Beiträge von Carl Friedrich

    Du entscheidest selbst, wem Du es in welcher Art und Weise erzählen magst oder auch nicht.

    Genau so habe ich es gehandhabt. Es wissen nur diejenigen, die es auch wirklich was angeht. Der Kreis ist sehr eng gewählt.

    Ich wurde und werde nur ganz selten mal gefragt. Das liegt auch daran, dass der Kontakt zu früheren Saufkumpanen komplett eingeschlafen ist. Heute ist nichts mehr so, wie es früher mal war. Und das ist gut so. Ich bewege mich in einem Umfeld, in dem allenfalls wenig und moderat etwas getrunken wird. Vieltrinker gehören dem nicht an.

    Fortsetzung:

    Den Jahreswechsel habe ich in aller Ruhe verbracht. Auf das mitternächtliche "Prosit Neujahr" der Nachbarschaft habe ich bewusst verzichtet. Mir gefällt um die Zeit der Zustand der Nachbarn nicht. Laut meiner Frau, die mal kurz vor der Tür war, waren sie schon gut angeheitert. Damit kann ich nichts anfangen und ich fühle mich unter reichlich Alkoholisierten unwohl.

    Neujahr war ich dafür nachmittags mit klarem Kopf im Fitnesstudio. Es war ordentlich besucht.

    Jetzt hat mich der Arbeitsalltag wieder im Griff.

    Was das neue Jahr uns bescheren wird? Ich weiß es beim besten Willen nicht. Ich achte auf mich, meine Gesundheit und darauf, dass es meiner Familie und mir möglichst gut geht. Meinen Kurs der Abstinenz steuere ich auf Sicht, ohne langfristige Planung, die mir in diesen Zeiten gar nicht möglich ist.

    Bleibt gesund und abstinent.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Der Deckmantel reflektieren oder mit kontrollierten Sauf- Gedanken spielen, lese ich immer wieder mal, aber es überzeugt mich nicht. Sind zu viel auf der Strecke geblieben.

    Das ist der große Vorteil der langjährigen Abstinenz, die Erfahrungen.

    Ich habe aufgehört, dagegen anzukämpfen.

    Wer kämpfen muss, ist nicht frei. Ich habe das Kämpfen schon vor langer Zeit aufgegeben. Das wird von vielen etwas ungenau als "Kapitulation vor dem Alkohol" formuliert.

    Gerade nach so einer langen Zeit sich wieder dem Projekt kontrolliertes Trinken zu widmen ist mehr als ein Alarmzeichen.

    Damit sind wir wieder bei Punkt 1: Die Erfahrung lehrt den Erfahrenen, dass Gefahr im Verzug sein kann.

    Erst als ich meine lebenslange Krankheit als solche akzeptiert hatte, konnte ich mich befreien. Alkohol und ich sind nicht für einander bestimmt, das funktioniert nicht.

    Dazu gehört das Eingeständnis, dass nie wieder was mit dem Alk gehen wird. Sucht ist wie eine Einbahnstraße (Quelle: Der Trocken-Doc). Es gibt kein zurück in ein früheres Stadium vor der Sucht und somit nicht in eine Phase des begrenzten Konsums.

    Dann wende Dich an eine Suchtberatungsstelle

    Den Ratschlag unterstütze ich voll und ganz. Dorthin kannst Du auch Deine Frau mitnehmen, zumindest ist das bei uns möglich. So kann sie es auch von einem externen Experten erfahren.

    Zudem meint sie, dass Selbsthilfegruppen ja auch nicht unter ärztlicher Aufsicht stehen und man daher auch dort doch keine Ahnung hätte.

    Deine Frau erliegt leider einem Irrglauben. In einer SHG sitzen, wie auch hier im Forum, hochqualifizierte Facharbeiter zum Thema Alkoholsucht. Wir sind Experten und kennen die Risiken und Tücken; viele von uns sind seit Jahren abstinent.

    Reine Suchtärzte sind eher selten anzutreffen. Frag mal bei der Suchtberatung nach entsprechenden Ärzten nach.

