Marli - Letzter Versuch

  • Du machst das wirklich super und irgendwann werden Deine Kinder sehr stolz auf Dich sein, glaub mir! 🫂

    Nur als kleiner Tipp, es geht wie gesagt nicht drum ihm eins rein zu drücken, auch wenn er das so sieht!

    Erzähle den Vorfall mit dem Spielzeug und alles andere auch und bitte beim Jugendamt darum, dass sie das mit zur Sprache bringen, dass er solche Sachen unterlassen soll.

    Bei uns war es damals ähnlich, er hat sich Sachen einfallen lassen und vor den Kindern mich als die Böse hin gestellt und versucht sie damit zu manipulieren.

    Es gab ein Klärungsgespräch, es wurde ein Schreiben verfasst indem er sich bereit erklärt hat, dies zu unterlassen und auch innerhalb seiner Familie solche Aktionen unterbindet, bei nicht einhalten würde der Umgang sofort komplett untersagt, damit war es dann amtlich festgehalten und es ging eben darum, wenn er weiter Terror macht oder das Kindeswohl gefährdet, das alleinige Sorgerecht beantragen zu können.

    Danach hat er sich dann gefügt, ich denke er hat bemerkt, dass es keinen Sinn macht und er damit dann alles verliert. An seinem Trinkverhalten hat es allerdings wie auch beschrieben nichts geändert.

    Es ging wie gesagt nicht um mich oder ihn, nur darum die Kinder vor Manipulation und Beeinflussen zu schützen.

    Ich war dem Jugendamt so dankbar damals, alleine hätte ich das nicht durch gestanden!

  • Hey,

    du schwärzt ihn nicht an. Du schützt deine Kinder. Das Kindeswohl steht immer an erster Stelle. Wenn du ihm nicht einmal zutrauen kannst, nüchtern mit den Kindern Auto zu fahren, dann liegt ein großes Problem vor und dein Verhalten ist absolut richtig.

    Achte nur darauf, dass es nicht irgendwann komplett giftig wird. Vielleicht bekommt dein Mann ja doch noch die Kurve. Und erst dann ist es wichtig, dass die Kinder auch wieder ihren Papa haben können.

    Als die Mutter meines Sohnes sich von mir getrennt hat, war es am Anfang ebenfalls schwierig. Die Themen waren andere, aber der Mechanismus ist ähnlich. Ich wollte nicht der „McDonald’s Papa“ sein und habe darum gekämpft, möglichst viel Umgang mit meinem damals sieben Monate alten Sohn zu haben. Am Anfang war viel Gift im Spiel, von beiden Seiten.

    Das Jugendamt sagte damals einen Satz, den ich nie vergessen habe:

    „Was möchten Sie. Wollen Sie künftig nur noch über Anwälte kommunizieren und dabei das Kind völlig außer Acht lassen“

    Das war ein Wendepunkt. Am Ende blieb es bei diesem einen Termin. Wir haben eine Umgangsvereinbarung getroffen, die für beide Seiten nicht perfekt war, aber fair.

    Wir haben uns fast immer daran gehalten. Mit der Zeit entstand wieder ein gutes Verhältnis, das im Sinne unseres Kindes funktioniert. Wir sprechen alles Wichtige ab. Wir informieren uns gegenseitig. Jeder fährt auch mal allein in den Urlaub. Wir haben ein Wechselmodell etabliert. Spielzeuge und Kleidung wandern quer zwischen den Haushalten. Es gibt kein „meins“ oder „deins“.

    So schwierig der Anfang war, so gut ist es heute. Unser Kind ist ein fröhlicher, aufgeweckter kleiner Kerl und liebt Mama und Papa gleichermaßen. Das wünsche ich dir und deinen Kindern auch.

    Da ich selbst Alkoholiker bin, sage ich es ehrlich. Ich konnte mich damals zumindest so weit im Griff haben, dass ich beim Umgang nie angetrunken war. Getrunken habe ich erst, wenn er schlief. Das war auch schlimm genug, aber so war es.

    Fazit: Du machst alles richtig. Mach dir keinen Kopf.

    LG

  • Achte nur darauf, dass es nicht irgendwann komplett giftig wird. Vielleicht bekommt dein Mann ja doch noch die Kurve. Und erst dann ist es wichtig, dass die Kinder auch wieder ihren Papa haben können.

    Dazu gehören zwei.

