Sunny_77 - Sehe ich den Alkoholkonsum falsch

  • Beste Beispiel war mein vergangener Geburtstag. Er hat eine Kiste Bier besorgt, jedoch hat niemand eine Flasche getrunken. Es wurde außer von ihm nichts getrunken. Er hat es geschafft die Kiste an zwei Tagen alleine zu trinken. Sowas muss man doch merken, vor allem da wir im Frühjahr bereits kurz vor der Trennung gestanden habe

    Er hat’s gemerkt, er ist ja nicht Dumm!

    Liebe Grüße Petra

  • Hat er ein Problem oder habe ich ein Problem mit seinem "Bierchen". Das ist alles nicht so einfach.

    Im Grunde ist egal, ob er ein oder kein Problem mit seinem Bierchen hat. Viel wichtiger ist, ob du ein Problem damit hast. Was genau stört dich?

    An dieser Stelle will ich dich noch kurz nachträgliche 🧡-lich Willkommen heißen.

    Liebe Grüße Petra

  • Hallo Sunny,

    Er hat eine Kiste Bier besorgt, jedoch hat niemand eine Flasche getrunken. Es wurde außer von ihm nichts getrunken. Er hat es geschafft die Kiste an zwei Tagen alleine zu trinken. Sowas muss man doch merken, vor allem da wir im Frühjahr bereits kurz vor der Trennung gestanden habe.

    Natürlich merkt er das. Wenn ich hier bei den inzwischen trockenen Alkoholikern lese dann steht da eigentlich immer, dass es ihnen bewusst war, dass da was aus dem Ruder gelaufen ist.

    Ich kann es einfach nicht verstehen.

    Das ist eben das Ding. Als Nichtsüchtige kannst du dir das nicht vorstellen, was da im Süchtigen vor sich geht. Was ihn antreibt, wie es sich anfühlt.

    Ich hab damals so oft gedacht dass er sich doch nur mal zusammenreißen müsste. Mir zuliebe, den Kindern zuliebe. Ich hatte lange keine Ahnung dass er abhängig geworden war und ich wusste schon erst recht nicht, dass die Sucht in ihm das Kommando übernommen hatte und was das wirklich bedeutete.

    Es also auch nicht, wie oft von ihm behauptet, an mir gelegen hat, dass er trinken musste. Oder dass es am Wetter, dem quersitzenden Pups oder sonstwas lag. Er musste trinken weil er süchtig war, ganz einfach.

    Als Partnerin ist da halt immer die Überlegung, wie du damit umgehst. Denn seine Sucht beeinflusst nicht nur sein sondern auch dein Leben, das Leben der Angehörigen. Und Sucht kennt, wenn sie nicht gestoppt wird, nur eine Richtung nämlich abwärts.

    Und du kannst nichts dagegen tun, das kann nur der Abhängige selbst.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Sunny,

    das mit der schlechten Laune kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Da kann ne Mücke zu viel sein in der Wohnung, kann das schon schlechte Laune auslösen.

    Ich versteh auch gerade nicht, dass wir Partner/-innen so lange aushalten und das mitmachen.

    Wir wohnen ja nicht zusammen - der Abstand tut mir gut, gesehen haben wir uns vorletzte Woche, nach seinem Termin.

    Er hat beim Essen sogar Cola-Mix getrunken. Ich war da angenehm überrascht.

    An den Wochenenden, die ich bei ihm verbracht habe, hatte er in der Regel früh beim Aufstehen mega schlechte Laune.

    Das Drama, ob er was mit frühstückt oder nicht. Wenn man erst nach 9 Uhr aufsteht, braucht man kein Frühstück mehr, weil es ja um 12 Uhr Mittagessen gibt.

    Irgendwann ist er dann mal zum Müll raustragen verschwunden und das dauerte gerne mal ne halbe Stunde oder länger.

    Danach war er seltsamerweise entspannter.

    In meiner Anwesenheit bei ihm hat er sich anscheinend stark zusammen gerissen.

    Vermutlich ist „meiner“ Pegeltrinker. Wenn der Pegel nicht passt, hat er grottige Laune. Oder bei zuviel intus erst recht gereizt und verbal aggressiv. Und da ist es egal, wer ihm gegenüber steht. Ob seine Mutter, ich oder wer anders.

