Naira - ich stelle mich vor

  • Mir ist klar, dass ich alkoholsüchtig bin und lebenslang bleiben werde. Für mich ist auch klar, dass ich Alkoholikerin bin. Warum mich der Begriff trotzdem stört, weiss ich nicht genau. Es wäre das einfachste, dort, wo ich etwas zur Sucht sagen will, es auch so zu benennen...

    Das mit dem "nassen" Umfeld habe ich auch erst hier kennengelernt. Ich habe das zuerst gar nicht verstanden, warum das Umfeld Rücksicht nehmen sollte. Oder warum man "nasse Anlässe" meiden sollte. Bei meinen ersten Aufhörversuchen hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mal jemandem mitteilen muss, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Und dass es völlig egal ist, wenn andere weitertrinken. Es blieb jeweils ein Versuch, der irgendwann wieder im Trinken endete. Diesmal habe ich es anders gemacht. Meinen Partner informiert, Freunde, Kinder... Dachte, so wird es sicher einfacher. Dann habe ich mich hier angemeldet. Und las, dass man im ersten Jahr auch keine "nassen" Veranstaltungen besuchen oder Urlaub in Hotels machen sollte. Ich habe mich sehr dagegen gewehrt, in der Annahme, mir macht es ja nichts aus. Inzwischen sehe ich es anders. Denn es kostet Energie, wegzusehen, abzulehnen, zu erklären, anders zu sein als die anderen... Es ist anstrengend, nicht mit der Allgemeinheit mitzutrinken, sondern ggf. eine Sonderrolle einzunehmen.

    Und wenn ich den von mir verhassten Begriff verwenden würde, wüsste jeder sofort, dass ich besser nichts trinke und würde mich dabei eher unterstützen anstatt mir zuzusetzen, dass ich wenigstens mit anstossen soll.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Hallo Naira,

    Du beschreibst es richtig, es ist anstrengend.
    In meinen ersten Urlaub waren wir bewusst in einer Ferienwohnung untergebracht,
    da konnte ich es steuern, was ich mir zutrauen möchte und was nicht.
    Trotzdem war es anstrengend, man ist ja trotzdem unterwegs und das Suchthirn, aber auch das "nasse" Denken war noch zu präsent
    und der Alkohol um einen herum wird doppelt und dreifach wahrgenommen.

    Je länger es für mich "normal" ist, dass ich keinen Alkohol trinke, desto weniger anstrengend wird die Umgebung in der ich mich aufhalte,
    Zeit war und ist für mich ein wesentlicher Faktor.

    Und wenn ich den von mir verhassten Begriff verwenden würde.....

    Dann ist hier jedenfalls klar, was das bedeutet.
    "Draußen" würde ich mich nicht auf ein wissendes, rücksichtsvolles Verständnis verlassen wollen.
    Ich selbst muss so gefestigt sein, dass wenn jemand weiss, dass ich Alkoholiker bin und mich trotzdem zum Trinken animiert,
    dass ich meine Abstinenz selbstbewusst schützen kann.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • und der Alkohol um einen herum wird doppelt und dreifach wahrgenommen.

    Ja, ein riesiger Unterschied.

    Ich konnte es kaum fassen, als ich "mal wieder" am Titisee war. Schon eine Weile her.

    Da gibt es einen Touristenladen neben dem Nächsten. Bin ich immer gerne durch gebummelt.

    Dieses Mal war es vollkommen anders. Schon im ersten Laden. Schnäpse, Schildchen und Kärtchen mit Trinksprüchen. Ohne Ende Alkoholika zum Kaufen. Sogar Hocker aus Bierkästen.

    Praktisch in jedem Laden. Ich war nach einer halben Stunde bedient.

    Zu der Zeit war der Gang durch die Alkoholabteilung im Discounter, ein Spießrutenlaufen. Darum habe ich es natürlich einfach gelassen.

    Hatte damals noch ein schlechtes Gewissen, weil ich den "Bummel" abgebrochen habe. Wusste aber, von hier, dass ich auf mich hören darf und auch muss.

    Zeit war und ist für mich ein wesentlicher Faktor.

    Für mich auch. Inzwischen ist mir die Alkoholabteilung im Discounter egal. Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann mal freiwillig durchlaufe, wenn es der kürzeste Weg ist. Das hat aber ca. 1 1/2 Jahre bei mir gedauert.

    Inzwischen ist das wie die Windeln. ;) Nicht mehr für mich interessant.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (26. November 2024 um 18:39) aus folgendem Grund: Dachte, ich bin im grünen Bereich

  • Inzwischen ist mir die Alkoholabteilung im Discounter egal.

