Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Danke für das Feedback.

    Ich bin halt nicht jemand der etwas abschüttelt und einfach weiter macht.

    Mich hat das sehr getroffen, jemanden durch Alkohol zu verlieren den man sehr liebt. Und gerade weil es Alkohol ist und nicht einfach ein anderes Verhalten. Das ist kein Spaß mehr gewesen oder nur mal eine schlechte Angewohnheit. Und genau dieses Auseinandersetzen und das Bewusst machen was es mir "gebracht" hat, hat mich davon zum Glück sehr weit entfernt.

    Ja, ich lebe mein Leben weiter. Bewusst und stabil. Und als schmerzhafte Lehre für mein Leben.

  • Vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, aber hätte das nicht auch aus anderen Gründen auseinandergehen können?

    So ist es zumindest bei mir, die Beziehungen, die wegen meinem Suchtverhalten gescheitert sind, wären auch sonst nix auf Dauer gewesen, so sehe ich das im Rückblick.

    Ich wünsch Dir, dass du Dich damit aussöhnst. Ändern kannst du es sowieso nicht mehr, das ist rum ums Eck.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Klar kann alles möglich sein.

    Aber das Thema Alkohol stand im Raum. Nicht weil ich jeden Tag betrunken war, um Gottes Willen.

    Es ging darum, dass ich heimkam und nach Bier gerochen habe.

    Ich wusste doch selber, dass ist nicht gesund was du machst. Vor allem wenn die Person das nicht möchte.

    Leider habe ich überhaupt nicht verstanden, was mit mir los ist. Die Hilfe mit der Beratung war einfach: "nicht trinken". Aber am gesamten Leben hat sich ja nichts geändert. Wie soll was verschwinden was vorher nicht da war, wenn alles gleich bleibt?

    Der Alkohol war ja nicht als erstes da, er kam mit der Zeit. Und das macht mir so Angst und auch Wut.

  • Aber am gesamten Leben hat sich ja nichts geändert. Wie soll was verschwinden was vorher nicht da war, wenn alles gleich bleibt?

    Gute Frage - und hast Du eine Antwort für Dich darauf?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ja hab ich ja geschrieben:

    Ich hatte keinen Ausgleich, keine Freunde, Geldsorgen, fremde Umgebung, Stress, Sorgen, Beziehungsprobleme.

    Und dann machte es Peng und ich habe meine Bier getrunken um wieder runter zu fahren. Ja, teilweise kam ich mir aussichtslos vor. Hilflos und fremd ohne Ausweg. Und da kam das Bier wie ein Zauber. 10 min Ruhe im Kopf, wieder gute Laune, alles wieder gut. Nur das Problem war, es war nicht EIN Bier am Abend. Es waren viele. Zu viele.


    Das war aber nicht Ziel in der Beratung zu wissen was mich bedrückt. Da ging es nur um das Trinken. Und wenn man da alles offen legt und über Mengen spricht ist es recht einfach: Alkoholiker, Konsum beenden, welche Hilfsmittel es gibt usw.

    Wenn dein inneres aber müde und traurig ist, dann helfen die besten Sprüche nicht, das beste Wissen. Man will einfach nur seinen Frieden. Jeder zieht an einem und man selber sieht sich im Leben nicht vorankommen.

    Und das Gefühl, keiner versteht einen und man muss immer stark sein, immer funktionieren. Und da habe ich den schlechtesten, aber für mich einfachsten Weg gewählt, den ich von früher mal kannte.

    Der Rest ist Geschichte

  • Klar kann alles möglich sein.

    Aber

    Wenn ich schreibe „alles kann möglich sein“ und direkt ein „aber“ dahinter setze, hebt sich das gegenseitig auf. ;) Glaubst du wirklich, dass der Grund, der bei einer Trennung genannt wird, immer der echte Grund ist? In welcher Welt soll das so laufen? Manchmal sind vorgeschobene Gründe im Spiel, manchmal passt es einfach nicht, manchmal war man selbst ein Arsch oder sonst irgendwas.

    Und genau da suchst du förmlich nach etwas, das dich in der Opferrolle hält, zumindest ist das mein Eindruck, dass es so ist, sagt dieses Zitat.

    Ich bin halt nicht jemand der etwas abschüttelt und einfach weiter macht.

    jetzt dazu!

    Die Hilfe mit der Beratung war einfach: "nicht trinken". Aber am gesamten Leben hat sich ja nichts geändert. Wie soll was verschwinden was vorher nicht da war, wenn alles gleich bleibt?

