• Liebe Aurora, Du Fussballstar :wink:

    Ja, in manchem was Du schreibst, erkenn ich mich.
    Auch ich hatte das Gefühl: Wow, mich will einer heiraten.
    Ja, das verlieh mir auch eine Art Befriedigung, war ich da doch gefragt.
    Hab auch einiges dafür getan : wenn ich mich so zurück erinnere, hab ich immer nach dem Muster "wenn mich keiner liebt, dann brauch mich jemand viell." gehandelt.
    Ich hab die Liebe ersetzt durch meine Hilfe, die ja dann dankbar angenommen wurde, war es doch so viel einfacher.
    Auch wenn ich damals schon spürte, Er kann keine wirklichen Gefühle zeigen, nahm ich es trotzdem in Kauf.
    War ich doch dann komplett, war doch dann so, wie es sein sollte.
    Ich war nicht übrig, und altermäßig bei meinen Geschwistern auch an der Reihe. Wurde nicht übersprungen.
    Ich hab so meine Minderwertigkeitskomplexe, aber nicht weiter dragisch,
    schlimm war es eher für mich, ständig mit Geschwistern verglichen zu werden und dabei den Kürzeren zu ziehen.

    Auch ich hab dann schnell gemerkt, wie sehr sich unsere Partnerschaft von denen der anderen unterschied. Das da was nicht "im Rahmen" ist.
    Hab aber dann schnell gemerkt, dass man mit etwas Wehklagen über Kindheit, Familienverhältnisse, oder sonstwas Mitleid in der Außenwelt/Familie erhaschen kann, und wurde ein Fachmann im Jammern.
    Und auch die Aufopferung meinerseits wurde mit Kopftäscheln quittiert,
    was mich in meinem Programm leider auch noch veranbrachte.

    Aber auch in anderen Dingen war mir wichtig, was die Menschen da draußen von mir dachten. Wenn sie mich lobten, war ich mir wichtig und fühlte mich geliebt. Ich war abhängig von den Meinungen der Menschen um mich rum. Abhängig, Lob zu bekommen für meine Leistungen. Nur dann konnte ich mich selbst schätzen, fühlte ich mich wertvoll und geliebt. Das war sehr anstrengend, diese Leistungen, und ich musste immer mehr leisten, um mich wertvoll fühlen zu können.
    In diesem Trott steck ich immer noch drin, hab ich das Gefühl.
    Dieses sich-messen-müssen, dieses sich-von-anderen-abgrenzen-müssen ist mir so zuwieder, und doch spiel ich dieses Spiel mit, auf meine Art.
    Mir waren schon immer jegliche Sportarten verhasst, wo es ans gegensseitige messen ging. Und schon allein in einer Gruppe laufen find ich furchtbar. Nicht mal weil ich viell. die Schlechteste war, sondern auch in Bereichen, wo ich gut war. Allein schon dieses Gefühl des Mithaltens find ich sch....
    Und ich bin da auch in vielen Dingen hart zu mir. Härter, wie es verlangt ist.
    Wenn gesagt wurde z.B. man soll Hände waschen, da war/bin ich die, die am längsten, am genauesten wäscht. Verstehst was ich meine ? Viell. ein blödes Bsp, mir fällt aber jetzt grad nichts besseres ein.
    Aber wenn dann einer was mit dreckigen Händen schmutzig gemacht hat,
    könnt ich wetten, man sucht als erstes bei mir.
    Oder ich zeichne gerne, einfaches Mittelmaß, aber ich weiß genau, dass ich das, was ich vor den inneren Auge hab nie 100% auf Leinwand bekomme > das bekommt keiner, das stört aber keinen, nur mich. Ich kann es dann nicht. Und so kommt es, dass ich von zig Bildern, die angefangen habe zu malen, nie eines fertig gestellt habe, weil ich dann schon unzufrieden bin mit mir.
    Ich mit mir ? Oder hab ich da nur das Gefühl nicht zu genügen.

