Erna - Jetzt oder nie.....

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo liebes Forum,


    lese hier schon ein paar Tage mit und nachdem ich heute bereits bei der Suchtberatung angerufen habe, möchte ich gleich einen zweiten Mininagel mit Kopf machen und mich vorstellen.


    Ich bin 41, habe einen 14 jährigen Sohn und mache gerade nochmal eine Ausbildung im medizinischen Bereich. .....und ich bin wohl Alkoholikerin! Tja, leider ist das so.

    Bewusst ist mir das auch schon lange, habe das aber nie so ausdrücken wollen. Hatte auch schon das eine oder andere Gespräch darüber mit einer Freundin, mir wurde auch Unterstützung angeboten, aber bei den Vorhaben etwas zu ändern blieb es auch. Ein paar Tage später waren die Vorsätze wie weggeblasen und der Alk lag doch im Einkaufswagen. Wie ein Schalter, der da umgelegt wird.....gerade noch hab ich mir gesagt "kein Alkohol" und 5 Minuten später hab ich ihn gekauft.


    Ich bin keine ständige Trinkerin. Schaffe öfter mal einige Tage ohne und wenn ich weiss, ich habe Frühdienst kann ich mich auch oft zusammenreißen. Aber nicht immer. Und dann gehts eben doch verkatert zur Arbeit, wo ich dann eine tickende Zeitbombe für die Patienten bin. Das möchte ich nicht mehr.

    Ich möchte auch meinen Sohn nicht mehr enttäuschen. Ihm wird das leider sehr bewusst, was mit mir los ist. Verzieht sich in sein Zimmer, wenn der Wein offen rumsteht. Will oft nichts mit mir unternehmen, weil er Angst hat, dass ich unterwegs was trinke. Er hat Angst, dass ich mal wieder betrunken in der Schule auftauche.

    Außerdem möchte ich nicht neben, im nüchternen Zustand ekligen. Männern aufwachen, nicht ein Wochenbudget in einer Nacht auf den Kopf hauen, mich nicht mehr daneben benehmen wenn ich irgendwo eingeladen bin, keine seltsamen Mails an meine Chefin schreiben, keine komischen Anrufe bei Kollegen tätigen, nicht vors Haus kotzen....usw.


    Die Liste könnte noch weiter gehen und mir ist bewusst, ich muss etwas tun. Aber gleichzeitig sitzt mir der Teufel im Nacken und flüstert mir ständig zu, das es doch ginge, etwas zu trinken und alles nicht schlimm sei.


    Heute ist Tag 5 meiner Abstinenz, ich weiß, ich hätte zum Arzt gehen sollen bin aber gleichzeitig auch noch mit Corona zu Hause, kann also nirgendwohin. Und Notarzt oder ärtzlicher Bereitschaftsdienst war mir dann auch zu seltsam. Den ruf ich mir aber, wenn ich doch noch akute Beschwerden bekommen sollte.


    Der Suchtdruck ist mitunter ganz gewaltig und ich muss mich zwingen, daran zu denken, was ich schon so an peinlichkeiten verzapft habe und warum ich nicht mehr trinken will. Vielleicht hilft es ja, dass ich es jetzt hier schwarz auf leuchtendem Untergrund nachlesen kann. Auch macht mir der Gedanke bange, dass die Finger vom Alkohol lassen nun eine Lebensaufgabe sein soll, nie mehr das schöne wollige Gefühl, dafür immer Arbeit an mir selbst.

    Dabei macht mir Mut, wie sich eure Leben zum positiven verändert haben und das möchte ich auch!!!!


    Das soll es erstmal gewesen sein


    LG und allen einen entspannten Tag


    Erna

  • Guten Morgen Erna,


    ich kann das alles total gut nachvollziehen, was Du da schreibst. Dieses sich Schämen müssen für peinliche Aktionen. Zu merken, dass das Kind leidet. Sich immer wieder vornehmen, nicht mehr trinken zu wollen und doch ist die Sucht stärker.


    Dass Du nicht direkt zum Arzt gegangen bist, ist gefährlich, das hast Du hier sicherlich gelesen, wenn Du schreibst, dass Du seit einigen Tagen hier liest. Vorsichtshalber möchte ich den link trotzdem nochmal hier lassen:



    Es ist immer besser, sich beim Start in die Nüchternheit nochmal durchchecken zu lassen, auch wenn Du den Anfang nun schon hinter Dir hast.


