Joshi - Trennung oder Durchhalten?

  • Kennt ihr das auch, dass es immer auf und ab geht? An einem Tag ist klar, dass eine Tennung unausweichlich ist und am nächsten Tag völlig ausgeschlossen?

    Kenne ich auch! Habe ich sehr lange mitgemacht. Dann folgte zumindest die Trennung vom Partner. Das hat mir so gut getan. Leider hänge ich ja noch in der Wohnung fest und dieses auf und ab geht weiter. Eine Nacht drüber geschlafen, der Mitbewohner nüchtern und „normal“, sogar fürsorglich und zack: ist ja alles gar nicht so schlimm. Anderen geht’s doch viel schlimmer.
    Das kostet Kraft und Nerven. Und die eigenen Hochs und Tiefs wechseln sich auch laufend ab.

  • Hallo,

    Eine Nacht drüber geschlafen, der Mitbewohner nüchtern und „normal“, sogar fürsorglich und zack: ist ja alles gar nicht so schlimm. Anderen geht’s doch viel schlimmer.

    der Satz könnte von mir sein. Genauso habe ich es erlebt. Ich war nach langen Jahren schon zufrieden, wenn er mal stundenweise nichts getrunken hatte. Dann kamen noch die meine eigenen Schuldzuweisungen an mich. Er trank weiter und mir ging es immer schlechter, die Spirale drehte sich immer schneller, und ich hatte trotz allem immer noch Hoffnung.

    Mich hat dann mal ein trockener Alkoholiker gefragt, wie ich glauben kann, bei jemanden der täglich trinkt, einen nüchternen Moment zu finden. Wenn ich glaubte morgens sei er nüchtern, hatte er ja noch Restalkohol. So habe ich mir sehr lange Zeit immer wieder etwas vorgemacht.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Im Grunde genau so! Mein XY hat im Moment deutlich mehrtrockene Tage als nasse, daher ist es so schwer die Realität zu „prüfen“. An all den trockenen Tagen ist er so ein toller Mann. Und immer wieder die Frage ob es wirklich so schlimm ist.

    Im Moment ist er wieder so unglaublich lieb und fürsorglich. Wir schlafen getrennt und ich halte ihn auf Abstand. Er sieht ja ein , dass es ein Problem ist, aber der letzte „Klick“ fehlt…

  • Hallo Joshi,

    diese Trinkpausen kenne ich durchaus auch. Was ich aber auch kenne, sind die Reaktionen darauf, wenn ich nicht gleich darauf eingegangen bin, dann war ich schuld daran, dass er wieder anfing zu trinken. Ich war ja eine so unversöhnliche Frau. Schon hatte er wieder einen Grund zu trinken.

    aber der letzte „Klick“ fehlt…

    dann hat er noch nicht mit der Trinkerei abgeschlossen und keine Krankheitseinsicht, denn ansonsten würde er handeln.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,

    Nun ist die Woche rum und mein xy ist wieder komplett nüchtern geblieben. Es war sehr entspannt für uns alle und er meint er hat begriffen. Am Montag nochmal Termin beim Hausarzt, komplett die Karten auf den Tisch legen. Er hat mich gebeten mitzukommen. Eigentlich soll er ja die Schritte alleine gehen, aber da werde ich ihn dann nochmal unterstützen.
    Er hat gesagt, er ist bereit zu tun, was der Arzt für richtig hält…

    Ich bin gerade wieder voller Hoffnung, versuche mich aber selbst zu bremsen und mich auf eine Enttäuschung auch vorzubereiten.

    Drückt mir/ indes die Daumen! Danke!!!🙏

    Liebe Grüße

  • Kleines Update, im Moment ist leider viel los..

    Arzttermin hat stattgefunden, mit Überweisung und sehr tollem Gespräch. Gleich danach hat er dort in der Klinik angerufen und kann in 2-3 Wochen zum Beratungsgespräch kommen. Genauer Termin kommt noch, leider vorher Nix frei ( ich war beim Gespräch dabei und muss sagen soviel Offenheit und Selbstreflektion hatte ich gar nicht erwartet).
    Grüße

    Joshi

  • Naja, als ich alle einbezogen habe, war keiner so richtig verwundert. Das sagt ja schon alles.
    Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die wenigsten fragen mal nach. Es ist einfach ein unbequemes Problem, das sich keiner mit aufhalsen will.
    Versteht mich nicht falsch, es gibt schon Freunde und Familie die helfen würden, wenn ich mich trennen sollte. Nur der Prozess bis dahin ist diesbezüglich sehr einsam.

    Kennt ihr das auch, dass es immer auf und ab geht? An einem Tag ist klar, dass eine Tennung unausweichlich ist und am nächsten Tag völlig ausgeschlossen? Ich schwanke so hin und her und das raubt enorm viel Kraft…

    Mir geht es exakt wie dir!!!