    War das Suchtberatung? Die kümmern sich um die Sucht, dein Leben oder deine Beziehung gehen sie nichts an. Sie machen ihren Job, nicht mehr und nicht weniger, und sie sind nicht dafür da, dein Privatleben zu kommentieren oder deine Partnerschaft zu analysieren.

    Im Grunde wurde dir das alles hier schon mehrfach erklärt, aber du scheinst es nicht annehmen zu wollen, weil es vielleicht bequemer ist, an deinem Platz zu bleiben und die Verantwortung für das Scheitern der Beziehung nicht vollständig zu übernehmen.

    Es geht nicht einmal um Schuld, aber du weichst konsequent aus.

    Alles Gute weiterhin.

    Das ist eher etwas für die Psychologen, und ich habe nicht die Qualifikation, um anhand deiner Schilderung irgendein Urteil zu bilden.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Moment mal! Wer übernimmt hier keine Verantwortung?

    Ich übernehme die GESAMTE Verantwortung, das gesamte Handeln. Ich schiebe es nicht auf andere oder sage "sie hat mich dazu gebracht zu trinken". Das war ich. Und ich habe nicht verstanden wieso man von jetzt auf gleich sich an den Wald setzt und mit Bier anfängt.

    Das ist eben nicht normal.

    Komisch ist nur, seitdem der Psychologe das alles mal analysiert hat und wir über die Gesamtsituation gesprochen haben, ich die Konstellation kapiert habe, kein Bedürfnis mehr war, ein Bier zu wollen.

    Ich hab meine Sportasche gepackt und bin los. Ich habe was für mich gemacht. Nur für mich. Ich habe nach 2 (!!!) Jahren meinen besten Kumpel wieder besucht und wir sind gemeinsam mal wieder auf die Rolle. Ich hab mich wieder wie ein Mensch gefühlt.

  • ch übernehme die GESAMTE Verantwortung, das gesamte Handeln.

    Du liest meinen Post, aber ich denke, inhaltlich kommt nicht viel bei dir an.Du erklärst alles mit „Ich bin Alkoholiker“ und schiebst so die Verantwortung auf die Sucht. Du wehrst dich gegen jeden Hinweis, weil du deine eigene Geschichte irgendwie schützen willst, oder?

    Komisch ist nur, seitdem der Psychologe das alles mal analysiert hat und wir über die Gesamtsituation gesprochen haben, ich die Konstellation kapiert habe, kein Bedürfnis mehr war, ein Bier zu wollen.

    Nur weil du gerade kein Bedürfnis nach Bier hast, bedeutet das weder, dass du nicht süchtig warst, noch dass du automatisch nur missbräuchlich getrunken hast.;)

    Suchtdruck ist für mich jedenfalls kein Diagnosekriterium. Und ein Gespräch beim Psychologen beendet keine Sucht. Es kann helfen, Dinge einzuordnen, beruhigen oder Verständnis schaffen. Trocken bleibt man davon aber nicht davon. Diese Aussage zeigt eher, dass die Mechanik der Sucht nicht verstanden worden ist.

    Mein Verdacht war ja, dass du nur missbräuchlich getrunken hast aber du sagst, Alkoholiker zu sein, und benutzt die Sucht jetzt als Gesamterklärung, um alles darauf zu schieben.

    Das hatten wir doch schon in der Diskussion. Ich bin dann mal raus

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich weiß nicht, ob ich es Dir schon mal geschrieben habe:

    Edit, bitte keine Zitate einstellen

    Dein Faden zieht sich durch wie ein Jammertal.
    Du schreibst immer von „man“. Wer ist „ man“?

    ICH, ICH, ICH….versuche mal das „man“ damit zu ersetzen.
    Das musste ich auch erst lernen.
    Erst als ICH erkannte, dass ich mich ständig als Opfer fühlte, konnte ich da raus wachsen. Mit der Vergangenheit habe ich abgeschlossen. Für mich zählt nur das Heute.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Das hast du mir voraus, ich kann leider mit Fehlern und der Vergangenheit nicht abschließen, weil mich das sehr belastet.

    Seit 6 Monaten wache ich nachts 2 bis 3 Mal auf und bin nassgeschwitzt, dass ich mich umziehen muss.

    Es war das wichtigste in meinem Leben und das kann man nicht einfach so "vergessen".

    Ich habe auch kein Zeitgefühl mehr. Mein Leben ist am 30.12.25 stehen geblieben. alles was in der Zeit passiert ist ist nur funktionieren und mein "altes" Leben wieder Stück für Stück aufbauen. So wie ich mal war, bevor der Alkohol Einzug erhielt.