    Das ist mir nun wirklich egal ^^ und war auch nie ein Thema. Es steht vieles im Discounter, das mich nicht interessiert.

    Je länger es für mich "normal" ist, dass ich keinen Alkohol trinke, desto weniger anstrengend wird die Umgebung in der ich mich aufhalte,

    Darf es irgendwann normal werden? Bedeutet das nicht, dass man dann nachlässig wird?

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Es ist anstrengend, nicht mit der Allgemeinheit mitzutrinken, sondern ggf. eine Sonderrolle einzunehmen.

    Warum findest du das anstrengend?
    Empfindest du dich wirklich in einer Sonderrolle?

    Und wenn ich den von mir verhassten Begriff verwenden würde, wüsste jeder sofort, dass ich besser nichts trinke und würde mich dabei eher unterstützen anstatt mir zuzusetzen, dass ich wenigstens mit anstossen soll.

    Glaubst du wirklich, dass dich jeder, der weiß, dass du Alkoholiker bist, auch tatsächlich unterstützen wird?
    Die Welt um mich herum wird nicht trockener, nur, weil ich keinen Alkohol mehr trinke. Das ist mal Fakt.

    Natürlich kann es auch helfen, wenn möglichst viele Bescheid wissen, aber das auch sehr schnell nach Hinten losgehen.
    Ich sage einfach: Danke, für mich bitte ein Wasser. Das hinterfragt niemand. Und wenn doch, sage ich, dass ich keinen Alkohol trinke. Da ist nix bei gelogen und es ist auch keine Ausrede.

    Ich verlasse mich auf meinem nüchternen Weg nur auf mich. Unterstützung von Außen erwarten, finde ich nicht richtig. Ich kann doch nicht von anderen erwarten, dass sie ihr Leben meinem anpassen.
    Ich bin für mich verantwortlich. Und ich bin für mein nüchternes Leben verantwortlich. Das ist meine Verantwortung, die ich niemandem auferlegen kann und auch nicht will.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Darf es irgendwann normal werden? Bedeutet das nicht, dass man dann nachlässig wird?

    Dass ich keinen Alkohol trinke, wird für mich immer normaler.

    Was nie „normal“ werden darf ist, dass ich nicht mehr daran denke, dass ich Alkoholiker bin.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Warum findest du das anstrengend?
    Empfindest du dich wirklich in einer Sonderrolle?

    Ich habe Probleme mit anders sein.

    Dass ich keinen Alkohol trinke, wird für mich immer normaler.

    Was nie „normal“ werden darf ist, dass ich nicht mehr daran denke, dass ich Alkoholiker bin.

    Danke, das habe ich verstanden.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Ich habe mich vor lauter Masketragen verloren.

    Das kenne ich auch.
    Ich habe jahrelang eine Maske getragen, alle um mich herum belogen und getäuscht. Das war so fest in mir drin, dass es mich gar nicht mehr gab. Ich habe gar nicht mehr nachdenken müssen, wie ich was vertusche, um meine Alkoholabhängigkeit zu verheimlichen. Das ging alles irgendwann von ganz alleine.
    Nur mich gab es irgendwann nicht mehr.

    Ich habe mich aber wiedergefunden. Das ist auch nicht immer einfach auszuhalten 🤪. Aber es ist ehrlich und das bin ich. Inzwischen mag ich mich ganz gerne und möchte auch gar nicht anders sein. Ich muss auch überhaupt nicht jedem gefallen und es muss auch nicht jeder mit mir auskommen. Ich habe nix mehr zu verbergen, ich darf mich zeigen.


    Nüchtern ist alles möglich. Und noch viel mehr, was ich längst vergessen hatte oder für mich komplett ausgeschlossen hatte. Nüchtern ist Leben möglich. Und kein Leben gleicht dem anderen. Wäre ja auch fürchterlich langweilig, wenn wir alle gleich wären.

    Und was für mich normal ist, bestimme ich. Andere können gern ein anderes ‚normal‘ haben. Aber niemand hat das Recht, an meinem ‚normal‘ zu rütteln. Ich lasse ja auch jedem sein ,normal‘.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vieles auch nur in meinen Gedanken anders war. Ich meine, die anderen denken gar nicht immer, was ich denke, was sie denken könnten. Für die meisten ist auch ein ‚nein‘ völlig in Ordnung. Und wenn ich keine Zeit habe, habe ich keine Zeit. Andere haben auch nicht immer Zeit.

    Es ist so toll, sich nicht mehr anpassen zu müssen.
    Schritt für Schritt, immer einen nach dem anderen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich habe Probleme mit anders sein.

