PRO & CONTRA CO-Abhängigkeit

  • Guten Morgen Spedi!

    Ich lese hier schon seit Tagen mit, mit wechselden Gefühlen. Ich habe immer wieder auf beiden Seiten Fakten gefunden die Sinn machen.
    Das du das jetzt " auflöst" und als "Vorführung" aufdeckst, beruhigt mich sehr. Ich schätze deine scharfen Kommentare, fand dich hier aber zum Teil über das Ziel hinausgeschossen.
    Sicher wirst du die oder den ein oder anderen vor den Kopf geschlagen haben, aber du hast einen wichtigen Punkt sehr deutlich gemacht. Die Frage die sich mir stellt ist nur ob es fair ist das in einem fremden Faden zutun. Den hast du zerschossen!

    Liebe Grüße Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Die Vorführung ins gelungen!

    Allerdings kommt die abwertende Sprache in der Auflösung, die beim Provozieren ihre Funktion haben mag, für mich schlecht rüber. (Ist der Ausdruck "Meute" tatsächlich nötig?) Ich finde diese Sprache, die doch auch Ausdruck der eigenen Einstellungen bedeutet, kontraproduktiv.

  • nun spedi,

    ich denk mal, was hat dir das wohl gebracht dieses lehrstück zu demonstrieren? nichts ausser das du dich jetzt unter umständen in einer rolle befindest die dir eher schadet als nutzt.(meine meinung)

    seis drum, mir schadet es nicht.

    viel spass noch beim ausüben deiner lerhrtätigkeit. :wink:

    gruß melanie

  • Zitat von Spedi


    Ich habe Euch hiermit demonstriert, wie einfach es ist, Coabhängige zum solidarischen verhalten zu manipulieren.


    ja, das ist genau so einfach,
    wie Alkoholiker mit etwas provokanten Titeln zu so einer Vorstellung zu bewegen, gelle :idea:

    Gruß nici
    manchmal frag ich mich, was das eine wie das andere mit dem Forum zu tun hat ?

  • Servus Melinak,

    Danke dass Du Dir Gedanken machst, aber ich denke nicht, dass ich dadurch eine "Lehrtätigkeit" aufnehme.

    Ich bin der Ansicht, wer sich mit seiner Intention über die Forenziele hinwegsetzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ein Ergebnis erntet, welches auch nicht den Forenzielen entspricht. Diejenigen, die sich um sich selbst gekümmert haben, sind ja auch nicht im Kreuzfeuer der Kritik gelandet und nicht "vorgeführt" worden. Zum Rest kann sich jeder seine eigenen Gedanken für sein Verhalten in der Zukunft machen.

    Es liegt überigens durchaus auch in der Hand der Nutzer wie Dir, ob dieses Forum wieder -wie schon einmal- zu einer Plauderstunde von angelesenem Wissen verkommt, oder eine echte SHG bleibt, in der ein reeller Erfahrungsaustausch betrieben wird. Du selbst hast erlebt, wie sinnstiftend und hilfreich der echte Austausch sein kann, wie er auch im geschlossenen Bereich statt findet.

    Aber so lange User das hier im offenen Bereich immer wieder hinnehmen, tolerieren und zum Teil sogar fördern, dass hier nicht eigene Erfahrung besprochen wird, sondern angelesenes Wissen aus welchen Quellen auch immer, so wird die Qualität des Austauschs stark zu wünschen übrig lassen.

    Es liegt nicht "am Forum", es liegt nicht "an Karsten", es liegt nicht an "den Moderatoren".

    Es liegt an den Nutzern dieses Forums, das zu fordern, was dieses Forum ausmacht und auszeichnet - und die Forderung auch umzusetzen.

    Der "einzelne Rufer" wird immer ungehört und unbeachtet bleiben. Von daher wird auch dieser "Vorführeffekt" nur von kurzer Dauer sein, wenn nicht endlich auch hier ein Umdenken einsetzt.

