Yve2006 - Ich stelle mich vor

  • Hallo ich bin seit fünf Jahren mit einem Alkoholiker verheiratet und seit sechs Jahren sind wir ein Paar. Ich habe meinen Mann nach der Trennung von meinem ersten Mann kennengelernt und mich schlagartig in ihn verliebt. Sein Alkoholverhalten kam mir viel vor doch ich wollte es am Anfang einfach nicht wahrhaben. Die rosarote Brille war einfach viel zu dick. Nach sechs Monaten sind wir dann zusammen gezogen in eine gemeinsame Wohnung. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann öfter versteckte Bierdosen gefunden und auch Bierkäste, wo die Flaschen leer waren und er die Deckl draufgesteckt hatte. Trotz dieser Erkenntnis habe ich ihn geheiratet. Wie verliebt kann man bitte sein. Dann mussten wir umziehen und auch da ging das verstecken von Bierdosen im Keller in gelben Säcken weiter. Ich konnte irdendwann überhaupt keine Gäste mehr einladen, weil er immer betrunken war. Mein Sohn aus erster Ehe ist dann nach einem Jahr dann ausgezogen und hat den Kontakt abgebrochen. Da er dann Unterhalt von mir gefordert hat musste ich mir am Wochenenende einen Nebenjob suchen. Von da an wurde es noch schlimmer. Er war fortan jeden Samstag betrunken. Letztes Jahr im Sommer bin ich dann ausgezogen, weil ich es einfache seelisch mit den ständigen Streitereien nicht mehr ausgehalten habe. Er ging dann zu den AA Treffen ganze zweimal ..bis heute dann nicht mehr. Ausreden sind unterwegs. Er musste auch aus der ehelichen Wohnung ausziehen ... 104 km entfernt von mir. Auch haben wir seit der räumlichen Trennung kaum Wochenenden komplett zusammen verbracht. Immer sagt er er braucht Zeit für sich und kann nicht Männchen machen. Emotional ist er kalt und distanziert und manchmal am Telefon erscheint es mir, das er lallt. Er behandelt mich wie eine Randfigur in seinem Leben und unsere Beziehung bezieht sich nur noch auf Sex ohne Zärtlichkeit. Nach dem letzten Telefonstreit habe ich mich getrennt. Seitdem schreibt er mir über Whats App solche Dinge wie ich würde ihn wegwerden... ohne mich schafft er es nicht .... bleibt nur noch tot. Das macht mich fertig. Habe ihn nun stumm gestellt. Ich habe Angst das er sich was antut. Auch bin ich oder war ich vollends Co Abhängig. Einen Termin bei einem Pyschlogen habe ich bereits vereinbart und eine Selbsthilfegruppe wird danach unterwegs sein. Ich bin so unendlich traurig dass ich nicht helfen kann und diesen Weg gehen muss. Es kostet mich wircklich viel Kraft ihn zu ignorieren und dagegen nicht einzubrechen. Es ist wirklich schlimm sein Leid mitanzusehen. Auch hat er mich i n der Zeit von unserer Beziehung systematisch von allen Freunden und Bekannten distanziert. Viele sind nun wieder zurück doch manche sind für immer verloren. Ich bin so unendlich müde von dem ganzen Geschreibe und dem Betteln um Schuldübernahme. Ich kann nicht mehr. Vieleicht könnt ihr mir Tips geben. Vielen Dank.

    Liebe Grüße

  • Hallo Yve ,

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Seitdem schreibt er mir über Whats App solche Dinge wie ich würde ihn wegwerden... ohne mich schafft er es nicht .... bleibt nur noch tot. Das macht mich fertig. Habe ihn nun stumm gestellt. Ich habe Angst das er sich was antut.

    Dass sind Versuche dir die Schuld zu geben, die du definitiv nicht hast. Du kannst nichts machen, du kannst ihn aber blockieren.
    Wenn er dir mit Selbstmord droht, sage ihm klipp und klar, dass du die Polizei rufst. Er muss die Konsequenzen seines Handelns tragen.

    Hier im Forum wird es um dich gehen, was kannst du für dich tun, damit es dir besser geht. Wenn du dich hier austauschen möchtest, klicke bitte unten auf den Link, wir schalten dich dann für den Austausch frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja das weiss ich. Habe auch schon viel über Co-Abhängigkeit gelesen. Doch es tut so weh. Auch der Traum von unserer Liebe und dem Leben zu zweit alles zerstört. Ich weiss das es so besser ist doch Hoffnung bleibt. Es ist so schlimm, was Alkohol tut. Seine erste Ehe mit drei Kindern ist auch daran zerbroch. Alle drei Kinder haben keine Kontakt und wünschen diesen auch nicht. Seine Exfrau hat versucht in unserer Anfangszeit mich zu warnen. Doch ich habe nicht gehört. Weder auch Sie noch auf Freunde und Bekannte. Ich komm mir so dumm und naiv vor. Und vorallem tut es mir weh, dass er nicht um mich kämpft sondern nur solche Sachen über Whatsapp schreibt. Das bestätigt mich darin, dass er nie aufgehört hat zu trinken. Denn ich denke das es schier unmöglich ist für einen alkoholkranken Menschen, welcher solange über 20 Jahre trinkt ohne Therapie trocken zu werden. Das ist so grausam. Die Freischaltung habe ich beantragt. Vielen Dank dafür.

