Kicky - Vorstellung: Mann trinkt

  • Hallo,


    ich lese schon lange mit und nun habe ich mich angemeldet. Mein Mann trinkt. Er hat eigentlich noch alles im Griff, tagsüber ist alles gut - bis zum Feierabend. Ich würde schätzen, dass er 5x die Woche jeweils 8/9/10 Bier trinkt. Er kann nicht aufhören bis er ziemlich gut betrunken ist. Er hat schon immer viel getrunken- aber im letzten Jahr wurde es immer noch öfter und noch mehr. Wir haben zwei Kinder - die am Wochenende zum ersten Mal einen total Ausfall miterleben mussten. Er hat mich böse beschimpft, er wollte mich rauswerfen und hat Dinge gesagt die ich nicht wiederholen mag. Vor allem hat er dauernd gesagt - ich soll aufhören zu schreien… ich habe kein bisschen geschrien… nur er … Alles vor den Kindern. Ich will mich austauschen - wie soll das weitergehen… Ich möchte meine Kinder schützen aber will / soll ich wirklich alles hinwerfen. Und wenn ja - wie? Wo fängt man an, wie klappt es finanziell und was ist wenn die Kinder beim Vater sind. Ich hab ja keine ruhige Minute wenn die Kids ein Wochenende bei ihm alleine wären. Es ist schon viel vorgefallen… vom Polizeieinsatz, Treppensturz usw. Aber wie gesagt tagsüber ist alles gut, er macht viel mit den Kindern, treibt sehr viel Sport - kein Ausstehender würde das vermuten… er ist eigentlich so ein toller Papa… er hat auch selten einen „Kater“ … übertreib ich vielleicht doch? Ich könnte noch ewig weiterschreiben weil es soviel dazu zu sagen gibt. Reden mag er mit mir nicht - ich übertreibe und nerve … deswegen braucht er auch Bier …

  • Wir haben zwei Kinder - die am Wochenende zum ersten Mal einen total Ausfall miterleben mussten. Er hat mich böse beschimpft, er wollte mich rauswerfen und hat Dinge gesagt die ich nicht wiederholen mag. Vor allem hat er dauernd gesagt - ich soll aufhören zu schreien… ich habe kein bisschen geschrien… nur er … Alles vor den Kindern.

    Du übertreibst überhaupt nicht!

  • Hallo Kicky,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Du übertreibst nicht und du bist es ganz bestimmt nicht schuld daß er trinkt! Es hat nichts mit dir als Person zu tun, es ist seine Sucht die ihn so handeln lässt.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Aurora 16. Juni 2026 um 13:19

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung: Mann trinkt“ zu „Kicky - Vorstellung: Mann trinkt“ geändert.
  • Hallo Kicky, herzlich willkommen,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, erkennbar an den roten Nicknamen.

    Du schreibst

    übertreib ich vielleicht doch?

    Und:

    Es ist schon viel vorgefallen… vom Polizeieinsatz, Treppensturz usw.

    Also wenn sowas schon vorgefallen ist, glaube ich nicht, dass du übertreibst.

    Mein Exmann hat mir auch immer alles Mögliche eingeredet. Er hat geleugnet dass er betrunken wäre obwohl er schon nicht mehr gerade stehen konnte. Und oft genug kam der Vorwurf ich wäre Schuld, dass er trinken müsste. Weil ich eine so schlimme Frau wäre.

    Das hat mich sehr verunsichert und ich hab meinen Wahrnehmungen nicht mehr vertraut.

    Jetzt steht erstmal alles wie ein Berg vor dir. Der Entschluss, dich hier anzumelden, war sehr gut. Denn hier kannst du dich austauschen und sortieren. Und sehen, dass du nicht die Einzige bist, in solcher Situation. Und dass es Frauen gibt, die es geschafft haben, auszusteigen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Kicky,

    willkommen im Forum.

