c.o.ma - Längst getrennt, kurze Vorstellung

  • Oder, ob man ihn nicht gegen seinen Willen ins Krankenhaus hätte bringen müssen? Tausend Gedanken, Fragen, Überlegungen, Tag für Tag und keine Antworten.

    Dieser Gedanke kommt mir auch immer wieder. Hätte ich doch einen Tag früher die Rettung gerufen. Dann denke ich wieder, es hat so kommen sollen, ich hätte nichts anderes tun können und habe keine Schuld.

    Mein Leben jetzt könnte kaum besser sein. Ich habe viele soziale Kontakte, einen neuen Minijob mit genau der Arbeit, die ich so liebe. Vereinsleben und Wandergruppe. Und trotzdem weine ich noch jeden Tag. Ich habe noch nie in meinem Leben so getrauert.

    Du hast nichts falsch gemacht, es lag nicht in Deiner Macht. Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir Angehörige nichts tun können, wenn es der Süchtige nicht selbst will. Menschen sterben aus verschiedenen Gründen, es gehört zum Leben.

  • Dieser Gedanke kommt mir auch immer wieder. Hätte ich doch einen Tag früher die Rettung gerufen. Dann denke ich wieder, es hat so kommen sollen, ich hätte nichts anderes tun können und habe keine Schuld.

    Mein Leben jetzt könnte kaum besser sein. Ich habe viele soziale Kontakte, einen neuen Minijob mit genau der Arbeit, die ich so liebe. Vereinsleben und Wandergruppe. Und trotzdem weine ich noch jeden Tag. Ich habe noch nie in meinem Leben so getrauert.

    Du hast nichts falsch gemacht, es lag nicht in Deiner Macht. Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir Angehörige nichts tun können, wenn es der Süchtige nicht selbst will. Menschen sterben aus verschiedenen Gründen, es gehört zum Leben.

    Ja, leider wahr. Hier haben sich alle auch lange Zeit vorher schon bemüht, ihn zum Arzt zu bewegen, weil er krank war. Er wollte oder konnte nicht. So einfach ist das nicht oder mache ich nächste Woche war die Antwort. Er wusste, dass seine Leber rebelliert und er hat von Tag zu Tag abbaut. Wie hoch sein eigentlicher Konsum war, haben wir erst gesehen, als es zu spät war. Erschreckend hoch. Und ja, ich heule auch immer noch jeden Tag über den Verlust. Er war ein guter Mensch. Das macht es umso schwerer das zu verstehen. Er ist einfach weg, für immer. :( In meinem Freundeskreis liegt noch jemand anderes im Sterben - andere Krankheit - das zieht noch zusätzlich runter. Ich hatte mich gerade halbwegs im Griff, nun wieder ein Rückschlag. Ich wache morgens auf und fühle mich sterbenskrank, heule und trinke meinen Kaffee. Niemand da, der mich auffängt. Ich habe zwar einen Psychiater, aber irgendwie passt das was er gesagt hat, nicht so zu meiner Geschichte. Ich kann jedenfalls nicht schlecht reden über meinen Mann, weil er mir ja nichts böses angetan hat. Er war dem Alkohol verfallen und hilflos, gefangen in der Situation. Dann entschließt er sich endlich den entscheidenden Schritt zu tun,leider viel zu spät. Das ist so unfair..

    Liebe Grüße

  • Ich habe mal wieder reingeschaut und eine Geschichte einer anderen "Co" gelesen und bin wieder mal in Tränen ausgebrochen. Ich kann nicht viel dazu beitragen und hätte eher das Gefühl, etwas falsches zu schreiben, wenn ich mich dort "einklinke".

    Deshalb lieber hier mich ausheulen über vertane Lebenszeit und mein ganz persönliches Drama. Ich fühle mich alt, krank und allein gelassen mit physischen und/oder psychischen Problemen. Nächste Woche habe ich einen Termin beim Hausarzt, um mal meine ganzen Probleme auf den Tisch zu packen. Ich befürchte einen Ärzterun, habe Angst, dass schon wieder irgendwas ist. Ob dass "nur" die Seele oder mein Alter ist oder wieder etwas ernstes. Ich mag nicht mehr ins Krankenhaus gehen.