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Jetzt kannst du überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
    Dein Thread wir in den offenen Bereich zu den Angehörigen verschoben.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Morgenrot 27. Juli 2026 um 11:32

    Hat den Titel des Themas von „Ich stelle mich vor“ zu „Yve2006 - Ich stelle mich vor“ geändert.
  • Ich habe mich von meinem alkoholabhängigen Mann getrennt und nun leidet er und tut in mir Schuldgefühle verursachen, indem er mit tot und solchen Dingen droht wie kann ich ihm helfen, wenn er selbst nicht erkennt warum ich gegangen bin? Was wenn er sich wirklich was antut? Was soll ich tun? ihn blockieren oder ihm sagen, dass ich ihn blockiere wenn er nicht aufhört mit dieser emotionalen Erpressung.

  • Hallo Yve!

    Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Deine Threads habe ich zusammengefasst, damit es übersichtlich bleibt.

    Bitte schreibe hier einfach weiter und eröffne keine weiteren Threads für Dich.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Vielen Dank. Es ist aktuell für mich nicht einfache. Es tut so unglaublich weh, dass er einfach nicht in der Lage ist zu kämpfen. So als ob ich nur eine Randfigur bin. Er wiederholt auch immer dieselben Sätze. Wir sind seit fünf Jahren verheiratet und seit sechs Jahren ein Paar. Er hat immer getrunken. Mal gab es Phasen wo er trocken war. Die erste Ehe mit drei Kindern ging daran auch zurgrunde. Alle Kinder wünschen keinen Kontakt. Wie soll ich mich verhalten was soll ich tun

  • Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg sieht ist ein gutes Zitat doch warum kann man nicht einfach gemeinsam den Ausweg finden aus der Sucht? Wieso ist ein Alkoholiker bereit alles zu verlieren seine Liebe sein Leben für die Sucht? Es will einfach nicht in meinen Kopf. Er sagt er liebt mich und trotzdem ist er unfähig sein Leben in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden und in Therapie zu gehen. Welch Teufelskreis ist das mit dem Alkohol.

  • Ja, es ist ein Teufelskreis mit dem Alkohol, Yve.

    Und ein Alkoholiker kann nur selbst den Ausweg finden, indem er Hilfe von aussen annehmen will.

    Niemand kann ihn überzeugen mit dem Saufen aufzuhören, nur er selbst.

    Und auch dann ist es ein Weg, der nicht einfach ist. Aber wenn man wirklich aussteigen will, ist es zu schaffen. Das alles kannst Du hier auch bei den abstinenten Alkoholikern nachlesen.

    Aber hier soll es in erster Linie um Dich gehen, was kannst Du tun, damit es Dir besser geht? Du kannst den Alkoholiker nicht ändern, aber Deine Sicht auf die Dinge.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • und was kann ich tun um mich zu ändern? Wie kann ich es schaffen die Schuldgefühle und das schlechte Gewissen, weil ich gegangen bin abzulegen und alleine weiterzulaufen? Es nimmt mich gerade emotional alles sehr mit

  • Das Ende einer Beziehung ist aufwühlend und erschreckt.

    Die Zeit wird Dir helfen, Abstand zu bekommen. Ich wünsche Dir dafür die nötige Kraft und Ruhe!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • So als ob ich nur eine Randfigur bin.

    … Er hat immer getrunken.

    …Alle Kinder wünschen keinen Kontakt.

    Du bist die Randfigur!!!

    Es gibt nichts wichtigeres in seinem Leben als den Alkohol.

    Auch seine Kinder sind ihm nicht wichtig.

    Es wäre gut, wenn du dir weitere Hilfe suchst, damit du akzeptieren kannst, dass du ihm nicht helfen kannst und damit du dir ein Leben ohne ihn aufbauen kannst.

  • und ich denke das die Scheidung nach einem Jahr Trennung nun der nächste wichtige Schritt ist. Denn durch die Scheidung ist alles mit ihm verbundene aufgehoben und ich bekomme die Chance richtig abzuschließen und mein Leben neu aufzubauen.

  • Ja das stimmt. Da gebe ich dir recht.

    Eine richtige Beziehung war es nie gewesen und ich verstehe bis heute nicht wie ich so blind sein konnte. Alle haben mich gewarnt. Sogar mein eigenes Kind hätte ich beinahe verloren im Kampf um seine Kämpfe. Nur gut geht es mir mit der Entscheidung nicht. Ich verstehe mich selbst nicht. Es tut weh und in mir ist eine Leere. Und ich weiss nicht wie ich auf seine Textnachrichten reagieren soll. Bis her habe ich nicht geanwortet. Und den Willen wirklich trocken zu werden denke ich hat er nie gehabt. Vor mir hatte er eine Frau mit drei Kindern. Sie konnte auch nichts ausrichten. Sie hat ihn vollkommen blockiert und seine Kinder wollen keinen Kontakt

    Da solltest du erstmal später dran arbeiten, wieso du da reingeraten bist und alle Warnungen in den Wind geschlagen hast. Passiert ist passiert und du kannst es ja jetzt nicht mehr ändern.