    Aber Aurora, wie schaltet man ab ? Ich seh ja den Schalter, komm aber nicht hin !
    Ich merk ja, das mein Problem bei mir liegt. Ich muss es nicht anderen recht machen. 90 % der Menschen um mich erwarten das ja garnicht, das weiß ich,
    warum eier ich da trotzdem rum.
    Und ich bin ehrlich, manchmal schon so, dass es weh tut.

    Danke Dir, es hat mich sehr berührt,
    nici

  • Hallo,

    liebe nici :D , ja, es wird immer wieder ähnlich sein, das Muster, nach dem es läuft, anfällig zu sein in Coabhängigkeit zu gelangen. Denn es gibt ja auch Menschen, bei denen läuft es nicht so. Es gibt bestimmte Grundmuster, die Menschen dafür anfällig machen.

    Du kommst nicht an den Schalter? Da sag ich: Noch nicht! Du wirst da aber auf jeden Fall rankommen, denn du bist super für dich unterwegs. Immer schöööön langsam, Wachstum dauert, wenn du zu schnell wächst, kriegst du Risse und Schmerzen. Also, schön langsam an den Schalter ranwachsen :wink: .

    Du hast ein hohes Maß an dich. Ein viel, viel höheres Maß, als du bei anderen Menschen ansetzt. Ich kenne diesen Perfektionismus von mir auch. Ich habe mich verrückt gemacht, immer perfekt sein zu wollen. Aber das geht nicht, denn ich bin nur ein Mensch.

    Das hat lange bei mir gedauert, bis ich mich auch als unperfekt annehmen konnte und kann. Klappt auch noch nicht immer 100%ig, aber es klappt schon gut. Auch das hat was mit Selbstwert zu tun, denke ich, sich anzunehmen, auch mit der Unperfektheit. Sich einfach mal ein wenig mehr zurück zu nehmen, sich zu gönnen, Fehler zu haben.

    Bei mir war es so, dass es auch was mit meinem Außen zu tun hatte, also mit dem Bild, was ich haben wollte, bzw. was andere von mir haben sollten. Da hängt dann wieder dran, dass ich abhängig war von den Meinungen und Ansichten meines Umfeldes. Weil ich selbst mich nicht annehmen konnte, wie ich war. Eben auch mal nachlässig und so.

    Z.B. meine Wohnung, die sah immer aus wie geleckt! Da konnte immer jemand kommen, es war wie eine Ausstellung! Trotz 2 kleiner Kinder damals! Boah, kannst dir sicher denken, wie anstrengend das war.

    Das habe ich zu einem für mich jetzt angenehmen Maß herunterschrauben können. Ich mag es immernoch aufgeräumt und sauber, aber es ist keine Ausstellung mehr, verstehst du. Ich wohne jetzt. Bin zuhause. Ich muss keinem mehr genügen außer mir.

    Aber ich sage es ganz offen, es hört sich jetzt vielleicht so toll und leicht an. Ich habe aber jetzt auch schon ein ganz schönes Stück Weg gemacht! Und ich habe einen Dickschädel, wenn ich mir was so richtig vornehme, ziehe ich es durch. Und ich hatte mir vor gut 4 Jahren vorgenommen, endgültig mein altes Leben umzuwandeln in ein neues, lebenswertes. Das ist nicht einfach gewesen. Und ich bin noch längst nicht fertig mit allem. Und perfekt schon garnicht, muss ich ja nicht mehr :wink: .

    Ein paar Dinge mag ich eben immernoch, und ich glaube, es ist auch normal. Sich zu freuen, wenn Menschen sich bei uns zuhause wohlfühlen, gerne kommen. Wenn Menschen mir sagen, ich wäre hier gut für mich unterwegs und hätte eine Menge erreicht. Na klar mag ich auch immernoch Anerkennung von außen! Aber es ist eben nicht mehr das A und O, um damit ich glücklich bin.

