lenvan - Angehörige von Alkoholiker

  • Wenn mich meine Nachbarn anreden, will ich nicht in Tränen ausbrechen. Ich sage dann so Sätze wie, ihr müsst das mit ihm selbst ausmachen, oder gebt ihm nichts zu trinken.Aber das klingt so egoistisch. Eigentlich möchte ich sagen ich habe alles probiert aber er hört nicht auf mich. Das schaffe ich wiederum nicht

  • Wenn mich meine Nachbarn anreden, will ich nicht in Tränen ausbrechen. Ich sage dann so Sätze wie, ihr müsst das mit ihm selbst ausmachen, oder gebt ihm nichts zu trinken.Aber das klingt so egoistisch. Eigentlich möchte ich sagen ich habe alles probiert aber er hört nicht auf mich. Das schaffe ich wiederum nicht

    Liebe Lenvan. Du musst/darfst/brauchst auch gar nix zu sagen. Schau einfach wie es für DICH am besten passt. Du darfst sehr wohl egoistisch sein. Eine gute Portion Egoismus hilft, einen erforderlichen Schutzwall aufzubauen um alles und jedem, was dir unnötig Energie raubt besser von dir fernzuhalten.
    Ganz liebe Grüße, 🧙‍♀️🧹🚴🏿‍♀️

  • Was Du sagst, ist doch genau richtig.

    Wieso möchtest Du Dich stattdessen lieber rechtfertigen? Brauchst Du nicht und interessiert Tratschwillige sowieso nicht.

    Noch mal: Ist das Gerede der Leute wirklich Dein Hauptproblem?

    Was sagen denn Deine Kinder zum Leben in einem Haus mit Deinem Vater, wie geht es ihnen? Sprecht Ihr über die Krankheit?

  • Was mich gerade beschäftigt. Was ist wenn ich ausziehe und nicht glücklich bin. Ich war jetzt eine Nacht alleine Urlaub mit Freundinnen und ich konnte nur an zu Hause denken. Was ist ich ziehe aus und denke nur an zu Hause. Dann habe ich einen Berg Schulden sonst nichts

  • Gestern fragte mich jemand was den so schlimm sei,mit einem Alkoholiker zusammen zu leben. Wenn ich darüber nachdenke denke ich es ist doch nur das ich mich schäme.Ich fühle mich schlecht,kann doch nicht sein,ist nur schäme . Es ist doch nicht so schlimm. Ich schäme mich und bin traurig und wütend weil ich nie eine normale Unterhaltung mit meinem Vater führen kann

  • Hallo lenvan,

    ich hab die letzten 3 Beiträge aus dem " Fragen an Alkoholiker" Thread in dein eigenes Thema verschoben. Es gehört in deinen eigenen Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Gestern fragte mich jemand was den so schlimm sei,mit einem Alkoholiker zusammen zu leben. Wenn ich darüber nachdenke denke ich es ist doch nur das ich mich schäme.

    Wirklich?!? Ist es nicht auch schrecklich für dich und deine Kinder nicht gesehen und gehört zu werden? Lies doch nochmal von Anfang an, wieviel Sch… du schon allein wegmachen musstest.


    Und schau Dir mal Ratgeber zu „toxischer Schuld und Scham“ an. Mir hat das sehr geholfen.

  • Was mich gerade beschäftigt. Was ist wenn ich ausziehe und nicht glücklich bin. Ich war jetzt eine Nacht alleine Urlaub mit Freundinnen und ich konnte nur an zu Hause denken. Was ist ich ziehe aus und denke nur an zu Hause. Dann habe ich einen Berg Schulden sonst nichts