    Dieses 'vielleicht' ist eben das, was Cos zu lange in Beziehungen hält. Also, darauf sollte Marli meiner Meinung nach keine Rücksicht nehmen. Das ist Verantwortung vom Ex-Mann. Wenn er die Kurve bekommt, kann er sich aktiv um Normalität bemühen. Ich denke in den seltensten Fällen ist die Türe dann wirklich zu.

  • -Leonia- danke für den Tipp. Ich bin gespannt auf den Termin. Bin aber, ehrlich gesagt, ein wenig nervös.
    Mir geht es in erster Linie auch darum, meine Seite zu erklären. Er hat mir ja schon mehrfach mit dem Jugendamt gedroht und meinte auch, dass er bereits Kontakt aufgenommen hat. Keine Ahnung, ob das wieder ein Versuch ist, um mich nervös zu machen. Ich habe, zumindest aktuell, keinerlei Interesse daran, ihm die Kinder wegzunehmen. Ehrlich gesagt wünsche ich mir nichts mehr, als einen Vater für die Kinder, auf die ich mich verlassen kann, dem ich vertrauen kann. Wie bereits gesagt, die Kinder sind pro Woche 10-12 Stunden bei ihm. Ich bin berufstätig, wohne weiter im Haus mit Garten. Sämtliche Termine, Arzt, Geburtstage, Feiertage, Kindergarten, Schule nehme ich mit wenigen Ausnahmen wahr. Letztes Jahr ist meine Mutter verstorben, sie war mir eine große Hilfe mit der Betreuung. Mein Vater springt oft ein, aber der ist mittlerweile auch nicht mehr ganz fit und muss jedesmal eine Stunde herfahren. Zeit für mich? Könnt ihr euch ja sicher vorstellen. Wie schön wäre es, wenn die Kinder auch mal öfter bei ihm wären, mal bei ihm übernachten, mit ihm in den Urlaub fahren. Und ich dabei ein gutes Gefühl hätte. Statt dessen sitze ich hier jedesmal mit Bauchschmerzen…

    Wenn du ihm nicht einmal zutrauen kannst, nüchtern mit den Kindern Auto zu fahren, dann liegt ein großes Problem vor und dein Verhalten ist absolut richtig.

    Nein, das kann ich nicht. Aktuell fährt er nicht mit den Kindern, er hat ja keine Fahrerlaubnis. Aber er fährt alleine. Ich glaube nicht, dass er so blöd ist, die Kinder ins Auto zu laden. Aber ganz ehrlich: ich hätte auch nicht gedacht, dass er so blöd ist, ohne Führerschein zu fahren. Ich kann mittlerweile nicht mehr mit voller Sicherheit sagen, dass er nicht doch mit den Kindern fährt. Das war vor ein paar Wochen noch anders. Zudem hatte er ja vorbeibringen Monaten bereits ein Fahrverbot. Das hat ihn auch nicht daran gehindert, mit den Kindern zu fahren…inklusive eines Freundes meines Sohnes.

    Da ich selbst Alkoholiker bin, sage ich es ehrlich. Ich konnte mich damals zumindest so weit im Griff haben, dass ich beim Umgang nie angetrunken war. Getrunken habe ich erst, wenn er schlief. Das war auch schlimm genug, aber so war es.

    Das ist hier leider anders. Er ist mehr als einmal mit einer Fahne hier aufgetaucht, wenn er die Kids zurückgebracht hat.

    Achte nur darauf, dass es nicht irgendwann komplett giftig wird. Vielleicht bekommt dein Mann ja doch noch die Kurve. Und erst dann ist es wichtig, dass die Kinder auch wieder ihren Papa haben können.

    Ich fürchte, diesen Punkt haben wir bereits erreicht. Ich tue mein bestes, den Kindern gegenüber neutral zu bleiben. Aber auch die Kinder bekommen viel mit, wahrscheinlich zu viel.

    Ich hoffe, dass er die Kurve kriegt. Aber aktuell scheint das ganz weit entfernt zu sein. Es erschreckt mich teilweise selber, dass ich mir das kaum noch vorstellen kann…

  • Ehrlich gesagt wünsche ich mir nichts mehr, als einen Vater für die Kinder, auf die ich mich verlassen kann, dem ich vertrauen kann. Wie bereits gesagt, die Kinder sind pro Woche 10-12 Stunden bei ihm. Ich bin berufstätig, wohne weiter im Haus mit Garten. Sämtliche Termine, Arzt, Geburtstage, Feiertage, Kindergarten, Schule nehme ich mit wenigen Ausnahmen wahr.

