• Hallo,

    @Matthias

    Zitat

    ich find das mit dem rausgeschmissenen paten gut - von dem hättste doch nur gelernt, wie du heimlich saufen kanns.

    Genau dasselbe hat meine Mutter gesagt.
    Allerdings sehe ich hier während der LZT so gut wie keine Gefahr für mich.
    Die Gefahren sehe ich später, wenn ich ins normale Leben zurückkehre.

    Slowly

    Zitat


    auch wenn es sich jetzt frech anhört, will ich dir sagen, dass das Lustlosargument in solchen Momenten ( in denen in den verblendeten Köpfen etwas bewegt werden könnte ) nicht den Mund auf zu machen, bei mir nicht durchgeht Winken

    Du bist gemein, mich so unter Druck zu setzen. :wink:
    Zu meiner Verteidigung will ich anführen:
    Die Lustlosigkeit hat sich ja gespeist aus verschiedenen Erschwernisfaktoren:
    Grad erst angekommen.
    Mit noch niemandem wirklich ein Wort gesprochen.
    Gewisse Erfahrungswerte, wann die Mühe vergebens ist.
    Und im Grunde meines Herzens bin ich natürlich ein großer Feigling.

    Es gibt Situationen, da diskutiere ich, weil eine klitzekleine Aussicht auf Erfolg besteht. (Nicht, den Menschen wirklich zu ändern, aber vielleicht durch Widerlegung von Vorurteilen nachdenklich zu machen)
    Dann gibt es Situationen, da traue ich mich nicht. (Weil die Gruppe zu groß ist oder weil die Person einen Baseballschläger und ein Hakenkreuz auf der Stirn hat)
    Und es gibt Situationen, da sehe ich keinen Sinn in einer Diskussion.

    Eine Mischung aus den letzten beiden Situationen führte zur Lustlosigkeit.


    Heute war das erste Gruppengespräch und da erfuhr ich, dass es auch eine Konfrontationstherapie geben wird.
    Man wird mir mein Lieblingsgetränk vor die Nase halten und ich soll daran schnuppern.
    Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und bin ziemlich ratlos.
    Ich hab da nämlich überhaupt keine Lust drauf.
    Das einzige Pro-Argument, das mir einfiele, wäre eine Schärfung des Bewusstseins dafür, wie leicht Saufdruck entstehen kann.
    Aber das weiß ich auch so!
    Und mir geht es momentan richtig gut, eben auch weil ich keinen Saufdruck verspüre!

    Mhm.

    O-Ton Schwester gestern bei der Blutabnahme (nachdem sie minutenlang an meiner Armbeuge rumgefummelt hat):
    Ich versuchs immer zwei Mal, dann lass ichs erst mal ... Ich kann ja nicht die ganze Zeit hier rumstechen.
    Ergebnis: Zwei Stiche, kein Blut.
    Bei fast allen Mitpatienten das gleiche Ergebnis.

    Alles bisschen komisch.

    Prallt aber an mir ab.
    Die meiste Zeit hab ich meine Ruhe, kann lesen und schreiben (bin zum Glück auch immer noch allein im Zimmer).
    Heute war die Sonne da und ich hab eine Stunde am See gesessen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, die Stille nur unterbrochen durch eine irgendwie verärgerte Kuh und einen schimpfenden Graureiher.
    Schön.

    Gruß Robert [/quote]

  • Hallo Pancho,

    Zitat

    Du bist gemein, mich so unter Druck zu setzen.

    mit Gemeinheit ;) hat das weniger zu tun, als mit Symathie, wobei mir deine Beweggründe, durch das aufmerksame Lesen deiner vorhergehenden Posts, ja klar waren.

    Trotzdem wollte ich doch einmal etwas bohren, um vielleicht im zweiten Fall etwas Mut zu machen, den Mund auf zu machen. :)

    Ich habe keinerlei Erfahrung, was mit Langzeittherapien bzw. überhaupt Therapien wegen Alkoholismus zu tun hat aber ich schätze das.....

    Zitat

    Man wird mir mein Lieblingsgetränk vor die Nase halten und ich soll daran schnuppern.

    ....ist auch einfach mit einem gesunden Menschenverstand betrachtet Humbug, ja sogar gefährlich und auf jeden Fall ein Grund noch einmal den Mund aufzumachen.

    Oder die Nase zu.

