foxi58 - Betroffenes Elternteil, auf der Suche nach dem Umgang mit dem Trinken ihres (mittlerweile erwachsenen) Kindes

  • Guten Morgen Foxi,

    gibt es in Eurem Landkreis einen sozialpsychiatrischen Dienst? Ich habe es gerade für meinen Landkreis nachgelesen, die dortigen Ansprechpartner nehmen Kontakt zu Betroffenen auf - es geht um Menschen mit seelischen und Suchterkrankungen - und vermitteln auch weiterführende ambulante und stationäre Hilfen. Selbst wenn Euer Sohn die wegschicken sollte, hättet Ihr den Kreis der Menschen, die die Situation kennen und auch im Notfall ansprechbar wären, erweitert. Vielleicht könnte das etwas entlasten.

    Alles Gute Euch!

  • Hallo foxi,

    das mit dem sozialpsychiatrischen Dienst ist nicht schlecht. Vor allem als Hilfe für dich und deinen Mann. Denn es bekommen dort auch Angehörige Unterstützung.

    Was da passiert ist so unglaublich traurig. Zu sehen, wie das eigene Kind sich zugrunde richtet ist, in meinen Augen, kaum auszuhalten. Aber es ist gut, dass du den Kontakt immer wieder einschränkst, deine Grenze verteidigt. Auch wenn es wehtut wie verrückt.

    Ich weiß wie es ist, ein Kind zu verlieren. Und nichts anderes passiert ja im Moment bei dir. Meine Tochter ist verstorben, aber nicht an Sucht sondern durch schicksalhafte Umstände. Dein Sohn lebt aber trotzdem ist es unumgänglich, ihn gehen zu lassen. Damit du, dein Mann, damit ihr leben könnt.

    Ich bin in Gedanken bei dir.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aber wir können doch nicht für ihn da anrufen.......wir wollen uns doch fernhalten, haben null Kontakt seit Tagen.........da kann ich doch nicht diesen Dienst informieren...

  • Hallo foxi,

    dieser Dienst ist auch Anlaufstelle für Mitbetroffene. Also für dich und deinen Mann. Ihr könnt dort auch Hilfe nur für EUCH bekommen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Das tut mir sehr leid für dich Aurora, und danke für deine Unterstützung....

  • Guten Morgen, ich gebe ein Update: letzte Woche an meinem Geburtstag hatte der Sohn versucht mich anzurufen....Ich bin nicht drangegangen. Da er seit 2 Wochen eine neue Telefonnummer hat und ich diese aber nicht angenommen habe kann er mir nicht schreiben. Seine Frau war wieder in der gemeinsamen Wohnung, er war nur für 1 Abend der Wohnung verwiesen. Ich habe ihr für ihn einen Brief zukommen lassen, ähnlich wie oben beschrieben und wir wollen erst wieder Kontakt wenn er sich bewegt in Richtung trocken werden. Es ist schlimm für uns, aber es geht nicht anders denke ich....

    Seine Frau hat mit mitgeteilt dass der Vermieter diese Polizeiaktion mitbekommen hat und Ihnen gekündigt hat. ich habe das zur Kenntnis genommen, sonst nichts.

    Jetzt aber: Mein Vater ist ja jetzt 6 Wochen im Heim, seine Wohnung gehört mir aber sie muss bald vermietet werden weil er hat das Nießbrauchrecht bis zum Tode, also obliegt mir das Vermieten, ich bin ja zuständig für ihn und Eigentümerin. Der Wohnungsmarkt hier ist mehr als schaurig, ich rüste mich falls die beiden oder einer fragt ob er die Wohnung mieten kann.......Die Wohnung ist ein paar Straßen weiter, wenn fremde Mieter einziehen hab ich mit denen ja nix zu tun außer falls was kaputt geht in der Wohnung....Jetzt muss ich mich zumindest beschäftigen ob ich an die Sohn und Schwiegertochter vermiete wenn die nichts finden, ob ich das auch wie mit fremden Mietern regeln kann.......ich werde es natürlich nicht anbieten, ich merke aber dass ich wirklich Skrupel habe wenn die nichts finden sollten, zumal mein Vater immer betont hat dass sein Enkel später da wohnen soll, er wird sicher auch fragen ob der Enkel dann einzieht.....das ist sein Wille, das weiß ichErr weiß davon dass der Enkel ein A-Problem hat aber die Tragweiter erkennt er nicht mehr....Ist alles so schwierig,..... kann ich damit leben wenn die beiden (oder auch wenn sie getrennte Wohnungen nehmen sollten , das weiß ich nicht) nichts finden und mich anfragen........

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (4. Oktober 2025 um 06:55)

  • Ohne Arbeitsplatz ist die Wahrschenlichkeit von ihm Miete zu bekommen sehr gering. Und wenn er mal drin ist kriegst du ihn nicht mehr raus und querfinanzierst seine Sauferei. Er muss sich ja dann um überhaupt nichts mehr kümmern.
    Mach’s nicht.