    Das ist absolut nachvollziehbar. So sollte es ja auch sein. Aber gerade zeigt dein Mann leider sehr deutlich, dass er dazu noch nicht in der Lage ist. Er hat im Moment ein massives Problem und steht offensichtlich noch ganz am Anfang, falls überhaupt irgendwo ein Ansatz zur Veränderung da ist. Und genau deshalb ist DEIN Verhalten gerade richtig. Du schützt die Kinder und du schützt dich.

    Der Grund, warum ich dir meine eigene Geschichte erzählt habe, war genau dieser: In meiner Trennungssituation haben beide Seiten irgendwann begriffen, dass eine echte Elternschaft nur funktioniert, wenn beide bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Das braucht Zeit. Und Einsicht. Vor allem aber braucht es einen nüchternen Vater. Und an diesem Punkt ist dein Mann gerade noch weit entfernt.

    Nein, das kann ich nicht. Aktuell fährt er nicht mit den Kindern, er hat ja keine Fahrerlaubnis. Aber er fährt alleine. Ich glaube nicht, dass er so blöd ist, die Kinder ins Auto zu laden. Aber ganz ehrlich: ich hätte auch nicht gedacht, dass er so blöd ist, ohne Führerschein zu fahren. Ich kann mittlerweile nicht mehr mit voller Sicherheit sagen, dass er nicht doch mit den Kindern fährt.

    Das ist ein absoluter Alarmpunkt. Er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen im Straßenverkehr und im schlimmsten Fall eure Kinder. Das ist nichts, was man „mit Bauchgefühl“ lösen kann. Das gehört klar und deutlich auf den Tisch. Und ja. Das Jugendamt MUSS das wissen. Nicht um ihn zu bestrafen, sondern um deine Kinder zu schützen.

    Das ist hier leider anders. Er ist mehr als einmal mit einer Fahne hier aufgetaucht, wenn er die Kids zurückgebracht hat.

    Auch das ist eine klare Kindeswohlgefährdung. Wenn er tagsüber schon eine Fahne hat, dann kannst du dir vorstellen, wie der Rest des Tages aussieht. Die Kinder dazwischen pendeln zu lassen, ist weder stabil noch gesund. Bleib bei deiner Linie. Du machst das richtig.

    Ich fürchte, diesen Punkt haben wir bereits erreicht. Ich tue mein bestes, den Kindern gegenüber neutral zu bleiben. Aber auch die Kinder bekommen viel mit, wahrscheinlich zu viel.

    Das merkt man. Und das ist unglaublich wichtig. Aber ja, die Kinder bekommen trotzdem viel mehr mit als man denkt. Und je weniger Rechtfertigungen und Erklärungen hin und her fliegen, desto besser. Halte den Raum für sie stabil. Das ist gerade das Wertvollste, das du tun kannst.

    Ich hoffe, dass er die Kurve kriegt. Aber aktuell scheint das ganz weit entfernt zu sein. Es erschreckt mich teilweise selber, dass ich mir das kaum noch vorstellen kann…

    Genau das ist der Punkt. Für JETZT zählen nur du und die Kinder. Wenn er irgendwann nüchtern wird und Verantwortung übernimmt, kann man über eine neue Form der Elternschaft sprechen. Aber nicht vorher. Und nicht als „Paar“, sondern als Team für die Kinder. Du musst gerade vom worst case ausgehen. Alles andere wäre Wunschdenken. Und du bist längst an dem Punkt, an dem du die Realität siehst.

    Für den Moment ist das Wichtigste: ruhig bleiben. Nicht mit in die Emotionen reinrutschen. Trennungen und Sucht bringen alles zum Überkochen. Aber mit jedem Tag, den du klar bleibst, wird es für dich leichter. Gut wird es erst dann, wenn er wirklich nüchtern ist. Davor gibt es kein „wir“. Nur Chaos.

    Du machst das unglaublich gut. Und du schützt, was geschützt werden MUSS.

  • BOSS spricht die richtigen Sachen an.