    Glücklich bin ich jetzt einfach aus mir heraus. Weil ich gelernt habe, mich anzunehmen, wie ich bin. Weil ich gelernt habe, Grenzen zu setzen, wenn es anfängt, mir weh zu tun. Weil ich mir gönne, glücklich zu sein, auch wenn es jemand anderem vielleicht gerade nicht so gut geht. Weil ich weiß, ich habe das Recht dazu, gut auf mich aufzupassen und Sorge zu tragen, dass es mir gut geht. Ich darf "Nein" sagen, "Stopp".

    All sowas. Ich bin noch immer am Üben, es liest sich vielleicht so bei mir, als wäre immer alles tutti. Ist es nicht, aber es flutscht immer besser. Denn ich mache was. Jammern und starr rumhängen war gestern, heute ist, aktiv für mich sehen, wo ich hinwill. Und dann losgehen.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    liebe Sonne :D , jetzt habe ich nochmal einen halben Roman geschrieben :wink: . Ich hoffe, ich kann dir was abgeben von meiner Zuversicht. Jeder kann es schaffen, ein glückliches, zufriedenes Leben zu führen. Jeder hat es in der Hand.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • liebe aurora,

    Zitat

    Jammern und starr rumhängen war gestern, heute ist, aktiv für mich sehen, wo ich hin will. Und dann losgehen.

    das seh ich genauso. mit jammern kam ich nicht weiter. da hing ich fest. irgendwann bekam ich durch das jammern auch keine aufmerksamkeit mehr, weil die menschen um mich rum mein jammern dann irgendwann leid waren und in ruhe vor mich hin jammern liessen. diese menschen setzen auch ihre grenzen, das weiss ich heute. damit war ich dann ganz für mich und wer weiss, vielleicht war das das bese was mir die anderen vermitteln konnten: wenn du was ändern willst, änder was für dich ganz allein.kein anderer hats für mich in der hand, nur ich selbst. ds jammern hörte auf, denn ich sah, es gibt doch etwas was mich am leben erhällt.es war mein eiserner willen etwas erreichen zu wollen.ein überlebenswille.dann begann bei mir die therapie, ich bekam dort hilfe, die ich brauchte um mich aus dem jammern zu befreien. neue sichtweisen, erkenntnisse für mich wie ich denke und wie ich das ws ich denke überdenken kann und neu sortieren.heute fühl ich zufriedenheit in mir. jammern war gestern, heute schaff ich dran das sich was bewegt, auch wenn es nicht alles eitler sonnenschein ist und nicht jeder tag ein glücklicher tag sein kann. das geht nicht. doch das jeder tag mit einer zufriedenheit begonnen werden kann und auch zufrieden endet, dafür kann ich sorgen.

    auch ich denke JEDER kann es schaffen ein zufriedenes leben zu führen. jeder, der erkennt er hat sein leben selbst in der hand!!!!

    ich grüße dich
    melanie

  • Hallo,

    liebe Melanie :D , du hast es nochmal genau auf den Punkt gebracht! Vielen Dank für deinen Beitrag.

    So, der Montag ist so gut wie rum, der Wochenanfang ist geschafft. Ich sitz hier und friere, denn Sommer ist was anderes :? .

    Mir geht's aber trotzdem gut.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    na, schwupps, schon wieder ist Montag :?:roll: .

    Das Wochenende war schön! Am Sonnabend waren wir eingeladen. Ein Mitglied unserer realen Gruppe hat unsere ganze Gruppe zum Grillen eingeladen. Und das Wetter war suuuuper :D ! Und wieder einmal konnte ich die Vorzüge einer alkoholfreien Veranstaltung genießen. Gute Gespräche und niemand ist vom Stuhl gefallen. Wir hatten unseren Spaß bei vollem Verstand.

    Für mich kann ich sagen, ich habe jetzt, in meinem neuen, alkoholfreien Leben, mehr Spaß, mehr Freude und Lachen als jemals zuvor! Und ich kann zwanglos da sitzen, ich muss niemanden mehr bewachen, wieviel er trinkt. Das habe ich ja früher mit dem Ex immer gemeint, machen zu müssen...

