8er-Bahn von Kopf bis Herz

  • 8) wer bist Du? Was macht Dich aus? Ich kenne Dich jetzt, vom Lesen her, nur als "die Frau, die etwas erzwingen will, auf Kosten eines Mannes, der alkoholkrank ist".

    Du schreibst, dass Du davor auch schon glücklich warst. Wodurch? Wie hast Du dafür gesorgt, dass es Dir gut geht? Hast Du jemand anderen gebraucht, oder kam es von Dir, von Dir selbst? Und wenn ja (und das frage ich jetzt ernsthaft): Wie hast Du das geschafft? Kannst Du Dich noch daran erinnern?

    Kann`s sein, dass Du Deine Therapeutin falsch interpretierst? Also...ich verstehe die Arbeit an mir, dass ich selbst dafür sorge, dass ich glücklich bin und mir auch eingestehe, dass ich zu 100 Prozent dafür verantwortlich bin, wenn ich nicht glücklich bin. Und da kommt nicht vor, dass ich mir etwas "nehme", das mir nicht zusteht. Und Dein Mann ist kein Gegenstand, sondern ein menschliches Wesen, mit Eigenleben und eigenem Weg.

    Du hast anscheinend wirklich noch nicht "geschnallt", dass sich eine Co-Abhängigkeit dadurch auszeichnet, dass wir Co-Kranken uns das Recht herausnehmen, einen anderen Menschen dazu bringen zu wollen, dass er etwas macht, wovon wir glauben, dass es ihm gut tun würde:

    Zitat

    Ich will mich nicht damit abfinden, dass ich nicht krieg was ich will. Richtig! Und zwar nicht nur aus blossem Egoismus, sondern weil ich glaube, dass ich nichts schlimmes will, sondern im Gegenteil was gutes auch für meinen Mann. (Oder wünscht man einem Alkoholkranken lieber nicht, dass er gesund werden soll??? Weil die Sucht besser ist???)

    Diese "geschummelte, aus den Fingern gezuzzelte Ausrede" in Richtung "Ich will ja nur das Beste für ihn....er soll gesund werden" ist wirklich ein eindeutiger Hinweis für mich, dass DU nix machen, verändern willst, weil Du anscheinend eh glücklich und zufrieden mit Dir selbst bist.
    Du bist ziemlich stur, ehrlich, ....läufst einem Irrgedanken und -glauben hinterher, wie ein Esel einer Karotte.... (Tschuldigung, liebe Karotte, aber der Vergleich passt so schön). Aber: Du bewegst Dich ja! Ich frage mich nur, in welche Richtung!!!!!

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

  • Hallo crevette,

    "Ich will mich nicht damit abfinden, dass ich nicht krieg was ich will. "

    Das erinnert mich an die Zeit, als mein Sohn noch im Kindergartenalter war. Einkaufen endete dann oft an der Kasse mit ein "Ich will das aber!" Manchmal auf begleitet von einem bockigen Aufstampfen mit dem Fuß. Es kostet jedesmal mein ganze Verhandlungsgeschick, im klarzumachen, dass dies nicht ging. Inzwischen ist er 29 Jahre alt und hat akzeptiert, dass man nicht alles haben kann, was will. Und er ist auch aus dier Bockigkeit diesbezüglich heraus gewachsen.

    Gruß
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Liebe Crevette,
    ich für mich persönlich musste erfahren, dass ein "ich will" oftmals mich selber hinderte weil ich verbissen an einer Sache hing und dabei den Weg dorthin nicht geschafft habe. Das brachiale, der extreme Wunsch, machte es mir unmöglich auf Umwegen zum Ziel zu gelangen. Die Hauptstraße war aber leider gesperrt....

    Ich für mich habe Ziele vor Augen, an deren Erfüllung ich arbeite, jedoch bereit bin Umwege zu gehen und dieses Ziel für irgendwann als Ziel zu behalten aber mich nicht darauf zu fixieren.

    Für mich selber wäre das "ich will" eine Behinderung meines Lebens weil ich mir dadurch nur auf dieses Hauptziel fixieren würde. Lange Zeit habe ich so gelebt und mich dadurch vieler Umwege beraubt, die mir noch weitere zusätzliche Erfolgs- und Glücksmomente beschert hätten.

