als ich mit meinen alten Eltern zusammensaß.

    Da kam wie aus der Pistole geschossen: "Hast Du denn für sowas Zeit?" ( Dabei machte ich das in dem Moment ja nur nebenbei.)

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