    LG
    Spedi

  • lieber spedi,

    Zitat

    Der "einzelne Rufer" wird immer ungehört und unbeachtet bleiben. Von daher wird auch dieser "Vorführeffekt" nur von kurzer Dauer sein, wenn nicht endlich auch hier ein Umdenken einsetzt.

    leider wird es nur kurz sein, stimmt, der tread wird irgendwann in der versenkung verschwinden. allerdings hab ich die erfahrung gemacht, manche menschen sind selbst durch solches nicht zu beeindrucken, die machen glatt weiter wie gehabt. das lässt sich nicht eimal duch solche aktionen wie du sie hier zeigtest ändern. darum meine gedanken die ich mir mal kurz "um dich" gemacht habe. doch ich weiss auch, du bist ja so stabil, das du drüber stehen kannst :wink:

    ich für meinen teil werd eben weiterhin schreiben "bleib bei dir, schau nach dir" solange ich das machen will und es mir gut geht dabei.meine erfahrungen weitergeben und damit in der regel auch gute erfahrungen gemacht zu haben. merke ich, es ist mir mühselig immer den selben text zu schreiben hör ich damit auf. irgendwann bringt mir das ja nichts.


    Zitat

    Es liegt überigens durchaus auch in der Hand der Nutzer wie Dir, ob dieses Forum wieder -wie schon einmal- zu einer Plauderstunde von angelesenem Wissen verkommt, oder eine echte SHG bleibt, in der ein reeller Erfahrungsaustausch betrieben wird. Du selbst hast erlebt, wie sinnstiftend und hilfreich der echte Austausch sein kann, wie er auch im geschlossenen Bereich statt findet.


    was ich allerdings auch nicht mag, ist wenn sich jemand so über die intensionen des forums stellt und dessen ziele in dieser form versucht zu ignorieren hat hier damit zu rechnen, das er eben nicht das hört was er hören will.sich dann mit anderen die auf dem gleichen trip sind zusammen zu tun um sich hier zu solidarisieren um stärke zu demmonstrieren ist für mich nichts. ich löste meine probleme die ich hatte schlussendlich für mich allein. da muss jeder allein für sich durch.zwar duch den erfahrungsaustausch mit den anderen und auch im geschlossenen wenn es nicht mehr anderst ging, allerdings immer im blick auf mich und dazu brauchte ich mich nie mit anderen so zu solidarisieren und mich für andere einsetzen um macht zu haben, denn genau dafon wollte ich mich ja lösen.:wink:

    lieben gruß und toll diese ausführung die ich hier gelesen habe

    melanie

  • Zitat

    Zitat Spedi:

    Ich bin der Ansicht, wer sich mit seiner Intention über die Forenziele hinwegsetzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ein Ergebnis erntet, welches auch nicht den Forenzielen entspricht.

    Es liegt überigens durchaus auch in der Hand der Nutzer wie Dir, ob dieses Forum wieder -wie schon einmal- zu einer Plauderstunde von angelesenem Wissen verkommt, oder eine echte SHG bleibt, in der ein reeller Erfahrungsaustausch betrieben wird.

    Der "einzelne Rufer" wird immer ungehört und unbeachtet bleiben.


    Ich bezeichne die Co-Abhängigkeit für mich, als eine Krankheit der
    1000 Kränkungen. Bei einigen geht desen Aufarbeitung recht flott voran und die anderen brauchen länger dazu.

    Das mag für manche Alkoholabhängigen schwer auszuhalten sein, von den unzähligen Kummer und Leid zu hören, haben sie es doch selbst in der Intensität nicht erlebt, nie mitbekommen, .....
    während ihr Co sich zudem hat kümmern müssen.


    Aus der Gehirnforschung weiß man, dass eine Verletzung ihre Spuren hinterlässt. Jene die noch am Anfang ihrer Abhängigkeit stehen und die Kraft aufbringen, aufzubegehren,
    sind meiner Meinung nach noch die wesentlich gesünderen, als der/diejenigen, die ihre Co-Knöpfe unter den Teppich kehren.


    Wenn jemand meint, dass ein "Vorführen" ihn kalt lässt, finde ich das recht bedenklich.
    Besser wäre es, klar zu sagen, - Stopp, nicht mit mir - dein Verhalten hat mich verletzt.


    Nun, zwar ist der Kelch an mir vorübergegangen, aber diese, wenns den
    eine wahr, Inszenierung von Spedi, hat eine Erinnerung in mir wachgerufen.

    Damals war ich noch eine 1. Klasslerin und die strenge Lehrerin hat mich fast jeden Tag gedrillt. Und als ich wieder mal in die Klasse kam, hat sie mich gepackt und meine schutzigen Hände
    hochgehalten, aufgefordert, vor allen Schülern auf einen Sessel
    zu steigen und mich als Schmutzfink outen müssen.

    Nun gut, von da an hab`ich auf mein Äußeres aufgepasst.


    Zitat Melanie:

    Zitat

    ... ich schreibe hier lediglich das auf, was ich hier empfinde, was ich wahrnehme und gebe dir das wieder, ein Spiegel mehr nicht.

    Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll, einerseits wer immer nur in den Spiegel sieht, sieht nur sich selbst und 2.) spiegelst du wieder nur
    das, worauf es dir ankommt, hat nicht unbedingt was mit mir zu tun.

    Hilfe sieht anders aus!


    Liebe Gruß
    von Emma

  • Hallo Emma,

    du schreibst:

    Zitat

    Ich bezeichne die Co-Abhängigkeit für mich, als eine Krankheit der
    1000 Kränkungen.


    Ich habe da ein ganz anderes Bild über Coabhängigkeit, meine Erfahrungen, die ich als Coabhängige lange Jahre lang gemacht habe.
    Mein Exmann hat im Laufe der Ehe immer mehr getrunken, irgend wann war er abhängig. Und ich bin da mit so reingewachsen. Ich wurde immer unglücklicher, denn es passte mir nicht, was ich sah. Aber er rief in mir verschiedene Dinge hervor durch seine Sucht.
    Mitleid. Wie tat er mir leid, weil er ja im betrunkenen Zustand so hilflos war. Wie toll für mich, da musste ich mich doch kümmern, denn ohne mich wäre er ja völlig hilflos. Ich hab das ja gemacht, weil ich mich gebraucht gefühlt habe.
    Er kümmerte sich nicht, also machte ich alles. Das ließ mich stark fühlen, denn ohne mich würde doch alles den Bach runter gehen.
    Ich fühlte mich verantwortlich für ihn, denn er war doch sooooo schwach, der Arme, und ich war doch soooo stark. Meinen Selbstwert, den ich nicht hatte, holte ich mir über diese Dinge.

    Mein Umfeld fand mich toll. Selbstlos und stark wurde ich genannt, "wie gut du doch bist, das auszuhalten". Das machte mich stolz und ich fühlte mich gebraucht, geliebt. Ich machte und schaffte wie eine Verrückte, denn ohne mich würde ja nix funktionieren.

    Ich selbst vergaß meine eigenen Bedürfnisse darüber. Ich hatte genug zu tun, es allen Recht zu machen, vor allem musste ich zusehen, gute Situationen zu erhalten, damit Exmann keinen Grund zum Saufen fand. Denn ich dachte doch, er macht das, weil ich nicht gut genug wäre. Weil ich dies oder das falsch gemacht hatte. Das erzählte er mir ja auch oft genug, dass es so wäre... Ich machte Striche an Flaschen, probierte die Kronkorken an Bierpullen, ob sie zu waren. Ich schüttete Reste oder auch volle Flaschen weg, versteckte sie vor ihm. Und trank mit ihm mit... Denn dann hätte er ja weniger. Ich war schlussendlich schon auf dem besten Weg, selbst abhängig zu werden. Vom Alkohol. Von ihm und unserem Leben war ich schon längst abhängig. Ich brauchte diesen Thrill, den Stress. "Ach, bin ich wieder fertig." "Na, was du auch alles schaffst, du bist doch so stark. Was würde er ohne dich machen, das ginge doch garnicht."

    Alles drehte sich nur um ihn, um sein Trinken und um sein Wohlbefinden, damit er eben nicht trank (was nicht funktionierte, logisch).

    Ich hatte schon Gefühle. Immer auf ihn bezogen. Ich liebte ihn, denn er war doch so schwach, so hilflos, so sensibel. So lebensuntauglich, der Arme. Wie ein Baby.
    Ich hasste ihn, denn er enttäuschte meine Erwartungen, war anders, als ich es mir erträumt hatte, er war schmutzig und zitterig und fordernd und stinkend. Er beschimpfte mich und machte mich klein. Er überließ mir alles und war betrunken, auch wenn wir was Schönes geplant hatten. Er enttäuschte mich dauernd.

    Und trotzdem, ich hing daran wie eine Klette, denn ich konnte ihn doch nicht im Stich lassen... usw. Wieder von vorne.

    Das und noch viel mehr ist für mich Coabhängigkeit. Das, was ich geschrieben habe, ist ein minimales Spektrum davon. Und so habe ich es erlebt, gelebt.