    Jede oder jeder geht mit seinen Problemen auf seine Art und Weise um.Ob Forum, Therapie oder Selbsthilfegruppe. Ob im Forum Tagebuch, sich zuweilen auf Abstand halten oder was auch immer. Jeder muss da wohl für sich entscheiden wie er / sie sich fühlt und wo er / sie für sich am meisten selber heraus holen kann in Sachen Entwicklung.

    Lieben Gruß von Dagmar,
    die sich nun wieder an Bewerbungen machen wird.

  • Meine Therapeutin hat mal sowas gesagt wie: .....am ausgestreckten Arm verhungern...dann ist es Zeit zu gehn.... Karotte
    @Amai...is klar *g*..bin ja nicht nur Gemüse..

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Wieso kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass Du einfach wahnsinnig gerne diskutierst, Crevette?
    Du erklärst Dich (und ihn) zu allem und jedem - lieferst uns seitenlange Erklärungen, warum etwas im Moment und in der Zukunft nicht geht und immer wieder läuft alles Ge- und Zerrede auf eines hinaus:

    Das Leben läuft nicht so, wie Du es willst! Wer glaubst Du bist Du eigentlich, dass Du einen unbewussten Anspruch mit Dir herumträgst, dass das Leben nach Deiner Pfeife zu tanzen hat? Ist es nicht vielmehr so, dass es ein Sinn unseres Lebens ist, sich dem was passiert hinzugeben? Sich in den Fluss des Lebens zu begeben, ohne ihn auf Biegen und Brechen begradigen zu wollen?

    Ich habe Menschen sterben gesehen, die bis zum Schluss meinten, das Leben hätte sich nach ihnen zu richten. Sie haben dann in ihren letzten Stunden / Minuten bitter und schmerzvoll erfahren, dass Leben immer ein Geschenk ist, eine Herausforderung zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung. Und ein Geschenk ist nur dann ein Geschenk, wenn daran keine Erwartungen geknüpft sind. Wir haben kein Recht Ansprüche an das Leben zu stellen. Vielmehr sollten wir lernen mit dem Fluss des Lebens mitzuschwimmen...

    ...und das, lass doch einfach bitte unkommentiert stehen! :wink:

    Liebe Sonntagsgrüsse
    skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Mal zum "Fluß" und Veränderungen... um mal bei Skybird abzuknüpfen... :wink:

    Es gibt da so einen Spruch: "Es wird niemals ein und derselbe Mensch in den gleichen Fluss steigen können" ... ich denke, die meisten hier verstehen, was damit gemeint ist.
    Für crevette :wink: :
    Wir veränderun uns täglich, und wenn auch nur ein wenig, und ein Fluss fließt ständig, wie das Leben selbst... ein einziger Fluss voller Veränderungen... deshalb ist auch eine Wiederherstellung einer Situation aus der Vergangenheit einfach UNMÖGLICH.
    Leben ist nun mal Veränderung, das zu ignorieren, stoppt eigenes Wachstum und man blockiert sich selbst mit dem Anspruch, alles habe sich nur nach einem selbst zu richten. Man wird so wohl viel schönes im Leben verpassen, anstatt man sich einfach mal aufs Leben eingelassen hätte...

    LG
    Lilly

  • Zitat von crevette

    . Weil bei mir das "wie es mal war" dieses innere Glücklichsein war, ich kann's immer noch nicht beschreiben, das allgemeine Gefühl "es ist gut" auch wenn's mal stürmisch zu und her geht, aber im Grunde genommen ist alles gut. Und das will ich wiederhaben. Weil das das Allerbeste ist. Das ist vielleicht das, was man "mit sich und der Welt im Reinen sein" nennt? Ich wünsch Dir sehr, dass Du das auch kennenlernst, Karotte; und dass Du es dann nicht wieder verlierst, weil das vielleicht schlimmer ist, als es nie gehabt zu haben. :cry:

    liebe crevette... nun ist es aber unwiderbringlich weg...zumindest MIT IHM!!! eine Chance, es in sich selbst zu finden liegt aber vor dir...dein Blick auf das vergangene hindert dich daran, diese wunderbare Chance zu nutzen... selbst wenn er trocken wird und zu dir zurückkehrt, wird es nicht mehr so sein können..verstehst du?! zuviel steht dazwischen und du würdest an seiner Seite nach dem vergangenen schmachten... :cry:

    Zitat von crevette


    Und dieses Gefühl ist weg seit mein Mann und ich getrennt sind. Nicht seit er trinkt, nicht seit wir Streit hatten, sondern seit er weg ist - folglich will ich ihn zurückhaben. Nicht weil ich 100% sicher bin, dass mit ihm dieses Gefühl wiederkommt - denn das Gefühl gibt ja nicht er mir, ich hatte es ja auch schon vor ihm, ich hatte es schon immer, das ist "meins" (nur ich, nur für mich, das bin ich, versteht Ihr, wie ich meine?). Aber da es weg ist, seit er weg ist, also seit meine Situation die jetzige ist, will ich sehen, ob das Gefühl zurückkommt, wenn die Situation wieder ändert.

    meine Theorie dazu ist, wenn dies dein ureigenstes Gefühl ist, dann mußt DU es wiederfinden..genau in DIR..ohne ihn...dich finden und dein Gefühl---vielleicht liegt darin die Chance auf ein Ausprobieren,was du dir ja immer noch sehnlichst wünschst? du schreibst ja auch, dass dein sicherer Hafenplatz für ihn erdrückend und langweilig geworden sei...aber für alldas,mußt du loslassen....zu DIR kommen und in und bei Dir ankommen...


    Zitat von crevette


    - wie meinst Du "seine Fesseln"? Die Fesseln, die mich an ihn binden oder die, die ich ihm anlegen will? Wahrscheinlich beide gleichzeitig, nicht wahr? :) Er frei, ich frei - und dann eventuell (hoffentlich hoffentlich hoffentlich!!!) gibt es eine Möglichkeit zur Chance.


    Deine Hoffnung sollte nicht an erster Stelle stehen crevette..sondern DU!!! und deine innere Ausgeglichenheit..DU in DIR..verstehst du?

    Zitat von crevette


    Und das will ich ja genau! Und darum tummle ich mich hier rum und versuche dahinterzukommen, wie ich das anstellen muss. Und vor allem wie ich es anstellen kann, das zu ändern, was geändert werden muss ohne mich so zu verbiegen, dass ich da ende, wo glaube ich viele hier im Forum gestartet sind...


    vielleicht liegt der Fehler darin, dass du ihn an erster Stelle im Fokus hast? Viele enden eben bei einer Trennung..manche auch, wenn er wieder der alte wird-nur trocken...denn man erkennt, dass man selbst sich verändert hat...meine Therapie hat mich näher zu meinen alten Grundstrukturen gebracht..ich könnte nicht mehr mit ihm glücklich leben..auch wenn die Co-Anteile mir dies einflüstern wollen... ich will frei sein..auch mit einem Partner.... das geht nicht mit ihm... und eure Geschichte wird auch zwischen euch stehen..egal was geschieht....

    Zitat von crevette


    Versteht Ihr, wie ich meine warum ich hier bin? Irgendwie nicht nur, weil ich aufhören will, Co zu sein, sondern vor allem weil ich es nicht noch mehr werden will. Weil ich seit der Trennung viel schlimmer Co bin, als ich es vorher je war. :cry: - macht das Sinn? Versteht Ihr, wie ich es meine?


    Ich glaube nicht, dass man durch die Trennung noch mehr Co ist..sondern eher, dass die Co-Anteile den Entzug merken..kliebe crevette...sie lassen uns klammern und innendrin in Winterstarre verfallen.....schau in den Frühling...

    Ich hoffe, ich hab dir mal eine andere Position auf dich uind deine Situation geben können..einen anderen Blickwinkel

    LG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo zusammen,

    wie ich hier lese wird ja immer noch fleissig diskutiert und versucht Crevette wachzuschuetteln. Mein Eindruck ist, dass aber alles an ihr abprallt, Saetze wie: Ihr versteht mich nicht, vielleicht hab ich mich nur falsch ausgedrueckt...etc. kann ich hier von Crevette lesen.

