Fragen an einen Alkoholiker

  • so ist es.

    Genau so gibt es Gerichtsurteile, dass reines Saufen kein Grund ist, jemandem sein Recht auf Selbstbestimmung zu nehmen. Da müssen noch andere Dinge vorfallen, Fahren mit Alkohol oder Gewalt im Suff, sonst darf er machen, was er will.

    Du kannst ihn bitten, Du kannst ihn verbal zusammenfalten, Du darfst ihm drohen und durchziehen, dass Du nichts mehr für ihn tust, und er kann immer sagen, dass der trotzdem macht, was er will.

    Jeder hat das Recht, sein Leben gegen die Wand zu fahren, nur jemand Anderen darf er dabei nicht (gegen seinen Willen) mitnehmen. Genau so ist auch niemand gezwungen, dem Trinker dabei zuzugucken, jeder darf sich auch davon abwenden.

    Das einzige, was Du wirklich ändern kannst, ist Dein eigenes Verhältnis dazu.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Da müssen noch andere Dinge vorfallen, Fahren mit Alkohol oder

    Hallo Lebenskünstler,

    selbst Fahren unter Alkohol ist nicht weiter schlimm.

    Unter 1,2 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Führerschein befristet weg und danach geht es munter weiter.

    Hatte meine Tochter mit Hilfe der Polizei von der Straße geholt. Was hats gebracht, nichts.

    VG Olli57

  • Naja, so ist es. Da Alkohol legal ist, wurden die Strafen und der Umgang damit, drumherum gebaut. Nicht so schön aber halt real.

    Mein ehemaliger Chef, Inhaber eines kleineren Betriebes, hatte unter Alkohol jemanden tot gefahren. Er kannte als Geschäftsmann die örtliche Polizei sehr gut. Die Strafe...bitte hinsetzen! Eine etwas höhere Geldstrafe und 8 Monate Führerscheinentzug. Heutzutage so eigentlich, zum Glück, nicht mehr vorstellbar, oder mit den richtigen Anwälten vielleicht doch!??:/ Was ist dann passiert? Mein Chef ist nach den 8 Monaten wieder Auto gefahren und hat da weitergemacht,wo er aufgehört hat. Er ist weiter unter Alk Auto gefahren.8|X/

  • Mein ehemaliger Chef, Inhaber eines kleineren Betriebes, hatte unter Alkohol jemanden tot gefahren. Er kannte als Geschäftsmann die örtliche Polizei sehr gut. Die Strafe...bitte hinsetzen! Eine etwas höhere Geldstrafe und 8 Monate Führerscheinentzug. Heutzutage so eigentlich, zum Glück, nicht mehr vorstellbar, oder mit den richtigen Anwälten vielleicht doch!??:/ Was ist dann passiert? Mein Chef ist nach den 8 Monaten wieder Auto gefahren und hat da weitergemacht,wo er aufgehört hat. Er ist weiter unter Alk Auto gefahren.8|X/

    Hmm... Das Verwaltungsstrafrecht (Geldstrafe und Führerscheinentzug) ist eine Sache.

    Wenn ich das aber richtig verstehe, wurde Dein Chef vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen oder es wurde überhaupt erst keine Anklage erhoben... Anders geht es ja gar nicht. Finde ich seltsam... Bei einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss mit Todesfolge...

  • Es ist Anfang der 80'ziger Jahre passiert und er hat keine Haftstrafe bekommen. Wie das polizeilich bzw. strafrechtlich bewertet wurde, weis ich nicht. Da kann meiner Meinung nach nur etwas unter den Tisch gekehrt worden sein. Er war als Geschäftsmann mit der Polizei recht eng.

  • Hallo Hartmut,

    ich frage mich schon die ganze Zeitm warum es meinem Mann einem wohl nassem Alkoholiker nicht möglich ist, um unsere Beziehung zu kämpfen und mich, die Frau die er liebt. Stattdessen tut er mir nur Dinge schreiben wie du wirfst mich weg..... ich hätte einen Anderen... er kann nich ohne mich..... es bleibt nur noch tot. Wie soll ich damit umgehen? Was kann ich tun? Es tut weh das Ende der Beziehung so zu erleben wo es doch hätte anders zwischen uns sein können. Warum möchte er sich nicht helfen lassen? Ich kann es nicht verstehen.

