Dalida - Ich will es schaffen!

  • Hallo Zusammen,

    ich bin weiblich,46 Jahre alt und ganz offensichtlich bin ich alkoholkrank. Ich bin jetzt seit 4 Wochen abstinent, war in der Suchtberatung, bin nun auf der Warteliste für eine ambulante Therapie und will das unbedingt schaffen! Ich will das für mein Leben, meine Gesundheit und mein Seelenheil!

    Meine Geschichte ist glaub ich recht typisch, früher immer beim feiern getrunken, eigentlich auch wirklich selten mal zuviel, irgendwann in der WG immer mehr mit den Freunden, dann irgendwann auch alleine. Immer Prosecco oder Wein. Dann war ich über 4 Jahre in einer sehr, sehr toxischen Beziehung, wo ich schleichend immer mehr gerunken habe, auch und viel allein. Nach der Trennung bin ich aufgeblüht wieder viel feiern gewesen, viele Menschen kennengelernt, der Begleiter war immer das Glas in der Hand.

    Nach 8 Jahren Singlezeit habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt und wir waren das perfekte Paar über 7 Jahre! War, weil er sich vor knapp 4 Wochen wegen dem Alkohol von mir getrennt hat. Das war auch der Auslöser den Wahnsinn, der mir immer wieder entgitten ist zu beenden. Seither habe ich mich fast rund um die Uhr mit dem Thema Alkoholismus und auch der CO abhängigkeit in Foren, Podcasts, usw. Beschäftigt und tue es weiterhin.

    Letztes Jahr kamen bei mir bei einer Blutunterauchung abnorme Leberwerte zu Tage und ich habe 2 Monate aufgehört. Das fiel mir gar nicht so schwer, dann waren die Werte wieder in Ordnung und ein Urlaub mit Freunden stand bevor, wo immer viel getrunkwn wird. Ich dachte bei mir, naja in Maßen kann ich ja wieder mittrinken, natürlich war das ein Fehler. Ich merke einfach nicht wann es zuviel wird, esse dann zu wenig und dann bin ich blau. In den 7,5 Jahren bin ich 3x kurz ohmächtig zusammengebrochen wegen dem Alkohol, mein Partner musste das miterleben. Zuletzt vor 5 Wochen, dabei habe ich mir die Schulter gebrochen....

    Trotzdem habe ich danach in Maßen weiter Wein getrunken, ich dachte, dann kann ich den Schmerz mehr betäuben und endlich auch mal ein paar Stunden schlafen. Das war zuviel für ihn. Er zeigte mir Fotos die er gemacht hat von meinen Weinverstecken im Kleiderschrank und er sagte er liebt mich, aber er kann und will nicht mehr, er kann mir nicht mehr vertrauen. Selten, aber es gab Gespräche über mein Alkoholproblem, leider hab ich jetzt erfahren wohl mehr mit Freunden als zwischen uns.

    Oder ich hab es nicht immer in Erinnerung, weil schon wieder zuviel Wein intus war, sagt er...

    Jetzt bin ich geläutert und verlassen. Ich bin todunglücklich, halte aber an der Abstinenz und meinem Willen fest. Würde er mir nur die Zeit geben um zu beweisen wie ernst es mir ist und wieder Vertrauen zu können, es wäre nochmal eine riesen Unterstützung, noch mehr Ansporn ( das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, ich mach es wie oben geschrieben für mich!)...

    Daher auch meine Bitte um Meinung von Co- Abhängigen, die das vielleicht zusammen mit ihrem alkoholkranken, einsichtigen und entschlossenen Partner geschafft haben...


    Aber natürlich freue ich mich insgesamt auf einen gewinnbringenden Austausch!

    Im Moment wissen es nur 2 enge Freunde von mir (das ernsthafte Alkproblem und die Trennung) Das wird noch ein hartes Brot für mich, mich der Familie zu öffnen. Davor habe ich Angst und ich schäme mich. Denn es ist vor Allem meine Schuld...

    Ich habe soziale Kontakte, Interessen usw vernachlässigt, wurde immer einsamer (Partner ist workaholic) und mein neuer Freund wurde immer mehr der Wein am Nachmittag /Abend.


    Es gibt sicher noch mehr zu schreiben freu mich aber erstmal auf eure Antworten!

    LG Dalida<3

  • Hallo Dalida,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Gut, dass du für dich den Absprung geschafft hast.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholikerin und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,

    danke für deine Zeilen. Ja, leider Gottes bin ich Alkoholikerin und ich wünsche mir nichts mehr als ein erfülltes, abstinentes Leben! Viel zuviel hat mich diese Droge gekostet, wahrscheinlich auch so einige Lebensjahre... die Erkenntnis war in mir schon sehr lange da. Nun wird es endlich Zeit und höchste Eisenbahn es auszusprechen. Noch ist die Scham sehr groß, aber das wird


    Liebe Grüße,


    Dalida

  • Die Akzeptanz, Alkoholiker zu sein, mit all seinen Konsequenzen, hat mir erst den Weg in eine stabile Abstinenz ermöglicht.