    Mein letzter Aufenthalt war schon gruselig wegen der Zustände dort und immer diese Sorge, dass ich genauso schnell sterben muss, wie mein Mann, weil ich rauche. Ich habe x-mal versucht aufzuhören, hat nicht funktioniert. (Bitte nicht schimpfen, ich weiß dass es nicht gesund ist:( ). Das ist ja auch der Grund, weshalb ich meinem alkoholkranken Mann nie böse sein konnte. Ich bin eben auch nicht besser. Eine Sucht habe ich gemeistert.

    Hatte eine Zeit lang notgedrungen Tabletten nehmen müssen und bin in eine Abhängigkeit gerutscht. Schritt für Schritt mit eisernem Willen habe ich es geschafft, das Zeug loszuwerden. Bei Zigaretten schaffe ich es einfach nicht. Da wache ich dann morgens auf, es geht mir mies und habe nichts besseres zu tun - trotz besserem Wissens - als mir eine Zigarette anzuzünden und dann wieder Angst vor Krebs. Mein Konsum ist zwar nicht so hoch, aber ich merke es trotzdem nach Jahrzehnten.Als ich im Krankenhaus lag, musste ich ja zwangsläufig auf Zigaretten verzichten und dort dann wieder Panikattacken. Wer sowas hatte, weiß wie schrecklich es sich anfühlt. Kaum draußen, wieder angefangen. Bin ich dumm :(

    Kann man beim Herz-Ct was erkennen oder muss ich dann wieder in die Röhre, um das zu erkennen? Der letzte Lungenfunktionstest war in Ordnung. Ist das überhaupt aussagekräftig genug?

    Ich gehe kaum noch aus dem Haus werde immer schlapper und trauriger seit er weg ist. Meine sozialen Kontakte beschränken sich auf den engsten Kreis. Im Alter scheint es vielen Menschen so zu ergehen. Das ist doch traurig.

    Und wie geht man um mit dieser verlorenen Zeit als Co? Was hätte ich denn schon tun können, um ihm zu helfen oder auch mir? Hätte, wenn und aber nutzt aber nun auch nichts mehr.

    Ich räume meine Wohnung auf, miste aus und habe Angst davor, dass das der letzte Schritt ist, bevor man gehen muss.

    Meine Gedankengänge sind furchtbar und mit Angst vor dem Tod belastet. Und das nicht nur mich betreffend, auch davor, dass in meinem näheren Umfeld etwas passieren könnte. ;(

    Liebe Grüße

  • Liebe C.o.ma,

    Das hört sich wirklich sehr traurig an. So ein großer Verlust ist sicher immer nur schwer zu verkraften. Vor allen Dingen so ein sinnloser Tod.

    Ich kenne dich nicht persönlich, aber hast du mal überlegt eine Haushaltshilfe zu beantragen? Soweit ich weiß gibt es da verschieden Möglichkeiten, da gibt es auch Leute die mit einem einkaufen gehen oder auch nur Tee trinken und ein offenens Ohr haben. Mir persönlich fiel/fällt es auch schon immer schwer, Hilfe anzunehmen. Aber ich werde mir jetzt auch eine Haushaltshilfe beantragen (aus anderen Gründen). Vielleicht kann dein Hausarzt dich dafür beraten.

    Den Schmerz über die verlorene Zeit kann dir keiner nehmen. Ich befürchte, du wirst ihn einfach annehmen müssen und lernen, damit zu leben. Das klingt hart, aber ich glaube nur wenn man das akzeptiert als Teil der eigenen Vergangenheit kommt man weiter, ohne komplett in Trauer und Verzweiflung zu versumpfen. Da kann dir aber sicher auch ein Psychologe noch besser weiter helfen als ich.

    Und auch deine Angst vor dem Tod klingt für mich wie ein Schrei deiner Seele. Der ganze Schmerz, die Angst nichts mehr unter Kontrolle zu haben. Das einem alles entgleitet. Das eigene Leben. Ich kann natürlich nur vermuten.

    Mir hilft das schreiben und lesen hier sehr. Auch wenn es oft traurig macht, genauso oft empfinde ich es als hilfreich und heilsam. Hier ist eigentlich immer jemand der ein offenes Ohr hat.

    Zu guter Letzt soll 2025 das Jahr der Veränderung sein, um dem ganzen vielleicht einen neuen Aspekt geben.

