Erna - Jetzt oder nie.....

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Die paar Minuten „Freude“ vor dem ersten Glas bzw. während der ersten zwei Gläser sind ein minimaler Teil des Ganzen. Danach folgt doch nur noch Kummer.


    Wenn Du Bock auf ein Glas hast, ersticke dieses Euphorie-Gefühl, indem Du den Gedanken an das erste Glas zu Ende denkst. Schritt für Schritt… Etappe für Etappe… bis Du kotzend vor der Tür stehst oder mit einem Kater und vor lauter Peinlichkeit am liebsten sterbend im Bett liegst.


    Da vergeht Dir ganz schnell die Lust auf das erste Glas ;)


    LG Cadda

  • Diese Gedanken muss man dann aber im richtigen Moment auch abrufen können. Daran haperte es bisher.

  • Ich hab das bewusst getan. Ich hab diese Vorgehensweise gehört und ab dann „einfach“ so gehandhabt.

    Vielleicht gelingt es Dir ab jetzt ja auch.


    Lust auf Alkohol:

    Gedanken zuerst zu Ende denken.


    Es gibt auch Leute, die damit nichts anfangen können und für die das nicht passend ist. Dann weg damit :)


    Für mich war das die Methode schlechthin, gerade am Anfang.


    Inzwischen kommt es selten vor, dass ich mich erwische, an das Euphorie-Gefühl vor dem ersten Glas zu denken und Bock drauf zu haben. Da genügt nun ein klaren „Stop-Nein“ aus Richtung Verstand in Richtung erbärmliches Suchthirn und das war’s dann. Das sind Sekunden.

    Wenn’s wirklich mal länger als Sekunden dauert, krame ich wieder mein

    „Gedanken zu Ende denken“ hervor.


    Das klappt so gut, dass ich allein durch die peinlichen Erinnerungen sogar nüchtern vor meine Haustür kotzen könnte :mrgreen:


    LG Cadda

  • Hallo Erna,


    auch von mir noch ein Willkommen. Ich finde, du liest dich sehr entschlossen und sortiert. Das ist toll, bleib dran. Also, geh zum Art und zur Suchtberatungsstelle.

    Deine Wohnung sollte auf jedem Fall alkoholfrei sein und bleiben. Vielleicht kannst du zum Einkaufen jemanden mitnehmen, der Bescheid weiß? Dann ist die Gefahr geringer.


    Das Suchtgedächtnis wird sich im Laufe der Zeit weniger melden und du wirst immer bessser damit umgehen können. Aber lass dir Zeit und habe Geduld. Man hat jahrelang getrunken, das geht also alles nicht von heute auf morgen. Ich habe recht schnell noch einen weiteren Vorteil des Nicht-Trinkens festgestellt: Der Zeitgewinn. Die Beschaffung, die Trägheit, der Kater. Alles hat einen den ganzen Tag beschäftigt. Und auch die Zeit, die man damit verbringt, an Alkohol zu denken oder die Zeit, die man mit der Scham über die vergangenen Situation verbringt. Eine riesige Erleichterung.


    Gut ist auch sich zu überlegen, was man mit der gewonnen Zeit anfangen möchte. Oder wie kannst du mit negativen Gefühlen ohne Alkohol umgehen? Und nicht zu vergessen auch die positiven Gefühle. Mit Freude oder dem Wunsch nach einer Belohnung.


    Weiter so, du bist auf einem guten Weg!

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Diese Gedanken muss man dann aber im richtigen Moment auch abrufen können. Daran haperte es bisher.

    Hallo Erna,


    ich bin 15 Jahre trocken und habe nie einen aufkommenden Suchtgedanken zu Ende gedacht. Ich wusste ja, wo es endet. Ich hatte von Anfang an akzeptiert, dass ich Alkoholiker bin.


    Warum sollte ich dann den Gedanken zu Ende denken, wenn die Sucht aus mir spricht? Diese Gedanken hatten doch alles dafür getan, dass ich immer wieder gesoffen hatte.


    Es gibt nicht den Königsweg. Ich kann dir auch keinen Tipp oder Rat geben, wie du es für dich machst. Das ist dein Ding. Finde es für dich raus.