    Es hört sich sehr schön an, was du über deine Zeit am See schreibst.
    Als ich trocken wurde hat mir der Aufenthalt in der Natur auch sehr viel Freude und Stabilität gegeben. Heute natürlich auch noch. :)

    Das Schöne und Beruhigende an der Natur ist, so finde ich, dass sie für alle da ist, immerwährend und voller kleiner Geheimnisse und Überraschungen, das Herz erwärmt.

    Schön, dass es dir gut geht.

    Liebe Grüße

    Slowly

  • Hallo Slowly,

    das mit dem Humbug bzgl. der Konfrontationstherapie sehe ich genauso.
    Ich werde da auf jeden Fall mein Veto einlegen.
    Und dann mal gucken, was passiert.
    Für eine Diskussion bin ich, hoffe ich, gut gerüstet.

    Gestern und heute war nach dem Mittag wie bestellt die Sonne da und ich konnte an beiden Tagen wunderbar ausgedehnte Waldspaziergänge durchs Nebeltal machen. (Die Nebel ist ein Fluss, einer der saubersten und artenreichsten Mecklenburg-Vorpommerns)
    Es tut mir wahnsinnig gut.

    Das schöne Wetter zur rechten Zeit ist nur eines von vielen Dingen, die momentan gut für mich laufen.
    Ich habe das Gefühl, das "auch mal Glück haben" ist in mein Leben zurückgekehrt.
    (Ich weiß natürlich, dass das auch eine Wahrnehmungssache ist)

    Das Glück, immer noch ein Zimmer für mich zu haben.
    Dass mobiles Internet auf dem Zimmer funktioniert.
    Dass ich in der für mich angenehmeren Gruppe gelandet bin.
    Dass ich wohl durch ein Versehen um die Vorstellung in der Großgruppe rum gekommen bin. :lol:
    Alles Kleinigkeiten, die in der Gesamtheit aber entscheidend zu meinem Wohlbefinden beitragen.

    So langsam wird es mir auch fast unheimlich:
    Es sind jetzt vier Wochen, in denen ich bis auf wenige, kurze Momente eine absolut stabile Gemütslage aufweise.
    Ich kann mich nicht erinnern, wann das zuletzt der Fall war.

    Einen schönen Restsonntag dem ganzen Forum wünscht
    Robert

  • Hallo Pancho,
    ich habe es mir gar nicht getraut zu schreiben, weil ich eh von einigen Therapien eh nix halte.
    Das gilt aber sicher nicht für alle Therapien, das möchte ich auch nochmal ganz klar sagen.

    Und ich gehe auch in den meissten Fällen davon aus, das Therapien zumindest nicht schaden.
    Wenn ich dann aber von dieser beabsichtigten Konfrontation mit dem Alk lese, dann stellen sich mir doch die Nackenhaare auf, echt ma jetzt. :roll:
    Ich frage mich, wozu das gut sein soll?
    Kannst Du ja mal erläutern, wenn Du es erfährst.
    Ich sehe darin so gut wie gar keinen Sinn.
    Sollen wir da etwa wieder "gesellschaftstauglich" gemacht werden, oder was soll der Mist?
    Damit wir in der alkoholverseuchten Gesellschaft nicht auffallen?
    Weil wir lernen müssen, auszuhalten, wenn andere in unserer unmittelbaren Nähe Alk saufen oder was soll da Sinn der Sache sein?
    Oder einfach nur mal n Test, ob wir danach Saufdruck schieben, so rein aus Interesse?
    Denn das kann ja durchaus passieren.

    Naja, Du siehst ja schon, ich kenne die Hintergründe nicht für diese Konfrontations-Situation.
    Ich kann Dir aber sagen, das diese Nummer mit mir NICHT gelaufen wäre, das is ma klar.
    Erstmal hätte ich wissen wollen, warum und wieso?
    Denn das hätte mich dann doch mal interessiert.
    Daran teilgenommen hätte ich allerdings auf keinen Fall.
    Ich bin kein Vesuchskarnickel für irgendwelche (für mich fragwürdigen) Therapeuten.
    Hätte das für mich Nachteile bedeutet, oder gar einen Abbruch der Therapiemaßnahme (was ich allerdings nicht denke, ansonsten würde ich echt die Welt nicht mehr verstehen)
    dann wäre mir das auch egal gewesen.
    Ich mache nicht jeden Mist mit, den sich irgendwelche Therapeuten ausdenken, die meine/unsere Krankheit evtl. nur theoretisch aus schlauen Büchern kennen.
    Das ist jedenfalls meine Einstellung und Meinung und die ändert sich auch nicht mehr, schätze ich mal. :wink:

