JochenA - Bin ich Alkoholiker?

  • Hallo zusammen,

    ich durchlebe gerade eine sehr schwere Zeit. Kurz zu mir: Ich bin 50 Jahre alt und habe bisher täglich 1–3 Bier getrunken. Da sich meine Frau daran gestört hat, habe ich beschlossen, maximal 2 Bier pro Tag zu trinken und zwei alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen. Das habe ich drei Wochen durchgehalten. Ich zittere nicht ohne Alkohol und habe keine Entzugserscheinungen, aber ehrlich gesagt verlangt mein Kopf nach dem Bier.

    Leider hat sich meine Frau inzwischen von mir getrennt, was mich sehr belastet. Seit der Trennung konnte ich meine eigenen Grenzen nicht mehr einhalten und habe Angst, dass ich komplett abstürze.

    Ich befinde mich inzwischen in Behandlung und hatte schon eine Sitzung beim Psychologen. Nächste Woche ist der nächste Termin. Morgen habe ich einen Termin bei meinem Hausarzt, um über eine Überweisung und mögliche Medikamente zu sprechen.

    Eigentlich würde ich gerne kontrolliert trinken, weil ich Bier gern mag, aber im Moment merke ich, dass das nicht funktioniert. Deshalb überlege ich, ganz auf Alkohol zu verzichten, um mir selbst und meiner Familie nicht zu schaden.

    Meine Frage: Soll ich offen mit meinem Hausarzt über das Problem sprechen, oder ist ein Psychiater die bessere Anlaufstelle? Kann ein Forum wie dieses mir überhaupt helfen, oder brauche ich professionelle Unterstützung?

    Ich bin für jeden Rat und jede Erfahrung dankbar.

  • moin jochen

    kontrolliert trinken ist für einen alkoholiker nicht möglich, der weg hat nur zwei enden, abstinenz oder friedhof.

    natürlich mußt du mit deinem hausarzt offen reden. selbst wenn der psychiater die behandlung übernehmen sollte muß dein hausarzt ja informiert sein das du nicht mehr alle medikamente einnehmen kannst. alkoholhaltiges, das es zur genüge gibt, ist für uns tabu. das muß dein arzt wissen. außerdem kann er deine physische gesundheit ja nun mal besser beurteilen als ein psychiater. mit deinem arzt solltest du auch den konkreten entzug besprechen, einfach aufhören zu trinken kann unter umständen lebensgefährlich sein. das muß aber dein arzt beurteilen. der gibt dir evtl medikamente oder überweist dich sogar für ne woche in die klinik.

    ob du hier in der selbsthilfegruppe weiter kommst hängt ebenfalls von dir ab. einige von uns sind allein mit hilfe unserer gruppe trocken geworden, einige haben eine ambulante therapie gemacht, andere waren in ner tagesklinik und wieder andere in einer stationären therapie. es gibt viele angebote die auf die verschiedenen lebenssituationen und den schweregrad der erkrankung zugeschnitten sind.

    was für dich passt könne wir hier nicht beurteilen. es liegt an dir. besprich alles offen und ehrlich mit deinem arzt, nimm die ratschläge an und handle danach. auch wenn die "schläge" oft ganz schön hart sind, es geht um dein leben.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Danke für die Antwort. Selbstverständlich bin ich bereit bestimmte Dinge zu tun. Da ich zurzeit an mir viele Baustellen habe, bin ich komplett überfordert. Kann für mich ein Entzug schädlich sein? Wenn ich ab jetzt sage, kein Alkohol mehr und ich schaffe es was kann passieren?

  • wie gesagt, einfach den alk weg lassen kann zu krämpfen mit atemlähmung führen. natürlich nicht bei jedem. aber es ist möglich und daher muß dich dein arzt untersuchen um abwägen zu können was für dich das richtige ist, das kann dir hier keiner sagen. bis du beim arzt warst und weißt wie es weiter geht solltest du auf jeden fall moderat weiter trinken.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Jochen,

    deine Überschrift stach mir ins Auge.
    Solange du dir die Frage stellst, ob du Alkoholiker bist, wirst du nicht dauerhaft in dem Trinken aufhören können.

    Das habe ich drei Wochen durchgehalten

    Beantwortet das nicht deine fragende Überschrift?

    Meine Frage: Soll ich offen mit meinem Hausarzt über das Problem sprechen, oder ist ein Psychiater die bessere Anlaufstelle? Kann ein Forum wie dieses mir überhaupt helfen, oder brauche ich professionelle Unterstützung?

    Ja, offen mit dem Hausarzt reden ist absolut wichtig. So kann er dich auch beim Entzug unterstützen.
    Wenn du schon beim Psychiater bist und dort natürlich auch offen und ehrlich bist, hast du doch schon mal gute Voraussetzungen für deinen Weg geschaffen.
    Bitte besprich deinen Entzug mit deinem Arzt.

    Eigentlich würde ich gerne kontrolliert trinken, weil ich Bier gern mag, aber im Moment merke ich, dass das nicht funktioniert. Deshalb überlege ich, ganz auf Alkohol zu verzichten, um mir selbst und meiner Familie nicht zu schaden.

    Kontrolliertes trinken funktioniert für einen Alkoholiker nicht mehr. Das wird hier auch nicht thematisiert. Eben, weil es nicht funktioniert.
    Hier tauschen sich ja nur bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Jochen, willkommen bei uns.

    Bevor es hier weitergeht: Danke für deine Vorstellung. Wir befinden uns im Vorstellungsbereich und hier ist der Austausch erst nach einer Freischaltung vorgesehen.