    Übrigens, der Doc kann zwar Pillen gegen Craving verschreiben, aber nicht gegen die Sucht. Aus der Sucht aussteigen kannst Du nur selbst und dabei findest Du u.a. hier Hilfe und Unterstützung. Den Weg aus der Flasche musst Du jedoch selbst beschreiten. Deshalb heißt es ja auch: Hilfe zur Selbsthilfe.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Fast überall werden wir mit der schier galoppierenden Inflation konfrontiert und was muss ich lesen, als ich heute einen Prospekt eines großen Getränkemarts durchblättere? Alkohol ist in den letzten Jahren offenbar nicht einen Cent teurer geworden, egal ob Bier, Sekt oder Schnaps. :( Dasselbe Preisniveau wie noch vor 8 Jahren, als ich noch am Start war.

    Wenn das mal für Lebensmittel und Energie so wäre.

    Ich suchte Angebote für Nichtalkoholisches, da musste ich schon mehrfach blättern und stöbern. Der Prospekt bestand fast ausschließlich aus Alkohol und Silvesterfeuerwerk, mit dem Dreck werden wir die nächsten Tage ja auch noch belästigt.

    Was soll's, ich lebe abstinent und bin gesund, das darf und soll gerne so bleiben.

    Hallo!

    Knapp 1 1/2 Jahre clean, das ist schon eine Leistung, Glückwunsch.

    Du liest Dich sehr positiv, zufrieden abstinent. Das kann nicht jeder Abstinente von sich behaupten.

    Wenn Dir deine Wand der Wiedergeburt hilft, machst Du alles richtig, damit unsere Krankheit nicht aus unserem Blickwinkel gerät.

    Weiterhin alles Gute wünscht

    Carl Friedrich

    Hallo und willkommen.

    11 Wochen wieder clean, das ist doch ein solider Neustart.

    Erhöhte Leberwerte hatte ich auch mal, aber nach ein paar Abstinenz waren die wieder im Normbereich. Wenn die nach 11 Wochen immer noch zu hoch sind, solltest Du das mit einem Arzt besprechen. Falls Du zu Deinem bisherigen Doc kein Vertrauen hast, wechsel den Arzt.

    Ansonsten findest Du neben dem Forum hier, bei der Suchtberatung Deines Wohnortes Ansprechpartner und kannst da mal nachfragen, ob die eine Empfehlung aussprechen können und evt. sogar mit Suchtmedizinern zusammen arbeiten.

    Ich bin jetzt im 8. Jahr clean und habe eine ambulante Therapie gemacht. Vielleicht wäre das ja was für Dich.

    Wie sicherst Du dich über die Feiertage und den Jahreswechsel ab?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Selbst Ähnlichkeiten kann ich in die Tonne hauen.

    Dann tue es doch :lol:, die geäußerte Ansicht selbst teile ich jedoch nicht.

    Selbst bei meiner langjährig qualmenden Gattin griff letztlich die 1-Tagesmethode am Besten. Sie ist seit ca. 3 Jahren unfallfrei nikotinfrei. Auch konnte ich ihr als Motivationshilfe klar machen, dass ich als Ex-Trinker den viel schwierigeren Ausstieg aus der Flasche geschafft habe, dagegen sei die Aufgabe der Qualmerei doch wahrlich ein Kinderspiel. Das war natürlich ein taktischer Kniff von mir, der sie bei der Ehre packte. Ich habe ihr erklärt, was mir bei Suchtdruck gut half und die Methode auch bei "Rauchdruck" anwendbar und erfolgversprechend sei, da der Schmacht auf 'ne Kippe nicht ewig andauere und nach wenigen Minuten verflogen sei.

    M.E. gibt es daher bei den ganzen Süchten durchaus Parallelen, die beim erfolgreichen Ausstieg eine hilfreiche Stütze sein können..

    Mich verwundert, dass ich so einige Abstinente getroffen habe, die irgendwie nicht die Finger von dem Dreckzeug Nikotin lassen können oder wollen, selbst wenn sie beim Alkoholausstieg sehr konsequent und zielstrebig wirkten und vorgingen.

    Jedoch mit einem hochwertigen Kaffeevollautomat . Nur Knopf drücken, fertig.