    Dass Du bereits mit der Suchtberatung Kontakt aufgenommen hast, ist ein super Schritt in die richtige Richtung und auch dass Du Dich hier angemeldet hast.


    Du kannst das schaffen und glaub mir, es ist soooooo erleichternd ohne den Alkohol. Es kam mir am Anfang wie ein Verzicht vor, inzwischen sehe ich es nur noch als Gewinn. Niemals wieder möchte ich trinken. Nicht nur Du wirst Dir selbst dankbar sein, auch Dein Sohn wird dankbar sein, glaub mir.


    Hast Du schon den Artikel über die Grundbausteine gefunden? Wenn man sich daran hält, hilft es ganz gewaltig, auf dem richtigen Weg zu bleiben.



    LG Cadda

  • Willkommen bei uns im Forum, Erna!


    Deine Schilderungen kommen mir teilweise sehr bekannt vor.


    Ein kalter Entzug ist nicht zu unterschätzen, aber das hast Du ja schon gelesen.


    Nun bist Du also bei Tag 5. Der innere Druck lässt sich mit einfachen Mitteln

    unterdrücken.


    Ich lasse Dir mal den Notfallkoffer da:



    Ja, rufe auf jeden Fall Hilfe, wenn es Dir körperlich schlechter geht. Vor allem auch,

    weil Du noch zusätzlich an Corona erkrankt bist.


    Hast Du bei der Suchtberatung einen Termin für ein Gespräch ausmachen können?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo ihr beiden,


    und vielen Dank für eure warmen und ermunternden Worte. Das lies gerade erstmal alle Dämme bei mir brechen.....in was für eine sch.....Situation hab ich mich da nur reingebracht?!.....

    Aber was solls, jetzt gehts nach vorn!!!!


    Die verlinkten Artikel habe ich bereits gelesen, daher war mir auch bewusst, dass ich "eins auf den Deckel bekomme" weil ich nicht bei arzt war. Aber das war nunmal eine spezielle Situation....

    Nachdem ich letzten Samstag im Test auf der Arbeit positiv war, hab ich mich auf dem Heimweg selbstverständich noch mit Wein eingedeckt. Was auch sonst?^^ Dann das Zeug runtergekippt, mir gleich noch den nächsten Fauxpas beim Arbeitskollegen geleistet, der Nachbar bekam auch noch was geboten, Blackout..am nächsten Morgen großes Schämen und Coronasymptome.....Klasse!!!

    Allerdings bot mir das Verbot, das Haus zu verlassen, die Möglichkeit mal ordentlich über das Thema Alkoholkonsum nachzudenken und mich damit zu beschäftigen. Dabei stieß ich auch auf dieses Forum. Für den Arzt war es dann zu spät.


    Plane aber demnächst einen Termin ein, wollte eh einen Checkup durchführen lassen. Dann werde ich mit offenen Karten spielen. Es erscheint mir tatsächlich sinnvoll, es einigen Menschen klar mitzuteilen, das man nicht mehr trinken will. Dadurch vergrößert sich Stück für Stück die Hemmschwelle und wenn man den Entschluss mitteilt, gewinnt er an Festigkeit. Habe aus diesem Grund vorhin auch gleich den Vater meines Sohnes, der öfter bei uns übernachtet, gebeten, keinen Alkohol mehr mitzubringen, weil ich nicht mehr trinken will. Er nahm es wohlwollend zur Kenntnis, obwohl es ihm sicher auch schwerfallen wird, auf sein Bier zu verzichten. Vielleicht sag ichs nacher auch noch meinen Eltern.


    Einen direkten Termin hab ich bei der Suchtberatung nicht bekommen. Aber ich soll Dienstag oder Donnerstag in die offene Sprechstunde kommen. Nach einem kurzen Gespräch wird es dann einen Termin geben. Der Gedanke an eine ambulante Therapie erscheint mir auch gerade auch gar nicht mehr so abwegig.


