Steevie - Hallo, nun konnte ich nicht anders…

  • Danke liebe Gudi

    Ich bin aber auch noch am Anfang..
    und natürlich muss ich den erfahrenen Langzeit-Trockenen schon auch Recht geben, dass man jegliches Risiko aus dem Weg gehen sollte, welches zum Trinken verleitet!

    Ich hatte schon öfter eben Trinkpausen und gedacht: „Ach ich kann ja ohne Alkohol, jetzt kann ich mir schon mal wieder ein Getränk ‚gönnen‘.
    Das ist ein knallharter Selbstbetrug!
    Immer wieder bin ich dadurch in mein altes Muster zurückgefallen.
    Deshalb gilt für mich: kein Schluck Alkohol für den Rest meines Lebens!
    Das zu erkennen ist ganz wichtig für mich! Weil ohne diese Erkenntnis würde ich mir immer eine Tür offen lassen, und wohin das führt, weiß ich ja….

    Ob meine Disziplin zur Abstinenz meine Beziehung gefährdet, ist mir tatsächlich nicht mehr so wichtig!
    Denn Trinken würde auf jeden Fall die Beziehung kaputt machen!!!

    Zudem lese ich auch im Co-Bereich mit, um typisches Verhalten zu vermeiden…

    Dir wünsche ich alles gute für deinen Weg Gudi!

  • 45 Tage unter diesen Umständen ist schon ein Kampf, ein Durchhalten.

    Was das mit dir macht merkst du ja selbst.

    Wie lange hält man das aus,durch???

    Nun sind es 6 Wochen, es werden noch viele kommen.

    Ich habe mich für Das entschieden, auch wenn es meinen Weg schwerer macht, als er sein müsste.
    Aber noch mehr habe ich mich für meine Abstinenz entschieden! Und da kann keiner mehr dran rütteln!!!

    Das könnten meine Worte sein,vor langer Zeit.

    Die Sucht kann abwarten, Wochen, Monate und zum gegebenen Zeitpunkt, wenn du auf mehr als 180 bist,kommt sie hammer hart.

    Meiner Meinung nach ist das ein Tanz auf dem Vulkan, fragt sich nur wann er ausbricht und ob du noch draufstehst.

    Deine Entscheidung, dein Leben

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Es fühlt sich nicht wie ein Durchhalten an.
    Aber natürlich könnte es angenehmer ablaufen! Das ist klar!
    In den ersten 2 Wochen war es schon ein Kampf, aber das kannte ich ja schon…
    Mit den vergangenen Wochen hat sich der Gedanke immer mehr gefestigt, abstinent zu sein und zu bleiben!

    Es ist eine Lebensentscheidung geworden ,

    ohne: „Ich trinke jetzt erstmal nichts, irgendwann kann ich ja mal schauen wie es schmeckt“, „also komplett mein Leben lang verzichten will ich nicht“, usw….
    Solche Gedanken kommen nicht mehr!

    Meiner Meinung nach ist das ein Tanz auf dem Vulkan, fragt sich nur wann er ausbricht und ob du noch draufstehst.

    Eine interessante und nicht ganz unwahre Veranschaulichung !

  • Ich bin über Folgendes gestolpert, Steevie:

    Wo kommen denn deiner Meinung nach die starken Gefühle/Aggressionen her, die Du bis vor Kurzem mit Alk verdrängt hast und jetzt mit einem Anti-Stress-Ball und Rückzug in der eigenen Wohnung bewältigen möchtest?

    Du schreibst, du warst "innerlich" wütend auf ihn, und sein Flachmann auf dem Tisch tat dir "ehrlich gesagt" nicht gut. Heißt das, Du traust dich nicht, ihm klar und deutlich zu sagen, wenn und was Dich etwas stört?

    Dich stört, dass seine Mutter ihm Bierkisten mitbringt und Du weißt genau, wie viele Liter er täglich - außer dem Schnaps - in deiner Gegenwart trinkt. Ist das nicht auch Co?

    Und Du weißt ja selbst: Der Konsum und die Ausfallerscheinungen werden beim nassen Alkoholiker immer mehr werden. Ist das das Leben, das Du Dir für Dich wünschst?

    Ich nehme Dir absolut ab, dass Du es ernst meinst und unbedingt abstinent bleiben möchtest.

    Aber glaub mir: Das Suchthirn reibt sich schon die Hände, und für deinen Freund (und seine Mutter?) wäre es auch bequemer, wenn Du wieder mittrinkst.

