jen1234 - Ehemann Probleme mit Alkohol

  • Auch wenn es schwer zu verstehen ist. Ein Co‑Abhängiger kann den Alkoholiker nicht trockenlegen. Nicht motivieren, nicht retten, nicht "helfen wollen"

    Das ist eine Never‑Ending‑Story.

    Ich habe ihm vorgeschlagen sich Hilfe bzw ein Gespräch durch eine Beratungsstelle zu vereinbaren aber dies wollte er auf gar keinen Fall.

    Was willst du denn noch wissen, was du nicht längst weißt? Er weiß doch, ob er ein Problem hat oder eben nicht. Oder brauchst du eine Bestätigung von außen, dass er ein Problem hat?

    Willst du ihm die Augen öffnen? Ihm irgendwas überstülpen, nur weil ein Berater etwas gesagt hat? Neue Karten in die Hand drücken, damit er endlich "einsieht", was du schon seit Monaten siehst?

    Ein Alkoholiker ist nicht bescheuert. Der weiß ganz genau über sein Trinkverhalten Bescheid oft besser als das Umfeld. Wenn er nicht will, bringt jedes Reden nichts.

    Nicht du, nicht die Familie, nicht das Umfeld entscheidet den Zeitpunkt. Wenn er irgendwann bereit ist, es zu sehen, dann holt er sich Hilfe.

    Alles andere ist Zeitverschwendung.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Jen,

    ich kann mich Hartmut nur anschließen, du hast genug unternommen und er hat nicht vor aufzuhören. Bis ich das einsehen konnte war es ein langer Weg.
    Wenn du meinst, eine Beratungsstelle könnte dir helfen, dann geh hin, die beraten auch Angehörige, tue es für dich. Ihm kannst du nicht helfen.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,

    Ich habe mir einen Termin ausgemacht bei einem suchtberater um seine Meinung zuhören um gegebenenfalls dort Hilfe zubekommen oder Erkenntnis.

    Hat jemand Erfahrung damit ? Sind diese Gespräche sinnvoll ?

    Ich bin Alkoholikerin und gehe zur Suchtberatung. Habe einen sehr erfahrenen Berater. Es ist mehr Therapie als Beratung, ich geh da regelmäßig hin. Und dort wird sich auch um Angehörige gekümmert.

    Wie Hartmut schrieb: dort wird Dir nicht gesagt werden, wie Du ihn trockenlegen kannst. Aber vielleicht kann Dir dort gesagt werden, was Du für Dich tun kannst. Im Prinzip wird es das sein, was Dir hier in Deinem anderen Thread schon gesagt wurde.

    Vielleicht tut Dir das Reden gut. Das kannst Du nur wissen wenn Du es ausprobierst. Und wenn der Termin nicht gut läuft, dann hast Du es versucht.

    Liebe Grüße,

    Lila

    ☯ 𝒞𝒶𝓇𝓅𝑒 𝒹𝒾𝑒𝓂. 𝒞𝒶𝓇𝓅𝑒 𝓃𝑜𝒸𝓉𝑒𝓂. 𝒞𝒶𝓇𝓅𝑒 𝑜𝓂𝓃𝒾𝒶. ☯

  • Ja ich habe das Problem erkannt.

    Allerdings ist es schwierig zu akzeptieren, dass eine sucht soviel Einfluss auf ein Leben hat , es alles zerstören kann .

    Ich habe obwohl ich weiß immer noch Selbstzweifel, dass ich vielleicht übertreibe aber insgeheim weiß ich , dass es nicht richtig ist wie es abläuft.

    Ich sage ja wenn er nicht trinken kann ist er gereizt aber auch wenn er es tut ist er nach ein paar Tagen auch total ausgelaugt und wieder unzufrieden vielleicht auch depressiv ich weiß es nicht.

    Was ich mir erhoffe , weiß ich selbst nicht .

    Ich würde ihn gerne zu Erkenntnis bringen , dass er dabei alles zu verlieren .

    Er einsieht , dass es ihn ohne viel besser gehen würde er endlich Kraft hat seinen Kindern und sich selbst gerecht zu werden aber ja es stimmt ich kann es nicht erzwingen und ändern kann ein Suchttherapeut es auch nicht aber trennen will ich mich eigentlich auch nicht da er ja auch total liebevoll sein kann und.

    Ich erhoffe mir von diesem Gespräch vielleicht eine Erkenntnis wie es weitergehen kann .

    Ganz schwierig und traurig.

    Wenn ich wüsste er könnte kontrolliert trinken wäre es ja ok aber das könnte er in all den Jahren leider nicht also wird es dieses mal wahrscheinlich auch nicht klappen.

  • Alkoholiker können nicht kontrolliert trinken. Punkt. Aber schau lieber auf dich als auf ihn- das ist grässlich ungewohnt für jemanden, der permanent auf Acht ist, wie ER heute drauf ist, ob ER getrunken hat oder nicht.

    Das ist wie ein Sog- alles dreht sich um den Süchtigen. Er versteht das am wenigsten und reagiert genervt, dich macht es gleichzeitig fertig.

    Vielleicht kann eine gute Suchtberaterin dir dabei helfen, dich selbst wieder in den Focus zu nehmen und dir ein gutes Leben zu ermöglichen- darum geht es.