    Wie wäre es eine Hausverwaltung o. ä. einzuschalten, die für dich die Vermietung übernimmt, mit der Vorgabe keinesfalls an ihn und seine Frau zu vermieten?

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Mach es nicht, rational sollte dir das auch mehr als klar sein.

    Du hängst dann wieder voll mit drin und hast ihn dann auch noch direkt um die Ecke sitzen.

    Er ist erwachsen und selbst für sich verantwortlich. Wenn ihm von allen Seiten immer wieder der Hintern nachgetragen wird, hat er überhaupt keinen Grund irgendetwas zu ändern.

    Nichthilfe als Hilfe ist hier das Schlagwort.

    Und außerdem, willst du das den anderen Mietern in dem Haus tatsächlich zumuten, dass er da evtl nachts Randale anfängt, betrunken im Treppenhaus liegt oder wer weiß was noch alles?


    Edit- ich würde an deiner Stelle schnellstmöglich andere Mieter suchen und falls du tatsächlich gefragt werden solltest, ganz klar antworten, dass die Wohnung bereits vermietet ist. Konntest du ja schließlich nicht ahnen, dass er aus seiner Wohnung geschmissen wird.

    Und nochmals - so schnell wird sein aktueller Vermieter ihn gar nicht los, kann mir nicht vorstellen, dass ein Polizeieinsatz ein rechtmäßiger Kündugungsgrund ist.

  • Ich habe nicht gefragt wegen der Kündigung, da ich keinen Kontakt habe, das war die Aussage seiner Ehefrau über whatsapp.....ob und wie die Kündigung vonstatten ging habe ich nicht nachgefragt, nur die Nachricht zur Kenntnis genommen........

  • Liebe Foxi,

    du hast doch nach wie vor Kontakt, nur über einen kleinen Umweg, über seine Frau, darum kommst Du auch nicht zur Ruhe....

    Sie hatte mir zum Geburtstag gratuliert am Mittwoch, das kann ich nicht ändern...ich habe ihr den Brief an meinen Sohn zum weiterleiten geschickt, das wars.....Ist halt nicht so einfach....wir geben uns alle Mühe

    und ehrlich gesagt: Ob ich als Mutter irgendwann in diesem Leben zur Ruhe komme was meinen Sohn angeht weiß ich nicht......Wie schon gesagt: von Partnern kann man sich trennen, bei Kindern find ich es schwer....ich habe nicht die Hoffnung von zur Ruhe kommen.......

  • Zumindest wäre es gut,sich nicht verpflichtet zu fühlen, ihm nun eine Wohnung zu stellen, nur weil er jetzt wieder eine braucht. Er hat den Polizeieinsatz ausgelöst und jetzt schlägt seine Frau wieder Alarm, weil die Wohnung weg ist. Beide sind erwachsene Menschen. Wie weiter oben schon geschrieben: Sie wissen, dass Du Dich verantwortlich fühlst und nutzen das für sich aus.

    Dieser Glaubenssatz mit Kindern und Partnern mag ja stimmen, aber ich glaube, er hält Dich in dem steten Gefühl fest, letztlich doch immer parat stehen zu müssen, wenn es brennt.

  • Zumindest wäre es gut,sich nicht verpflichtet zu fühlen, ihm nun eine Wohnung zu stellen, nur weil er jetzt wieder eine braucht. Er hat den Polizeieinsatz ausgelöst und jetzt schlägt seine Frau wieder Alarm, weil die Wohnung weg ist. Beide sind erwachsene Menschen. Wie weiter oben schon geschrieben: Sie wissen, dass Du Dich verantwortlich fühlst und nutzen das für sich aus.

    Dieser Glaubenssatz mit Kindern und Partnern mag ja stimmen, aber ich glaube, er hält Dich in dem steten Gefühl fest, letztlich doch immer parat stehen zu müssen, wenn es brennt.

    Liebe Ella, da ist wohl was dran mit dem verpflichtet fühlen..... und auch mit dem parat stehen. Wir haben grade gesprochen dass unsere Schwiegertochter uns ja angerufen hat in der Notsituation letzten Montag und auch beim Geburtstag hat sie uns wieder die Sache geschrieben wie das mit der Kündigung.....Ich merke dass sie oft diejeige ist die uns kontaktiert und Dinge mitteilt.....ich glaube da müssen wir auch wirklich raus,denn so gehts nicht...

    Wir sind beide zu sozial, mitfühlend und haben beide das sogenannte Helfersyndrom, mein Mann und ich....wir müssen da wirklich drüber nachdenken wie wir mit der Situation umgehen wenn sie sich wieder meldet, denn unser Sohn wird sich nach dem Brief garantiert nicht mehr melden.....jetzt sitzen wir hier wieder, fast weinend und mit Bauchschmerzen wegen dieser Situation, es ist ätzend wie wir da so drinhängen....Und dann noch der Vater der dement wird, da haben sich auch mittlerweile Krater aufgetan was er mir hinterlassen hat mit Nießbrauchrecht wo ich mich jetzt kümmern muss, ob ich will oder nicht...