    "Erlernte Muster wieder verändern" hat meine Therapeutin erklärt.


    Hartmut ich lasse hier bewusst eigentlich ärztliche Dinge raus. Die behandelnden Ärzte haben F10.1 angegeben. Auf Grund der Tatsache, dass ich aber trotz Risiko und Wissen immer wieder mal getrunken habe, habe ICH für MICH eine Abhängigkeit "diagnostiziert". Ansonsten hätte ich es ja gelassen und mir nicht alles versaut

  • Du hängst echt voll in der Vergangenheit, so wirst du nicht weiter kommen, nicht glücklich werden können.

    Du hast keine Macht die Vergangenheit zu ändern, aber du solltest lernen sie zu akzeptieren, mit all dem schei.., aber auch mit guten Dingen.

    Und das bringt auch nichts

    mein "altes" Leben wieder Stück für Stück aufbauen.

    Was hindert dich ein neues aufzubauen?

  • Das hast du mir voraus, ich kann leider mit Fehlern und der Vergangenheit nicht abschließen, weil mich das sehr belastet.

    Ich habe nie gesagt, dass ich „abgeschlossen“ habe.;) Ich mache nur nicht die Fehler der Vergangenheit zum Hauptbestandteil meines heutigen Lebens. Das ist ein Unterschied.

    Und eines ist mir wichtig. In unseren Alkoholiker-Forum unterscheiden wir klar zwischen Abhängigkeit und Missbrauch. F10.1 ist keine Alkoholabhängigkeit, sondern schädlicher Gebrauch. Wenn du dich als Alkoholiker siehst, ist das deine persönliche Einordnung. Medizinisch wurde aber keine Abhängigkeit diagnostiziert. F10.2 Ist Abhängigkeit.

    F10.1: Das Trinken verursacht Probleme. F10.2: Das Trinken hat die Kontrolle übernommen.

    Das sind nun mal zwei verschiedene Baustellen. Bei einer Abhängigkeit steht irgendwann nicht mehr das Verhalten im Vordergrund, sondern die Sucht selbst.

    "Erlernte Muster wieder verändern" hat meine Therapeutin erklärt.

    Aber auch das basiert auf der Diagnose F10.1, oder? Dabei geht es in erster Linie um das Verhalten und die Folgen des Konsums, nicht um Suchtdruck, Kontrollverlust oder die typische Suchtmechanik.

    Bei Missbrauch arbeitet man vor allem an Verhaltensmustern. Bei Abhängigkeit hingegen kämpft man gegen das Suchthirn, wenn ich das mal so sagen darf.

    Das ist, als würdest du zum Metzger gehen und dich wundern, warum er dir keine Brötchen backt. Der Metzger macht Fleisch, der Bäcker macht Brötchen. Beide haben mit Lebensmitteln zu tun, arbeiten aber in völlig unterschiedlichen Bereichen.

    Vielleicht liegt genau dort ein Teil unseres Missverständnisses?

    Du bezeichnest dich selbst als Alkoholiker und deshalb bist du selbstverständlich hier im Forum. Gleichzeitig verweist du auf die Diagnose F10.1, was sich widerspricht,

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • ich kann es dir nicht sagen.

    Ich habe nach meiner letzten größeren Beziehung ein gutes Leben geführt. Ohne Alkohol, mit viel Freude, einem tollen Haus. Alles war super. Als ich dann das Mädel kennenlernte war das Liebe auf den ersten Blick. Noch nie habe ich einen Menschen so geliebt.

    leider bin ich ein totaler Kopfmensch und wenn vieles unter Spannung ist, dann kamen alte "Muster" hoch. Anfangs war das nur mal ab und an ein Bier aber ich habe schnell gemerkt, wie sehr mir das "geholfen" hat.

    Was meinst du, wie viele Situationen es gab wo ich nicht trinken wollte und dann doch nochmal "schnell" eine Dose mitgenommen habe - einfach nur kurz beruhigen. "Unnötig! Das war jetzt sooo unnötig".

