Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht.

    „Hätte“ ist vorbei.

    Aber ich finde, das liest sich ja gar nicht so schlecht. Du machst es zum ersten Mal anders.

    Du kennst den Satz: Dumm oder verrückt ist, immer wieder das Gleiche zu tun und etwas anderes zu erwarten.

    Jetzt machst du es anders. 👍

    Ansonsten weißt du schon, dass es nicht die Bohne bringt, wenn du dich selbst gedanklich bestrafst. Für alle anderen ändert das nichts. Nur dir tut es weh.

    Auch hier könntest du anfangen, es anders zu machen.

    Ja, irgendwann wird das eh nachlassen. Die Zeit macht das. Aber bis dahin brauchst du es dir nicht noch schwerer zu machen, als es schon ist.

    Ich hatte in meinem Leben schon ein paar Trennungen. Das Gefühl kenne ich. In unterschiedlicher Intensität. Es trainiert den geistigen Muskel, die Gedanken immer wieder in eine andere Richtung zu lenken.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Auch wenn ich noch ein Wrack bin, glaube ich bin ich stärker als es wirkt. Näher bei mir als je zuvor in den ganzen Jahren.

    Nein, Du wirkst nicht wie ein Wrack. Ganz im Gegenteil! Ein wenig dürften wir uns ähnlich sein. Ich lese es irgendwie bei Dir heraus, dass die Stimmung derzeit nicht so gut ist. Stimmungsschwankungen sind allerdings völlig normal. Das ist kein Weltuntergang. Trübe Gedanken kommen, sind da, aber sie gehen auch wieder.

    Darf ich es auf den Punkt bringen? Ist es nicht so, dass es gefühlt gerade eben halt nicht passt? Früher war es wohl einfacher, bequemer, besser, oder was weiß ich... Du wirkst derzeit ein wenig deprimiert, aber das ist doch vollkommen normal. Also DAS geht vorbei, das kann ich Dir versichern... Die Zeit heilt (wie schon gesagt) alle Wunden...

    Ich weiß nicht, ob Dir das was hilft, aber ich war um die 30 Jahre in mehreren Beziehungen. Aktuell bin ich es nicht, irgendwie bin ich aber auch froh darüber. Dennoch gehe ich davon aus, es wird sich schon mal wieder was ergeben... Aber derzeit möchte ich meine Ruhe haben und mein Leben leben... Sooo schlecht ist das auch nicht...

    Wie auch immer: Gibt es nicht stets ein Licht am Ende des Tunnels oder ist nicht immer dort, wo eine Villa ist, auch einen Weg?

    Als ersten Schritt würde ich freilich die Abstinenz pflegen. Der Rest kommt von selbst. Und in ein paar Monaten, schätze ich, wirst Du die Situation anders sehen...

    LG!

  • Es gibt keine Gedanken dazu. Er taucht nur auf, wenn ich dran denke: z.b. tabverlauf auf dem Handy von diesem Forum oder Umgang mit meiner Trennung und der Zeit. Es ist unvorstellbar, deswegen frisst mich das innerlich auch so auf. Irgendeine Verbindung zwischen Bier und meinem Gehirn ist nicht mehr die, die es mal gab. Es ist eine Unterbrechung, ich fühle dabei nichts mehr.

    Irgendwie ist das alles sehr verwirrend. Alkohol triggert Dich, wenn Du den Tabverlauf von "diesem Forum" siehst?

    Du nimmst Medis, damit es überhaupt geht und haust einen raus nach dem Motto: Ich habe kein Craving.

    Aber, vielleicht finde ich es ja nur verwirrend.

    Ich habe mal Deinen Faden gelesen. Beziehung und eigener Alkoholismus können sicherlich zusammenhängen. Allerdings hängt Trockenheitsarbeit sehr eng mit aktiver Selbsthilfe zusammen. Und Selbsthilfe ist etwas anderes als Selbstmitleid gepaart mit Selbstüberschätzung oder Fehleinschätzung.

    Die Zukunft beeinflusse ich ganz alleine. Die Vergangenheit ist einfach ein feststehender Fakt. Vielleicht ärgerlich, nur nicht zu ändern.

    Versuche es doch mal ohne Gründe, warum, weshalb, da war doch?, Das ist doch ungezogen von meiner Verflossenen usw..

    Ich trinke heute nicht, weil Saufen einfach Mist und tödlich ist.

    Aus der Beziehungsnummer bist Du definitiv raus. Aus dem Alkohol noch lange nicht. Und genau hier setzt "dieses Forum" (ich bevorzuge übrigens die Bezeichnung "unser Forum") an. Selbsthilfe beim Umgang mit meiner Alkoholsucht und Wege zur lebenslangen Abstinenz.

    Ich habe noch nie tief ergründet,warum ich gesoffen habe. Ich überlege mir lieber, wie ich meine Zukunft trocken gestalte.

    Wenn ich Dir Unrecht tue, dann sorry.

    René

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Zum Alkohol. Ich habe nie gesoffen weil Bier da war. Ich habe auch nie getrunken weil ich konnte oder es mir erlaubt habe.

    Also: doch nicht süchtig?

    Wenn ich nur saufe wegen der Umstände, dann ist das keine Sucht, das ist Missbrauch. Sucht ist es erst, wenn ich trinken muss – unabhängig von Gründen, Stimmung oder Situation. Wer sich einredet, „ich trinke ja nur, weil …“, beschreibt exakt das Gegenteil von Sucht.

    Das ist die "Komfortzone" des Missbrauchers, nicht die Realität eines Alkoholikers.

