KaDett - Nüchternheit als Lebenseinstellung

  • Hi Kadett,

    danke! Ich würde lügen wenn ich schreiben würde das ich das Gefühl wenn Körper, Geist und Seele zusammen sind wirklich kenne. Oft hat eins davon unentschuldigt gefehlt. Aber ich war manchmal dicht dran. Aber jetzt habe ich das Gefühl das ich auf einen guten Weg bin. Ich kann das Ziel zwar noch nicht sehen, aber ich weiss das es da ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Das kam heute morgen beim meditieren und war unbeschreiblich. Irgendwie zentriert von der Mitte raus. Das hat mich total glücklich gemacht. Und heute der Tag war eigentlich normal, hatte sogar noch mein Auto in der Werkstatt, aber ich habe mich den ganzen Tag super gefühlt. Das wünsche ich dir auch. Das geht nur mit Ruhe und Stille, und du musst genau im Moment sein, also mit allen Sinnen im Hier und Jetzt. Atmen und wenn du Glück hast ist es auf einmal so. Das musst du unbedingt mal erleben. Ist so wie wenn man bei einem Puzzle das letzte Teil reinsetzt. Das wünsche ich dir wirklich, dass du das mal so hinkriegst. Ist echt was tolles. So vollkommen oder so. Weiß nicht wie ich das gut beschreiben soll.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Warum? Bin lieb und nett 😜

    Wie diese Hündchen, die immer so an einem hoch springen und sich die ganze Zeit dabei freuen. ^^

    Hat Dich Deine Erfahrung, in Deiner Mitte, Dich nicht etwas ruhiger gemacht? Hält wahrscheinlich nicht so lange. Aber heiß baden soll ja auch helfen.

    Sieh auf alle Fälle zu, dass Du genug Schlaf bekommst. Das ist wichtig.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Nein, im Ernst. Deine Gefühle schlagen anscheinend immer sehr gewaltig aus. Gegen "wahnsinnig gut drauf", ist ja nichts einzuwenden. Irgendwie habe ich nur bedenken, dass das vielleicht auch wieder mal umschlagen könnte, wenn Du so ein Tempo vorlegst.

    Vielleicht ist das bei Dir aber auch einfach normal so. Das wird der Grund sein, wieso ich das Bedürfnis habe ständig auf die Entschleunigung zu pochen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das stimmt schon irgendwie, bin aber auch hin und wieder niedergeschlagen. Denke aber das ist doch jeder mal. Alex ich habe tatsächlich durch deinen Tip in den ersten Tagen mit dem meditieren angefangen. Versuche mehr Ruhe zu bekommen.

    Aber ich muss sagen, dass ich soviel Energie in meinem Leben auch gebraucht habe. Mich umgibt nicht nur schönes. Sogar auch viel Leid, dass würde ich sonst gar nicht schaffen. Es gibt Tage da wird von allen Seiten an mir gezerrt.

    Ohne Energie wäre ich da schon längst umgekippt. Nayouk sagt das ja auch immer, ich weiß auch, dass ihr Recht habt. Trotz der Energie bin ich aber auch ein Weichei, sensibel und einfühlsam.

    Gute Nacht allen ☺️

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Mein Ziel Nüchternheit als Lebenseinstellung - wie geht das denn überhaupt? Habe nicht den blassesten Schimmer. Habe nicht mal einen Hauch einer Idee. Jedenfalls muss es von innen kommen. Das steht fest.


    So kam ich hier vor über 3,5 Jahren an.
    Ich hatte von nix Ahnung…und davon reichlich.

    Ich habe hier stundenlang gelesen, ich habe gestaunt, ich habe geweint, ich habe viel über die Alkoholsucht gelernt, und ich war unsicher.
    Aber ich war nie unsicher in meinem Plan: Ich werde für den Rest meines Lebens keinen einzigen Schluck Alkohol mehr trinken.