    Gestern waren wir im Garten bei meinen Eltern, das Paulinchen war ja auch da. Da gab es wieder schöne Momente mit der Kleinen. Und wir haben Urlaubsfotos gezeigt.

    Alles in allem ist das sehr entspannend gewesen, das Wochenende. Das nächste wird auch toll! Wir haben zur Hochzeit Karten geschenkt bekommen, von den Kindern.
    "Die Zauberflöte" im Strandbad Wannsee. Ich freu mich schon. Hoffentlich ist es von oben dann trocken :? .

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    am Sonnabend war ja nun "Die Zauberflöte" im Strandbad Wannsee. Und was soll ich sagen, es war einfach nur schön!

    Das Wetter war super, die Aufführung hat mir auch sehr gefallen. Also die Inszenierung. Der Sonnenuntergang war spektakulär. Es war sowas von schön, ich kann das garnicht beschreiben. Und wieder mal musste ich was denken.

    Ich hätte solche Sache nie erleben können, wenn ich nicht damals den Mut gehabt hätte, aus dem Kreis von Alkohol und Coabhängigkeit auszubrechen! Dieser wunderbare Abend hätte früher einfach nicht sein können. Einfach so...

    Da habe ich wieder sehen können, wie sehr es sich gelohnt hat. Es war nicht immer leicht, den Weg zu gehen. Da kommen viele Dinge hoch. Da gab es Tränen der Wut, der Trauer, der Scham. Da gab es Rumgeeier, bis ich Grenzen ziehen konnte, endlich. Da brauchte ich Mut, mich anzusehen und meine Dinge, warum ich so lange da festgeklammert hatte. Da hatte ich den Mut, meine Ängste anzusehen, die dadurch auf einmal immer weniger wurden. Das ist schon ein Weg. Ich bin Schritt für Schritt gegangen, gehen musste ich ganz alleine!

    Ich kann nur allen, die da in Zweifeln stecken, raten, da hinzusehen und sich endlich selbst wichtig zu nehmen. Und aktiv zu werden, denn in den Schoß kommt nix gelegt.

    So stand ich also dann in der Pause der "Zauberflöte" mit Dante am Wannsee, die Sonne ging unter. Er war so voller Wärme, ist er immer. Da wurden mir zärtliche Dinge gesagt, ohne dass mich Alkoholfahnen umwehten und ich an der Ernsthaftigkeit zweifeln musste. Da war alles ehrlich und liebevoll. Ich konnte es genießen, annehmen, spüren. Das alles kann ich jetzt.

    So kann's einem ergehen, wenn man sich aufmacht...

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Aurora!

    Das liest sich einfach wunderschön......!
    Es tut gut zu lesen dass alles möglich ist!
    Ich freu mich für dich!

    Liebe Grüße Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Hallo,

    liebe Clärchen :D , vielen Dank für dein Feedback!
    Ja, es liest sich wunderschön bei mir. Und ganz ehrlich, es liest sich nicht nur so. Manchmal denke ich, ich bin im Film, aber es geht mir tatsächlich unverschämt gut. Und das kann so sein, weil ich so viel gemacht habe mit meinem Leben.

    Mit fast 50 Jahren habe ich den Absprung gewagt. Und endlich mein Leben selbstbestimmt in die Hand genommen. Ich schreibe hier nun auf, wie schön es sein kann. Ich habe nun auch noch das Glück, meinen Mann zu haben. Aber auch so fühle ich immer wieder, wie frei und selbstbestimmt ich bin.

    Früher fühlte ich mich fremdbestimmt, unzufrieden, unglücklich. Ich habe, aus vielen Gründen, daran festgeklammert, viele Jahre. Na gut, das war so, ist nicht zu ändern. Zu ändern war dann, dass es auch anders gehen kann. Und das habe ich gemacht.

