Jana, Mein Mann ist Alkoholiker

  • Meinen Ehering habe ich ja sehr schnell abgelegt. Um die leere Stelle nicht zu sehen, habe ich dort einen vorläufigen Ersatzring getragen - am Samstag habe ich mir einen wunderschönen antiken Silber-Bergkristall-RIng gekauft, der füllt die Stelle des Eherings jetzt perfekt aus. Ist nur eine Kleinigkeit und der Ring war auch nicht teuer, aber für mich hat es eine große Bedeutung. Hab mir damit wirklich eine richtig große Freude gemacht :)

    Sowas kann ich gut nachvollziehen... Habe etwas Ähnliches gemacht, zumindest vom Prinzip her... Ich habe nach der ersten Trennung eine neue Couch gekauft. Da wusste ich ja nicht, dass die endgültige Trennung erst später kommt. Gekauft habe ich mir die Couch aber im Prinzip aus demselben Grund; ich wollte den Platz mit etwas Neuem füllen. Jetzt ist es vorbei und die neue Couch kommt am Donnerstag ( hatte Glück mit der kurzen Lieferzeit :) ). Ziemlich passend... statt alte Zöpfe abschneiden, erinnerungsbehaftetes Möbelstück rausschmeißen... Da freu ich mich schon drauf. Für mich hat das, genau wie für dich, auch eine große Bedeutung.

  • Liebe Matilda, ist eigentlich bei mir das Gleiche - mein Ich hat immer Ringe getragen, auch zwischen den Ehen und davor, somit bin ich auch zurück zu meinem alten Ich ;) Seit Samstag schaue ich mit großer Freude wieder auf meinen Ehering-Finger!

  • Für mich hat das, genau wie für dich, auch eine große Bedeutung.

    Ob Couch oder Ring ist ja egal, hauptsache es hat für uns Bedeutung und unterstützt uns beim Neustart :)

    Interessant ist ja dass mein xy noch kurz vor der Trennung unbedingt eine neue Couch wollte, die alte wollte ich verkaufen, ist mir aber noch nicht gelungen - jetzt stehen die beide da und ich kann mich kaum bewegen im Wohnzimmer...naja, wird sich auch noch lösen...

  • Ob Couch oder Ring ist ja egal, hauptsache es hat für uns Bedeutung und unterstützt uns beim Neustart :)

    Interessant ist ja dass mein xy noch kurz vor der Trennung unbedingt eine neue Couch wollte, die alte wollte ich verkaufen, ist mir aber noch nicht gelungen - jetzt stehen die beide da und ich kann mich kaum bewegen im Wohnzimmer...naja, wird sich auch noch lösen...

    Mein Ex-xy war nicht so begeistert, als ich ihm erzählt habe, dass ICH MIR eine neue Couch gekauft habe... Obwohl er ja keinen Cent dazu bezahlen musste. Hab ich nicht so ganz verstanden... Glaub das war ihm zu viel Veränderung oder so. Ach, da findet sich schon jemand, der die Couch gebrauchen kann...

  • Wieder ein kleiner Schritt in Richtung Unabhängigkeit: habe einen kleinen Garten, das war die Aufgabe meines Mannes. Dieser Aufgabe fühle ich mich selbst nicht gewachsen - Hecken/Bäume schneiden etc. also habe ich heute jemanden dafür bezahlt, dass er es macht. Und ich bin stolz auf mich, dass ich das in die Hand genommen hab und das erledigen hab lassen! Bingo!

  • Hallo,

    bei mir tut sich grade nicht viel, außer, dass ich sinnloserweise immer noch versuche zu verstehen, was da in meinem Leben passiert ist. ich weiß, dass quasi alles erklärbar ist, wenn man die Variable Alkohol mit einbezieht, trotzdem finde ich es echt heftig, dass er nicht sowas wie lichte Momente hat, in denen er mal zu sich kommt und sieht was er da angerichtet hat, insbesondere in SEINEM Leben. Ich kann auch nicht fassen, dass er immer noch glaubt, ich hätte ihn betrogen. Dachte, auch seine Wahnvorstellungen würden sich irgendwann legen. 15 jahre zusammen, 10 Jahre Ehe und er läuft im Suff davon aufgrund meiner angeblichen Affäre und kommt einfach nicht wieder. Nicht falsch verstehen, ich will ihn definitiv nicht zurück haben, aber eine Einsicht würde ich mir nach wie vor wünschen, dass er es verbockt hat und nicht ich. Auch würde ich gerne immer noch die Scheidung im Einvernehmen lösen. Muss wohl aber auch hier zu der Erkenntnis kommen, dass das nix wird. Mein Anwalt ist ab nächster Woche im Urlaub, aber wenn er mich weiter auf allen Kanälen blockiert, werde ich wohl den Weg über Anwalt und Gericht gehen müssen.