    Da du seit 4 Wochen abstinent bist, folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich. Dort findet der eigentliche Austausch mit Gleichgesinnten statt.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 6. April 2026 um 22:04

    Hat den Titel des Themas von „Ich will es schaffen!“ zu „Dalia - Ich will es schaffen!“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Dalida

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Kennst du schon die "Grundbausteine" und den "Notfallkoffer"? Falls nicht, wäre eine hilfreiche Abendlektüre;)

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Dalida.

    Ich bin Co. Deine Geschichte, deine Offenheit und dein dich auf den Weg machen berührt mich. Dafür wünsche ich dir viel Kraft.

    Und dass dein Partner für sich eine Trennlinie gezogen hat, dafür bekommt er meinen „Hut ab“… da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer dies ist/sein kann.

    Liebe Grüße, Simsalabim 🧙‍♀️

  • Hallo,


    so in etwa finde ich mich in deiner Geschichte wieder, weil ich selbst seit 4 Monaten da durchgehe.

    Man könnte jetzt sagen, lernen durch Schmerzen aber eines ist leider wahr: es gibt selten Wege zurück und noch weniger sind sie erfolgreich, wenn man es für andere macht, als für sich. Weil dann wird der ganze "Erfolg" immer von außen sein.

    Meiner Ex war es am Ende auch zu viel, nicht mehr tragbar. Ich war vorher öfters zur Beratung und sie sah mein Bemühen. Da war immer Hoffnung.

    Den Schlüssel habe ich jedoch erst mit psychologische Unterstützung gefunden. Und ja, ich gehe seit der Trennung durch die Hölle mit den größten innerlichen Konflikten die man sich vorstellen kann. Da waren die Momente des Trinkens ein Witz gegen, um diese Gefühle zu überdecken. Das krasse jedoch ist, dass ich gemerkt habe, dass mir der Alkohol nicht dabei hilft. Das eine innere Stabilität ihn um Welten schlagen kann. Das ermöglicht es mir auch in dieser kurzen Zeit von nur wenigen Monaten ohne Rückfall, Verlangen und "jetzt ist eh egal" damit umzugehen.

    Die Suchtberatung hilft bei der Abstinenz, die Nachsorge mit dem Umgang im Alltag und Lebensphasen.

    Die Psychologin nach dem Warum. Ich weiß, dass wird hier zum Teil kritisch gesehen, mir hat aber erst diese Person die Augen geöffnet und den Blick dahin verschoben, wo ICH mein inneres Gleichgewicht verloren habe. Und erst als ich das erkannt habe.. es war nicht sofort gerade gerückt.. war diese riesen Wolke auf einmal ganz klein. Was das aber ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Mir hat es jedenfalls geholfen.


    Wie sich das auf das restliche Leben auswirkt, sag ich dir kurz vor meinem Tod ;) entscheidend, und das ist das einzige was für MICH zählt, dass jeder Tag seitdem erfolgreich war. Nicht ein einziges Mal kam die Versuchung.

    Und ja, ich denke auch immer dran: wenn sie mich jetzt sehen könnte, mein wahres Ich, wie wir uns kennenlernten, dann sieht sie mich wieder anders. Alkohol hinteerlässt jedoch Spuren und wenn es einmal zu spät ist, dann wird das Vertrauen für immer kaputt sein. Es kann 1 Jahr gut gehen, 2 oder 10 aber der Druck wird auf beiden Seiten immer indirekt da sein. Der Vertrauensbruch wiegt schwerer als das Trinken an sich selbst.


    Ich wünsche dir jetzt aber erstmal ganz viel Kraft und auch wenn es nicht sofort ankommt:

    Du kommst nackig allein auf die Welt, du geht's auch allein wieder. Was dazwischen ist, kannst du entscheiden. Manches mehr und manches weniger. Aber lerne dich zu schätzen und wenigstens ein bisschen mehr zu lieben als einen anderen Menschen. Lass dir dein Leben nicht wegen einer Substanz kaputt machen. Du hast jeden Tag die unglaubliche Chance es zu ändern. Nicht nur heute oder morgen, jeden Tag in deinem Leben! Und das kannst nur allein du bestimmen. Das ist eine unglaubliche Macht, die dir keiner nehmen kann.

  • Marie04 7. April 2026 um 00:36

    Hat den Titel des Themas von „Dalia - Ich will es schaffen!“ zu „Dalida - Ich will es schaffen!“ geändert.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!