    Ich wünsche dir dass du es schaffst, neben deiner Traurigkeit (die ja da sein darf) auch wieder glücklich zu sein.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

  • Ja die Angst vor dem Tod, das ist so ein Thema. Ich bin jetzt 68 und kann Dich gut verstehen. Ich habe das Glück gesund zu sein, jedenfalls soweit ich weiß und ich mich fühle. Ich bin noch sehr aktiv und habe viele schöne soziale Kontakte. Dennoch überkommt mich, wenn ich alleine bin, eine große Traurigkeit. Aber die Angst vor dem Tod ist gewichen. Ich hatte ein gutes Leben und wenn es noch einige Jahre so weiter geht, gut. Wenn nicht, auch gut.

    Ich versuche auch aufzuräumen und Ballast loszuwerden, aber eher aus Angst ich könnte sterben und meinen Kindern das alles zu hinterlassen. Das schaffe ich aber auch nur in kleinen Schritten aber ich bin auf jeden kleinen Schritt stolz.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht

  • Ich danke Euch für Eure Nachrichten! Mir geht es mal so und mal so. Immerhin gelingt es mir schon, die Gedanken beiseite zu schieben und etwas anderes zu tun als jammern. Es ist also nicht mehr jeden Tag so ein Drama. Heute zB. bin ich anders aufgewacht. Keine Schmerzen oder anderes. Ich war auch gestern mal zu Besuch bei Verwandten, habe mich bewegt. Das hat gut getan. Reden, und an der Frischen Luft war ich auch mal, Gedankenkreislauf beenden. Ich kann mir gut vorstellen, dass das was ich hatte, rein seelischer Natur war. Sonst würde es wohl nicht so einfach verschwinden.

    Heute werde ich hier weiter aufräumen, so gut es geht und ich glaube auch, dass ich mir mit einer Haushaltshilfe momentan keinen Gefallen tue. Dann werde ich nur noch schlapper. Falls so eine Hilfe mal so richtig notwendig werden sollte, mach ich das natürlich.

    Danke für Eure offenen Ohren <3

    Liebe Grüße

  • Ich weiß nicht wo ich meine Frage hinschreiben könnte, vielleicht ist die ja auch dumm.

    Ich habe aus alten Zeiten zuhause noch Flaschen herumstehen. Ich habe immer etwas da gehabt für Gäste. Altes Bier landete bereits im Abfluss, kein Thema. Nur was macht man mit den doch recht teuren anderen Flaschen? Fenster putzen? Wenn ich darüber nachdenke, es einem Obdachlosen zu schenken, käme ich mir wie ein Mörder vor. Früher kein Gedanke an sowas. Ich selbst trinke kein hartes Zeug mehr, schon ewig her. Ein Glas Wein oder Sekt 2 oder 3 mal im Jahr. Aber sonst nichts.Was macht man mit übriggebliebenem unangebrochenem Schnaps?

    "Luxusprobleme":oops:

    Liebe Grüße

  • Ich weiß nicht wo ich meine Frage hinschreiben könnte, vielleicht ist die ja auch dumm.

    Ich habe aus alten Zeiten zuhause noch Flaschen herumstehen. Ich habe immer etwas da gehabt für Gäste. Altes Bier landete bereits im Abfluss, kein Thema. Nur was macht man mit den doch recht teuren anderen Flaschen? Fenster putzen? Wenn ich darüber nachdenke, es einem Obdachlosen zu schenken, käme ich mir wie ein Mörder vor. Früher kein Gedanke an sowas. Ich selbst trinke kein hartes Zeug mehr, schon ewig her. Ein Glas Wein oder Sekt 2 oder 3 mal im Jahr. Aber sonst nichts.Was macht man mit übriggebliebenem unangebrochenem Schnaps?

    "Luxusprobleme":oops:

    Hallo

    Kipp das zeug weg, du brauchst es nicht und weckt alte erinnerungen.

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Hmm, also einem Obdachlosen würde ich es auch nicht geben.

    Aber vielleicht gibt's ja eine Kneipe, Kiosk oder vielleicht auch eine Feier (Polterabend /Hochzeit) in der Nachbarschaft, oder ein Verein (Feuerwehr...) die sowas abkaufen würden, Fragen kostet ja nix und weg schütten oder zum Putzen nehmen kann man es immer noch, wenn sich keiner findet. 🤔🤷

  • Hmm, also einem Obdachlosen würde ich es auch nicht geben.