  • Aus meiner Sicht kämpft dein Mann im Moment nicht um eure Beziehung, weil ihm die Grundlage fehlt: die Einsicht, dass seine Sucht ein Problem ist und dass Veränderung bei ihm selbst anfangen müsste.

    Was er sehr deutlich merkt, ist, dass ihm gerade alles entgleitet. Und dann kommen die typischen Sätze – „Du wirfst mich weg“, „Du hast einen anderen“, „Ich kann ohne dich nicht“, „Dann bleibt nur noch der Tod“. Für mich ist das kein Beziehungskampf, sondern Druck.

    Kämpfen würde heißen: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, Verhalten ändern. Stattdessen dreht sich alles darum, was du angeblich tust – nicht darum, was er tun müsste. Trocken gesagt: Er versucht, dich zu bewegen, damit er sich nicht bewegen muss.

    Hilfe anzunehmen würde bedeuten, sich selbst ehrlich anzuschauen. Solange das nicht passiert, kannst du reden und erklären, bis dir die Luft ausgeht. Du kannst ihn nicht nüchtern machen. Und wenn jemand solche Sätze wie „Dann bleibt nur noch der Tod“ bringt, ist das für mich kein Beziehungsthema. Das nimmt man ernst, aber man übernimmt nicht die Verantwortung für das Leben eines anderen.

    Du bist nicht seine Therapeutin und nicht seine Lebensversicherung. Du kannst ihn nicht retten. Du kannst nur deine Grenze setzen und entscheiden, wie viel von seinem Chaos du noch tragen willst.

    „Hätte sein können“ ist keine Beziehung. Für eine Beziehung müssten sich zwei bewegen. Im Moment bewegst nur du dich.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • das tut weh das zu lesen. Doch du hast Recht. In den Jahren unserer Beziehung habe nur ich mich bewegt und getan und gekämpft. Ich kann mit der emotionslosigkeit und der Kälte die er mir entgegenbringt nicht leben. Und auch damit nicht, dass er lieber allein die Wochenenden verbringt als mit mir. Die räumliche Trennung tat schon weh, doch die Einsamkeit das letzte Jahr noch mehr. Daher habe ich mich vollends getrennt. Was rätst du mir soll ich tun? ihn blockieren? Habe auch einen Termin bei einem Scheidungsanwalt .... ist das zu früh? Wir sind nun ein Jahr räumlich getrennt und es hat sich nichts verändert und es wird sich auch nicht ändern solange er nicht das Problem erkennt. Ich könnte heulen weil er mir auch so leid tut. Es fällt mir schwer Jemanden so zu behandeln, wo man weiss das er leidet. Und was ist wenn er seine Drohung Tod ernst macht? davor habe ich Angst wie geht man damit um?

  • Daher habe ich mich vollends getrennt. Was rätst du mir soll ich tun? ihn blockieren?

    Ich rate hier grundsätzlich nichts – wir sind ein Selbsthilfeforum. Ich kann dir nur die Suchtmechanik aus meiner Sicht schildern. Und aus meiner Erfahrung wird eine Beziehung mit jemandem, der im Konsum steckt, nicht besser.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Es fällt mir schwer Jemanden so zu behandeln, wo man weiss das er leidet.

    Du weißt ja gar nicht, ob er wirklich leidet.
    Zumindest gehst Du ihm jetzt nicht mehr beim Trinken im Weg um.

