liest sich für mich als Durchhalteparolen zum ersten Jahr hin an
Die Auffassung teile ich nicht. Das erste Jahr ist das schwierigste, anschließend wird es leichter. Und die Gedanken sind bekanntlich frei, für sie kann ich nichts. Was ich lernen kann, ist mit ihnen umzugehen.
Im Übrigen sind wir nicht alle gleich, was auch gut so ist. Es gibt Probanden, die auch gedanklich mit dem Thema abgeschlossen haben, was ich für sie Klasse finde, bei anderen flackert das Thema KT doch noch mal auf. Und das hat nichts mit einem permanenten Aufenthalt in einem "nassen" = notorischem Säuferumfeld zu tun, sondern letztlich mit den Tücken des Suchtgedächtnisses, das vom eigenen Willen leider nur teilweise zu steuern ist. Kommen entspr. Gedanken auf, gilt es gegenzusteuern. Dafür habe ich mir meine eigenes Programm zurecht gelegt, das sofort abgespult wird.
Auch hab ich mir die Frage gestellt, ob ich ein kontrolliertes Trinken nun schaffen würde.
Aber ganz tief in mir weiß ich, dass es schief geht.
Dennoch kommen halt diese Gedanken..... für mich ein Zeichen dass ich nicht komplett gefestigt bin.
Ich trete bei diesem Thema eher auf der Stelle, akzeptiere es aber.
Mir kamen diese Gedanken aus den Tiefen des Suchtgedächtnisses in den ersten Jahren öfter und sie wurden rasch verworfen.
Ich habe mich an gelegentliche Gedankengänge gewöhnt, sie zeigen mir, dass ich niemals über dem Berg sein werde. Gerade diesen Anstoß empfinde ich für mich auch schon irgendwie positiv, solange er nicht in heftiges Suchtverlangen umschlägt.
Ich bezeichne mich als gefestigt und bin 7 1/2 jahre unfallfrei unterwegs.
Meine Frau gibt mir jedoch oft das Gefühl, dass ich ja mal wieder normal trinken könnte.
Sie meint zu besonderen Anlässen wäre das doch voll okay.
Darin sehe ich eine erhebliches Risiko. Deine Frau hat das Problem leider noch nicht richtig in seiner ganzen Tiefe erfasst und geht wohl von einer Heilung aus.
Schau Dir mal mit ihr zusammen den Beitrag: DER TROCKENDOC an, den findet man noch im Netz und ggf. Mediatheken. Da wird es eindringlich beschrieben. Sucht ist eine Einbahnstraße, es gibt kein zurück in ein früheres Stadium.
Hätte ich eine Frau, die mir permanent klar machen will, wie toll doch Anstoßen an Geburts- und Feiertagen bzw. sonstigen Anlässen doch sei, weiß ich nicht, ob ich so lange clean geblieben wäre.
Gruß
Carl Friedrich