    Aber vielleicht gibt's ja eine Kneipe, Kiosk oder vielleicht auch eine Feier (Polterabend /Hochzeit) in der Nachbarschaft, oder ein Verein (Feuerwehr...) die sowas abkaufen würden, Fragen kostet ja nix und weg schütten oder zum Putzen nehmen kann man es immer noch, wenn sich keiner findet. 🤔🤷

    stimmt, im Kiosk könnte ich fragen. Halber Preis oder so

    Liebe Grüße

  • Man kann auch geschlossene Flaschen in den Altglascontainer werfen.

    Weg damit. Aus den Augen, aus dem Sinn.

    Und nicht noch vorher in die Nase.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich habe es jetzt erstmal zu den Tauschwaren gepackt. Für Notfälle, falls mal kein Geld mehr da ist oder man nichts mehr zu kaufen bekommt. Ich selbst trinke äußerst selten und werde durch so eine Flasche Null getriggert. Das Zeug mag ich sowieso nicht<X. Habe auch etwas davon gelesen, dass man sowas als Desinfektionsmittel für die Hände nehmen kann oder Einreibungen:/:?

    Wie auch immer, es ist versteckt. Irgendwann mal tauschen gegen irgendwas anderes, was mir wichtiger ist. Eine stille Reserve eben.

    Trotzdem danke für die Ideen, die ich vielleicht irgendwann vielleicht doch umsetzen werde. Eine Bekannte von mir trinkt auch gerne mal, wenn sie Probleme hat. Sie bekommt das nicht zu Gesicht. Dafür ist gesorgt.

    Liebe Grüße

  • Heute bin ich wieder Mal voll im Thema drin. Meine Gedanken schweifen durchs Leben, wie ich ihn kennengelernt habe, was wir erlebt haben und immer wieder stelle ich mir die Fragen, wie oft wurde ich belogen, hat er mich jemals geliebt, warum habe ich das erst so spät bemerkt. Und was wäre, wenn er plötzlich doch leben würde und trocken vor mir stünde. Wäre er derselbe Mensch? Würde er überhaupt Kontakt haben wollen, also nicht nur zu mir, sondern auch zur Familie. Oder würde er sich zu sehr grämen oder würde allen ausweichen, um komplett neu zu beginnen. Ein anderes Leben. Oder hätte er bereits alles vergessen, weil er zu oft zu betrunken war

    Wann immer ich aus dem Fenster gucke und jemanden mit ähnlicher Statur und Haaren sehe... den Rest könnt Ihr Euch denken.

    Ich schätze, es wird noch lange dauern, bis ich akzeptiert habe, dass er weg ist. Für mich lebt er weiter.

    Liebe Grüße

  • Ich drücke Dich mal aus der Ferne🫂

    Ich denke es ist ganz normal, jeder geht ja mit seiner Trauer anders um. Und ja man darf solche Gedanken, Gefühle auch haben und zulassen! Vielleicht hilft es Dir ihm einen Brief zu schreiben? Oder eine Art Tagebuch an ihn, wo Du alles einmal aufschreibst was ungesagt blieb, was Dir an Gedanken durch den Kopf geht... 🤔

  • Ich habe früher mal sehr viel, was mich bewegt hat, aufgeschrieben und irgendwann damit aufgehört, weil es nichts verändert hat. Ich hatte andere Erlebnisse, die ich verdauen musste und eine ganze Schublade voll Tagebüchern. Will ich, dass es irgendwann jemand liest? Ich denke nicht. Momentan bewahre ich diese nur auf, um mich zu erinnern, wann was war. Ich "rede" mit ihm in Gedanken und bekomme immer wieder die Antwort, ich bin bald wieder da. Aber es ist weniger geworden. Das mit dem Trauerjahr scheint irgendwie zu stimmen.

    Liebe Grüße

  • So, öfter mal was neues. Wer eine andere Meinung hat zur Wortklauberei, wird gelöscht. Als ob es etwas nützen würde, wenn jemand explizit das Wort Alkoholiker für sich benutzt. Bei der hohen Rückfallquote offenbar nicht. Die Betroffenen wissen sehr genau, was ihr Problem ist, egal wie sie sich nennen. Das muss ich sagen dürfen, sonst bin ich hier falsch.

    Liebe Grüße

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