    Du musst jetzt versuchen, da rauszukommen. Am besten antwortest du ihm gar nicht mehr. Alle Wege blockieren. Du hast doch schon alles 1000x fach gesagt. Er will und kann nichts ändern. Deswegen musst du ihn loslassen und dir ein neues Leben aufbauen.

    Vielleicht versuchst du es wie die Alkoholiker. Schritt für Schritt, Tag für Tag. Anstatt "heute trinke ich nicht", "heute lasse ich keinen Kontakt zu". Du steckst jetzt in tiefem Liebeskummer und Verlustangst, du willst dich eigentlich weiter an ihn klammern und nicht akzeptieren, dass das aussichtslos ist.

    Für dich kann es aber nur besser werden, wenn du ihn loslässt. Da gibts den Spruch, lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.


    Ja das stimmt. Da gebe ich dir recht.

    Eine richtige Beziehung war es nie gewesen und ich verstehe bis heute nicht wie ich so blind sein konnte. Alle haben mich gewarnt. Sogar mein eigenes Kind hätte ich beinahe verloren im Kampf um seine Kämpfe. Nur gut geht es mir mit der Entscheidung nicht. Ich verstehe mich selbst nicht. Es tut weh und in mir ist eine Leere. Und ich weiss nicht wie ich auf seine Textnachrichten reagieren soll. Bis her habe ich nicht geanwortet. Und den Willen wirklich trocken zu werden denke ich hat er nie gehabt. Vor mir hatte er eine Frau mit drei Kindern. Sie konnte auch nichts ausrichten. Sie hat ihn vollkommen blockiert und seine Kinder wollen keinen Kontakt

  • Hallo Yve, ich möchte dir sagen, dass du wirklich schon sehr viel für dich tust, so wie ich es sehe. Du suchst den Austausch an mehreren Stellen, du nimmst professionelle Hilfe in Anspruch und suchst Informationen zu deinem Problem. Das ist toll. Bleib dran und bleib stark. Eine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker als Co-Abhängige ist sehr hart und aufwühlend. Und es dauert bis die Seele wieder langsam zu Kräften kommt. Gib dir die Zeit. Du darfst trauern, du darfst wütend sein, du darfst weinen.

    Es wird mit der Zeit besser. Du musst jetzt erstmal wieder lernen, wie das normale Leben funktioniert. Ohne ständiges Adrenalin weil du den Alkoholiker nicht einschätzen kannst. Da kann das Leben alleine erstmal als komplett leer erscheinen. Deine Gedanken kreisen vielleicht weiter um den Alkoholiker.

    Ich finde aber, dass du auf einem guten Weg bist. Ich wünsche dir wirklich sehr, dass du ihn beibehalten kannst.

  • Danke Twizzler, ich bin wirklich traurig und auch enttäuscht. Ich fühle mich leer und ausgebrannt. Und ja ich denke an ihn, wie es ihm geht, was er macht, ob es ihm gut geht. und das tut mir wiederum weh. Die Endgültigkeit zu verstehen und zu aktzeptieren fällt mir schwer. Auch hat er alle meine Freunde und Bekannte kontaktiert, geweint und sich verabschiedet. Jeder dessen Nummer er hatte hat eine Nachricht erhalten. So schlimm. Auch ruft er jeden Abend an mehrmals. Habe nun Telefon und Handy sowie Klingel auf lautlos gestellt. Es ist sehr schwierig für mich. doch ich möchte nicht zurück in diese Beziehung aus Kälte und Distanz. Auch weiß ich nicht, ob ich jemals wieder bereit bin mich auf einen anderen Menschen für eine Beziehung einzulassen. Es erscheint aktuell alles so sinnlos und grau. Ich weiss das es Unsinn ist doch so empfinde ich aktuell. Auch der Schmerz über die verlorene Zeit sowie der zerplatze Traum von Glück und Liebe. Es wäre gelogen wenn es mir egal wäre. Ich muss nun an mich denken und zum Glück habe ich Leute die da sind....auch mein Sohn Gott sei Dank darüber bin ich über glücklich ihn wieder zu haben.

  • Ich finde es gut, dass du die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt hast. Wenn du immer wieder mit seinem (sorry, das ich es so benenne, aber so ist es) Selbstmitleid konfrontiert wirst, kannst du selber nicht heilen.

    Sollte er dir mit Selbstmord drohen, kannst du ihm ja kurz mitteilen, dass du bei der nächsten Androhung sofort die Polizei rufst. Gut möglich, dass die ihn dann mitnehmen, wenn er eine Gefährdung für sich selber darstellt.

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