Mattie - Abstinent bleiben

  • Hi Mattie,

    eine Challenge

    nur mal ein Gedanke dazu. Wenn ich schon im Vorfeld denken würde, etwas ist eine Challenge und ich auch schon konkrete Erfahrungen habe, wie ich diese Challenge vorher trinkend gelöst habe, dann würde ich gerade am Anfang darauf verzichten. Viel zu viel Risiko und neben der Tatsache dass ich das Risiko nie wieder einschätzen kann, wäre das gerade am Anfang eine völlige Überschätzung.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich schließe mich Kazik 100% an. Ich habe am Anfang auf wirklich alles verzichtet, was mich nur annähernd an Alkohol rangeführt hätte!

    Weisst Du, Mattie Dein Suchtgedächnis, ich nenne es mittlerweile Suchtgehirn, da es mir ja meine Kontrolle genommen hat, ist am Anfang noch sehr aktiv. Ich würde an Deiner Stelle wirklich alles lassen, was mich nur im entferntesten triggern würde. Denn was passiert, wenn es schief geht: Du fängst wieder an zu trinken und die Erfahrung sagt, das es nach einem Rückfall viel schlimmer wird.

    Ist es dieses Risiko wirklich wert? Das würde ich an Deiner Stelle immer abwägen.

  • Kazik und Stromer , danke für eure Warnungen. Ich weiß, was ihr meint.

    Nun ist es so, dass ich diese Städtereise aus privaten Gründen unbedingt machen muss und möchte. Das Treffen mit den Leuten da ist ein echter Seelentröster für mich.

    Nachdem ich mir die Hotel-Situation ausgemalt habe, verliert die 'Challenge' inzwischen an Härte. Ich habe mir meine Strategien zurechtgelegt, und ich weiß, nach dieser Woche, in der ich abstinent bleiben werde, werden viele andere herausfordernde Situationen auch ihren Schrecken verlieren.

    Ich habe ja schon einmal zehn Jahre lang nichts getrunken. Das begann, als ich vor zwanzig Jahren meinen jetzigen Mann kennenlernte. Wir machten Flitterwochen in Paris und haben in einem wunderbaren Restaurant gegessen. Ich war gerade wenige Tage trocken, und dann kam die Weinkarte. Was habe ich mit mir gekämpft ... ("Wir können doch auch nach den Flitterwochen noch aufhören!") Aber ich bin, auch wegen der ernsten Blicke meines Mannes, stark geblieben. Und später, wenn das Suchthirn sich meldete, habe ich dann immer gedacht: Du hast in Paris keinen Weißwein zum Fisch getrunken, dann schaffst du das jetzt auch mit links :)

    Ich werde in der kommenden Hotel-Woche keinen Alkohol trinken. Ich werde keinen Rückfall erleiden.

    Viele Grüße

    Mattie

  • Nachdem ich nun noch im Forum geschmökert habe, wird mir eines klar: Diese Scheiß-Hotelsituation triggert mich deswegen, weil sie unter die "Halt"-Regelung fällt. Ganz klar - ich fühle mich da einsam. Also werde ich zu den genannten Strategien auch noch hinzufügen, die beste Freundin oder den Ehemann anzurufen und lange zu plaudern.

    Wenn ich übrigens schreibe "Ich werde keinen Rückfall erleiden", versteht ihr das hoffentlich nicht falsch? Das soll nicht ausdrücken, dass ich mich für unbezwingbar halte, natürlich nicht, wie denn auch ... Aber indem ich das so ausformuliere und veröffentliche, schließe ich praktisch einen Vertrag mit mir selbst. Das hilft mir.

    Gute Nacht,

    Mattie

  • Nun ist es so, dass ich diese Städtereise aus privaten Gründen unbedingt machen muss und möchte. Das Treffen mit den Leuten da ist ein echter Seelentröster für mich.

    Nachdem ich mir die Hotel-Situation ausgemalt habe, verliert die 'Challenge' inzwischen an Härte. Ich habe mir meine Strategien zurechtgelegt

    Ich fasse es mal für mich zusammen.

