c.o.ma - Längst getrennt, kurze Vorstellung

  • Hat schonmal jemand eine Therapie gemacht gegen die Trauer oder würde es mehr Sinn machen, zu einem Verein zu gehen, der sich explizit um Angehörige von Alkoholkranken kümmert? Ich komme nicht aus der Traurigkeit heraus. Ich denke oft, dass das alles nicht wahr sein kann. Was für eine Therapie wäre das überhaupt? Es gibt ja unterschiedliche Formen.

    Liebe Grüße

  • gerade mal nachgesehen, alles zu weit weg und muss man selbst bezahlen, weil die Kassen das nicht übernehmen. Bei einer Kirchengemeinde z.B. steht, erst 2 Monate nach dem Tod. Sehr seltsam. Und Therapien sind auch schwer zu bekommen. Mehr als 3 Monate Wartezeit. Also muss man da wohl selbst durch. Oder ich rufe mal so eine Beratungsstelle für Angehörige an und frage nach, was die empfehlen.

    Liebe Grüße

  • hallo,

    du kannst dich auch mal bei den Hilfsorganisationen wie Malteser, Johanniter oder Rotes Kreuz nach Trauercafès erkundigen.

    Bei uns bieten es die Johanniter an. Da hättest du schon mal einen Anlaufpunkt, und daraus könnte sich dann auch noch weiteres ergeben.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • 1000 Gedanken und Gefühle rasen durch mich hindurch. Um den Brei zu sortieren, frage ich einfach mal nach einem Gedanken, der mich neben den anderen auch beschäftigt.

    Wir haben früher alle was getrunken. Egal ob Oma, Opa, Mutter, Vater, Freunde, Partner. Jeder hat getrunken. Zum Essen, danach, auf Partys, in der Bar, eigentlich fast täglich. Normalität oder nicht? Mal ein bis zwei Gläser Wein, nach dem Essen auch Schnaps bis man benebelt war, Cocktails, Sekt, Likör, Bier. Zwei Jahrzehnte sind mittlerweile vergangen, seit dem ich von heute auf morgen nichts mehr getrunken habe. Allenfalls zum Geburtstag oder ähnlichem mal ein Gläschen. Ich hatte keine Entzugssymptome oder andere Probleme damit. Woran liegt es, dass eine Person sowas kann und die andere nicht? Dafür muss es doch einen Grund geben? Warum zittert jemand, wenn er nicht seine "Dosis" bekommt und ein anderer merkt nichts? Ich persönlich habe kaum darüber nachgedacht. Allenfalls mal so etwas wie: darauf hätte ich jetzt auch Lust, aber den Gedanken weggeschoben und das war's auch schon. Es war mir egal.

    Liegt es daran, warum man trinkt? Ich habe damit beispielsweise nie versucht, Probleme zu lösen. Für mich war es Party, Gewohnheit, Spaß, Geselligkeit. Nur wenn es mal zu viel war, habe ich mich über meine Dummheit geärgert, weil es mir dann schlecht ging.

    Ich bin immer noch traurig und entsetzt, was ihm passiert ist. Das kann man nicht in Worte fassen.: (

    Liebe Grüße

  • Hallo c.o.ma,

    ich Frage mich das selbe. Bei uns in der Familie wurde auch schon immer gerne mal was getrunken. Ich mache es gerne in Gesellschaft. Aber was mir dann noch durch den Gedanken geht, warum manche Leute es alleine machen. Ich käme gar nicht auf die Idee. Vielleicht ist es veranlagung.ich weiß es nicht. Mein Bruder tat es nur alleine. In Gesellschaft könnte er sich beherrschen.

    Ich selber vertrage es nicht gut . Wenn ich 3 oder 4 Bier trinken würde, dann müsste ich mich am nächsten Tag übergeben. Meine Mutter trinkt gerne Abends 2 Gläser Cola mit Schnaps. Kann ich absolut nicht verstehen. Aber sie macht es ihr Leben lang so. Und sie steht Morgens auf und ist immer fit. Auch nach Familien Feiern. Es ist so unterschiedlich bei allen.

