Myla - Weiß nicht, wie ich beginnen soll...

  • Er hat auch meine Freundin kontaktiert u ihr alles erzählt - weil ich das nicht mache. Ich war so sauer, das glaubt ihr mir nicht.

    Ich gehe mit besagter Freundin gerne mal Gassi usw., was ich jetzt natürlich erst mal nicht mehr kann.

    Wieso konntest du es deiner Freundin nicht selber erzählen? Der Mann wurde mehrmals massiv gewalttätig, da wäre es doch gut, wenn eine Freundin vor Ort im Bilde ist, oder?

    Und wieso kannst du jetzt nicht mehr mit deiner Freundin spazieren gehen? Den Zusammenhang verstehe ich nicht.

  • Ich bin jmd., ich mache gerne Dinge mit mir aus.

    Ich möchte weder, dass meine Freundin von seiner Sucht weiß, noch, dass sie überhaupt iwas von meinem "Privatleben" weiß.

    Dieses Verhalten finde ich von ihm derart übergriffig, ich renne doch auch nicht zu seinem Chef oder seiner Mutter?

    U genau das würde ich am liebsten aus Rache machen.

  • Hallo Myla!

    Ich möchte weder, dass meine Freundin von seiner Sucht weiß, noch, dass sie überhaupt iwas von meinem "Privatleben" weiß.

    Also das finde ich jetzt seltsam, warum sollte die Freumdin nichts von meinem Privatleben wissen, schämst du dich seinetwegen? Ich frage weil ich auch mit kaum jemandem darüber gesprochen habe daß mein Mann soviel trinkt.Ich habe mich geschämt darüber zu reden.

    dass er am Sa nicht nur 3 Dosen, sondern 6 getrunken hatte.

    Ich war total beschäftigt, mir Vorwürfe zu machen, wie ich das nicht sehen konnte usw.

    Ach sollst du jetzt erraten können wieviel er trinkt? Es ist doch schlimmer daß er dich anlügt.

    Ansonsten hat sich bei dir ja nach wie vor nichts geändert, ich verstehe nicht wie du immer noch so hoffen kannst daß er sich ändert?

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Genau, ich schäme mich 1. und 2. bin ich ein Mensch, der generell alles mit sich selbst aus macht.

    Er ist immerhin ehrlich geworden, dass er sagt, wenn er was getrunken hat, das war vorher nicht so.

    Bzgl. der Menge hat er mir erst letzte Wo gesagt, dass er lügt, seit dem hat er nichts mehr getrunken und heute war er bei der Suchtberatung, daher habe ich ein wenig Hoffnung.

  • Genau, ich schäme mich 1. und 2. bin ich ein Mensch, der generell alles mit sich selbst aus macht.

    Das ist auf Dauer aber ein trauriges Leben wenn man sich nicht anderen Menschen mitteilen kann, du wirst immer isolierter dabei. Sicher sollte man gewisse Dinge mit sich ausmachen aber "Geteiltes Leid.... usw."

    Es ist eigentlich kein Grund da um sich zu schämen, er ist alkoholkrank und du wahrscheinlich sehr co-abhängig. Aber wenn ihr beide nichts gegen eure Sucht unternehmt ist das jammerschade und ihr verplempert wertvolle Lebenszeit. Aber jeder müsste sein Problem für sich angehen, 2 Ertrinkende können sich nicht gegenseitig retten.

    Er ist immerhin ehrlich geworden, dass er sagt, wenn er was getrunken hat, das war vorher nicht so.

    Da machst du dir selber etwas vor, er trinkt nach wie vor wie er grad Lust und Laune hat vor allen Dingen was hast du davon wenn er es dir sagt?

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Genau, ich schäme mich 1

    Die Scham ist ein super Gefühl,.nicht umsonst ist sie die Hüterin der Würde. Sie zeigt mir zuverlässig, wenn ein Verhalten nicht okay ist und wenn meine Grenzen verletzt worden sind. Vielleicht kannst du für dich überlegen, warum sich die Scham bei dir meldet, wenn jemand aus deinem Umfeld erfährt, dass dein Partner Alkoholiker ist.


    was hast du davon wenn er es dir sagt?

