Tysja15 - Hallo zusammen

  • Guten Abend zusammen,

    ich war jetzt vier Jahre mit einem Alkoholiker zusammen (was mir natürlich am Anfang so nicht bewusst war) und habe nun die ersten Schritte der Trennung eingeleitet bzw. bemühe mich ebenfalls meine Co-Abhängigkeit anzugehen. Die letzten Monaten waren hart, voller Hoffnung und Enttäuschung und nun der Start in die ungewisse Zukunft. Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Austausch in diesem Bereich.

    Viele Grüße

  • hallo tysja,

    herzlich willkommen in unserer Onlineselbsthilfegruppe.

    Es ist gut, dass du nach den harten Monaten etwas für dich tun willst. Das kannst du mit einem Austausch hier.
    klicke bitte unten auf den Link, und schreibe einen kurzen Satz, damit wir dich für den offenen Bereich freischalten können.
    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • guten Morgen Tysja,

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Deinen Thread verschiebe ich in den offenen Bereich zu den Angehörigen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Morgenrot 12. November 2025 um 07:58

    Hat den Titel des Themas von „Hallo zusammen“ zu „Tysja15 - Hallo zusammen“ geändert.
  • Guten Abend zusammen,

    ich wollte hier mal von meinen Erfahrungen berichten, auch, damit es nicht so anonym wirkt, wenn ich etwas kommentiere. Wenn es hier nicht alles doppelt und dreifach besprochen werden soll, kann das Thema auch gern wieder gelöscht werden.

    Ich bin Anfang 30 und habe meinen Partner vor vier Jahren kennengelernt. Ich hatte damals eine harte Trennung hinter mir und habe zugegebenermaßen viel gefeiert und getrunken, auch mit meinem jetzigen Partner. Diese Phase war bei mir aber irgendwann vorbei, ich machte eine Therapie, wurde wieder stabiler und schränkte meinen Alkoholkonsum massiv ein. Leider war das bei meinem Partner nicht so. Ich dachte am Anfang, dass er auch nur eine Phase habe, laut Freunden dauerte diese Phase bei unserem Kennenlernen aber schon lange an und begann nicht erst mit mir. Egal, wo wir waren, überall trank er Alkohol, auch wenn es nur ein Bier im Biergarten war. Schnell wurde ich, in meinem jetzt wieder "trockenen" Zustand, dann für ihn zur Spaßbremse. Es dauerte nicht lange bis er hin und wieder verbal aggressiv mir gegenüber wurde, wenn ich ihn auf seinen Konsum ansprach. Er pöbelte, ließ mich einfach irgendwo stehen und beschimpfte mich. Am nächsten Morgen dann Entschuldigungen und Reue. Ich verzieh ihm immer wieder, er war schließlich nüchtern ein aufmerksamer, liebevoller und toller Partner. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass meine Co-Abhängigkeit hier schon anfing. Ich begann seinen Konsum zu überwachen, wie viel von was, ich wusste genau, welchen Blick von ihm ich wie zu deuten hatte, versuchte ihn auf Geburtstagen ins Taxi zu laden, bevor er anderen gegenüber unangenehm werden konnte und schaffte Probleme aus der Welt, damit er keinen Grund hatte, noch mehr zu trinken. Das ging drei Jahre soweit gut und es gab ja auch schöne Zeiten, auch wenn es mich Kraft gekostet hat.