    Ich wusste nicht mal, ob das für mich überhaupt möglich ist und ich wusste schon mal gar nicht, wie das funktionieren soll.
    Aber ich wusste: Ich mache das jetzt. Weil ich mich sonst zu Tode saufe. Ich bin losgelaufen…ohne zu wissen wohin.

    Ich habe mir viele Jahre so sehr gewünscht, dass mir mal ein Arzt sagt: Frau Stern, das ist das haben Sie jetzt. Und das kommt vom Saufen. Einzige Chance, das zu überleben ist die absolute Abstinenz.
    Denn ich habe ja trotz allem irgendwie an meinem Leben gehangen.

    Ich weiß nicht, ob ich dann den Absprung eher geschafft hätte. Und ich bin dankbar, dass mir nie ein Arzt sowas sagen musste.
    Denn letztendlich wusste ich doch auch so, dass ich das Saufen nicht mehr lange ‚durchhalte‘. Ich habe das nur nie so direkt auch so gedacht.


    Das Wort Lebenseinstellung ist nicht umsonst zu mir gekommen. Das ist ein Hinweis. Daran muss ich arbeiten. Das mache ich. Und solange werde ich keinen Alk trinken. Von mir aus auch mit Gewalt und Wille. Aber wenn ich die richtige Lebenseinstellung habe, dann habe ich’s geschafft. Dann bleibe ich nämlich für immer nüchtern. So! Von wegen gedanklich schon im Rückfall

    Lebenseinstellung.
    Das ist ein großes Wort.

    Und natürlich klingt das total schön: Meine Lebenseinstellung ist es, mein nüchternes Leben zu genießen.
    Aber ist es nicht vielmehr so, dass diese Einstellung zum Leben erst mit dem Nüchternsein kommt und auch erst dann sichtbar wird?
    So war das jedenfalls bei mir. Ich war ein nervliches Wrack, als ich mich hier angemeldet habe. Von einem schönen nüchternen Leben träumen habe ich mich gar nicht getraut. Ich wollte einfach nur, dass ich nicht mehr saufen muss.

    Was das Leben alles so Schönes zu bieten hat, habe ich erst gesehen, als ich nüchtern war. Auch, oder vielleicht auch gerade deshalb, weil ich hingeschaut habe. Weil ich jeden Tag etwas schönes für mich eingebaut habe. Weil ich jeden Tag hier gelesen und geschrieben habe. Weil ich Veränderungen an mir und vor allem in mir bewusst wahrgenommen habe und dafür dankbar sein konnte.
    Ich habe diese Erleichterung, endlich nicht mehr saufen zu müssen, so sehr in mir gespürt, dass ich ganz oft abends im Bett einen Weinkrampf bekam…noch immer ist dieses Gefühl da und noch immer kommen mir die Tränen der Erleichterung, der Dankbarkeit.

    Mich umgibt nicht nur schönes. Sogar auch viel Leid, dass würde ich sonst gar nicht schaffen. Es gibt Tage da wird von allen Seiten an mir gezerrt.

    Was denkst du, wie vielen Menschen es vergönnt ist, genau das alles nicht zu ihrem Alltag zählen zu müssen?

    Was genau meinst du mit ,das würde ich sonst nicht schaffen‘?


    Du kämpfst einen Kampf, den du nicht gewinnen kannst.

    Ich habe jahrelang gegen meine Alkoholsucht gekämpft.
    Als ich verstanden habe, dass ich für immer Alkoholiker bleiben werde und die Alkoholsucht lediglich zum Stillstand gebracht werden kann, aber niemals wieder weg geht, habe ich aufhört zu kämpfen. Ich habe mir klar gemacht, dass das jetzt so ist…und dass das jetzt auch für immer so bleiben wird. Ich werde nie wieder in meinem Leben ohne Sucht leben….aber es die Option, mit der Sucht zu leben.

