Loris - Feierabendtrinken ohne Rausch ist auch übel

  • Willkommen Loris.

    Von Scheidung steht in den Grundbausteinen nichts.

    Mir fällt da spontan erst mal ein: getrennte Arbeitszimmer, abgeschlossene Kellerbar, eigener Wohnbereich bis hin zu getrennten Wohnungen.

    Dann hat der Gute auch die Freiheit, selbst zu kochen und zu putzen.😉

  • Auf Dauer muss eine Lösung gefunden werden.

    Ich finde das sehr befremdlich. Alkohol im Kühlschrank ist ihm wichtiger als Du, Dein Leben und Deine Gesundheit?

    Kann es sein, dass er (eigentlich) ebenfalls ein Alkoholproblem hat?

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Wahrscheinlich nimmt er die Krankheit Alkoholismus gar nicht ernst und in ihrer Bedeutung wahr.

    In der Bedeutung für dich.

    Da wird ein klärendes Gespräch nötig sein.

    Kann ja sein das es dann verstanden wird.

    Ich würde mich,wenn er sein Bier in meinem Beisein öffnet, mit dem Hinweis das es mich"triggert" zurückziehen,bzw.den Raum verlassen. Jedesmal.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hier kursiert die Faustregel:

    "Wer kein Problem mit Alkohol hat, hat auch keins ohne."

    Wenn er tatsächlich nicht heimlich für sich nachkippt - welches Problem hat er dann?

    Könnte hier egal sein, wenn es Deine Abstinenz nicht so sehr gefährden würde - und auch Dein Selbstwertgefühl?

  • Hallo Rennschnecke, Deinen spontanen Ideen kann ich durchaus was abgewinnen. Sehr sympathisch. Ich denke ja selbst schon den ganzen Tag darüber nach und mir kam heute Mittag auch die Idee, mir im Haus ein eigenes Zimmer einzurichten. Thema Kühlschrank wären auch zwei getrennte denkbar, wir haben eh zwei. Einen in der Küche einen im Hauswirtschaftsraum, das wäre dann "seiner" und was ich nicht sehe, ist weniger gefährlich.

    Hallo Alex_auf dem Weg,

    jou Dein Kommentar ist ehrlich und verständlich. Ich kann über die Gründe für das Verhalten meines Mannes lediglich spekulieren, es kann alles Mögliche mitschwingen, das bringt mich aber auch nicht weiter.

    Eines habe ich wütend und enttäuscht feststellen müssen, bei früheren Versuchen zur Abstinenz: auf seine Unterstützung, die zwar vordergründig zugesagt wurde, ist kein Verlass. nach ein paar Wochen stufte er die Wichtigkeit als nicht mehr so hoch ein, hatte unabgesprochen für etwaigen Besuch einen Kasten " meiner" Marke gekauft und in die Garage gestellt. Tolle Idee, denn ich hole da natürlich auch ab und an Werkzeug... Zack! Rückfall! Er war und ist sich keiner Schuld bewusst.

    Fazit: es wird nur klappen, wenn ich es schaffe, mich an der Ecke unabhängig von seiner Unterstützung zu machen. Viel Rückenstärkung erfahre ich durch meine 3 erwachsenen Kinder.

    Die fanden das auch gar nicht witzig.

    Notfalls kann ich bei meiner Ältesten oder meiner Mittleren und ihrer Frau eine Zeitlang unterkommen, oder bei einer Freundin. Ich kann von überall arbeiten solange ich Internet habe und arbeite auch nur noch 60 Prozent. Auch dass hier evtl. eine Handvoll Menschen gespannt sind, wie es weitergeht, jetzt auch meine Ärztin, spornt mich ebenfalls an.

  • Hallo Loris,

    von mir auch ein Willkommen.

    Das ist sehr schade, dass Dein Mann Dich nicht unterstützt.

    Mein Mann ( wir sind auch erst 9 Jahre zusammen), hat mich auf mein Trinkverhalten erst aufmerksam gemacht. Er hatte Angst um mich, mich früher oder später am Alkohol krepieren zu sehen. Es tat ihm weh, wenn ich getrunken hatte. Er selbst saß an 1 Bier den ganzen Abend oder trank es nicht mal aus, heute verzichtet er mir zu Liebe gänzlich auf Alkohol, einfach weil er diesen auch nicht „braucht“ und weiß, wie schnell es mich eventuell triggern könnte.