    Du sollst ihm die Kinder nicht weg nehmen! Darum geht es auch nicht! Aber er muss eben erst einmal nüchtern sein und die Einsicht kriegen, dass sein Verhalten dazu führt eben die Kinder nicht mehr zu sehen.

    Mein Ex hat auch immer mit Jugendamt gedroht, passiert ist nie was, er war eher überrascht als die sich bei ihm gemeldet haben und wie schon gesagt, Du brauchst keine Angst vor denen zu haben, die kennen solche Geschichten zu Hauf und sind dazu da, die Kinder und auch Dich ein Stückweit zu schützen. Denn nur wenn Du stabil bleibst und Ihnen sowas nicht mehr zumutest, können sie auch irgendwann das bis jetzt erlebte verarbeiten.

    Und ja bleib bei Dir und den Kindern und halte Deine Linie.💕

  • Ich danke euch allein für eure Worte…

    Jetzt gab es hier folgende Situation, vielleicht könnt ihr mir was dazu sagen…

    Die Kinder waren gestern mit ihrem Papa kurz auf dem Weihnachtsmarkt. Dort gibt es ein Riesenrad. Heute Morgen erzählten mir die Kinder, dass sie allein mit dem Riesenrad gefahren sind. Finde ich ehrlich gesagt nichtbin Ordnung. Die kleine ist gerade 5 geworden, alleine schon der Gedanke, was hätte passieren können, wenn die beiden da oben rumgeblödelt hätten. Am Riesenrad steht auch noch ein großes Schild, dass Kinder unter 8 nicht ohne Erwachsenen fahren dürfen. Mein Sohn meinte zu mir, naja, aber G…. sieht ja aus wie 8. Kann mir schon vorstellen, woher er diesen Satz hat…

    Habe die beiden gefragt, warum Papa nicht mitgefahren ist, wo er war. Meinte mein Sohn: der stand unten und hat gewartet. Meine kleine meinte: der hat unten was getrunken. Erwachsenenpunsch. Hat mein Sohn erst abgestritten, und gab es erst zu, als meine Tochter meinte: doch, er hat gewartet und was getrunken. Hab dann gefragt, was Erwachsenenpunsch ist. Meinte mein Sohn: „naja, Glühwein. Aber ohne Alkohol!!!“

    Hab ihn dann gefragt, wieso er denkt, dass es ohne Alkohol war. „Weil ich gesehen hab, dass das auf einem Schild stand und Papa darauf gezeigt hat“

    Daruf habe ich glaube ich blöd reagiert und meinte zu ihm, dass ich nicht glaube, dass da kein Alkohol drin war.
    Mein Sohn stritt es weiter ab, meinte, der Papa trinkt doch gar keinen Alkohol mehr (er hat die Problematik schon mitbekommen)

    Jetzt meine Frage: ist es normal, dass mein Sohn seinen Papa so extrem in Schutz nimmt? Habe ich falsch reagiert? Soll ich mit meinem Sohn (8) offen darüber reden?

    Ich möchte ihn einerseits nicht zu sehr da reinziehen, aber anlügen will ich ihn auch nicht…

    Wie soll ich darauf reagieren?!?

  • Hallo Marli,

    ich bin für eine altersgerechte Ehrlichkeit bei Kindern. Sonst besteht die Gefahr, dass eine neue Generation heran wächst, die ihren Wahrnehmungen nicht traut.
    Es ist wichtig, dass du ihm vermittelst, dass er keine Verantwortung für seinen Vater trägt, die Kinder wollen natürlich am liebsten, dass wieder alles ok ist.
    Es wäre schön, wenn er weiß, dass er mit allem zu dir kommen kann.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ich finde - wie Du selbst - dass es problematisch ist, wenn Du zu Deinem Sohn sagst „Ich glaube nicht, dass da kein Alkohol drin war“.


    Ich verstehe, dass Du Dir Sorgen machst - aber zieh Deinen Sohn da nicht mit rein sondern klär das besser gleich mit Deinem Mann.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanananana (8. Dezember 2025 um 16:04) aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Hi Marli,

    ich glaube, du reagierst gerade ein bisschen zu sensibel. Klar, aufmerksam sein ist wichtig, aber wie ein Detektiv hinterherzuspionieren würde ich echt nicht. Du willst gar nicht wissen, was ich meinem Sohn manchmal durchgehen lasse und was wir zusammen anstellen. Wenn das die Mutter wüsste… na jut, lieber nicht.
    Aber im Ernst: Ich denke, vieles will man als Elternteil gar nicht so genau wissen.

