ich glaube, die Erkenntnis, dass man als Alkoholiker wirklich niemals wieder trinken kann/ darf, ist für viele das größte Problem. Mein hatte längere Zeit eingesehen, dass er zu viel trinkt, dass es so nicht weitergeht usw. Aber dass eben den Schalter im Kopf für ne gewisse Kontrolle kaputt gesoffen hat und wirklich nie mehr kontrolliert trinken kann, dass war schwer für ihn zu akzeptieren.
Maeron - Von der Krankheitseinsicht & meiner täglichen Abstinenz
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Ja, natürlich
Mein Gedächtnis gehört zu mir. Ich könnte sagen, das hat nichts mit mir zu tun, es ist das Suchtgedächtnis. Es ist ja ein Teil von mir und das was ich denke und an was ich mich erinnern und Verlange. Klar,ich bin nicht meine Gedanken. So gesehen, es ist eine Seite von mlr,die so denkt.
Hallo Maeron,
der Unterschied ist, glaube ich, dass du dich, indem du sagst „mein Freiheitsbedürfnis ist stark“ etc. mit deinem Suchtgedächtnis identifizierst.
Bei mir war das so, als ich nass war. Ich dachte, ich brauche den Alkohol, dachte, es ist eine Einschränkung meiner Selbstbestimmung, wenn ich nicht mehr trinke(n darf).Da war ich mit meiner Sucht eins.
Jetzt, trocken, identifiziere ich mich nicht mehr mit dem, was mir das Suchtgedächtnis (immer noch, wenn auch selten) suggerieren möchte.
Du schreibstHier zeigt sich wieder, dass ich teilweise noch nicht für mich trocken bin.
Ist das nicht sogar noch eine Beschönigung?Ich lese dich nicht als trocken.
Mir hat die regelmäßige Auseinandersetzung mit meinem Alkoholismus hier im Forum auf jeden Fall geholfen, trocken zu werden. Das wünsche ich dir auch!Viele Grüße
Thalia
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Ich lese dich nicht als trocken.
Ich auch nicht. Dein Suchtgedächtnis ist noch eins mit Dir.
Aber ich finde es beeindruckend, was Du für ein Kämpfer bist. Du bist sehr stark. Und das meine ich so.
Wenn ich noch so denken würde wie Du... Da hätte ich schon lange wieder gesoffen.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du Deine Suchtstimme als das erkennst, was sie ist und es dann endlich sehr viel einfacher wird für Dich. Und Du nicht vorher schlapp machst.
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Ich finde es auch sehr stark von Dir, Maeron, dass Du alle diese Gedanken hier aufschreibst, das ist Selbsthilfe!
Wie damit umgehen, das ist nun die Frage.
Dadurch, dass ich abhängig geworden bin, ist mir vieles schönes genommen wurden. Ich kann nicht mehr entspannt Alkohol trinken. Kein entspanntes Feierabendbier mehr. Ich kann nicht mehr ausgelassen Feiern, mit Freunden richtig großartigen Spaß haben. Das macht mich wütend und traurig.
Kannst Du diese "Grüße von Suchthirn" Evtl. Stück für Stück mit dem klügeren Teil deines Hirns für Dich entkräften und dann in die innere "Ablage Papierkorb" schieben, sobald sie wieder auftauchen?
Z. B. So:
"Ne, ist klar, Suchthirn, dass Du mich jetzt als armes Opfer hinstellst, das auf "so viel Schönes" verzichten muss...
Ich habs doch lange genug ausgelebt, so toll war es auch wieder nicht, wirklich entspannend auch nicht, und ich kann froh sein, dass ich noch nicht alles verloren habe.
Alles im Leben hat seine Zeit und seinen Preis - und andere Krankheiten bringen noch ganz andere Einschränkungen mit sich. Jetzt bin ich endlich nüchtern und das ist gut so, und die Vorteile überwiegen ganz klar.
Also hör auf, rumzuheulen, und verzieh dich gefälligst in den Tiefschlaf, olles Suchthirn!"
Oder so ähnlich....
PS: Es hat mich daran erinnert, dass ich neulich, als es so heiß war, bedauert habe, auch kein alkoholfreies Bier mehr trinken zu können, bestimmte Sorten und Marken habe ich richtig gern gegen den echten Durst getrunken, um dann mit echtem Bier weiterzumachen.
Vielleicht ist auch das nur ein Trick des Suchthirns, mich auf Umwegen wieder mit Verzichtsgedanken an den Haken zu holen.
Ich versuche, diesen Gedanken nicht zu viel Raum zu geben, sondern es zu akzeptieren ("ist eben so, dumm gelaufen, jetzt leb damit, gibt Schlimmeres") und noch mal nach leckeren Getrânken für Hitzetage zu forschen, evtl. Bitterstofftropfen ohne Alk in die Schorle kippen, also eher auf die zahlreichen verbliebenen und neuen Möglichkeiten zu schauen.
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Hier zeigt sich wieder, dass ich teilweise noch nicht für mich trocken bin.