    Stichwort Notfallkoffer.....damit werde ich mich heute ausführlicher auseinander setzen. Werde ja demnächst meine kleine Blase verlassen müssen und dann will ich gewappnet sein.


    So, ich hoffe, das ist nicht alles zu konfus und irgendwie nachvollziehbar, in meinem Kopf sieht es nämlich noch sehr konfus aus.


    LG Erna

  • Dann sortiere Dich erstmal und lies Dich hier im Forum ein.


    Eins nach dem anderen.


    Und wenn Du Fragen hast, kannst Du die auch gerne hier in

    Deinem Thema stellen.

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Guten Morgen liebes Forum,


    Nun ist Tag 6 angebrochen und ich erwachte heute Morgen endlich einigermaßen frisch und ohne dieses bleiernde Krankheitsgefühl im Kopf. Das heißt, ich hab Corona überstanden und den körperlichen Entzug gleichermaßen.


    Ich merke, das mir das gestrige Schreiben hier gut tat. Es war befreiend, alles einmal ungeschönt loszuwerden. Und es jetzt hier aufgeschrieben zu wissen, macht alles viel wahrer und realer. Das Schreiben werde ich auch auf Papier versuchen. Denke, es hilft beim Sortieren der Gedanken und vor allem sind Gedanken schnell verflogen, Aufgeschriebenes bleibt.


    Habe mir 3 Dinge in den Notfallkoffer gepackt.: habe schon vor einiger Zeit mit Atemübungen begonnen, um meine Aufregung vor Präsentationen in den Griff zu bekommen. Denke, das könnte mir in Suchtdrucksituationen auch helfen. Außerdem hab ich mir eine Liste gemacht, mit meinen Abstürzen und weshalb ich nicht mehr trinken möchte. Diese werde ich in der ersten Zeit einfach ständig mit mir herumtragen. Im Supermarkt am besten in der Hand. Und drittens, dieses Forum hier. Eigentlich brauche ich hier nur kurz nachlesen, wieviel Leid der Alkohol verursacht und der Suchtdruck sollte mir vergehen.


    Überhaupt fühle ich mich durch das Forum und durch das Beschäftigen mit dem Thema Alkohol sehr motiviert.Wenn man etwas immer wieder hört, wird es für das Gehirn irgendwann zur Wahrheit. So ergehts mir gerade. Je öfter ich lese, welche postiven Auswirkungen Abstinenz haben kann und das es zu schaffen ist, desto mehr glaube ich daran. Und Ich bin nicht allein und wir sind eingeschworen auf eine gemeinsame Challange und bestärken uns darin. Team 0,0. Seltsam, kenne euch ja nicht, aber wenns hilft......


    Ich glaube, sich mit der Sucht und mit sich selbst zu beschäftigen ist ein wichtiger Baustein der Abstinenz. Das habe ich bisher nicht getan und so konnte sich der Wunsch nach Nüchternheit auch immer wieder verflüchtigen. Jetzt werde ich ihn festhalten und verinnerlichen.


    Ich wünsche allen einen motivierten Start in den Tag


    LG Erna

  • Hallo Erna,


    willkommen auch von mir, auch Alkoholikerin und Mutter eines Sohnes, der gerade fünfzehn geworden ist. Ich bin vor einigen Jahren trocken geworden, kann mich aber noch sehr gut an die Scham und die Angst und das ganze Gefühlschaos am Anfang erinnern. Auch, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dauerhaft abstinent zu sein und das ganz selbstverständlich.


    Auch macht mir der Gedanke bange, dass die Finger vom Alkohol lassen nun eine Lebensaufgabe sein soll, nie mehr das schöne wollige Gefühl, dafür immer Arbeit an mir selbst.

    Bei mir war es so, dass das „schöne wollige Gefühl“ am Ende meiner Trinkzeit ja nur noch höchstens ganz kurz mal eintrat, dass es eigentlich nur noch eine Fabrikation meines Suchthirns war.

    Du schreibst ja auch von Suchtdruck - mir hat es geholfen, als ich verstand, dass alles vermeintlich Positive, was ich mit dem Alkohol verknüpfte, Ausdruck und Teil meiner Suchterkrankung war.

    (Und was noch in akuten Situationen half, war Sprudelwasser trinken.)