    Man kann ruhig grob fragen, was die Kinder gemacht haben, aber jedes Detail auseinanderzunehmen bringt nur unnötig Stress.

    Und ganz ehrlich:
    Das Thema Alkohol sollte komplett raus aus den Gesprächen mit den Kindern. Sowas gehört nicht in ihre Köpfe und macht den Papa nur unnötig schlecht. Das hilft keinem am wenigsten den Kindern.

    LG

  • ich weiß nicht, ob ich schon gefragt habe - aber warst du schon mal bei der Suchtberatung? Die bieten ja auch Hilfe für Angehörige, auch für dich als Elternteil im Umgang mit den Kindern.

    DIe Kinder auszufragen war sicher nicht so optimal. Aber ich verstehe deinen Punkt sehr gut. Da steht nicht umsonst, dass kleine Kinder von Erwachsenen begleitet werden sollen. Ich war Anfang Oktober auf der Kirmes auf so einem offenen Riesenrad, wir waren zwei Erwachsene mit vier Kindern (8jährige und älter) und mir ist da oben sehr mulmig gewesen. Die Brüstungen der Gondeln sind sehr niedrig, wenn man da aufsteht und das Teil anfängt zu schwanken... hilfe. Ich hatte je ein Kind fest im Arm und war froh, als wir wieder unten waren.

    Dein Mann handelt unfassbar verantwortungslos, er trinkt lieber Glühwein, als mit den Kindern Riesenrad zu fahren... Und wenn er Höhenangst hatte und deshalb nicht mitgefahren ist, dann hätte er die Kinder trotzdem nicht alleine fahren lassen dürfen.

  • Ich kann es verstehen, dass Du momentan extrem aufpasst und wahrscheinlich war der Auslöser für das ausfragen, dass sie Dir erzählt haben, dass sie alleine auf dem Riesenrad waren.

    Aber und da muss ich mich hier einigen anschließen, es hätte genügt zu wissen, dass er nicht mit ihnen oben war, dass reicht alleine schon als Aufsichtspflichtverletzung aus.

    Ich verstehe auch gut, dass Du das mit dem Punsch nicht geglaubt hast. Und ich möchte Dir auch da den Rat geben, lass die Kinder da raus und gehe nicht weiter auf solche Antworten von Deinem Sohn ein.

    Ich weiß wie unglaublich schwer das fällt und man würde in dem Moment dem Mann am liebsten gar keinen Umgang mehr gewähren, aber das ist nicht Deine Aufgabe, dass regelt das Jugendamt, glaub mir, die sind bei sowas sehr hellhörig und das was bisher vorgefallen ist, reicht eigentlich schon aus.

    Ich weiß wie hilflos man sich fühlt, aber die Kinder sitzen zwischen den Stühlen und können das gar nicht beurteilen was da zwischen den Erwachsenen genau abgeht. Und bevor Dein Sohn dicht macht und sie am Ende gar nix mehr erzählen, bohr bei sowas nicht weiter nach. Sie lieben Euch beide, den Vater auch, ob er nun trinkt oder nicht, spielt keine Rolle für sie und sie merken ja auch, dass es Dich jedes Mal aufregt.

    Stell Dich nicht auf die gleiche Stufe mit ihm, lass sie Zeit zusammen verbringen bis der Termin beim Jugendamt war, dann geht eh alles seinen Gang.

    Und vermeide ihn schlecht zu machen oder eben den Kindern abzusprechen was sie gesehen haben, für sie hat er sich ein Getränk gekauft, ob nun mit oder ohne Alkohol, können beide nicht beurteilen und er wird Dir da auch nicht die Wahrheit sagen.

    Und ich finde den Tipp hier mir der Suchtberatung auch gut, vielleicht kannst Du Dir da zusätzlich noch Hilfe holen.

    Lg -Leonia-

  • Ich danke euch allen!

    Ich weiß wie hilflos man sich fühlt, aber die Kinder sitzen zwischen den Stühlen und können das gar nicht beurteilen was da zwischen den Erwachsenen genau abgeht.