Da mal noch eine Frage: für wen bist Du trocken, wenn nicht für Dich?
Ich hab noch mal Deinen ersten Beitrag gelesen, da wolltest Du ja erst mal hören, ob Du aufhören musst.
Du warst Dir nicht sicher, ob Du wirklich aufhören sollst.
Dein Leidensdruck war nach meinem Dafürhalten auch nicht besondes hoch.
Da war Deine Rede davon, in 9 von 10 Fällen behälstdu die Kontrolle, und es passiert dir zwei oder drei Mal im Jahr, dass es peinlich wird.
Und wenn ich das heute lese, steckst Du immer noch in dem gleichen Zwischenzustand wie damals.
Es ist natürlich Deine Angelegenheit, wie Du das machst.
Für mich liest es sich so, als ob Du nie eine endgültige Entscheidung getroffen hast und dabei bleibst, sondern Du legst es immer auf Wiedervorlage und jedesmal haderst Du wieder damit.
Das kannst Du zwar machen, aber damit wirst Du möglicherweise nie zufrieden trocken, denn Du quälst Dich jedesmal, wenn Du gerne trinken würdest, damit.
Die Entscheidung kann Dir gar niemand abnehmen. -
Hallo und Danke für eure Beiträge,
Ich sehe in den letzten zwei Jahren bei mir eine große Entwicklung. Ich habe in der ambulanter Suchtreha viel gelernt. Ich akzeptiere, dass ich Alkoholiker bin und nicht kontrolliert trinken werde.
Ich bin fähig, mich gut zu reflektieren. Meine hier beschriebenen Gedanken sind Suchtgedanken. Dass ist doch klar. Aber ich darf trotzdem Verzichtsgedanken haben. Ja und ich stimme zu, es fehlt hier noch ein Hobby oder ähnliches.
Ich schreibe hier ganz ehrlich, was dazu führt, dass es so wahrgenommen wird, als wäre ich im Kopf nicht trocken. Es ist fast wie ein Vorwurf. Das hilft mir leider dann weniger.
Liebe Grüße
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Die Entscheidung kann Dir gar niemand abnehmen.
Ich sehe es nicht als Entscheidung sondern als ein Prozess, mit den Suchtgedanken umzugehen.
Ich denke der Ausrutscher- Rückfall hat mich auch nach hinten geworfen.
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Da war Deine Rede davon, in 9 von 10 Fällen behälstdu die Kontrolle, und es passiert dir zwei oder drei Mal im Jahr,
Das entsprach tatsächlich nicht der Wahrheit, es war viel öfters:(
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Ich finde es auch sehr stark von Dir, Maeron, dass Du alle diese Gedanken hier aufschreibst, das ist Selbsthilfe!
Danke!
Und ich versuche deine Tipps umzusetzen
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Moin Maeron,
ich kann nachvollziehen, warum bei dir ein „Vorwurf“ ankommt, weil ich, glaube ich, ähnlich ticke - wenn mir etwas zurückgemeldet wird, was ich gar nicht (mehr) auf mich zutrifft oder von dem ich nicht möchte, dass es auf mich zutrifft, gerate ich (auch?) schnell mal in einen Rechtfertigungsmodus.
Aber es ist ja so, dass genau die Wahrnehmungen von anderen über die Art, wie ich hier schreibe, eine Hilfe sein können, mich selbst zu überprüfen.
Du hattest geschriebenStilles einfach mal probieren ist nicht möglich. Das ist ein Schutz. Doch es beschränkt meine Freiheit. Und mein Freiheitsbedürfnis ist stark.
Vor allem darauf beziehe ich meine Rückmeldung an dich, dass sich das für mich nicht trocken liest.
Meine hier beschriebenen Gedanken sind Suchtgedanken. Dass ist doch klar. Aber ich darf trotzdem Verzichtsgedanken haben.
Als ich das obere gelesen habe, las sich das für mich nicht so, dass dir das klar war, dass die Verzichtsgedanken und das Gefühl der eingeschränkten Freiheit eben genau Suchtgedanken sind.
Nur darauf wollte ich hinweisen, dass das für mich nasses Denken ist, und für mich persönlich ist klar, dass nasses Denken mich dem Rückfall näher bringt.
Ich fand/finde es (auch?) nicht immer einfach, die Rückmeldungen, die ich hier bekomme, als wichtige, hilfreiche Anstöße zu sehen (und nicht alle sind es, ehrlich gesagt). Aber wenn ich Rückmeldungen an mich ran lasse und nicht abwehre, dann kann es mir manchmal helfen, aus einer unguten Gedankenspirale rauszukommen und den Abstand zu meinen eigenen Gedanken (wieder) herzustellen.
Ich denke der Ausrutscher- Rückfall hat mich auch nach hinten geworfen.
Das kann gut sein, und wie gut, dass du dich hier mitteilst und austauscht.
Herzliche GrüßeThalia
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Hallo,
Jetzt fühle ich mich sehr wohl mit meiner Abstinenz. Es ist gut so. Es schwankt einfach so sehr bei mir.