    Seit Ende letzten Jahres geht es leider steil bergab. Seine verbalen Ausraster mir gegenüber sind mittlerweile die Regel, wenn er trinkt. Er trinkt an 3-4 Tagen die Woche ab 18 Uhr so viel, dass ich sein Gelalle am Telefon kaum noch verstehen kann. Er lügt und manipuliert. Wenn ich ihm sage, dass ich das Gefühl habe, er habe getrunken, nennt er mich paranoid und sagt, ich wolle ihm etwas unterstellen, um ihn loszuwerden... das alles, während einem die Fahne des Todes entgegenweht. :roll: Auch nüchtern ist er kein liebevoller Partner mehr, sondern gleichgültig, leicht reizbar, genervt und unaufmerksam. Mir gehen die Argumente aus, diese Beziehung noch weiterzuführen, auch wenn ich den Menschen, der da irgendwo in ihm steckt, sehr liebe. Ich habe mir eine gemeinsame Zukunft sehr gewünscht, kämpfe aber dafür wohl seit langem schon auf verlorenem Posten. Eine Therapie, SHG, Beratung lehnt er vehement ab. Er habe schließlich kein Problem, alle anderen hätten ein Problem mit ihm. Sein Arzt hat ihm die klare Ansage gemacht, dass seine gesundheitlichen Probleme chronisch werden, wenn er nicht sofort aufhört, zu trinken. Auch seine Freunde distanzieren sich mittlerweile von ihm. Es ändert gar nichts.
    Wir wohnen noch nicht zusammen, das war aber in Planung und mein erster Schritt ist jetzt, das auf Eis zu legen und den Kontakt langsam immer weiter zu reduzieren.

    Leider gibt es bei uns in der Nähe keine Selbsthilfegruppe für Angehörige, die zeitlich für mich passt, weshalb ich froh bin, mich hier eventuell ein bisschen austauschen zu können.

    Danke fürs Lesen und einen schönen Abend!

  • Hallo tysia,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Deine beiden Themen habe ich zusammengefügt, damit es übersichtlich bleibt.

    Jeder Teilnehmer hat nur einen Thread für sich im offenen Bereich.

    Wenn Du eine Überschriftänderung wünscht, kannst Du das einem Moderator mitteilen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tysja, herzlich willkommen,

    so wie du die ersten Zeiten mit deinem, ich sag mal Noch-Partner beschreibst, so fing das auch bei mir an.

    Ich komme aus einer großen Familie in der viel gefeiert und gesoffen wurde. Irgendwann haben auch wir Nachkommen da mitgehalten, es war einfach normal für uns. Alkohol, und zwar viel, gehörte zum geselligen Beisammensein dazu. Darum ist mir bei meinem ersten Mann auch lange nichts komisch aufgefallen. Er war so, wie ich es von Geburt an kannte.

    Ich hab auch erstmal mitgehalten, er hat mich auch oft animiert und ich hab dann mitgetrunken. Heute weiß ich, dass Alkoholiker das oft machen, damit ihr eigener Konsum nicht so auffällt.

    Irgendwann wurde es mir zuviel und es wurde mir unheimlich. Er kam schon mit Fahne von der Arbeit nachhause. Ab da fing ich an ihn zu beobachten. Dazu kam, dass er auch Persönlichkeitsmerkmale an den Tag legte, mit denen ich Probleme hatte. Die rosa Brille war weg und tja, da sah ich so manches Komische an ihm.

    Ich finde es gut, dass du die Pläne für ein gemeinsames Wohnen erstmal auf's Eis gelegt hat. So hast du noch Distanz und eine eventuelle Trennung ist viel problemloser. Bei mir hat das viel länger gedauert, nach 26 Jahren hab ich den Absprung geschafft und das Leben mit ihm hat schon Auswirkungen auf meine Gesundheit gehabt. Aber besser spät als nie bzw lieber gleich und nicht durchhalten...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Wir hatten heute seit ein paar Tagen das erste Mal wieder telefonisch Kontakt. Mir haben die letzten Tage unheimlich gut getan und ich habe nochmal gemerkt, wie viel Energie dieses Thema aufgefressen hat. Meine Wohnung sieht wieder ordentlich aus, ich habe mir endlich mal wieder was Leckeres gekocht und einfach genossen, kein Drama zu haben bzw., dass meine Gedanken sich nicht 24/7 um ihn und seinen Konsum drehen.
    Er meinte dann heute am Telefon, dass es ihm so Leid tue und er unsere gemeinsame Zukunft möchte, mit allem. Er wüsste, dass er allein Schuld an der Situation ist und er könne auch verstehen, wenn ich mich trenne, hoffe es aber nicht. Ich habe ihm dann eine Nachricht geschickt, in der ich explizit (vielleicht war ich da etwas zu schroff, aber ich habe einfach keine Lust mehr, um den heißen Brei zu reden) gefragt habe, wie er sich das vorstellt. Wenn wir zusammen wohnen und er kommt wieder besoffen nach Hause - was dann? Wie soll ich ihm wieder vertrauen, solange er trinkt? Wie steht es um seine Einsicht, dass er ein Alkoholproblem hat? Darauf ist er dann (mal wieder) nicht eingegangen. Nur die gleiche Leier, er ändere sich und er würde es mir so gern beweisen, aber wüsste nicht wie... Was soll man darauf noch antworten?!