    Man sagt ja Sucht ist nicht heilbar, nur Stoppbar. Ich habe für mich festgestellt, dass man erstmal zu sich kommen muss und dann gar nicht die Probleme verdrängen/ ertrinken muss.

    „Zu sich kommen“ ist kein Ausstieg aus einer Sucht. Für einen Alkoholiker braucht es eine Notwendigkeit, geboren aus der klaren Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Alles andere ist ein Zusammenlegen von Gründen, ein Schönreden, ein Verschieben. Denn ob ich Probleme verdränge, erkenne, löse oder ob sie mal weg sind, ändert nichts an einer Sucht.

    Und ob du ein Wrack bist oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Ob du das hier als „arme Sau“ verbreiten willst oder ob es stimmt, ist in diesem Rahmen nicht zu klären. Das gehört in ein Gespräch mit deinem Therapeuten, nicht in ein Forum, das deine Selbsteinschätzung weder prüfen noch korrigieren kann.

    Warum ich so direkt schreibe? Weil es eben auch Irrtümer gibt und weil es möglich ist, dass jemand sich in eine Krankheit „hineinrettet“, die vielleicht gar nicht da ist. Ich hatte selbst jahrelang ein exzessives Trinkverhalten und war trotzdem nicht süchtig, nur stark gefährdet. Und genau das wünsche ich dir dass du "Nur" gefährdet warst aber nicht abhängig.

    Es ist kein Weltuntergang, Alkoholiker zu sein zumindest ein trockener;). Schlimm ist nur, einer sein zu wollen, um eine Ausrede zu haben. Zum Beispiel: „Ich habe zu viel gesoffen, deswegen ist die Beziehung an die Wand gefahren.“

    Das ist nicht fremdverschuldet, das ist eben nur eine bequeme Erklärung

    Verstehst du, was ich meine?

    Und bevor das falsch verstanden wird! Ich spreche niemandem eine Krankheit ab. Mir geht es nur darum, jedem Klarheit zu wünschen , das mache ich bei keiner anderen Erkrankung anders. Aber die Erfahrung zeigt eben auch hier.

    Manche flüchten sich in Erklärungen, die einfacher zu ertragen sind als die Realität.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Moin,

    dass da was nicht stimmt, ist mir klar. Sonst hätte ich es ja nicht gemacht. Ich wollte ja nicht absichtlich sie Beziehung kaputt machen oder mir mein Leben verbauen.

    Klar gehört das zum Therapeuten und die hat ja auch gesagt, ich habe mich abhängig gemacht. Und wenn dann was war, was ich selbst nicht ändern konnte, also in dem Fall dann in der Rolle drin war, habe ich sie Flucht gesucht. Raus, Ruhe, Bier.

    Ist das weg oder es ist Harmonie pur, kein Bier, kein Bedürfnis. Damit habe ich aber meine eigene Verantwortung abgegeben. Das ist schleichend, das ist Entwicklung. Da kommen noch Faktoren wie Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden dazu.

    Den hatte ich über Jahre und am Anfang der Beziehung, daher kam da nie Alkohol vor. Ich war auch nicht in einem Verzichtsmodus weil ich wusste, ich vertrage das eh nicht, noch nie tat es mir gut.

    Habe von Anfang an gesagt, ich trinke nichts mehr, habe damit aufgehört. Hat mich auch nie gejuckt, wenn wir auf Feiern waren. Ich war ja eh der Fahrer und immer froh, nicht die Schnapsleiche zu sein.

    Das war auch nie ein Gedanke: jetzt trinkst du mal ne Zeit lang nichts und dann darfst du wieder. War es nie, war keine auferlegte Pflicht. Als ich mit dem Rauchen aufhörte und so froh war, das nicht mehr zu wollen, habe ich ja auch nicht gedacht: och, demnächst darfst du mal wieder eine rauchen.

    Für mich war es irgendwann erschreckend, dass ich merkte, das bringt mich runter und ich brauche das, wenn es mir nicht gut geht, wenn keine Ablenkung mehr half, wenn ich immer Trennungsangst hatte. Das machte es natürlich noch schlimmer als besser.

    Wenn ich nicht trinken durfte, habe ich es auch nicht gemacht. Also damit meine ich Autofahren, Arbeit, Familientreffen usw.

    Es ist schwer anzunehmen, weil man immer einen Grund und eine Erklärung haben will, damit man es greifbar machen kann. Was wäre wenn das und das.

    Unterm Strich trifft mich die Trennung hart, aber das Hauptproblem lag in meinem Inneren, dass ich mich angepasst und aufgegeben habe. Und diese Leere wusste ich zu füllen.

    Es ist jetzt auch richtige Leere und die wird morgen noch sein und übermorgen usw. Aber ich kann sie nicht füllen, auch nicht mit Alkohol. Deswegen kommt kein Verlangen nach der Stille, weil die Stille im Inneren nicht kommen wird.

    Der Alkohol war ein Hebel in der Beziehung, für den dominanten Part von uns natürlich das Todesurteil. Er überdeckte aber nur mein inneres, nicht die wahren Probleme. Hätte ich nicht gesoffen, wäre es was anderes gewesen. Schwierig.

    Ich beschäftige mich viel damit, weil es für meine Zukunft wichtig ist. Und egal wo ich nun stehe oder so, es zeigt eins ganz klar: Alkohol und ich verträgt sich nicht. Er bringt nur noch mehr Probleme.


    Zum Thema Medikamente: Antidepressiva sind keine Happy-macher oder verändern das Wesen. Daher machen sie auch nicht abhängig und können ein Leben lang genommen werden. Sie reden Spitzen ab, die bei einer Instabilität zum Kollaps führen können, was tiefste Depressionen auslöst. Sie ändern weder die Einstellung zum Leben noch zum Alkohol.