    Wichtiger ist das, was oben reinkommt, nämlich die Bohnen. Was nützt der scheinbar beste Automat, wenn oben Billigkram vom Discounter reingeworfen wird. :wink:

    Bislang war ich stets zu sparsam und altmodisch für so einen Automatenkram. Ich hole mir lieber gute Bohnen von einer Rösterei, gerne mal für Kg-Preise von 40€+, daheim wird manuell gemahlen und dann von Hand aufgegossen.

    Worauf ich da hinaus will, ist. Nicht saufen machen auch Geldressourcen frei.

    Das Geld wird halt für Schöneres ausgegeben.

    Eine reine Espressomaschine könnte mir auch gefallen, jedoch kein Kapselgedöns. Die gönne ich mir vielleicht nächstes Jahr.

    Wenn ich jedoch lese. „Mein Therapeut hat gesagt“ ist keine Selbsthilfe und macht mich auch stutzig. Dann bin ich nicht mehr bei mir, sondern stecke in den Ausführungen des Therapeuten fest. Benutze den Therapeuten, unabhängig seines Wissens über die Sucht, als Prellbock, wenn beim Umsetzen seiner Thesen mal etwas in die Hose geht.

    Auch ich habe mal meine Therapeuten zitiert. Aber nur zu Punkten, die mir wichtig erscheinen, hinter denen ich voll und ganz stehe und bei denen ich mich sicherlich nicht hinter ihnen verstecken möchte.

    Ich merke mal wieder, dass Du irgendwie eine latente Aversion gegen Suchttherapeuten hast ;) .

    ich war immer Opfer der Gesellschaft, Opfer der Ärzte oder Therapeuten, Opfer von Behörden, Opfer von Mitmenschen, von Familie und und und ....

    Aus dem Grund habe ich nie getrunken. Ich war und bin kein Opfer. Ich war Täter. Aufgrund meines intellektuellen Zuschnitts und meines Werdegangs war es mir klar, dass ich soff. Das habe ich gerne und regelmäßig verdrängt und mir eingebildet, ich hätte es im Griff, um gleich das nächste Weizen einzuschenken.

    Dein Thema bestätigt erneut, dass es vielfältige Gründe für ein Abgleiten in den Alkohol gibt, die nicht für alle gleichermaßen gelten.

    Meines Erachtens liegt häufig ein multikausales Geschehen vor, d.h. ein Zusammentreffen mehrerer Ursachen führt zu dem Ergebnis.

    Bei mir vermochten meine Suchttherapeuten den eigentlichen Grund für meine Sauferei nicht herauszufiltern.

    Hallo Ena!

    Danke für Deine Antwort. Deine Vorbereitung liest sich gut, vor allem konsequent. Das lässt sich leider nicht von jedem Neueinsteiger behaupten. Und in gut 3 Wochen geht's ja schon los mit der Therapie.

    Und wenn es mal drückt, dann ist das Forum hier ja rund um die Uhr geöffnet. Hier findest Du schnell Ratgeber, Antworten oder nur ein offenes Ohr (bildlich).

    Da unser Nachwuchs z. Zt. in Mittelfranken aufgeschlagen ist, kennen wir dort einige schöne Orte, auch zur Weihnachtszeit. Wir erhalten an Weihnachten als Mitbringsel stets eine Kiste Elisenbruch, eingeschweißte Schäufele, Gelbwurst mit, Weißwürste, Brezen und kloßteig. Die Produkte sind qualitativ deutlich besser als bei uns und mit Schäufele kann hier kein Metzger was anfangen.

    Was machst Du mit den Hunden, wenn Du in Therapie bist? Mitnehmen?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo und willkommen im Forum.

    Darf ich fragen, wie Du Dich in den nächsten 3 1/2 Wochen bis Therapiebeginn absicherst, damit es nicht zu einem Rückfall kommt?

    Gerade diese Jahreszeit ist besonders herausfordernd. Alkohol an jeder Ecke, die Prospekte quellen über vor Angeboten, Weihnachtsfeiern und -märkte und zum krönenden Abschluss Silvester. Auch bei konsequentzer Meidung dieser Veranstaltungen, werden sie doch von den Sinnen wahrgenommen. Dazu noch das prima funktionierende Suchtgedächtnis, das ist zu dieser Zeit eine gewaltige Aufgabe für einen frisch Abstinenten.