    Ja, hilflos trifft es genau.
    Ich hatte schonmal eine ähnliche Situation. Als mein Sohn meinte, dass der Papa sich (und den Kindern) immer was zu trinken kauft wenn er mit ihnen unterwegs ist. Da habe ich ihn gefragt, was der Papa dann immer im Auto trinkt. Mein Sohn meinte „Cola“, darauf hin hab ich ihn gefragt, wie die Dose aussieht. „Schwarz, Cola steht da in roten Buchstaben drauf und noch irgendwas mit weißer Schrift“

    Ich kenne diese Dosen nur allzu gut, weil ich sie früher, als er noch hier gewohnt hat überall im Haus und in seinem Auto gefunden habe.

    Mir fällt es unglaublich schwer, drauf nicht einzugehen.

    Das Thema Alkohol sollte komplett raus aus den Gesprächen mit den Kindern. Sowas gehört nicht in ihre Köpfe und macht den Papa nur unnötig schlecht. Das hilft keinem am wenigsten den Kindern.

    Genau das fällt mir so schwer. Ich will sie nicht anlügen. Mein Sohn hat gefragt, warum Papa seinen Führerschein verloren hat. Habe ihm da auch gesagt, dass Papa Alkohol getrunken hat und man das beim Autofahren eben nicht darf. Er meinte dann: „aber Papa trinkt doch gar keinen Alkohol mehr“

    Wie soll man darauf reagieren?

    Ich kann es verstehen, dass Du momentan extrem aufpasst und wahrscheinlich war der Auslöser für das ausfragen, dass sie Dir erzählt haben, dass sie alleine auf dem Riesenrad waren.

    Ja, genau so war es. Weil ich schon vermutet habe, dass er unten stand und was getrunken hat. Letztes Jahr ist er noch mit ihnen zusammen gefahren. Das kam mir merkwürdig vor.
    Ich habe aktuell den Eindruck, dass er immer trinkt. Und das macht mir Angst…

  • Sie lieben Euch beide, den Vater auch, ob er nun trinkt oder nicht, spielt keine Rolle für sie und sie merken ja auch, dass es Dich jedes Mal aufregt

    Ich weiß. Ich merke nur, dass mich das so sauer macht. Nicht, dass sie ihn lieben. Sondern dass er sie ständig in Gefahr bringt, obwohl er ihnen sagt, dass er sie auch liebt. Er lügt sie ebenso an wie mich. Riskiert ihr Leben oder hat es getan, wenn er betrunken mit ihnen ins Auto gestiegen ist.
    Hört sich jetzt hart an, aber so, wie er aktuell drauf ist, hat er ihre Liebe nicht verdient. Gott, das hört sich jetzt echt ekelhaft an.

  • Boss

    Ich finde nicht, dass die Kinder total raus gehalten werden sollen . Kinder spüren schon in sehr jungen Jahren, dass etwas nicht stimmt . Dieses Gefühl zu übergehen kann für Kinder fatale Folgen haben.

    Ich kann Kindern auf ihre Fragen altersgemäß und ehrlich antworten, ohne jemanden schlecht zu machen. Ansonsten zeige ich dem Kind den Weg zum vertuschen und arbeite an der nächsten Generation von COs mit.

    Auch Kinder gehen nicht unbeschadet aus diesen Situationen raus, wenn ein Elternteil säuft.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Wahrscheinlich geht es darum, den richtigen Mittelweg zu finden. Ich werde sie nicht mehr explizit fragen, aber in gewissen Situationen werde ich versuchen, ihnen in ruhigem Ton die Wahrheit zu sagen.
    Beispiel: einen Tag, nachdem meinem Mann der Führerschein abgenommen wurde, saß mein Sohn recht still auf dem Sofa. Ich fragte ihn, was los ist und er meinte, dass er sich Sorgen um Papa macht, ob es ihm gut geht. Ich riet ihm, ihn doch anzurufen, damit er beruhigt ist, und Papa würde sich sicher über einen Anruf freuen.
    Leider war er dann ziemlich daneben, erzählte komische Sachen, fragte nach einer Verabredung, die aber schon am Vortag stattgefunden hat und über die mein Sohn schon am Morgen erzählt hat. Die Kinder waren morgens bei ihm gewesen, weil Ferien waren und ich an der Arbeit war. Mein Mann hatte es völlig vergessen. Er meinte dann noch: bis später, ihr kommt ja gleich noch her. Also bis dann! Und legte auf. Es war früher Abend, die Kinder sollten erst am nächsten Tag zu ihm. Er war betrunken, das konnte ich auch aus dem anderen Raum hören, und hat es nicht mehr richtig geblickt. Mein Sohn telefoniert immer mit Lautsprecher, also konnte ich das Telefonat halb mit anhören, stand in der Küche und hab Abendessen gemacht. Als mein Sohn aufgelegt hatte meinte er zu mir: „Du Mama, ich glaube, Papa ist verrückt geworden. Der hat ganz komisches Zeug geredet.“