    Ella Drei, danke für den Gedankenanstoss

  • Gut, dass Du hier bist und hier immer wieder schreibst, Foxi! Irgendwann wird sich der Knoten lösen, auch wenn er jetzt unentwirrbar scheint.

    Guten Morgen,

    manchmal denk ich ich schaff das alles nicht mehr.......das ist so ein Kak Leben das da grade abläuft....mit unserem Sohn, meinem Vater , alles wird uns aufgebürdet..... unser behindertes Kind haben wir damals gut angenommen und das ist eine Bereicherung, aber das was zur Zeit abläuft .......sorry fürs jammern.....heut morgen ab 4 Uhr war die Verzweiflung wieder so groß.......

  • heut morgen ab 4 Uhr war die Verzweiflung wieder so groß

    Nachts kommen die Sorgen angerollt. Ich höre dann einen möglichst erheiternden, leichten Podcast.

    Dein behindertes Kind empfindest du als Geschenk und das ist toll. Eltern

    werden Pflegebedürftig, das ist traurig aber der Lauf der Dinge.

    Das mit deinem Sohn ist wirklich furchtbar und schwer auszuhalten. Der Knackpunkt ist, sich die Erlaubnis zu geben, das von sich weg zu halten.

    Ich kann deinen Zwiespalt mit der Wohnung gut verstehen. Natürlich ist der erste Impuls ‚ich kann doch nicht so eine herzlose Mutter sein und ihm meine Wohnung nicht überlassen‘.

    Bei allem was ich hier lese bist du alles andere als eine herzlose Mutter. Du liebst deinen Sohn und würdest sehr viel tun, damit er endlich zur Vernunft kommt. Du bist schon am Rand der Erschöpfung und darüber hinaus. ABER leider hilft das alles Nix. Im Falle der Wohnung wäre es sogar kontraproduktiv.

    Und deshalb ist es keine Herzlosigkeit sondern ein Akt von Vernunft, ihn nicht dort einziehen zu lassen. Auch wenn es sich wirklich mies anfühlt.

    Denn es würde nicht nur ihm nicht helfen sondern dir und deinem Mann schaden- und dadurch letztendlich deinem anderen Sohn.

    Tu es nicht!

    Alles Gute!

  • Guten Morgen, es hört nicht auf....im Gegenteil.......nachdem meine Schwiegertochter erst im Internet für beide eine Wohnung suchte wurde gestern wieder umgestellt auf alleine Wohnung suchen. Durch das Internet bekomme ich immer wieder die Infos mit, ob ich will oder nicht.....Ausserdem hatte der Sohn mir vor ein paar Tagen geschrieben dass er sich einen Arzttermin gemacht habe und eine Gesprächstherapie machen wolle, er wollte mir mitteilen dass er aktiv wird....Ich habe ihm geantwortet dass das nichtausreiche......das Therapie Gequassel bringt in seinem Fall nichts, er soll in eine Klinik.......

    Dann rief gegen Mittag heute mein Sohn auf dem Handy an, ich war arbeiten und telefoniere da nicht....Sofort verfalle ich dann in die totale Panik, reagiere sogar körperlich. Ich konnte mir ausdenken was er wollte, nach einigen furchtbaren Stunden wo sich mein Kopf immer nur um ihn dreht habe ich ihm aufgesprochen aufs Handy. ich habe ihm wiedermal gesagt dass er in eine Klinik eine Reha muss, und dass er uns nicht mehr anrufen soll. Ich habe ihm wieder mal gesagt dass wir es nicht mehr aushalten und habe ihn jetzt sowohl für Anrufe und auch für Chat blockiert.....Wieder, wieder, wieder.....

    Mein Mann kam von der Arbeit, weinte und sagte er könne sich kaum noch konzentrieren bei der Arbeit, er geht gott sei Dank Freitag wieder zur Co Abhängigen Selbsthilfegruppe und wird sich dort einen Ansprechpartner für Notfälle erfragen...... Ich habe einen Kurzurlaub gebucht schon letztes Jahr und würde morgen ein paar Tage wegfahren, habe aber nicht mal die Kraft den Koffer zu packen....WIE schaffen wir das den innerlichen Abstand zu bekommen? Ich habe ihm bevor ich blockiert habe noch geschrieben dass ich für ihn bete dass er nicht unter der Brücke landet, denn wie soll er eine Wohnung finden, 3 Monate Sperre beim Arbeitsamt, wie soll das gehen? Ich weiß das wir nichts tun können und denke immer wie soll das gehen wenn er keine Wohnung bekommt. Unsere bekommt er definitiv nicht, das hab ich ihm geschrieben, nur später nach Entzug und Reha...... WIE schaffen wir das, ich weiß nicht ob ich den Kurzurlaub antreten soll, wir sind so am Ende innerlich....

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