    Das sagst Du oft Naira und ich verstehe was bei dir dahinter steckt. Der Witz ist aber, dass es gar nicht so anders ist, grundsätzlich auf Alkohol zu verzichten, wie man denkt. Ein Kumpel von mir trinkt seit 6 Jahren keinen Alkohol mehr und ich hab das gar nicht bemerkt! Erst jetzt als ich ihm erzählt habe, dass ich nicht mehr trinke, hat er es gesagt. Mir fällt auch auf wie viele Menschen in Situationen in denen es für mich exotisch erschien keinen Alkohol zu trinken, ganz selbstverständlich was unalkoholisches trinken. Winterfeuer mit tee statt glühwein, Schorle zum essen usw.
    Bei uns alkoholikern war das völlig abstruses Verhalten- bei allen anderen ist das kein müdes blinzeln wert.

    Viele meiner Kollegen trinken grundsätzlich keinen Alkohol. Einer hat es wirklich nicht mal probiert. Er sagt als er jung war hatte er da keine Lust drauf und jetzt mit 60 fängt er halt auch nicht mehr an. Ich fand den auch schon cool als ich noch gesoffen hatte. Überhaupt kein Sonderling oder so.

    Was ich sagen will: es ist ok anders zu sein, aber Abstinenz alleine führt nicht dazu!

  • Heute habe ich jemandem gesagt, dass ich keinen Alkohol esse und trinke. Ging um eine Einladung... Klingt vielleicht nach keiner grossen Sache. Aber ich bin schon ein wenig stolz :) Für mich ist das eine Sache :)

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Das ist sogar eine riesengroße Sache ….für dich. Ganz klar.
    Und es ist gut, dass du dich so auch für dich mit deiner Alkoholsucht identifizieren kannst.

    Klar formulieren, dass ich keinen Alkohol trinke, auch nicht im Essen haben will, hilft ja auch, dass mir nix mehr angeboten wird.
    Und ich bin sicher, dass es für die meisten überhaupt gar keine große Sache ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Menschen völlig wurscht ist, was ich trinke. Und auch, was ich esse.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Menschen völlig wurscht ist, was ich trinke.

    Genau so habe ich es auch erlebt. Die Wenigen, die sonderbar reagierten, haben selbst ein Problem mit dem Stoff, da sie zumindest viel zu viel, wenn nicht gar süchtig trinken. Und genau zu diesen Personen ist der Kontakt eingeschlafen.


    Mit der Zeit war es für mich nicht mehr ungewöhnlich, angebotenen Alk abzulehnen. Das hat sich bei mir komplett eingeschliffen, bin aber auch schon über 9 Jahre dabei.

    Klar formulieren, dass ich keinen Alkohol trinke, auch nicht im Essen haben will

    Ja, allerdings frage ich bei Gerichten im Restaurant nicht nach, da ich die Alk-Klassiker Soßen eh nicht bestelle. Und daheim panscht meine Frau keinen Alk ins Essen.


    Soweit andere Wein daran kippen, sind wir auf Fruchtsäfte umgestiegen, z.B. Traubensaft statt Wein. Klappt wunderbar.

  • Nun habe ich hier schon länger nicht mehr geschrieben. Dabei ist viel passiert in meinem privaten Leben. Aber das gehört nicht hierher.

    Bezüglich Alkohol wurde es leichter. Im Dezember gab es etliche Weihnachtsfeiern, die teilweise auch wirklich schwierig waren. Ich musste da jeweils um den Alkohol drumherum laufen, bewusst meinen Blick woanders hinlenken. Bei einer Feier habe ich mich in eine ruhige Ecke verzogen, als die an meinem Tisch anfingen zu trinken. An Weihnachten selbst bat ich meine Familie noch, auf Alkohol zu verzichten. Es hat aber niemand wirklich verstanden. Naja, habe es überstanden.

    Ich weiss gar nicht mehr, was ich an Neujahr getrunken habe. Bisher gab es immer Sekt, aber den gab es da nicht. Ich stand schon öfter an Neujahr mit einem Glas Sekt draussen und hatte Vorsätze für das neue Jahr: "Nächstes Jahr trinke ich weniger", "Nächstes Jahr trinke ich 100 Tage nicht", "Nächstes Jahr trinke ich ein Jahr lang nichts". Keine davon habe ich dauerhaft eingehalten. Dieses Jahr stand ich nach 5 Monaten draussen und dachte: "Das nächste Jahr wird alkoholfrei, genauso wie die Jahre danach alkoholfrei sein werden". Es machte mir nichts aus. Im Gegenteil, ich fühlte mich zum ersten Mal frei!

    Seitdem geht alles bezüglich Alkohol leichter. Es ist mir egal geworden, ob und was andere um mich herum trinken. Zumindest nehme ich es nicht mehr so wahr. Und es triggert mich auch nicht in dem Sinne, dass ich dann auch gerne was hätte, oder dass ich ängstlich werde. Ich provoziere es aber auch nicht bewusst.