    Hier bekommt niemand eine Absolution, aber auch niemand wird vom Alkoholiker‑Sein freigesprochen.

    Wenn du Alkoholiker bist, musst du das zuerst für dich selbst herausfinden. Denn in dieser SHG tauschen sich ausschließlich bekennende Alkoholiker aus, die sich auch so benennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben. Wenn das bei dir der Fall ist, bist du hier goldrichtig. Kontrolliertes Trinken ist hier ein absolutes No‑Go.

    Wenn du dich als Alkoholiker erkennst, dann ist der nächste Schritt dein Arzt,– Hausarzt oder Suchtarzt. Mit ihm klärst du, ob eine körperliche Entgiftung notwendig ist.

    Mal auf den Punkt gebracht .Also Wie sieht es bei dir aus?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja ich bin alkoholiker

    Ok ich habe folgendes Ziel. Nie wieder Alkohol.

    Gut, das ist geklärt. Der nächste Schritt ist dein Arzt. Erklär ihm einfach offen dein Trinkverhalten und welche Ängste dich begleiten. Das hören sie jeden Tag, und genau dafür sind sie da.

    Ob und in welcher Form eine Entgiftung bei dir notwendig ist, klärt ihr gemeinsam dort ehrlich, direkt und ohne großes Theater. Das reicht völlig.

    Lass uns wissen, wie das Gespräch ausgegangen ist, dann hast du hier alle Unterstützung der Welt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Gut, dass Du ärztlich so gut angebunden bist. Bei mir z. B. war der Hausarzt nicht so hilfreich, der Psychister umso mehr. Der hat dann meinen ambulanten Entzug ärztlich begleitet (Medi, Konzrollbesuch und -telefonate), konnte währenddessen sogar arbeiten.

    Und ja, mir hat das Bier auch die allerlängste Zeit geschmeckt. Aber in Wirklichkeit ging es nur um den Pegel ...

    Also: herzlich willkommen!

  • Hallo, also ich war beim Arzt. Es wurde Blut abgenommen und geredet. Am Dienstag habe ich den Besprechungstermin. Aber ich habe für mich jetzt schon entschieden das ich mich als Trockener Alkoholiker bezeichne. Das habe ich heute auch schon einer Person so mitgeteilt als es darum ging ob wir ein Bier trinken. Ich werde nie mehr Alkohol zu mir nehmen. Ich würde gerne ein Bier trinken, ich liebe Bier. Ich könnte auch nur eins trinken, aber sobald dann noch Stress dazukommt, geht das nicht. Deshalb nie wieder Alkohol.

  • Heißt das, Du machst einen kalten Entzug? Besser wäre es, die Besprechung mit dem Arzt abzuwarten, s. O.

    Und trocken wird ein Alkoholiker nach der jahrelangen Sauferei nicht so schnell, vielleicht nach 1-1,5 Jahren zufriedener Abstinenz und Auseinandersetzung mit der eigenen Sucht ...aber nicht durch bloßen Beschluss.

    Da gehört mehr dazu, z. B. nicht mehr mit Leuten abhângen, die mit Dir was trinken gehen wollen.

  • Ich habe Medikamente bekommen. Ich habe bis jetzt ja auch mal eine Woche nichts getrunken. Die Auseinandersetzung mit der Sucht werde ich beim Psychologen kommenden Mittwoch beginnen. Es ist eigentlich nicht mein Ziel, Arbeitsstelle, Freund und Familie auszutauschen. Muss so etwas sein? Bei jeder Familienfeier wird getrunken. Soll ich hier fern bleiben?

  • ich mich als Trockener Alkoholiker bezeichne.

    Der Begriff "Trockenheit" beinhaltet nicht nur nüchternheit.

    Ich würde gerne ein Bier trinken, ich liebe Bier.

    Denn das ist nicht der Satz eines zufrieden Trockenen.

    Jetzt bist du erstmal nüchtern. Wenn du dich nach außen jedoch als trockener Alkoholiker bezeichnest ist das schon ok. Dann verstehen die "Normalos" eher was gemeint ist und es hört sich besser an.

    Ich könnte auch nur eins trinken,

    Damit fütterst du dein Suchthirn und entfernst dich kilometerweit von "Trockenheit".

    Das klingt übrigens auch nach einem Satz des Suchthirns. "Komm, trink was. Du kannst es doch."

    Oh, ich sehe gerade, dass du ja noch rot bist. Dann ggfs. später mehr.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich habe Medikamente bekommen.

    Gut, dass du beim Arzt warst, jetzt kann es weitergehen. Klar, dass du dir viele Gedanken gemacht hast, aber es geht eben nur schrittweise. Der nächste Schritt wäre die Freischaltung für den offenen Bereich, damit du dich überall austauschen kannst.

    Dazu einfach unter dem Link kurz auf „Freischaltung bitten“ klicken, und der nächste verfügbare Moderator wird dich an die richtige Stelle verschieben.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nayouk24 27. März 2026 um 19:26

    Hat den Titel des Themas von „Bin ich Alkoholiker?“ zu „JochenA - Bin ich Alkoholiker?“ geändert.
  • Hallo und herzlich willkommen hier im Forum,

    du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, JochenA .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • schön das du nägel mit köpfen machst. schreib hier einfach auf was dich so umtreibt. wo es klemmt, wo was drückt. hier sind immer genug leute die eine hilfreiche idee haben wie du weiter kommst. schlimm wäre z.b. wenn du saufdruck bekommst und versuchst das alles mit dir selbst aus zu machen. der druck muß weg und da kannst du dir hier alles von der seele quatschen. das hilft ungemein. dafür sind wir hier.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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