    Hallo Lenvan,

    vielleicht solltest du mit solchen Gefühlen einfach rechnen und sie dann zulassen und nicht bekämpfen. Dein Nervensystem hat viel ausgehalten und sich an die Situation bei dir zu Hause über eine längere Zeit angepasst. Es müssen sich erst neue Erfahrungen und Muster in dir bilden, damit Sicherheit in dir entstehen kann. Unser Gehirn ist aber klasse und baut mit der Zeit einfach neue Verknüpfungen. Es kann sein, dass du erstmal zur Ruhe kommst und dann eine Leere verspürst, wenn dein ganzes Wesen und deine Gedanken nicht mehr um den Suchtkranken kreist. Sowas kann Monate dauern, aber es wird sich vieles regenerieren. Ich bin jetzt 3 Monate getrennt und sooooooooo langsam wird es bei mir im Kopf ruhiger und ich kann wieder mehr nach vorne sehen und Sicherheit in mir finden. Vielleicht sollte dein Ziel erst nicht "glücklicher" sein. Sondern all die Gefühle hochkommen zu lassen und zu fühlen, die evtl. da sein werden. Wut, Angst, Trauer, Einsamkeit, Unruhe, Zuversicht, Hoffnung etc.

    Deine Kinder werden dich auch sehr brauchen. Du solltest gut auf dich aufpassen und dir jede Hilfe holen, die möglich ist.

    Vielleicht gibt es CoDa (Co Abhängige) Gruppen bei dir in der Nähe. Die sind ähnlich aufgebaut wie bei den AA und sind anonym. Ich teste so eine Gruppe nächste Woche Mittwoch. Mir tut es oft gut, mit "echten" Menschen Gesicht zu Gesicht zu sprechen und Gemeinschaft zu fühlen.

  • Okay, danke.

    Ich habe es heute wieder probiert mit meinem Vater zu reden, und wieder habe ich nichts rausgebracht. Der Druck ich muss was sagen bezüglich seines Alkoholkonsums ist riesig groß in mir.Ich weiß das es vermutlich nichts ändert,aber für mich ist es wichtig zu wissen, das ich alles getan habe

  • Hast Du nicht schon viel zu viel getan und vor allem ausgehalten, lenvan?

    Das kann ja noch eine ganze Weile so weitergehen, ggf. Jahre, wenn er noch über eine Kreuzfahrt nachdenken kann - und in dieser Atmosphäre werden Deine Kinder groß...

    Hattest Du nicht am Dienstag ein Kennenlerngespräch betr. Therapie? Wie war es für Dich, wirst Du da weiter hingehen?

  • Liebe Lenvan. Ich hatte einen Bruder, der mit ca 15 Jahren zum Alkoholiker wurde, da war ich 12. ich hatte einen Onkel, der war im Dauerrausch mit viel Glück unterwegs.
    Ich konnte weder mit meinem Bruder noch mit meinem Onkel ernsthaft reden. Trocken/nüchtern und nass beißt sich. So meine Erfahrung. Mit meinem Mann kann ich über die alte/oder aktuelle Alksituation auch nicht reden. Er schweigt.


    Liebe Lenvan, dass du kein Wort rausbringst im Kontakt zu deinem Vater ? Vielleicht hast du bereits alles gesagt.
    Ich wünsche dir, dass du auch in deinem Umfeld ein offenes Ohr für deine Not findest. Und ja. Mit einem Alkoholiker zusammenzuleben ist für alle Beteiligten ganz individuell eine deftige Herausforderung und jeder geht damit auch anders um.

    Ich wünsche dir eine kleine geschützte Insel in deinem Alltag, wo du deinen Akku wieder aufladen kannst.

    Liebe Grüße, Simsalabim. 🧙‍♀️🧹🚴🏿‍♀️

  • Na, das wird ja nicht das Einzige gewesen sein, was sie gesagt hat.

    Aber grundsätzlich wäre es sicher hilfreich, wenn du mehr versuchst, dich um dich selbst zu kümmen und dich auf dein eigenes Leben zu konzentrieren.

    Was hast du denn schon alles ausprobiert in deinem Leben?

    Und was machen deine Kinder in ihrer Freizeit?

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