    Und deshalb ist das

    Zitat

    während ihr Co sich zudem hat kümmern müssen.

    eine falsche Aussage, in meinen Augen.
    Denn mich hat ja niemand dazu gezwungen, mich zu kümmern, es aushalten zu müssen. Ich habe das freiwillig gemacht!
    Denn ich fand mich toll, stark, gebraucht, wichtig. Und auf der anderen Seite hatte ich Angst, mich zu trennen, Angst wie irre, was zu verändern. Denn ich hatte keinen eigenen Wert, so fühlte ich mich, Wert hatte ich durch diese Beziehung. Das waren meine Gedanken damals.

    Und darum war ich eines Tages so weit, dass ich über Selbstmord nachdachte. Ich hielt es einfach nicht mehr aus, diesen ganzen Druck. Mir tat alles weh. Ich hatte körperliche Symptome, psychisch schon sowieso. Da konnte ich langsam anfangen, an mich zu denken. Denn eigentlich wollte ich ja leben...

    Und deshalb bin ich hier gelandet, im Forum. Denn ich wollte endlich was für mich machen. Ich bin hier die Person, nicht mein Exmann. Ich begriff, dass alles, was ich da für ihn gemacht hatte, ihn nur noch länger in seinem bequemen Trinkerleben festgehalten hatte. Denn durch meine "Fürsorge" hatte er keine weiteren Sorgen, außer, dass immer genügen Stoff da war. Und meine Heul- und Schreiattacken nahm er eh schon längst nicht mehr für ernst.

    Ich lernte, dass es um mich geht und um meine Befindlichkeiten und um mein Verhalten. Ich lernte, Selbstvertrauen aufzubauen und meinen Wert zu sehen. Und noch viel mehr. Die vielen Kränkungen und Dinge, die er mir zugefügt hatte, die verblassten, denn ich erkannte, wie die Krankheit Alkohiolismus funktioniert und die Coabhängigkeit. Ich erkannte, dass es zwei Seiten sind, nicht nur eine!

    Früher hatte ich ihm die Schuld an allem gegeben. Jetzt sah ich meinen eigenen Anteil daran! Und dann konnte ich beginnen, aufzuarbeiten, zu verarbeiten und meinen Weg zu gehen. Das Forum hier war und ist mir dabei eine große Unterstützung! Ich habe mir Hilfe gesucht und auch gefunden, in dem ich mich austauschte, von meinen Erfahrungen schrieb und schreibe, erkannte, wie andere vor mir ihren Weg gegangen waren. Indem ich annahm, auch wenn es weh tat, denn nicht alles wollte ich erstmal hören.

    Erkennst du dich denn in meiner Beschreibung irgendwo wieder? Ich meine, ich hab mich in soooo vielen Beschreibungen wieder erkannt. Der Mechanismus ist immer ähnlich, die Verhaltensweisen. Deshalb trifft das

    Zitat

    einerseits wer immer nur in den Spiegel sieht, sieht nur sich selbst

    ja eindeutig zu...

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Servus Emma2010,

    Zitat

    Hilfe sieht anders aus!

    Das finde ich den ersten interessanten Ansatz hier!

    Wie sieht Hilfe denn aus - in einem SELBSTHILFE-Forum?

    Hier kommen ja nun inzwischen zigtausende Menschen an, und erhoffen sich Hilfe für "ihr Problem". Im offenen Angehörigen- und Coabhängigenbereich ist das in fast 100% der Fälle die Frage "wie lege ich den Alkoholiker trocken" und "was muss ich machen, damit alles wieder wie früher wird? "

    Dass dieses Forum keine Hilfsinstitution ist, die dem Hilfesuchenden eine Art "Bedienungsanleitung" in die Hand gibt, um bei einem Dritten irgendwelche Veränderung zu bewirken, will schon die Masse davon nicht einsehen und zieht beleidigt wieder von dannen.

    Der verbleibende Rest meint dann zum größten Teil, durch mantraähnliches Beschreiben des eigenen Opferzustands irgendwann "über den Berg" zu sein, verändert aber nichts an der eigenen Einstellung (oder den Gedanken), um sich selbst etwas Gutes zu tun, und wundert sich, dass nach Zeitraum X immer noch nichts passiert ist und die Situation eher schlechter als besser wird.

    Und dann gibt es noch ein paar ganz kleine Splittergrüppchen: die eine davon lehnt sich gegen alles und jeden auf, weiss alles besser, weil sie ach so individuell sind, kriegen aber ihr Leben trotzdem nicht auf die Reihe und sind dann recht frustriert, dass hier niemand mehr mit ihnen diskutiert und weichen aus auf reine Freizeitbeschreibungen mit hohem Unterhaltungswert, aber wenig Änderungspotential.