    In der ganzen Zeit war es immer ein auf und ab: extrem schöne Zeiten und sehr angespannte Zeiten. Und obwohl monatelang kein Bier da war, alswenn ich es mir eingeredet hätte: heute trinkste mal eins. Zack, wieder alles schön leicht.

    ich hatte mich mit ALLEM arrangiert. So hingenommen wie es war, nie gesagt: du musst was ändern, du musst da raus wenn es dir nicht gut tut. Dann bin ich wandern gegangen, bin mal in die Stadt gefahren - all sowas. Aber ich hatte keine Konstanz drin. ich war einfach innerlich "leer". Ich hatte keine richtige Lebensfreude. Sowas was richtig pushed. Weißte wann das war? Wenn meine Partnerin und ich sehr viel zeit zusammen hatte, oder eben mit Alkohol. Es kam aber nie aus mir. Ich habe immer eins der beiden gebraucht.


    jetzt ist beides weg und ich habe aus mir heraus nicht diesen Dopaminkick bekommen. Diese Freude die ganze Welt zu umarmen. Ich habe diese Reize immer von außen bekommen.

    Frau, Alkohol, Urlaub, Geld, Shopping usw. eins musste immer sein, dann war der Rest "egal". Beim Bier wusste ich aber: das ist der ständige "kick". Und da ich das wusste, habe ich in allen Situationen mit Menschen nie getrunken. Der Verzicht und der Abend war schöner ohne als nach der ersten Flasche noch die zweite oder dritte haben wollen und nicht KÖNNEN/ DÜRFEN. Also lieber gar nicht.

    Wenn ich aber für mich war, dann "wollte" ich diese Last des Erdrückens loswerden. Das war wie ein Kreislauf und ich hab immer gedacht, wie hört das auf? Nur Verzicht bringt doch dauerhaft keine Beruhigung. Sobald wieder eine Phase war, egal wie viele Monate rum waren: auf zum Supermarkt


    ich hatte zwar alles was ich wollte, war aber mit meinem Leben trotzdem nicht zufrieden. ich war unruhig, angespannt. der Sinn meines Lebens war nie ersichtlich. Bis heute sehe ich es nicht.


    Hat der Alkohol mir geholfen? Ich bin jetzt 40 und wenn ich alles betrachte sehe ich nur Folgeschäden. Brauche ich ihn, dass es mir besser geht? Habe ich immer gedacht, bin reingefallen.


    und dann denke ich immer daran, wie das so in meinen 20ern war. Ohne Bier, ohne Sorgen. Und da merke ich erstmal, wie viel Raum ich Bier in meinem Leben Platz gegeben habe, ohne es zu merken. Ich bin weg von dem Denken: es gehört dazu. ein Mann trinkt ein Bier. Eine Feier ist nur mit Alkohol lustig.


    Er hat mich einsam, traurig und depressiv gemacht. Meine Fröhlichkeit genommen. Das wird noch ein langer Weg, da wieder rauszukommen. Wissen heilt keine Sucht. ich kann aber nur immer wiederholen, dass dieses Erlebnis wie ein Schock für mich war. Ein Aufwachen mitten im Leben. Bin der brutalen Realität und seinen Folgen. Das hat in meiner Seele so viel Schaden angerichtet, dass ich an alles denke, aber nicht an Alkohol. Das ist für mich das Grausamste auf der ganzen Welt geworden. Horrorgedanken wenn ich dran denke, je wieder etwas trinken zu MÜSSEN. Nur der Gedanken allein lässt mich erstarren und macht mir Angst.

  • Seit 6 Monaten wache ich nachts 2 bis 3 Mal auf und bin nassgeschwitzt, dass ich mich umziehen muss.

    Wenn das regelmässig ist, deutet das in meinen Augen auf eine Angststörung hin.

    Hast Du darüber schon mit einem Arzt gesprochen? Dann kann Dir etwas Angstlösendes helfen, wieder zur inneren Ruhe zu finden.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich bekomme Antidepressiva weil das echt heftig war.

    Es war das ganze Leben und die Zukunft die weg war. Und warum? Weil Alkohol im Raum stand.

    Und dafür trage ich die Verantwortung. Und das ist hart.

  • Rein von der Logik her kannst Du ja nur in Zukunft etwas anders machen, als Du es in der Vergangenheit gemacht hast.
    Du kannst Dir deine Fehler analysieren oder sie Dir vorwerfen, um in Zukunft etwas anders zu machen, so weit gehe ich mit.

    Ansonsten bist Du der einzige Mensch, der 24 Stunden an allen Tagen mit Dir auskommen muss, Du wirst Dich nicht los und Deine Selbstvorwürfe sind Deine Lebensgestaltung im Hier und Heute. Du bist derjenige, der das so gestaltet, und wahrscheinlich bist Du auch der Einzige, der unter Deiner Art und Weise, damit umzugehen, leidet. Es gibt Leute, die haben das Bedürfnis nach (Selbst-)bestrafung, bist Du so? Allen anderen kann es nämlich wurscht sein, z.B. mein Leben ist es ja nicht.