    LG Sunshine

  • Hallo sunshine,

    ich bin sehr froh, meine Erwartungen bzgl. der LZT hier bewusst niedrig angesetzt zu haben.
    Ich will nicht sagen, dass hier alles schlecht ist, aber es könnte vieles sehr viel besser sein.
    Die Selbstdarstellung der Klinik auf der Website unterscheidet sich jedenfalls gravierend von der Realität.

    Und vielen Dank, Du bestärkst mich auf jeden Fall noch mal in meinem Entschluss, bei dem Konfrontationsquatsch nicht mitzumachen.
    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, halten ja auch fast alle langjährig Trockenen hier im Forum nichts davon.
    Und das ist auch schon mal ein gutes Argument.

    Gruß Robert

  • Zitat

    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, halten ja auch fast alle langjährig Trockenen hier im Forum nichts davon.
    Und das ist auch schon mal ein gutes Argument.

    Nicht nur hier im Forum nicht, sondern ich machte die gleiche Erfahrung auch in einer realen SHG.
    Unsere "Grundbausteine" unterschieden sich eigentlich gar nicht von ihren, sie nannten es nur nicht so :lol:

    Pancho, wir werden dem Alk nicht immer und überall 100% aus dem Weg gehen können.
    Wir müssen ja auch mal wieder einkaufen, tanken und andere normale Dinge verrichten.
    Allein da werden wir ja unsere Droge schon wieder antreffen.
    Aber man muss dem Alk ja auch nicht noch entgegengehen.
    Das ist jedenfalls auch meine Meinung.
    Ich bin die letzten 14 Jahre damit jedenfalls ganz gut gefahren.
    Und die wenigen Gefahr-Situationen, die ich echt nicht vorhersehen konnte, die habe ich auch trocken überstanden.

    LG Sunshine

  • Hey Pancho,

    ich bin wirklich verblüfft, wie schnell du zu deiner ausgeglichenen Gemütslage gekommen bist.

    Oft ist ja hier zu lesen und bei mir war es auch ganz extrem so, dass am Anfang die Hochs und Tiefs tage-bzw. stundenweise wechselten.

    Dass ich jetzt so stabil bin, kommt mir teilweise wie ein Wunder vor und ich bin täglich dankbar, diese Chaos und den Wust an nicht zu bewältigenden Gedanken und Gefühlen, hinter mir gelassen zu haben.

    Ein bisschen Glück gehört natürlich auch immer dazu, dass sich eine Situation so entwickelt, dass sie passt aber es liegt ja auch an dir selbst, dass du anscheinend fähig zu sein scheinst, dieses Glück auch zu schätzen, vielleicht höher einzuschätzen als die Dinge, die ( noch ) nicht so ganz glücklich sind oder es vielleicht ja auch nie werden.

    Ich habe das Gefühl du bist ein recht genügsamer Mensch und damit meine ich nicht, dass du mit wenig zufrieden bist, sondern dass du so viel Wertvolles, Anregendes und Substanzielles bereits schon in dir hast, dass du gar nicht mehr so viel von Außen brauchst.

    Ich denke wenn du es schaffen kannst dich in deinem Leben so zu positionieren, dass die Grundvoraussetzungen stimmen, du die Hände lassen kannst vor bewusstseinverändernden Dingen ( stofflich und nichtstofflich ), dann hast du das Zeug dazu, wirklich glücklich zu werden.

    Vielleicht hört sich das überheblich an, vielleicht ist es auch vermessen dich so zu beurteilen aber irgendwie hab´ich das so im Gefühl.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht bei dir und den ambitionierten Methoden deiner Klinik. ;)

    Bis bald dann mal.

    Slowly

  • Zitat von Pancho

    Das Glück, ...

    Dass ich wohl durch ein Versehen um die Vorstellung in der Großgruppe rum gekommen bin. :lol:

    Ich bin immer etwas irritiert, wenn jemand eine Therapie anfängt und sich dann darüber freut, dass sinnvolle Angebote nicht in Anspruch genommen werden müssen.