    Die letze, kleine Gruppe, die mir persönlich jedoch die Liebste ist: sie merkt, dass sie machtlos ist, am Alkoholiker etwas zu verändern, will aber für ihr eigenes Leben unbedingt eine Veränderung zum Positiven erreichen. Diese Menschen konzentrieren sich darauf, durch eigene Beschreibung ihrer persönblichen Erfahrungen und durch aktives Hinterfragen der Erfahrungen anderer Leidensgenossen die eigene Situation zu verbessern und ihre Einstellung und ihr Leben zu einem für sie besseren Leben zu ändern.
    Diese Menschen wollen aber keine Ratgeber aus Büchern oder sonstigen Quellen, denn diese Bücher können sie bei Bedarf selbst lesen (wenn sie damit nicht ohnehin schon "durch" sind). Sie wollen den Austausch "wie hast Du das damals gemacht" / "was hast Du damals empfunden" / "was hat Dir geholfen" etc.

    Und genau das -aber auch nur das- kann, will und wird eine gute Selbsthilfegruppe leisten.

    Alles Andere ist bereits ein Hilfsansatz, der Fachkräfte verlangt, wie z.B. Therapeuten, Ärzte, Psychologen oder sonst was. Wer das sucht, braucht oder möchte, ist hier definitiv am falschen Platz und wird hier nie mit den Antworten glücklich werden. Das sind dann die Diskussionen, wie wir sie hier führen. Völlig unnütz, und nur ein paar Querulanten geschuldet, die zu feige sind, zu den zu stehen, was sie wirklich brauchen: professionelle Hilfe.

    Die wird es hier nie geben, das ist nicht das Ziel einer Selbsthilfegruppe.

    Was es hier aber -ungeachtet dieser Querulanten- immer geben wird, ist der ehrliche Austausch durch Menschen, die begriffen haben, dass sie die Einzigen sind, die etwas an ihrem Leben verändern können. Und das ist mir mehr Wert, als manche dieser Forenparasiten sich vorstellen können. Was denn nun schon wieder ein Forenparasit ist? Nun, ganz einfach: diejenigen, die hier in schöner Regelmäßigkeit versuchen, dem Forum eine Leistung abzuverlangen, für das dieses Forum nicht geschaffen wurde - und die gleichzeitig die Unverfrorenheit besitzen, sich bei "Nichterfüllung" ihrer Anspruchshaltung auch noch zu beschweren, "Hilfe sieht anders aus!"


    LG
    Spedi

  • Hallo Emma,

    hast du schon mal was von AUTHENZITÄT gehört?

    Du schreibst folgendes:

    Zitat

    Nun ich habe gemerkt, daß obwohl ich gar nicht mehr hier sein wollte, mir das Forum fehlt. Ohne Internet ist der Alltag nur halb so schön, da schau ich gerne bei euch rein.

    Es gibt eh recht viele interessante Themen im sonstigen Bereich, wo ich noch zu wenig sagen konnte und werde mich da mal umschauen.

    Wenn dir langweilig ist,dann geh doch zu fa.ebo.k,da geht es nicht um tödliche Erkrankungen,da kannst du jeden Mist posten und wenn du genug Freunde hast,drücken die auch sicher den "gefällt mir" button für dich.

    Susanne

  • Hallo Aurora, ich weiss du hast Emma gefragt ob sie sich wieder erkennt, aber ich heb hier mal die Hand!
    Sowas von einem Volltreffer! Wir waren eine lange Zeit super starke Frauen, haben alles gestemmt, und das am Anfang zumindestens noch nicht einmal ungern. Bis es eben nicht mehr ging. Und dann habe ich erst gemerkt das ich ein Problem habe. Aber ich habe ihm die Schuld gegeben, er war der Böse! Jetzt wo es ihm besser geht und ich merke dass das nicht heisst das ich automatisch gesund bin, jetzt merke ich das wir beide krank geworden sind.
    Jetzt sehe ich klarer und kann an mir arbeiten.

    Liebe Grüße Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • @spedi,

    ich denke, Du hast den IST-Zustand sehr gut und anschaulich beschrieben.

    Für den Forenbetreiber und die Moderatoren stellt sich die Frage, wie mit den aktiven Co-Abhängigen umzugehen ist.
    Aktive Alkoholiker werden ja zurecht in den Vorstellungsbereich und in professionelle Hände verwiesen.