    Wo fängt man an, wie klappt es finanziell und was ist wenn die Kinder beim Vater sind. Ich hab ja keine ruhige Minute wenn die Kids ein Wochenende bei ihm alleine wären. Es ist schon viel vorgefallen… vom Polizeieinsatz, Treppensturz usw. Aber wie gesagt tagsüber ist alles gut, er macht viel mit den Kindern, treibt sehr viel Sport - kein Ausstehender würde das vermuten… er ist eigentlich so ein toller Papa… er hat auch selten einen „Kater“ … übertreib ich vielleicht doch? Ich könnte noch ewig weiterschreiben weil es soviel dazu zu sagen gibt. Reden mag er mit mir nicht - ich übertreibe und nerve … deswegen braucht er auch Bier …

    Diese Gedanken kenne ich so gut. Mein Ex-Mann stand auch nach Wein riechend vor mir und hat behauptet nichts getrunken zu haben. Und er wirkte nach außenhin auch so toll, hat im Sportverein Kinder trainiert, ist anfangs auch noch viel gelaufen (Marathon). Was den Kater angeht, wenn man den bei der Menge Bier, die du oben schilderst nicht hat, wundert mich das sehr (sofern man nur gelegentlich trinkt). Das ist ja einfach einfach eine Gewöhnungssache. Lass dir nicht einreden, dass was mit deiner Wahrnehmung nicht stimmt.

    Hast du dich denn jemandem anvertraut? Familie oder Freunden? Oder warst mal bei der Suchtberatung für Angehörige?

  • Danke für die Aufnahme und Danke für die Worte. Ihr sprecht mir jetzt schon aus der Seele…

    Nein, ich habe mich keinem anvertraut. Ich schäme mich zu sehr dafür. Ich war auch bei keiner Suchtberatung - hab mich aber damit auseinandergesetzt. Die Termine sind immer am Abend… was soll ich zu meinem Mann sagen wo ich hingehe? Er hätte kein Verständnis dafür. Und die Kinder lasse ich auch ungern alleine bei ihm. Ich weiß, es gibt online Beratungen oder telefonisch… Aber irgendwie hat es mich etwas überfordert … und vielleicht trau ich mich auch einfach nicht.

    Wie gehe ich denn vor? Wohin wende ich mich? Und woher weiß ich ob ich das wirklich machen soll ?

  • Also erstmal ist er kein toller Papa, weil ihm Alkohol wichtiger ist als seine Familie.

    Er macht die Familie kaputt, weil er trinkt. Und das ist ganz alleine seine Verantwortung. Egal, was du machst/ nicht machst, sagst oder nicht sagst. Er wird immer einen Grund finden zu trinken, weil er trinken muss, das ist die Sucht. Er hat das Recht zu saufen, wenn er will, da kannst du gar nichts gegen machen. Aber du hast die Verantwortung für dich und die Kinder. Die Kinder sind der Situation ausgeliefert, deswegen ist es deine Verantwortung, die Kinder zu schützen.

    Ich würde an deiner Stelle noch mal bei der Suchtberatung nachfragen. Vielleicht gibt es ja doch Termine vormittags? Eigentlich arbeiten die Leute da doch tagsüber. Ich war damals da und hatte Einzelgespräche vormittags. Es hat so gut getan, sich mal alles von der Seele zu reden. Und jemanden zu haben, der zuhört und der schon häufiger solche Geschichten gehört hat.

    Und mir hat es sehr geholfen, hier viel im Forum zu lesen. Bei den Angehörigen, aber auch bei den EKAs, also "ehemalige Kinder von Alkolikern" (heißt das, glaub ich). Um zu verstehen, was da passiert. Und zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Und vor allem zu lesen, dass die Situation nicht mehr besser wird, sondern nur noch schlimmer.

    Mit der Zeit braucht der Alkoholiker immer mehr SToff, weil er eine höhere Toleranz entwickelt. Alkohol ist ein Nervengift und verändert die PErsönlichkeit und das Wesen der Menschen. Und das in der Regel nicht zum Positiven.

    Es ist schon mal gut, dass du dieses Forum hier gefunden hast. Es wird dir sicher helfen, hier zu lesen. Und dann siehst du hoffentlich klarer und dann kommen die ersten Schritte hoffentlich von alleine.

  • Also, was die Suchtberatung, z.B. von der Caritas, angeht, kenne ich das so, dass es ganztägig Termine gibt. Anders wundert mich das eher. Hast du vielleicht nach Selbsthilfegruppen geschaut?

    Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Da war endlich jemand, der mir zugehört hat. Und ich habe mich einer guten Freundin anvertraut, die schon eine Trennung hinter sich hatte und nicht versucht hat, mir mein Familienleben schön zu reden. Das war ganz wichtig, weil sie mir Mut gemacht hat. Es gab eine andere Freundin, die ich damit getriggert habe, weil sie selbst in der gleichen Situation war und schon eine schwere Depression hatte. Sie hat nach der Trennung jeglichen Kontakt zu mir abgebrochen und ist bis heute noch in der Beziehung.

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