Hallo zusammen,
ich bin neu hier und möchte mich gerne vorstellen.
Ich bin 53 Jahre alt und trinke seit meinem 16. Lebensjahr. Die ersten 15 Jahre sicherlich nur auf Partys und am Wochenende, aber auch da schon oft bis zur Besinnungslosigkeit!
Dann habe ich geheiratet, eine Winzerin, wie passend! Hier habe ich dann ganz legal ond offiziell jedej Tag den Wein genießen dürfen. Wir haben Zwillingstöchte, 21 Jahre, beide studieren und haben sich von mir Alkoholiker abgewand. Die eine Tochter, ist erst wieder bereit mit mir zu kommunizieren, wenn ich abstinent bin. Die andere Tochter kommuniziert nur mit mir, wenn ich nachweislich keinen Schluck Alkohol getrunken hat.
Mein Alkoholkonsum hat sich nun auf 2-3 Liter Wein am Tag eingepegelt. Psychische Probleme, Angstzustände usw. nehmen zu. Ich arbeite in einem sehr großen Unternehmen, das eigene Werksärzte und Sozialberatung incl. Suchtberatung mit Psychologen beschäftigt.
Da ich vor 2 Wochen einen alkoholbedingten Zusammenbruch mit längerer Ohnmacht hatte, rief meine Frau den Rettungswagen. Die wollten mich gleich mit in die Klinik nehmen, wogegen ich mich gewehrt habe. Dann kam eine Notärztin, die gesagt hat, wenn ich nicht mitgehe, ruft Sie die Polizei. Die kam dann auch. Ich schon wieder total fit, dachte ich! Atemalkohol 2,2 Promille. Und ich konnte alleine in den Krankenwagen steigen, in der Klinik durch die Gänge laufen und nach dem CT die Ärztin überzeugen, dass ich nach Hause kann. Das mit 2,3 Promille.
Das zeigt wohl, dass ich es sehr gewohnt bin große Mengen Alkohol zu konsumieren, erschreckend.
Ich habe mich am letzten Dienstag bei meinem zuständigen Werksarzt zu einem Gespräch über meine Alkohosucht angemeldet. Nach 2 Stunden mit dem Arzt und klarem Plan wie es mit meiner körperlichen Gesundheit weitergeht (Entgiftung), sprach ich auch noch mit der Psychologin der Suchtberatung (anschließender Entwöhnung).
Ich habe klar formuliert, dass ich ab dieser Sekunde an, keinen Schluck Alkohol, weder Flüssig noch im Essen, jemals mehr meinem Körper und Geist zumuten möchte. Ich habe dem Werksarzt versprochen, dass ich alle 4 Wochen gerne zu einem Bluttest vorbeikomme. Ich bin jetzt seit 3 Tagen im "kalten Entzug", allerdings mit der Privatnummer vom Werksarzt und der Notrufnummer von der Werksambulanz.
Um meiner Bestrebung Nachdruck zu verleihen, möchte ich hier noch erwähnen, dass ich meinen Betriebsleiter über meinen Alkoholismus informiert habe.
Ich wünsche mir sehr, hier aufgenommen werde, um mich mit gleichgesinnten Mitstreitern auszutauschen und mir Rat und Unterstützung zu holen!
So ich glaube das reicht erstmal,
Beste Grüße Ralf