    Ich möchte allen, die es wollen und die hier lesen, den Mut machen, endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Denn nur so geht was! Niemand anders kann da machen, nur jeder selbst. Vom Rumeiern, Jammern und Zagen passiert halt nix, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und ganz ehrlich, dazu ist das Leben einfach zu schade.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Aurora,
    darf ich Deinen Thread kurz "zweckentfremden"? Kann als Nicht-Mitglied ja keine PM schreiben. Hier gibt es den Thread von "Sternchen", ich denke da ist es BRANDAKUT, dass ihr jemand hilft und aufzeigt, dass sie da ganz gefaehrlich einer Fehleinschaetzung unterliegt. Ich kann das irgendwie nicht so "einfuehlsam ausdruecken, wie es vielleicht angebracht waere. Du hast immer so eine nette und doch bestimmte Sachen zu sagen. Vielleicht magst Du ihr was schreiben?
    Wenn nicht, dann vergiss mein Post in Deinem Thraed.....
    Gruesse, Lindi

  • Hallo,

    liebe Lindi, ich habe den Thread von Sternchen gelesen. Und es haben ihr ja auch schon einige Leute darauf geantwortet. Genau das haben sie ihr geschrieben, was ich auch schreiben würde. Nun hat sich Sternchen seitdem nicht mehr gemeldet.

    Da kann ich ihr auch nicht weiter helfen, denn machen muss sie selbst. Genauso wenig, wie ich den Alkoholiker trocken legen kann, kann ich eine Coabhängige von ihrer Beziehung abbringen, wenn sie es nicht wirklich will. Ich kann niemanden bei der Hand nehmen und wegzerren. Das ist einfach so, und das akzeptiere ich, egal, was ich dabei empfinde. Mitleid :roll: , nein, mit leiden will ich nicht. Sorge - na ja, sie ist erwachsen und es stehen ihr viele Möglichkeiten offen, sich Hilfe zu suchen. Da grenze ich mich ab! Anders geht das nicht, sonst werde ich selbst wieder mit in den Strudel reingezogen. Liebe Lindi, auch du hast ja bei Sternchen geschrieben, hast ihr Hinweise gegeben. Es ist an ihr, umzusetzen! Es ist o.k., dass du deine Gedanken darüber hier gelassen hast. Ich freue mich über dein Vertrauen!

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hut ab!

    Deine Haltung ist sehr stark!
    Ich hoffe auch mal soweit zukommen. Ich renne immer noch sehr schnell wenn ich glaube meine Hilfe ist nötig, nicht nur bei meinem Mann, eigentlich für alle....! Aber ich sehe es jetzt, und ab und zu kommt schon mal ein"Nein", oder ich springe nicht sofort auf und biete meine Hilfe an, lasse anderen auch mal den Vortritt.
    Ich möchte kein kalter Egoist sein, aber auch nicht mehr der Fussabtretter. Ich suche etwas dazwischen, du scheinst es gefunden zuhaben! Das hört sich doch gesund an!

    Liebe Grüsse Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Liebe Aurora,

    auch wenn mir Sternchen irgendwie leid tut, finde ich deine Antwort sehr gut...du bist schon sooo weit!!

    Wie würde ihn jetzt sagen, dies ist gesunder Egoismus!!

    LG Monty

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Hallo,

    Clärchen und Monty, vielen Dank für eure Beiträge.

    Natürlich ist es schwierig, hier stehen so viele Berichte über Leid, Missbrauch, Schmerz. Und darüber, wie immer noch eine Runde gedreht wird, wie immernoch schön geredet wird, was so weh tut, und schlussendlich vernichtet. Im schlimmsten Fall. Wie immer wieder Argumente gefunden werden, warum es nicht geht, Trennung oder Konsequenz, wie geleugnet wird.

    Ich kann von meinem Weg, meinen Erfahrungen erzählen, diese weitergeben. Ich kann sagen, ich sehe das so oder so. Ich kann anstoßen, klare Worte sagen. Aber all das muss auch beim Gegenüber ankommen. Angenommen werden. Da muss ich einfach Grenzen ziehen, Grenzen akzeptieren. Sonst hänge selbst mit drinnen. Damit ist niemandem geholfen. Schon garnicht mir...