    Ich kann mir vorstellen, dass da ein vermeintliches Gefühl von Kontrolle und Sicherheit über eine unkontrollierbare Situation kommt. Kann ich mich noch dran erinnern, war bei mir ähnlich.

  • Ich kann mir vorstellen, dass da ein vermeintliches Gefühl von Kontrolle und Sicherheit über eine unkontrollierbare Situation kommt. Kann ich mich noch dran erinnern, war bei mir ähnlich.

    Man muß sich aber bewusst sein daß nasse Alkoholiker selten ehrlich sind wenn sie über die Trinkmenge gefragt werden. Vielleicht wollen sie sich selber einreden daß es nicht so schlimm sei. Vielleicht wollen sie aber auch keinen Ärger mit der Partnerin.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Vielleicht wollen sie sich selber einreden daß es nicht so schlimm sei. Vielleicht wollen sie aber auch keinen Ärger mit der Partnerin.

    Häufig ist es auch bestimmt eine Mischung aus beidem oder es fehlt auch einfach die Einsicht, dass ein Problem vorliegt. Wobei es nicht in meinen Kopf will, wie ich kein Problem sehen kann, wenn ich meiner Partnerin gegenüber gewalttätig werde.

  • Also ich empfinde es nicht als "trauriges" Leben, wenn ich mich nicht mitteilen kann. Ich bin so ein Mensch von Natur aus, der generell Dinge mit sich selbst aus macht.

    Jedoch gebe ich dir recht, dass das auf Dauer ein trauriges Leben ist unter diesen Umständen.

    Was ich davon habe, wenn ich weiß, wieviel er getrunken hat? Mir fällt es dann "leichter", ihn einzuschätzen.

    Ich denke, dass er tatsächlich keinen Ärger mit mir will, da er, wenn er was getrunken hat und es mir am Tel. sagt, auch direkt sagt "Mach mir bitte keine Vorwürfe" - ich raste da natürlich direkt aus, weil ich nicht verstehe, warum er getrunken hat, obwohl er z. B. zu mir kommen wollte, dies dann aber auf Grund des Alkohols doch nicht gemacht hat.

    Danach eskaliert es, Telefonterror von beiden Seiten, er beleidigt mich, ich beleidige ihn teilw. zurück, dass er ein versoffener Versager ist usw.

    Ich hasse ihn in diesem Moment so sehr, das kann sich nmd. vorstellen.

    Am nächsten Tag entschuldigt er sich und dann ist alles wieder gut, bis er wieder trinkt.

  • Am nächsten Tag entschuldigt er sich und dann ist alles wieder gut, bis er wieder trinkt.

    Ein Alkoholiker kann seinen Alkoholkonsum nicht kontrollieren oder irgendwie steuern. Der Körper und die Seele sind süchtig. Das kann er nicht einfach so "abstellen".

    Es ist alles außer Kontrolle geraten und alles andere ist nebensächlich. Das ganze Leben wird nach der Sucht ausgerichtet, so war es auf jeden Fall bei mir, Myla.

    Du kannst so viel reden und eskalieren, es wird sich so lange nichts ändern, bis er selbst mit dem Saufen aufhören will.

    Aber Du kannst wählen, ob Du dieses Suchtspiel weiter mitspielst, oder aussteigst aus diesem Drama.

    Auf Deinen Partner hast Du keinerlei Einfluss in dieser Suchtspirale. Das ist leider so.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Myla,

    ich will Dir nicht zu Nahe treten aber mein Eindruck ist das Du ob der Situation mit Deinem Partner sehr sehr unter Druck stehst. Weil die Situation immer unkontrollierbarer wird und du sie immer verzweifelter kontrollieren willst. Ich vermute aber das Du in Dir drin ahnst das Du die Situation schon lange nicht mehr unter "Kontrolle" hast. Wenn ein Schiff untergeht dann heißt es rette sich wer kann. Einzahl. Es heißt nicht rettet Euch nur alle zusammen.