    Aber nein, keine Sorge, er ist nicht mehr abend- oder tagesfüllendes Thema. Ich bin gut abgelenkt, hatte die letzten beiden Wochen frei, das war wirklich sehr fein und habe ich auch gebraucht. Seine Sachen habe ich inzwischen in den Keller geräumt. Nächste Woche gehts wieder los mit arbeiten, ist auch ok und auch sonst bin ich gut beschäftigt. Merke aber, dass ich nicht sehr belastbar bin und mir alles sehr schnell zu viel ist. Die kleinste Kleinigkeit bringt bei mir das Fass zum überlaufen, daran merke ich, dass ich von meiner Mitte noch ziemlich entfernt bin.

    Habe das Gefühl, dass ich Hauptperson einer Serie bin und die Drehbuchautoren sich immer die irrwitzigsten Sachen einfallen lassen, damits nicht langweilig wird ;)

    Ich wünsche euch allen ein schönes und alkoholfreies Wochenende :)

  • Tja, Jana, was soll ich sagen? Wir haben genau den gleichen Ablauf. Ich dachte auch alles im guten machbar. Nun ist die Trennung ein Jahr her und mein Mann nach wie vor weg und nicht bereit zu sprechen. Nun hat mittlerweile mein Sohn den Kontakt eben so abgebrochen. Er möchte nicht mehr.
    da auch auf die Anwaltsschreiben nicht geantwortet hat. Im letzten halben Jahr geht es nun vor Gericht. Jetzt endlich hat er eine Anwältin eingeschalten, die mir Bösartigkeit unterstellt, meinen Mann aus dem Haus geworfen zu haben, ihn abzuzocken… ich soll die Kosten für seine Ferienwohnungen übernehmen. Weiterhin soll ich die Kinder beeinflussen, keinen Kontakt zu ihrem Vater zu halten. Das trifft mich am meisten, da der Hauptstreit unter uns dreien immer da ist, dass ich den Kindern sage der Papa ist krank ihr müsst ihn verstehen, ihr dürft euer Herz ihm gegenüber nicht verschließen. Aber meine Tochter sagt ich. Spinne, wenn sich jemand so verhält, möchte sie keinen Kontakt mehr haben. Ihr geht es viel besser, seit er aus dem Haus ist. Das ist ihre Entscheidung und nicht meine Manipulation. Ich kann auf sie einreden, das Gespräch zu suchen, aber sie möchte das absolut nicht.
    Ich verstehe die Welt auch nicht mehr nach über 30 Jahren gemeinsames Leben. Aber es wird leichter. Ich muss nur aus diesem Haus endlich heraus und Unterhalt bekommen, aber ich hoffe, das löst sich im nächsten halben Jahr.
    mein größtes Problem sind massive Existenzängste da. Ich denke mein Mann fährt alles an die Wand. Er ist nur noch verbittert und böse auf uns, dass ich das Alkoholproblem aufgedeckt habe und gehandelt habe. Nun möchte er alles zerstören das setzt mir doch zu.

  • Liebe Lolli,

    schön von dir zu hören, auch wenn die Nachrichten immer noch nicht so toll sind. Auch für deine Kinder tut es mir sehr leid, da sie ihren Papa mehr oder weniger verloren haben. Mein Sohn knabbert schon genug dran, dass sein Stiefvater ihn einfach gleichzeitig mit mir aus seinem Leben geworfen hat. Und auch wenn er schon erwachsen ist, so schmerzts ihn, und die Mama halt gleich mit. Ich habe meinen Stiefsohn kontaktiert, ihm geschrieben, dass er mir wichtig ist und, dass er sich jederzeit an mich wenden kann, wenn er was braucht oder auch einfach so. Aber keine Antwort. Nehme mal an, er darf nicht, aber das ist nur eine Vermutung, wissen tu ich es nicht. Allerdings hatten wir alle ein gutes Einvernehmen, sodass ich mir keinen anderen Grund erklären kann.