  • Hallo Pancho,

    ich lese auch bei dir, und ich freue mich, dass du dich nicht beirren lässt. Ich wünsche dir, dass du aus deinem Aufenthalt das beste machst - aber das machst du bestimmt, wenn ich von deiner Naturerfahrung lese.

    Die Zeiten allein mit mir in geschütztem Rahmen waren für mich damals auch besonders wertvoll - und wenn der ein oder andere gute Anstoß von Therapeuten oder Mitpatienten auch noch kommt, umso besser.

    Viele Grüße
    Thalia

  • Hallo Slowly,

    du schriebst:

    Zitat von Slowly

    Ich habe das Gefühl du bist ein recht genügsamer Mensch und damit meine ich nicht, dass du mit wenig zufrieden bist, sondern dass du so viel Wertvolles, Anregendes und Substanzielles bereits schon in dir hast, dass du gar nicht mehr so viel von Außen brauchst.Slowly

    Ich sitz grad seit zehn Minuten da und weiß nicht, wie ich darauf antworten kann, ohne dass es blöd rüberkommt.
    Es hat mich sehr gerührt und gefreut. Danke!

    Es gab in meiner Trinkerzeit auch diese kleinen Momente.
    Das konnte was ganz profanes sein:
    Frische Brötchen holen beim Bäcker und Frühstück machen für meine Töchter und mich.
    Das konnte ein wahrhaft glücklicher Moment sein und unglaublich energiespendend.
    Es war beängstigend, wie dann vor allem in den letzten zwei Jahren auch diese Augenblicke nicht mehr für mich erreichbar waren.

    Wenn ich meinen Gemütszustand des letzten Jahres anhand einer Skala von 1-10 beschreiben sollte (1=absolute Schwärze, 10=himmelhochjauchzend), dann pendelte das ständig zwischen 1 und 2, mit gelegentlichen maximalen Höhenflügen auf die 4.
    Momentan bewege ich mich stabil zwischen 6 und 7, mit gelegentlichen Ausflügen auf die 8 und nur einem kurzen Aurutscher auf 2 (kurz nach der Ankunft).

    Ich glaube, dass viele Faktoren dabei eine Rolle spielen, aber einer der wichtigsten ist wohl, dass ich nach dem kurzzeitigen Zurückrudern nach der Entgiftung wirklich einen Schalter umlegen konnte im Kopf und mich dann so intensiv beschäftigt habe mit dem Thema.
    Weil ich nie wieder dahin zurück will.


    Hallo Rattenschwanz,

    du schriebst:

    Zitat


    Ich bin immer etwas irritiert, wenn jemand eine Therapie anfängt und sich dann darüber freut, dass sinnvolle Angebote nicht in Anspruch genommen werden müssen.

    Was meinst du denn mit "sinnvolle Angebote"?
    Es ging hier doch nur um die kurze Vorstellung in der Großgruppe (Hallo, ich bin Robert aus Berlin), mehr wäre das nicht gewesen.
    Aber für mich eben ein Akt, der mit viel Furcht behaftet ist.
    Ich gebe zu, dass es im Sinne einer Konfrontationstherapie (hier macht es ja Sinn) vielleicht besser gewesen wäre, ich hätte da durch gemusst.
    So war ich aber erst mal froh, davon gekommen zu sein.
    Es sind doch viele kleine Schritte, die ich gehen will.
    Und dass ich hier bin, ist eigentlich schon ein Monsterschritt.


    Hallo Thalia,

    du schriebst:

    Zitat

    Die Zeiten allein mit mir in geschütztem Rahmen waren für mich damals auch besonders wertvoll - und wenn der ein oder andere gute Anstoß von Therapeuten oder Mitpatienten auch noch kommt, umso besser.

    Ich brauche ja immer sehr, sehr lange, um irgendwo oder mit irgendwem warm zu werden.
    Aber auch diesbezüglich merke ich schon klitzekleine Veränderungen.
    Ich ziehe mich zwar meist zurück, bin aber nicht völlig isoliert.
    So ein kleiner Wortwechsel mit einem Mitpatienten freut mich schon.
    Und vielleicht passiert da ja noch mehr, ich bin ja erst zehn Tage da.

    Euch allen eine gute NAcht!
    Gruß Robert

  • Zitat von Pancho

    Was meinst du denn mit "sinnvolle Angebote"?
    Es ging hier doch nur um die kurze Vorstellung in der Großgruppe (Hallo, ich bin Robert aus Berlin), mehr wäre das nicht gewesen.
    Aber für mich eben ein Akt, der mit viel Furcht behaftet ist.