    Du hast beschrieben, wie rigoros Du beim Rauchstopp warst ( übrigens Glückwunsch dazu) , warum fällt es Dir beim Alkohol so schwer?
    Für mich steht die Abstinenz an 1. Stelle. Immerhin geht es um eine tödliche Krankheit… was sicherlich nicht vielen bewusst ist oder wahrhaben wollen, weil Alkohol eine legale Droge ist und eine ganze „Industrie“ ja vor allem in DE und F von lebt. Alkohol ist gesellschaftsfähig, für mich als Alkoholikerin bzw Süchtige tödlich. Es ist ein Nervengift, welches Ethanol enthält, egal in welcher Form- ob Bier, Wein, Sekt, Schnaps.

    Ich wünsche Dir, dass ihr eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden könnt.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hui, jetzt war ich mit Schreiben bissle langsam. @ Bolle die Bedeutung für mich habe ich letzten Winter glaube ich ausreichend erklärt. Das Zimmer verlassen ist für Frankreich eine super Idee, weil ausreichend schöne Räumlichkeiten da sind. Hier in Deutschland dann, wenn ich aus dem Gäste- Bügelzimmer ein Zimmer für mich gemacht habe. Im Moment würde es sich eher so anfühlen, dass ich mich von ihm vertreiben lasse. Ein eher ungünstiges Gefühl.

  • Hallo Rennschnecke, eine sehr sehr gute Faustregel ist das. Das merke ich mir.

    Aktuell geht es mir so, dass weniger mein Selbstwertgefühl leidet unter der mangelnden sagen wir mal Fürsorge meines Mannes, sondern mein Trotz geweckt wird. Jetzt erst recht. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass in meiner Patientenverfügung als Generalbevollmächtigte für den Fall, dass ich nicht mehr für mich sprechen oder entscheiden kann, lediglich meine Töchter stehen und nicht mein Mann. Er hat viele Eigenschaften die ich sehr schätze nach wie vor. Aber auch als seine Mutter pflegebedürftig wurde, sah er nur was er sehen wollte, das hat mit mir persönlich glaub ich gar nix zu tun.

    Kacke ist das trotzdem, ich weiß, dass es brandgefährlich für meine Abstinenz werden kann.

  • Hallo Tabsi, ohje ich hab das mit dem Zitieren nicht hingekriegt...nochmal zur Erklärung:

    ich versuche, wie Du schriebst ein Verlassen des Zimmers wie Bolle es vorschlug, nicht als Sich Vertreiben lassen, sondern als Selbstschutz zu sehen.

    Zu Deiner Frage warum mir die Rigorosität beim Alkohol so schwer falle:

    also, das war deshalb für mich beim Rauchen einfach, da mein Mann eh Nichtraucher ist, und ich alles selbst in der Hand hatte, wie ich Gefahren fernhalte.

    es würde mir selber nicht schwerer fallen, da rigoros zu sein. Würde ich allein im Haushalt leben, wäre hier kein Tropfen mehr.

    Danke für Deinen Wunsch, dass wir doch noch eine Lösung finden.

    Ich finde es großartig, dass Dein Mann Dir zuliebe auf sein Bier verzichtet. Ganz toll!!!

  • es kann alles Mögliche mitschwingen, das bringt mich aber auch nicht weiter.

    Ich habe das aus folgendem Grund gefragt.

    Wenn er Alkoholiker ist hat sein Verhalten tatsächlich eigentlich nichts mit Dir zu tun. Er muss halt trinken. Das geht besser wenn Du das auch tust. Denn dann kann er das ungehindert tun. Das würde auch einen Kasten, in "zufällig" genau Deine Marke, in die Garage stellen durchaus erklären.

    Und vor allem seine fehlende Unterstützung.

    Meine Ex Partnerin hat auch nicht aufgehört. Die Gründe dafür kann ich hier im Öffi aber nicht ausbreiten. Aber ich weiß wie schwer und gefährlich das auf Dauer ist.

