Hallo Zusammen,
es findet ja gerad ein toller Austausch hier statt. Darum möchte ich mal ein weiteres, sensibles Thema ansprechen, das mir bei vielen Beiträgen aufgefallen ist.
Viele Angehörige und Co-Abhängige beschreiben hier ihre Wut auf den alkoholabhängigen Partner, daß er alles zerstört hat. Manchmal wird eine Einschränkung angeführt, daß es ja dann doch *nur* der Alk war, nicht die Person.
Aber ist dies wirklich so? Ist meine Wut auf den kranken Menschen, der in seiner Sucht steckt, angebracht, gerecht? Wohin sollte sich meine Wut eigentlich richten? Kann es sein, daß meine Wut eigentlich mehr zu mir geht, weil ich es solange ausgehalten habe, weil ich mich eigentlich aufgegeben habe und nicht in der Lage war/bin, meine eigene Unfähigkeit in der Sucht zu erkennen, für mich zu sorgen?
Wut ist ja wichtig,um ein Stück weit loszulassen aber ist es gerecht, dem kranken Partner mit Wut zu begegnen, weil er frendbestimmt handelt, Dinge tut, die er als trockener Mensch vielleicht nicht machen würde? Ist die Wut auf den kranken Partner anfangs *normal*, weil ich es noch nicht anders erkennen kann?
Ich finde es persönlich oftmals sehr ungerecht, wenn mit Attributen:*Der böse Alki, der böse Co usw.* gearbeitet wird, denn wir sind alle lange, lange Zeit fremdgesteuert durch die Welt gelaufen. Aber dies nur mal am Rande.
Lieben Gruß
und einen sensiblen Austausch
S.Käferchen