Iphiegenie - Umgang mit Unsicherheit und Labilität

  • Guten Tag,

    ich trinke seit 10 Tagen keinen Alkohol. Der bewusste Entschluss zur dauerhaften Abstinenz kam schon am 18.02. allerdings hatte ich nach 3 Wochen einen Rückfall. Der Hangover war so schrecklich (Angstattacke), dass er mich in gewisser Weise in dem Abstinenz-Willen bestärkt hat. Im Grunde bin ich seit 2 1/2 Jahren damit befasst, zu einer dauerhaften Abstinenz zu kommen. Von Außen ausgelöste Abstinenzphasen (Führerscheinentzug wg. Trunkenheit) 2 Monate Abstinenz und Klinikaufenthalt wg. Depression 1 1/2 Monate Abstinenz, waren psychisch viel leichter zu ertragen. Jetzt ist es an den meisten Tagen so, dass die Angst in jedem Winkel lauert und ich total erschöpft und überfordert bin von Menschen und Situationen. Ich habe den Eindruck, ich muss mir selbst beweisen, dass ich ohne Hilfe (sprich: Alkohol) aus diesem selbstgezimmerten Gefängnis wieder heraus komme. Kennt jemand diese extreme Labilität am Anfang eines Entzugs?

    Danke für die Aufmerksamkeit

  • Hallo Iphigenie,

    herzlich Willkommen hier bei uns. So wirklich kann ich da nicht mitreden. Eines ist mir aufgefallen: Alkohol ist nie eine Hilfe, schon gar nicht, um aus einem (seelischen?) Gefängnis rauszukommen. Was meinst du mit "beweisen"?

    Bist du denn in ärztlicher Begleitung? Depression, Angst, Erschöpfung, Überforderung, puh, das ist eine ganze Menge. Da würde ich alleine nicht ran wollen.

    Viele liebe Grüße und schön, daß du hier bist.

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Iphigenie,

    eigentlich müsstest Du mit dem Krankeitsbild einen Facharzt an der Hand haben? Neurologie / Psychiatrie ?

    Der wäre doch jetzt gefordert um weitere Maßnahmen zu ergreifen wenn jetzt auch noch eine Angststörung dazukommt.

    GlG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Linde und Whitewolf und Danke für Eure Reaktionen.

    können solche Angstzustände nicht auch einfach Begleiterscheinungen des Entzugssein, vielleicht dadurch, dass der Hormonhaushalt aus der Balance ist? Vielleicht habt Ihr da Erfahrungen.

  • können solche Angstzustände nicht auch einfach Begleiterscheinungen des Entzugssein,

    Wenn du heute noch zu deinem Hausarzt gehst, bekommst du auch heute noch Antwort auf diese und auch auf viele andere Fragen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Das ist aber noch ziemlich lange hin. 🤔

    Bei solchen Beschwerden würde ich auf etwas mehr Dringlichkeit drängen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Iphigenie!

    ich trinke seit 10 Tagen keinen Alkohol. Der bewusste Entschluss zur dauerhaften Abstinenz kam schon am 18.02. allerdings hatte ich nach 3 Wochen einen Rückfall.

    Über diesen Satz bin ich gestolpert. Kannst Du mir das bitte erklären? Du hast am 18. Februar beschlossen, abstinent zu sein und hattest nach 3 Wochen einen Rückfall. Heute ist der 20. Februar. Da passt etwas zeitlich nicht.

    Wie hast Du die Entgiftung gestartet, mithilfe eines Arztes oder war es ein kalter Entzug?

    Und wann hast Du zuletzt Alkohol getrunken? Vor jetzt 11 Tagen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Elly,

    Danke für Deine Nachfragen., da hatte ich mich vertippt: 18.01. war die Entscheidung (gemeinsam mit meinem Mann, der kein Alkoholproblem hat, aber bereit war, gar nichts mehr zu trinken), dann am 8.02. bis 9.2. Rückfall. Nun eben seit dem 10.02. abstinent. Ohne ärztliche Begleitung, jedoch führe ich seit 2 1/2 Jahren (anl. damals Führerscheinentzug wg. Trunkenheit am Steuer) regelmäßig, ca. alle 6 Wochen ein Telefonat mit einer Suchtberaterin.

    Einmal editiert, zuletzt von Iphigenie (20. Februar 2024 um 17:50)

  • Danke für Deine Antwort, Iphigenie!

    Es ist gut, dass Du den Entschluss gefasst hast, keinen Alkohol mehr zu trinken. Jedoch ist ein ärztlich begleiteter Entzug auf jeden Fall zu empfehlen.

    Demzufolge machst Du einen kalten Entzug. Davor warnen wir jeden, der sich bei uns meldet, weil das sehr gefährlich werden kann.

    Den Artikel kannst Du anklicken und lesen:

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Auf alle Fälle solltest Du einen Termin bei Deinem Hausarzt machen, um Dich gründlich durchchecken zu lassen. Dort kannst Du dann auch alle Fragen loswerden, die Dir auf der Seele brennen. Und der Arzt kann Dich medikamentös unterstützen.

    Wir hier in der Selbsthilfegruppe sind keine Ärzte, können und wollen Dir keine Ratschläge in Bezug auf Deine Beschwerden geben.

