Liebe Aurora, Du Fussballstar ![]()
Ja, in manchem was Du schreibst, erkenn ich mich.
Auch ich hatte das Gefühl: Wow, mich will einer heiraten.
Ja, das verlieh mir auch eine Art Befriedigung, war ich da doch gefragt.
Hab auch einiges dafür getan : wenn ich mich so zurück erinnere, hab ich immer nach dem Muster "wenn mich keiner liebt, dann brauch mich jemand viell." gehandelt.
Ich hab die Liebe ersetzt durch meine Hilfe, die ja dann dankbar angenommen wurde, war es doch so viel einfacher.
Auch wenn ich damals schon spürte, Er kann keine wirklichen Gefühle zeigen, nahm ich es trotzdem in Kauf.
War ich doch dann komplett, war doch dann so, wie es sein sollte.
Ich war nicht übrig, und altermäßig bei meinen Geschwistern auch an der Reihe. Wurde nicht übersprungen.
Ich hab so meine Minderwertigkeitskomplexe, aber nicht weiter dragisch,
schlimm war es eher für mich, ständig mit Geschwistern verglichen zu werden und dabei den Kürzeren zu ziehen.
Auch ich hab dann schnell gemerkt, wie sehr sich unsere Partnerschaft von denen der anderen unterschied. Das da was nicht "im Rahmen" ist.
Hab aber dann schnell gemerkt, dass man mit etwas Wehklagen über Kindheit, Familienverhältnisse, oder sonstwas Mitleid in der Außenwelt/Familie erhaschen kann, und wurde ein Fachmann im Jammern.
Und auch die Aufopferung meinerseits wurde mit Kopftäscheln quittiert,
was mich in meinem Programm leider auch noch veranbrachte.
Aber auch in anderen Dingen war mir wichtig, was die Menschen da draußen von mir dachten. Wenn sie mich lobten, war ich mir wichtig und fühlte mich geliebt. Ich war abhängig von den Meinungen der Menschen um mich rum. Abhängig, Lob zu bekommen für meine Leistungen. Nur dann konnte ich mich selbst schätzen, fühlte ich mich wertvoll und geliebt. Das war sehr anstrengend, diese Leistungen, und ich musste immer mehr leisten, um mich wertvoll fühlen zu können.
In diesem Trott steck ich immer noch drin, hab ich das Gefühl.
Dieses sich-messen-müssen, dieses sich-von-anderen-abgrenzen-müssen ist mir so zuwieder, und doch spiel ich dieses Spiel mit, auf meine Art.
Mir waren schon immer jegliche Sportarten verhasst, wo es ans gegensseitige messen ging. Und schon allein in einer Gruppe laufen find ich furchtbar. Nicht mal weil ich viell. die Schlechteste war, sondern auch in Bereichen, wo ich gut war. Allein schon dieses Gefühl des Mithaltens find ich sch....
Und ich bin da auch in vielen Dingen hart zu mir. Härter, wie es verlangt ist.
Wenn gesagt wurde z.B. man soll Hände waschen, da war/bin ich die, die am längsten, am genauesten wäscht. Verstehst was ich meine ? Viell. ein blödes Bsp, mir fällt aber jetzt grad nichts besseres ein.
Aber wenn dann einer was mit dreckigen Händen schmutzig gemacht hat,
könnt ich wetten, man sucht als erstes bei mir.
Oder ich zeichne gerne, einfaches Mittelmaß, aber ich weiß genau, dass ich das, was ich vor den inneren Auge hab nie 100% auf Leinwand bekomme > das bekommt keiner, das stört aber keinen, nur mich. Ich kann es dann nicht. Und so kommt es, dass ich von zig Bildern, die angefangen habe zu malen, nie eines fertig gestellt habe, weil ich dann schon unzufrieden bin mit mir.
Ich mit mir ? Oder hab ich da nur das Gefühl nicht zu genügen.
Aber Aurora, wie schaltet man ab ? Ich seh ja den Schalter, komm aber nicht hin !
Ich merk ja, das mein Problem bei mir liegt. Ich muss es nicht anderen recht machen. 90 % der Menschen um mich erwarten das ja garnicht, das weiß ich,
warum eier ich da trotzdem rum.
Und ich bin ehrlich, manchmal schon so, dass es weh tut.
Danke Dir, es hat mich sehr berührt,
nici