    Das ist gut, dass du bei den Kindern nicht schlecht über den Vater redest, ist sicher nicht immer einfach. Aber sie sind alt genug, sich ein eigenes Bild zu machen und erkennen das ganz richtig.

    Finde das unglaublich, dass dein Mann sogar noch nach einem Jahr jegliches Gespräch verweigert. Und das nach über 30 Jahren. Frage mich immer wieder, wie so etwas passieren kann.

    Mir tut es ja um jeden Euro leid, den ich dem Anwalt bezahle, weil ich finde, man kann das unter Erwachsenen gut selbst regeln. Das könnte eine ganz einfach Scheidung sein, keine gemeinsamen Kinder, kein gemeinsames Vermögen. Brauchst normal gar keinen Anwalt. Außer einer ist so überhaupt nicht zugänglich. Alternative wäre halt, einfach verheiratet zu bleiben, habe laut Anwalt nicht wirklich Nachteile und eine dritte Heirat kann ich mir echt nicht mehr vorstellen. Wobei ich schon ganz gerne wieder eine Beziehung hätte - mit einem ruhigen Mann, der nicht trinkt, der nett ist und freundlich und zudem handwerklich begabt, uuuund in den ich mich natürlich unsterblich verliebe - träumen wird man ja noch dürfen ;)

    Dir, liebe Lolli, von Herzen alles Gute - ich hoffe sehr, dass bald alles ruhiger wird und die Anwälte da eine Einigung für euch finden, mit der du gut leben kannst!

    Alles Liebe

    Jana

  • Liebe Jana,

    ich habe deine Beiträge wegen deinem angeblichen Seitensprung jedesmal gelesen und überlegt ob ich etwas dazu schreibe.

    Denn du hoffst vermutlich dass er irgendwann zugibt dass das ganze erfunden ist.

    Ich bin jetzt seit 25 Jahren geschieden, mein Ex hat sich ebenfalls seine eigene Geschichte über mich gebastelt, ich bin nicht sicher ob er sie selbst glaubt. In seiner Version bin ich allein schuld an der Trennung, ich bin eine bösartige Schlampe. Er hat versucht das meinen Töchtern, Freunden und Bekannten einzureden. Kurz nach der Trennung wurde ich sogar beim Einkaufen beleidigt, andere Mütter aus der Schule haben mich geschnitten. Er hat sogar versucht die Lehrer und Erzieherinnen aufzuhetzen.

    Ich war sehr unglücklich und wütend, konnte ihn aber nicht zur Vernunft bringen.

    Der einzige Weg für mich war Abgrenzung.

    Meine Freunde und meine Töchter kennen mich und ihn, sie haben immer gewusst was wahr ist, und haben zu mir gehalten. Die Menschen die mir wichtig sind waren immer für mich da.

    Heute kann ich über das Vergangene lachen, es sind so skurile Sachen dabei. Er hat z.B. den Mann meiner besten Freundin versucht davon zu überzeugen, wir hätten eine lesbische Beziehung, weil sie mich so sehr unterstützt hat.

    Erst neulich stand eine ehemalige Schulmutter neben mir beim Bäcker, es war ihr offensichtlich unangenehm, mir ist dann eingefallen warum. Ich hab sie dann besonders freundlich gegrüßt und in mich rein gelacht.


    Wichtig ist zu wissen wer du selbst bist, und was wahr ist. Wenn er sich Lügen basteln muss um die Trennung zu begründen, zeigt das nur seine eigene Unfähigkeit der Wahrheit ins Auge zu blicken. Seine Sucht ist schuld an der Trennung, aber da er das nicht zugeben kann, erfindet er etwas.

    Diesen Schuh brauchst du dir aber auf keinen Fall anzuziehen.

    Ganz liebe Grüße

    Cat-Mom

  • Hallo Cat-Mom,

    danke für deine Nachricht! Das ist ja wirklich heftig, man kann sowas ja echt kaum glauben, dass sich jemand so derart die Wahrheit "zurechtrücken" kann. Ja, du hast recht, ich würde mir sehr wünschen, dass er das irgendwann zugibt, was er für einen Blödsinn über mich erzählt, aber es wird wohl nicht passieren. Er wird das sicher auch genauso herum erzählen, da er diesbezüglich recht ungehemmt ist und jedem x beliebigen immer seine ganze Lebensgeschichte erzählt.

