Ulf2016 - Hallo, ich bitte um Rat

  • Brief wäre doppelt, denn ihr redet ja?

    Und Buch, warum ein Buch? Sie kann sich selber eines kaufen, wenn das Thema für sie dran ist. Steig konsequent aus dem Co-Karussell aus. Es ist nicht dein Job ihr die vermeintlich passenden Bücher zu schenken.

    Liebe Grüße, Linde

    Hi Linde,

    Brief deswegen, weil ich mir denke, dass ich nicht alle Punkte und Beobachtungen alle so rüberbringen kann im Gespräch. Habe ich ja auch oft genug shcon angesprochen. Dann hat sie die Möglichkeit noch meine Beobachtungen, die ich ihr seit Monaten mitteile, in einem ruihgeren Zustand zu verdauen. Keine Ahnung , ob es ihr hilft. Buch deswegen, weil ich gemekrt habe, dass sie sich sträubt etwas alleine anzugehen. Vielleicht hilft es ihr ja nochmal die Augen zu öffnen und sich selbst wieder zu finden.

  • Ich möchte mich eigentlich nicht auf lange Diskussionen einlassen oder Szenarien durchsprechen, wie man die Beziehung doch retten könnte. Ich habe keine Kraft dazu. Und auch keine Muße.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es ist auch für sie besser, wenn du das Gespräch kurz hältst. Eine klare Ansage, ein freundliches tut mir leid und gehen.

    Diskussionen machen es für beide Seiten schlimmer und Trost muss sie sich wo anders besorgen- da bist du der exakt falsche.

    Buch und Brief- sind das nicht wieder die alten Erziehungsversuche?

    Es ist ihr Leben und nach dem Gespräch bist du kein Teil mehr davon. Ich drück dir die Daumen!

  • Buch und Brief- sind das nicht wieder die alten Erziehungsversuche?

    Es ist ihr Leben und nach dem Gespräch bist du kein Teil mehr davon. Ich drück dir die Daumen!

    Hmmm habe ich so nie gesehen.

    Vielleicht sehe ich es zu "romantisch". So als letzter guter Wille. Muss sie ja nicht annehmen und wäre mir auch egal. Ich weiß es ja sowieso nicht.

  • Den Tipp mit Buch und Brief hatte ich gegeben. Ich sag ja immer, ich hab auch Co- Anteile.

    Mir hat es in einer ähnlichen Situation in der Familie vor vielen Jahren geholfen, mich danach genügend zu distanzieren.

    Helfen im Sinne von Augen öffnen wollen ist m. E. per se nicht schlimm, vor allem, wenn die andere Seite trotz aller Geistesgaben so in ihrem Tunnel verstrickt ist. Man muss 'nur" seine eigenen Grenzen erkennen und wahren.

    Ich hatte einen besonderen Buchtipp von Bekannten bekommen (Thema verhaltensbezogene Sucht), aus einer feministischen Perpektive, die mir anders und mutmachend erschien.

    In einer ausnahmsweise geeigneten Minute habe ich das Buch an mein Geschwister übergeben, sinngemäß gesagt:

    "Keine Sorge, ich werde dich nicht noch mal zutexten,auch wenn ich mir große Sorgen mache, aber das weißt du ja und ich will Dir damit keinen zusätzlichen Stress machen.

    Tu mir und vor allem Dir nur den Gefallen und schau dir das Buch bei Gelegenheit mal unverbindlich an, ich glaube, das ist wirklich eine andere Herangehensweise an Deine Krankheit, vielleicht ist das ja eine Chance für Dich.

    Ich werde auch nicht fragen, ob du es gelesen hast und damit etwas anfangen konntest. Das ist dann deine Sache."

    Danach konnte ich mir immer sagen: Ich habe alles versucht und gesagt, den Rest muss ich dem Geschwister überlassen. Und das tat wohl beiden gut.

  • Buch deswegen, weil ich gemekrt habe, dass sie sich sträubt etwas alleine anzugehen. Vielleicht hilft es ihr ja nochmal die Augen zu öffnen und sich selbst wieder zu finden.

    Oder willst du damit dein möglicherweise vorhandenes schlechtes Gewissen reduzieren, weil du ihr durch die Trennung weh tust?

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Oder willst du damit dein möglicherweise vorhandenes schlechtes Gewissen reduzieren, weil du ihr durch die Trennung weh tust?

    Eventuell schwingt auch davon etwas mit. Wobei mein "schlechtes Gewissen" eher daraus fließt, dass ich das Gefühl habe meiner Aufgabe eines starken Freundes nicht nachzukommen, indem ich mich "aus dem Staub" mache.

    Der Gedankengang ist, wenn ich objektiv drüber nachdenke, hanebüchen - auch weil ich schon oft versucht habe zu helfen und es in dem Moment auch getan hatte und viel Leid von ihr versucht habe abzufedern -, aber kann mich diesem Gefühl nicht immer ganz erwehren.