    Auch wenn Du noch Medikamente gegen die Depression nimmst, solltest Du das mit Deinem Arzt besprechen.

    Siehst Du Dich selbst als Alkoholikerin und wie sind Deine Pläne, willst Du lebenslang abstinent bleiben, oder beabsichtigst Du nur eine Pause einzulegen, bis es Dir scheinbar besser geht?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Elly,

    ganz herzlichen Dank für Deine Hinweise.

    Ich verstehe die Regeln Eures Forums.

    Ich habe wohl gehofft, ich könnte das mal so schnell hinkriegen, ohne großes Aufheben zu machen mit einem Arzt zu sprechen, ist mir sehr unangenehm. Habe jetzt einen Termin bei meinem Hausarzt nächste Woche.

    Merke aber, dass es mich seelisch sehr viel Kraft kostet.

    Es fällt mir, da schambesetzt und gesellschaftlich stigmatisiert, schwer, mich als Alkoholkerin zu bezeichnen. Meine Selbstwahrnehmung stört sich daran. Von den Fakten her betrachtret bin ich Alkoholikerin .

    Mein über die letzten zwei Jahre gereifter Entschluss, dass ich gar keinen Alkohol trinken will/darf, ist unabdingbar.

  • Hallo Iphigenie,

    herzlich willkommen hier im Forum! Super, dass du dich auf den Weg in die dauerhafte Abstinenz gemacht hast!

    Es fällt mir, da schambesetzt und gesellschaftlich stigmatisiert, schwer, mich als Alkoholkerin zu bezeichnen.

    Zunächst ist es doch nur wichtig, dass du es dir selber eingestehst, dich vor den Spiegel stellen und dir ins Gesicht sagen kannst, dass du eben Alkoholikerin bist! Die „Umwelt“ kannst du ja dann in Kenntnis setzen, wenn es nötig ist, oder du den Wunsch hast mit bestimmten Personen darüber zu sprechen.

    Und deiner Hausärztin /deinem Hausarzt gegenüber musst du dir glaub gar nichts denken- ich gehe mal davon aus, dass du nicht die erste Alkoholikerin bist die dort aufläuft!


    Liebe Grüße und alles gute!

    Evelin

  • Hallo Evelin,

    Danke für Deine bestärkenden Worte. Da fällt mir ein, dass mir der Arzt, das letzte Mal, als ich bei ihm war, Glassplitter aus meiner Fußsohle rausgezogen hat. Die hatte ich mir, wie Wunder, nachts im Suff reingezogen! Danke für diese Erinnerung. Muss ich jetzt lachen.

    Beste Grüße

    Iphigenie

  • Besser ist es, wenn Du Deinen Hausarzt informierst, dass Du vor kurzem mit dem Alkohol aufgehört hast.

    Es ist gerade wichtig, wenn Du medizinische Behandlungen bekommst. Die Ärzte müssen Bescheid wissen, weil bei mir z.B. dauert es länger, bis eine Betäubungsspritze wirkt. Auch Tabletten wirken bei mir nicht mehr so wie vor meiner Alkoholsucht.

    Möchtest Du Dich im offenen Bereich mit den anderen trockenen Alkoholikern austauschen?

    Klicke den Link und schreibe kurz etwas dazu:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Nach der Freischaltung werden wir Dein Thema in den offenen Bereich zu den "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hier im Forum ist fantastische Gruppe , aber vielleicht ist in deiner Stadt Sucht Beratung Zentrum , ich habe alles genommen so wie mir möglich war, um Langzeit Trocken zu sein.

    Habe hier geschrieben , bin ich zu montags Gruppe bei Sucht, Beratung Zentrum gegangen und mein Arzt , dort sind auch Psychologen zu sprächen.

    Anfang ist schwer , durchhalten - das lohnt sich.

    L.G. Iwona

  • Hallo Iphigenie,

    wie geht es dir heute?

    Hast du den Bewerbungslink für den Austausch hier übersehen oder willst du erst noch deinen Arzttermin abwarten?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Stern,

    Danke vielmals für Deine Nachfrage. Genau, ich möchte erstmal den Arzttermin abwarten, der erst Ende der Woche ist. Ich trinke weiterhin keinen Alkohol (und seit ein paar Tagen auch keinen Kaffee mehr, nachdem ich seit der Abstinenz festgestellt habe, dass mir auch der nicht gut tut. Das Gleiche gilt für das Rauchen, das habe ich jetzt erstmal eingeschränkt...).

    Besten Dank auch an Iwona für Deine Nachricht.

    Herzliche Grüße und Danke für Eure Aufmerksamkeit

  • Das ist viel auf einmal, was du dir da vorgenommen hast.
    Hoffentlich verschieben sich da die Prioritäten nicht. 🤔

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Iphigenie , habe das gleiche gedacht wie Stern , nicht Übertreiben,eine nach dem anderen.

    Ich habe erste mal mit mein Alkohol sucht angefangen , nach gewisse Zeit mit Rauchen aufhören .

    Mit Alkohol war ist stabil und nicht getrunken , dann nächste sucht .

    Wünsche Dir weiter schöne Tage ohne Alkohol.

    L.G. Iwona

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