    Ja, es kränkt mich und vom Kopf her weiß ich, dass du Recht hast damit, dass ich wissen muss wer ich bin und was wahr ist, aber gefühlsmäßig komme ich doch noch schwer damit zurecht. Auch damit, dass er diese Ehe ganz alleine auf dem Gewissen hat und mir die Schuld in die Schuhe schiebt.

    Am besten ist ja echt die Geschichte mit der lesbischen Beziehung, die er dem Mann deiner Freundin einreden wollte. Das ist ja schon Kabarett. Aber anfangs kann man das halt so gar nicht lustig finden. Toll, dass du inzwischen drüber lachen kannst. Ich wünsche mir sehr, dass ich da auch noch hinkomme.

    Wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du dich ausreichend davon abgrenzen konntest?

    Liebe Grüße

    Jana

  • Wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du dich ausreichend davon abgrenzen konntest?

    Das war ein Prozess, die ersten Monate war es noch sehr schlimm, dann wurde es über die Jahre immer leichter.

    Gleich am Anfang haben mir meine Freunde geholfen, die mir versichert haben dass sie mir glauben, und mir von seinen verrückten Anschuldigungen berichtet haben.

    Ich habe auch einige klärende Gespräche geführt, bei Leuten wo es mir wichtig war, nämlich mit der Erzieherin im Kindergarten und dem Lehrer.

    Meine Töchter hatten mit etwa 18 den Kontakt zum Vater abgebrochen, mit Anfang 30 hatten sie es vor kurzem nochmal probiert. Anstatt die Gelegenheit wahr zu nehmen, hat er ihnen sofort wieder vorgejammert wie böse ich zu ihm war, und hat über mich hergezogen. Sie haben den Kontakt daher wieder abgebrochen, und ihm das auch klar gesagt.

    Seine neue Frau ist Verkäuferin, seit sie in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet bin ich dort nicht mehr hingegangen. Vor einigen Jahren dachte ich dann, wie dumm von mir, ich liebe den Laden doch. Ich bin dann rein, als sie mich beraten hat hab ich mich vorgestellt. Zuerst war sie fast panisch, ich dachte schon sie zieht gleich ein Kreuz oder Pfefferspray aus der Tasche. Dann hat sie schnell gemerkt dass ich eigentlich ziemlich nett bin.:) Wir haben uns nett unterhalten, und sie meinte sogar, ich könnte meine Töchter ja mal begleiten zum Kaffee, wenn sie ihren Vater besuchen. (Damals hatten sie gerade Kontakt)

    Für mich war das befreiend, es war alles gar nicht so schlimm wie ich dachte.

  • Ich habe auch einige klärende Gespräche geführt

    bin auch immer wieder am überlegen, ob ich zumindest meiner Schwiegermutter sagen sollte, dass das mit dem Fremdgehen einfach nicht stimmt. Ansonsten gibt es nicht viele, denen ich das erklären würde wollen. er hat ja nicht wirklich Freunde, nur seine Arbeitskollegen und die sind mir egal. In seiner Familie wäre es auch nur seine Mutter, der ich es sagen würde. Zum Vater hat er ja keinen Kontakt mehr, seit er die Mutter einfach sitzen gelassen hat (interessant wie sich die Geschichte wiederholt) und ansonsten gibt es da nicht viel Kontakt. Mit meinem Stiefsohn habe ich Kontakt aufgenommen, nicht versucht, ihn in was reinzuziehen, aber es war mir wichtig ihm zu sagen, dass er mir wichtig ist und dass ich für ihn da bin, wenn er was braucht oder auch nur einfach so. Aber da kam nix zurück.

    Es gibt immer noch Tage, da bin ich sehr traurig, grade der kürzliche Hochzeitstag hat mir recht zugesetzt, dann wieder gibts Tage, an denen mache ich 3 Kreuzzeichen aus Dankbarkeit, dass er gegangen ist. Weil ohne Entzug hätte ich das wohl nicht mehr ewig geschafft. Aber ich wäre sicher länger geblieben als es gut für mich gewesen wäre, da ich immer wieder die Hoffnung gehabt hätte, dass das noch wird. Aber es wäre nix mehr geworden...

