• Liebe Comunity,

    Leider bin ich noch etwas unsicher was ich genau schreiben soll. Auch bin ich sehr durcheinander.

    Naja, jedenfalls bin ich seit einigen Monaten der Annahme das mein Partner Alkoholkrank ist.

    Ich kenne mich durch das Thema Selbstverletzung bereits mit vielen dingen aus. Da ich selbst von SVV betroffen bin, weis ich, das ich ihm den Alkohol nicht verbieten sollte.

    Der Grund warum ich jetzt hier bin ist jedoch, das ich ihn und seine Sucht nicht länger finanzieren kann und will.

    Ich habe das thema zwar lange auf dem Schirm gehabt, allerdings gehofft, dass er sich hilfe sucht und einsichtig wird bevor diese Probleme auftreten.

    Da wir jetzt aber in dieser Situation sind muss ich handeln um mich zu schützen.

    Ich habe bereits mit meiner Sozialarbeiterin gesprochen, da ich eine Beratungsstelle für angehörige aufsuchen möchte. Auch ziehe ich eine schuldenberatun in betracht um genau an diesem finanzielle Proble anzusetzen.

    Habt ihr tipps was ich noch tun kann?

    Es tut auf jeden Fall schon mal gut mich hier anzuvertrauen und zu wissen das ich hier verstanden werde.


    Danke für euer Ohr

    Carry

  • Hallo und herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe, Carry,

    du hast schon einen guten Anfang gemacht, finde ich. Ein Gespräch mit deiner Sozialarbeiterin, der Plan, eine Beratungsstelle für Angehörige aufzusuchen. Da kannst du zu einer Suchtberatungsstelle gehen, z. B. Oder bei Selbsthilfegruppen anfragen.

    Und ja, wir sind hier auch eine Selbsthilfegruppe, wir sind online tätig. Der Vorteil liegt auf der Hand. Es ist immer jemand online, außer nachts, da nicht immer. Und wenn du möchtest kannst du gerne teilnehmen und die mit anderen Angehörigen, Mitbetroffenen austauschen. Dazu klick auf diesen Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du findest nach der Freischaltung dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Carry,

    hier bist du jetzt richtig.

    Bitte schreibe die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich, ansonsten kannst du dich hier überall beteiligen.

    Lieber Gruß Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke für die Aufnahme.

    Ich bin momentan einfach sehr verunsichert wie die Situation weiter geht.

    Ich war heute erst an dem punkt an dem ich es wirklich realisiert habe und wahr haben wollte.

    Und es ist hart sich einzugestehen , dass man weggesehen hat bzw so sehr hoffen wollte das der partner von allein gesund wird.

  • Und es ist hart sich einzugestehen , dass man weggesehen hat bzw so sehr hoffen wollte das der partner von allein gesund wird.

    Hallo Carry,

    ja es ist schwer sich einzugestehen das man machtlos ist.

    Da wir jetzt aber in dieser Situation sind muss ich handeln um mich zu schützen.

    Genau das ist der richtige Ansatz. Du musst an dich denken.

    Viel Austausch hier und das Lesen bei den anderen hilft auf jeden Fall. Deine Sozialarbeiterin kann dir sicher weiterhelfen bei der Suche nach einer Beratungsstelle.

    Hast du denn noch Familienangehörige oder Freunde mit denen du reden kannst ?

    LG

  • Nicht wirklich.

    Meine Familie ist sowieso schon immer dabei mir vorschreiben zu wollen was das beste für mich sei.

    Wenn es mir schlecht geht is ihnen das ziemlich egal, aber sobald ich eine Entscheidung treffe die ihnen nicht passt wissen sie alles besser.

    Meine Mutter ist sehr überfürsorglich. Durch ihr trauma ( sie hatte früher viel mit einem alkoholiker zutun) wird sie warscheinlich nur darauf drengen das ich meine Beziehung beende.

    Aber das möchte ich nicht. Ich möcht für ihn da sein wenn er mich um hilfe bittet.

    Ich werde ihn nicht in seinem Alkoholkonsum unterstützen aber wenn er sagt er braucht hilfe , also beispielsweise weil er sich irgendwann gegen den alkohol entscheidet, will ich da sein.