  • Bier war nie mein Ding. Mal eins, früher zumindest. In den letzten Jahren habe ich mal einen Schluck getrunken. Das schmeckt mir einfach nicht. Ich hatte welches für Gäste hier, mittlerweile aber abgelaufen und weggeschüttet. Ich musste mal vor Jahren ein Medikament absetzen, welches auch nicht ohne war. Ich habe meinen Konsum in einen Kalender eingetragen und Schritt für Schritt reduziert. Das hat funktioniert. Wenn ich irgendwelche Entzugserscheinungen hatte, habe ich mir gesagt, dass es welche sind und so vor Augen gehalten. Durchhalten! Bei anderen Dingen klappt das nicht. Zucker ist so ein Beispiel. Auch ungesund. Gefühlt ist alles ungesund und man macht es trotzdem. Momentan bin ich depressiv und damit steigt auch der Konsum von Knabberzeug, Schokolade und anderem. Manchmal räume ich die Sachen aus dem Sichtfeld. Das hilft aber auch nicht immer. Es ist leichter mit einer Sache weiter zu machen, als es sein zu lassen. Mir fehlt gerade die Energie. Vielleicht ist das beim Alkohol genauso? Man schiebt es vor sich her und denkt, wird schon "schiefgehen" oder morgen ist ja auch ein Tag? Sowie man darüber nachdenkt, etwas sein zu lassen, meldet sich das Gehirn und sagt, ich brauch' das jetzt. Und das passiert bestimmt auch unterbewusst.

    Ich denke gerade darüber nach, jemanden einzuladen zum Reden. Um traurige Leute wird aber gerne ein großer Bogen gemacht. Da muss ich dann wohl alleine durch. Zur Last fallen mag ich nicht. :/

    Liebe Grüße

  • Es ist leichter mit einer Sache weiter zu machen, als es sein zu lassen. Mir fehlt gerade die Energie. Vielleicht ist das beim Alkohol genauso? Man schiebt es vor sich her und denkt, wird schon "schiefgehen" oder morgen ist ja auch ein Tag?

    Ja, so ähnlich ist es. Viele Vormittage habe ich mir damals vorgenommen, heute startest Du mit der Abstinenz. Und im Laufe des Tages hat sich dann mein Körper mit Entzugserscheinungen gemeldet.

    Um traurige Leute wird aber gerne ein großer Bogen gemacht. Da muss ich dann wohl alleine durch. Zur Last fallen mag ich nicht. :/

    Und ich habe eine andere Erfahrung gemacht. Eine Bekannte wollte nicht reden und sich nicht treffen, weil die Trauer viel zu groß war, bzw. ist.

    So empfindet jeder anders. Einen Versuch ist es wert, geh auf die Menschen zu, wenn Du Kontakt möchtest!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Im engsten Kreis haben wir viel geredet. Aber weniger mit Freunden. Ich wollte natürlich auch Zeit für mich. Einfach nur unkommentiertes heulen. Auf Sprüche wie die Zeit heilt alle Wunden kann ich auch verzichten. Ich weiß aber auch, dass man als Außenstehender eh nichts sagen kann, was wirklich hilft. Der Tod ist endgültig und man kann nichts dagegen tun.

    Momentan habe ich das jeden Tag nach dem Aufstehen. Immer dieses Warum im Kopf. Ich fühle mich alt und erschöpft. Man denkt viel mehr über den Tod nach, wenn so etwas passiert. Jedes eigene Zipperlein tut mehr weh als vorher. Vielleicht bin die Nächste :?

    Liebe Grüße

  • Momentan habe ich das jeden Tag nach dem Aufstehen. Immer dieses Warum im Kopf. Ich fühle mich alt und erschöpft. Man denkt viel mehr über den Tod nach, wenn so etwas passiert. Jedes eigene Zipperlein tut mehr weh als vorher. Vielleicht bin die Nächste :?

    Ich kann dich total gut verstehen. mor geht es genau so. Bei mir ist es noch sehr frisch. Jetzt ca. 3 Wochen. Die Frage warum endet irgendwie nicht. Man wacht früh zu zeitig auf und sofort beginnt das grübeln. Es ist wirklich sehr schwer dieses entgültige zu verstehen. :(

  • Ich kann dich total gut verstehen. mor geht es genau so. Bei mir ist es noch sehr frisch. Jetzt ca. 3 Wochen. Die Frage warum endet irgendwie nicht. Man wacht früh zu zeitig auf und sofort beginnt das grübeln. Es ist wirklich sehr schwer dieses entgültige zu verstehen. :(

    Ich gucke immer wieder meine Telefon an. Warum ruft er mich nicht an? Ist er vielleicht doch noch am Leben? Ich warte auf irgendein Zeichen, was nicht kommt :(.

    Liebe Grüße

  • Ich gucke immer wieder meine Telefon an. Warum ruft er mich nicht an? Ist er vielleicht doch noch am Leben? Ich warte auf irgendein Zeichen, was nicht kommt :(.

    Das geht mir immer noch so. Nachricht geschickt, melde Dich doch bitte mal. Keine reale Antwort, aber mein Kopf denkt, er lebt noch. Ich rede in Gedanken mit ihm und manchmal auch laut. Irgendwie kann ich das alles immer noch nicht verstehen. Es ist so traurig.

    Ob das irgendwann aufhört? So habe ich sowas noch nie erlebt. Es sind schon andere Menschen aus meinem näheren Umfeld gestorben, aber dass mir jemand ins "Ohr flüstert": ich lebe noch, das hatte ich noch nie.