    Ich selbst kann nur immer wieder sagen, dass ich jahrelang, auch zum Beziehungsanfang keinen Alkohol gebraucht habe, es sich entwickelte und ich jetzt wieder in meine alte Bahnen komme, an die ich mich mehr und mehr erinnere. Ich hoffe auch wieder innerlich meine Stabilität und Freude zu bekommen. Die hat mich immer geschützt, solange ich bei mir blieb.

    Selbstmitleid sehe ich etwas anders. Ich sehe mich nicht in der Opferrolle sondern ausschließlich als Verursacher, was natürlich auch zu einfach ist.

    Egal wie viel ich jetzt noch analysiere oder nicht:

    Ich brauche keinen Alkohol, ich mag keinen Alkohol, ich habe kein Verlangen auf Alkohol, ich hatte genug Alkohol, ich habe keinen guten Umgang mit Alkohol, ich kann sehr gut drauf verzichten. Das was nicht zu meinem Leben gehört ist daher Alkohol.

  • Tut mir leid, aber irgendetwas scheint bei dir nicht richtig anzukommen. Seit Beginn drehst du dich im Kreis und findest immer wieder die alten, manchmal neuen Gründe, warum du zur Flasche gegriffen hast.

    Das ist verständlich, aber Sucht funktioniert anders. Sie braucht keine Rechtfertigung und keinen Anlass. Wir sind hier in einem Suchtforum, und das hat nichts mit Beziehungsabhängigkeit oder emotionalen Mustern zu tun.

    Was du beschreibst, ist Missbrauch, nicht Abhängigkeit das ist ein Unterschied.

    Deshalb mal eine klare Frage diesmal, bitte ohne Ausweichen oder was du schon mal gesagt hast .

    Siehst du dich selbst als Alkoholiker?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Angler,

    ich verstehe dich auch nicht ganz

    Habe von Anfang an gesagt, ich trinke nichts mehr, habe damit aufgehört. Hat mich auch nie gejuckt, wenn wir auf Feiern waren. Ich war ja eh der Fahrer und immer froh, nicht die Schnapsleiche zu sein.

    Wenn ich nicht trinken durfte, habe ich es auch nicht gemacht. Also damit meine ich Autofahren, Arbeit, Familientreffen usw

    Ich selbst kann nur immer wieder sagen, dass ich jahrelang, auch zum Beziehungsanfang keinen Alkohol gebraucht habe, es sich entwickelte und ich jetzt wieder in meine alte Bahnen komme, an die ich mich mehr und mehr erinnere

    Es klingt auch für mich so als wärst du kein Alkoholiker, ich z.B. hab immer gesoffen auch wenn es mir gut ging, die Tage die ich mal nichts gesoffen habe waren entweder die mit schweren Katern oder die an denen ich wieder erzählt bekommen habe was ich für eine Vorstellung abgeliefert hab. Bei dir klingt das halt so als wären es nur Phasen des übermäßigen Konsums aus Trauer usw. aber nicht weil du süchtig bist/warst, das ist es auch was Hartmut meint. Ein Alkoholiker findet immer einen Grund um zu saufen, egal ob es gute oder schlechte Zeiten sind. Es klingt so als würdest du wieder ein "normales" Leben führen können würde nur wieder deine Herzensangelegenheit ins reine kommen.

  • Hallo,

    als ich das Mädel damals kennenlernte war gar kein Gedanke an Alkohol. Ich wollte gut riechen, wir haben lange telefoniert, bis in die Nacht. Ich war immer fit und abends bin ich zu ihr gefahren, teilweise wieder heim. Da passte Alkohol überhaupt nicht rein. Nicht mal Gedacht mich zu schwächen. Ich war körperlich und geistig total fit. Energy Drinks, das war immer so ne Zeit ein Laster von mir, wenn ich kein Wasser mal sehen konnte. Dieser klare Kopf, den hab ich jetzt auch und im Dezember, wo ich wirklich so gehofft habe es wird alles gut, da war auch kein Bier mehr im Spiel.

    Nein, ich habe nie getrunken weil ich das Verlangen nach Alkohol hatte. Wenn ich was getrunken habe, habe ich auch teilweise das Bier weggekippt, weil es mich geeklelt hat und ich an meine Gesundheit gedacht habe. Natürlich war es nicht das erste Bier, aber ich habe nicht alles weggetrunken. Gut, kein Alkoholiker trinkt gern. Ich habe meine Wesensveränderung gemerkt und war immer froh, dass ich allein war bzw bis zum nächsten Tag wieder alles weg war.

  • Hi Angler ich bin's nochmal, ich steck gerade auch in einer schlechten Zeit und hab ehrlich gesagt auch nicht viel zu lachen, nicht das du denkst der hat einfach reden....

    Ist das weg oder es ist Harmonie pur, kein Bier, kein Bedürfnis. Damit habe ich aber meine eigene Verantwortung abgegeben. Das ist schleichend, das ist Entwicklung. Da kommen noch Faktoren wie Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden dazu.

    Den hatte ich über Jahre und am Anfang der Beziehung, daher kam da nie Alkohol vor. Ich war auch nicht in einem Verzichtsmodus weil ich wusste, ich vertrage das eh nicht, noch nie tat es mir gut.