    Ich empfinde mein Leben, seitdem ich es trocken lebe, als viiieeel weniger „Arbeit“ im Sinne von Anstrengung, als vorher. Wirst du sehen, dass es nur am Anfang so scheint, als sei es eine anstrengende Aufgabe, trocken und achtsam und fürsorglich mit sich selbst zu sein.


    Ansonsten finde ich beides, Suchtberatung und offenes Arztgespräch, eine gute Idee.


    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg in ein freies, trockenes Leben, und freue mich, dass du hier davon schreiben willst.


    Das Lesen und Schreiben im Forum hat mir enorm geholfen.


    Viele Grüße

    Thalia

  • Liebe Thalia,


    ich danke dir sehr für deine aufmunternden Worte. Ich habe großen Respekt vor deiner Leistung. Vor euer aller Leistung.....und ihr macht mir Hoffnung, das auch ich es schaffen kann.


    Du schreibst ja auch von Suchtdruck - mir hat es geholfen, als ich verstand, dass alles vermeintlich Positive, was ich mit dem Alkohol verknüpfte, Ausdruck und Teil meiner Suchterkrankung war.

    Mir ist durchaus schon länger bewusst, dass es sich bei den ganzen guten Gefühlen im Rausch, um bloßen Schein handelt. Wirklich helfen tut es aber noch nicht. Aber vielleicht doch, solange ich immerhin darüber nachdenke. Muss es mir vielleicht nur noch oft genug ins Hirn einhämmern und irgendwann kommt es richtig an. Mal sehen, es wird mich wohl noch ein harter Kampf erwarten.


    Gerade bin ich sehr wankelmütig. Eben verspüre ich noch Hoffnung und bin fest von meinem eingeschlagenen Weg überzeugt.....10 Minuten später hör ich mein Suchtzentrum wieder rummoren. Nachdem ich mir meine Lste angesehen habe, geht es wieder für ne halbe Stunde. Ich hoffe, ich kann auf Dauer dagegen ankämpfen!!!


    LG

  • Hallo Erna,

    Ich hoffe, ich kann auf Dauer dagegen ankämpfen!!!

    Das wirst du glücklicherweise nicht müssen, wenn du es jetzt ernst nimmst. Denn du hast bestimmt hier schon gelesen, dass es jetzt eben genau nicht mehr um Kampf geht.


    Die Grundbausteine sind dir ja schon geschickt worden, und auch der Notfallkoffer. Suchtdruck geht auch wieder vorüber.


    Für mich war anfangs ganz wichtig, wirklich alles andere erst einmal dem Trockenwerdenwollen unterzuordnen. Wie siehst du das?


    Viele Grüße

    Thalia

  • Liebe Thalia,

    Das wirst du glücklicherweise nicht müssen, wenn du es jetzt ernst nimmst. Denn du hast bestimmt hier schon gelesen, dass es jetzt eben genau nicht mehr um Kampf geht.

    Den Kampf aufgeben.....leuchtet mir noch nicht ganz ein.....gemeint ist vielleicht eine Art Akzeptanz zu entwickeln. Erinnert mich gerade an das Gelassenheitsgebet...."die Kraft, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann". Ich kann nicht ändern, dass ich süchtig bin. Akzeptanz sollte es mir leichter machen ums Herz und mir die Schuld und den Druck von den Schultern nehmen.


    Offensichtlich stehe ich auch gedanklich noch ganz am Anfang einer erfolgreichen Nüchternheit.


    Alles andere Unterordnen? Das ich die Füße still halte und mich nicht in Situationen begebe, in denen Getrunken wird, ist völlig klar. Das ich nächste Woche zum Arzt und zur Suchtberatung gehe, ebenso. Auch, dass ich mich intensiv mit dem Thema Sucht beschäftigen werde. Meintest du das mit unterordnen?


    LG Erna

  • Mir ist durchaus schon länger bewusst, dass es sich bei den ganzen guten Gefühlen im Rausch, um bloßen Schein handelt. Wirklich helfen tut es aber noch nicht. Aber vielleicht doch, solange ich immerhin darüber nachdenke. Muss es mir vielleicht nur noch oft genug ins Hirn einhämmern und irgendwann kommt es richtig an. Mal sehen, es wird mich wohl noch ein harter Kampf erwarten.


