Tysja15 - Hallo zusammen

  • Seine Mutter sagt, das sei sein einziger Lichtblick und ohne hätte er ja erst recht keinen Grund aufzuhören... :roll:

    Und das ist ganz genau die falsche Motivation.

    Auch wenn er jetzt richtig abstürzt, ist das allein seine Verantwortung. Er muss es von sich aus für sich selbst wollen und nur für sich selbst, nicht für andere.

  • Allerdings reden jetzt seine Freunde auf mich ein, dass er sich so auf die Wohnung gefreut hat und es ihn komplett zerstören wird, wenn ich das abblase. Seine Mutter sagt, das sei sein einziger Lichtblick und ohne hätte er ja erst recht keinen Grund aufzuhören... :roll:

    Tolle Freunde….

    Seine Freunde und seine Mutter können ihn ja aufnehmen und ihm beim Saufen zuschauen.

    Seh ich genauso. Sollen die sich doch das Problem ans Bein binden. Die sehen dein Leid nicht und das ein Zusammenziehen alles nur noch schlimmer macht. Aber so fühlt es sich für die anderen besser an. Schließlich ist der Junge dann gut aufgehoben und die Verantwortung wurde weitergegeben.

  • Sie schieben Dir eine Verantwortung auf die Familie u seine Kumpels .... überleg es dir gut ,denn du bist nicht da um ihn bei Laune zu halten zu motivieren oder co Abhängigkeit zu entwickeln . Seine Mutter kann dir nicht den Schuh 👞 anziehen den sie auszieht ,obwohl er dir vielleicht nicht passt . Du bist für Dich verantwortlich. Eine gemeinsame Wohnung wäre in dieser Situation gift für euch solange er nur Schaden begrenzt und nicht aufhört .

  • Danke für eure Antworten und den Zuspruch. Ich habe seiner Mutter jetzt auch mal ganz konkret erzählt, was er so zu mir sagt, wenn er betrunken ist und ausfällig wird. Ihr gegenüber hatte er wohl nur erzählt, er wäre manchmal "ein bisschen blöd" zu mir. Sie war dementsprechend schockiert und hat das Zusammenziehen auch nicht mehr erwähnt.

    Und ja, ihr habt recht. Wenn ich jetzt zurückblicke, hat er tatsächlich irgendwie nach einem Weg gesucht, weiter trinken zu können und gleichzeitig die Beschwerden darüber von mir und aus dem Umfeld zu minimieren und uns alle zu "befrieden". Ich dachte halt, er wolle wirklich auch aufhören, das hat er ein paar Mal auch klar kommuniziert. Aber sein Verhalten zeigt leider etwas anderes.

    Es ist trotzdem schwer. Man hängt ja irgendwie drin und es fühlt sich komisch an, sich von dieser "Veranwortung", die man mitgetragen hat, loszusagen. Ich weiß gerade gar nicht, was ich mit meiner freien Zeit plötzlich anfangen soll, auch wenn das total bescheuert klingt. Da, wo die ganze Zeit die Hoffnung und die Anspannung war, ist jetzt so ein Loch in meinem Alltag...

  • Lass dir ja nicht von seiner Mutter oder sonst wem Schuldgefühle einreden.


    War bei mir genauso. Meine Ex-Schwiegermutter redet bis heute kein Wort mit mir und nimmt es mir sehr sehr übel dass ich ihn fallen gelassen habe.


    Dabei war sie die Erste, die ich in die Problematik eingeweiht hatte. Es gab null Verständnis gar nix, ehe ein Gegenteil nur Beschuldigungen, Angst wolle sie mir machen, was ich nicht alles verliere, die Probleme wurden runtergespielt, nur ER ist das Opfer in ihren Augen.

    Da wird dir eine Verantwortung zugeschoben, die nicht deine ist.

    Rede am besten nicht mit seiner Mutter. Es bringt dir Nichts und ihm nichts und ihr nichts und ändert nichts an der Sucht.

    Ich dachte auch eine zeitlang, dass es hilft wenn ich das Umfeld aufkläre, mir dort Unterstützung suche. Ob eine Person auf ihn einredet oder 100, An der sucht ändert es nichts!

  • Ja und ich schließe mich den anderen an.

    Ziehe auf gar keinen Fall mit ihm zusammen. Du wirst dann noch mehr mitbekommen und sehr leiden.
    Die Sucht wird als vergiften, du wirst seine Launen abbekommen, ständig 24-7 Alarmzustand. Bei mir ging es bis zur körperlichen Gewalt.

    Das nächste Problem ist, dass du ihn dann noch schwerer los wirst, falls du ihn loswerden willst.

    Meinem habe ich über 6 Monate täglich mitgeteilt dass ich die Trennung will. Ich wurde ausgelacht. Am Ende half nur die Polizei.

    Mach es nicht. Er ist schwerkrank und es wird auch dich krank machen.

  • Hallo Tysja, gut, dass Du das bemerkst.

    Hast Du vielleicht in der Vergangenheit schon Süchtige in Deinem engen Umfeld erlebt, dass Du da so ein Verabtwortungsgefühl entwickelst ?