    Wir wissen doch alle das der Alkohol ein "guter" Ratgeber und "fürsorglicher" Freund war. Bei mir war der erste Suff wenn ich mich richtig daran erinnere eine Befreiung, er gab mir ein gutes Gefühl, auch Harmonie hat er mir vorgegaukelt. Das einzige was aber schleichend kam war der Weg in die Sucht, obwohl es mir schon bestimmt 15-20 Jahre immer wieder mal bewusst war das ich ein riesen Problem habe und es immer schlimmer werden wird, ich hätte damals besser schon die Entscheidung treffen sollen mit dem saufen aufzuhören und mir einzugestehen das ich ein Alkoholiker bin dann wäre mir vieles vermutlich erspart geblieben, wenigstens die gesundheitlichen Probleme da bin ich mir ziemlich sicher aber der Alkohol ist halt ein mächtiger Gegner sonst wäre ich ja nicht hier.

    Wie lange trinkst du eigentlich schon oder hast du gesoffen? Ein oder zwei Gläser Wein oder Bier gab es bei mir nie, klar konnte ich auch in gewissen Kreisen aufhören und Heim gehen aber immer nur mit der Gewissheit das Zuhause Nachschub steht, wenn nicht wurde er besorgt, egal wie auch wenn ich mir eine Alibipizza bestellen musste.

    Ich hab den Alk auch nicht "vertragen", hab aber viel davon vertragen, kotzen musste ich selten. Die Faktoren Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden kamen bei mir natürlich wie vermutlich bei vielen anderen natürlich auch auf, bei mir sind sie sogar jetzt im Moment noch anwesend aber das ändert nichts an der Tatsache das ich Alkoholiker bin. Über eins bin ich mir aber sicher würde ich wieder saufen würden sich meine Probleme nur multiplizieren und das möchte ich genau so wenig wie jemals wieder saufen.

    Auch wenn sich morgen alle meine momentanen Probleme plötzlich in Luft auflösen würden könnte ich nie wieder einen "normalen" Umgang mit Alkohol haben. Bei mir wäre es auf jeden Fall so, das ich nach einem Schluck wieder auf Vollgas laufen würde, spätestens wenn ich alleine wäre, falls ich es im "Freundeskreis" angehen würde. Du solltest dir echt mal klar machen ob Du nur ein Problemchen in schwierigen Zeiten mit dem Zeug hast oder ob du Alkoholiker bist. Beim ersteren ist ja "leicht", beim letzteren nicht so wie du ja hier siehst.

    Heute saß ich wieder in "meinem" Garten, hab stundenlang ins leere bzw. zum Horizont gestarrt und über vieles nachgedacht, wie jeden Tag. Dabei hab ich aber auch gemerkt das der Fusel schon Gewehr bei Fuß steht oder hinter mir und nur darauf wartet mir Trost anzubieten falls ich nicht mehr weiter weiß und ich muss ehrlich sagen ich war froh das nichts da war, wie auch immer, Jammern wird mMn dann gefährlich wenn du dir nicht 100% sicher bist was Du bist, nur ein Problemtrinker oder halt ein Alkoholiker dessen Problem es ist nicht aufhören zu können.

    Ich hätte heute wieder zur Flasche gegriffen, wenn ich Du wäre bzw. so wie du es beschreibst. Vielleicht verstehe ich dich auch falsch, sei bitte nicht böse, ich möchte nicht den Schlaumeier spielen, ich stehe nicht über den Dingen aber inzwischen weiß ich 100% von mir das ich Alkoholiker bin und das nicht erst seit ich "Probleme" hab. Ich hoffe du kannst etwas damit anfangen.

    Gruß Arno

  • Hallo Angler,

    ich vermute auch, dass du (Gott sei Dank) kein Alkoholiker bist. Ich wollte am Samstag oder Sonntag auch immer so viel tun oder erledigen oder Menschen aus nicht alkoholbedingten Anlässen treffen.

    Meistens habe ich nix davon geschafft, weil ich am Vortag bis zur kompletten Zerstörung getrunken habe bzw nach den geplanten drei Bier in der Kneipe nicht mehr in der Lage war, aufzuhören. Da stand ich nachts um 4 mit dem Bier in der einen und dem Schnaps in der anderen Hand rum, torkelnd und lallend.

    Dass ich am nächsten Tag die Eltern zum Mittagessen treffen wollte o.ä., war mir da schon längst entfallen oder egal oder ich dachte, das geht schon irgendwie. Das einzige, was dann ging, war komplett game over auf dem Sofa zu liegen, bis irgendwann abends der Drang kam, wieder in die Kneipe zu traben, um die Schuldgefühle des Tages wegzusaufen.

    An diesem Punkt sehe ich dich ja überhaupt nicht, zum Glück! Du bist wahrscheinlich ein sehr emotionaler Mensch und hast deswegen den Alkohol missbraucht, aber ich glaube nicht, dass du süchtig geworden bist. Ich war z.B. nie der Fahrer, weil ein Abend ohne Alkohol (am Wochenende) für mich gar nicht vorstellbar war. Wenn ich doch mal dachte, das würde gehen, musste ich das Auto am nächsten Tag vor der Kneipe holen, weil ich nach einer Cola doch literweise Bier brauchte, um mit den Trinkkumpanen auf einem Level zu sein.

    Also mir kommt innerhalb kürzester Zeit jegliche Kontrolle abhanden, wenn ich einmal mit dem Trinken angefangen habe. Du hingegen hast Bier weggeschüttet, weil es dich angeekelt hat. Ich habe teilweise nach dem Zapfenstreich noch stehengelassene Biere von anderen Gästen getrunken, weil kein Aufhören mehr möglich war.

    Und trotzdem flüstert mir der Alkohol oder mein Suchthirn bis heute noch ein, dass wir doch eigtl oft ein gutes Team waren und ich ihm noch eine Chance geben soll. Da bist du doch meilenweit davon entfernt und das ist ja auch wirklich gut so!!

