wieweiter - Was tun?

  • Lasst es nicht soweit kommen.

    Es ist echt hart, jemanden an die Alkoholkrankheit zu verlieren. Diese Sucht ist erbarmungslos und macht uns oft machtlos.

    In den Jahren im Forum habe ich viele Geschichten gehört – einige haben es geschafft, andere leider nicht. Es ist schwer, solche Verluste zu verarbeiten, und Worte können den Schmerz oft nicht lindern. Deine Ehrlichkeit und Offenheit sind wirklich bewundernswert und zeigen, wie wichtig es ist, über solche Erfahrungen zu sprechen.

    Auch wenn es schmerzhaft ist, solche Geschichten zu hören, so helfen sie doch anderen. Es könnte jemandem die Augen öffnen und ihnen helfen, aus der Sucht zu kommen. Danke dafür.

    Wir werden hier im Forum nicht müde werden, Unterstützung zu geben.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich heule und trauere um eine Illusion. Was hätte sein können, aber nicht war.

    Ich fühle mich allein und verlassen und war lange Zeit vorher schon allein.

    Die schlimmen Dinge werden ausgeblendet, die wenigen schönen Momente überbewertet.

    Was ich eigentlich schon lange wusste ist eingetreten. Dennoch tut es weh.

    Ich fühle mich allein obwohl ich schon lange allein war. Schaut auf Euch und entscheidet euch für das Leben

  • Es gibt sovieles zu tun. Und es lenkt mich ab.

    Schwer ist es immer, wenn ich jemanden treffe, der mich und ihn kennt oder kannte.

    Ich beschönige nichts. Es ist wie es ist, er war Alkoholiker und hat es nicht geschafft davon wegzukommen

    Ich frage mich ob ich etwas anders hätte tun können. Mehr Liebe, mehr Verständnis. Aber ehrlich, ich habe alles probiert. Es lag nicht in meiner Macht.

    Ich lasse ihn in Liebe los.

  • Ich frage mich ob ich etwas anders hätte tun können. Mehr Liebe, mehr Verständnis.

    Tu dir das nicht an.

    Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass mich niemand hätte retten können. Bei meinem letzten Rückfall, als ich schon im Forum war, hatte ich Glück, morgens wach zu werden.

    Ich lasse ihn in Liebe los.

    Das finde ich gut.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • nein, du hättest rein gar nichts tun können. auch ich hatte den gedanken am sterbebett meines mannes kurz im kopf. aber nein, ich habe auch den weg raus alleine finden müssen. und vor allem wollen. nichts und niemand konnte da irgend etwas tun. quäle dich nicht mit solchen gedanken, sie tun dir weh ohne dich auch nur einen cm weiter zu bringen.

    nimm dir zeit zu trauern, nimm dir zeit alles zu regeln und zu sortieren. all das ist völlig ok und wichtig, aber lass bitte diese selbstzweifel sein. du standest mit ner zwille einem panzer gegenüber. mach dich frei von diesen gedanken. sie zerstören dich sonst doch noch.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass mich niemand hätte retten können.

    Der Satz könnte, nein, kann sogar von mir sein. Ich habe ihn auch schon so ausgesprochen.

    Und er hat mir sehr geholfen, als mein Vater am Alkohol starb.

    Ich habe ihn auch in Liebe losgelassen. Das ist das beste, was Du tun kannst, meiner Meinung nach.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ja wie geht es weiter? Im Moment habe ich viel zu tun, mich um die Beisetzung kümmern.

    Die Wohnung auflösen, mich von Dingen trennen. Erste Interessenten haben schon die gekündigte Wohnung besichtigt.

    Heute war schönes Vorfrühlingswetter und ich habe im Garten wilde Brombeeren entfernt.

    Gartenarbeit macht mir Spass und ich freue mich schon auf den Frühling.

    Meine Traurigkeit zulassen und erkennen, daß die Angst um ihn weicht. Keine Angst mehr zu haben was mich beim Betreten der Wohnung erwartet. Keine Verzweiflung mehr wie es weiter gehen soll.

    Alleine sein, mit der Erkenntnis, dass ich es schon lange war.

    Weiter geht es Schritt für Schritt.

  • Ich glaube da muss ich durch um abschließen zu können

    Hallo wieweiter.Auch ich habe vor ein paar Jahren meine Partnerin an Krebs verloren. Solange sie noch lebte, war ich damit beschäftigt ihr die letzte Zeit die uns noch blieb, so leicht wie möglich zu machen. In dieser Zeit habe ich nur noch funktioniert. Job,Krankenhaus, Haushalt. In dieser Zeit hatte ich keine Zeit für zuviel Gedaanken. Als sie dann verstorben ist, bin ich in ein Loch gefallen.Da kam dann die Trauer. Das ist ganz normal. Wie du schon geschrieben hast,ist das auch wichtig um abschließen zu können. Das hat dann eine ganze Zeit gedauert, bis es dann langsam besser wurde. Versuch dich abzulenken. Nimm Hilfe an,wenn sie dir angeboten wird. Ich wünsche dir viel Kraft für diese schwere Zeit. LG

  • Ich hab gerade einen totalen Durchhänger

    Trauer dauert oft so lange, wie die Liebe zu dem Partner noch stark ist.

    Du hast nicht nur einen Alkoholiker verloren, sondern einen Lebenspartner, einen Menschen, der dir viel bedeutet hat, unabhängig davon, ob du ihn hättest retten können oder nicht. Dieser Verlust schmerzt tief und wird auch noch weiterhin schmerzen. Doch mit der Zeit wird der Schmerz nachlassen, obwohl er immer ein Teil von dir bleiben wird. So habe ich es erlebt.

    Lass deine Gefühle zu, es ist in Ordnung

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass mich niemand hätte retten können. Bei meinem letzten Rückfall, als ich schon im Forum war, hatte ich Glück, morgens wach zu werden.

    Jetzt verstehe ich dich erst richtig und warum du dich im Forum mit deiner Art so einbringst. Deshalb sage ich dir ein dickes Danke dafür.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

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