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    das Wochenende war sehr ereignisreich. Meine Kinder haben endlich einen Schrebergarten übernehmen können, etwas, das sie sich schon lange gewünscht haben. Nun hat die Erbse ihren eigenen Garten, aber sie hat uns versichert, dass wir auch kommen dürfen :lol: . Nun waren wir da und haben geholfen, ein wenig zu sichten, was da so ist. Es sind sehr schöne alte Pflanzen da, aber Giersch hat viel überwuchert. Da haben wir schon gerupft, was das Zeug hält. Und das Erbschen hat Regenwürmer bewundert. "Was machen die da in der Erde, Oma?" Hm, ja, was machen die da :roll: . :lol: . Leben.

    Ich lebe hier oben und zwar ziemlich gut. Es geht mir ausgezeichnet! Obwohl - ich will den Regenwürmern nicht absprechen, dass sie sich in der Erde weniger wohl fühlen, jedem das Seine...

    Letzte Woche hatte ich eine Begegnung. Ich hatte einen Nachbarn, eine Familie in dem Haus, wo ich als Teenager gelebt habe und dann später mit Exmänne. Ich kenne diese Familie also schon ca. 40 Jahre und sie mich. Als ich mich trennte, war der Mann ziemlich komisch zu mir, jedenfalls dachte ich das. Als ich ihn mal traf und sagte, demnächst bin ich geschieden, war er noch komischer - dachte ich. Ich bildete mir ein, er würde mich nicht mehr grüßen, wenn er an meinem Geschäft vorbei ging, auch sonst erschien er mir wortkarger als sonst.

    Jedenfalls dachte ich das und ich dachte seine Gedanken, was nie gut ist... Es kratzte mich schon irgendwo, aber es hielt mich nicht ab von meinen Dingen.

    Jetzt traf ich ihn und er fragte, wie es mir ginge. Ich sagte, "sehr gut, und seit April bin ich wieder verheiratet!" Da strahlte er wie verrückt! Das fände er unglaublich gut, dass ich mich das getraut hätte. Ebenso, wie er fände, ich hätte mich all die Zeit ungeheuer couragiert verhalten und mein Ding durchgezogen. Und wie ich denn nun hieße...

    Einen Tag später kam er in mein Geschäft und bestellte auch noch Grüße und gute Wünsche von seiner Frau.

    Ich war baff, echt. Da hatte ich mir die Jahre eingebildet, der Mann würde mich verachten, sozusagen, weil ich ja ausgebrochen war. Ein Bild zerstört hatte, was ich viele Jahre aufrecht erhalten hatte. Nun bin ich wieder eines Besseren belehrt worden. Ich kann nicht in die Köpfe anderer Leute gucken. Das geht einfach nicht. Warum sie sich so oder so verhalten, hat nicht immer was mit mir zu tun. Ich meine, ich habe ja meinen Weg gemacht, aber manchmal hatte ich auch Angst davor, wie ich auf meine Außenwelt wirken würde. Das war mir doch irgendwo wichtig, geb ich ja zu. Obwohl es mich, zum Glück, dann nicht abgehalten hat, mein Ding zu machen. Ich habe diese Gefühle dann einfach ausgehalten.

    So sieht's mal aus. Erstens kann ich nicht die Gedanken anderer Leute denken, denn ich kann nicht in deren Köppe gucken. Und zweitens soll es mir egal sein, was sie denken, ich kann es eh nicht beeinflussen. Beeinflussen kann ich nur mich selbst. Und für mich unterwegs sein.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Aurora,

    ich habe gerade gelesen, wie du damals in deine neue Wohnung gezogen bist u. was du da alles gefühlt hast. Hilfe, das ähnelt sich ja wirklich sehr, sogar das Alter der Kinder (damals).
    Bin jetzt gerade ganz schön depri, dass ich nicht geschafft habe, es durchzuziehen. :oops:

    Wie doch so ein Haus zur Geisel werden kann.
    Ich hatte mich auch schon nach Zuschüssen erkundigt. Es hätte nicht viel gegeben. Die Schulden durch die lange Arbeitslosigkeit interessieren nicht.

