Bibitor 66 - 43 Jahre im Rausch reicht

  • Schön , dass du es geniessen konntest.
    Schau genau hin, ob da noch was nachkommt, heute oder die nächsten Tage.

    Ich gebe acht. Ich hoffe das mich das Suchthirn nicht plagt. Im Moment wirklich komplett ruhig. Und ich will auch nie wieder dort hin zurück in die Nässe. Es lebt sich gerade so entspannt. Ich bleibe am Ball und Euch treu.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Nun, ich mal wieder:saint:

    Es kommt nicht darauf an, wer was wo trinkt oder wie viel, entscheidend ist. Was macht es mit mir? Spüre ich Verzicht, Verlangen oder fühle ich mich sicher?

    Solange ich jedoch noch zähle, was andere trinken, läuft ein Programm im Kopf. Für Menschen ohne Sucht ist das egal, für mich nicht.

    Denn ich bin überzeuget es macht immer was, bewusst oder unbewusst. Und wenn nicht, wäre ich nicht süchtig. Wichtig ist, nicht den Denkfehler zu machen: „Hat mir nichts ausgemacht, also kann ich mehr riskieren.“ Denn genau da setzt das Suchthirn an, oder wie ich es mal genannt habe, mein innerer Dealer.;)

    Nur mal als Info, nicht als Aufforderung, den ganzen Weg neu zu überdenken, und eines weiß ich auch aus Erfahrung: Meine Armlänge zum Glas hat sich auch nach 18 Jahren nicht verändert. Habe extra eben noch mal nachgemessen.:)

    Tag 130

    Ich habe keine Nachwehen (Nachziehen). Ich hatte gestern alle Getränke wahrgenommen, die an den Tisch gebracht wurden. Auch alle Speisen. Ich war schon immer ein Beobachter der Situation. Die Armlänge zu dem Bier war mindestens 4. Er saß am anderen Ende des Tischs. Aber da hatte ich tatsächlich kurz nachgedacht, was hätte ich gemacht, wenn das Bier rechts oder links von mir serviert worden wäre. Hätte ich dann den Platz wechseln müssen.

    Mir ist doch mit meinem nüchternen (trockenen) Kopf/Willen klar, was ich nicht mehr will. Der nasse Wille hat wahrlich nichts getaugt. Aber nun weiß ich doch ganz genau, wo ich nicht mehr hin will. Ist dieser Wille nicht der Gegenspieler des Suchthirns? Kann der trockene Wille auch nichts? Ich führe keinen Kampf. Ich will nie wieder Alkohol trinken, weil er mich umbringt und vorher noch meine innere Ruhe raubt. Ist dieser Wille nicht die Lösung um das Suchthirn im Schlaf zu halten?

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Die Armlänge zu dem Bier war mindestens 4. Er saß am anderen Ende des Tischs. Aber da hatte ich tatsächlich kurz nachgedacht, was hätte ich gemacht, wenn das Bier rechts oder links von mir serviert worden wäre. Hätte ich dann den Platz wechseln müssen.

    Guten Morgen Bibi, du spürst das doch ob du den Platz wechseln solltest oder ob du damit klar kommst, wenn ich irgendwo sitze oder einkaufe trifft mein Blick irgendwann unweigerlich auf Alkohol damit muss ich klar kommen oder ich muss es lassen. Aber direkt neben einem Biertrinker zu sitzen können wir uns sparen, die Fahne, der Geruch, das Gerede würde mich nerven....

  • Guten Morgen Bibi, du spürst das doch ob du den Platz wechseln solltest oder ob du damit klar kommst, wenn ich irgendwo sitze oder einkaufe trifft mein Blick irgendwann unweigerlich auf Alkohol damit muss ich klar kommen oder ich muss es lassen. Aber direkt neben einem Biertrinker zu sitzen können wir uns sparen, die Fahne, der Geruch, das Gerede würde mich nerven....

    Guten Morgen R/no,

    ich behaupte immer noch, dass mir dieses Bier am Tisch überhaupt nichts ausgemacht hat. In den ca. 2 Std. die wir uns in der Lokalität aufhielten, wurde auch nur 1 Bier konsumiert. Dann sind diese Menschen keine Alkoholiker. Ich bin die Alkoholikerin. Es entstand auch kein nasses Gerede. Wir haben uns alle toll unterhalten. Über die Familie, deren Projekte und über die vergangenen Urlaube.