Liebe Grüße
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Hallo Maeron,
Ich will dich nur wissen lassen, dass ich eine Leidensgenossin bin, was das Trinkverlangen angeht, ich finde mich in dem , was du schreibst, wieder. Das Suchtverlangen hat zugenommen, ständig habe ich Verzichtsgedanken und muss Widerstand leisten. Was ich an Stelle von Alkohol trinken kann, was mich auch befriedigt, habe ich noch nicht gefunden. Das ist anstrengend.
Es ist ein Fehler, alkoholfreies Bier oder alkoholfreien Sekt zu trinken, wird hier immer geschrieben, aber ich tue das. Dies mit dem Gedanken, ich will mir doch nicht alles versagen., es schmeckt mir doch. Jetzt, wo ich es schreibe, werde ich es sein lassen, das wird mir beim Schreiben klar.
Mit meinen Problemen melde ich mich hier sonst nicht, ich kenne die Reaktionen inzwischen, da ich hier viel lese. Mache das alles mit mir alleine aus. Ich habe auch nicht so viel Zeit, um zuverlässig in Diskussionen zu antworten.
Ich trinke nicht, trocken bin ich aber auch nicht. Alles besser, als nass zu sein.
LG Matcha
PS : Matcha schmeckt furchtbar, finde ich, ich mag nur den Namen
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Hallo,
dann will ich auch nichts weiter dazu sagen.
Grundsätzlich finde ich es für mich hilfreich, hier in den Austausch zu gehen!
Mir hilft auch sehr zu den AA Meetings zu gehen. Dort erzählt jeder von sich. Jeder darf ausreden. Das ist gut. Vielleicht auch für dich?
LG und alles Gute
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…ich habe auch Erfahrung am Stil, wie die 12 Schritte Meetings ablaufen… ich habe sehr davon profitiert und gelernt, einfach mal die Klappe halten und zuhören… !!!
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Als ich das obere gelesen habe, las sich das für mich nicht so, dass dir das klar war, dass die Verzichtsgedanken und das Gefühl der eingeschränkten Freiheit eben genau Suchtgedanken sind.
Nur darauf wollte ich hinweisen, dass das für mich nasses Denken ist, und für mich persönlich ist klar, dass nasses Denken mich dem Rückfall näher bringt.
Ich habe nochmal nachgelesen und stimme dir zu.
Es ist so, dass ich mich gerade freue, demnächst zu einem Treffen ohne Alkohol zu gehen. Und ich nehme mir die Freiheit, auch vorher noch Zeit für mich einzuplanen. Gemütlich zu lesen. Und ich werde nach dem Treffen gehen können, wenn ich will. Und ich werde wortwörtlich gehen können. Und ich werde nicht bereuen, was ich gesagt habe, betrunken. Weil ich frei bin und nicht mehr trinke. Eben noch war kurz der Gedanke da, das ich etwas verpasse , weil ich nichts trinke. Ich habe daraufhin die oben beschriebenen Gedanken gehabt (Zeit für mich, kein Bereuen). Und jetzt kann ich dadurch diesen Suchtdrang gar nicht mehr fühlen.
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Hallo,
soweit geht es mir gut, bin trocken.
Turzeit fehlt mir der Alkohol nicht .
Letztens beim Griechen, wo immer penetrant Schnapps verteilt wird, diesen abgelehnt. "Ich stelle ihn hier trotzdem mal hin, der wird schon weg kommen, haha.", so der Kellner. Da stand er dann und hat mich angeschaut. Der Schnaps, nicht der Kellner. Andersrum wäre es mir lieber gewesen. Habe dann meinen Tischnachbarn angestoßen, dieser hat dann mit den schlückchen Gift selbiges getan.
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Letztens beim Griechen, wo immer penetrant Schnapps verteilt wird, diesen abgelehnt. "Ich stelle ihn hier trotzdem mal hin, der wird schon weg kommen, haha.", so der Kellner. Da stand er dann und hat mich angeschaut. Der Schnaps, nicht der Kellner. Andersrum wäre es mir lieber gewesen.
Du weißt, was Dich erwartet, und tust es dir trotzdem an, warum?
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Ich frage manchmal, ob ich stattdessen einen Espresso bekommen kann. Klappt eigentlich immer.
Immer noch besser als am Anfang. Da habe ich wohl so laut "nein" gerufen, dass der arme Mann ganz erschrocken ist. Aber auf die Idee ihn vor mich hinzustellen ist er danach definitiv nicht gekommen.
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Du weißt, was Dich erwartet, und tust es dir trotzdem an, warum?
Wir haben uns mit Freunden getroffen, von iegendwem kam der Vorschlag. Ich hatte nicht daran gedacht.
Aber auch wenn, es ist irgendwann auch an der Zeit der Konfrontation.
Das Essen war ja lecker!
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Ich frage manchmal, ob ich stattdessen einen Espresso bekommen kann. Klappt eigentlich immer.
Richtig gute Idee!
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