    Nur weil er jetzt gerade in dieser Situation ist, muss es nicht heißen,das ich die Beziehung beenden muss.


    Es wird nicht einfach. Aber mein Partner unterstützt mich auch immer wenn es mir psychisch schlecht geht. Warum sollte ich nicht das selbe tun.

    Er ist für sich verantwortlich also muss er um hilfe bitten. Aber ich werde sie nicht verwehren

  • Hallo zusammen,

    Ich weis nicht ob ich hier richtig bin, aber ich habe gerade echt ne schwere Zeit.

    Seit mir wirklich bewusst wurde wie es um meinen Partner steht hab ich Angst.

    Angst um ihn, aber auch um mich... um uns.

    Es macht mich wahnsinnig. Verzweifelt suche ich nach irgend einem Thread, der sagt, das man das alles ohne Trennung überstehen kann.

    Aber ich finde irgendwie keinen. Ich weis ich kann ihn nicht heilen. Das will ich auch gar nicht. Ich will nur nicht mehr so hilflos sein.

    Ich habe heute mit meiner Sozialarbeiterin gesprochen, wir haben kontakt zu einet Beratungsstelle gesucht, die haben sich bisher aber nicht zurück gemeldet.

    Ich fühl mich so allein.

    Ich sitze hier und weine, weil ich ihn drauf ansprechen möchte, ihm wenigsten sagen das ich Angst habe auch wenn er es abtun wird.

    Aber ich weis das es noch zu früh wäre.

    Ich möchte erst mit der Beratungsstelle reden, damit ich mich auch richtig verhalte.

    Vorwürfe werden ihm nicht helfen. Und mir auch nicht.

    Ich hab mich früher selbstverletzt deshalb weis ich, dass es nichts bringt ihn zu irgendetwas zu zwingen.

    Aber gleichzeitig ist ihm noch gar nicht klar das er Alkoholiker ist. Auch möchte ich nicht, das ich ein "Protestsaufen" auslöse wenn ich ihm sage was ich empfinde.

    Wir haben keine Wohnung und sind deshalb in einem Heim. Allerdings ist dort momentan viel los weshalb niemand etwas mitbekommt.

    Auch will ich erstmal noch nicht mit dem Heim sprechen.

    Die werden höchstens Alkoholtest machen, den Alkohol beschlagnahmen und ihm drohen,das er auf die Straße gehen muss wenn er nich aufhört.

    Allerdings wird das nichts bringen.

    Ein Säufer hört nich einfach auf weil er kein Zuhause mehr hat.

    Deshalb hab ich mich nur meiner Betreuung anvertraut. Sie steht unter Schweigepflicht gegenüber der Einrichtung.

    Ich glaub er ist noch nicht soooo tief drin. Aber definitiv tief genug... egal wie tief es ist immer ein Problem.

    Er ist Spiegeltrinker.

    Rund um die uhr immer wenn der spiegel fällt legt er nach.

    Er versteckt seinen Konsum nicht weil ich ihn nicht verurteile oder etwas verbiete. Das finde ich auch gut. Lieber Zuhause als in irgend einer dunklen Gosse wo ihn niemand findet.

    Er wirkt klar, ist nicht gewalttätig, oder unzuverlässig, er sieht nicht krank aus, ist weder launisch, noch wirkt er unkoordiniert.

    Aber tägliches trinken ist ein problem.

    Und ich muss jetzt meine Angst im Zaum halten, um ihn nicht anzuschreien aus purer Verzweiflung.

    Und ich muss einen Weg finden wie ich für mich damit umgehe.

    Als erstes trenne ich ab nächstem Monat unsere Finanzen. Ich werde seine Sucht nicht finanzieren oder unterstützen.

    Auch mit einer Beratung will ich reden.

    Am liebsten auch mit ihm... oder es wenigestens versuchen.

    Aber wie soll es weiter gehen.

    Was macht ihr gegen diese Angst euren geliebten Menschen zu verlieren oder bereits verloren zu haben.

  • Hallo Carry,

    Deinen Hilferuf habe ich gelesen.

    Wie lange bist Du mit Deinem Partner schon zusammen und wie alt bist Du?

    Du hast geschrieben, Ihr lebt in einem Heim und habt dort Betreuung. Wohnt Ihr zusammen in einer Wohnung?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Jeder hat sein eigenes zimmer.