    Ich bin so ein Mensch von Natur aus, der generell Dinge mit sich selbst aus macht.

    Ein Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen darin das er die Fähigkeit hat sich zu entscheiden auch bei Dingen die scheinbar von "Natur" so sind. Wir beide sind völlig verschieden, aber ich habe in meinem Leben gelernt das es Situationen gibt bei denen ich alle Hilfe annehme die ich kriegen kann. Auch ich nehme sehr sehr ungern Hilfe an. Aber da wo es notwendig war hat es mir geholfen und mich vor dem Schlimmsten bewahrt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Das klingt alles so dermaßen toxisch was ihr Beziehung nennt. Möchtest du so wirklich dein weiteres Leben verbringen? Denk mal an die nächsten 20 Jahre. Möchtest du in 20 Jahren immer noch genauso da sitzen wie heute? Mit einem nassen Alkoholiker an deiner Seite, ständigen Beleidigungen, Vorwürfen und Gewalt? Mach wirklich mal einen Moment die Augen zu und denke an deine Zukunft in 20 Jahren. Und wie du dann genauso da sitzt wie heute auch.

    Ich bin ehrlich gesagt gerade ein wenig sprachlos und finde es sehr traurig, dass Menschen sich freiwillig so etwas antun.

    Ihr tut euch beide absolut nicht gut.

  • Ich möchte noch ergänzen: selbst wenn er je auf die Idee kommen sollte, aufzuhören, hat er dann immer noch die Schwierigkeiten mit dem Aufhören, die fast jeder hat, und die Rückfallwahrschenlichkeit von ca, 85 % im ersten Jahr. Und ausserdem wird er danach nicht mehr derselbe sein.

    Aber das passiert ja sowieso frühestens in ein paar Jahren, so wie er nach Deinen Schilderungen drauf ist.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo,

    ihr habt vollkommen recht.

    Es ist bei mir ein reiner Kontrollzwang und es treibt mir im wahrsten Sinne des Wortes in den Wahnsinn, wenn ich ihn nicht kontrollieren bzw. keinen Einfluss habe.

    Jedes Mal nehme ich mir vor "beim nächsten Mal bleibst du ruhig, lässt ihn und wartest bis zum nächsten Tag" - doch das trifft nie ein.

    Es folgt Telefonterror ohne Ende, wenn er nicht ran geht. Eben auf Grund dessen, da er schon mehrfach iwo war, wo er nicht mehr wusste, wie er da hin gekommen ist bzw. wie er heim kommt.

    Es ist die Sorge... dann ist es der Hass.

    Am nächsten Tag, wenn er sich entschuldigt, bin ich einfach froh, dass es "erst" mal vorbei ist.

    Wenn er dann da ist, bin ich dennoch distanziert, jedoch innerlich froh, dass er hier ist.

    Er war heute bei der Suchtberatung, nächste Wo ist der zweite Termin.

    Ich werde mir das noch etwas ansehen und schauen, ob sich was ändert.

    Er sagt von sich mehrfach, dass er aufhören will, ich glaube ihm das auch. Jedoch der Weg dahin ist lang und schwierig.

    Und ja, ich nehme wirklich ungern Hilfe an und aktuell bin ich noch nicht soweit, dass ich dies tun würde.

    Diese Tipps wie "tu was für dich, lenk dich ab" etc., helfen mir leider nicht, denn wenn ich weiß, dass er getrunken hat und bei sich zu Hause ist, bin ich nicht mal mehr in der Lage, einer Freundin per Whatsapp zu antworten, geschweige denn zu lesen usw.

    Ich bin wirklich die Trashqueen - RTL+ ist mein Elexier :P jedoch in so einer Phase kann ich mich keine 2 Minuten auf eine Serie konzentrieren, weil meine Gedanken nur um ihn kreisen.

    Falls hier jmd. noch einen Tipp hat, ich bin offen für alles. Ablenkung in dem Sinn funktioniert jedoch leider nicht...