  • Naja. Wenn du ihr wirklich nochmal was mitgeben magst ist das ja echt nicht verkehrt - Rennschnecke hat mich da überzeugt.

    Aber versuche nicht ‚der Liebe‘ zu sein. Wenn sie dich kacke findet kommt sie leichter über dich hinweg. Sieh das als Akt der Nächstenliebe! Bleib also recht klar aber respektvoll- eben nicht zu lieb.

  • Ich kenne das ich habe letztes Jahr nach der Trennung ähnlich gehandelt. Ich habe praktisch meine gefühlte Verantwortung am seine besten Freunde übergeben. Das war damals für mich wichtig, um loslassen zu können. Rückblickend und über ein Jahr später wundere ich mich selbst darüber warum ich das gemacht habe und kann es gar nicht mehr verstehen. Was ich aber jetzt sagen kann, ist, dass ich es damals für mich gebraucht habe, um dann in den kompletten Kontaktabbruch gehen zu können. Wenn es Dir hilft Ulf, um dann abschließen zu können, dann mache es. Ansonsten stimme ich aus meiner jetztigen Sicht meinen Vorschreibern zu.

    LG Momo

  • Hallo Ulf,

    vielleicht ist es besser, den von mir angesprochenen Brief wegzulassen, sonst klappt es mit dem Kontaktabbruch nicht, denn der ist doch dein Ziel, oder?

    Und wenn Du schon alles mehrfach angesprochen hast, musst Du ja wirklich nicht noch mal versuchen, ihr ihr Problem begreiflich zu machen.

    Du kannst das Gespräch relativ kurz halten (du lässt sie in Liebe los, damit du nicht mit ihr in fem Familienstrudeln versinkst, das ist dein gutes Recht) und ihr das Buch als Chance für einen neuen Blickwinkel und Wege zu einem eigenen Leben ans Herz legen.

  • Hallo Ulf,

    vielleicht ist es besser, den von mir angesprochenen Brief wegzulassen, sonst klappt es mit dem Kontaktabbruch nicht, denn der ist doch dein Ziel, oder?

    Und wenn Du schon alles mehrfach angesprochen hast, musst Du ja wirklich nicht noch mal versuchen, ihr ihr Problem begreiflich zu machen.

    Du kannst das Gespräch relativ kurz halten (du lässt sie in Liebe los, damit du nicht mit ihr in fem Familienstrudeln versinkst, das ist dein gutes Recht) und ihr das Buch als Chance für einen neuen Blickwinkel und Wege zu einem eigenen Leben ans Herz legen.

    Hi Rennschnecke,

    ich hoffe es geht dir gut. Ja vielleicht. Ich habe bisher auch noch nicht den finalen Brief geschrieben. Meine Motivation nimmt auch von Tag zu Tag ab.

    Ich lasse es euch nächste Woche wissen, wie ich schlussendlich gehandelt habe :)

  • Aufgrund von Umständen hat sich das Gespräch auf gestern verschoben .

    Ich bin nun wieder single. Naja, schade drum.

    Das Gespräch war kurz von meiner Seite aus. Aber es ist auch eskaliert. Nicht von der Lautstärke, aber von der Körperspannung. Bei Ihr hat nach so 5-7 Minuten die Panik eingesetzt, als realisiert wurde, dass ich es ernst meine und nicht dafür da bin, einen Plan oder anderes zu bereden.

    Zum Ende wurde mal wieder eine neue Grenze überschritten. Ich sollte nicht gehen. Entgegen meines eindeutigen Wunsches. Ich muss mich mit beständigem Weitergehen und Drücken aus der Wohnung lösen. Dann bin ich durch das Treppenhaus in mein Auto wortwörtlich geflohen.

    Wenn man die Geschlechterrollen vertauschen würde, wäre das Ganze noch "krasser" gewesen.

    Ich bin froh drum. Das hat mir wieder die Augen geöffnet. Meine Grenzen wurden in der Beziehung gehört, aber nicht beachtet und im Zweifel werde ich körperlich behindert, meinen Weg zu gehen.


    Noch mal vielen Dank an alle hier. Ich hoffe ihr findet alle euer Glück und die Gesundheit.

    Nächste Woche gehe ich zum Psychotherapeuten.

  • Das hört sich an, als ob du gerade rechtzeitig den Absprung geschafft hast.

    Erhol dich gut von dem aufwühlenden Erlebnis.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hey Ulf,

    das ist so krass, was da abgelaufen ist. Ein funktionierendes Co-Gefüge ist wie ein Gefängnis. Da wird alles versucht es aufrecht zu halten. Der Alkoholiker hängt an seiner Pulle fest und die Menschen drumherum hängen am Süchtigen fest. Eingefangen in einem irren Strudel. Frei ist da keiner von denen...