    ...

    So war ich aber erst mal froh, davon gekommen zu sein.

    Finde den Fehler.

  • Guten Morgen!

    Rattenschwanz

    Ich bin mir nicht sicher, was du meinst.
    Kannst du mir auf die Sprünge helfen?


    Die Reihen hier lichten sich.
    Drei Mitpatienten, die nach mir gekommen sind, haben nach zwei Tagen bis einer Woche abgebrochen.
    Auf die regulären Abgänge kommen kaum Neuzugänge, weil nur noch zwei Therapeuten im Haus sind.
    Ich empfinde das Schrumpfen der Patientenschar als sehr angenehm, es erleichtert das Kennenlernen.

    Gestern musste ich einen Intelligenztest machen.
    Im Vergleich zu vor 20 Jahren acht Punkte verloren.
    Ich hatte schlimmeres befürchtet.

    Heute erwartet mich zum ersten Mal ein wirklich vollgepackter Tag.
    Ich freu mich drauf.

    Auf dem Ergometer rudere ich und fahre Fahrrad, jeden Abend eine halbe Stunde.
    Es tut gut, beim Sport zu schwitzen und nicht wegen des Saufens.

    Habt einen schönen Tag.

    Gruß Robert

  • Zitat von Pancho

    Ich bin mir nicht sicher, was du meinst.
    Kannst du mir auf die Sprünge helfen?

    Du bist zur Therapie, weil ja bei dir offensichtlich irgendwas nicht so ist wie es sein soll und du deswegen gesoffen hast. So und nun erkennst du selbst, dass du Angst davor hast vor vielen fremden Menschen zu sprechen - hier: Dich vorzustellen. Jetzt bekommst du das Angebot etwas gegen deine Angst zu tun - also, dich im Rahmen deiner Therapie vor vielen fremden Menschen vorzustellen - und du bist froh, dass du nichts gegen deine Angst machen musst.

    Na wo issn hier der Fehler?

    Nur mal nebenbei: Bei der LZT in Leipzig musste sich jeder vor ca. 80-100 Mitpatienten vorstellen - musste. Nicht nur mit "Hallo ich bin Rattenschwanz aus Dingens", sondern mit seinem Suchtbericht in Kurzfassung. Die Vorstellung dauerte so 10 bis 15, 20, ... Minuten und anschließend, konnten alle Anwesenden Fragen zu der Vorstellung stellen, die beantwortet wurden - soweit das möglich war. Auf die Vorstellung wurde in der Gruppe (ca. 10 Patienten) hin "trainiert" und wenn das einigermaßen funktionierte, erfolgte die Vorstellung - nach ca. einer Woche, wie oben beschrieben, vor dem ganzen Team. :o

  • Guten Morgen Pancho,

    Zitat

    Gestern musste ich einen Intelligenztest machen.
    Im Vergleich zu vor 20 Jahren acht Punkte verloren.
    Ich hatte schlimmeres befürchtet.

    Im Rahmen einer Psychotherapie hatte ich auch einmal einen Test gemacht.

    Als wir ihn dann zusammen aufdröselten, die Therapeutin und ich, stellte sich heraus, dass ich meinen mitgegebenen intellektuellen Fähigkeiten entsprechend, wohl nicht den optimalen Bildungs- bzw. Berufsweg gegangen bin.

    Und dass diese Tatsache auch an meinen depressiven Stimmungen mitverantwortlich sein könnte.

    Da ich zu dieser Zeit noch ordentlich trank, fand ich das zwar ganz spannend, machte mir aber keine weiteren Gedanken deswegen.

    Erst später, als ich dann aufhören konnte zu trinken und meine Depressionen eh ziemlich zeitnah völlig verschwanden, reflektierte ich für mich meinen Werdegang und kam zu der Erkenntnis, dass mir diese Erkenntnis der Therapeutin in der Gegenwart unwichtig sein darf.

    Auch ohne den "richtigen" Bildungsweg habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich damit zufrieden bin.

    Allerdings denke ich schon, dass ein ausreichender IQ hilfreich sein kann, bei der Bewältigung von Problemen und dem Finden der richtigen Weichenstellungen im Leben.