    Das war mutig von dir Cat-Mom, dass du dich bei der neuen Frau vorgestellt hast - Hut ab!

  • Das war mutig von dir Cat-Mom, dass du dich bei der neuen Frau vorgestellt hast - Hut ab!

    Danke dir! :)

    Ich denke es ist wichtig auf dein Bauchgefühl zu hören.

    Leuten die dir unwichtig sind brauchst du gar nichts zu erklären.

    Aber wenn du das Gefühl hast ein Gespräch führen zu wollen, tu es einfach.

    Schlimmstenfalls glaubt dir deine Schwiegermutter nicht, aber dann hast du nichts verloren.

    Und wenn das Gespräch gut läuft, fühlst du dich besser.

  • Wenn dein Bauchgefühl sagt, es hat keinen Nutzen für dich, ist das sicher richtig.

    Ich hab damals mit den Schwiegereltern auch nicht geredet, die hatten auch Redeverbot von meinem Ex.

    Interessanterweise war meine Ex-Schwiegermutter aber später immer sehr gut auf mich zu sprechen. :)

  • okeeee, ist wohl mal Zeit hier auch wieder mal was up-zu-daten. Überlege oft, ob ich was schreiben soll, aber es gibt so wenig Neues.

    An unserem 15. Jahrestag hat mir mein Noch-Angetrauter eine so beschissene Email zukommen lassen, dass ich mich wahnsinnig aufgeregt habe. War eeeewig lange die mail, viel Geschwafel, blabla und echt Großteils völliger Mist, was er da in Bezug auf die Beziehung und auf das Beziehungs-Aus schrieb.

    Quintessenz: er will seine Sachen und er will die Scheidung. Ich wollte keinesfalls, dass er das Haus betritt am Ende noch irgendwelchen Nachbarn irgendeinen Blödsinn erzählt (die ist mir fremdgegangen, etc) und ein Gespräch mit mir lehnt er ja ohnehin ab, dazu ist er zu feige. Deshalb habe ich alles abgesucht und seine Sachen vollständig gepackt. Einen Lagerraum angemietet und in einer nacht- und Nebelaktion alle Sachen mit einer Freundin und 2 Autos dorthin gebracht. Hab ihm das auch so erläutert und ihm den Zugangs-code geschickt und gesagt er hat dort die Schlüssel zu hinterlegen. Das war mega viel Arbeit, ihm die Sachen zu packen und auch noch nachzutragen und dafür auch einen Raum anzumieten, aber es war mir lieber als er kommt hier an, labert irgendeinen Blödsinn und nimmt dann erst nur die halben Sachen mit bzw lässt da, was er nicht mehr haben will und ich kanns dann entsorgen.

    ich hatte ihm auch das Hochzeitsalbum dazu gelegt, also bin ich am nächsten Tag nochmal zum lager gefahren um das zu holen, weil ich es ihm doch nicht überlassen wollte. Dann waren alle Sachen weg. Das hat mir die erste Panikattacke meines Lebens beschert. Und damit hatte ich auch nicht gerechnet, also weder damit dass die Sachen schon weg sind noch, dass es mich nochmal so zurück schmeißt. Ich hatte dann noch einen nicht enden wollenden Heulkrampf. Aber ein Freund hat mich dann abgeholt und dann gings auch wieder.

    Vielleicht war dieser Tiefpunkt aber auch nötig. Seither geht es mir besser und ich schlafe auch wieder ruhiger, da er mir dort die Wohnungsschlüssel hinterlassen hat und ich jetzt auch keine Angst mehr haben muss, dass er hier betrunken auftaucht.

    Dass er die Scheidung will, ist schön für ihn, kann er auch haben, wird aber kosten. Das wird ihm der Anwalt auch so verklickern nächste Woche.

    Ich war immer gesprächsbereit, aber jetzt bin ich es nicht mehr. Ich finde er hat sich in keinster Weise erwachsen benommen in diesem Trennungsprozess. Und trotzdem er sich aufgeführt hat, wie der letzte Trottel hab ich ihm 2x die hand gereicht um zumindest vernünftig über die Trennung zu reden. jetzt denke ich so, wir haben keine gemeinsamen Kinder, ich muss mit ihm weder befreundet sein noch ein gutes Auskommen mit ihm haben. Ich muss ihn auch nie wieder sehen, da es auch niemanden in seinem Umfeld gibt, an dem mir was liegt. Mit meinem Stiefsohn habe ich Kontakt aufgenommen und ihm gesagt, dass ich immer für ihn da bin, wenn er das möchte. Ich habe darauf keine Antwort bekommen, aber es war mir wichtig hier die Tür nicht zuzumachen. Mein Noch Ehemann hat ja meinen Sohn blockiert und das finde ich unmöglich.