    Ich hab damals auch meine Eltern versucht aufzuwecken, wachzuruetteln, sie wollten nicht, wollten so festhalten wie sie dachten. Ich musste lernen, dass ich dann machen lassen muss, wer nicht hoeren will muss fuehlen, bzw. selbst erleben was es bedeutet, da helfen keine Worte, da muss derjenige am eigenen Leib im Leben erfuehlen, wie es ist. Crevette will so weitermachen und weiterhoffen, das ist ihr gutes Recht, sie hat ihren Plan und dann muss sie den so durchfuehren.

    Das war nun aber wirklich der letzte Beitrag von mir in diesem Thread.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo alle zusammen

    und sorry, wenn ich jetzt nicht auf das antworte, was Ihr mir geschrieben habt. Ich hab's alles gelesen und ich würd zu gern antworten, denn nicht nur diskutiere ich gerne (hab ich ja auch schon x Mal zugegeben, schlau bemerkt, skybird!), ich find's auch irgendwie ein Zeichen von Achtung denen gegenüber, die mir was schreiben, dass ich drauf eingehe. ABER: Veränderung ist gefragt und da fang ich mal hier mit Üben an!

    Eigentlich wollte ich so im Sinn von Tagebuch und damit ich's mir bewusst mache erzählen, was ich am Wochenende so nur für mich gemacht habe. Da war morgens im Bett liegenbleiben so lange ich mag (bevor ich dringend auf die Toilette muss ;)) dabei und feines Essen und Lesen (muss einfach sein! :)) und Fussnägel knallpink lackieren (besonders wichtig im Winter unter all den Socken und Stiefeln und so :roll: :)) - aber dann bin ich auf etwas gestossen, das mich nachdenklich gemacht hat. Und ich würd Euch gern fragen, was Ihr dazu meint.

    Ich hab dieses Wochenende drei Mal die Gelegenheit gehabt, mich mit jemandem zu treffen. Und ich wollte das auch so in die Aufzählung der Dinge aufnehmen, die ich nur für mich gemacht habe. Aber jetzt frag ich mich, ob das auch alles "gilt" als "nur-für-mich".

    Ich erklär's mal:

    Einmal war ich bei jemandem zum Essen eingeladen.
    Einmal hab ich jemanden gefragt, ob er mit mir Kaffeetrinken gehen mag.
    Einmal hat jemand mich gefragt, ob ich mit ihr in ein Konzert gehe.

    Die Anfrage für's Konzert hab ich mit ganz lieben Dank abgesagt. Ohne irgendwelche Ausrede (Hamster gestorben, Küche abgebrannt, anderes vor, etc., was man eben so "höflichkietshalber" vorschiebt), sondern "lieb von Dir, dass Du fragst, aber die Musikrichtung ist nicht mein Ding."
    - das hab ich für mich gemacht.

    Den Kaffe bin ich trinken gegangen, weil ich Lust drauf hatte, logisch, sonst hätt ich ja nicht fragen brauchen. :)
    - das hab ich auch für mich gemacht.

    Die Einladung zum Essen hab ich auch angenommen. Nicht so sehr weil ich brennend drauf Lust hatte, sondern eher, weil ich damit der anderen Person eine Freude machen konnte. Was dann wiederum mir eine Freude gemacht hat. Und insgesamt hat das Essen uns auch Spass gemacht und das Quatschen zusammen hat gut getan und alles.
    - aber zählt das auch unter "für mich gemacht"???

    Wisst Ihr, wie ich meine?

    Und jetzt muss ich weg - es kribbelt so in den Fingern noch auf dies oder jenes einzugehen, echt schlimm! Von wegen Sucht... :oops:

    Liebe Grüsse,

    c.

  • Na weil ich das jemandem zu liebe gemacht habe. Also für mich selbst hätt ich nicht unbedingt mit der Person essen gehen wollen. :oops: Das hab ich gemacht, weil ich ihr eine Freude machen wollte. Und erst DAS, dieses ihr eine Freude machen, das hab ich für mich gemacht, weil das MIR eine Freude macht, nicht das Essengehen.