    Ich bin mittlerweile, nach intensiver Lektüre auch der Co-Bereiche hier, zu der Einschätzung gekommen, daß die "Rückfallquoten" im Co-Abhängigenbereich noch höher liegen dürften als im Abhängigenbereich.

    Insoweit scheint mir diese Erkrankung noch schwieriger heilbar, insbesondere bei mangelnder Einsicht.
    Auch hier ist lebenslange Arbeit angezeigt, um keine Rückfälle zu erleiden.


    Jürgen
    ------------------------------------------------------------------------
    Meine Einschätzung. Keine professionelle Suchtberatung.

  • Zitat

    Erkennst du dich denn in meiner Beschreibung irgendwo wieder? Ich meine, ich hab mich in soooo vielen Beschreibungen wieder erkannt. Der Mechanismus ist immer ähnlich, die Verhaltensweisen.


    Hallo Aurora und alle anderen,

    danke für eure Offenheit. Leider kann ich nicht auf alles eingehen, da mir gerade etwas die Zeit davon läuft.


    Ja Aurora, kann es nur bewundern, wie großartig du mit den Themen
    umzugehen verstehst, sowie als Selbsthilfe und die zudem für mich und wahrscheinlich viele andere, schlichtweg hilfreich sind.

    Natürlich erkenne ich mich in einigen deiner Beschreibungen wieder, aber dadurch dass ich in meiner Partnerschaft, fast ausschließlich eine
    On - und Off- Beziehung geführt habe, konnte ich immer dann, wenn mein Maß voll war, ungefragt gehen.

    Auch war ich bis zum heutigen Tag nie auf XY angewiesen, musste mich nicht verbiegen, habe mit ihm keine Kinder, und sich eine Trennung dann vlt. nochmal schwieriger gestaltet.


    Und kurz gesagt, schön dass du mir da und dort, in meiner Anschauung nicht zustimmst, zeigt mir das du relativ gefestigt bist und eine andere Erfahrung und eine andere Sichtweise hast,
    will und sage ja gar nicht, dass ich mit allen recht haben will.


    Tut mir echt leid, wenn irgend jemand meine Postings nicht verwertbar findet, aber das muss nicht mein Problem sein, ich äußere mich
    so, wie ich es zu äußern vermag.


    Und Susanne, kann es verkraften, wenn du mich los haben willst, wollte aber nichtdestotrotz nach dem Tohuwabohu, noch gerne eine
    Antwort da lassen.


    Liebe Grüsse
    Emma

  • Servus Karsten,

    Zitat

    Begeben wir uns nun in die Helferrolle und wollen Coabhängige überzeugen, versuchen wir ja dann nichts Anderes, wie die Coabhängigen bei ihren Partnern versuchen. Mehr als zum nachdenken anregen, kann man halt nicht tun, so traurig das auch sein mag.

    Stimmt, überzeugen wollen ist mit Sicherheit der falsche Weg. Aber deren Herangehensweise offen zu legen und aufzuzeigen, dass dies hier nicht das Ziel ist, halte ich für legitim.

    Ich muss diesem Menschen ja nicht auch noch eine Plattform bieten und seiner Denkweise Unterstützung bieten?

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi und Karsten

    Danke für die Postings, so klar und deutlich geschrieben. Und doch bin auch ich der Meinung, dass auch diese Deutlichkeit bei der Forumteilnehmern die, sagen wir mal, noch nicht soweit sind, nichts bewegt.


    Hallo Emma

    Du schreibst:

    Zitat

    Natürlich erkenne ich mich in einigen deiner Beschreibungen wieder, aber dadurch dass ich in meiner Partnerschaft, fast ausschließlich eine
    On - und Off- Beziehung geführt habe, konnte ich immer dann, wenn mein Maß voll war, ungefragt gehen.

    Auch war ich bis zum heutigen Tag nie auf XY angewiesen, musste mich nicht verbiegen, habe mit ihm keine Kinder, und sich eine Trennung dann vlt. nochmal schwieriger gestaltet.

    Ich weiss nicht ob nur mir so geht, (kann auch sein) aber bei mir kommt es so an, als ob Du kein Problem hättest, mindestens nicht solche schwerwiegende wir manche hier (mich angeschlossen).
    Da frage ich mich nochmal, warum bist Du in selbsthilfeforum?
    Wenn Du meinst, nur weil Du OnOff Beziehung hast und ausziehen kannst wenn Dir zuviel wird, denkst Du besser dran zu sein?.
    Das heisst doch dass Du entweder immerwieder Co-Rückfällig bist, oder diese Aufreibende Art von Beziehung möchtest.
    In Beiden Fällen, weiss ich nicht wie wir Dir hier weiterhelfen konnen?