    Gruß

    Carl Friedrich, seit mehr als 7 1/2 Jahren unfallfrei abstinent.

    Da war ich heute mal in der Stadt und erstaunt, dass es bei weitem nicht so voll war wie erwartet. Selbst die Glühweinbuden auf dem Weihnachtsmarkt waren am Nachmittag, als es dunkel wurde, nicht so belagert wie vor Corona. Das lässt nur einen Schluss zu, die Leute halten ihr Geld zusammen.

    Ansonsten verläuft mein Leben in ruhigen Bahnen. Keinerlei Suchtverlangen spürbar. Der Alkohol als solches ist mir so was von egal. Ich werte es als Ausweis einer stabilen Abstinenz. Dennoch bewahre ich mir den nötigen Respekt vor ihm und der Krankheit. Mit jedem Aufrufen dieses Forums halte ich die Erinnerung wach, das schützt mich.

    Wenn ich lese, dass anderweitig z.T. bewusst die Konfrontation mit dem Alkohol gesucht und ihm förmlich nachgelaufen wird, dann bin ich doch erstaunt. Mehr als mahnen und warnen können erfahrene Mitglieder dieses Forums nicht, aber wer es halt besser weiß, zahlt womöglich (vermeidbares) Lehrgeld. Wie heißt es so schön: SHG = Selbsthilfegruppe = Hilfe zur Selbsthilfe. Was aus der hier reichlich angebotenen Hilfe gemacht wird, das bleibt jedem selbst überlassen.

    Ich weiß worum es hier im Thema geht, aber bitte um Netiquette. Saufen kann man nicht nett beschreiben, Hartmut hat aber diese Stachelei nicht verdient. Das ist meine Meinung dazu. Finde ich Respektlos!

    Falls ich mich irre und er doch abhängig war, ist seine Saufgeschichte dahingehend offensichtlich nicht mit meiner zu vergleichen.

    Hier wimmelt es nur so von dem Begriff "Saufen". Daher bin ich überrascht, denn so war es nicht intendiert. Auch ich habe eine Saufhistorie, die hoffentlich vorbei ist, garantieren kann ich es nicht.

    Es ist mal wieder die alte Krux des rein schriftlichen Austauschs. Es wird schon mal anders gefunkt, als es womöglich empfangen wird. ;) Ich gehe davon aus, dass reicht zur Klarstellung, zumal Hartmut selbst sich hierzu gar nicht geäußert hat.

    Das ist eben eine lange Umschreibung, Alkoholiker zu sein.

    Das ist Hartmuts Auslegung aufgrund seiner Saufgeschichte. Es gibt auch ehemals riskante Trinker, die ohne abhängig geworden zu sein, in höherem Alter einfach weniger oder gar nicht mehr trinken. So Herrschaften treffe ich ab- und an in der Sauna. Früher haben wir gemeinsam ein paar Weißbiere gekippt, jetzt nicht mehr. Ich nehme Kaffee oder Schorle, andere ebenfalls oder Weißbier alkoholfrei/alkoholarm mit genau derselben Begründung. Es gibt Menschen, die mit zunehmenden Alter schlauer werden.

    keiner auf der „Brennsuppe“ hergeschwommen

    Nie gehört, kenne ich nicht.

    Hörte er auf, ist es aufgefallen und jeder der ihn kannte, zog dann seine Schlüsse daraus.

    Was wer schlussfolgert, ist mir wurscht, ich muss niemand was auf die Nase binden. Warum nicht? Weil es alleine meine Entscheidung ist, wen ich informiere.

    Nicht jeder bekommt es gesagt, aber jeder der es für meinen Eigenschutz wissen muss.

    Genau das mache ich auch. Es wissen genau die, die es was angeht. Ansonsten bin ich geschützt. In mein abstinentes Leben haben sich die Automatismen der Abstinenz eingeschliffen. Hierzu gehört auch, was im Risikofall zu tun ist.