Silberstreifen - Neustart

  • Hi Rennschnecke

    Vielen Dank der Nachfrage. Ich lese immer mal wieder mit hier im Forum. Im Moment gehts mir weder schlecht noch gut.

    Meine Tochter hat immer wieder Heimweh nach ihrer alten Schule. Das stresst mich sie leiden zu sehen. Sie ladet zwar ab und zu jemanden zum Spielen ein vom "neuen" Wohnort aber so mit einer Freundschaft will es "noch" nicht klappen. Ich bin auch nicht das beste Vorbild in Sachen Beziehung. Seit der Trennung ihres Vater hadere ich sehr mit mir. Ich habe Mühe jemanden an mich heranzulassen, bleibe oberflächlich und freundlich. Eigentlich schon immer. Auch streiten fällt mir sehr schwer. Ausser mit meiner Tochter. Wir streiten und versöhnen uns aber schnell wieder. Aber sie ist meine Tochter, keine Kollegin und auch kein Partner.

    Ich war schon in verschiedenen Therapien aber irgendwie kann ich nicht aus meiner Haut. Auch bin ich viel zu Hause, um so mehr ich zu Hause bin umso weniger habe ich Lust jemanden zu treffen. Aber im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden. Auf jedenfall habe ich weniger emotionalen Stress und muss weniger Angst haben. Wenn ich mir meine Notizen von früher anschaue...haarsträubend was ich mit meinem ExPartner alles erlebt habe. Von da her kann ich mich glücklich schätzen meine eigenen 4 Wände zu haben.

  • Guten Abend liebes Forum

    Ich muss mir mal wieder etwas von der Seele schreiben: heute war ich am ehemaligen Wohnort. Meine Tochter war zu Besuch bei einer Freundin. Ich habe sie dann abgeholt und mit der Mutter einen Kaffee getrunken. Sie meinte dann sie hätte niemals den Wohnort gewechselt da das Kind ja dann noch mehr leidet wenn es zur Trennung obendrauf noch die Schule wechseln muss. Sie wäre an meiner Stelle im gleichen Dorf geblieben. Ich habe ihr gesagt ich hätte Bedenken gehabt, dass mein ExPartner in seinen zahlreichen Räuschen Nachts vorbeigekommen wäre. Ich bin mir sogar sicher. Sie meinte dann, der hat ja schnell eine neue Freundin gehabt. Das kann man ja vorher nicht wissen hab ich dann zu ihr gesagt.

    Ich habe sowieso schon Gewissensbisse weil ich ins nächste Dorf gezogen bin. Meine Tochter hat immer wieder das Gefühl am "alten" Ort sei alles viel besser gewesen. Ich kenne zwei Paare die dich getrennt und im gleichen Ort geblieben sind. Die hatten aber eine andere Situation als wir. Ich wollte in der Wohnung bleiben, mein Ex bestand darauf dass ich ausziehen weil ICH ja die Beziehung beenden wollte.

    Das ganze heute hat mich so dermassen aufgewühlt. Das schlechte Gewissen nagt richtig an mir. Ich war total am Ende und überfordert. Ich glaube dafür, dass ich mich in einer (für mich) Notsituation befand habe ich es nicht schlecht gemeistert. Es könnte immer besser sein-vorallem als Aussenstehender ist das sicher schwierig zu verstehen. Ich versuche mich jetzt mal zu beruhigen und hoffe auf eine ruhige Nacht.

  • Lass Dich nicht verunsichern. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du gehandelt hast. Deine Bekannte weiß doch gar nicht wovon sie spricht. Leute, die nicht in so einer Situation waren wie Du und so fühlen wie Du können das gar nich wirklich beurteilen.

  • Du bist doch nicht ans Ende der Welt gezogen, sondern nur ins nächste Dorf, Silberstreifen.

    Und das ist bestimmt auch gut so, sonst müsstest Du Dir sowas (und den neuesten Klatsch über Deinen Ex) vermutlich öfter anhören.

    Nicht kirre machen lassen, sie geht nicht in Deinen Schuhen...

  • Guten Morgen Silberstreifen,

    Lass Dich nicht verunsichern. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du gehandelt hast. Deine Bekannte weiß doch gar nicht wovon sie spricht. Leute, die nicht in so einer Situation waren wie Du und so fühlen wie Du können das gar nich wirklich beurteilen.