    Sind bald 1 jahr zusammen.

    Zu trinken fieng er allerdings erst an nachdem wir zusammen kamen.

    Ich bin noch seh jung 22

    Es giebt bei uns auch keine Wohnungen.

    Nur viele einzelzimmer und gemeinsam genutze duschen und küchen

  • Hast Du denn vor Ort jetzt keinen Ansprechpartner?

    Du bist noch sehr jung, hast Deine eigenen Probleme und nun kommt der Alkoholkonsum Deines Partners noch dazu.

    Besser ist es, wenn Du Dich zunächst erstmal auf Dich selbst konzentrierst, und ihn nicht so in den Mittelpunkt stellst.

    Seinen Alkoholkonsum kannst Du weder mit guten noch mit schlechten Worten oder Taten beeinflussen. Das kann nur er allein.

    Es ist gut, dass Ihr noch nicht zusammenlebt, so kannst Du Dich zurückziehen, wenn Dir nach Ruhe ist.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Naja, ich hab meine Betreuerin die 2 mal die Woche zeit für mich hat.

    Die Einrichtung würde ihn wie gesagt nur auf die Straße werfen und das will ich nicht.

    Sonst hab ich n paar Freunde die zuhören.

    Aber das wars.

    Ich kümmere mich um mich selbst so gut ich kann.

    Auch weis ich wir müssen BEIDE aus dieser Einrichtung.

    Hier wo alle substanzabhängig sind ist clean bleiben fast unmöglich.

    Auch hat er erst angefangen, als es in der Einrichtung gefährlich wurde.

    Klar weis ich, dass nur weil wir umziehen die Krankheit nicht weg ist, aber ich hab die Hoffnung,dass es uns beiden dadurch psychisch besser geht.

    Weil hier wird man wirklich nur krank.

    Auch wird er hier nicht wirklich hilfe bekommen.

    Für die arbeiter der Einrichtung sind wir nur irgend ein Mensch. Denen is es egal wenn sich da Leute umbringen, oder sonst was tun.

    Denen is alles egal


    P.s.

    Ruhe findet man in einer unterkunft für obdachlose nie. Hier wird tag und nacht konsumiert und im rausch hauen sich die Leute gegenseitig kaputt.


    Nur mein Freund bleibt ruhig in seinem Zimmer ohne gewalttätig zu sein. Er beschützt mich auch noch .

    Was seine sucht nicht rechtfertigt aber vielleicht erklärt warum ich uns da beide raus hohlen möchte auch wenn ich nicht ändern kann das er trinkt

  • Ihr beide habt ja einen Grund, warum Ihr in diesem Heim seid. Ihr beide habt Euer Päckchen zu tragen.

    Und wenn zwei Personen mit ihren jeweiligen Problemen aufeinandertreffen, können sie sich nicht wirklich gegenseitig stützen.

    Der eine zieht den anderen nur noch weiter mit runter.

    Es ist wichtig, dass Du auf Dich aufpasst. Du brauchst Deine Kraft für Dich selbst! Nicht, dass Du wieder anfängst, Dich selbst zu verletzen!

    Und zurück zu Deinen Eltern kannst Du nicht?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich weis , das wir einander nicht retten können.

    Deshalb haben wir auch gewisse regeln.

    Zum Beispiel, dass wir wenn einer von uns n psychisches Problem hat, dass wir dann nicht das Problem tot reden sondern nur um hilfe bitten.

    Also zum Beispiel konnte er heute nicht kochen weil es ihm nicht gut geht. Die frage was uns belastet, wird selten gestellt.

    Viel häufiger die Frage,giebt es etwas was ich tun kann.

    Wir laden unsere Problem nicht bei einander ab.

    Sondern suchen nach Lösunge bis das problem da landet wo es hin gehört.

    Beim psychologen zum Beispiel.

    Und ich nehm ihm sein Problem ja nicht ab.

    Viel mehr kümmere ich mich darum, wie ich in Zukunft damit umgehe um mich zu schützen.

  • Mir helfen bei solchen diffusen Ängsten Körperübungen.