  • Ja ich denke , dass ihr Recht habt und ich mich nicht zuviel auf seinem Konsum konzentrieren sollte denn ich habe wirklich keinen Einfluss auf sein Handeln , dies muss ich wohl oder übel akzeptieren.

    Die Frage ist aber ob ich bereit bin damit zu leben ? Sehr schwierig.

    Ich werde mir diese Gespräch anhören und ja vielleicht tut es mir persönlich gut .

    Ich habe in den letzten Jahren wirklich meine ganze Kraft in diesem Kreislauf gesetzt .

    Ich werde jetzt wirklich mich auf meine Kinder und mich konzentrieren und dann wird sich hoffentlich zeigen , wie es sich alles entwickelt.

    Vielen Dank für eure Antworten.

    I

  • Hallo jen!

    Ich habe deine Themen zusammengefügt damit es übersichtlich bleibt. Bitte hier weiterschreiben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Liebe Jen, ich war vor VIELEN Jahren auch bei der Suchtberatung, total verzweifelt u aufgelöst u wollte einfach nur das Strickmuster haben, welches ich anwenden kann, wie ich mich verhalten muss, damit mein Mann nicht mehr trinkt/säuft.

    Da haben sie mir gesagt, das hätten sie nicht. Ich war fassungslos u ratlos. Und dachte, na wenn schon die Fachleute das nicht wissen ? Ich war völlig lost. Hab meine Ärmel hochgekrempelt, in die Hände gespuckt, mich weiter angestrengt, bis zum nächsten großen StressStreit mit meinem Mann u mit meinen Chaosgefühlen u meiner Verzweiflung. Bis ichwieder am Ende meiner Kräfte u mit meinem Latein war.

    Dann bin ich nochmal zur Suchtberatung. Was ich wollte. ICH benötige Hilfe. Sie haben mir dann 5 Gesprächstermine angeboten. Dann mein erstes 50 Minuten Gespräch. Die Beraterin saß mir ganz ruhig gegenüber und es sprudelte alles aus mir raus. Sie hat mir einfach ganz aufmerksam zugehört.
    So ging das dann auch die nächsten 4 Termine. Ich hab die Beraterin mit all meiner Not zugeschüttet. Sie saß und hat zugehört. Nach der 5. Stunde hatte sie mich gefragt, wie es mir jetzt gehen würde. Ich sagte, besser, aber ich könnte grad wieder von vorne anfangen u losschwätzen, losschimpfen, mich auskotzen so voll war ich mit meinem mich belastenden Zeug. Und da habe ich gemerkt, mmmh, was nun ? Dann hat SIE mir gesagt, ja, das ist jetzt der Punkt, wo ich mich für Therapie oder alleine weiterwurschteln entscheiden könnte.

    Ich habe mich dann für Therapie entschieden. Und das waren dann meine 1. Schritte hin zu mir. Ich hatte mich sowas von verloren, vor lauter nach ihm gucken u mich in Sorge um ihn zu verzehren.
    So begann meine Reise zu mir.

    Und ich bin immer noch unterwegs. Auch nach vielen Jahren.

    Liebe Grüße Simsalabim 🧙‍♀️🚴🏿‍♀️🧹

  • Die Frage ist aber ob ich bereit bin damit zu leben ? Sehr schwierig.

    Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Ich bin damals dahingegangen und wusste eigentlich schon vorher, dass es nur zwei mögliche Wege gibt, entweder er wird trocken oder ich trenne mich. Für mich war diese Beratung wichtig, weil ich jemanden hatte, der mir zuhört und mir gesagt hat, dass meine Wahrnehmung nicht falsch ist. Und hätte ich nicht jemanden gehabt, zu dem ich regelmäßig hingehe - wie so eine Art höhere Instanz, dann hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Karussellrunden gedreht.

  • Hallo Jen,

    ob Du bereit bist, damit zu leben, ist eine Sache - aber es betrifft eben auch Deine Kinder - und es wird beim jetzigen Zustand nicht bleiben, da die Sucht immer mehr will.

    Ja da hast du Recht .

    Er liebt seine Kinder aber kann ihnen so nicht gerecht werden .

    Aktuell wird es nicht mehr , weil ich es ja irgendwie steuer bzw stop wenn es zuviel wird aber so soll es ja nicht sein , dies ist auch total anstrengend und frustrierend.

    Ich habe mir mein Zeitlimit gesetzt und bin mir auch zu 100 💯 Prozent sicher , wenn es so bleibt das wir gehen .

    Es

  • Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Ich bin damals dahingegangen und wusste eigentlich schon vorher, dass es nur zwei mögliche Wege gibt, entweder er wird trocken oder ich trenne mich. Für mich war diese Beratung wichtig, weil ich jemanden hatte, der mir zuhört und mir gesagt hat, dass meine Wahrnehmung nicht falsch ist. Und hätte ich nicht jemanden gehabt, zu dem ich regelmäßig hingehe - wie so eine Art höhere Instanz, dann hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Karussellrunden gedreht.

  • Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Ich bin damals dahingegangen und wusste eigentlich schon vorher, dass es nur zwei mögliche Wege gibt, entweder er wird trocken oder ich trenne mich. Für mich war diese Beratung wichtig, weil ich jemanden hatte, der mir zuhört und mir gesagt hat, dass meine Wahrnehmung nicht falsch ist. Und hätte ich nicht jemanden gehabt, zu dem ich regelmäßig hingehe - wie so eine Art höhere Instanz, dann hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Karussellrund

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