    Hmmm...

    c.

  • Hab grad - einmal mehr und wieder und wieder - die ultimative Loslass-Hymne XXXBitteRegelnbeachtenS.Käferchen angehört. Wer von Euch Französich kann sollte sich den Text unbedingt anschauen. Texte darf man ja hier nicht reinstellen... aber wie ist's mit eigenen Übersetzungen, ginge das vom copyright her? Ich will's nicht einfach ausprobieren, muss mal nachfragen.

    Gute Nacht alle zusammen!

    c.

  • Zitat

    Und das will ich ja genau! Und darum tummle ich mich hier rum und versuche dahinterzukommen, wie ich das anstellen muss. Und vor allem wie ich es anstellen kann, das zu ändern, was geändert werden muss ohne mich so zu verbiegen, dass ich da ende, wo glaube ich viele hier im Forum gestartet sind...

    Also dieser Satz ist mir ein bissl aufgestossen, wenn ich mal ehrlich sein darf.... Ich denke zwar nicht, dass du es böse oder abwertend gemeint hast, aber es hat mich geärgert.

    Viele hier starten, mit der AKZEPTANZ und Einsicht, nichts ändern zu können. Akzeptieren die Situation und versuchen zu handeln und sich nach vorne zu bewegen.

    Du bist immer noch beim VERBIEGEN, auch wenn dir das so nicht bewusst ist.

    Und denke nicht, dass dich keiner versteht, genau das was du ansprichst, die emotionale Befriedigung, kenn ich nur zu gut.
    Aber das ist alles eine ILLUSION an der du fest hälst.

    Wie man dich Desillusionieren kann, wohl nicht..., wie einen Alkoholiker, der seine eigene Realität festhält.
    Wahrscheinlich wirst du wohl auch erst, dahin kommen müssen, wo viele hier starten :wink: um wirklich zu VERSTEHEN.

    LG
    Verflixt

  • Zitat von verflixt

    Also dieser Satz ist mir ein bissl aufgestossen, wenn ich mal ehrlich sein darf.... Ich denke zwar nicht, dass du es böse oder abwertend gemeint hast, aber es hat mich geärgert.

    Na, Crevette, mir gehts da ähnlich wie verflixt. Ich empfinde dein Posting als recht arrogant. Zumal ich den Eindruck habe, dass ein ganzes Teil der Leute, die hier schreiben, weitaus mehr Fortschritte machen, als ich in deinen Postings lesen kann. Meines Erachtens musst du dich nicht mehr verbiegen, damit du denen gleichst, die sich hier anmelden, weil sie Hilfe suchen. Im Gegensatz zu vielen "Schreiberlingen" hier, weigerst du dich jedoch, dich und dein Verhalten ehrlich zu reflektieren, sondern versteckst deine co-abhängigen Strukturen hinter wortreichen Diskussionen. Suchst für alles eine Begründung dafür, nichts verändern zu müssen. Wie schreibt spedi immer so schön? Wer nichts verändern will, findet Gründe, wer etwas verändern will, findet Wege.

    Gruß und Tschüss

    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • 8) es ist verda**t hart, sich selbst, ehrlich, schonungslos, kompromisslos anzuschauen ... wer bin ich? Was mache ich für mich? Wie liebe ich mich selbst? ...

    Es ist verda**t einfach, jemanden und etwas zum Lebensinhalt zu erklären und von sich selbst abzulenken. Ohne jemanden oder etwas wäre man dann "nix", weil man sich selbst ja gar nicht kennt.

    Daher ist es verda**t schön, wenn man es getan hat, seine Schwächen sieht, seine Umwege, seine Talente, sich-selbst.

    Ich kam her als "na ja, bin halt a bisserl co, wird schon, in 50 Tagen bin ich es nicht mehr", ... ich arbeitete an mir und erkannte "Na servas...., das "bisserl Co" ist zuständig für meine persönlich ausgelösten Katastrophen, in meinem gesamten Leben, das ohne mich stattfand, weil es MICH, so wie ich jetzt bin, gar nicht gab ... und diese Erkenntnis und Bearbeitung meiner Co hat mich, mich-selbst ein Stückchen näher gebracht.