    Ich bin einfach nur frustriert und war nach diesem "kurzen" Kontakt schon wieder völlig ermüdet. Ich vermisse ihn und würde mir ja wirklich wünschen, dass er sich endlich für Hilfe öffnet, aber leider wird das wohl nichts. Sollte ich den Kontakt wirklich mal längere Zeit abbrechen? Ihm vorher nochmal was mit auf den Weg geben? Nochmal das Gespräch suchen? Bin gerade wirklich ratlos.

  • Hallo Tysja,

    Nur die gleiche Leier, er ändere sich und er würde es mir so gern beweisen, aber wüsste nicht wie... Was soll man darauf noch antworten?!

    Nichts...

    Mir haben die letzten Tage unheimlich gut getan und ich habe nochmal gemerkt, wie viel Energie dieses Thema aufgefressen hat. Meine Wohnung sieht wieder ordentlich aus, ich habe mir endlich mal wieder was Leckeres gekocht und einfach genossen, kein Drama zu haben bzw., dass meine Gedanken sich nicht 24/7 um ihn und seinen Konsum drehen.

    Im Grunde genommen sagt das doch alles. Klar, erstmal vermisst du ihn, das ist normal. Aber grundsätzlich geht es dir doch ohne ihn anscheinend besser.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Tysja,

    einiges von dem, was Du beschreibst, könnte auch von mir sein, Hier ähneln sich ja viele Geschichten. Auch Xy konnte früher ein liebevoller Partner sein. Aber die Alkoholiker- bzw. Suchtpersönlichkeit bekommt man halt immer gratis dazu, ob man will oder nicht. Das bringt dann diese Wechselbäder mit sich - mal hat man den freundlichen, vermeinlich einsichtigen Partner, der einen wieder gnädig stimmen möchte, dann wieder den Alkoholiker, der wie in Eurem Fall pöbelt und beschimpft. Mein mittleweile Ex-Partner hat sich immer komplett für Tage verkrochen und getrunken bzw. seine Droge konsumiert, ich denke auch, damit es nicht zu solchen Ausfällen kommt. Dann tauchte er irgendwann erst kleinlaut wieder auf, aber die Genervt- und Gereiztheit, die Du ja auch beschreibst, wurde immer mehr zum ständigen Begleiter..

    Solange er keine ernsthaften Schritte aus eigener Krankheitseinsicht geht, ist leider keine Hoffnung in Sicht , dass sich was ändert, und selbst dann wäre es noch ein weiter Weg. Auch Gespräche oder ihm etwas mit auf den Weg geben zu wollen führt leider kaum zu etwas. Das wirst Du ja auch schon unzählige Male versucht haben? Er selbst muss für sich entscheiden, dass es reicht mir dem Trinken. An den Punkt kommen leider viele erst sehr spät und manche nie. Mein Ex ist eine Woche nach Abchluss einer halbjährigen Reha rückfällig geworden und seither verschwunden. Wir haben viel geredet die letzten Monate. Ich sehe jetzt, was es gebracht hat, nämlich leider gar nichts.

    Wichtig ist, auf Dich zu achten. Gut, dass Ihr nicht zusammengezogen seid! Mit Abstand zu ihm, kannst Du besser bei Dir bleiben und für Dich entscheiden, wie es weiter geht.

    Liebe Grüße

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