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Emma,
    mir geht es nicht um dich,sondern um die Menschen,die hier wirklich Hilfe suchen.
    Denen tun deine Beiträge nicht gut,sie verharmlosen die Problematik.

    Du wirst ja immer wieder gefragt,warum du in diesem Forum bist,obwohl du nicht müde wirst zu schreiben,du hättest kein Problem.

    Das ist im übertragenen Sinn so,als würde ein Säufer hier verbreiten,wie toll es ist zu trinken.

    Dann ist man hier aber definitiv falsch.

    Susanne

  • So hab`gekocht, Zwiebelrostbraten mit Spiralen und einen Salat dazu,
    (miteinander) alles wieder aufgeräumt und habe jetzt ein bisserl mehr Zeit.

    Obwohl es ist ja Wochenende und möchte dann noch gerne eine kleine
    Radtour starten.

    Hallo Grazia und Susanne,

    Zitat

    Da frage ich mich nochmal, warum bist Du in selbsthilfeforum?
    Wenn Du meinst, nur weil Du OnOff Beziehung hast und ausziehen kannst wenn Dir zuviel wird, denkst Du besser dran zu sein?.

    Irgendwie bin ich mir gar nicht mehr so sicher, warum ich im Forum bin, habe halt gelesen, (langsam werde ich ein bisschen unsicher), dass es eine Plattform ist für Co-Abhängige
    und Angehörige von Alkoholikern.

    Ja stimmt, Grazia, hab`gedacht, besser dran zu sein, wenn ich lese, was manche durchgemacht haben, nach 10, 20 und mehr Ehejahren.

    Nun mein Lebensgefährte ist, wie ich einige Male geschrieben habe, Alkoholiker.
    Die ersten Jahre habe ich es gar nicht gemerkt, dachte die Flasche Wein, gehört zu seinem Lebensstil dazu. Muß auch sagen, dass ich am Land aufgewachsen bin und mir
    bis dahin über Alkoholiker nie den Kopf
    zerbrochen habe.

    Als er mich irgendwann eingeladen hat in seinem tollen Haus zu wohnen, war ich ungemein angetan, er war mein Mentor und es war auf jeden Fall für mich liebe.
    Erst nach und nach bin ich überhaupt drauf gekommen, dass XY konstant, Tag um Tag Alkohol braucht, (ein Spiegeltrinker) und wenn finito war, recht launisch und auch abwertend sein konnte.

    Na und ich war und bin halt irgendwie noch immer ein Landei, zurückhaltend, einfühlsam, ehrlich, bescheiden und denke auch fleißig.
    Erst durch das Forum konnte ich dann allmählich erkennen, dass meine
    Persönlichkeit zu den Co-Abhängigen passt.

    Nun ja und hab`s irgendwann geschafft, hab` ich dem ganzen Desaster ein Ende gesetzt,
    mich abgenabelt und bin wieder aufs Land gezogen.

    Er war inzwischen endgültig abgestürzt, einige Male im Krankenhaus und
    leben, nach vielen Höhen und Tiefen, jetzt eigentlich wieder recht glücklich miteinander.
    XY ist seit seiner todbringenden Diagnose und alllen was dazugehört, heute ein beinahe völlig anderer Mensch. Sehr ruhig (auch durch die Medis), sehr einfühlsam und herzlich. Der Alkohol spielt keine entscheidende Rolle mehr.


    Das Forum hilft mir insofern, als das ich an meinen Defiziten weiterarbeiten will, ist mir eine Stütze, mit seiner Krankheit leben zu können, kann Probleme ansprechen, über die ich im Bekanntenkreis nicht
    reden will (dachte ich zumindest).

    Dass ich aber aus mir unerklärlicher Weise, immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik lande, na das verletzt mich mehr als ich dachte.


    Zitat

    ... dem tun deine Beiträge nicht gut, verharmlosen die Problematik.


    Schönes WE - Emma
    (es ist eine Kurzfassung vom wesentlichen)

  • Guten Abend miteinander,

    dann will ich auch mal meinen Senf dazu abgeben. Habe jetzt wohl das meiste gelesen und immer mal wieder "ja, das stimmt" und auch "nein, das stimmt nicht" gedacht. Ich halte es für einen Prozeß, der bei einigen schneller, bei anderen langsamer voranschreitet.