    Und wenn ich leben will, nicht wieder nur in einem Geflecht aus Lügen vor mich hinvegetieren will, dann muss ich nüchtern sein. (Übrigens so ziemlich das einzige ‚muss‘ in meinem Leben)

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich wusste auch nicht, wie man sich eine Lebenseinstellung bastelt.
    Es hat etwas damit zu tun, dass einfach nicht trinken nicht reicht.
    Und dass es bei mir auch nicht reicht, mir einfach vorzunehmen, nichts mehr zu trinken. Die Haltbarkeit guter Vorsätze ich meistens begrenzt.

    Ich musste die Leere füllen, die durchs Aufhören entstanden war. Schritt für Schritt einen Anlass, bei dem ich getrunken hatte, nüchtern erlebt und gesehen und gefühlt, dass das ging und sogar besser als mit Alkohol (fast immer, will nicht lügen).
    Und dann aber auch, genauso wie ich früher - vielleicht sogar, als ich noch nicht wirklich saufen musste, sondern es einfach Gewohnheit war - genau so aus Gewohnheit nüchtern bleiben. Bis ich überhaupt nicht mehr drüber nachgedacht habe, ob ich jetzt was trinke oder nicht.
    Bei mir war am Schluss meiner Karriere der Feierabend der Punkt, an dem ich mich am meisten umgewöhnen musste. Der Stress fällt ab, ich bin fast in ein Loch gefallen, gleichzeitig die Belohnungserwartung, für heute hast Du es geschafft jetzt ist Freizeit. Und da musste ich mir etwas überlegen, vor allem am Anfang.

    Einfach leben wie jemand, der noch nie getrunken hat. Diese Leute gibt es auch. Und in meinem näheren Umfeld heute gibt es einige, die nie problematisch getrunken haben, und die das aus Gesundheitsgründen oder weil sie es blöde fanden, auch aufgehört haben. Aus anderen Motiven als ich, das war einfach die Sorte "wer nicht süchtig ist, der kann das". Wenn ich etwas mit Leuten mache, dann trinkt da oft niemand.

    Es ist ein Prozess. Die Lebenseinstellung entsteht, wenn man erlebt, die Trockenheit funktioniert und sie funktioniert nicht nur gut, sondern das Gesamtlebensgefühl wird besser. Und zwar selbst dann, wennich Probleme habe. Ich frag mich dann heute, wenn mich jemand fragt, was soll ich eigentlich mit dem Gesöff? Mir fällt nichts mehr ein.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (24. Januar 2025 um 09:42)

  • Ich habe jahrelang gegen meine Alkoholsucht gekämpft.
    Als ich verstanden habe, dass ich für immer Alkoholiker bleiben werde und die Alkoholsucht lediglich zum Stillstand gebracht werden kann, aber niemals wieder weg geht, habe ich aufhört zu kämpfen. Ich habe mir klar gemacht, dass das jetzt so ist…

    Bingo, super geschrieben!

    Habe seit fast 3 Wochen keinen Saufdruck und für mich ist das lang.

  • Noch was. Du hattest da was mit den Zettelchen ud dass Du Dich Schritt für Schritt in einen geduldigen Menschen verwandelst.

    A) hatte ich die vielen Pläne, als ich meine Anfangseuphorie hatte, und

    B) kam ich ich irgendwann drauf, dass ich mich als Gesamtmensch selbst akzeptiere. Ich kann auch nüchtern ein Vollpfosten sein und deswegen juckt mich das Saufen trotzdem nicht.

    Perfektionismus entwickeln dann Einige und den meisten bereitet er große Schwierigkeiten.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Was genau meinst du mit ,das würde ich sonst nicht schaffen‘?

    Das war auf meine Energie bezogen. Wenn ich nicht soviel Energie hätte, würde ich manche Gegebenheiten nicht schaffen.