    Man, ich wollte doch nur erstmal zur Ruhe kommen können :cry: , und nicht gleich alles für n. Appel und n. Ei verscherbeln und unseren Sohn vor vollendete Tatsachen stellen müssen (meinen Mann auf die Art auch nicht). Das wär mir echt zu viel gewesen !!!
    Die Wohnung hatte nicht mal einen Balkon für Blümchen. Was anderes gab es nicht zu erschwinglichen Preisen.
    Hätte ich doch nur den blöden Schlüssel eher gekriegt.

    Sorry, rumheulen hilft jetzt auch nicht. :x

    Ich mache es jetzt erstmal so, wie bei mir beschrieben, und dann schaue ich weiter.

    LG Eklisee

  • Hallo,

    liebe Eklisee, ach menno, erstmal drück ich dich, wenn du magst.

    Es ist ja so, hier in meinem Fädchen steht drin, wie ich meinen Weg gegangen bin bisher. Nach meinen eigenen Fähigkeiten, Lebensumständen, Prägungen und was weiß ich. Das heißt doch nicht, dass du es falsch machst oder so, wenn es bei dir nun anders ist oder nicht so klappt, erstmal.
    Deshalb nutzt dir das

    Zitat

    Bin jetzt gerade ganz schön depri, dass ich nicht geschafft habe, es durchzuziehen.


    in der Art erstmal nichts. Es war vielleicht noch nicht so weit bei dir, und du schreibst ja selbst, die Wohnung hätte dir nicht wirklich gefallen.

    Wenn du weitermachst für dich, nachdem du aus diesem Loch, das du gerade hast, rauskommst, dann wird es auch für dich einen Weg geben, das ist dann dein Weg. Und es erscheint mir, dass du da auch gut für dich unterwegs bist! Nur eben anders als ich damals.

    Zitat

    Ich mache es jetzt erstmal so, wie bei mir beschrieben, und dann schaue ich weiter.


    Das ist ein super Ansatz!

    Irgendwie ähneln sich unsere Geschichten, das stimmt, deshalb kann ich gut nachfühlen, wie es in dir aussieht, zum Teil. Aber alles ist doch auch wieder individuell. Ich möchte hier mit meinem Weg Mut machen und Anstoß geben. Ich möchte zeigen, dass es zu schaffen ist, ein zufriedenes, ein glückliches und selbstbestimmtes Leben zu leben.

    So, Wochenende ist in Sicht. Ich hab morgen frei :D . Wir haben vor, zu den Veranstaltungen der Suchtselbsthilfe, die morgen hier stattfinden, zu gehen. Mal sehen. Das Wetter soll gut werden, ach schön, noch bissi Spätsommer. Sonntag ist Garten geplant, bei Tochter und Schwiegersohn, da wuchert's ja noch immer.

    Und es gibt so wunderbare Neuigkeiten im Hause Aurora! Die nächste Erbse ist unterwegs , ich werd wieder Oma :D:D:D .

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Zitat

    Ein Bild zerstört hatte, was ich viele Jahre aufrecht erhalten hatte. Nun bin ich wieder eines Besseren belehrt worden. Ich kann nicht in die Köpfe anderer Leute gucken


    Hallo Aurora,
    ja was hat es uns doch beschäftigt, dieses Bild nach Aussen.
    Es war Motor und Bremse.
    Ich muss nun nicht mehr mich erklären, ich muss nun keine Aufklärung in Sachen Co geben. Und was anderen in ihrem Kopf rumgeht, versuch ich auszublenden. Klar, gibt es da auch bei mir immer wieder Tagesformen, die es mal mehr, mal weniger gut gelingen lassen, aber dieses Thema verblasst immer mehr.