    Alkohol war in der nassen Zeit auch dein Seelentröster. Oder nicht? Und die cleveren Strategien in den Trinkpausen sind ebenfalls gescheitert. Sonst wärst du nicht hier

    Alkohol zu Hause zu dulden und zu behaupten, er würde nicht triggern, ist nichts als Selbstbetrug. Die Sucht kennt Schwachstellen besser, als der Alkoholiker selbst glaubt, und hebelt jede Kontrolle aus, bevor der Betroffene überhaupt merkt, was passiert.

    Ein Glas wegzustellen reicht nicht , nur nicht trinken reicht auch nicht. Der Kopf, dem man am Anfang des Weges vertraut , ist schließlich noch voll auf Saufen programmiert. Die Illusion, man hätte alles im Griff, ist nicht nur brandgefährlich, sondern auch naiv.

    Trocken zu werden ist auch kein Knopfdruck im Hirn, sondern auch mal ein unbequemer Prozess, der mehr verlangt als bloßen Verzicht. Es braucht Verhaltensänderung, Schutzmechanismen und ein Umfeld, das sich kompromisslos am abstinenten Leben orientiert , nicht an den alten, "nassen Mustern".

    Und wenn ich das nun mit meinen Erfahrungen abgleiche, dann sage ich schon mal Prost , das Trockenwerden hast du schon verloren, bevor du überhaupt angefangen hast. Zumindest meine Prognose.

    Es ist nicht immer schön, was ich schreibe, aber du entscheidest, ob du in den "Nun erst recht"- oder "Lass mich darüber nachdenken"-Modus schaltest.

    kennst das schon?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Prost , das Trockenwerden hast du schon verloren, bevor du überhaupt angefangen hast.

    Wow, das nenne ich mal Demotivation von Moderatorenseite. Danke trotzdem, dass du dich bemüht hast, meine Situation zu verstehen und deine Sichtweise darzulegen. Ich freue mich über jedes Feedback, auch über eines, das mich zurückwirft. Das kann mich nur stärker machen.

  • Was genau hat das mit der Moderatorenseite zu tun? Ich bin nicht hier, um gute Laune zu verbreiten, wenn ich sehe, wie manche User sich in gefährliche Situationen bringen. Ich bin seit 18 Jahren trocken und habe in dieser Zeit tausende Beiträge gelesen.

    Die Erfahrungen, die ich selbst und hier gesammelt habe, spiegeln sich in meinem Post an dich wider.

    Demotivierend ist ein Rückfall –Motivation entsteht, wenn klar wird, dass riskantes Verhalten genau zu den unerwünschten Konsequenzen führen kann. Aber das funktioniert nur, wenn ich bereit bin, Hilfe anzunehmen.

    Ich muss es lediglich richtig einordnen.

    aber du entscheidest, ob du in den "Nun erst recht"- oder "Lass mich darüber nachdenken"-Modus schaltest.

    Mich wundert es nicht, dass es unter "Nun erst recht" eingeordnet wird . Das ist auch nicht unüblich, man nennt das eben "nasses Verhalten".

    Ich wünsche dir mal etwas mehr Weitsicht für dein Tun.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hartmut Meine Hochachtung für 18 Jahre Trockensein!

    Deine Provokationen triggern mich. Ich mag mich nicht auf eine detaillierte Auseinandersetzung mit dir einlassen. Bitte lass es uns dabei belassen. Im realen Leben würde ich mich nun auch der Situation entziehen, um einer Gefährdung meinerseits zu entgehen. Danke für dein Verständnis.

    Viele Grüße

    Mattie

  • Danke für dein Verständnis.

    Nein, dafür gibt es kein Verständnis. Es geht um eine tödlich verlaufende Krankheit.

    Ich mag mich nicht auf eine detaillierte Auseinandersetzung mit dir einlassen.

    Es ist keine Auseinandersetzung, es ist ein Erfahrungsaustausch Aber das ist dein Recht, du musst es nicht tun.

    Meine Verantwortung hier liegt jedoch auch darin, Nachahmer, die nur mitlesen, darauf aufmerksam zu machen, dass solche Wege, wie du sie gehst, gefährlich sind und sie sich möglicherweise irgendwann zu Tode saufen.

    Wir sind hier eine Sucht-SHG und betreiben keine soziale Plattform.

