KaDett - Nüchternheit als Lebenseinstellung

  • Jetzt wo du das so schreibst geht auch bei mir ein Licht auf. Bei mir ist es auch so, wenn ich sehe, dass jemand "nur" ein Glas Wein trinkt und es dabei sein lasse kann, wurmt mich das, dann würde ich gerne die Zeit zurück drehen.

    Meine Mutter war Alkohilikerin und starb sehr früh an den Folgen, dass habe ich immer noch vor Augen.

    Klar sehe ich auch die positiven Seiten, mein Schlaf hat sich enorm verbessert, meine Haut strahlt und ist viel reiner geworden, sogar mein Appetit hat sich gezügelt und das Blutbild ist top, auch Ernähre ich mich viel gesünder...... All das motiviert mich dran zu bleiben, wenn nur die Gravings nicht wären, aber gehört wahrscheinlich dazu...

    Heuel Cravings gehören eben nicht selbstverständlich dazu. Das ist der springende Punkt. Du hast vielleicht auch nicht die richtige Einstellung. Du hast wegen deiner Mutter aufgehört. Hast es miterlebt. Die Einstellung ist wegen sich selbst, also aus Selbstliebe aufzuhören. Jedenfalls sowas ähnliches. Kannst dich direkt mir anschließen. Ich und scheinbar auch du haben die Aufgabe unsere Lebenseinstellung zur Abstinenz zu verändern. Für uns selbst aufzuhören, weder Gesundheit oder Mutter. Das genügt nicht. bei uns beiden heißt es darf nicht trinken statt will nicht trinken. Verzicht statt Gewinn. So irgendwie ist das.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich werde meine Abstinenz schützen und gefährliche Situationen meiden. Allem was triggern könnte aus dem Weg gehen.

    Sehr gut.

    Auch Filme,Podcasts,Bücher sind nicht immer gut.(Risiko)

    Dir was Gutes tun,genug essen,ausreichend trinken und den Kopf beschäftigen mit neutralen Dingen,nicht auf die Alkoholkrankheit oder Alkohol bezogen,hilft.

    Die Lebenseinstellungen verändern sich von selbst,da gibts nicht viel dran zu arbeiten,erzwingen oder unbedingt wollen funktioniert auch nicht,macht Stress und unzufrieden.

    Der längste Weg besteht aus einzelnen Schritten,und manchmal ist es sinnvoll mal die Scheuklappen anzuziehen und einfach weiterzugehen,ohne großartig drüber nachzudenken wo man rauskommt.(so hab ich es zeitweise gemacht)

    Bleib dran.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • ok, ich hör ja schon auf.

    Glaube ich habe das vorhin doof geschrieben.

    So für heute ist echt genug, Nayouk.

    Das bezog sich natürlich auf deinen Tipp

    Ich denke du machst dich gerade selbst verrückt. In deinem Kopf ist Chaos, ein stürmischer Gedankenkreisel, den du selber auch noch anheizt.
    Versuche dich abzulenken, mach einen langen Spaziergang, geh in den Sport oder mit jemand einen Kaffee trinken.

    Im Moment ist nicht die Zeit, dass du dich mit dir selbst beschäftigen solltest, power dich aus, wenn dir danach ist und tue dir für heute Abend etwas Gutes.

    dass es für heute für mich wirklich genug ist. 😅

    Ich finde, dass ich trotz dem ganzen einen Schritt weiter gekommen bin. ich bin wieder motiviert und in einer frohen, optischen Grundstimmung. mIr werden Lösungen einfallen. Aber jetzt werde ich mal aus dem Forum gehen. Hab noch einiges zu erledigen. Heute Abend lese ich alles in Ruhe nochmal.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Das ermutigt mich. Glaube Hartmut hat’s gesagt, etwas Coolness schadet nicht. Das ganze wieder entspannter zu sehen. Das werde ich so machen. Lieben Dank.

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  • Meine Güte. Was ist denn hier los? So viele Gedanken. Dabei geht es doch nur um ein Getränk. Das auch noch giftig ist.

    Bolle hat gerade geschrieben, was ich zu diesem Tumult hier beifügen möchte.