    Ich bin Scheidungskind mit einer liebevollen, aber emotional total unreifen Mutter und einem emotional abwesenden Vater. Ich war gefühlt mit fünf Jahren schon erwachsener als meine beiden Eltern zusammen. :lol: Da hat sich auf jeden Fall ein übertriebenes Verantwortungsbewusstsein etabliert, das arbeite ich aber auch gerade in meiner Therapie auf. Ich dachte eigentlich, dass ich das schon gut im Griff hätte, aber seine Abhängigkeit hat mich da echt wieder eingefangen.

  • Ich weiß gerade gar nicht, was ich mit meiner freien Zeit plötzlich anfangen soll, auch wenn das total bescheuert klingt. Da, wo die ganze Zeit die Hoffnung und die Anspannung war, ist jetzt so ein Loch in meinem Alltag...

    Ich glaube, das ist ein ganz ganz wichtiger Aspekt der Co Abhängigkeit, das lässt viele so lange hoffen und aushalten und bleiben. Weil sie nämlich das Gefühl brauchen, gebraucht zu werden. Und wenn dann der Mittelpunkt auf einmal weg ist, um den man so lange gekreist ist, steht man vor einer Leere, ohne Bestätigung das man gebraucht wird und muss auf einmal mit sich selbst klar kommen.

  • Ich glaube, das ist ein ganz ganz wichtiger Aspekt der Co Abhängigkeit, das lässt viele so lange hoffen und aushalten und bleiben. Weil sie nämlich das Gefühl brauchen, gebraucht zu werden. Und wenn dann der Mittelpunkt auf einmal weg ist, um den man so lange gekreist ist, steht man vor einer Leere, ohne Bestätigung das man gebraucht wird und muss auf einmal mit sich selbst klar kommen.

    Absolut! Es gäbe theoretisch so viele Sachen zu tun, sei es endlich mal Schränke aufräumen, Kleidung sortieren, neue Hobbys, Sport... Stattdessen scrolle ich ewig auf dem Handy, weil es mir so komisch vorkommt, plötzlich Zeit zu haben und ich gar nicht weiß, wie ich meinen Tag abseits der Arbeit strukturieren soll, wenn ich nicht auf den nächsten Anruf warte oder die nächste Fahne erschnüffle oder darüber nachdenke, ob er eventuell gerade trinkt. Ich komme mir vor wie einer dieser alten Kommissare im Krimi, die in Rente geschickt werden und dann privat ermitteln, weil sie ohne Verbrechen nichts mit sich anzufangen wissen :roll:

  • Absolut! Es gäbe theoretisch so viele Sachen zu tun, sei es endlich mal Schränke aufräumen, Kleidung sortieren, neue Hobbys, Sport... Stattdessen scrolle ich ewig auf dem Handy, weil es mir so komisch vorkommt, plötzlich Zeit zu haben und ich gar nicht weiß, wie ich meinen Tag abseits der Arbeit strukturieren soll, wenn ich nicht auf den nächsten Anruf warte oder die nächste Fahne erschnüffle oder darüber nachdenke, ob er eventuell gerade trinkt. Ich komme mir vor wie einer dieser alten Kommissare im Krimi, die in Rente geschickt werden und dann privat ermitteln, weil sie ohne Verbrechen nichts mit sich anzufangen wissen :roll:

    Ich musste lachen.

    Mir geht es gerade genauso.

    Gut dass es dieses Forum gibt. Das muss einem erstmal bewusst werden

    Das mit den es gäbe viele Sachen zu tun ist ein guter Ansatz. Ich werde mit eine Liste schreiben was ich die nächsten Tage tun will, Hauptsache weg von dem Thema.

    Einmal editiert, zuletzt von orangeblau (7. Mai 2026 um 21:12)

  • Hallo Tysja,

    Ich weiß gerade gar nicht, was ich mit meiner freien Zeit plötzlich anfangen soll, auch wenn das total bescheuert klingt. Da, wo die ganze Zeit die Hoffnung und die Anspannung war, ist jetzt so ein Loch in meinem Alltag...

    Das ging mir damals auch so. Ich hatte oft das Gefühl „gleich passiert etwas“. Ich war so viele Jahre immer in Hab-Acht-Stellung, dass ich das gar nicht so einfach ablegen konnte. Dann hab ich drüber nachgedacht und es machte sich eine Leichtigkeit in mir breit. Kummer weg, Angst weg, Panik weg und Sorgen weg. Das große unsichtbare Mammut war plötzlich einfach weg.

    Ganz so natürlich nicht, das Gedankenkarussell dreht unermüdlich weiter. Ich fing an zu renovieren und auszumisten. Mein Leben neu zu gestalten. Ich habe Hobbys wieder aufgenommen und mich mit Freunden getroffen, die ich viel zu lange vertrösten hatte. Ich bin zur Massage und zum Frisör gegangen und habe es mir gut gehen lassen.

    Es geht nicht von heute auf morgen, aber du wirst wieder in die Gänge kommen. Und zwar nur für dich alleine.

    LG ☀️

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