    Und ansonsten will er womöglich schlicht alles haben. Trinken und jemanden, der ihm die sonstigen Schwierigkeiten aus dem Weg räumt, sein Essen kocht und hinter ihm aufräumt. Eine Servicekraft für betreutes Trinken.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

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  • das stimmt ich weiss nicht ob er leidet und ja ich war sein Sprachrohr für alles und Jeden. Seine Kinder, seinen Vater und Freunde und Bekannte. Jedes Problem musste ich für ihn lösen und hab mich selbst darüber vergessen. Ich muss einsehen, dass ich mit einem nassen Alkoholiker keine Zukunft habe. so wie es im letzen Jahr war zwischen uns war es toxisch. Das möchte ich nun nicht mehr. Besser spät als nie. Ich weiss er muss sich ändern. Doch die Schuld bleibt im inneren trotzdem. Keine leichte Angelegenheit aktuell.

    wie hast du es geschafft mit dem Trinken aufzuhören?

  • wie schafft man es von dieser Droge Alkhohol wegzukommen die allgegenwärtig ist? Es ist schon erschreckend das derjenige der süchtig ist so gefangen ist, dass er bereit ist alles zu verlieren. Und ja Hartmut hat recht er kämpft nicht. Denn wenn müsste er sich seinen Dämonen stellen und das macht er nicht seine Worte " ich bin seit einem Jahr trocken"... ohne Therapie ohne AA nur mit Hilfe von Gott.

    Doch sein Verhalten spiegelt was anderes. Er redet sich alles schön auch unsere Beziehung und sagt er kann mir ja nicht immer Rosen streuen... es war so kräftezerrend. Einsam bin ich schon seit meinem Auszug im letzen Jahr.

  • wie schafft man es von dieser Droge Alkhohol wegzukommen die allgegenwärtig ist?

    Mit absoluter Überzeugung, anfangs Härte gegen sich selbst und einer großen Bereitschaft, dem Aufhören alles Andere unterzuordnen. Selbst die Beziehung musste bei mir dem gegenüber zurücktreten. Sonst wäre weitertrinken schlicht einfacher gewesen.

    Zum großen Frust meiner Frau, die dachte, wenn ich trocken werde, wird es einfacher. Nein, dann fingen die Kämpfe zwischen uns erst richtig an. Denn dann wollte ich meine Vorstellungen vom Leben nüchtern durchsetzen, und dann konnte man es nicht mehr aufs Trinken schieben. Dann mussten wirklich gemeinsam tragfähige Lösungen gefunden werden.

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  • Den Spruch mit der Servicekraft für betreutes Trinken finde ich passend.


    Ansonsten musst du dir darüber klar werden, dass ihr nie eine richtige Beziehung geführt habt. Seine Hauptbeziehung und mit Abstand die Nummer 1 in seinem Leben ist der Alkohol.

  • Ja das stimmt. Da gebe ich dir recht.

    Eine richtige Beziehung war es nie gewesen und ich verstehe bis heute nicht wie ich so blind sein konnte. Alle haben mich gewarnt. Sogar mein eigenes Kind hätte ich beinahe verloren im Kampf um seine Kämpfe. Nur gut geht es mir mit der Entscheidung nicht. Ich verstehe mich selbst nicht. Es tut weh und in mir ist eine Leere. Und ich weiss nicht wie ich auf seine Textnachrichten reagieren soll. Bis her habe ich nicht geanwortet. Und den Willen wirklich trocken zu werden denke ich hat er nie gehabt. Vor mir hatte er eine Frau mit drei Kindern. Sie konnte auch nichts ausrichten. Sie hat ihn vollkommen blockiert und seine Kinder wollen keinen Kontakt

  • Für Dich gilt eigentlich genau das Gleiche wie beim Alkoholiker beim Aufhören.
    Du musst Dich dem Schmerz stellen und ihn aushalten.
    Deswegen hält sich mein Mitleid auch in Grenzen.

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  • ok ich werde es umsetzen. Und wenn nötig ihn blockieren. Das was ihr schreibt in klar und die Botschaft eindeutig. Ich muss mich nun für mich in mein neues Leben kämpfen. Das habe ich verstanden. Es wird hart doch ich werde es schaffen. Weil ich glücklich leben möchte und will. Durch die Trennung hat sich mein Sohn gemeldet, wir haben nun wieder normalen Kontakt und unsere Beziehung vertieft sich wieder. Darüber bin ich glücklich. Ich danke Euch

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