    Ich will Dir natürlich auch nicht absprechen, Alkoholiker zu sein, habe aber wie gesagt das starke Gefühl, dass bei Dir "der Hund woanders begraben liegt".

    Nichtsdestotrotz wünsche ich Dir alles Gute und viel Kraft für Deinen Weg und natürlich auch die Hilfe des Forums, wenn Dir das trotzdem gut tut.

    VG Soapstar

  • Ja tue ich, weil sonst hätte ich es ja nicht gemacht.

    Angler, du schreibst, dass du Alkoholiker bist.

    Gleichzeitig beschreibst du durchgehend weithin Muster, die für mich eher nach Missbrauch als nach Abhängigkeit klingen. Das passt für mich im Moment nicht ganz zusammen.

    Deshalb eine konkrete Frage. Ab welchem Punkt würdest du sagen, ist aus deinem Konsum eine Sucht geworden? Und woran machst du fest, dass es heute keine Rolle mehr spielt?

    Wenn ich lese „Ich brauche keinen Alkohol, ich mag keinen Alkohol, ich habe kein Verlangen, ich konnte immer verzichten“, dann wirkt das für mich nicht wie klassische Abhängigkeit.

    Und ganz offen. Wenn du das wirklich ohne Risikominimierung, ohne Struktur und ohne Rückfallgefahr hinbekommst, dann ziehe ich den Hut. Aber ich hake nach, weil hier nicht der Eindruck entstehen darf, dass jeder trockene Alkoholiker das „locker flockig“ so hinbekommt. Das wäre ein fatales Signal , andere würden blind in den Rückfall laufen.

    Mir geht es auch nicht darum, dir etwas abzusprechen. Aber wenn man deinen gesamten Thread liest, fällt dieser Widerspruch nicht nur mir auf.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Also ich werde gerade nicht schlau aus dir, vorher hast du das geschrieben

    Hallo,

    als ich das Mädel damals kennenlernte war gar kein Gedanke an Alkohol. Ich wollte gut riechen, wir haben lange telefoniert, bis in die Nacht. Ich war immer fit und abends bin ich zu ihr gefahren, teilweise wieder heim. Da passte Alkohol überhaupt nicht rein. Nicht mal Gedacht mich zu schwächen. Ich war körperlich und geistig total fit.

    Und im Eingangspost das

    Nach meiner Ausbildung hatte ich eine Fernbedziehung. In der Bahn habe ich dann schon deutlich mehr getrunken, hauptsächlich zur Entspannung und Freude auf meine Partnerin. Nachdem wir dann zusammen gezogen sind, kamen immer mehr höhere Mengen ins Spiel, aber nie jeden Tag.

    ich denke ich verwechsel das jetzt aber, ich hab deinen Faden gerade nochmal überflogen und alles sieht für mich als ob du kein Kleinkaliber warst

    Während ich damals mit sagte, du kannst nicht 6 Bier abends trinken, nach dem Training mit den Jungs, bei Feiern usw. Hör auf! Wären es an Spitzentagen locker mal 13..14 Dosen. Natürlich war ich da bumsevoll

    Das ist eine nicht geringe Menge, in jungen Jahren sicher wegzustecken aber ich war nach der Menge oft Mr. Hyde oder Dr. Jekyll je nach Tagesform

    Medizinisch bin ich Alkoholiker weil der Alkohol eine Bedeutung für gewisse Situationen ist/war, die Nichttrinker ja nicht zum Alkohol greifen lassen. Der Grad der Abhängigkeit und das Verlangen, das sehe ich tatsächlich als sehr schleierhaft. Ich habe nie des Trinken Willens getrunken, sondern nur in Situationen mit seelischer Angespanntheit und Traurigkeit.

    Nein, ich habe nie getrunken weil ich das Verlangen nach Alkohol hatte. Wenn ich was getrunken habe, habe ich auch teilweise das Bier weggekippt, weil es mich geeklelt hat und ich an meine Gesundheit gedacht habe. Natürlich war es nicht das erste Bier, aber ich habe nicht alles weggetrunken. Gut, kein Alkoholiker trinkt gern. Ich habe meine Wesensveränderung gemerkt und war immer froh, dass ich allein war bzw bis zum nächsten Tag wieder alles weg war.

    Ich hab noch nie Alk weggekippt außer in den Hals oder vielleicht einmal vor einem der zwei halbherzigen Versuche "mal" aufzuhören. Klar kamen das ein oder andere Mal diese Momente an denen ich während ich gesoffen hab darüber nachgedacht hab aufzuhören, ich kann das nicht beschreiben, Melancholie... die aber bei der nächsten Textnachricht oder einem Lied sofort wieder weg war oder auf später verschoben wurde, das Selbstmitleid des nassen Alkoholikers. Ich hatte mir auch oft Abends beim Zähneputzen gerne ausgerechnet wie lange ich das noch weitermachen kann, obwohl mir eigentlich klar war das es schon zu spät ist. Mich hat der Alk auch nur nach wirklich krassen Abstürzen morgens nach dem wach werden geekelt, aber nach ein paar Stunden nicht mehr, also ich hab mir das Zeug nicht reingezwungen. Wenn ich WE hatte war es auch egal, da wurde dann auch mit pelziger Zunge und verkatert wieder getrunken.

    Ich kenn mich nicht mit den ganzen Arten der Krankheit aus, ein Quartalstrinker hat längere Pausen und schießt sich dann halt komplett ab usw. ich weiß nicht was du jetzt bist aber egal du solltest es herausfinden.