    Für dich ist die Angelegenheit wahrscheinlich noch um einiges schlimmer, weil ihr so lange verheiratet seid und gemeinsame Kinder habt.

    Mir persönlich tut es aktuell sehr gut, dass wir momentan Funkstille haben.

    Das hilft mir beim Sortieren und mir klarer zu werden.

    Mit meiner Loyalität und Hilfsbereitschaft habe ich aktuell einfach sehr zu kämpfen.

    Während seiner fast 4 Wochen Trinkpause Anfang des Jahres war das ein ganz anderer Mensch :(

  • Guten Morgen,

    ich habe jetzt meinen ersten Eintrag hier vor einem Jahr im Tagebuch nochmal gelesen und mich gerade ein bisschen erschrocken. Ich könnte fast das Gleiche nochmal schreiben. Ich bin so durcheinander gerade und verstehe nicht, warum ich das alles schon so lange mitmache.

    Wir leben quasi ein WG Leben, verstehen uns im Alltag weiterhin gut, als wären wir beste Freunde. Vielleicht ist das mein Problem den Schlussstrich zu ziehen. Der angespannte Wohnungsmarkt und die finanziellen Sorgen kommen natürlich auch noch hinzu.

    Ist es blöd zu sagen, dass ich eigentlich auf diesen einen Moment warte, wo er mich betrunken anmacht, damit ich einen Grund habe zu sagen, dass es vorbei ist? So ein Verhalten hat er im Rausch früher oft gezeigt.

    Ich merke wie ich mich gefühlsmäßig immer mehr distanziere, weil ich weiß, dass er nicht aufhören wird sein "Bierchen" zu trinken. Er sagt zwar, dass er weiß, dass er manchmal zu viel trinkt, sieht jedoch kein Problem.

    Gestern z.B. hat er gesagt, dass er es sich dieses Wochenende nochmal gut gehen lässt und ab Montag startet er dann (mal wieder) neu durch... Keine Ahnung wie oft er das schon gesagt hat.

    Heute bin ich zum Glück den ganzen Tag mit Freunden unterwegs ... einfach Mal raus.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende :)

  • Hm. Du bist in einer Warteposition und ich bin mir nicht sicher, ob du weißt auf was du wartest.

    Klar wäre es am tollsten, wenn er morgen früh aufwacht und schlagartig begreift, dass Alkohol Mist ist. Dann wird er wieder wie früher und du liebst ihn auch genauso wie früher. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario???

    Du sagst, ihr lebt eine nette WG. Was genau daran bedrückt dich? Dass Du das merkst und er nicht? Dass es ‚nur‘ eine WG ist und du eigentlich eine Partnerschaft mit seiner nüchternen Version möchtest.

    Die letzte Variante ist der große Knall, den du dir ein wenig herbeisehnst, damit du endlich eine Entscheidung treffen kannst.

    Wie alt sind deine noch bei euch lebenden Kinder? Wäre eine räumliche Trennung für sie so eine große Katastrophe?

    Und jetzt das wichtigste: Wie willst DU, du ganz selbst, leben? Wie willst du wohnen, wie und mit wem deine Freizeit verbringen?

    Wie wäre es mit einer räumlichen Auszeit? Du warst schon mal in einer Pension, vielleicht kannst du was ähnliches nochmal machen. Du bist so in diesem Hamsterrad drin, dass du gar nicht mehr die schönen Dinge drumherum sehen kannst.

    Eine Auszeit ist kein Versuch ihn zu erziehen. Überlege für dich was du möchtest und gehe mit deinen Gedanken mal weg von ihm.
    Er macht was er eben macht. Aber was machst du?

  • Wie alt sind deine noch bei euch lebenden Kinder? Wäre eine räumliche Trennung für sie so eine große Katastrophe?

    Liebe AnnaBlume,

    vielen Dank für deine Worte. Unsere Kinder sind 20 und 18 und ich denke die beiden würden bei meinem Mann im Haus bleiben.

    Ich weiß, dass ich mir eine kleine Wohnung nehmen würde, wenn es so weit ist. Was mich aufhält? ...ich weiß es nicht.

    Er macht was er eben macht. Aber was machst du?

    Du hast vollkommen Recht. Er macht was er eben macht... Hier muss ich echt mal drüber nachdenken!

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