• Mit diesen Gefühlen, die ich bis heute nicht alle benennen kann meine ich die Gründe, warum ich mich nicht eher trennen konnte. Die meisten weiß ich aber manche sind mir noch immer unklar. Aber im Grunde genommen spielen sie jetzt auch keine Rolle mehr.

    Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich lerne jetzt erst zu fühlen, gute und schlechte Gefühle auszuhalten, nicht wegzudrücken. Jahrzehntelang hat es der Alkohol für mich getan, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Mich meinem Ex nicht widersetzen konnte. Irgendwann konnte ich mich selber nicht mehr spüren, habe nur noch funktioniert. Für mich ist es ein Prozess. Auch hier hole ich mir Hilfe von außen. Nur den Alkohol wegzulassen reicht nicht, jetzt folgen die psychischen Veränderungen. Das erste Jahr der Abstinenz war mir wichtig, stabil zu werden. Die ganze Gülle kam erstmal hoch und ich bin wieder zur Therapeutin. Ich krame nicht mehr in der Vergangenheit rum, konnte loslassen, aber es ist mir wichtig zu verstehen, warum ich so war/ bin, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu geraten.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • was mir immer öfter, auch an ganz anderer stellen, auffällt ist diese schuldumkehr. nicht der alki ist an irgend etwas schuld sondern der angehörige der es nicht verhindert. besonders krass ist mir das die tage aufgefallen als ich mir einen beitrag ansah der eigentlich um forensik ging. wo dann ein mann seine familie ausgelöscht hat. es hat niemand konkret gesagt das er alki ist. aber aus dem bericht wurde es schnell klar. tägliche besuche in der kneipe, oft streitereinen, dann kam eine nachbarin zu wort die das ganze total verharmlost hat, ja er war täglich voll aber seine frau war ja die böse weil sie sich nu trennen wollte und mit den kindern gehen. da dachte ich mir auch nur, "was glaubst du eigentlich was die frau für ne hölle durch hat".

    woher kommt in unserer gesellschaft immer wieder dieses runter spielen der sucht und ihrer folgen. es ist nicht niedlich oder lustig wenn einer so voll ist das er vom stuhl fällt und alles umreißt, es ist nicht lustig wenn das sofa brandlöcher hat und das klo vollgekotzt ist, es ist nicht lustig einen komasäufer aus dem eigenen dreck zu ziehen. was denken sich diese ganzen unbeteiligten eigentlich wenn sie die angehörigen angreifen? woher kommt die arroganz dinge beurteilen zu können von denen man keinen schimmer hat.

    mich macht es allmählich richtig wütend wenn ich damit konfrontiert werde und wenn möglich lass ich das auch nicht unkommentiert denn nur so kann mal dämliche ansichten revidieren.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Kenne ich auch.
    Jedesmal wenn ich einen RTW rufe, weil sich meine Frau wieder über Gebühr abeschossen hat kommen Weißheiten von den Sanitätern, da müssen sie doch was machen, das ist eine Krankheit, da gehören immer 2 dazu, das hat doch ne Vorgeschichte usw.
    Ja alles richtig, aber irrelevant. Ich sage dann nur: ich habe sie gerufen, um der ersten Hilfe genüge zu tun, um nicht angreifbar zu sein.

    Bewustlose Person am Boden, da muss ich handeln, obwohl ich es schriftlich von meiner Frau habe, das sie von mir keinerlei Hilfe möchte…
    Der Rest liegt in Ihrem Ermessen. Dann werden die in der Regel ziemlich persönlich, aber da habe ich ein dickes Fell und eine eigene Meinung.

    Natürlich wissen die externen Personen nur das, was sie gerade als Momentaufnahme sehen, das ganze Drama drumherum sehen sie nicht, wie auch, sie können ja aus 15 Minuten, oder mal draußen treffen keinen Gesamtüberblick generieren. Aber jemanden Anklagen oder in Mitschuld bringen ist schnell und einfach. Sich tiefer damit zu beschäftigen kostet ja nur deren Zeit, und setzt echtes Interesse voraus. Das ist aber in der heutigen schnelllebigen und oberflächlichen Zeit garnicht mehr vorhanden, jeder guckt nur nach sich und will davon eigentlich nichts wissen.

  • … ich habe leider auch erschreckendes und wenig empathisches von manchem Rettungspersonal u anderem med. Fachpersonal gehört, wenn Angehörige mit ihrem Betrunkenen total überfordert und gestresst waren. Das fand ich auch sehr sehr traurig und alles andere als professionell. 🤷🏼‍♀️😔

  • Das fand ich auch sehr sehr traurig und alles andere als professionell.

    das kommt auch daher, dass diese Menschen für diesen Bereich zu wenig bis gar nicht geschult werden.
    Ich habe in diesem Bereich gearbeitet, da gibt es sehr großen Nachholbedarf.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • … ich habe leider auch erschreckendes und wenig empathisches von manchem Rettungspersonal u anderem med. Fachpersonal gehört, wenn Angehörige mit ihrem Betrunkenen total überfordert und gestresst waren. Das fand ich auch sehr sehr traurig und alles andere als professionell. 🤷🏼‍♀️😔

    Puh da hatte ich ja dann echt Glück... Eine Krankenschwester sagte letztes Jahr zu mir, das ist von meinem Mann selbst gewähltes Elend, in dem er sich befindet und ich soll ja auf mich aufpassen... Glücklicherweise geht es auch anders.

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