    Der längste Weg besteht aus einzelnen Schritten,und manchmal ist es sinnvoll mal die Scheuklappen anzuziehen und einfach weiterzugehen,ohne großartig drüber nachzudenken wo man rauskommt.(so hab ich es zeitweise gemacht)

    Ich auch. Was sollte ich den so viel planen? Wusste ja nicht mal was. Weil keine Ahnung. Also einfach kein Alk und Leben. Alles andere kommt von selbst. Ganz sicher.

    Notfallkoffer. Aufpassen, was ich mich aussetze. So, :)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • ch verstehe den Unterschied. Wenn ich es geschafft habe die Nüchternheit als Lebenseinstellung zu sehen, dann habe ich es definitiv geschafft

    Huhu KaDett, was möchtest Du denn schaffen? Du kannst die Alkoholsucht nicht überwinden, die bleibt lebenslänglich. Ich hatte im Urlaub auch zwei ganz üble Tage, die mich innerlich meine Haare raufen ließen. Ja und? Vorbei ist vorbei und beim nächsten Mal habe ich das mehr auf dem Schirm. Ich hake das ab als ‚Entzugsgedanken‘ und die dazu gehörenden Gefühle auch. Manipuliert durch das Suchtgehirn. Alkohol trinkende Menschen lösen nur bei uns Gefühle aus, die unverhältnismäßig sind.
    Liebe Grüße Rina

  • Bin wieder entspannt, hab einige andere Sachen erledigt. Ihr habt Recht, nicht zuviel Drama.

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  • Auch Filme,Podcasts,Bücher sind nicht immer gut.(Risiko)

    Habe mich die letzten Tage wirklich viel mit dem Thema beschäftigt. Videos geschaut, Berichte gelesen, Podcasts. Ist vielleicht zuviel gewesen und ist bei mir komplett in negative Gedanken umgeschlagen. Bin echt zu flott und zu viel in dem ganzen Thema drin. Hab doch schon einiges positiv geschafft in den 8 Monaten. Urlaub, Trauerfall, Sommer, Feiern, Weihnachten und sogar Silvester. Fasenacht gibt’s für mich dieses Jahr nur vorm Fernseher. Da gebe ich Carl Friedrich Recht, das ist viel zu riskant für mich.

    Ich werde einfach mal durchatmen, nicht soviel an das Thema denken, hier lesen und schreiben und mal Fünfe gerade sein lassen. Geduld, Gelassenheit und Zeit dürfen sich jetzt mal breit machen.

    Hab heute hier nen ziemlichen Aufstand fabriziert, aber vielleicht ist das ja auch gut gewesen. Für mich und andere die am Anfang stehen oder still mitlesen. Eure Antworten haben mich sehr berührt und wieder aufgefangen. War wohl im freien Fall.

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  • Meine Güte. Was ist denn hier los? So viele Gedanken. Dabei geht es doch nur um ein Getränk. Das auch noch giftig ist.

    Ja so ein Aufriss wegen einem Getränk 🫣 Verrückt, wenn man das so entspannt und mit Abstand betrachtet. Es geht nur um was zu trinken. Da gibts ja genug Auswahl. Also schön lässig bleiben und nicht so übertreiben. Dann klappt das schon.

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  • Kennst Du den Begriff Retraumatisierung? Wenn man das Erlebte zwanghaft immer wieder erlebt oder es durch Input von aussen wieder geweckt wird?

    Mir ist grade vorhin aufgefallen, wenn ich meine eigene Geschichte so erzähle, dass ich nichts weglasse, dann muss sogar ich mich nach dieser langen Zeit wieder aus diesem Film herausholen. Das ist jetzt nichts, was mich direkt gefährdet, und ich hole mich dann in die heutige Wirklichkeit zurück und bin dann wieder hier, aber früher war ich auch ziemlich zerrupft, wenn ich das erzählt habe.

    Vielleicht sollte ich selbst mal drüber nachdenken, ob ich das überhaupt erzähle.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Huhu KaDett, was möchtest Du denn schaffen?

    Nicht mehr solche Cravings wie gestern zu erleben und Verzicht in Gewinn umwandeln. Und nüchtern sein zu wollen als Zeichen für meinen Selbstwert. Am Ende sogar meine Nüchternheit zu genießen und mit ganzem Herzen felsenfest hinter meiner Abstinenz zu stehen. Das möchte ich schaffen.