    Es hat sich alles über eine längeren Zeitraum zugespitzt und sogar meine Eltern haben die Abstürze mitbekommen, weil wir gemeinsam auf Urlaub waren und da kamen diese nahezu täglich vor(obwohl unsere Kinder auch dabei waren).. Und eines abends ist alles bei seinen Eltern eskaliert, da er dort heimlich getrunken hat und es nicht mehr in seine Schuhe rein geschafft hat! Daraufhin hat sein Vater gedroht es dem Chef zu erzählen usw..Es gibt seither ein riesen Zerwürfnis..gebracht hat es nichts, da mein Mann nach einer kurzen Trinkpause wieder angefangen hat und nun ist es so, dass sein Vater gar nicht mehr zu uns kommt. Demzufolge sehen unsere Kinder den Opa nicht mehr.. Ich fahre jetzt oft alleine(!) mit den Kindern zu den Schwiegereltern, damit sie Oma und Opa sehen.. Und diese Situation ist noch furchtbarer für mich als vorher. Unsere Familien haben immer viel zusammen unternommen, dass ist jetzt alles kaputt und obwohl sein Vater mir helfen wollte, ist es jetzt so, dass ich noch ein Stück einsamer bin als vorher..In diesem Punkt ekelt mich mein Mann fast an- wie kann man so respektlos seinen Eltern gegenüber sein, das kann ich nicht verstehen.. Meine Elteen verbringen auch nur die nötigste Zeit hier, sie fühlem sich nicht mehr wohl bei uns denke ich.. Und so wissen es alle, aber keiner "hilft" mir.. ja.. Ich kann mir nur selber helfen, das weiß ich eigentlich.. aber irgendwie scheint es so, dass sich da mein inneres Kind meldet, dass gerne an der Hand geführt werden möchte und da raus geholt werden möchte.. Ich fühle mit dir!

  • Das kenn ich. Seine Eltern wissen auch Bescheid und waren sehr erschrocken über sein Besäufnis. Am nächsten Tag sind sie allerdings zurück gerudert und sagten, ein Mann kann ja auch mal trinken. Für mich völlig unverständlich, da der Vater sich selbst die Bauchspeicheldrüse kaputt gesoffen hat und zwangsläufig auf Alk verzichten muss. Im Endeffekt ist es so, dass die Eltern zum Sohn halten und lieber die "Schuld." bei d i r. suchen

  • Ich habe schon lange nicht mehr geschrieben, aber da muss ich schreiben. Bei uns genauso. Wer meine Geschichte gelesen hat, weiß wie es mir Mitte des Jahres ging.
    kurz zusammen gefasst, nach langem Theater und Trennung Ende 2023 von meiner Seite ist mein Mann im Februar auf massiven Druck nach großen großen Eskalationen über Nacht praktisch ausgezogen und verschwunden. Er hat mich mit den Kindern dem Haus in dem Hund komplett alleine gelassen bis heute. Das jährt sich im Februar.. Seine Familie hat sich auch seither bei mir nicht mehr gemeldet außer mit Bösartigkeit. Es werden Lügen über mich erzählt.

    Bekannte werden manipuliert hinter meinem Rücken und mein Mann hat kein Wort mehr mit mir gesprochen beziehungsweise sitzt glaube ich nur noch in einer Monteur Wohnung und geht nicht mehr aus dem Haus außer zu arbeiten aus Angst, mir zu begegnen
    Nach außen hin verkauft er sich als großer Geschäftsmann und ich wäre psychisch krank.
    Er nimmt die Sorge Pflicht für die Tochter, nicht wahr? Wenn ich ihm E-Mails schreibe, dass er etwas unterschreiben muss, kommt keine Antwort.
    Auf nichts kam es jetzt eine Antwort. Eine sehr schlimme Situation, die jetzt gerichtlich geklärt wird.
    Am schlimmsten ist es ich steh ganz alleine mit den Kindern und er ist der saubermann
    Nun verliere ich noch das Haus und muss in zwei Monaten ausgezogen sein mit Kindern und Hund.
    Keiner glaubt mir. Sie unterstützen das Suchsystem und Wissen es selbst nicht. ich kann seinen Eltern und seinen Geschwistern noch nicht einmal
    Ich Vorwurf machen, da ich es hätte nie auch nicht erkannt habe. geda wo ich sehe, welch Doppelleben er geführt hat, auch mit Spielsucht cht, da Dates über das Internet, denke ich ich war total bescheuert. Warum owe ich nichts gemerkt

  • Ich danke euch für eure Antworten!

    Es ist so schrecklich, wenn einem keiner glaubt und sich alle zurückziehen. Man zweifelt ja immerzu an sich selbst. Das macht uns doch krank!

    Bei uns ist es so, dass keiner mir die Schuld gibt. Zumindest nicht offensichtlich. Den Schuh ziehe ich mir auch nicht mehr an.
    Ich habe aber gelernt, dass ich am Ende immer allein sein werde. Es wird uns niemand an die Hand nehmen und es kann uns auch niemand diesen Schmerz abnehmen.

    Im Moment läuft es richtig gut. Weiterhin 0.00 und ein ganz anderer Mensch. Ich bin noch sehr vorsichtig, aber das versteht mein xy auch und ist da nicht gekränkt oder sauer. Er weiß, dass auch ich noch einen langen Weg gehen muss um zu heilen.
    Vielleicht… Vielleicht…. Haben wir noch eine Zukunft!

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