    Hab ihm dann gesagt, dass es möglich ist, dass er was getrunken hat. Das man dann manchmal ein bisschen komisch ist und vergesslich wird. Und hab es so stehen lassen.
    Wollte ihm damit sagen, dass er wirklich komisch war, dass er das richtig eingeordnet war. Und hab es aber auch nicht eingesehen, eine Ausrede zu erfinden.

    Ebenso werde ich ihn nicht anlügen, was den Grund des FS Entzugs angeht. Nur eben nicht ins Detail gehen.

    Die Kinder, insbesondere mein Sohn (meine Tochter ist einfach noch zu klein) weiß, warum ich mich getrennt habe. Ich denke, dass kann man einem Kind sagen. Sachlich, ohne Drama. Ich denke, es ist wichtig, da nichts zu beschönigen. Da stimme ich Morgenrot zu. Auch Kinder können für das Thema sensibilisiert werden und verstehen, dass Alkohol einen Menschen verändern und viel kaputt machen kann.

  • Das ist gut, wie du das machst. Kinder bekommen sehr viel mit. Und es wichtig, dass sie das einordnen können. Und ihre Wahrnehmung ernst genommen wird.

    Mein Mann stand auf der Raue seines Stiefvaters betrunken vor mir. Alle hatten mitbekommen, dass er betrunken war, obwohl er heimlich auf der Toilette getrunken hatte. Ich hab mich deswegen mit ihm gestritten und er behauptete, er hätte nichts getrunken.
    Die Kinder haben den Streit mitbekommen und mich im Auto gefragt was los war. Ich habe ihnen gesagt, was passiert war. Mein Sohn war der gerade 8 und sagte, er hat gemerkt, dass der Papa nach Wein riecht.

    Es ist einfach eine schlimme Situation für alle Beteiligten. Wir Cos verstehen schon nicht, wieso die Alkoholiker nicht mal für die Familie „einfach aufhören“ können. Wie soll das ein Kind verstehen?

    Aber gerade deswegen ist es umso wichtiger, mit den Kindern offen (im Rahmen und kindgemäß) darüber zu reden, vor allem darüber, dass es eine Krankheit ist und sie definitiv gar keine Schuld am Konsum haben.

  • Hallo Marli,

    ich finde du machst das genau richtig. Lass dich nicht verunsichern. Du bist die Mutter und Ex-Partnerin und kennst ihn und deine Kinder am Besten. Du kannst deine Kinder nicht vor den Fehlern anderer schützen, aber du kannst sie ernst nehmen und deinem Gefühl trauen.

    ich glaube, du reagierst gerade ein bisschen zu sensibel. Klar, aufmerksam sein ist wichtig, aber wie ein Detektiv hinterherzuspionieren würde ich echt nicht. Du willst gar nicht wissen, was ich meinem Sohn manchmal durchgehen lasse und was wir zusammen anstellen. Wenn das die Mutter wüsste… na jut, lieber nicht.
    Aber im Ernst: Ich denke, vieles will man als Elternteil gar nicht so genau wissen.

    Sorry Boss, hier bin ich mal ganz und gar nicht deiner Meinung. Ich bin auch Mutter und würde bei der Aktion auch verrückt werden. Es geht hier nicht darum, dass man dem Kind eine Süßigkeiten oder Cola gibt, die es nicht bekommen soll. Das machen Großeltern auch und das ist vollkommen okay. Hier geht es um eine wirkliche Gefahr für die Kinder in dem Riesenrad ohne Aufsicht. Und darüber hinaus frag ich mich, was die Kinder davon lernen? Das es okay ist sich nicht an Regeln zu halten? Und dann wundern wir uns, wenn 15 Jährige nachts mit Papas Auto unterwegs sind.

    Dein Mann handelt unfassbar verantwortungslos, er trinkt lieber Glühwein, als mit den Kindern Riesenrad zu fahren... Und wenn er Höhenangst hatte und deshalb nicht mitgefahren ist, dann hätte er die Kinder trotzdem nicht alleine fahren lassen dürfen.