    Eins ist jedoch bei allen gleich. Suchtgedanken sind nur temporär, da hat es mir schon mal geholfen dagegenzuhalten und auszusitzen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Ich hab das bewusst getan. Ich hab diese Vorgehensweise gehört und ab dann „einfach“ so gehandhabt.

    Vielleicht gelingt es Dir ab jetzt ja auch.

    Das habe ich mir so mit meiner Absturzliste vorgestellt. Ich weiß auch, das man seinen Verstand trainieren kann um Gedanken bewusst zu lenken. Vielleicht versuche ich das in meine Achtsamkeitsübungen einzubinden.


    Ich finde, du liest dich sehr entschlossen und sortiert.

    Entschlossen oft, sortiert fühle ich mich überhaupt nicht, aber das schreiben hilft beim sortieren in Teilbereichen.


    als du gerade den Arzt erwähntest, fiel mir ein, dass dies doch schwieriger ist, als gedacht. Ich mache im Herbst ein Praktikum und benötige dafür einen Nachweis eines Arztes, dass ich frei von Süchten bin. Mal sehen, wie ich mit dem Dilemma umgehe. Auf jeden Fall hole ich mir Montag den Termin zum Checkup.


    Zum einkaufen mitnehmen kann ich leider niemanden. Aber mit meiner Liste in der Hand sollte das doch klappen. Und selbst wenn doch was im Wagen landet, der Weg nach Hause dauert ja noch an und so bliebe genug Zeit um mich wieder zurechtzurücken.


    Meine Wohnung ist bereits Alkfrei, habe am Dienstag oder Mittwoch die Reste entsorgt. Leergut ist noch da, aber das kann ich wegen meiner Coronaerkrankung erst nächste Woche wegschaffen.

  • Warum sollte ich dann den Gedanken zu Ende denken, wenn die Sucht aus mir spricht?

    Gemeint ist glaube ich nur, dass man ans böse Ende denkt wenn das Suchthirn mal wieder um dich herumscharwenzelt und mit einem lächeln mitteilt, dass doch alles gar nicht so wild ist und man doch ruhig etwas trinken könne. Man vergisst das böse Ende so schnell und leicht. Also ich zumindest.....bzw die Erinnerung daran tritt in den Hintergrund.

  • Gemeint ist glaube ich nur, dass man ans böse Ende denkt wenn das Suchthirn mal wieder um dich herumscharwenzelt

    Und was ist, wenn sich etwas Schönes dazwischen schiebt? Kann ich das bei Saufdruck den Gedanken steuern? Ich hatte ja nicht nur schlechte Erinnerungen an das Saufen. Zu viele Fragezeichen für mich. Wie geschrieben, find es für dich raus.


    Eines ist gewiss. Ich kann keinen Suchtgedanken trauen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Gemeint ist glaube ich nur, dass man ans böse Ende denkt wenn das Suchthirn mal wieder um dich herumscharwenzelt

    Vollkommen richtig erkannt. So war es gemeint.



    Dass Du bereits ein alkoholfreies Zuhause hast, finde ich klasse. Ich finde, dass man deutlich erkennen kann, dass Du Dich mit dem Thema auseinander setzt und bereit bist, etwas dafür zu tun, dass Du auf dem richtigen Weg bleibst.

  • Guten Morgen liebes Forum,


    heute ist Tag 8. Eine Woche habe ich also geschafft. So lange war ich schon Ewigkeiten nicht mehr nüchtern. Ich glaube, vor 4 Jahren zum letzten Mal. Da hatte ich mir ne Auszeit genommen und uns 4 Wochen auf nem Bauernhof zum mitarbeiten einquartiert. Klappte dort 2 Wochen sehr gut, dann stellte ein Besucher Wein auf den Tisch....

    Der Vollständigkeit halber wollte ich noch etwas zu meiner Suchtgeschichte schreiben. Den ersten Alkohol trank ich mit 14. Und dieses erste Besäufnis endete schon im Vollsuff und meine Freunde mussten mich nach Hause schaffen. Ich hatte also noch nie die Kontrolle über das Zeug. Im Laufe der Jahre kamen auch andere Substanzen dazu. THC und Partydrogen waren meine Begleiter und mit 22 wurde ich Heroinabhängig. Später folgten JVA und 2 Therapien. Die erste brach ich wegen Rückfall ab, in der zweiten entstand mein Sohn und das hat mir vermutlich das Leben gerettet. Das Verantwortungsgefühl meinem Sohn gegenüber lies es Klick machen. Seitdem habe ich auch nie wieder Heroin angefasst.