    Als ich noch vor über 10 Jahren hin und wieder in die Dorfkneipe ging, da war nur nasses Gerede. Geschwätz das sich in Dauerschleife wiederholte. Das ging mir selbst betrunken auf die Nerven. Da musste ich entweder schnell mehr trinken oder gehen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Aber da hatte ich tatsächlich kurz nachgedacht, was hätte ich gemacht, wenn das Bier rechts oder links von mir serviert worden wäre. Hätte ich dann den Platz wechseln müssen.

    Ja, das rate ich Dir, Du bist ja noch ganz am Anfang. Und wenn Du merkst, dass es etwas mit Dir macht, kann es schon zu spät sein..

    Ist dieser Wille nicht der Gegenspieler des Suchthirns? Kann der trockene Wille auch nichts? Ich führe keinen Kampf. Ich will nie wieder Alkohol trinken, weil er mich umbringt und vorher noch meine innere Ruhe raubt. Ist dieser Wille nicht die Lösung um das Suchthirn im Schlaf zu halten?

    Gerade in der Anfangszeit der Abstinenz ist die Gefahr groß, sich vor lauter Begeisterung über die neugewonnene Freiheit zu überschätzen.

    Ich bin da im ersten Jahr auch einige (wenige) Risiken eingegangen, die ich im Nachhinein anders bewerte.

    Du kannst hier bei vielen "alten Hasen" (zu denen ich noch lange nicht gehöre) nachlesen, dass der feste Wille allein nicht reicht.

    Nur weil ich glaube, es kapiert zu haben, bin ich nicht stärker als mein Suchthirn.

    Ich kann es gerade nicht besser in Worte fassen, das wird hoffentlich noch jemand ergänzen....

  • Ich war schon immer ein Beobachter der Situation.

    In der „nassen Zeit“ war das verständlich.

    Wenn jemand mittags ein Bier bestellt hatte, hab ich mir auch eins genommen um mich in der Masse zu verstecken. Heute schaue ich anders hin. Ich frage nicht mehr. Wer trinkt was? – ich frage. Wird hier gesoffen oder nicht?

    Aber damit ist es nicht getan.

    Denn was passiert, wenn aus einem scheinbar „normalen“ Trinken plötzlich ein Besäufnis wird? Bleibe ich dann sitzen? Schaue ich weiter zu? Was machen meine Emotionen? Halte ich das aus , wegen der Gruppendynamik? Will ich nicht auffallen, nicht der Außenseiter sein?

    Und genau da liegt die Gefahr, nicht im ersten Glas der anderen, sondern in meinem inneren Reflex, dazugehören zu wollen .

    Der nasse Wille hat wahrlich nichts getaugt

    Es gibt keinen nassen oder trockenen Willen. Ich muss mich der Sucht anpassen nicht umgekehrt.

    Ob ich etwas will oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn Wille allein reichen würde, wäre ich nie süchtig geworden. Diese Diskussion über den „Willen“, jetzt nicht bei dir , aber immer wieder mal im Forum ist oft nur ein verständlicher Versuch, sich selbst zu beruhigen: „Ich hab’s im Griff.“

    Aber genau da liegt für mich der Trugschluss: Sucht lässt sich nicht wegwollen. Der Wille kann helfen, eine brenzlige Situation zu überstehen , ja. Aber nur so lange, bis die Sucht den Willen weggedrückt hat und das Saufen wieder als Lösung anbietet.

    Und das tut sie. Darauf kann ich mich verlassen, denn sie hat keine andere Lösung.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • überhaupt nichts ausgemacht hat. In den ca. 2 Std. die wir uns in der Lokalität aufhielten, wurde auch nur 1 Bier konsumiert

    Da hast Du aber gut aufgepasst.

    Dafür, dass es Dir gar nichts ausgemacht hat. ;)

    Ich finde mich in dem, was Du schreibst, total wieder. Genau so ging es mir am Anfang auch. Mein Kleiner zieht mich heute noch damit auf, dass ich (angeblich) dem Ober so laut ein "nein" ins Gesicht geschmettert hätte, als er mit dem Ouzo kam. :saint:

    Ich selbst war nur so verwundert, wieso mich alle anschauen und der arme Mann so gequält guckt.

    Auch heute kann ich Dir nach einem Restaurantbesuch noch sagen, wer was gegessen hat. Aber tatsächlich hat das mit den Getränken irgendwann extrem nachgelassen. Hätte ich selbst nicht gedacht. Da muss die Person mir schon gegenüber sitzen.