    Das kann ich genauso unterschreiben.

    Ich würde diese Person in Zukunft meiden. Sie weiß nicht wovon sie spricht, erlaubt dich aber ein Urteil darüber abzugeben. Das ist anmaßend und übergriffig.

    Lass dich nicht verunsichern und schieb die Zweifel beiseite. Du bist nicht freiwillig gegangen. Dein Ex hätte dir auch die Wohnung überlassen können.

    Ich kann dich zu 100% verstehen. Ich bin ganz oft dankbar, dass mein Noch-Mann ein paar Ortschaften weiter gezogen ist. So kann er nicht innerhalb weniger Minuten vor der Tür stehen. Wenn er zu uns will, ist es etwas aufwendiger mit dem ÖPNV oder teuer mit dem Taxi, also bleibt er wo er ist.

    Ich mag gar nicht daran denken, was es mit mir oder den Kindern machen würde, wenn er draußen im Garten steht und durchs Fenster sieht oder man ihm beim Einkaufen oder auf dem Weg zum Schulbus über den Weg läuft.

    Du hast vollkommen richtig gehandelt. Die Bekannte ist nicht in der Position, deine Entscheidung zu bewerten.

    LG ☀️

  • Ah wie mich so was ärgert!

    Lass sie reden und denken und urteilen was sie will.

    Du hast gehandelt und sicherlich richtig!

    Vllt hätte sie auch einfach nie den Mut dazu und kann es deshalb nicht nachvollziehen.

    Oder auch nicht.

    Jedenfalls wie oben schon geschrieben: Sie geht nicht in Deinen Schuhen!

  • Liebe Silberstreifen,

    dieses Gespräch zeigt ja, dass es genau richtig war dort weg zu ziehen.

    Und denk' dran, nicht du bist "schuld", dass deine Tochter die Schule wechseln musste. Du hast mit dem Rücken an der Wand gestanden. Du bist da nicht freiwillig weg und hast dir die Situation nicht ausgesucht. Du musstest eine verantwortungsvolle Entscheidung für dich und deine Tochter treffen. Und das hast du gemacht.

    Ich kenne auch Familien, die ziehen aus beruflichen Gründen um und die Kinder vermissen die alte Schule. Da sagt kein Mensch was.

    Du musst dich nicht rechtfertigen. Im Gegenteil, du kannst stolz sein. Aber wer das nicht selbst erlebt hat, kann das nicht nachvollziehen.

    Lieber nach vorne schauen und überlegen was deiner Tochter vielleicht noch helfen könnte bei der Integration in die neue Schule?

    Liebe Grüße, Jump! 🏵️

  • Mit der würde ich keinen Kaffee mehr trinken…

    Ich kenne so Leute auch, einfach meiden. Sie kann deine Situation gar nicht nachfühlen, soll doch froh sein, dass sie sowas nicht erlebt statt zu urteilen.

    Ich habe zu meinem auch räumlichen Abstand, das würde mir gerade noch fehlen, dass ich ihn ständig zufällig irgendwo treffe.


    Solche Lebensveränderungen sind immer super geeignet um die Spreu vom Weizen zu trennen….

    Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun!

    2 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (12. Juni 2026 um 08:44)

  • Liebe Silberstreifen,

    du hast alles richtig gemacht, auch wenn es sich nicht immer so anfühlt. Mir geht es ähnlich. Mein Ex-Mitbewohner wollte auch nicht ausziehen, also sind wir einen Ort weiter. Auch meine Kinder vermissen das alte Zuhause sehr. Besonders das große Kind. Auch ich habe so oft Gewissensbisse. Wegen vielen Entscheidungen. Man kann es nicht ändern, wir haben es uns ja nicht bewusst so ausgesucht.

    Außenstehende können (und wollen) die Situation oft gar nicht verstehen. Niemand weiß wie es ist mit einem Alkoholiker zu leben(wenn nicht selbst mitgemacht).

    Es gibt genug Unwissende. Lass dich nicht beirren. Niemand weiß wie das Leben kommt. Man kann nur immer für den Moment das Beste aus der Situation machen.

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