    Was spricht gegen eine eigene Wohnung und Treffen nur ohne Alk?

  • Nachtrag: Hab gerade Deine Antwort an Gudi gelesen. Da schreibst Du sinngemäß: Trinken würde auf jeden Fall die Beziehung kaputt machen.

    Gilt das denn nur, wenn Du wieder trinken solltest - nicht für seinen Konsum?

  • Den Alk. täglich vor der Nase, dass wäre nichts für mich Meine Frau hat diese Woche 2 Flaschen teuren Alk. für runde Geburtstage der Kollegen im Büro besorgt. Standen in unserer Küche zur Übergabe Ende des Monats. Ich habe meine Frau gebeten die Flaschen doch bitte mit ins Büro zu nehmen, da mich die Anwesenheit triggert. Hat sie dann auch gemacht mit den Hinweis, dass ihr das so nicht bewusst war.

  • Liebe Rennschnecke !

    Ich glaube ich hatte schon immer starke Empfindungen von Gefühlen. Ich war als Kind / Jugendliche auch sehr sensibel, habe vieles persönlich genommen. Konnte aber in anderen Momenten ach sehr impulsiv sein, beleidigend usw.
    (Zum Verständnis: Ich war als Jugendliche 7 Wochen in stationärer Psychiatrischer Behandlung, wegen Selbstverletzung und Alkohokonsum, danach noch 1,5 Jahre in Verhaltenstherapie; war alles nicht hilfreich-hat eher zu mehr Problemen geführt)

    Aber das zu ergründen warum…, ob Familiendynamiken dahinterstecken oder sonstiges, würde mir glaub ich nicht weiterhelfen.

    Dadurch, dass ich jetzt erwachsener bin und endlich mit klarem Verstand wieder durchs Leben gehen werde, hoffe ich bzw. werde ich daran arbeiten meine Gefühle und Gedanken noch besser zu verstehen und lernen zu regulieren.

    Und ja, ich bin gerade selbst erschrocken, aber du sagst es irgendwie schon richtig damit, dass ich mich nicht richtig traue zu sagen wenn mich was stört!
    Das ist auch etwas, was ich ändern möchte! Weil nur so weiß ich, ob die erwartete Reaktion wirklich kommt oder nicht!

    Der Konsum und die Ausfallerscheinungen werden beim nassen Alkoholiker immer mehr werden. Ist das das Leben, das Du Dir für Dich wünschst?

    Das ist nicht das Leben, was ich mir wünsche!
    Und Co möchte ich auch nicht sein! (Aber das bin ich anscheinend dann doch!X/)

    Ich weiß noch nicht wie sich die Beziehung entwickeln wird…
    Wenn er über zukünftige Familienplanung spricht, ist das einfach seltsam! Wenn sich bei ihm/seiner Einstellung nichts ändert, geht das einfach nicht. Macht mich traurig.

    Ein Auszug wäre bei uns aber mit Trennung gleichzusetzen…wir wohnen nicht nur 12 Jahre zusammen… es gibt in den Jahren keinen Tag, wo wir uns nicht gesehen haben, geschweige denn eine Nacht getrennt waren…!
    Es ist kompliziert zu erklären.. da müsste schon einiges passieren, ..

    Und was das Suchthirn angeht: Ist es wirklich so, dass egal wieviel Disziplin oder Wille vorhanden ist, es zwangsläufig passiert, wieder zu trinken? (Ernstgemeinte Frage)

  • Gilt das denn nur, wenn Du wieder trinken solltest - nicht für seinen Konsum?

    bis jetzt tut er nichts was die Beziehung zerstört…

    Ich habe meine Frau gebeten die Flaschen doch bitte mit ins Büro zu nehmen, da mich die Anwesenheit triggert. Hat sie dann auch gemacht mit den Hinweis, dass ihr das so nicht bewusst war.

    Ich muss echt ehrlicher sein! Und für mich einstehen!

  • Ich glaube, mir ist das noch nicht ganz bewusst, was das wirklich für unsere Beziehung bedeuten kann und irgendwie hoffe ich natürlich auch immer noch, dass er es doch noch checkt…

    Im Moment konzentriere ich mich nur lieber darauf , jeden Tag nüchtern zu sein…

  • Das ist ja auch schon mal gut, Steevie, möchte Deine Bemühungen nicht kleinreden.