    Ich hätte auch nie eine Freundin die nicht auch konsumiert hat, also ich meine "tolle Frau" jetzt trinke ich nicht mehr, wie im ersten Post oben 👆im Gegenteil ich hatte auch schon Situationen in denen ich nach einem Tete a Tete gesagt hab jetzt muss ich wieder zu den Jungs...Selbst total verknallt hab ich nicht geschafft aufzuhören, weil ich nicht wollte oder konnte.

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (21. März 2026 um 20:39)

  • Angler, du schreibst, dass du Alkoholiker bist.

    Deshalb eine konkrete Frage. Ab welchem Punkt würdest du sagen, ist aus deinem Konsum eine Sucht geworden? Und woran machst du fest, dass es heute keine Rolle mehr spielt?

    Ganz einfach: manche Leute trinken ein Bier und das wars. Manche trinken im Gespräch, das Bier wird nach einer Stunde schaal und sie geben das halb volle Glas zurück.

    Wenn ich nach langer Zeit wieder Bier getrunken habe, merkte ich sofort die Wirkung und mir wurde schlecht. Ich war auch über mich enttäuscht, weil ich es ja nicht mehr wollte und die Wirkung mich an böse Zeiten erinnerte. Der Schock war so groß, dass ich Angst bekam und es ganz schnell weggemacht habe. Aus Respekt und Folgen.


    Das ich merkte, dass da was nicht stimmt war, als ich mir bewusst was gekauft habe, mehrere Dosen, um in einer ruhigen Phase mich runter zu fahren. Also z.b..bin ich in den Wald gefahren, hab mich auf einen Hochsitz gesetzt oder auf eine Wiese. Dann hab ich getrunken und es kam eine Ruhe rein. Die innere Anspannung war weg. Ich dachte mir: die Probleme und die Menschen (die Frau) sind es nicht wert, lass dich nicht so fertig machen. Du hattest ohne sie auch ein tolles leben.

    Wenn es dann Monate später wieder heftig wurde sagte ich mir: du kannst mich mal, jetzt mache ich es eben, ich halte das nicht aus.

    Es kam irgendwann natürlich raus, das führte zu richtigen Spannungen. Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt, war wie in einem golden Käfig. Zum einen wollte ich niemandem weh tun, zum anderen auch keinen Alkohol trinken. Also suchte ich Beratungen auf und sprach alles durch. Kennt jeder, was den Umgang, Gehirn, Trigger usw macht. Oft kam ich gestärkt da raus, ich wollte es ja nicht. Partnerin war stolz, Harmonie. Alles gut. Ich dachte mir: geht doch, wenn alles läuft. Nur Beziehungen sind nicht immer harmonisch, gerade nicht, wenn man einen sehr dominanten uns Selbstbewussten Part neben sich hat, dem man sich über Jahre gebeugt hat. Die Energie war irgendwann raus, ich habe meine weniger freie Zeit einfach für mich "genossen" kein Streit, keine Kontrolle. Verlustängste runtergekippt. An mein altes Leben gedacht, wo ich frei war, ohne Angst vor Trennung, schlechter Laune, Fremdgehen von ihr.

    Da es ein rotes Tuch für sie war (sie selbst trinkt und kifft, aber sie hat es ja im Griff...) habe ich genau drauf geachtet, dass KEIN Leergut mehr zurückblieb. Ich habe es richtig akkurat entsorgt und immer drauf geachtet, dass ich nicht völligst betrunken war und was übersehen habe.

    Mir war klar, dass das nicht normal ist. Andere schaffen es ja auch und haben nicht die Probleme. Habe mich engsten Freunden und auch der Beraterin anvertraut. Wirklich die Karten auf den Tisch gelegt. Die haben alle gesagt: Lauf jung, geh weg, die Macht doch krank.

    Ich hielt fest und war in diesem Rad drin.

    Es endete 2025 im Krankenhaus. Letzte. Chance von ihr, ich zog es durch. Sie war so liebevoll, bemüht, es gab wieder nähe. Sie war mein Droge. 7 Wochen lang, bis zum Weihnachtsfest. Ich könnte nicht mehr, ich wollte sowas wie ein Ende ohne es wirklich zu wollen. Mein inneres war fertig. Und damit trank ich am Tag der Trennung richtig was.

    Ich hätte es lassen können. Ich hätte es retten können, ich hätte es mir beweisen können. Ich hätte ich hätte ich hätte.

    Ich habe es nicht. Meine Welt brach ein, meine ganze Hoffnung, meine Liebe. endgültig weg. Und in tiefster Trauer, tagelang nur in Embryoatellung erblickte ich mich und sah durch mich durch, dass ich die letzten Jahre nicht mehr ich war. Ich sah mich als Kind, als junger Mann und als lieber netter Kerl, der ich mal war. verändet durch einen Druck, dem ich in diesem aleben nie standgehalten habe weil mein inneres unruhig war. Es fehlte irgendwas, was nur Bier ruhig gestellt hat.

    Seit diesem Tag habe ich nicht mehr getrunken. diese Anspannung weg war. Sie kam auch nicht wieder. Es war Trauer und seelische Schmerzen, bis heute verfolgt mich alles, aber ich habe kein Gefühl von seelischer unzufriedenheit mehr verspürt. Es war mir egal wie andere mich bezeichneten, was sie von mir dachten. Der Gedanke du musst jetzt was trinken, dann hört das auf kam nicht mehr. Das Gefühl war ein völlig anderes.