    Jedenfalls liest sich das bei Dir heute genau so, wie ich es auch kennengelernt hatte.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo liebes Forum,

    Danke für Eure Beiträge. Für dieses Jahr sind nur noch 4 Feierlichkeiten angesagt. Monatsende der runde Geburtstag. Wir werden nachmittags hingehen, aber nicht lange bleiben. Nur zu Kaffee und Kuchen. Dann käme noch mein Geburtstag. Da bin ich mir noch unschlüssig, ob ich überhaupt etwas mache. Mein Geburtstag fiel schon letztes Jahr aus, da ich da noch an Krücken lief.

    Dann noch Weihnachten und Silvester. Aber diese beiden Feste machen mir überhaupt keine Sorgen. Ich habe die ganzen letzten Jahre nie an Weihnachten oder Silvester getrunken. Mein Mann war ja da. An Weihnachten kommen die Kinder mit Frauen und die Enkel zum Essen. Da stehe ich mehrere Tage in der Küche. An Silvester waren mein Mann und ich immer alleine zu Hause. Da gibt es für gewöhnlich Raclette und heißen Stein und wir schauen Shows im Fernsehen. Um 24 Uhr gehen wir kurz vor´s Haus. Mein Mann möchte ein paar Raketen zünden. Wir sind manchmal sogar auf dem Sofa eingeschlafen und haben uns den Wecker gestellt, um das Feuerwerk nicht zu verpassen.

    Nächstes Jahr geht es erst ab Mai mit Geburtstagen in der Verwandtschaft los.

    Ich werde natürlich von wilden Besäufnissen für immer Abstand halten. Es interessiert mich auch nicht, da ich die letzten Jahre nur alleine zu Hause in meiner "Höhle" gesoffen habe.

    Auch jetzt fühle ich mich zu Hause am wohlsten. Nur eben ohne Alkohol. Dafür mit Ordnung, Tee und lecker Duftkerzen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo liebes Forum,

    noch einen lieben Gruß zum Abend.

    Ich war heute sehr fleißig. Ich habe noch mal 2 Ordner mit Unterlagen gefüllt und einen großen Topf Hühnersuppe gekocht. Mein Mann ist erkältet. So ein Männerschnupfen ist ganz furchtbar. Ich hoffe die Suppe wirkt.

    Von gestern (Lokal) haben wir beide was mitgenommen. Mein Mann und ich haben Rückenschmerzen. Die Sitzgelegenheiten waren sehr unbequem. :(

    LG und bis morgen

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 131: Das Forum macht was mit mir

    Das Forum ist auf meinem Computer (Kopf) gespeichert. Es ist abgelegt und ständig abrufbar. Es ist immer dabei, wenn ich irgendwo hin gehe, auch wenn ich mein Handy nicht dabei habe.

    Das Programm "Forum" läuft in meinem Kopf.

    Im Nachhinein muss ich mir doch eingestehen, dass ich ein leicht mulmiges Gefühl hatte. Also bei dem Treffen mit den Freunden. Aber es war nicht nur wegen der Nähe zum Alkohol, sondern wegen der mahnenden Worte und erhobenen Zeigefinger des Forums. Aber das ist gut so! Denn dieses im Kopf gespeicherte Programm "Forum" warnt mich vor Übermut, Leichtsinn und möglichen anderen Gefahren.

    Wenn Ihr mir nicht ständig im Kopf rum spuken würdet, dann bestünde die Gefahr leichtsinnig zu werden.

    Deshalb macht genauso weiter. Ein Programm für den Kopf + schriftlicher Austausch ist einfach nur genial.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • . Aber es war nicht nur wegen der Nähe zum Alkohol, sondern wegen der mahnenden Worte und erhobenen Zeigefinger des Forums.

    Ich denke, da wird vieles fehlinterpretiert. Es geht nicht um mahnende Worte, und schon gar nicht um den erhobenen Zeigefinger. Es geht um Selbsthilfe und was jeder Einzelne daraus macht. Es sind Erfahrungsberichte, keine Aufforderungen, irgendetwas nachzumachen.;)


    Ich bin überzeugter Vertreter der Selbsthilfe. Aber dieses Nachtragen bei der Sucht – dieses „Wie geht’s dir?“, „Mach doch mal so oder so“ das war nie mein Weg. Nicht, weil mir Empathie fehlt. Sondern weil genau diese Dynamik oft die gleiche ist, die einen in der Sucht gehalten hat. . Fremdsteuerung, Anpassung, Erwartung.