    Wenn du magst, google mal nach Claudia croos-Müller, "Nur Mut". Es sieht wie ein Kinderbuch aus, ist es aber nicht. Es ist echt überraschend ungewöhnlich und mir helfen die Übungen wirklich sehr gut.

    Das ist das eine.

    Das andere ist, daß ich bei diffusen Ängsten "vor dem was auf mich zukommt", das in kleinere Abschnitte einteile. Das klappt nicht immer, aber relativ oft. Die Vorstellung, was mal im Alter auf mich zukommen könnte, das erschlägt einem ja.... ABER: Wenn ich das in kleine handliche to do's aufteile, dann kann ich eines nach dem anderen anpacken.

    Vielleicht in deiner Situation, was kannst du heute Abend noch regeln oder dir Gutes tun? Noch schnell unter die Dusche? Was genau liegt morgen wann an und wie kann man das in kleine Abschnitte einteilen?

    Auf diese Art habe ich mehr Handlungsfähigkeit und fühle mich nicht mehr gelähmt von einem gigantischen Brocken Arbeit. Aktuell bei mir wird renoviert, Wasserschaden usw. Früher hätte ich mich ins Bett gelegt und wäre wie gelähmt gewesen. Heute habe ich das in kleine Schritte eingeteilt und stur einen nach dem anderen abgearbeitet und mir dabei auch Hilfe geholt.

    Vielleicht passt ja etwas davon für dich?

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Vielen Dank für die tipps.

    Ich denke du hast mir gerade durchaus geholfen.

    Allein die Erkenntnis das viele dinge in der zukunft liegen hilft etwas.

    Heute passiert erstmal gar nichts mehr.

    Essen, trinken, schlafen und morgen hab ich vielleicht etwas weniger Angst.

    Ich bin ja nicht allein mit meinen ängsten. Immerhin, habe ich meine Betreuerin. Und das forum hier.

    Ich denke die nerven liegen die letzte zeit auch einfach blank weil in der Einrichtung so viel lärm herrscht...

    Vielleicht bin ich morgen gerüsteter.

    Und mein Freund ist morgen vielleicht auch etwas besser drauf.

    Ich denke nach der Erkenntnis ist es wichtig für mich auch weiterhin schöne dinge mit meinem partner zutun damit sich der alkoholkonsum den er betreibt nicht in den mittelpunkt drückt.


    Schließlich darf sein problem nicht meines sein.

  • Gerade hab ich einfach so viele Gedanken ib meinem Kopf.

    Ich will eigentlich schlafen um Kräfte zu sammeln. Aber irgendwie will das nicht so ganz.

    Das Leben mit meinem Partner ist wundervoll... zum mindestens wenn man den Fakt der exzessiven selbstschädigung seinerseits weglässt.

    Ich glaube ich versuche gerade alles wieder zu verdrängen.. vielleicht schreibe ich auch deshalb gerade hier...

    Keine Ahnung.

    Vielleicht hab ich mich auch damit abgefunden, das ich nichts tun kann und verdränge es deshalb...

    Weil wenn es keine Lösun giebt kann es ja kein Problem sein. Schlieslich giebt es für jedes Problem eine Lösung.

    Also einfach abwarten..

    Ich werd jetzt noch n bisschen die Zeit totschlagen bis der schlaf mich einhohlt.


    Liebe Grüße und danke für eure worte und eure Zeit.

  • Das Leben mit meinem Partner ist wundervoll...

    Wenn das so wäre, wärst Du nicht hier. Du kannst sein Alkoholproblem nicht abkoppeln. Und das stört dich ja ganz offensichtlich - was ich sehr gut verstehen kann.


    Ich hab auch lange gedacht, mein Ex-Freund wäre mein Traummann, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Und irgendwann habe ich zum Glück kapiert, dass ich ihm nicht helfen kann und dass ich mich in dieser Beziehung verliere, weil meine Gedanken irgendwann nur noch um „Alkohol „ gekreist sind und darum, wie ich den aus unserem Leben verbannen kann.

  • Klar kann ich es nicht ändern.

    Aber ich bin gerade sehr entspannt weil ich verstanden habe das ich das nicht muss. Es ist seine Verantwortung.

    Ich tue alles damit es mir gut geht.

    Das ist meine Verantwortung.

    Ob es ihm gut geht ist seine Verantwortung

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