    Genau das ist der Punkt. Und nicht wie du es erfahren hast.

    Ich finde nicht, dass die Kinder total raus gehalten werden sollen . Kinder spüren schon in sehr jungen Jahren, dass etwas nicht stimmt . Dieses Gefühl zu übergehen kann für Kinder fatale Folgen haben.

    Ich kann Kindern auf ihre Fragen altersgemäß und ehrlich antworten, ohne jemanden schlecht zu machen. Ansonsten zeige ich dem Kind den Weg zum vertuschen und arbeite an der nächsten Generation von COs mit.

    Da bin ich ganz bei Morgenrot.

    wurde, saß mein Sohn recht still auf dem Sofa.

    Das sagt doch alles.

    Dein Sohn bekommt mehr mit als dir lieb ist. Woher wusste er denn das alles über den Erwachsenenpunsch ohne Alkohol. Entweder hat er etwas mitbekommen und dann darfst du ihm seine Wahrnehmung nicht absprechen, sondern musst ihn Ernst nehmen. Oder dein Ex hat ihn instrumentalisiert um dir zu suggerieren, dass alles in Ordnung ist.

    Mach das Thema Alkohol noch zu groß, aber kehre es auch nicht unter den Teppich. Du machst das richtig. Du hörst hin.

    LG ☀️

  • Und darüber hinaus frag ich mich, was die Kinder davon lernen? Das es okay ist sich nicht an Regeln zu halten? Und dann wundern wir uns, wenn 15 Jährige nachts mit Papas Auto unterwegs sind.

    Ist leider nicht das erste Mal, dass etwas in der Art passiert. Vor einigen Monaten schickte mein Mann mir Bilder von angemalten Hauswänden. Ich fragte ihn, was das ist. Er war mit den Kindern durch das Wohngebiet rund um seine Wohnung gelaufen und hat mit den beiden Straßenschilder, Mülltonnen und eben Hauswänden bemalt. Hab ihn gefragt, was das soll.
    Er nannte es dann eine Möglichkeit, den Kindern zu beizubringen, dass man aufeinander aufpassen soll. Die Kinder sollten gegenseitig schmiere stehen, während das jeweils andere an die Häuser malt. Er fand das total super, ich bin so stinkig geworden. Meinte zu ihm, dass einzige, was er den Kindern beibringt, ist, dass es ok ist, fremdes Eigentum zu beschädigen. Hab im Anschluss mit den Kids gesprochen, und hab ihnen gesagt, dass das gar nicht geht.
    Also mal ehrlich, der Mann ist Pädagoge. Was soll das?!?

    Oder dein Ex hat ihn instrumentalisiert um dir zu suggerieren, dass alles in Ordnung ist.

    Ich gehe eher mal davon aus. Aber kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Aber mal ehrlich: ein Alkoholiker geht nicht auf den Weihnachtsmarkt und trinkt dort Glühwein ohne Alkohol…

    Letzte Woche hatte ich den Termin beim Jugendamt. Er war natürlich noch nicht da. Wirklich helfen konnte mir die Dame nicht. Aber sie hat mir dazu geraten, die Unterhaltsvorschusskasse zu kontaktieren. Und sie meinte, es sei gut, dass ich sie informiert habe, für den Fall, dass noch weiteres passiert bzw. schon mal vorsorglich. Sie hat alles notiert, war von manchen Dingen selber leicht geschockt.
    Habe bei ihr auch nochmal betont, dass ich nicht vorhabe, ihm das umgangsrecht zu entziehen. Ich aber genau hinsehen werde…

  • Super Marli, das machst du richtig. Deine Kinder sind noch jung. Du musst genau hinsehen und hinhören, denn auch sie werden versuchen unterbewusst ihren Vater zu decken. Sie werden versuchen ihn zu schützen, aus Angst, dass es dann wieder Ärger gibt und sie vielleicht nicht zu ihm dürfen.

    Ich hab leider nun schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass das Jungendamt nicht wirklich eine Hilfe ist, aber das kommt sicherlich auch immer auf die Sachbearbeiterin an. Du musst einfach hartnäckig bleiben und alles melden.

    Solche Aktionen mit Wände beschmieren geht gar nicht. Du hast völlig richtig gehandelt.

    LG ☀️

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