    Zu Deiner Frage: Starker Wille und Disziplin sind gut, aber leider keine Garantie. Können andere vielleicht noch besser erklären als ich gerade.

  • Zu deiner Erinnerung.

    Seit ca. 4 Jahren kämpfe ich schon mit meinem eigenen Konsum. Mit wechselnden Phasen von Abstinenz zwischen 3 Tagen und 2 Monaten und Phasen von unkontrolliertem Konsum. ( einmal angefangen, schwer wieder aufzuhören. )

    Wenn ich deine ganze Geschichte lese, die Trinkpausen, das schnelle Abrutschen, die Albträume, das nasse Umfeld und die tägliche Konfrontation, frage ich mich ganz "trocken";)

    Was ist diesmal tatsächlich anders als vorher? Ein Hebel im Kopf umgelegt? Mehr Motivation? Der feste Vorsatz, besser auf dich aufzupassen? Absichtserklärungen? Auf Zeit spielen?

    Das kann sich alles richtig und wichtig anfühlen. Nur wird ein nasses Umfeld nicht trockener, weil ich meine Gefühle dazu erklären kann. Es bleibt ein nasses Umfeld. Und Motivation funktioniert bei Sucht für mich genau so lange, bis die Sucht die Motivation wieder eingeholt hat.

    Sucht interessiert sich nicht dafür, welche Kindheit ich hatte, wie meine Beziehung läuft oder wie fest ich mir etwas vorgenommen habe. Sie spielt auf Zeit. Sie wartet auf den Moment, an dem ich müde bin, überlastet oder wieder glaube, ich hätte es jetzt im Griff.

    Deshalb wäre für mich nicht entscheidend, was sich diesmal anders anfühlt. Sondern: Was ist diesmal konkret anders?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Dafür Respekt?


    Ich respektiere meinen Mann weil er achtsam mit seiner Trockenheit ist, er ist kompromisslos, was das angeht. Er nimmt seine Suchterkrankung ernst. Das verdient in meinen Augen Respekt. Nicht andersrum.

    Liebe Grüße Aurora

    Ich habe Steevie meinen Respekt für ihr Durchhaltevermögen bis jetzt aussprechen wollen.

    Sie hat leider nicht das Glück einen gesunden Partner an ihrer Seite zu haben, der mit ihr an einem Strang zieht und (bei allem was ich mir bis jetzt so durchgelesen habe) leidet auch darunter.

    Es ist in meinen Augen völlig legitim, jemandem Mut zu zusprechen und ein paar freundliche Worte an ihn zu richten.

    LG Gudi

  • Ich habe Steevie meinen Respekt für ihr Durchhaltevermögen bis jetzt aussprechen wollen.

    Natürlich ist es nie verkehrt, jemandem Mut zu machen oder Respekt auszusprechen. Entscheidend ist nur, wofür.

    Durchhaltevermögen in einem nassen Umfeld, in dem der Partner täglich säuft und Alkohol ständig präsent ist, ist kein guter Ansatz. Genau dort greift die Sucht an. Sie interessiert sich nicht dafür, wie motiviert, willensstark oder tapfer jemand gerade ist.

    Wenn Durchhalten funktionieren würde, wären viele von uns vermutlich nie Alkoholiker geworden. Durchhalten, kontrollieren, weniger trinken, Pausen machen, sich zusammenreißen. Das haben genug versucht.

    Trocken werden ist etwas anderes. Da wird nicht ausgehalten, sondern etwas verändert.

    Ein nasses Umfeld auszuhalten ist für mich wie ein Bungeesprung mit einem Seil, das für die Belastung nicht ausgelegt ist. Man kann noch so viel Mut haben und stolz darauf sein, dass es bisher gehalten hat. Das macht das Seil nicht sicherer.

    Und bei Sucht kann ein einziger Rückfall verdammt teuer werden. Es gibt keine Garantie, dass ich danach einfach wieder aufstehe, mich kurz schüttele und erneut trocken werde. Der nächste Rückfall kann der sein, aus dem ich nicht mehr herauskomme.

    Deshalb sehe ich das Durchhalten in einem nassen Umfeld nicht als besondere Stärke, die man bestätigen sollte. Nicht weil Mut, Zuspruch oder Anerkennung falsch wären, sondern weil die Sucht daraus keinen Sicherheitsfaktor macht.

    Ein nasses Umfeld bleibt ein nasses Umfeld. Und es wird nicht trockener, nur weil man besonders tapfer darin steht.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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