    Blöde Situation. Aber ich sehe schon, dass Du Dir Gedanken machst und nach Lösungen suchst. Es muss ja auch nicht alles gleich heute sein. Vieles wird sich bald von selbst ergeben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Das mit den zwei Kühlschränken hilft ja mal überhaupt nicht, weil du dann nur zum anderen Kühlschrank laufen müsstest, wenn dich der Suchtdruck überfällt. Nicht in den Supermarkt oder an die Tankstelle, wo noch Zeit dazwischen wäre, um sich hier zu melden, den Notfallkoffer zu nutzen,... Das sind Zeitfenster, die enorm wichtig sind, wenn es hart auf hart kommt.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Hallo Alex_auf dem Weg,

    vielen Dank für Deine Offenheit und das Teilen Deiner Erfahrungen. Es ist ein schweres und komplexes Thema. Beziehungen können einem sehr viel geben, aber auch soviel negatives Potential entwickeln. Menschen verändern sich auch und nicht immer in die gleiche Richtung.

    Ich denke auch, dass Du mit Deiner Vermutung mehr oder weniger Recht haben kannst.

  • Das mit den zwei Kühlschränken hilft ja mal überhaupt nicht, weil du dann nur zum anderen Kühlschrank laufen müsstest, wenn dich der Suchtdruck überfällt.

    Das stimmt freilich. Da war der Gedanke lediglich, dass durch ein Nicht so oft sehen, Suchtdruck gar nicht aufkommt. Aber es stimmt natürlich, Suchtdruck kommt auch durch andere Trigger oder einfach so..

  • Hallo Loris,

    auch mein Mann wollte nicht auf sein Bier verzichten, sah mich nicht als Alkoholikerin.

    Nach meinem ersten Besuch bei der Suchberatung berichtete ich ihm ausführlich über das Gespräch, erklärte ihm anhand von Beispielen aus dem Alltag, warum ich Alkoholikerin bin und nie wieder Alkohol trinken werde.
    Da kam er zumindest ins Grübeln.
    An einem Abend, als er neben mir sitzend ein Bier trinken wollte, erklärte ich, das Zimmer zu verlassen, da mich das Zuschauen, wenn er sein Bier trinkt, innerlich aggressiv macht. Nun, er verließ an dem Abend das Wohnzimmer.

    Mittlerweile hat sich folgendes eingependelt:

    Er trinkt zu Hause nur noch samstags abends in einem anderen Zimmer seine Biere, die er sich an dem Tag am Morgen besorgt. Im Haus stehen weder volle noch leere Flaschen, es riecht nirgends nach Alkohol.
    Auch für Besuch kaufen wir keinen Alkohol ein. Es gibt ja genügend Alternativen. Und wer kein Problem mit Alkohol hat, dem ist es egal, ob es Alkohol oder keinen gibt.

    Er kann natürlich Alkohol trinken, wenn er außer Haus ist. Aber bei einer Bierfahne würde ich ihm aus dem Weg gehen (er trinkt allerdings nur noch samstags und mal - selten - auswärts bei Treffen mit auswärtiger Übernachtung).

    Im gemeinsamen Urlaub trinkt er freiwillig auch keinen Alkohol (und dennoch merkte ich beim ersten Urlaub, dass die Gedanken an Alkohol bei mir präsenter als zu Hause waren).

    Vielleicht könntest du mit Hilfe einer Suchtberatungsstelle oder deiner Hausärztin deinen Mann davon überzeugen, dass du Alkoholikerin bist und was das bedeutet. Und vielleicht findet ihr auch einen gemeinsamen Weg mit Risikominimierung.

    Ich jedenfalls wüsste nicht, wo mein Mann und ich jetzt stünden, wenn er in meiner Anwesenheit ohne Rücksicht trinken würde.

    Liebe Grüße Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • "Er kann Sucht nicht nachvollziehen." Erstaunlich, wie viele erwachsene Menschen es gibt, die angeblich noch nie etwas über Sucht gehört haben. Sorry, aber dein Mann verhält sich wie mein toxischer Ex. Und ganz zufälliger Weise bunkert er genau "deine Marke" in der Garage. Ja, ganz zufällig hat mein Ex, mit dem ich noch befreundet bin, hier bei mir Bier und Vodka "vergessen" und am Wochenende hat er mir eine Bierdose unter die Nase gehalten und gemeint "kleines Schlückchen?". Es gibt nur 2 Antworten auf so ein Verhalten: völlige Ahnungslosigkeit und nicht ernst nehmen des anderen oder bewusster Versuch, den anderen zum Scheitern zu bringen. Beides ist unterirdisch. Erziehe deinen Mann bitte und kläre ihn über Sucht auf, wenn er tatsächlich so gar nichts darüber weiß.

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