    Vom kognitiven ist wie gesagt seitdem Alkohol mit Schmerz, Trauer, Wut und Hass verbunden. Selbst bei dem Wissen, dass meine Ex einen neuen hat kam alles hoch, aber nicht die Flasche. Zum ersten Mal überhaupt bin ich in meinem Leben durch Trauer, Wut und Verletztheit nüchtern gegangen.

  • Also ich werde gerade nicht schlau aus dir, vorher hast du das geschrieben

    Das erste war meine Frau damals. Da habe ich mir noch nicht viel bei gedacht. War Anfang oder Mitte 20, es war sowas wie Wochenende. In den Jahren danach war eh keine Alkohol im Spiel. Oder nicht wirklich nennenswert. Wir wurden Eltern, haben viel mit Freunden und den kleinen gemacht, da hatte man andere Sachen im Kopf. Da gab's auch kein Partyleben mehr und Bier hatten wir eh kaum daheim. Wenn man ne Flasche Sekt wenn Besuch kam. Aber der Kasten stand nie bei uns daheim rum.


    Das andere und zu letzt, ist meine letzte Partnerschaft.

    Durch meine Krebserkrankung und erstmals bewusst entschieden, dass ich gänzlich auf Alkohol verzichten möchte, weil ich nicht mehr rankam, lernte ich sie damals kennen. Da war ich 1,5 Jahre ohne Rückfall oder sonstiges. Nach einem Jahr Beziehung, also gute 2,5 Jahre habe ich wieder angefangen mir Bier bewusst zu kaufen.

    Ich will da jetzt auch gar nicht mehr alles breiteten, das geht in eine sehr psychologische Richtung die ich derzeit aufarbeite. Manche machen das, andere sagen ich bin Süchtig und das weiß ich. Für mich ist aber wichtig Muster zu erkennen. Weil man wirft nicht einfach ein glückliches Leben nach einer langen Pause so weg. Ich kann jetzt 5 Jahre trocken und Single sein, im 6. Jahr fange ich wieder an weil sich das Spiel wiederholt und ich nicht merke woran? Das ist für mich .ist das gefährlichste überhaupt. Es ist nicht das es die Verfügbarkeit ist, dass in Gruppen getrunken wird usw. Es sind bestimmte Ereignisse, Phasen was auch immer, die ausschließlich in Beziehungen vorkommen. Meine Psychologin hat es Recht einfach runtergebrochen, was mir aber im Umgang und jetzt sowieso wenig hilft. Das ist immer die Sichtweise hinterher auf Dinge die passiert sind, ich sie aber in dem Moment gar nicht wahrnehme.

  • Ganz einfach: manche Leute trinken ein Bier und das wars. Manche trinken im Gespräch, das Bier wird nach einer Stunde schaal und sie geben das halb volle Glas zurück.

    Angler, dieses „manche trinken so, manche so“ ist mir zu einfach. Wenn ich mich vergleiche, schaue ich nicht auf mich. Entscheidend ist, was aus mir heraus passiert ist – nicht, was theoretisch bei anderen vorkommt. Das war nie meine Begründung für Sucht.

    Meine Sucht hat sich nicht über Vergleiche erklärt, sondern über das, was in mir ablief: Aufwachen, erster Gedanke Alkohol. Schlechtes Gewissen und trotzdem weitergesoffen. Kontrollverlust. Saufen trotz Übelkeit, Ekel, Schmerzen. Kein Anlass nötig, kein Streit, kein Trigger von außen. Der Druck kam aus mir, nicht aus der Situation. Das war kein „ich wollte“, das war ein „ich musste“. Der Drang war körperlich, nicht logisch.

    Und dann lese ich bei dir wieder Dinge wie: „Ich war emotional abhängig“, „ich war überfordert“, „ich habe mich verloren“, „ich habe mich in Beziehungen aufgegeben“. Das ist heftig, keine Frage und das kann einen komplett zerlegen. Für mich klingt das aber eher nach emotionaler Abhängigkeit als nach einer klassischen Alkoholabhängigkeit. Dass beides ineinander übergehen kann, will ich gar nicht ausschließen , dafür fehlt mir einfach die eigene Erfahrung.

    Aber genau deshalb hake ich nach. Was bei dir lief, war belastend, ja. Die Frage ist nur, ob es wirklich Sucht im Sinne von Alkoholabhängigkeit war oder etwas anderes, das du gerade darunter einordnest.

    Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, das Thema immer wieder im Kreis zu drehen. Mein Blick richtet sich hier auf Sucht, und darüber kann ich aus eigenen Erfahrungen berichten – fast 30 Jahre Saufen, knapp 20 Jahre Austausch hier im Forum.

    Dir alles Gute

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Moin Moin, klar ist es besch.ssen wenn man nach 5 Jahren Trockenheit wieder rückfällig wird und das war ja nicht nur einmal, wenn ich das richtig gelesen habe. Ich kann dir da leider keine Ratschläge geben weil ich selbst gerade in einer schwierigen Situation stecke, da geht es inzwischen aber eher um Wohnraum und Kinder.

    Irgendwie weiß ich immer noch nicht ob Du ein Alkoholiker bist, du sprichst von mehreren Dosen, mir wieder bewusst Bier zu kaufen usw. dann wären es mal 13 Dosen und eine Flasche Hartalk wo du dann mit 4 Promille im Krankenhaus gelandet bist. Bei mir haben die Mengen über die Jahre auch variiert, aber es war doch immer eine gewisse konstante, also mal einen Monat oder ein Jahr aufhören war nicht drin, das ging mir gar nicht durch den Kopf.

    Nach einem Jahr Beziehung, also gute 2,5 Jahre habe ich wieder angefangen mir Bier bewusst zu kaufen.