    Ich denke die acht verlorenen Pünktchen, werden bei dir wohl zu verschmerzen sein. ;)

    Viel schöner, dass du deine Sportlichkeit wieder gefunden hast.

    Liebe Grüße

    Slowly

  • Guten Morgen!

    Rattenschwanz

    Danke, ich verstehe, was du meinst.
    Und muss dir zum Teil recht geben.
    Aber nur zum Teil. :wink:

    Was du aus Leipzig beschreibst - das würde ich ein sinnvolles Angebot nennen.
    (Das Trainieren in der Kleingruppe auf die Situation in der Großgruppe hin)

    Die kurze Vorstellung hier hätte mich vermutlich nicht umgebracht, aber mir auch nicht weiter geholfen.
    In der Kleingruppe fühle ich mich inzwischen ganz gut und bin bei den Gruppengesprächen mittlerweile auch recht entspannt.
    Und jetzt wäre auch die Großgruppenvorstellung nicht mehr so ein Horror.


    Slowly

    Die erste Reaktion meiner Bezugstherapeutin war, mit leicht vorwurfsvollem Unterton: "Sie könnten 80 Euro die Stunde verdienen, sich einen Porsche kaufen!"
    Dass 80 Euro die Stunde oder der Besitz eines Porsche auch in Zukunft nicht das Ziel meiner Wünsche sind, muss ich dann im nächsten Gespräch versuchen zu erklären.
    (Was nicht bedeutet, dass ich einen guten Verdienst nicht "mitnehmen würde. Ich würde aber nicht primär darauf hinarbeiten)

    Schwierig wird es, wenn ich versuche mir klarzumachen, wohin die Reise gehen soll.
    Das will ich hier herausfinden.
    Aber momentan sind die Gedanken dazu noch nicht in geordneten Bahnen.

    Gruß Robert

  • Guten Morgen Pancho,

    Zitat

    "Sie könnten ....... sich einen Porsche kaufen!"

    :D


    Die Frau hat Recht. Was ist denn gegen einen alten Porsche 911-er einzuwenden, in einem der originalgetreuen Farbtönen der alten Nuancen lackiert , nur vielleicht mit etwas breiteren Reifen als das Original hatte ausgestattet.
    Da kann man doch mit leben. ;)

    Naja aber du hast natürlich auch Recht.
    Für die 80 Euro wird natürlich vieles gefordert, was nicht jeder leisten kann oder auch will, auch wenn sein IQ dafür locker ausreichen würde.

    Mit meinen beiden großen Kindern bin ich auch am überlegen, wie ihre Berufswahl aussehen könnte.

    Bis jetzt wissen sie nur genau, was sie nicht tun wollen. :)

    Ich wünsche mir, dass sie sich Zeit lassen, eventuell lieber noch ein wenig warten und nach der Schule dann vielleicht noch einmal in´s Ausland gehen ( z.B. travel and work ), um herauszufinden, was ihnen wirklich liegt, was wirklich alles in ihnen steckt !

    Denn:

    Mein großer Sohn, an sich ein fauler S*** ;) und nicht wirklich sehr gut in der Schule, der nur redet wenn er wirklich Lust dazu hat, dann in homöopathischer Dosierung und auch sonst schon viel Mist gebaut hat, kam letzte Woche mit der Abschlussarbeit der Lyrikepoche nach Hause.

    Sie konnten zwischen zwei Gedichten wählen, durften eins davon analysieren, interpretieren und sollten dann noch dazu ein Parallelgedicht schreiben.

    An sich, so dachte ich, ein unmögliches Unterfangen für ihn.

    Als er mir dann seine Arbeit vorlas, musste ich mich wirklich setzen.
    Ich schaute so :shock::shock::shock: , ebenso wie alle anderen Leute so :shock::shock::shock: schauten, als sie es lasen.

    Zwar strotzend vor Rechtschreibfehlern, hat er dieses Gedicht einwandfrei analysiert auf´s Papier gebracht, seine Analyse gut formuliert, das voller schwieriger Bilder steckende Gedicht wunderbar interpretiert und beim Parallelgedicht,....da kamen mir dann die Tränen.

    Ich hatte mein Kind die ganze Zeit völlig unterschätzt !

    Ich bin gespannt, was die Zeit für dich bringen wird und welche deiner bestimmt vielen positiven Fähigkeiten, du für deinen weiteren Lebens- und Berufsweg nutzen willst.

    Liebe Grüße und einen schönen vierten Advent.