    Liebe Crevette, ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe.
    Vielleicht kannst Du, nur für Dich, einen kleinen Versuch starten: Streiche "ihn" für 7 Tage aus dem Kopf, 7 Tage nicht an ihn denken, keine Gedanken, keine Gefühle, keine Erinnerungen, kein Hoffen, kein Sehnen, kein "wie geht`s ihm"... ein richtiges Stoppschild im Kopf erscheinen lassen. Vielleicht erkennst Du Dich dann...wer Du bist oder wer Du nicht bist. 7 Tage sind wirklich zu schaffen...

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Sorry, das hab ich wirklich weder böse noch abwertend noch herablassend gemeint. Hatte ich ja auch schon dazugeschrieben. Aber bloss weil's nicht so gemeint war ändert's ja nix dran, dass es so rüberkam. Also entschuldigung, wenn ich damit jemanden getroffen habe, das war nicht meine Absicht und es tut mir leid.

    Und ich merke ja auch, dass hier alle anderen mehr Fortschritte machen als ich. Darum meine ich ja eben, dass ich nicht da starte, wo diejenigen starten, die diese Fortschritte machen. Also dass ich mit einem Defizit starte, das mich in diese andere Startposition bringt. Das soll nicht heissen, dass meine Startposition "Schuld" dran ist, wie ich rumeiere! Bloss dass sie das Rumeiern erklären kann. Und das ist alles andere als etwas, worauf ich mir was einbilde oder das mich arrogant oder überheblich machen kann! :(

    "Dir ist es noch nicht schlecht genug gegangen." und "Du hast Deinen Tiefpunkt noch nicht erreicht." das habe ich schon öfters gehört und das ist es genau. Das ist die Startposition. Irgendwie ist der Start doch unten am Berg und das Ziel oben. Und ich hab das Gefühl, ich rutsch da auf meinem Allerwertesten runter und versuch mich festzuhalten und es geht nicht und mir entgegen kommen die, die schon gestartet sind und überholen mich und ich rutsch erst zum Start runter. Oder so. Sch...! Das kann jetzt auch wieder blöd klingen, so als ob ich meine, ich sei schon am Ziel gewesen und Ihr nicht. Das meine ich nicht!!! Ich meine nur z.B. Selbstbewusstsein hab ich immer ein gutes gehabt und während andere das nicht hatten und zuerst daran bauen müssen sehe ich, wie meins jetzt bröckelt.

    Das war vielleicht mit "Verbiegen" nicht richtig ausgedrückt... Ich hab, als ich mit ihm zusammen war, gut für mich selbst gesorgt und mich abgegrenzt und mein Ding durchgezogen und hab mir nicht alles gefallen lassen. Dementsprechend hab ich ihn auch rausgeworfen, als er mich betrogen hat. Das war ich, "unverbogen". Selbstbewusst. Aber seit der Trennung sehe ich, wie ich das, was ich früher "gekonnt" habe nicht mehr hinkriege: statt für mich zu schauen und mein Ding durchzuziehen konzentriere ich mich wie blöd auf ihn. Und ich lass Dinge mit mir machen, die ich vorher nicht zugelassen hätte. Ich "verbieg" mich. Nicht selbstbewusst.

    Und das ist doch Co! Und dagegen will ich etwas tun! Aber das geht vielleicht wirklich nicht, weil ich noch nicht am Start bin??? Obwohl ich's vom Kopf her weiss und vom Kopf her auch lieber gleich den Berg wieder rauf will ohne vorher ganz nach unten zu müssen und dann von da los - aber geht das überhaupt? :(

    Mist und jetzt hab ich wieder erklärt und diskutiert. Aber es ist nicht so, dass ich damit versuche, von mir abzulenken, ich hab da schon mich und meine Co-Strukturen im Auge.