    Was ist eigentlich dieses frühere Ich bei Dir? Ich frage deshalb, weil mein erwachsenes Ich außer Drogen/Trinkpausen keine drogenfreien Zeiten kannte. Ich hab schon in früher Pubertät mit 12 oder 13 zu Hause meine Biere und Schnäpse gekriegt, das erste Mal betrunken war ich noch früher. Im Prinzip war meine erwachsene Gesamtpersönlichkeit völlig durchtränkt davon.

    Hast Du so spät angefangen, dass Du bereits ein vollentwickeltes nüchternes Erwachsenenleben vorher hattest? Oder war Alk auch bei Dir vorher schon ein Mittel, um Deine Gefühle und Stimmungen zu regulieren, so wie bei mir?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hey, erste Radler mit 16. das erste Bier mit 18.. dann bis 19 ab und an, nur am Wochenende.

    Bis 25 gar keinen Alkohol mehr, oder nur mal auf einem Fest oder so. Dann etwa bis 28 deutlich zu viel: Abends so 3 Flaschen Bier.

    Ab 28 bis Anfang 30 unregelmäßig, ab 30 bis 35 deutlich zu viel, täglich. Am Ende sogar bis zu 7 Flaschen am Wochenende. 3 Jahre stopp bis 39 und eben dann bis letztes Jahr. Seitdem wieder stopp.


    Nach der Scheidung mit 31 wurde es abends mehr. Einsamkeit, Frust. In den 20er war es einfach Arbeit und am Wochenende mal die Sau rausgelassen.


    Ich habe immer gemerkt, Alkohol beruhigt mich ungemein, obwohl ich ihn selber nicht vertrage. Übelkeit, Kater, übergeben.


    Das ist so die Kurzfassung

  • Es war das ganze Leben und die Zukunft die weg war. Und warum? Weil Alkohol im Raum stand.

    Und dafür trage ich die Verantwortung. Und das ist hart.

    Irgendwie personifizierst du aus meiner Sicht in deinen Beiträgen den Alkohol.
    Er hat dich kaputt gemacht, er hat dir alles genommen, vor allem deine große Liebe (die allerdings nach deinen anfänglichen Aussagen unabhängig vom Bier die Falsche war, die für dich sogar toxisch war).

    Das klingt für mich nicht nach Übernahme von Verantwortung, sondern nach Abschiebung der Verantwortung auf den Alkohol und nach eigener Opferrolle. Denn nicht du hast dir selbst alles genommen, sondern der Alkohol dir.

    Ich bin nun auch seit gut einem halben Jahr abstinent, auch mich ekeln mittlerweile Alkoholfahnen an. Natürlich kommen auch bei mir Gedankenmomente an meine nassen Zeiten.
    Nur ich drehe mich gedanklich nicht unentwegt im Kreis. Ich schaue, wie ich mir mein Leben ohne Bier einrichten kann, um zufrieden mit mir sein zu können.

    Das letzte halbe Jahr hat irgendwie nie existiert, alswenn es nur ein paar Tage waren. Alles ist weg, alles nicht greifbar.

    Das tut mir leid für dich.
    Ich habe das vergangene halbe Jahr sehr bewusst erlebt, die ganzen Veränderungen meines Körpers, meiner Psyche mit meinen Sinnen positiv wahrgenommen.

    Wenn ich mich in diesem halben Jahr allerdings ständig auf die Alkoholzeiten konzentriert hätte, mich mit masochistisch anmutenden Zügen immer wieder zerfleischt hätte, dann wären mir die ganzen positiven Veränderungen, die Schritte zu einer abstinenten Zufriedenheit wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.
    Dann würde ich einfach nur feststellen können, dass ich heute nicht mehr trinke, mehr Hobbys und Kontakte habe, mich aber weiterhin jammernd an die schlimme Zeit klammern.
    So kommt mir zumindest dein Verhalten vor. Vielleicht brauchst du die ganzen abschreckenden Bilder, die Selbstvorwürfe, die Selbstkasteiung, um weiterhin abstinent zu bleiben?

    Ich werde mich jedenfalls über deine Beiträge freuen, wenn sie irgendwann nach Aufbruch, nach Vorwärtsgerichtetheit, und nicht mehr nach überwiegendem Selbsthass und Rückwärtsgewandheit klingen.

    LG Kyra

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