    Slowly

  • Hallo Pancho,

    Zitat

    Aber momentan sind die Gedanken dazu noch nicht in geordneten Bahnen


    Das ist gut. :) Freiheit von der vorherigen Denk"ordnung" bedeutet, dass neue Ideen entstehen können, oder?

    Ich finds nicht immer leicht, mich von gängigen Definitionen von "erfolgreich" zu lösen. Deiner Therapeutin da was zu erklären hilft bestimmt, eine (neue) Ordnung in dir zu finden.

    Ich wünsche dir einen schönen vierten Advent.

    Slowly, schön, deine Geschichte mit deinem Sohn! (Entschuldige, Pancho.)

    Viele Grüße
    Thalia

  • Naja, meine Meinung --- kann man anders sehen:

    für 80€ muß man sich in der heutigen Gesellschaft schon auf eine Weise verbiegen die zumindest mir nicht gut täte. Das ist ein Managementgehalt. Dafür muß man ein Managementleben führen dann. Und das muß man aushalten und einen sehr viel höheren Preis zahlen.

    Und Porsches kann man nicht essen. Nichtmal umarmen (wenn man nicht vollkommen übergeschnappt ist) :D

    Schöne, wertvolle Zeit dort und LG, Frank

  • Hallo Forum!

    Slowly

    Da hätte ich nicht drauf gewettet, dass du ein Porsche-Liebhaber bist. :o
    Mit Autos hab ich ja so ziemlich gar nichts am Hut, aber ansatzweise nachvollziehen kann ich, wenn jemand für alte amerikanische Autos schwärmt und aus Liebhaberei sich so was kauft und aufpäppelt und pflegt und hegt.
    Aber ein Porsche?
    Ich dachte immer, den fahren nur Angeber.
    Du bist doch keine Angeberin, Slowly! :wink:

    Zitat

    ( z.B. travel and work )

    Sehe ich genau so.
    Bei meinen Töchtern stellt sich jetzt auch die Frage, wie es weiter geht.
    Ein Jahr travel and work oder ähnliches erweitert den Horizont wahrscheinlich mehr als fünf Jahre Studium.
    In meiner erweiterten Bekanntschaft gibt es ein Pärchen, er schon im Berufsleben, sie gerade mit dem Studium fertig, die alles verkauft, Job und Wohnung gekündigt haben und für ein Jahr auf Weltreise gegangen sind.
    Und bereuen das natürlich keine Minute.

    Ich muss Thalia beipflichten:
    Schöne Geschichte!
    (Ich stell mir grad vor, wie du deinem Sohn sagst, wie toll er das gemacht hat und er nur etwas unverständliches in seinen Bart brummelt. Aber innerlich freut er sich natürlich riesig :lol: )


    @Thalia

    Zitat

    Ich finds nicht immer leicht, mich von gängigen Definitionen von "erfolgreich" zu lösen.

    Ich hatte ja heute ein Einzelgespräch mit meiner Bezugstherapeutin, in dem es darum ging.
    Unter anderem auch um die Frage, warum ich vorhandene Fähigkeiten nicht ausschöpfe und verkümmern lasse.
    Und da kommt natürlich auch die Frage ins Spiel, wie ich für mich Erfolg definiere.
    In vielen Punkten bin ich mir da unsicher, aber Erfolg ist für mich nicht zwangsweise mit einem hohen Einkommen verbunden.
    Das sieht allerdings ein Großteil der Bevölkerung anders.
    Und meine Bezugstherapeutin auch.

    Zitat

    Slowly, schön, deine Geschichte mit deinem Sohn! (Entschuldige, Pancho.)

    Wofür denn die Entschuldigung?

    garcia

    Zitat

    für 80€ muß man sich in der heutigen Gesellschaft schon auf eine Weise verbiegen die zumindest mir nicht gut täte.

    Es gibt sicher auch Ausnahmen, aber in der Regel läuft es darauf hinaus, da stimme ich dir zu.
    Wenn mir jemand einen guten Lohn zahlt, weil er der Meinung ist, dass ich den verdiene, und ich bei dem, was ich tue, ein gutes Gefühl habe, dann ist das in Ordnung.
    Ich müsste aber sehr lange überlegen, was das sein könnte.

    Zitat

    Nichtmal umarmen

    Diese Verrückten gibt es bestimmt! :D

    Gruß Robert

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