    Ich setze auf Eigenverantwortung nicht auf emotionale Nachsorge. Wer trocken bleiben will, muss sich selbst führen. Nicht geführt werden. Wenn jemand rückfällig wird, soll er weiter saufen. Wenn er das nicht mehr will, kann er wieder anfangen trocken zu werden .

    Aber ihn an die Hand zu nehmen, ihm Mut zu machen und ihn wieder aufzubauen, hat den Beigeschmack, dass er es für den anderen tut und nicht aus sich selbst heraus. Der Co-Bereich in unserem Forum zeigt, wie mühsam das ist und wie viele Jahre es dauern kann.

    Natürlich mache ich Unterschiede, wenn es ums Normale Leben geht. Ich gehe essen, trinken, feiere Geburtstage, bin auf Festen, treffe Menschen in Lokalen. Das ist Leben. Trocken bleiben heißt nicht, sich einzusperren. Wer das glaubt, hat nichts verstanden.

    Trocken bleiben ist eine Notwendigkeit und das geht nur, wenn ich Risiken sie als das einschätze, was sie sind. Eben Risiken.

    Und gerade am Anfang kann ich das gar nicht einschätzen. Was ist ein Risiko, was nicht? Die Jahre davor war alles scheinbar kein Risiko. Das Hirn schaltet nicht abrupt von "nass auf trocken" .Da wird vieles missgedeutet und fehlinterpretiert.

    Genau deshalb wurden die Grundbausteine von Langzeittrockenen ins Leben gerufen, die sie zusammengetragen haben. Nicht einmal von mir , ich bin nur der Überbringer der „frohen Botschaft“.:whistling: Die Grundbausteine verändert sich auch nach Jahren nicht.

    Der Alkoholiker verändert sich, je länger er trocken bleibt. Und dann versteht er rückwirkend auch den Sinn der „frohen Botschaft“.

    Das Forum ist auf meinem Computer (Kopf) gespeichert. Es ist abgelegt und ständig abrufbar. Es ist immer dabei, wenn ich irgendwo hin gehe, auch wenn ich mein Handy nicht dabei habe.

    So habe ich vor 18 Jahren auch angefangen, erst skeptisch, dann der Fall, dann die Rückkehr. Heute bin ich über 18 Jahre trocken. Nicht, weil ich etwas nachgemacht habe, sondern weil ich es für mich gemacht habe.

    Es gibt keine Kopien. Wer seinen Weg geht, bleibt das Original.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich denke, da wird vieles fehlinterpretiert. Es geht nicht um mahnende Worte, und schon gar nicht um den erhobenen Zeigefinger. Es geht um Selbsthilfe und was jeder Einzelne daraus macht. Es sind Erfahrungsberichte, keine Aufforderungen, irgendetwas nachzumachen.;)


    Ich bin überzeugter Vertreter der Selbsthilfe. Aber dieses Nachtragen bei der Sucht – dieses „Wie geht’s dir?“, „Mach doch mal so oder so“ das war nie mein Weg. Nicht, weil mir Empathie fehlt. Sondern weil genau diese Dynamik oft die gleiche ist, die einen in der Sucht gehalten hat. . Fremdsteuerung, Anpassung, Erwartung.

    Ich setze auf Eigenverantwortung nicht auf emotionale Nachsorge. Wer trocken bleiben will, muss sich selbst führen. Nicht geführt werden. Wenn jemand rückfällig wird, soll er weiter saufen. Wenn er das nicht mehr will, kann er wieder anfangen trocken zu werden .

    Aber ihn an die Hand zu nehmen, ihm Mut zu machen und ihn wieder aufzubauen, hat den Beigeschmack, dass er es für den anderen tut und nicht aus sich selbst heraus. Der Co-Bereich in unserem Forum zeigt, wie mühsam das ist und wie viele Jahre es dauern kann.

    Natürlich geht es hier um Selbsthilfe. :) Meine vorherige "Selbsthilfe" half ja nicht. Nun wird mir Selbsthilfe von sehr erfahrenen trockenen Menschen angeboten. Das ist anders. Viel wertvoller. Man lernt dazu und weiß nun auch viel mehr über die Sucht. Die Erfahrungswerte der hier anwesenden Personen, die schon lange trocken sind, beweisen ja das es funktioniert. So kann man sich auch tatsächlich helfen. Man muss nur dran bleiben, lesen, schreiben und sich austauschen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 132

    Vor dem Start in meine Abstinenz habe ich NUR noch funktioniert. Und das eben NUR mit Alkohol.