    Die ersten eineinhalb Jahre nach der Geburt meines Sohnens ging alles gut, dann schlich sich der Alkohol wieder in mein Leben und ist seither mein ständiger Begleiter. Erst mal zum weggehen, später auch wieder zu Hause und allein. Zwischendurch gab es auch kleinere Rückfälle mit Speed oder Kokain. aber das war immer einmalig. Ich habe auch nicht das Gefühl, das Drogen wieder zum Problem werden könnten. Aber wer weiß, vermutlich muss ich gerade jetzt besonders darauf aufpassen, von wegen Suchtverlagerung und so.....

    Zum Schluss konnte ich große Mengen in mich rein schütten. 3 Flaschen Wein waren Zeitweise kein Problem. Zeitweise soff ich auch kontrollierter.....Seit ich meine Ausbildung begann, konnte ich die Anzahl der Tage runterfahren, es blieb auch mal vor nem Frühdienst nur bei einer Flasche Wein. Aber es artete trotzdem noch oft genug aus. Ich bekomme dann einfach nicht genug, und schütte alles rein was geht.


    Eigentlich wirklich ekelhaft.....


    Gestern habe ich noch lange mit meiner Mutter telefoniert. Ich hatte ihr schonmal volltrunken von meiner Alkoholsucht berichtet. Sie war also nicht sonderlich überrascht und findet es gut, dass ich es jetzt sein lassen will. Aber sie wartet auch erstmal ab.


    Gleich werde ich meine sichere Burg zum ersten mal seit einer Woche verlassen und zum Testzentrum pilgern. Wenn der Test negativ ist, kann ich morgen wieder arbeiten. Wird Zeit, denn mir fällt die Decke auf den Kopf. Und mit meiner Liste im Gepäck werden die Heimwege sicher klappen.


    so, ich wünsche euch allen einen entspannten und nüchternen Tag


    LG Erna

  • Guten Morgen Erna,


    ich finde es interessant, dass bei manchen Menschen offensichtlich drin steckt, dass sie nicht mit Alkohol umgehen können und saufen bis zum Umfallen.

    Bei mir war es exakt auch so. Ich habe das erste Mal mit 14 mit Freunden Alkohol getrunken und war so sternhagelvoll, dass ich nur noch auf dem Sofa geschlafen habe und von dem Abend nichts mehr weiß.

    Widerlich.


    Andere Drogen waren bei mir nie Thema, wäre es aber so gewesen, wäre für mich klar, dass alles sozusagen eins ist.


    Ich finde es gut, dass Du Deiner Mutter gegenüber mit offenen Karten gespielt hast.


    Willst Du noch ein Check up machen? Falls ja, würde ich beim Arzt auch offen sein. Glaub mir, dass ist auch für die Psyche nochmal ein großer Schritt.


    LG Cadda

  • ich finde es interessant, dass bei manchen Menschen offensichtlich drin steckt, dass sie nicht mit Alkohol umgehen können und saufen bis zum Umfallen.

    Aber woran liegt das? scheint ja diverse Meinungen zu geben von genetischer Veranlagung bis zu sozialer Störung. Vermutlich ist es eine Mischung aus Vielem. Werde ich mich demnächst einmal näher mit beschäftigen.


    Zum Arzt gehts auf jeden Fall, das ist auch schon länger geplant. Bin mir aber nicht ganz sicher inwieweit ich nun vollkommen ehrlich sein werde. Benötige von eben diesem Arzt eine Bescheinigung, dass ich frei von Süchten bin für ein Praktikum in einem sensiblen Bereich. Ich glaube, das werde ich auf mich zukommen lassen und spontan entscheiden. Vielleicht spricht der Arzt mich ja auch selbst darauf an, wenn irgendwelche Werte auf erhöhten Alkoholkonsum hinweisen.