  • Fast jeder Trinker muss in seinem Leben grundsätzlich etwas ändern, wenn er aufhört

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • Will Dir kurz noch was dazu schreiben.

    Ich habe auch Trinkpausen gemacht.
    Als ich aufgehört habe, blieben die Teile, die ich nur im Suff ausgelebt habe, trotzdem irgendwie erhalten.

    Ich habe schon von Einigen gehört, dass sie sich in Trinkpausen besonders zusammengerissen haben, um die Schäden, die sie im Suff verursacht hatten, irgendwie auszugleichen.
    Oft schreiben Cos auch von Jekyll und Hyde, also ein Wechsel der Persönlichkeit im Rausch. Wenn einer wie ich dann dauerhaft trocken bleibt, muss er seine beiden Seiten aber irgendwie zusammenbringen.

    Deinen Einfluss wird er dann auch nüchtern zurückdrängen. Wenn Du Dich dann nicht änderst, wird er Dich rauschmeissen. Wäre bei mir so gewesen.

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  • Hallo Lebenskünstler,

    ich verstehe, was du meinst. Er hat sich jetzt quasi eine Woche zusammen gerissen.

    Heute ist er wieder bei sich zu Hause, ob er trinkt, steht in den Sternen, ich gehe mal von "JA" aus. Ich rede mir ständig ein, dass ich ruhig bleiben muss, wenn wir nachher am Abend telefonieren und ich etwas merke. Evtl. trinkt er ja auch nicht und ich mache mir umsonst Gedanken.

    Wir wohnen nicht zusammen, aber er ist die meiste Zeit hier. Jedoch weiß ich, was du mir mit "rausschmeißen" sagen möchtest.

    Interessant wäre, inwiefern ich mich ändern müsste? Ich weiß, du kannst nicht für ihn sprechen, aber alleine der Gedankengang?

  • Interessant wäre, inwiefern ich mich ändern müsste? Ich weiß, du kannst nicht für ihn sprechen, aber alleine der Gedankengang?

    Ich würde es so interpretieren, dass du dein Co-Verhalten ablegen musst (und zwar zu deinem Schutz, nicht für ihn) und zwar unabhängig davon, ob er abstinent wird (und bleibt) oder nicht.

  • Bei uns war das so: meine Frau konnte nicht aufhören, sich Sorgen zu machen. Und mir regelmässig ihre Überlegungen mitzuteilen, was ich noch alles ändern sollte. Sie liess mich nicht los.
    Sie hat mir so im Lauf der Zeit das Gefühl vermittelt, dass ich es sowieso nicht recht machen kann und dass ich für ihre allgemeine Lebensunzufriedenheit verantwortlich und zuständig wäre.

    Ich habe sogar eine Verhaltenstherapie gemacht, um ein wenig, na ja, diplomatischer zu werden. Bis da hin war ich eher bekannt dafür, dass ich gerne mit der vollen Breitseite kam. Sagen wir, ich habe dazugelernt.

    Die Änderung kam, als ich, dem das ja auch nicht so recht gefiel, mich anderweitig verliebte und die Landebahn für mich bei einer anderen Frau schon fertig war. Da begriff meine Frau, dass sie was tun muss, damit ich bleibe. Weil ich es nämlich nicht mehr mit ihr ausgehalten habe. Dann hat sie selbst eine Therapie gemacht, damit sie selbst und auch ohne mein Zutun besser durchs Leben kommt.

    Das ist bei uns heute alles viel freier und weniger zwanghaft.

    Ich würde mal sagen, dieser Kontrollzwang, von dem Du schreibst, wird nicht von selbst aufhören, wenn er mit dem Trinken aufhört. Der Kontrollzwang ist nämlich ein Teil deiner eigenen Unsicherheit. Und die hast Du sehr wahrscheinlich bereits in diese Beziehung mitgebracht.
    Und das musst Du jetzt natürlich auch entsprechend lesen, weil ich Dich ja auch nicht besonders gut kenne.

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