    Gerade bin ich sehr wankelmütig....

    Gutes Gefühl im Rausch?

    Das angenehme Gefühl gab es bei mir nur am Anfang der Trinkerei, nach dem ersten … zweiten Glas, danach war ich einfach nur betäubt und fühlte nichts mehr (wirklich), es dauerte lange bis ich begriff, daß ich mich immer mehr zur hilflosen Person machte und es war dann auch egal, was ich trank – ich wollte mich nur noch betäuben, weil ich mich selbst nicht mehr ertragen konnte. Eine Gewohnheit, die ich mir über Jahre antrainierte.

    Einhämmern, das tat ich wohl, immer wieder sagte ich mir, ich will nicht mehr trinken und ja, die ersten Tage/ Wochen war es ein echter Kampf. Ich fürchtete Alkohol wie der Teufel das Weihwasser.

    Wankelmut verbot ich mir, die Sucht wohnt nur in meinem Kopf, sagte ich mir immer wieder, mein Körper braucht einen Alkohol!

    Bei Suchtdruck trank ich so viel ich konnte, besonders Tee, der Einfachheit halber. Ich wußte, das lässt mit der Zeit auch nach und es ließ nach.

  • es dauerte lange bis ich begriff, daß ich mich immer mehr zur hilflosen Person machte und es war dann auch egal, was ich trank – ich wollte mich nur noch betäuben, weil ich mich selbst nicht mehr ertragen konnte.

    Ich glaube, es wird bei mir auch noch lange dauern, bis ich es wirklich begreife und das Alkgefühl nicht mehr verkläre. Im Moment klammere ich mich an meine Liste und hoffe, dass sie mich durchhalten lässt.

    Ich will nicht mehr trinken, ich will eine gute Mutter sein, meinen Job adäquat ausführen können, mich nicht mehr schämen müssen für Blödsinn. Ich will mich vor allem nicht mehr regelmäßig zum kotzen finden.


    LG

  • Mal sehen, es wird mich wohl noch ein harter Kampf erwarten.

    Hallo Erna und Willkommen im Forum!


    Ich muss sagen, ich habe meinen Weg in mein trockenes Leben nie als "harten Kampf, ja nicht mal als Kampf empfunden.

    Ich hatte eine ganz schwere Entgiftung, danach körperlich wieder auf die Beine zu kommen, war schon etwas Kampf.

    Aber dann überwog immer die Dankbarkeit, nicht mehr trinken zu müssen.

    Die Dankbarkeit, nochmal aus dem Teufelskreis rauszukommen und mein Dank gilt auch allen, die mir dabei geholfen haben, meine Krankheit zu stoppen.

    Und ich war immer dankbar über meine wiedergewonnen Freiheit, was sich auch bis heute zieht.

    Kampf war da also nicht.

    Ich habe meine Krankheit von Anfang an meiner Trockenheit akzeptiert und sie für mich auch angenommen.


    Es gab blöde Situationen mit Saufdruck, das war auch bei mir so. Aber das ist zu überstehen und ein paar "Tricks" gibt es da auch.


    Du darfst Dich also auf ein Leben ohne Alkohol freuen, dafür aber in Freiheit ....habe bitte keine Angst davor.


    Jeder kann es schaffen! Du auch.

    Lese hier bitte viel, besonders zur Risikovermeidung, mache Deine Abstinenz zu Deiner Prio 1...alles andere kommt erst danach...kann erst danach kommen, weil alles zukünftige ja darauf aufbaut.

    Dann schaffst Du das auch :)


    LG Sunshine

  • Hallo Erna,


    wichtig ist erst mal, Diskussion und Gedanken im Kopf hin oder her, nicht zu trinken.

    Ich verstehe Deine Bedenken, dass es schwierig sein kann, über längere Zeit standhaft zu bleiben.


    Was vielen, besonders am Anfang, helfen kann ist, sich nicht den ganzen zukünftigen Zeitraum auf einmal aufzubürden. Das ganze etwas kleiner machen.


    Aus diesem Grund erst mal "heute" nichts trinken. Und vor allem "jetzt" nicht. Dann brauchst Du Dir nicht so viele Sorgen um die Zukunft zu machen. Die wird sowieso ohnehin viel besser werden. Das wirst Du sehen.