    Stern vielen Dank für deinen Beitrag . Vieles trifft genauso auf mich zu.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Guten Morgen KaDett,

    Hach wie schön, noch ein Zettel-Fanatiker! 😄 Ich hab das vor einigen Jahren auch mal gemacht, allerdings nicht in Bezug auf das Alkohol-Thema, sondern wegen meinen Ängsten. Die Zettelchen hingen überall: im Badezimmerschrank, am PC, am Kühlschrank, am Nachttisch… und mein Mann hat sich auch gefreut, weil er in regelmäßigen Abständen auch drauf gestoßen ist und die positiven Affirmationen dann auf sich selbst bezogen hat 😄 Positiver Nebeneffekt sozusagen.

    Ich hoffe, heute geht es dir gut. Ich wünsche dir, dass innerlich die Sonne für dich scheint und du innere Ruhe, Wärme und Zufriedenheit erfährst. 🤗

  • Ich hoffe, heute geht es dir gut. Ich wünsche dir, dass innerlich die Sonne für dich scheint und du innere Ruhe, Wärme und Zufriedenheit erfährst. 🤗

    Wie lieb du schreibst, so gefühlvoll 💞 wirst deinem Namen wirklich gerecht. Vielen Dank.
    Ja mir geht’s gut, im Job ist turbulent. Passt zu mir. Wenn es dann wieder ruhiger wird, kann ich das auch sehr genießen.

    Ist wie mein Leben, ich habe Elan, Langeweile kenne ich nicht, aber ich kann dann auch Pausen genießen. Ich finde selbst, dass ich ausgeglichen bin.

    Ich kann oft mit Leuten die den ganzen Tag im Schlafmodus rum schleichen und nichts auf die Reihe kriegen, nicht so gut umgehen und nicht viel

    mit Ihnen anfangen. Habe so einen Kollegen.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich lass mal die äusseren Lebensumstände aus meinen Betrachtungen weg.

    Das Wichtigste passiert innen.

    Bist Du ungeduldig mit Dir selbst?

    Gib mir Geduld, und das sofort.
    Erkennst Du die Paradoxie?

    (Vielleicht fühlst Du Dich davon gar nicht angesprochen und das ist dann auch OK für mich)

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Du weisst, aber, was ein Paradox ist, oder? Ein innerer Widerspruch.
    Du kannst nicht sofort geduldig sein, wenn Du das willst. Auch zum Geduldig werden braucht man Geduld.

    Tja, nech.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • ich habe Elan, Langeweile kenne ich nicht, aber ich kann dann auch Pausen genießen. Ich finde selbst, dass ich ausgeglichen bin.

    Entschuldigung da musste ich kurz lachen. Deine Anfangseuphorie ist sehr extrem und das erinnert mich extrem an mich selbst.

    Deine Beiträge strotzen vor Energie und das ist ja erst mal ganz toll, aber ich erkenne da auch eine gewisse Unrast.
    Meditieren, Me-Time-Ecke, arbeiten, tanzen, hier schreiben, Zettelchen verteilen- all das geht wie im Zeitraffer.
    Wie gesagt: Ich kenne das!

    Danach kam bei mir aber erst mal die große Stille. Dann bist du mit dir alleine und niemand dem du zeigen kannst, wie energiegeladen, kreativ, leistungsfähig, ja cool du bist. Irgendwann ist alles so wie du es bereitet hast und dann kommt die Frage: Wer bin ich ohne all das? Ich kann nur von mir sagen dass das der schwerste Part war und ist.

    Zu erkennen, dass ich nicht origineller bin- egal wie besonders ich alles versuche- sondern einfach eine Alkoholikerin, die ihren Alltag und ihr Denken so verändern will, dass das mit der lebenslangen Abstinenz klappt. Ob ich das im rosa Abendkleid oder im Lavendelschaum mache, macht keinen Unterschied. Wir müssen da durch, wenn wir es wirklich wollen.

  • Du weisst, aber, was ein Paradox ist, oder? Ein innerer Widerspruch.
    Du kannst nicht sofort geduldig sein, wenn Du das willst. Auch zum Geduldig werden braucht man Geduld.

    Tja, nech.

    Das ist ja klar. Es braucht Zeit. Ungeduld ist nicht durch Knopfdruck zu ändern.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

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