    Gut, dass du da raus bist und dich nicht hast da reinziehen lassen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • das ist so krass, was da abgelaufen ist. Ein funktionierendes Co-Gefüge ist wie ein Gefängnis. Da wird alles versucht es aufrecht zu halten. Der Alkoholiker hängt an seiner Pulle fest und die Menschen drumherum hängen am Süchtigen fest. Eingefangen in einem irren Strudel. Frei ist da keiner von denen...

    Gut, dass du da raus bist und dich nicht hast da reinziehen lassen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Aurora,

    danke dir! Meine "Flucht" ging auch noch weiter und die Szene wurde noch wilder, aber ich habe es aufgrund des Wiedererkennungswertes weggelassen.

    Das Gleichnis mit dem Gefängnis stimmt. Meine Ex hat auch bis jetzt nicht verstanden, was genau das Problem ist. Ich habe ihr aber ein Buch dagelassen. Vielleicht liest sie es ja mal. Brief lasse ich sein.

    Ich habe die letzten Tage auch deine Geschichte gelesen und war von deiner Willensstärke tief beeindruckt. Auch diese hat mir viel Kraft gegeben heute für mich und meine Zukunft einzustehen.

  • Gestern Abend hat sie sich nochmal gemeldet.

    Bedauert wurde die Art und Ablauf des letzten Gesprächs. Dann wurde wieder an mein Gewissen appelliert. Ich denke, diese Art der Manipulation ist ungewollt, zieht trotzdem an mir. Diesen Umstand will ich diese Woche mal mit den Psychotherapeuten bereden. Sie fühlte sich nicht richtig gehört von mir und als wenn ich sie vor gemachten Tatsachen gestellt habe. Sie hatte sich wohl Hilfe gesucht und gehofft, in einer jetzt wohl ruhigeren Phase, mit mir über einen gemeinsamen Weg zu beraten.

    Ich habe ein erneutes Gespräch abgelegt, habe ihr aber nochmal versucht zu erklären, warum die Beziehung von mir aus beendet wurde, warum ich diese System so kritisch finde und wie es sich in mein Leben gedrängt hat. Zudem habe ich auch nochmal auf die vielen gerissen Grenzen hingewiesen.

    Ich denke, dass sich es damit wohl erstmal gelegt hat.

    Ein leichtes Gefühl, dass ich sie im Stich lasse, habe ich noch. Gleichzeitig haben mich diese Gedanken direkt wieder in alte Muster geworfen, wo ich mir Sorgen machen und alles überdenke und drehe und wende. Aber ganz schnell vergesse, dass ich den Ursprung des Unglücks, nämlich das Saufen und das ständige Hinterhergerenne nicht lösen kann.

    Zudem weiß ich nicht, ob diese Pläne, wen ich auf diese eingegangen wäre, jemals die Mutter überlebt hätten. Die ist ja auch ein ganz entscheidener Teil des Systems.

    Ich freue mich für sie, dass sie sich Hilfe geholt hat. Ich hoffe sie schafft es daraus.

  • Hallo,

    ich dachte ich gebe vielleicht ein kurzes Update.

    Mir geht es viel besser. Und das ganze ging auch sehr schnell, wenn ich ehrlich zu mir selber bin. Der harte Schlussstrich hat wohl bei mir im Kopf nen Schalter umgelegt. Keine Verantwortung mehr, außer für mich selber. Ein befreiendes Gefühl. Ich werde wieder ganz der Alte.

    Ich habe die letzte Woche viele Freunde getroffen, war mal wieder abends unterwegs und habe Menschen getroffen, wo ich seit Monaten keine Zeit und Kraft zu hatte.

    Ich bin ehrlich, dass ein kleiner "Marktcheck" beim Flirten meinem Selbstbewusstsein auch sehr gut getan hat.

    Ich war auch beim einen Psychotherapeuten, aber es war ehrlich gesagt ein wenig verschwendet, weil meine Gedanken viel klarer waren und ich auch viel nüchternen zurück blicken konnte. Er hat mich aber nochmal bestätigt, dass ich meine Grenzen klar gestellt habe und auch verteidigt habe. Bis zu letzten Konsequenz.

    Zudem hat mir noch ein paar Tipps gegeben, um aus diesem ständigen Grübeln rauszukommen und ein paar Übungen beschrieben.

    Hier nun nochmal mein Danke an euch, für das Zuhören und die guten Tipps geben. Ihr wart vor 3 Wochen immer wieder ein wichtige Ressource. Danke sehr und allen ein schönes, glückliches und vorallem gesundes Leben.


    An die Moderation: Sollten noch Leute kommentieren wollen, dann natürlich gerne, aber ihr könnt des Faden auch gerne schließen, sobald die Resonanz hier ausläuft :)

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