    Er fehlt mir so:(

    Liebe Grüße

  • Das sollte und wird irgendwann aufhoeren, ja. Es tut mir sehr, sehr leid fuer euch beide. Es ist doch alles noch sehr frisch. Hast du dir ueberlegt, hat dein Kind sich ueberlegt, ob ihr beide nicht in Therapie geht? Wartezeiten von 3 Monaten sind leider sehr ueblich, sind aber noch im Rahmen, mein Therapeut hatte eine von ueber zwei Jahren. Meine Mutter war ueber vier Jahre in Therapie, um den Verlust eines Kindes aufzuarbeiten zu beginnen.


    Wie wir den Tod erlebt haben, das wirkt sich alles auf unseren Umgang damit auf und sollte wirklich in fachmaennische Haende. Ich weiss nicht, wie alt dein Sohn ist, aber als EKA wuerde ich versuchen, eine dieser Angehoerigengruppen aufzusuchen. Alles Liebe.

  • Ob das irgendwann aufhört? So habe ich sowas noch nie erlebt. Es sind schon andere Menschen aus meinem näheren Umfeld gestorben, aber dass mir jemand ins "Ohr flüstert": ich lebe noch, das hatte ich noch nie.

    Hallo c.o.ma.

    Ja die Frage stelle ich und meine Ma auch?

    Jeden Tag denke ich an meinen Bruder. Es ist wie ein Meer mit tobenden Wellen. Manchmal beruhigt sich das Meer und im nächsten Augenblick kommt schon die nächste Welle die ein auf den Boden sitzen lässt. Ich denke es wird nie wirklich aufhören und wir müssen einen Weg finden zu lernen damit zu leben. Das braucht wahrscheinlich seine Zeit. Ich habe auch schon andere Menschen verloren. Aber meist war man darauf vorbereitet. Oder es war einfach an der Zeit. Aber wenn ein geliebter Mensch durch Alkohol stirbt und dann so unerwartet ist es irgendwie was ganz anderes. Auch wenn wir uns keine Vorwürfe geben müssen und sollen, tun wir uns doch immer wieder im Unterbewusstsein die Frage stellen, ob es nicht hätte anders laufen können um das ganze rückgängig zu machen. So viel Worte die nicht mehr gesagt werden können.. Es bleibt wie ein offenes Buch. Und es schmerzt unfassbar sehr. Ich hätte nie gedacht das ich so etwas mal fühlen würde. Mir geht es wie dir. Mit fehlt er auch so sehr. Es ist einfach nicht zu begreifen, das es wirklich passiert ist.

    Fühl dich umarmt.

  • Hallo c.o.ma.

    Ja die Frage stelle ich und meine Ma auch?

    Jeden Tag denke ich an meinen Bruder. Es ist wie ein Meer mit tobenden Wellen. Manchmal beruhigt sich das Meer und im nächsten Augenblick kommt schon die nächste Welle die ein auf den Boden sitzen lässt. Ich denke es wird nie wirklich aufhören und wir müssen einen Weg finden zu lernen damit zu leben. Das braucht wahrscheinlich seine Zeit. Ich habe auch schon andere Menschen verloren. Aber meist war man darauf vorbereitet. Oder es war einfach an der Zeit. Aber wenn ein geliebter Mensch durch Alkohol stirbt und dann so unerwartet ist es irgendwie was ganz anderes. Auch wenn wir uns keine Vorwürfe geben müssen und sollen, tun wir uns doch immer wieder im Unterbewusstsein die Frage stellen, ob es nicht hätte anders laufen können um das ganze rückgängig zu machen. So viel Worte die nicht mehr gesagt werden können.. Es bleibt wie ein offenes Buch. Und es schmerzt unfassbar sehr. Ich hätte nie gedacht das ich so etwas mal fühlen würde. Mir geht es wie dir. Mit fehlt er auch so sehr. Es ist einfach nicht zu begreifen, das es wirklich passiert ist.

    Fühl dich umarmt.

    Tut mir leid, dass ich hier nicht geantwortet habe. Man wird stiller und kann gar nichts mehr sagen. Mir geht es jedenfalls so. Niemand aus der Familie (außer mein Kind) hat sich gemeldet bei mir. Scheinbar sind alle in der Schockstarre. Und was soll man schon sagen ohne sich wieder in die Trauer "hochzuschaukeln". Wohlmöglich klingen leise Vorwürfe mit, die man sich selbst schon genug macht. Hätte ich das nicht eher merken müssen? Fragt sich bestimmt jeder irgendwie. Oder, ob man ihn nicht gegen seinen Willen ins Krankenhaus hätte bringen müssen? Tausend Gedanken, Fragen, Überlegungen, Tag für Tag und keine Antworten.

    Fühl Dich auch umarmt.

    Liebe Grüße

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