    Und wenn Du morgen aufwachst (so geht es mir immer) bist Du froh nicht getrunken zu haben. Und dann wirst Du wieder "heute" keinen Alkohol trinken. Nur heute nicht zu trinken ist nicht so schwer. Und Deine Liste ist natürlich auch eine super Hilfe. :thumbup:


    LG Alex

  • Hi Erna,

    willkommen!


    Bin seit ca 2,5 Monaten ohne Alkohol unterwegs und jeden Tag wieder froh darüber. Das Leben hat mich wieder und meine Familie, noch wichtiger, auch 😀


    Bei der Entgiftung hatte ich zum Glück einen "milden Verlauf" und bisher auch keinen Saufdruck. War aber von Tag 1 an unter Hausarztaufsicht.


    Deine Geschichte ist quasi meine...vor's Haus gekotzt etc....

    Dann hab ich mich endlich und viel zu spät entschlossen, aufzuhören und hab's durchgezogen.


    14-tägige Blutabnahme, Termine bei der Suchtberatung, in der Tagesklinik bei ner Psychologin, hab mich hier angemeldet, bin seit ein paar Wochen bei den AA und jetzt hab sogar ich eine Reha beantragt. Nicht, weil ich wanke, sondern, weil es wohl Einiges aufzuarbeiten gilt und ich mich festigen möchte. Hab noch immer einen Riesenrespekt vor unserer Krankheit und auch Angst vor einem Rückfall.


    Mein Arzt meinte heute, es wäre klasse, daß ich alles umgesetzt habe, was mir geraten wurde.


    Das geb ich dir jetzt einfach mal so weiter,


    LG

  • Guten Morgen Ihr Lieben,


    heute ist Tag 7. Eure Anteilnahme bewegt mich sehr und ich danke euch!


    Gestern war mir mein Gedankenkarusell irgendwie zu viel. Musste dann hier ausmachen und las endlich mal wieder. Das vertreibt tatsächlich alle Gedanken. Lesen sollte ich wieder zu meinen täglichen Ritualen hinzufügen. Habe ich früher sehr gerne gemacht.


    Wollte mich gestern eigentlich nicht mehr mit dem Alkthema beschäftigen, machte mir am Abend aber doch noch Gedanken und schaute mir einige Couchingvideos auf Youtube an. Der eine Herr bei Youtube redete die ganze Zeit davon, sein Gehirn umzupolen. Ich glaube, das kann funktionieren. Im Moment verknüpt mein Gehirn den Alkohol mit Freude und ich muss es schaffen, dass es den Suff mit Schmerz verbindet und Nüchternheit mit Freude. Ich werde mir nun also so oft es geht, all meine Verfehlungen unter Alkoholeinfluss vor Augen führen, aber auch das, was positiv sein wird. Irgendwann wird es schon im Hirn ankommen.


    Habe auch mal überlegt, ob meine Saufgelage wirklich immer so amüsant waren. Nein, das waren sie nicht. Gerade nach und während der letzten Male ausgehen, verfiel ich immer irgendwann ins Heulen über mich und meine ganze Situation oder ich zog irgendwann ohne einen Gruß einsam und frustriert ab. Wer will sowas schon?


    Und ich habe mir vorgenommen, es langsam angehen zu lassen und vor allem Geduldig mit mir zu sein. Ich will mal wieder alles auf einmal und das sofort. Erstmal nüchtern sein. Dafür suche ich mir noch ein wenig Handwerkszeug zusammen und ihr habt mir ja auch schon wieder welches mit auf den Weg gegeben. Alle anderen Baustellen können erstmal liegen bleiben. So verzetteln sich meine Gedanken nicht und ich muss nicht genervt von mir sein.


    Ich wünsche allen einen entspannten Tag


    LG Erna

  • Guten Morgen Erna,


    lass Dich nicht austricksen vom „kleinen erbärmlichen Suchthirn“, das Alkohol mit Freude verbindet.

    Lies Dir Deinen Vorstellungstext durch. Dein „normales Hirn“ bzw. Dein Verstand verbindet mit Alkohol keine Freude, sonderlich extremes Leid.


    LG Cadda

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