    Vielleicht sollte ich auch ehrlich sein, aber ich habe Angst, dass es mich am Ende meine Ausbildung kostet und damit Alles ins wanken gerät.

    Werde am Dienstag bei der Suchtberatung das Thema ansprechen. Mal schauen, was die mir raten.


    LG

  • Na super, ich bin immer noch positiv!


    Aber der Spaziergang war toll, Sonntag morgen ist es sogar hier ruhig.


    aber ich habe Angst, dass es mich am Ende meine Ausbildung kostet

    Vielleicht wäre das sogar sinnvoll? Zumindest für die Patienten, für die ich irgendwann mal verantwortlich sein werde. Habe nicht ohne Grund ständig Angst irgendetwas falsch zu machen oder etwas zu übersehen. Ich traue mir nicht und das zurecht.

  • Hallo Erna,


    erstmal Glückwunsch zur ersten abstinenten Woche! :)


    Wie blöd, dass der Test immer noch positiv ist, da musst du jetzt noch länger damit umgehen, dass dir „die Decke auf den Kopf fällt“, ich fand das auch schwierig, als ich vor einigen Monaten COVID hatte und es mir wieder gut ging.


    Am Dienstag wolltest du evtl zur Suchtberatung gehen, richtig? Ich drück die Daumen, dass das dann klappt. Das ist bestimmt auch nochmal hilfreich gerade jetzt in der ersten Zeit.


    Benötige von eben diesem Arzt eine Bescheinigung, dass ich frei von Süchten bin für ein Praktikum in einem sensiblen Bereich.

    Naja, das bist du ja nicht … das ist ja ungewöhnlich, dass solch eine Bescheinigung gefordert wird. Finde ich schwierig. Ich kann deine Bedenken in beide Richtungen nachvollziehen. Auch hierüber vielleicht mal mit dem Suchtberater sprechen …?


    Du fragtest noch, was ich meine damit, dass der Kampf jetzt zu Ende ist. Ich habe - vielleicht anders als du - lange gegen die Erkenntnis angekämpft, dass ich alkoholkrank bin. Und als ich es dann endlich in einem laaangsamen Prozess akzeptieren konnte, brauchte ich eben nicht mehr zu kämpfen: um einen „normalen“ Alkoholkonsum, gegen das schlechte Gewissen, gegen meine Scham, um den Anschein, „normal“ und nicht alkoholkrank zu sein, etc. Ja, insofern hat mich die Akzeptanz frei gemacht.


    Aber auch bei mir ging es natürlich am Anfang erstmal darum, möglichst viel nüchterne Zeit anzuhäufen, damit der Kopf auch so langsam „trocken“ werden konnte, und da war bestimmt auch die ein oder andere Situation, in der ich noch gegen das Suchtverlangen „gekämpft“ habe. Allerdings erinnere ich mich daran nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin.


    Dir heute einen schönen nüchternen Sonntag!


    Thalia

  • hallo Erna,

    das ist ja ungewöhnlich, dass solch eine Bescheinigung gefordert wird.

    für sensible Bereiche ist es gar nicht mal ungewöhnlich das so etwas gefordert. Bei mir wurde damals nach psychischer Stabilität gefragt, das war vor 43 Jahren, als ich in die Pflege ging.

    Ich würde es mit dem Suchtberater besprechen, der kann dir sicher genaueres sagen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Guten Morgen liebes Forum,


    Tag 10. Gleich starte ich einen erneuten Versuch mich freizutesten. Ich hoffe, ich kann morgen endlich wieder arbeiten und heute zur Suchtberatung.


    Gestern hab ich mich hier nicht blicken lassen. Ich kam mir plötzlich so albern vor, aufgrund meiner Posts hier und dachte, alle urteilen über mich. Diese Gedanken entspringen wahrscheinlich meinem extrem schlechten Gewissen hinsichtlich meines Jobs. Bin dazu auch gedanklich noch nicht weiter. Hoffentlich kann ich mir heute nachmittag etwas input dazu holen.


    LG und allen einen entspannten Tag

  • Linde66

    Hat den Titel des Themas von „Jetzt oder nie.....“ zu „Erna - Jetzt oder nie.....“ geändert.

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