Maeron - Von der Krankheitseinsicht & meiner täglichen Abstinenz

  • Bin mir echt sicher dass es die Situatin "Silvester" ist, die den Suchtdruck verursacht hat.

    Mit dem alkoholfreiem Bier geht es mir genauso. Nervte, die Flasche zu sehen, die der Freund trank. Ich werde nächstes Silvester wieder genau aufpassen, wie ich Silvester gestalte.


    Mir fehlen noch Freunde. Alkoholfreie Freunde. Das ist was mir noch fehlt.

  • Hi,

    mir geht es immer noch gut und die Zeit rast.

    Das mit dem Verein überlege ich mir.


    Zuletzt hatte ich hier über die Silvester - Situation berichtet. Seit dem war alles gut. Bis ich vor ein paar Tagen alleine war. Am Wochenende. Irgendwie hatte sich mir der Gedanke, ich könne dann ja etwas trinken, festgesetzt. An Abend dann wurde ich nervös und hatte Suchtdruck. Ich konnte mich glücklicherweise mit meinen Skills ablenken. Habe geduscht. Habe was kreatives gemacht,so Kratzbilder und auch Chilly Bonbons gegessen. Letztendlich war es einfach gut, etwas zu tun zu haben. Um nicht weiter in die Nasse Richtung zu denken. Irgendwann war es vorbei. Am nächsten Tag konnte ich wieder schockiert feststellen, wie krass es ist, weil ich ansonsten eben kein solches Verlangen habe oder solche Gedanken.

  • Guten Morgen maeron, ich lese gerade deinen Faden sehr aufmerksam durch, es könnte meine Geschichte sein bin aber erst auf Seite 3😬

    Gestern war meine Frau mit unseren Kids an einem See und hat mir abends dann die Bilder geschickt, eines davon war eine Bier Flasche mit besonderen Etikett, es triggert mich zwar nicht aber verstehen kann ich es auch nicht, man schickt doch einem Alkoholiker keine Fotos von Alkoholflaschen.

    LG TM

    P.S. bin mal gespannt wie deine Geschichte weitergeht und ob du noch mit ihr zusammen bist...

  • Ganz besonders wen "man" Deine Frau ist.

    Ich denke es ist ähnlich wie bei maeron, ich war nicht im Krankenhaus, hab nichts offizielles, Therapie oder ähnliches. Man denkt ich übertreibe mit der Abstinenz oder meinem Alkoholding wie es gerne bezeichnet wird, wenn ich aber im Koma liegen würde sehe die Sache anderst aus. Von jedem dem ich erzählt habe das ich Alkoholiker bin wurde ich gefragt ob ich nie wieder trinken will und warum. Warum fällt es gerade meiner Frau so schwer mir zu glauben, ich mach das doch nicht aus spaß oder weil es gerade hip ist nichts zu trinken, Sie hat ja auch gesehen wie ich nicht laufen konnte oder die regelmäßigen Aussetzer die ich hatte. Vielleicht rede ich ja zu wenig darüber? Sie hat den ganzen Alkohol den sie bei ihren Eltern noch gefunden hat mit nach Hause gebracht und getrunken. Ihr geht es nicht gut wegen ihrer Eltern deswegen trinkt sie, so hätte ich mich vor 8 Wochen gerechtfertigt. Irgendwie schräg jetzt mache ich mir Sorgen um Sie obwohl ich selber mal eine kleine Geste der Anerkennung brauchen könnte und damit meine ich nicht "das machst du aber toll" usw.

  • Vielleicht rede ich ja zu wenig darüber?

    Solange sie noch trinkt, kannst du sagen, was du willst. Schau dich mal bei CO um. Deine Abstinenz hält ihr einen Spiegel vor, und jeder Satz in diese Richtung wird als Angriff gewertet.

    Es sind die gleichen Argumente, die sie als Antwort gibt wie in meiner nassen Zeit. Damals musste ich auch aus allen möglichen Anlässen trinken, um mein Trinken zu rechtfertigen. Nicht nur rechtfertigen, sondern auch sicherstellen, dass ich in Zukunft lange weiter trinken kann, ohne wieder Gründe anzubringen.