    Insgesamt würde ich sein Verhalten im Trennungsprozess bezeichnen als respektlos, feige, rückgradlos und niveaulos. Ob das der Alkohol aus ihm gemacht hat oder die Trennung oder beides oder ob das in seinem Charakter bereits so angelegt war, aber nicht zu Tage trat, das weiß ich nicht. Es ist traurig, den Mann verloren zu haben, der er mal war.

    Für mich klärt sich immer mehr. Auch das Thema co-abhängigkeit. ich weiß, dass ich dafür eigentlich nicht der "Typ" bin (falls es diesen "Typ" überhaupt gibt), weil ich es in meinen vorherigen Beziehungen nicht war und da mit ihm und seinem steigenden Konsum "reingerutscht" bin. Und wie ich in Jumps Faden kürzlich geschrieben habe, ich war in der Beziehung zum Schluss bereits ziemlich distanziert zu ihm, hab mein eigenes Ding gemacht und es ging mir eigentlich recht gut, da hat er es beendet. Wahrscheinlich war ich zu dem Zeitpunkt nicht co-abhngig genug für ihn, um dann nach der Trennung nochmal anständig in die co-abhängigkeit und in die Verzweiflung zu rutschen.

    Jetzt bin ich am Weg in die Freiheit. Es ist nicht ganz das Leben, das ich mir gewünscht hatte und es ist nicht angenehm, jeden Tag in ein leeres zu hause zu kommen. Aber die Vorstellung, dass ich nach Hause komme und ER sitzt da, die fühlt sich inzwischen richtig gruselig an.

    Ich bin für sehr vieles dankbar, ich habe eine Arbeit, die mir meistens gefällt, einen wunderbaren Sohn, ein gutes Auskommen mit meiner Familie, wirklich gute Freunde, ein Zuhause, in dem ich mich wohl fühle, finanzielle Unabhängigkeit und gesund bin ich auch. So what!

    Alles Liebe

    Jana

  • Insgesamt würde ich sein Verhalten im Trennungsprozess bezeichnen als respektlos, feige, rückgradlos und niveaulos. Ob das der Alkohol aus ihm gemacht hat oder die Trennung oder beides oder ob das in seinem Charakter bereits so angelegt war, aber nicht zu Tage trat, das weiß ich nicht. Es ist traurig, den Mann verloren zu haben, der er mal war.

    Liebe Jana, ich kann mir vorstellen, dass der Alkohol deinen Partner so stark verändert hat. Mir ist es genauso gegangen. Am Ende unser Beziehung hatte ich den Eindruck, dass ein Fremder im Haus lebt.

    Meine Tochter hat es mal so treffend ausgedrückt. Sie sagte, dass sie so gerne mit Papa Zeit verbringt, aber nicht mit der „komischen Kopie von Papa“.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Mann, den ich damals kennen und lieben gelernt habe, gestorben ist.

    LG

  • Ich schreibe mal aus EKA sicht, wie ich das bei uns zuhause wahrgenommen habe.

    Charakterveränderungen kenne ich auch von meinem Vater. Es gab viele Auseinandersetzungen. Meine mutter rieb sich sehr auf an ihm. Meistens hat er geschwiegen, und sie stattdessen angestarrt. Blicke, wütend, ohnmächtig, aber auch so halb abwesend. Oft ist er dann auch einfach gegangen, in den keller zu seinem besten freund, dem alkohol. Meine mutter hat das wahnsinnig gemacht. Das der alkohol sein wesen verändert haben könnte habe ich mich aber erst die letzten jahre getraut zu denken. Vorher waren für mich immer alle die an ihm herumbiegen die "bösen". Ich sehe das heute auch sehr kritisch, denn mein vater hatte dadurch das ich immer auf seiner seite stand, eine kindliche verbündete. Und ich war damit komplett überfordert. Ich wusste für mich, daß das ertränken und betäuben ein teil von ihm ist.

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