    Ich bin sowieso extrem sensibel geworden. Wenn irgendwo Alkohol drin ist, schmecke ich es sofort heraus. Einmal war in einer Fertigsauce welcher drin. Das war so widerlich. Ich habe mir gleich einen neuen Teller geholt und die Nudeln trocken gegessen. Einmal waren Pilze im Glas in irgendwas alkoholischem eingelegt. Das habe ich dann schon vorher gerochen und weggelassen. Ich rieche auch Desinfektionsmittel und teilweise Parfüm von weitem. Aber ich finde das gut- dann konsumiere ich nicht aus Versehen was. Und ich werde daran erinnert, wie widerlich Alkohol eigentlich ist.

    Ich lese immer noch jeden Tag im Forum, um nicht zu vergessen, dass ich trockene Alkoholikerin bin. Um nicht leichtsinnig zu werden. Ich lese auch ab und an hier in diesem Thread, damit ich nicht vergesse, wie schwer der Anfang und wie schwierig die ersten 5-6 Monate waren. Nur schreibe ich nicht mehr so viel, weil Alkohol in meinem Alltag keine Rolle mehr spielt.

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  • Nur schreibe ich nicht mehr so viel, weil Alkohol in meinem Alltag keine Rolle mehr spielt.

    Dann kannst du ja wieder Alkohol trinken, wenn er keine Rolle mehr spielt. Oder?;)

    Wenn du mir verrätst, wie du das machst, wäre ich dankbar. In meinen fast 18 Jahren spielt der Alkohol jeden Tag eine Rolle. Die Sucht vergisst den nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Dann kannst du ja wieder Alkohol trinken, wenn er keine Rolle mehr spielt. Oder? ;)

    Wenn ich welchen trinken würde, würde er ja wieder eine Rolle spielen ;) Und ich lebe ganz gut ohne Alkohol- daher möchte ich ihm auch keine Rolle mehr geben :)

    Wenn du mir verrätst, wie du das machst, wäre ich dankbar. In meinen fast 18 Jahren spielt der Alkohol jeden Tag eine Rolle. Die Sucht vergisst den nicht.

    Echt? Inwiefern?

    Ich denke überhaupt nicht an Alkohol im Alltag. Deswegen bin ich hier im Forum, damit ich eben nicht vergesse, dass ich süchtig bin. Damit nicht die Sucht plötzlich von hinten reinschleicht, ohne dass ich es bemerke.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Im Dezember gab es etliche Weihnachtsfeiern, die teilweise auch wirklich schwierig waren.

    Und Du musstest auf "etliche" Weihnachtsfeiern?

    Weil, ich muss auf gar nichts.

    War das vom Job aus? Da konnte man keine auslassen?

    An Weihnachten selbst bat ich meine Familie noch, auf Alkohol zu verzichten. Es hat aber niemand wirklich verstanden. Naja, habe es überstanden.

    "Nicht verstanden" heißt, vor Deiner Nase gebechert? Vielleicht müsstest Du lauter werden, damit sie Dich verstehen. Gibt es doch nicht. Vor einem Alkoholiker rum zu trinken, wenn Du doch schon darum gebeten hast, es zu lassen. :cursing:

    Ich finde, das hat auch was mit Respekt Dir gegenüber zu tun. Wenn es Deine Familie ist, eigentlich auch mit Liebe.

    Das tut mir leid und ich finde es sehr schade zu lesen.

    Es liest sich für ich einfach so schwierig. Immer dieser Stress. Gerade das mit der Familie.

    Na ja. Ich würde es mal eskalieren lassen.

    Kochst Du da? Dann wird nix gekocht. Oder was Ähnliches. Entweder Essen oder Alk trinken. :)

    So. Jetzt höre ich mal auf, mich stellvertretend für Dich aufzuregen. Gut, dass Du es "überstanden" hast. So sollte es nicht sein.

    Nimm Dich wichtiger. Du hast auch ein Recht, Dich wohl zu fühlen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Echt? Inwiefern?

    Ich denke überhaupt nicht an Alkohol im Alltag. Deswegen bin ich hier im Forum, damit ich eben nicht vergesse, dass ich süchtig bin. Damit nicht die Sucht plötzlich von hinten reinschleicht, ohne dass ich es bemerke.

    Auch wenn ich nicht ständig an Alkohol denke, spielt er trotzdem eine Rolle in meinem Leben. Andernfalls wäre ich nicht süchtig und müsste mich nicht über die Sucht austauschen.

    Gruß Hartmut

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