    Aber schau doch mal auf dich selbst zurück, als dir jemand gesagt hat, du trinkst zu viel, du bist Alkoholiker? Oder denk mal darüber nach, was du selbst gedacht hast, als du in deiner nassen Zeit auf einen Alkoholiker getroffen bist? Da wirst du das Verhalten deiner Frau nachvollziehen können.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Morgen Maeron, deine Geschichte hat mir sehr geholfen über meine Situation und die meiner Frau nachzudenken, da gibt es viele parallelen. Ich habe zwar keine großen Probleme mit dem Saufdruck weil ich mich gerade viel mit meinem Gartenhaus beschäftige, da ist einiges zu machen, habe mir Werkzeuge gekauft die ich mir in der nassen Zeit nie geleistet hätte usw. aber meine Beziehungsprobleme sind meine Achillessehne sozusagen, ich hatte nach jedem Streit immer Gedanken:"wieso machst du das", "es ist vorbei du kannst wieder trinken"etc. und die sehe ich jetzt dank Dir und dem Forum ein bisschen anders. Ich werde die Woche mal versuchen mit meiner Frau zu sprechen und das Thema Alkohol ansprechen auch wenn es ihr/uns unangenehm ist. So jetzt hab ich wahrscheinlich viel geschrieben und nichts gesagt aber es hat mir richtig gut getan deinen Faden zu lesen, weil er mich an meine Situation erinnert...

    LG TM

  • Ich habe mal den Satz gehört.

    "Wenn es Dir schlecht geht. Gehe in Deine SHG."

    "Wenn es Dir gut geht. Dann renne dort hin."

    Ich kenne mehrere Alkoholiker, einen auch persönlich, der genau deswegen den Rückfall hatte. Ihm ging es gut und er wurde leichtsinnig.

    Interaktion mit anderen Alkoholikern ist doch recht wichtig. Zumindest schreibst Du hier ab und zu. Das ist ja schon mal gut.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ist es nicht der Klassiker, alles überstanden, das Leben läuft wieder normal, mir geht es gut, und dann…..alles rückt in den Hintergrund, ist nicht mehr so präsent und schleichend, unmerklich werde ich leichtsinnig, unachtsam.
    Bis eine Situation kommt, mit der ich so nicht gerechnet habe, aber was soll’s, mir geht es doch wieder gut.

    Ja den Spruch kenne ich und trotzdem...

    …. ignoriere ich seinen Hintergrund?

    Du hast hier geschrieben, weil es dir selber aufgefallen ist?
    Vlt. hast du einen Weg ohne SHG gefunden, der dich vor dem Vergessen und vor Leichtsinn schützt?

    Motivation? Ist dein abstinentes, selbstbestimmtes Leben, in dem es dir gut geht, nicht Motivation genug weiterhin achtsam zu sein, damit es auch so bleibt?
    Ich glaube, dass der Spruch, nur nicht trinken reicht nicht, für immer gilt, egal wie lange ich schon abstinent bin.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Motivation? Ist dein abstinentes, selbstbestimmtes Leben, in dem es dir gut geht, nicht Motivation genug weiterhin achtsam zu sein, damit es auch so bleibt?

    Ja, natürlich.

    Auf der anderen Seite ist die Stimme in mir, die mir zuflüstert, dass ich doch irgendwann wieder trinken kann. Mir geht es ja gut. Wieso sollte es ein Problem sein. Und ich weiß, das es Quatsch ist. Ich kann das schwer beschreiben. Und ist auch nur zeitweise so. Vermutlich einfach Suchtgedanken, die ich wegschicken sollte.

  • Auf der anderen Seite ist die Stimme in mir, die mir zuflüstert, dass ich doch irgendwann wieder trinken kann.

    Der Einflüsterer ist ein Gruß vom Suchtgedächtnis. Das bleibt, nur die Abstände wurden bei mir immer größer. Jetzt blitzt es bei mir nur noch ab-und an mal auf. Ich habe mich daran gewöhnt und sehe es im Gegensatz zu früher nicht mehr negativ, sondern gewinne dem Gruß sogar positive Dinge ab. Ich werde daran erinnert, das da was ist und wahrscheinlich nie mehr verschwindet. Ich habe in all den Jahren gelernt, damit umzugehen.


    Damit ich nicht leichtsinnig werde und dem Einflüsterer womöglich Gelegenheit gebe, sein schädliches Potential zu entfalten, bin ich hier. Nicht täglich, aber sehr regelmäßig. Es ist wie Training für mich, ein Abstinenztrainung. So lange ich trainiere, wird alles gut. So einfach sehe ich es mittlerweile.

  • Vermutlich einfach Suchtgedanken, die ich wegschicken sollte.

    Ja, das ist das eine, aber das andere ist, dass du dran bleibst, auch wenn es dir gut geht.
    Nur so gelingt es mir, die Suchtstimme als solche zu erkennen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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