    Gestern habe ich mir einen wunderschönen Adventskranz gekauft. Schön groß und nicht gerade billig. Die letzten Jahre habe ich mir immer nur einen kleinen Kranz oder ein längliches Adventsgesteck für 9,99 € gekauft. Hauptsache hier steht was rum, dass Advent und Weihnachten erahnen lässt.

    Warum habe ich immer nur Kränze mit roten, weißen oder goldenen Kerzen gekauft? Hat das so Tradition? Diesmal stehen schöne dunkelgraue, große Kerzen darauf. Der Kranz passt perfekt zu meinem grauen Weihnachtsläufer auf dem Tisch. Er ist dezent geschmückt und wunderschön. Ich könnte ihn den ganzen Tag anstarren.

    Den Kranz konnte ich mir auch locker gönnen, da ich einiges an Geld spare seitdem ich nicht mehr trinke. Jeden zweiten Tag zwei Sixpack Bier geht halt auch ins Geld. Und dieses ständige leere Flaschen wegbringen war auch nur nervig.

    Bei allem was ich mache bin ich voll dabei. Mit Liebe zum Detail.

    Unter der Woche koche ja immer ich. Mein Mann kocht immer samstags und sonntags. Was ich unter der Woche so serviert habe, muss echt grenzwertig gewesen sein. Ich habe während des Kochens ja meistens Bier getrunken. Da hat mein Mann öfters gemeckert. Schmeckt nicht, fehlen Gewürze oder Salz. Ich selber habe vermutlich beim Abschmecken schon gar nichts mehr geschmeckt.

    Jetzt lobt mich mein Mann täglich für das Essen. Und mir selbst schmeckt auch was ich koche.

    Alles ist einfacher geworden. Kein Gehetze mehr für ein mittelmäßiges Ergebnis.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 133 Das Gewohnheits- (Sucht-) Tier & Die Erleichterung

    Wie kann ich eigentlich Kochen ohne Bier? Die ersten Wochen meiner Abstinenz vermisste ich schon mein Bier auf der Küchenarbeitsplatte. Dort wo es immer stand, steht nun immer ein Thermobecher (0,5 ltr.) mit folgendem Inhalt: Boden bedeckt mit Bio-Holunderblütensirup, eine mini Prise Salz (verstärkt den Geschmack der Holunderblüten), eine halbe gepresste Bio-Zitrone rein und aufgefüllt mit Mineralwasser medium. Ich denke inzwischen zwar sehr selten an Bier, aber dieses Getränkt steht beim Kochen immer neben mir. Meine neue Gewohnheit.

    Dann zu der Erleichterung. Ich zähle mal auf, was sich bei mir bis hier her alles verbessert hat. In der Reihenfolge wie ich die Verbesserungen bemerkte:

    • Riechen. Ich merkte wie meine Nase frei wurde und ich alle Gerüche wahrnehmen konnte.
    • Schmecken. Alles schmeckte auf einmal intensiver.
    • Atmen. Ich konnte auf einmal wieder richtig tief durchatmen. Ich fragte mich, ob ich besoffen überhaupt geatmet hatte.
    • Schlafen. Herrlicher tiefer, erholsamer Schlaf.
    • Muskulatur. Oft fühlte ich mich morgens beim Aufstehen wie in ein Ganzkörperkorsett gepresst.
    • Konzentration. Ich konnte mich auf nichts mehr wirklich konzentrieren.
    • Sehen. Ich kann wieder auf eine niedrigere Stärke bei meinen Lesebrillen zurückgreifen.
    • Spüren. Ich spüre meine Befindlichkeiten wieder.
    • Erinnerung. Ich habe nicht mehr das Gefühl, irgendwas vergessen zu haben.
    • Innere Ruhe. Es ist nun alles geordnet und ruhig in mir.
    • Schreckhaftigkeit. Ich bin häufiger aufgrund Geräuschen erschrocken. Rollos der Nachbarn (beim öffnen und schließen), laute Automotoren. Das ist nun weg.

      Ich fühle mich einfach nur gut!

      LG

      Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • bibi das hört sich ja super gut an, nur weiter so 😊

    Guten Morgen Michl,

    ich wünsche Dir auch so viele positive Veränderungen auf Deinem Weg.

    Diese positiven Erlebnisse stärken mich in meiner Abstinenz. So kann ich weiter an mir und meinem Umfeld arbeiten und alles dafür tun, dass das für immer vorhandene Suchthirn schweigt. Wenn man sich gut fühlt, ist das sicherlich einfacher.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

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