    Zunächst ist "Spiegeln" mein Thema. Für mich ist das ganz wichtig, und vor allem: Indem ich die Welt, die Menschen darin, als Spiegel betrachte, lerne ich bis dato unbekannte Seiten von mir kennen. Es heißt ja auch: Wie innen, so außen. Ich will dies an einem Beispiel verdeutlichen.

    Mein Alki (darauf komme ich gleich noch) hat mir mitgeteilt, daß er eine LZT möchte und hofft, daß man ihm dort hilft. Was spiegelt das in mir? Wie habe ich reagiert? Klare Ansage: Wenn Du glaubst, dorthin zu gehen und Menschen zu treffen, die Dich davon überzeugen, trocken zu werden, laß es bleiben. Diese Menschen reichen Dir eine helfende Hand, wenn Du Deiner Sucht im Kopf Adieu gesagt hast und Hilfe bei den Schritten brauchst, Deiner Entscheidung zu folgen. Soooo...was heißt das spiegeltechnisch?

    ICH kann mir überall Hilfe suchen. Klagen, wie schlecht es mir geht. Sicherlich gibt es dann Menschen, die mir den Kopf tätscheln und sagen: Oh, Du Arme. Ändert nix an der Grundsituation. Oder aber: Ich entscheide für MICH, MEINEN Weg zu gehen. Und dann gibt es Menschen, die mir hoffentlich bei den Einzelschritten zur Seite stehen und mal ihre Meinung sagen. Wie bin ich dazu gekommen? Durch eine Menge Abstand, sozusagen Abstinenz. Durch Reagieren, wie es in meinem Inneren erscheint. Nicht "Ja, prima" sagen, sondern das sagen, was ich fühle. Auch wenn es offensichtlich nicht gewünscht ist.

    Ich bin mir sicher, daß es kein Zufall war, daß ich in diese Situation gekommen bin. Meine Aufgabe ist es, etwas zu lernen. Und das tu ich wohl nur, wenn es richtig weh tut.

    Wie geht es mir? Nicht schlecht, wenn ich in mich reinhöre. Sicherlich nicht so, wie ich es mir schlußendlich wünsche, aber bei weitem nicht so schlecht, wie ich es befürchtet hatte. Was lerne und übe ich gerade? Für mich zu sorgen. Auch wenn es nicht immer das Gefallen meiner Mitmenschen findet. Mit deren Reaktionen zu leben, ohne sie verändern zu wollen. Ein Prozeß.

    Und jetzt, nach so viel Text, noch zu dem Ausdruck "mein Alki", für den ich ja schon mehrfach sozusagen gerügt worden bin. Es ist für mich (zumindest derzeit) meine Bezeichnung, der Name, den ich gebrauche. Und ganz wichtig: Auch wenn ich hier im Forum zu lesen bekomme, es sei verniedlichend, abwertend usw., das ändert ja nix daran. Ich kann es hier unterlassen (mal wieder um des lieben Friedens willen), oder eben auch nicht.

    Ich bin dabei, mein Leben, meine Gefühle, meine Ängste, eben mich, kennenzulernen und zu sortieren. Das ist es, was ich aussagen wollte.

    LG

  • hallo zusammen

    Zitat

    Das jeder seine Zeit braucht, ist ganz normal, aber wenn es darum geht, dass man sich mit seiner Situation abfindet, dann fehlt eben die Einsicht.


    ich finde genau das den springenden punkt. das emma die situation für sich so leben und annehmen kann ist ihrs. nur sie versucht den anderen, die das NICHT LEBEN wollen so darzustellen das das aushalten das richtige ist um frei zu leben. das ist nicht die intenson der forums und daher wird sie für kritisiert, das sie eben hier nicht ihren weg als den weg in die freiheit darstellt und die anderen die hier frei leben wollen zu verunsichern.intension des forums weg zu kommen von der abhängigkeit nicht wie nehme ich meine abhängigkeit an und lebe damit.

    es geht mitunter mir nicht mehr um emma zu helfen. sie will das so das lass ich ihr, ihr fehlt die einsicht. ich finde allerdings das es den anderen gegenüber einfach nicht hilfreich ist, was sie hier schreibt.das ist auch nicht allein miene empfindung, andere sehen das auch so. im gegenteil, es ist eher so, das diese einstellung den anderen die hier neu anfangen hoffnung macht weiter zu machen wie bisher.weil das so ist, ist es notwendig und das wird ja hier gemacht, das dementsprechend zu benennen.

    gruß melanie

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