    Also, tausche dich aus, wie du möchtest, aber die Regeln hier bestimmt das Team.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Mattie,

    Du bist hier in einer Selbsthilfegruppe. Nicht in einem Streichelzoo. Und die Sucht ist erbarmungslos und gefährlich. Und deshalb wird hier direkt und manchmal hart auf irgendwelche Gefahren hingewiesen. Auch um zu verhindern das andere Nutzer*innen, die das hier lesen, es Dir nachmachen und sich in Gefahr bringen. Du hast hier auch eine Verantwortung für andere.

    By the way Hartmut hat im Kern das Gleiche geschrieben wie ich. Jede Gefahr vermeiden ist der sicherste Weg zur dauerhaften Abstinenz.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Die Regeln sind die Regeln. Die Art wie man miteinander kommuniziert ist etwas anderes. Etwas mehr Empathie schadet manchmal nicht. Meine Meinung dazu.

    Kurze frage...wollt ihr etwas ändern, oder in watte gepackt werden? Ich glaube das einige hier die tragweite dessen um was es geht, noch nicht verstanden haben.

  • Die Art wie man miteinander kommuniziert ist etwas anderes. Etwas mehr Empathie schadet manchmal nicht.

    Wäre ich nicht empathisch, hätte ich gar nicht geantwortet. Und wäre ich nicht empathisch, würde ich mich nicht seit 18 Jahren intensiv mit den Sorgen und Empfindlichkeiten von Alkoholikern hier auseinandersetzen.


    Fragt doch mal den Alkoholiker, der verzweifelt in der Ecke sitzt, in seinen vollgekotzten, verpissten und verschissenen Kleidern, der um sein Leben kämpft, ob ihm blumige Empathie geholfen hat, mit dem Saufen aufzuhören. Denn so endet es eben.

    Einfach mal darüber nachdenken.

    Das ist mir einfach zu ernst, und wie immer werde ich nicht nach dem Mund reden, sondern in der Sprache der Sucht bleiben. Jegliche weitere Diskussion dieser Art des Austauschs lenkt nur davon ab, das Problem anzugehen, trocken zu werden.

    Daher ist es sinnvoll, sich genau darauf zu konzentrieren.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich denke darüber nach

    Hallo, Lebensmut,

    ich habe nun auch deinen Faden gelesen und freue mich, dich hier kennenzulernen. Wir sind ja beide noch ganz frisch dabei, du hast schon ein paar Wochen mehr als ich geschafft. Ich habe gelesen, dass du hoffst, durch deine Abstinenz auch abzunehmen, und du hast ja schon auch einige Pfunde runter. Ich kann mir das bei mir kaum vorstellen, auch wenn ich es mir wünschen würde, aber ich tigere abends stündlich zum Kühlschrank oder zur Vorratsschublade, greife mir Lakritz, Schokolade oder Joghurts, und manchmal trinke ich puren Pfirsichsaft, weil es einfach so gut tut. Nun ist das in meinem Fall schlimm, da ich auch noch an Diabetes leide, aber ich habe mir für den Beginn der Abstinenz vorgenommen, mir alles zu erlauben, was die Situation leichter macht. Ich hoffe, das pendelt sich bei mir irgendwann ein und ich finde zu einem gesunden Essverhalten zurück, ohne das Gefühl zu haben, den Alkohol ersetzen zu müssen. Mich würden Erfahrungen mit dem Essverhalten ab Beginn der Abstinenz generell interessieren.

    Liebe Grüße

    Mattie

  • Liebe Mattie,

    auch ich freue mich sehr dich kennenzulernen. Nach A kommt B. Mein Weg muss für dich nicht der Richtige sein. Mich puscht die Abstinenz in Kombi mit dem Gewichtsverlust gerade enorm. Ich habe mich selten so gut gefühlt. Konzentrier dich jetzt auf die Abstinenz und dann kommt der Rest von allein. Wenn du Heißhunger auf Süßes hast, kauf dir doch ein Babyobst gläschen. Die schmecken super und haben kaum Kalorien. Der Heißhunger ist gestillt und viel gesünder als Schoki und Co :)

    LG

    Lebensmut74

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