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  • Kennst Du den Begriff Retraumatisierung? Wenn man das Erlebte zwanghaft immer wieder erlebt oder es durch Input von aussen wieder geweckt wird?

    Nein kenne ich nicht. Aber ich verstehe was du geschrieben hast. Ich habe mich gestern schon in dieses Cravings richtig rein fallen gelassen und dann selbst noch reingesteigert. Heute das gleiche. Einfach mal laufen und sich entwickeln lassen. Drauf vertrauen, dass es gut wird.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich glaube das zumindestens zwei Arten von Retraumatisierung gibt. Eine die Mensch erleichtert, weil es dann mal raus ist. Und eine die einem direkt oder indirekt das Trauma noch einmal ungewollt und unvorbereitet erleben lässt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich glaube das zumindestens zwei Arten von Retraumatisierung gibt. Eine die Mensch erleichtert, weil es dann mal raus ist. Und eine die einem direkt oder indirekt das Trauma noch einmal ungewollt und unvorbereitet erleben lässt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ok. Ich werde nun meinen Titel Nüchternheit als Lebenseinstellung anders angehen. Druck und Drama raus nehmen, dafür Spaß und Freude. Den Weg dahin in Ruhe und bewusst gehen. Nach dem Motto, der Weg ist das Ziel. Ich bin nicht mehr ganz am Anfang, habe inzwischen schon viel dazu gelernt und mich mit klarem Kopf besser kennengelernt. Werde auch mutig sein, dass kann ich. Mut habe ich. Ich kenne meine Stärken und auch meine Schwächen. Ich habe mich dazu entschieden keine Videos mehr zum Thema zu schauen. Tipps, Austausch und Inspirationen bekomme ich hier im Forum. Das genügt mir. Weniger ist mehr, vielleicht trifft das bei mir diesbezüglich zu. Die ersten Monate habe ich ja auch ganz alleine gemeistert. Und jetzt hier die SHG an der Seite. Ist doch ein guter Weg. Und diesen Weg werde ich nicht schnell rennen sondern aufmerksam spazieren.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Nun gibt’s ein bisschen Wellness und Entspannung im eigenen Badezimmer. Mit schöner Musik ab in die Badewanne und danach ins Bett. Ich danke euch allen nochmals fürs Auffangen. Das könnte sonst niemand anderes. Das können nur Leute aus dieser SHG. Ich hoffe, dass auch ich hier Menschen helfen kann und auch was zurück geben kann.

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  • Das freut mich Kazik. Bin auch bei dir wenn’s brennt. Das hat mich sehr berührt, dass du geschrieben hast ich bin bei dir. Hat mich auch gestärkt. Nicht allein zu sein und doppelte Kraft. So, nun ab in den heimischen Spa-Tempel 🛁

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  • Ich lasse dir auch noch kurz etwas hier, bevor ich es vergesse. Du hattest ja bereits geschrieben, dass das sehr viel Input heute war, deshalb musst du auch überhaupt nicht antworten oder kommentieren.


    Meine Abstinenz besteht aus zwei Bestandteilen.

    Die Basis ist für mich:

    "Ich bin Alkoholiker, das werde ich mein Leben lang sein. Ich kann keinen Alkohol mehr trinken, falls doch werde ich eher früher als später sterben."

    Das ist die schonungslose Tatsache, ein Fakt, kontinuierliche Abstinenz die einzige "Heilung"/Stillstand für meine Alkoholkrankheit. Punkt.

    Darauf aufgesetzt kommt meine Zufriedenheit mit meiner Abstinenz:

    Ich mache wieder Sport, meine Depressionen sind so gut wie weg, meine Persönlichkeit hat sich positiv verändert, konnte aufhören zu rauchen, habe 23 kg abgenommen etc ...

    Falls sich meine Abstinenz nämlich aufgrund von Stress, Schicksalsschlägen, einfach besch***enen Zeiten nicht mehr dolle angenehm anfühlt, falle ich ohne Probleme auf die Basis zurück --> siehe oben.

    Meine Zufriedenheit ist nicht die Motivation für meine Abstinenz sondern das Ergebnis selbiger. Und die ist indiskutabel.

    Dieser Twist in der Formulierung hat mir mehr Klarheit über meine eigene Situation gebracht.

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