    Ich hab mich (manchmal nur zu gut... das starke Über-Ich lässt grüssen...:)) im Auge, kritisch und ehrlich und ich kenn mich selber gut, Stärken und Schwächen und alles drum und dran. Aber das bezieht sich immer auf den konkreten Moment: "jetzt geht es mir so und so", "in der Sitaution damals hab ich deshalb so und so reagiert", "wenn dies oder das wäre würde ich mich so oder so fühlen". Bezogen auf konkrete Situationen. Was ich nicht gut kann ist dieses famose Visualisieren von Zielen, das Projizieren in die Zukunft. Ist das auch typisch Co? - und eiere ich darum so rum, weil ich Mühe hab, mein Ziel "Ich am Ziel" zu sehen?

    Ok, ich lass das mal, genug der Introspektion zu später Stunde!

    Liebe Grüsse,

    c.

  • 8) ich war in den Jahren davor, eine super selbstbewusste Frau, tipp-top gestylt, jeder, mit dem ich zu tun gehabt habe, sagte mir auch: Wauw...Du schaust spitze aus! :wink: Hey...das war in Wahrheit hohe Schauspielkunst! Ich war innerlich tot und habe mich äußerlich lebendig gehalten. Niemand sollte sehen, wie es tatsächlich in mir ausschaute...und am wenigsten ICH!!!!!!

    Was ist mit den sieben Tagen? Dieses Mal ausgeschrieben, also statt "7", "sieben"! Könntest Du das schaffen?

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Wenn man einer Co etwas wünschen darf, dann wünsche ich dir crevette

    'trockene' 24 Stunden!


    Mit diesem wunderbaren Gruß verabschieden sich hier im Forum ganz oft die Alkoholiker voneinander. Sieben Tage erscheint mir bissel viel auf einmal... :wink:

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Zitat von Linde66

    Wenn man einer Co etwas wünschen darf, dann wünsche ich dir crevette

    'trockene' 24 Stunden!


    Mit diesem wunderbaren Gruß verabschieden sich hier im Forum ganz oft die Alkoholiker voneinander. Sieben Tage erscheint mir bissel viel auf einmal... :wink:

    Liebe Grüße, Linde

    8) jou...das liest sich gut. Trockene 24 Stunden .... :D

  • Liebe Amai, liebe Linde66,

    wenn wir schon so fast gleichzeitig unterwegs sind, dann auch gleich eine Antwort.

    Weisst Du, Amai, ich hab schon Selbstbewusstsein gemeint und nicht Äusserlichkeiten. Und den anderen kann ich lang vorschauspielern, dass ich top gut drauf bin - aber ich selber weiss schon Bescheid, wie's um mich steht.

    Die sieben Tage... :? 24h... :roll: Ich schaff es nicht mal einen einzigen ganzen Tag lang

    Zitat von Amai

    nicht an ihn denken, keine Gedanken, keine Gefühle, keine Erinnerungen, kein Hoffen, kein Sehnen, kein "wie geht`s ihm"...

    Die Gedanken und Erinnerungen kram ich mir ja nicht absichtlich hervor, die Gefühle produzier ich ja nicht extra: das kommt einfach. Ausgelöst durch x Dinge, schwupp einfach so, ohne, dass ich's will. Das ist ja das Problem! :) Und ich bin ja nicht deppert, ich schau schon, dass ich die klassichen "Auslöser" vermeide, ich kram nicht im Fotoalbum und leg mir n altes Hemd von ihm unters Kissen, damit ich von ihm träume! - aber ich träum trotzdem von ihm. Soviel zu den 24h...

    Und wenn die Gedanken und die Erinnerungen kommen, ja, dann kann ich (wenn ich wach bin... aber eben, man träumt ja auch...) versuchen wie Du und andere mir raten

    Zitat von Amai

    ein richtiges Stoppschild im Kopf erscheinen lassen.

    - das macht mich zwar gleich nochmal traurig, aber es stellt den Gedanken im Moment ab... bloss dass nach 5 Minuten (oder auch nur 2 Minuten oder vielleicht auch erst 2 Stunden später) wieder so ein Gedanke kommt und wieder einer und und und.

    Aber irgendwann kommen die Gedanken nicht mehr so häufig, stimmt's? Und das macht mich noch trauriger. :cry:

    Danke für Eure lieben Wünsche, schlaft gut und träumt was schönes!

    Liebe Grüsse,

    c.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!