    LG nici :wink:

  • Liebe Aurora,

    danke, deine Worte sind wie ein Trostpflaster für meine Seele :)

    Ich weiß, das ist dein Weg. Mir ging es auch gestern erst gar nicht so schlecht (außer meiner Erkältung). Als ich das aber las, kam alles irgendwie in mir hoch. Es ist ja auch noch gar nicht so lange her, als ich das mit der Wohnung abgesagt habe.
    Die war eigentlich ganz niedlich. Sie war nur ziemlich eng. Ich hätte mir sogar Garten machen können, aber Stückchen weg und ohne Wasser.
    Ich habe eh wenig Zeit. Besser wär so ein Balkon, wo man sich auch mal spät schön raussetzen u. abspannen kann, sowas brauche ich.

    Nun sitze ich hier und alles tut noch mehr weh, weil ich ja nicht weiß, ob ich hier überhaupt bleiben kann. Alleine wird nix und mit ihm, für immer, kann ich es mir irgendwie nicht vorstellen, noch nicht oder nie wieder.

    Naja, ich schrieb ja schon mal, dass das auch solch eine Blitzentscheidung war. Ich denke, wenn es jetzt nichts wird mit uns, dann weiß ich es genau, habe es versucht und kann dann vielleicht auch sicherer meinen Weg gehen.


    Ich freue mich für dich :D , dass du wieder Oma wirst. Das sind bestimmt auch alles so neue schöne Erfahrungen, mitzuerleben, wie die Kinder ihren Weg machen und wie neues Leben entsteht, wieder kleine Menschenwesen aufwachsen zu sehen, die einem am Herzen liegen.

    Meine „Kleene“ ist ja auch schon 24, hat gerade ihren Abschluss fertig, einen tollen Job und einen lieben Freund. Mal sehen, wann es dort die erste „Erbse“ gibt.
    Ach die ist süß, von ihr kriege ich so viel Beistand. Wir sind wie Freundinnen. (Naja bei Kummer muss man auch mal Mama sein). Ich glaube, sie fand es blöd, dass ich hier geblieben bin, so sehr sie sich auch um ihren Vater sorgt. Sie hat damals auch so viel mitgemacht bei uns und soo große Probleme gehabt. Ich bin soooo stolz, dass sie das alles geschafft hat. :D

    Nun wünsche ich dir ein schönes Wochenende und viel Spaß bei euren Unternehmungen.
    Ich werde morgen mal wieder einen Weibsenabend mit einer ganz lieben Freundin aus meinem Heimatort machen. Da freue ich mich schon drauf. Jetzt geht’s auch erstmal in meinen (armen) Garten.

    Ganz liebe Grüße von Eklisee

  • Hallo,

    und huhu nici, es gab ja mal eine lange Zeit in meinem Leben, da war dieses Außenbild fast lebensnotwendig für mich. Ein Deckel für die Wahrheit. Das hat sich stark geändert, darüber bin ich froh, denn es war unheimlich anstrengend, dieses Bild aufrecht zu erhalten. Es gibt in meinem Leben immernoch solche Aha-Momente, wo Knoten in meinem Kopf aufgehen.

    Hallo Eklisee, in deinem Leben gibt es zur Zeit noch viele Eventualitäten. Du bist noch nicht so sicher, wohin dein Weg gehen wird. Das ist eben so, hauptsache der Weg geht nicht rückwärts. Aber dafür bist du schon zu weit gegangen.
    Ich sag dir, Oma-Sein ist schöööön :D . Und ich kann das genießen, weil ich in meinem Kopf frei dafür bin. Da ist kein Druck und Zwang mehr, ich kann mich auf's Genießen der Zeit mit dem Enkelchen konzentrieren. Das wäre früher so nicht möglich gewesen.
    Schön, dass du zu deiner Tochter ein solch entspanntes Verhältnis haben kannst. Aber für die Kinder aus Familien mit einem oder beiden Elternteilen, die abhängig sind, ist es auch sehr schwierig. Sie leiden sehr unter dieser Situation, nehmen Rollen ein, die sie nicht Kind sein lassen, kriegen mehr mit, als die Eltern denken.
    Ich wünsche dir auch viel Spaß am Wochenende, lass es dir gut gehen!

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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