    Das ich merkte, dass da was nicht stimmt war, als ich mir bewusst was gekauft habe, mehrere Dosen, um in einer ruhigen Phase mich runter zu fahren. Also z.b..bin ich in den Wald gefahren, hab mich auf einen Hochsitz gesetzt oder auf eine Wiese.


    Du hast nie regelmäßig getrunken so wie ich das rauslese, sondern immer nur in schwierigen Zeiten, oder?

    Vom kognitiven ist wie gesagt seitdem Alkohol mit Schmerz, Trauer, Wut und Hass verbunden. Selbst bei dem Wissen, dass meine Ex einen neuen hat kam alles hoch, aber nicht die Flasche. Zum ersten Mal überhaupt bin ich in meinem Leben durch Trauer, Wut und Verletztheit nüchtern gegangen.

    Seit diesem Tag habe ich nicht mehr getrunken. diese Anspannung weg war. Sie kam auch nicht wieder. Es war Trauer und seelische Schmerzen, bis heute verfolgt mich alles, aber ich habe kein Gefühl von seelischer unzufriedenheit mehr verspürt. Es war mir egal wie andere mich bezeichneten, was sie von mir dachten. Der Gedanke du musst jetzt was trinken, dann hört das auf kam nicht mehr. Das Gefühl war ein völlig anderes.

    und konntest dann immer wieder aufhören?

    Vielleicht hast Du gar kein Suchtproblem, denk mal darüber nach und rede mit deiner Therapeutin darüber, also für mich klingt das alles nicht wirklich so als wäre der Alkohol dein Hauptproblem sondern eher was anderes. Ich hab aber null Ahnung davon und weiß nur von mir selbst was meine Probleme sind. Mich hat der Alkohol in die Situation gebracht in der ich jetzt bin, bei dir hab ich den Eindruck das deine Beziehungsprobleme dich zum Alkohol bringen. Ich weiß nicht wie ich es erklären kann was ich meine, aber du könntest ja wieder aufhören wenn...

    im 6. Jahr fange ich wieder an weil sich das Spiel wiederholt und ich nicht merke woran? Das ist für mich .ist das gefährlichste überhaupt. Es ist nicht das es die Verfügbarkeit ist, dass in Gruppen getrunken wird usw. Es sind bestimmte Ereignisse, Phasen was auch immer, die ausschließlich in Beziehungen vorkommen


    Lass es doch einfach und lebe ein glückliches Leben ohne Alkohol.

  • Ich hänge halt fest. Wenn dich deine Partnerin rausschmeißt, weil du immer trinkst. Man vergisst gerne die Abende, wo die Tränen flossen weil mein altes Leben weg war und die Einsamkeit da.


    Heute bin ich auf einem Flohmarkt, nachher zum Sport. Ich habe zwei Hosengrößen weniger und fühle mich fit. Der Bauch ist flach, die Arme werden dicker. Ich käme gar nicht auf die Idee oder Lust jetzt Bier zu trinken. Eben bei der Bratwurst gab's Cola. Kam sofort Erinnerung an meine Kindheit hoch, wie geil das schmeckte. Ich hab nicht mal gemerkt, dass die gar kein Bier verkauft haben. Ja ich genieße es zum Teil, vorallem dass ich mich nicht zu Grunde gerichtet habe und es mir wieder besser geht. Dass ich es gleich gelassen habe und nicht den Kummer ertränkt habe. Das kam für mich gar nicht in frage

  • Im Grunde trank ich seit meinem 17. oder 18. Lebensjahr bis knapp zu meinem 50. Geburtstag. Selbstverständlich nicht durchgehend, sonst wäre ich längst schon tot.

    Über 25 Jahre lang (oder so) ahnte ich zwar, dass da was nicht stimmt, aber so wie diese Gedanken kamen, so gingen sie auch wieder. Es gab Jahre (auch mehrere in Folge) dazwischen, da trank ich eigentlich nichts, in vielen Jahren monatelang nichts, dann wieder viel, regelmäßig und zu viel... Es verlief bei mir wellenförmig.

    Gerade das machte es mir auch so schwer, die Sucht zu erkennen bzw. diese zu akzeptieren. Bis es dann 2024 eben ziemlich klar war.

    Aus meiner Sicht bedeutet Alkoholiker zu sein nicht ausschließlich oder vorwiegend, täglich zum Glas / zu Flasche (dann aber in x-facher Zahl) greifen zu müssen. Die Sucht ist - wie in meinem Fall - auch dann da, wenn ich trotz monatelanger Abstinenz ohne groß zu überlegen und eigentlich im Wissen, dass es falsch ist, einfach so zum Glas greife, weil z.B. etwas passiert ist, mir etwas nicht passte, es Streit gab oder was weiß ich... Und dann wieder eine kürzere oder längere Phase eintritt, wo die Trinkerei regelmäßig - vielleicht auch täglich - stattfindet. Bis der Cut kommt. Das Problem ist nur: Gerade diese Entwicklung wiederholte sich bei mir immer und immer wieder. Das wiederum machte die Sucht.

    Bei Dir, Angler, sehe ich beides nicht. Weder den Zwang, täglich (oder fast täglich) zu trinken gehabt haben zu müssen (mit all den negativen Folgen), noch entsprechende sich aus ähnlichen Gründen immer und immer wiederholende "Trinkphasen", deren Beginn vor allem von der Sucht gesteuert waren. So interpretiere ich zumindest Deine Beiträge.

    Ist es vielleicht dann nicht doch eher eine Frage des Alkoholmissbrauchs in schwierigen oder unangenehmen Situationen?

    LG, Stef.

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